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BlattGrün

1|2011

Das Gartenmagazin für Berlin und Brandenburg

Cottage Garten

KinderGärten

PflanzenGarten

Eine Brache erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Wissen für schlaue Leckermäulchen

Dahlienpracht im Blumenbeet

Dossier

+ Durchatmen im Kleinen Spreewaldpark

Berliner Wald

+ Baumscheibenpuzzle und Tastkiste: Lernen in der Waldschule

Farbzauber

Großer Gartenmarkt mit vielen Kleinanzeigen, Terminen und Neuigkeiten


ALBA Consulting GmbH Wittestraße 30 N 13509 Berlin

ALBA KLIMASCHUTZ plus Ein neues Konzept für die Wohnungswirtschaft

KLIMASCHUTZ plus: Die Wertstoff-Offensive von ALBA Auch nach der Durchführung von Abfallmanagement besteht für Wohnungsunternehmen in Berlin weiterhin ein hohes Potenzial zur Ausweitung der Wertstoffsammlung. Mit klassischem Abfallmanagement (bedarfsgerechte Anpassung der Behälterkonfigurationen) können an vielen schon optimierten Standorten keine weiteren Einsparungen mehr erzielt werden. Um hier auch zukünftig weitere Kostenoptimierungen zu erzielen, hat ALBA für die Berliner Wohnungsunternehmen das Konzept KLIMASCHUTZ plus entwickelt. Kern des Konzepts KLIMASCHUTZ plus ist die intensive und ganzheitliche Betreuung der Müllplätze mit dem klaren Ziel der nachhaltigen Ausweitung der Wertstoffsammlung und einer weiteren Reduzierung der Betriebskosten. Bestandteile des Konzepts KLIMASCHUTZ plus sind Wertstoffentsorgung, Betreuungsdienstleistungen (Serviceplus, Behältermanagement, Müllplatzreinigung) und Zusatzleistungen (Müllplatzschilder, Hausmeisterschulungen, Mieterinformationen, Müllpass, CO2-Zertifikat).

Wählen Sie das für Ihr Unternehmen passende KLIMASCHUTZ plus-Paket. Wir beraten Sie gern.


BlattGrün 7/8.2011

Liebe Leserinnen und Leser, wir, in der Redaktion, sind schon ganz schön rumgekommen. Wir waren in Südafrika, Amerika, sind nach England und Japan gereist, haben Südamerika und Frankreich besucht. Aber am Ende stellten wir fest: Keine Metropole, die wir gesehen haben, war so grün wie Berlin! Scheint dem Reisenden der Central Park in New York gigantisch, ist er im Vergleich zu Berlins Grünflächen ein Handtuch. Die „grüne Lunge“ Moskaus ist ein sich auf über 1.000 Hektar erstreckendes Eichenwaldmassiv im Nordwesten der russischen Hauptstadt. Wir Berliner dürfen darüber schmunzeln: Mehr als 28.000 Hektar Wald besitzt unsere Stadt. Unsere Wälder sind ein einmaliger Erholungs- und Erlebnisraum für 3,5 Millionen Großstädter. Für dieses BlattGrün-Dossier (Seite 15) haben wir uns einen schönen Tag im Wald gemacht – und haben für Sie eine Oase der Ruhe, des Schattens und der Schönheit gefunden. Übrigens ist 2011 das Jahr des Waldes. Also auf in den Spandauer Forst, die Prendener Bauernheide, den Grunewald...

Impressum Redaktion all on cover Agentur für Medien und Marketing Jungfernstieg 21 b, 12207 Berlin Telefon: 0 30 - 76 80 44 34 Telefax: 0 30 - 76 80 44 63 e-mail: mail@alloncover.de www.alloncover.de Berlin: Julia Richter Brandenburg: Mara Kaemmel (beide v.i.S.d.P.) Art Direction Sabine Nieter Herstellung Henke Pressedruck GmbH & Co. KG Plauener Straße 160, 13053 Berlin Telefon: 0 30 - 98 30 92 0 Telefax: 0 30 - 98 30 92 20 www. henkedruck.de Titelfoto: IZB Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos, und Illustrationen. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion gestattet. Dieses gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken und Vervielfältigungen. Aufnahme in elektronische Pressespiegel nur mit vorheriger schriftliche Genehmigung.

Apropos Schönheit: Es gibt kaum eine schönere Gartenjahreszeit als den Spätsommer. Alles steht in voller Blüte, Blumen entfalten ihre ganze bunte Pracht. Ein wahres Feuerwerk an Farbe und Vielfalt steckt in einem Klassiker der Botanik – in der Dahlie (Seite 12). Deshalb haben wir sie zu Pflanze des Monats gekürt. Pflanzen wie diese haben die einstige Brache um das Landhaus der Familie Müller (Seite 8) aus dem Dornröschenschlaf geküsst. Mit Einsatz und Hingabe, Engagement und Geduld haben es die Eheleute geschafft, jeden freien Fleck Erde zum Blühen zu bringen. Was wachsen soll, braucht eben Fürsorge und Zeit. So wie das Magazin BlattGrün: Für uns ist BlattGrün eine Herzensangelegenheit. Wir pflegen und hegen es, damit es starke Wurzeln und einen kräftigen Wuchs bekommt. Ihre durchweg positive Resonanz auf die erste Ausgabe von BlattGrün war da so was wie wohltuender Dünger. Dafür bedanken wir uns! Doch letztlich schreiben wir nicht für uns, sondern für Sie. Deshalb bitten wir Sie, sich fünf Minuten Zeit zu nehmen und den Fragebogen auf Seite 19 zu beantworten. Schicken Sie ihre Antworten bitte an unsere Redaktion. Nun aber: Viel Lesespaß und viele Impressionen! Ihre BlattGrün-Redaktion

Editorial | 3


4 | Inhalt

BlattGrün 7/8.2011

Inhalt

1|2011

8

Cottage Garten

2 Editorial Impressum 6 Grünes Leben Die Top 6 der Gartentrends

Vom Regensammeln bis zum Naturverschenken

12

8 Grünes Leben

Es war einmal...

Von der Brache zum Taumgarten

Dahlien

12 Grüner Daumen

Pflanze des Monats: Dahlie

Variantenreich, prächtig, bunt

14

14 Grüner Daumen

Weltenbummlerin

Jenny Schröder sammelt globale Garteninspirationen

15 Dossier

Berliner Wald

Spaziergang durch eine grüne Lunge der Stadt

Inspiration

6

Regen sammeln

Fotos: Kaemmel, Bas van de Veer, Chelsea Flower Show, Peter Rund


BlattGrün 7/8.2011

22 Bowle

15

Dossier Wald

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21 Grünes Wissen

Be Bio

Dünger aus der Gartenküche

22 Grüne Küche

Sommer trifft Bowle

Rezepte zum Nachmachen

24 Kinder Garten

Bauernschlaue Leckermäulchen

Warum Granatäpfel nicht explodieren

26 Grünzeug

Heiliger Rasen

Entscheidungshilfen für den Mann

27 Termine + Gartenmarkt

Fotos: CMA, Archiv Graffito

28 Grünes Wissen

Ratgeber Recht

Lagerfeuer im Garten

30 Marudes Gartenabenteuer

Mondscheinkompost

Wie ich ein neues Universum entdeckte

Inhalt | 5

Recht

24

Kinderfragen


6 | Grünes Leben

BlattGrün 6/7.2011

6

Top der Gartentrends 1

Rent a Gemüsegarten:

Graben und jähten, gießen und zupfen – kann nun auch wer keinen Gemüsegarten sein Eigen nennen darf. Sozusagen auf Zeit, eine Saison lang, kann der Städter mit angehendem grünen Daumen seinen kleinen Nutzgarten mieten. Der ist bereits mit über 20 verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt, inklusive Gartengeräte, Wasseranschluss und Beratung. Statt im Biomarkt einzukaufen, darf dann zwischen Mai und November geackert und geerntet werden. Für die kommende Saison sollte man sich jetzt vormerken unter:  www.meine-ernte.de

Get fresh:

Frische Kräuter im Topf sind zu einem Renner am hiesigen Markt geworden: Im vergangenen Jahr wurden 56 Millionen Töpfe „gesundes Grün” gärtnerisch kultiviert. Die Nummer 1 im Sortiment unter den Kräutern – ob als Topf-, Bund- oder Gewichtsware – ist die Petersilie. Sie liebt einen tiefgründigen, nahrhaften, nicht zu leichten Boden in sonnigen Lagen, verträgt aber auch Halbschatten. In den Ferien gedeiehen Sie in den Töpfen von Eva Solo am besten, denn sie bedienen sich eines natürlichen Prinzips: Wie in der Natur ziehen Pflanzen die erforderliche Wassermenge durch einen Docht auf, der in einem Wasserreservoir hängt. Das Wasser reicht für mindestens eine Woche, je nach Verbrauch der Pflanze.   www.evasolo.com

3

Grünes Berlin:

Vor allem in der Hauptstadt ist urbanes Gärtner voll im Trend. Nicht ohne Grund stammen drei von vier Kurzberichten des Filmers Georg Eich aus Berlin. Die Filme „Nomadisch grün“ in Kreuzberg, Stadtentwicklung von unten in Leipzig, Kochen mit türkischstämmigen Jungs oder der legendäre Gartenumzug von Rosa Rose zeigen die Lebendigkeit und die sozialen und kulturellen „Nebenprodukte“ urbanen Gärtnerns. DVD „Gründämmerung“ über  www.anstiftung-ertomis.de

Fotos: Eva Solo, Archiv Graffito, Anstiftung Ertomis

2


BlattGrün 7/8.2011

4

Nachhaltiges Design im Garten:

Nachhaltigkeit im Garten ist Pflicht. Schließlich sollte, wo Natur draufsteht auch Natur drin sein. Dass im Garten gutes Aussehen und ökologisches Innenleben durchaus zusammen geht, beweist der Online-Shop von Leopold Brötzmann: Alle Produkte in seinem Lilli Green Shop zeichnen sich durch fairen Handel, Recycling, Verwendung nachwachsender 
Materialien, Kompostierbarkeit oder Energieeffizienz aus. Jedes Produkt ist mit den entsprechenden Icons 
gekennzeichnet, um einen schnellen Überblick zu schaffen. Der Postcarden ist zum Beispiel kompostierbar und aus nachhaltigen Rohstoffen. www.lilligreenshop.de

5

Natur verschenken:

Fotos: Lilly Green, Richter, Bas van de Veer

Über dem Tal des Flusses Arno, im Herzen der Toskana, befindet sich inmitten uriger Olivenhaine, auf einer Hochebene von Reggello, das Gut der Familie Gonnelli. Und ein Olivenbaum hier gehört Ihnen. Also sozusagen. Sie übernehmen die Patenschaft für einen der Bäume. Als dankbare Gegenleistung für die Patenschaft erhalten Sie einen Anteil aus der jährlichen Olivenöl-Ernte. Sie erhalten für die Dauer Ihrer Patenschaft einmal jährlich versandkostenfrei und direkt zu Ihnen nach Hause geliefert 1,5 Liter feinstes Olivenöl von Ihrem eigenen Baum. Mehr Infos unter www.olivenland.de

6

Regen sammeln:

Vor allem in und um Berlin ist Wasser im Sommer knapp. Regen, der vom Himmel fällt, sickert durch den Boden, ohne auch nur annährend ausreichend die Pflanzen im Garten zu versorgen. Also, was tun: das wertvolle Wasser in der Regentonne sammeln. Kostet nix, sieht aber auch doof aus, so eine Tonne im Garten. Es sei denn, ein Designer nimmt sich dieses Gebrauchgegenstandes an. Das hat Bas van de Ver endlich getan. Und dafür danken wir ihm. Denn der Niederländer rückt die „Tonne“ in das Fallrohr und füllt gleichzeitig eine Gießkanne. Praktisch und dazu überaus schick.  www.basvanderveer.nl

Grünes Leben | 7


8 | Gr端nes Leben

BlattGr端n 6/7.2011

Es war einmal... Vom verwahrlosten Grundst端ck zum

Foto: Mara Kaemmel

traumhaften Cottage Garten


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Grünes Leben | 9

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Katrin und Thomas Müller das alte Landhaus entdeckten, verwahrlost und umgeben von nichts als Unkraut, war beiden schnell klar: Da machen wir was draus. Heute ist der Cottage Garten eine fast schon märchenhafte Oase.

Die Gartenrückseite

Fotos: Mara Kaemmel

S

echs Jahren ist das her, dass um das 1910 erbaute Landhaus nur eine Queckewüste lag. Auf 1350 Quadratmetern wuchsen zwar einige hohe Laubbäume, aber es gab kein einziges Beet, keinen Blütenstrauch. Nur eine einsame kümmerliche Rose an der Hausecke fristete ihr buntes Dasein. Ein gärtnerischer Alptraum. Doch für die Berliner Katrin und Thomas Müller war genau dieses Haus mit diesem Garten der Inbegriff für Gartenlust und Romantik. Und das mitten in der Stadt. Passend zur Architektur des Gebäudes entschieden die Eheleute sich, einen üppigen Cottage Garten anzulegen, in dem es vom Frühling bis zum Herbst blüht. Mit vielen Rosen und Stauden. Mit Kräutern und Gemüse. Der in Harmonie zum Haus lebt, der nicht aufgeräumt ist, sondern immer etwas zum Entdecken bietet.

Am Gartenzaun grüßt eine Rosenhecke der Sorte

Ein GArten im Werden

Austin die Passanten mit ihren pinkfarbenen Blüten

„Von Anfang an wollten wir unseren Garten selbst planen und Stück für Stück erobern“, sagt Katrin Müller. „Auch wenn es Jahre dauern würde.“ Jeden Winter vertieften sie sich in Gartenzeitschriften und englische Gartenliteratur, um ihrem Traum näher zu kommen. Sie zeichneten Pläne und änderten sie wieder. Deshalb erklären die beiden auch jedem Besucher, dass der Garten noch nicht fertig ist. Er befinde sich immer noch im Werden, was seinen Reiz nicht mindert. Schon der Vorgarten empfängt den Besucher mit einer weißen Blütenpracht. Der

„Hyde Hall” des englischen Rosenzüchters David

schattige Klinkerweg zum Haus wird an beiden Seiten von ausladenden Schneeballhortensien „Annabell“ flankiert, die im Müllerschen Garten als Leitpflanze beinahe in jedem Beet wächst. „Sie ist mein absoluter Favorit und ein Muss im Cottage Garten“, sagt Katrin Müller. „Ihr Weiß harmoniert mit allen anderen Blütenfarben. Außerdem gedeiht sie an schattigen und halbschattigen Plätzen gut, verträgt aber auch sonnige Standorte, wenn sie ausreichend feucht gehalten wird.“ Die winterharte Hortensie blüht von Juni bis in den August hinein, danach vergrünen die Blütenstände und trocknen später an ihren Stielen. So schmücken sie sogar im Winter schneebestäubt den Garten. Begleitet werden die Annabells rund ums Haus von Rosen, Stauden und einjährigen Blumen. Gleich neben dem Eingang rankt sich eine Glyzine und eine Kletterrose „Kir Royal“ zum Erker empor, auf der andere Seite des Erkers erklimmt ein wilder Wein und eine „New Dawn“ luftige Höhen. Am Gartenzaun grüßt eine Rosenhecke der Sorte „Hyde Hall“ des englischen Rosenzüchters David Austin die Passanten mit ihren pinkfarbenen Blüten. Beet-Räume Die Müllers haben ihren Garten im Lauf der Zeit in vier Räume aufgeteilt. Wer dem Hauptweg auf der Westseite folgt, an dem die unvermeidlichen „Annabells“ im Schatten von Flieder und Forsytsie in trauter


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BlattGrün 7/8.2011

Cottage Gärten planen In klassischen Cottage Gärten, und auch in Landhausgärten, herrscht ein geordnetes Chaos. Doch selbst ein solch gewolltes und charmantes Durcheinander erreicht man nur – wie bei jedem anderen Gartenstil – durch Planung. 1. Machen Sie sich einen Plan von Ihrem Garten: Zeichnen Sie ein, welche Bereiche eher schattig oder sonnig sind. Diese gesammelten Informationen werden Ihnen später helfen, passende Pflanzen auszusuchen.

2. Überlegen Sie, wie der Garten genutzt werden soll: Wo wollen Sie im Garten sitzen? Brauchen Sie eine Gartenlaube? Wo soll Ihr Wasseranschluss hin? Wünschen Sie eine Pergola oder einen Zaun um Ihren Garten? Wo sollen Nutz- wo Zierpflanzen wachsen? Bevor Sie beginnen zu pflanzen, sollten Sie diese Dinge im Garten durchdenken und Gerätebox und Co. installiert haben. Tipp: Schauen Sie sich auf Antikmärkten nach Accessoires, suchen Sie Holz, das verwittert erscheint – je „älter” es erscheint, desto authentischer wirkt der Garten.

3. Wege anlegen: Wege in einem Cottage Garden haben vor allem eine Aufgabe: Sie sollen den Besucher an der Pracht der Pflanzen vorbeiführen. Legen Sie die Wege also erst an, wenn Sie sicher sind, welche Bereich Sie bepflanzen wollen.

4. Pflanzen im Cottage Garten: Sie sollen „wild” wachsen – es soll zumindest so aussehen, als hätte die Natur hier ganze Arbeit geleistet. Deshalb darf wild kombiniert werden: Beerenbüsche mit Bodendeckern, Kletterpflanzen mit Stauden. Typische Cottage Garten-Pflanzen sind: Clematis, Phlox, Begonien, Wicken, Rosen, Lilien, Begonien, Hortensien, Sumpfblumen, Kresse, Sonnenblumen. Passende Stauden sind das Tränende Herz , die Wiesenraute und die Sterndolde. Die Natur ist im Cottage Garten willkommen: Insekten kann man mit Pflanzen wie Fenchel, Butterblumen und Ringelblumen in den Garten locken. Schmetterlinge mögen Flieder. Tipp: Kübeln sind praktisch, damit zum Beispiel der Eingangsbereich eine extra Portion Farbe bekommt oder um den Sitzplatz zu umrahmen. Nutzen Sie etwa einen Baum oder eine Wand, damit Rankpflanzen sich daran entfalten können

5. Die Jahreszeiten im Blick haben: Der Cottage Garten lebt davon, dass in den Beeten das gesamte Jahr etwas blüht. Eine sorgfältige Planung ist also unbedingt notwendig. Das Jahr wird von Schneeglöckchen und Krokussen eingeläutet, Ostern kündigen die Osterglocken an, Traubenhyazinthen und Tulpen verkünden den Fürhlingsanfang. Im Sommer blühen Montbretien und Gladiolen um die Wette. Bis in den Herbst verwandeln Dahlien den Garten in ein buntes Blütenmeer.

6. Die Mischung macht‘s: Cottage Gärten sind im Ursprung die Gärten der Armen, vergleichbar mit unseren Bauerngärten. Deshalb wurden hier auch Nutz- und Zierpflanzen miteinander kombiniert. Gemüsepflanzen und Kräuter pflanzte man in ordentlichen, parallel verlaufenden Reihen. Trennen Sie diese Bereich beispielsweise mit niedrigen Buchsbaumhecken. Rasen spielt übrigens hier keine dominante Rolle.

Eintracht mit Bauernhortensien wachsen, endet auf der großen Terrasse hinter dem Haus im Sonnengarten. Etwa zwanzig verschieden Rosensorten gedeihen hier, darunter viele englische Duftrosen wie ‚Gertrud Jekyll‘, ‚Shakespeare‘, ‚Wedgewood‘ und ‚Sharifa Asma‘. Sie rahmen das Parterre in der Mitte ein, das statt mit Blumen mit Gemüse in drei Hochbeeten bepflanzt ist. „Das ist der sonnigste Platz in unserem Garten“, sagt Katrin Müller schmunzelnd, wenn die Besucher über die ungewöhnliche Gestaltungsidee staunen. Ausreichend Sonne gibt es sonst nur noch im Kräutergarten auf der Ostseite hinterm Haus. Der Platz dort reicht gerade mal für Thymian, Salbei, Rosmarin und Minze, die sich die Beete mit Johannisbeeren und Himbeeren teilen. „Die Gemüsebeete sind nur eine temporäre Installation“, erklärt Katrin Müller. Eines Tages wird auch die Gartenmitte im Halbschatten liegen. Dann nämlich, wenn die Obstbäume links und rechts der beiden Graswege, groß gewachsen sind. Die Wege bilden zwei Sichtachsen, die den Blick nach in den hinteren Teil leiten, in den Schattengarten. Zwei Obstbaumalleen anzulegen, war von Anfang an geplant. „Unter Bäumen von einem Garten in den anderen Garten zu wandeln, durch ein schmiedeeisernes Tor zu treten, diesen Gedanke fanden wir sehr reizvoll.“ Das Tor und auch die Eibenhecken gibt es noch nicht, die eines Tages den Sonnengarten vom Schattengarten


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„Unser Garten ist für uns der Ort an dem wir unsere Phantasie in die Realität umsetzen können“

Üppiger Bewuchs flankiert die Rasenfläche: Lilien, Rosen, Fetthenne, Gladiolen und Staudensonnen-

Foto: Mara Kaemmel

blumen blühen um die Wette.

trennen sollen. Doch die Struktur ist schon heute erkennbar Der hintere Teil des Gartens wird dominiert von großen Eichen. Ein wundervoller Ort im Sommer, wenn die Hitze über den Häusern brütet. Trotz des Schattens blüht es hier, vor allem weiß. Ein Rhododendron ‚Cunninghams White‘ leuchtet im Frühling am Fuß der großen Eiche. Astilben, Annabells, Hostas und Silberkerzen leuchten hier, auch in der Dämmerung. An einer halbschattigen Stelle im Beet reckt eine

weißblühende Wildrose ihre Blüten dem Licht entgegen. „Unser Garten ist für uns der Ort an dem wir unsere Phantasie in die Realität umsetzen können“, sagt Katrin Müller. Ein Gewächshaus im englischen Stil ist geplant. Eine Klinkermauer von der aus Wasser in ein Becken sprudelt. Ein Sitzplatz im Schattengarten umstanden von den geliebten Schneeballhortensien. Die Ideen gehen den beiden einfach nicht aus..

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Pflanze des Monats:

Die Dahlie

[Dahlia variabilis]

Sie sind variantenreich. Sie sind farbenpr辰chtig. Sie sind pflegeleicht. Und sie tauchen den Garten vom

Foto: Peter Rund

Sommer bis in den Herbst in eine bunte Bl端tenpracht


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V

or 200 Jahren hatte Alexander von Humboldt die Samen der Dahlie aus Mittelamerika bei uns eingeführt. Heute gibt es Tausende von alten und neuen Dahliensorten. Im „International Register of Dahlia Names” sind bereits etwa 20.000 Dahlien-Sorten aufgeführt, und jedes Jahr kommen neue dazu. Nicht ohne Grund; Dahlien sind an Variantenreichtum und Farbvielfalt kaum zu übertreffen. Und dazu sind die Pflanzen anspruchslos und leicht zu handeln. Das wissen immer mehr Gärtner zu schätzen und haben die Dahlie aus dem Dornröschenschlaf geholt. Dahlien geht es am besten an einem geschützten und sonnigen Standort. Ein durchlässiger und nährstoffreicher Boden lässt sie wachsen und gedeihen. Hochwachsende Dahliensorten benötigen einen Stab, um nicht umzuknicken. Man kann sie auch an einen Zaun pflanzen, der ihnen Halt gibt, so wie es früher in Bauerngärten üblich war.

Fotos: Peter Rund; Archiv Grün Berlin GmbH (unten)

Die Dahlie wird manchmal als „Königin des Herbstes” bezeichnet, denn diese Blumen können vom Frühsommer bis weit in den Herbst hinein blühen. Die Blüten sind mehrfarbig und haben manchmal unglaubliche Farbverläufe. Manche Blüten, , die eine hellere Mitte haben, scheinen von innen heraus zu leuchten. Andere erinnern an leuchtende Sonnen. Wiederum andere erscheinen wie ein gefalteter Pompon aus Papier. Damit Dahlien sich bis zum Frost noch in ihrer ganzen Pracht präsentieren können, muss Verblühtes regelmäßig entfernt werden. Dann können sich wieder neue Knospen bilden, bis der Frost dem Blütenmarathon der Dahlien im Herbst ein Ende setzt. Dahlien sind nicht winterhart. Deshalb müssen die Knollen im Herbst ausgegraben und in einem frostfreien Raum bei 2 – 10º C beispielsweise in einem mit Sand gefüllten Korb gelagert werden. Dahlien, die im Topf wachsen, können mit dem Pflanzgefäß zusammen in ein frostfreies Winter Quartier umziehen. Über den Knollen sollte noch ein etwa zehn Zentimeter langer Teil vom Stängel stehen bleiben, denn die Triebe im nächsten Jahr kommen unten aus den alten Stängelteilen.

„Dahlienfeuer”  im Britzer Garten: Der Britzer Garten huldigt der Dahlie zum vierten Mal mit einer umfangreichen Sonderschau. 10.000 Dahlien in rund 300 Sorten sind am Massiner Weg auf 2.200 qm zu bewundern – dort wo im Frühling „Tulipan im Britzer Garten” die Besucher erfreut. Die Open-Air-Ausstellung „DAHLIENFEUER” im Britzer Garten, Eingang Massiner Weg 28, 12349 Berlin, ist von Mitte August bis zum 17. Oktober 2010 zu bestaunen. Sondereintrittspreis: 3,00 €, ermäßigt 1,50 €

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Serie: GartenLeute Jenny Schröder Die Gartendesignerin Jenny Schröder verzaubert auch die schnödesten Reihenhausgärten in kosmopolite Oasen.

Weltenbummlerin

ute Ideen erkennt man daran, dass sie kopiert werden. Und in den Gartenkulturen der Welt gibt es viele gute Ideen, die es zu kopieren lohnt, findet die Gartendesignerin Jenny Schröder. Immer wieder packt sie die Koffer und sieht sich in den Gärten der Welt nach Neuem um. Ständig findet die Kreative etwas, das in Berliner Gärten ihren Platz finden sollte. Dabei hatte die Berlinerin eigentlich einen ganz anderen Berufsweg eingeschlagen. Nach einem Wirtschaftsinformatik-Studium arbeitete Jenny Schröder mehrere Jahre im Vertrieb eines globalen IT-Unternehmens. Und das ziemlich erfolgreich. Aber immer mit der Sehnsucht nach Design, mit der Begeisterung für das Schaffen von Räumen und die Lust am Reisen im Herzen. Die Leidenschaft siegte über das gesattelte Berufs-

leben. Und so startete Jenny Schröder noch mal neu durch: Nach einem Studium an der English Gardening School im traditionsreichen „Chelsea Physic Garden” in London, gründete sie Dendron Exterior Design. Exterior Design entstand in Anlehnung an Interior Design, die maßgeschneiderte Gestaltung der Innenräume eines Hauses. Exterior Design von Jenny Schröder umfasst die abgestimmte Gestaltung der gesamten Außenanlagen – inklusive Terrassen mit Ess- und Kochplätzen, einzelnen Sitzplätzen oder Gartenhäusern und belebenden Wasserelementen wie Pools, Teiche oder Brunnen. Zusammengehalten wird das Design von einem durchdachten Licht- und Pflanzkonzept. Inspiriert wird sie dabei von allen Kulturen der Welt. Dafür begibt sich Jenny Schröder immer wieder auf Reisen

Dendron Exterior Design Jenny Schröder Karl-Marx-Allee 103a 10243 Berlin Tel.: 030 / 297 79 172
 www.dendronexteriordesign.com

Fotos: Chelsea Flower Show, Privat

G

und legt längere Auslandsaufenthalte in Europa, Amerika, Indien und Japan ein. Dort sammelt sie Inspirationen wie Souvenirs. Fremde Gestaltungsprinzipien, neue Ideen für Pflanzkombinationen und Materialverwendung werden von Jenny Schröder aufgelesen, wie Andenken. In den vergangenen Monaten etwa, lernte Jenny Schröder die Kunst der japanischen Gartenarchitektur kennen. Dort geschieht nichts zufällig. Alle Elemente der Gestaltung dienen dazu, die Blicke auf etwas Besonderes im Garten zu ziehen. Eine Variante in dem reizenden Spiel zwischen Sicht- und Unsichtbarkeit ist das Einrahmen eines Ausblickpunktes. Sicher, zunächst scheint es widersinning, einen Panoramablick beschneiden zu wollen, aber mit dem gezielten Einsetzen von Rahmen, wie man es zum Beispiel von den Mondtoren aus der chinesischen Architektur kennt, lassen sich sowohl der Blick als auch die Schritte des Betrachters lenken. Das, was verdeckt ist, wird interessant. Das was interessant ist, wollen wir aus der Nähe betrachten. In Berliner Gärten ließe sich zum Beispiel eine Seite einer offenen Terrasse durch eine schöne Natursteinwand begrenzen, in die rechteckige Sichtfenster eingelassen sind. Wer so mutig ist wie die Gartendesignerin, macht sich auf Entdeckungstour.


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Berliner Wald

Segensreicher Schattenspender

Kaum eine andere Großstadt ist so Grün wie Berlin. Mehr als 2.500 öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen und 12.796 Hektar öffentliche Grünfläche – dagegen erscheint der Central Park in New York mit

Foto: Archiv Graffito

349,15 ha und insgesamt 6 Prozent der Bodenfläche Manhattans wie ein Handtuch. Im Sommer dürfen wir Hauptstädter uns zudem über 16.287 Hektar Wald glücklich schätzen. Ein Segen, wo man anderorts Schatten zwischen den Hochhauszeilen sucht.


16 | Dossier

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E

s ist heiß in der Stadt. Der Asphalt flimmert vor Hitze. Die Menschen quälen sich in den stickigen U-Bahnen. Zeit, zu verschwinden. Statt sich an ein Haus am See zu träumen, gehen wir in den Wald: Raus aus den Schuhen! Und barfuß durch weiches Moos, glitschigen Matsch und über raue Baumrinde. Im Schatten einer Kiefer auf die Wiese fallen lassen und mit jedem Atemzug warme, feuchte Luft genießen, während die anderen am Strandbad schwitzen. Wir sind in den Kleinen Spreewaldpark in Schöneiche geflüchtet – nur wenige Minuten von Berlin entfernt. Der Kleine Spreewaldpark gehört zu den 18,3 Prozent Waldfläche der Stadt, das das Hauptstadtbild prägt. Mit seinen fast 29.000 Hektar Waldbesitz gehört Berlin zu den waldreichsten Metropolen Europas. Ungezählten Tieren und Pflanzen ist er Heimat und Refugium, er schützt Klima, Wasser und Boden. Und er ist ein unvergleichlich schöner Freizeitraum.

Warum gibt es in Berlin so viel Wald? Einer der wichtigsten Gründe bestand in dem Wunsch der Berliner und Berlinerinnen nach Erholung vom Stadtleben. Spazierengehen, frische Luft atmen, Sport treiben, einfach einmal Ruhe verspüren. Die Berliner und Berlinerinnen traten zu Beginn des 20. Jahrhunderts für ihre Lebensqualität ein. Eine große Zahl von Vereinen schloss sich zusammen, denen der Wald ein Anliegen war. Wie etwa die Gewerkschaften, die an ihre Mitglieder dachten. Die tägliche Arbeitszeit betrug um 1900 zehn Stunden, nur der Sonntag war frei. Aber wenigstens dann sollten sie die Möglichkeit haben, zumindest ein bisschen im Grün durchzuatmen. Durchatmen Direkt am S-Bahnhof-Rahnsdorf führt ein breiter Fahrradweg durch den Forst bis zum Ortseingang Schöneiche. Am Ende der Rahnsdorfer Straße biegt hinter einer kleinen Brücke ein Weg rechts ab, direkt in den Kleinen Spreewald. Verschlungene Waldwege und Kanäle führen durch das circa 4,5

Wussten Sie, dass...

... etwa ein Fünftel der Berliner Landesfläche Wald ist? Keine andere Großstadt hat einen derartig hohen Waldanteil wie Berlin.

... Berlins grünster Bezirk Pankow ist? Mit 1637 Hektar öffentlicher

Grünfläche liegt Pankow noch weit vor Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg.

... 17,9 Prozent der Bevölkerung der Wald ganz egal ist? Das fanden Sozialforscher heraus. Sie unterscheiden die Deutschen nach ihren Waldvorlieben: „Ganzheitliche Waldfreunde” (21,8 Prozent) schätzen den natürlichen, wilden Wald. „Ökologische Waldromantiker” (16,2 Prozent) suchen im Wald einen Ausgleich zum Alltag. Für „Egozentrische Waldnutzer” (21,5 Prozent) dient der Wald vor allem als Spielplatz, auf dem sie ihre Bedürfnisse ausleben. Als Nutzraum, vor allem für die Forstwirtschaft, sehen die „Konventionellen Waldnutzer” (22,6 Prozent) den Wald. Den „Gleichgültigen” (17,9 Prozent) ist der Wald ziemlich egal.

... das Jahr 2011 das Internationalen Jahr der Wälder ist?

Das hatte bereits 2006 die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen.

... die meiste Waldfläche der Bezirk Treptow-Köpenick hat? Mit 6.990

Hektar verfügt dieser über mehr als ein Drittel der Gesamtwaldfläche der Stadt.

... „Baden in Waldluft”, japanisch: shinrin-yoku, den Blutzuckerspiegel senkt und damit gegen Diabetes hilft. Außerdem baut ein Waldspaziergang Stress ab.

... Eichen mit fast 20 Prozent Waldflächenanteil für Berlin eine besondere Bedeutung haben? Schade nur, dass Gesunde Eichen (2 Prozent) praktisch kaum noch zu finden sind. Ihr Kronenzustand zeigt seit dem Hitzesommer 2003 eine deutliche Verschlechterung.


BlattGrün 7/8.2011

Fotos: Mara Kaemmel

Kunst, Kaffee und kühle Luft: Im Berliner Wald lässt sich der Sommer aushalten.

Hektar große Areal in dem Schwarzerlen, Buchen und Weiden wachsen. Diesen MiniaturSpreewald ließ der Gastronom Max Mann in den 20er Jahren direkt vor seiner Gaststätte „Waldschloß“ anlegen. Seit 1997 entstand auf dem bis dahin brach liegenden Gelände ein Kleinod mit verschiedenen Naturerlebnisbereichen. Das beliebte Ausflugsziel wurde saniert, so dass sonntags auf Wunsch auch wieder Kahnfahrten durch die kleinen Wasserstraßen gebucht werden können.

Anfahrt:

Doch nicht nur eine Fahrt mit dem Boot lohnt den Ausflug hierher. Der Kleine Spreewaldpark bietet neben einem Waldlehrpfad auch einen gepflegten Duftkräutergarten. Einen besonderen Anziehungspunkt der Anlage bildet der Waldspielplatz. Aus Weiden, Totholz, Robinien wurde hier ein Abenteuergelände zum Spielen und Lernen angelegt. Neben einigen Skulpturen aus Stein und Holz gibt es für Kinder hier auch einen riesigen aus Feldsteinen gebauten Dinosaurier, der sich um ein großes Wasserbecken, das ehemalige Waldbad, windet. Das Untier ist mit circa 500 Keramikfliesen verziert, die von Kindern geschaffen wurden.

Restaurant Erlkönig, Tel.: 030/69 54 05 87 Rahnsdorfer Str. 27, 15566 Berlin erlkoenigschoeneiche@googlemail Öffnungszeiten: Di, Mi, Do von 16 bis 22 Uhr, Fr, Sa, So von 11.30 bis 22 Uhr. Montag Ruhetag

Wer Hunger und Durst verspürt, muss über einen Weg aus hölzernen Bohlen zum Restaurant „Erlkönig“ im Haus „Tonart“ gehen. Das kleine Restaurant hat einen schönen, geschützten Innenhof, in dem man bei gutem Wetter sitzen und die Lieben Gott einen guten Mann sein lassen kann. Das ist Berliner Lebensqualität.

mit der S3 Richtung Erkner bis S-Bahnhof Rahnsdorf. Von dort per Rad oder zu Fuß nach Schöneiche.

Kahnfahrt buchen: Termine vereinbaren Sie am besten vorab unter der Tel. Nr.: 030/64903765 oder direkt im Parkbüro.

Essen:

Jeden Monat erarbeitet der Berliner Forsten Tipps für Wanderungen und Spaziergänge durch die Berliner Wälder im Stadtgebiet und in Brandenburg. In den Routenbeschreibungen finden Sie Kartenausschnitte, Wegbeschreibungen, ÖPNV-Anschluss, Sehenswertes, Einkehrmöglichkeiten und Dauer.

www.stadtentwicklung.berlin.de/ forsten/ausflugstipps/

Dossier | 17


18 | Dossier

BlattGrĂźn 7/8.2011

Mehr Wald fĂźr Kinder Stadtkinder kĂśnnen in Berlin in insgesamt sechs Waldschulen vieles Ăźber Wald und Natur erfahren. Vor allem, wie wichtig, liebens- und schĂźtzenswert dieser Teil ihrer Umwelt ist. Das dĂźrfen sie hier mit allen Sinnen erleben.

W

as duftet denn hier so gut? Ja, richtig das sind Kräuter. Aber bis die Kinder die GewĂźrze pflĂźcken, reiben und probieren kĂśnnen, mĂźssen sie erst barfuss und mit geschlossenen Augen Ăźber einen FĂźhlpfad laufen. Wer dann Lust hat, kann sich aus den Kräutern einen Tee zubereiten. Oder in der Waldschule fĂźr sich aus getrockneten Kräutern Duftsäckchen oder Duftkissen herstellen. Am 15. August verrät die Waldschule Teufelssee von 10 bis 16 Uhr unter dem Motto: „Rund um die Kräuter“ Familien Wissenswertes rund um Kräuter. Treffpunkt MĂźggelheimer Damm 144, 12599 Berlin, Eintritt ab 2,50 â‚Ź Die kleine Ausstellung „Bäume sind mehr...“ auf dem Gelände der Waldschule Plänterwald steht werktags von 9 bis 15 Uhr kostenlos Besuchern offen. Sie informiert Ăźber die Bäume des Plänterwaldes. Baumscheibenpuzzle, Tastkiste oder Buchstabensalat bieten ungewohnte MĂśglichkeiten, sich mit dem Thema Baum zu beschäftigen. Und im DĂźppeler Forst, einem vielfältigem Wald, kĂśnnen Kinder neben Wildschweinen, Schwarzspechten und Dachsen auch wilde Mufflons erleben. Infos: Waldschule Zehlendorf.

Hier finden Sie die Berliner Waldschulen: Waldschule Bogensee,
 Platz der Freundschaft,
16348 Bogensee
 Tel.: 03 33 97/2 92 14


Waldschule Bucher Forst WiltbergstraĂ&#x;e 55,
13125 Berlin Tel.: 030/94 11 47 33


Waldschule Plänterwald Dammweg 1B,
12437 Berlin Tel.: 030/53 00 09 70


Lehrkabinett und Waldschule Teufelssee Mßggelheimer Damm 144,
12559 Berlin
 Tel.: 030/6 54 13 71

Waldschule Zehlendorf RevierfÜrsterei Dreilinden,
Tel.: 030/80 49 51 80 Stahnsdorfer Damm 3
,14109 Berlin

Waldschule Spandau Niederneuendorfer Allee 81,
13587 Berlin Tel.: 030/3 36 30 55

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Foto: Waldschule Spandau, Gundula Stamm

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BlattGrün 7/8.2011

BlattGrün

0.11

Die Gartenzeitung für Berlin und Brandenburg

Oasen in der Stadt

Man at work

GartenMenschen

Vom Reihenhausgarten zur Wohlfühlinsel

Die 5 besten Gartengeräte

Blythen-Träume aus Schöneiche

Anschrift: Redaktion BlattGrün all on cover Jungfernstieg 21 b, 12207 Berlin Büro Berlin: Julia Richter www.alloncover.de/magazin.html

Umfrage | 19

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DOSSIER

Heiliger Boden

+ Tolle Verstecke im Kinder-Garten

+ Welches Obst und Gemüse in Berlin und Brandenburg wirklich wächst + Rosige Zeiten für sandiges Terrain

BlattGrün Das Gartenmagazin für Berlin und Brandenburg

Der Sommer beginnt jetzt Großer Gartenmarkt

Mit vielen Kleinanzeigen, Terminen und Neuigkeiten

Umfrage

Liebe Leserinnen, lieber Leser, Ihre Meinung ist uns wichtig, deshalb möchten wir gern wissen, wie Ihnen die erste BlattGrün-Ausgabe gefällt. Unser Ziel ist es, ein Magazin zu machen, das Sie interessiert und das Sie gern lesen. Wenn Sie sich ein bisschen Zeit nehmen und die folgenden Fragen beantworten, helfen Sie uns dabei, die nächsten Augsgaben nach Ihren Wünschen zu gestalten. Als Dank für Ihr Engagement nehmen Sie an einem Gewinnspiel teil. Wir verlosen unter den Einsendern drei reinweiß blühende, robuste Strauchrosen „Schneewittchen“. Die Befragung erfolgt anonym. Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Vielen Dank für Ihr Mühe! Herzlich Ihre BlattGrün-Redaktion

1. Warum haben Sie BlattGrün Ihre Aufmerksamkeit geschenkt? Das Heft hat mich interessiert, weil ... ☐ mich das Titelthema über den Berliner Boden angesprochen hat ☐ ich die anderen Titelthemen lesen wollte ☐ mir das Titelbild gefällt ☐ weil das Heft optisch gut gemacht ist ☐ weil mich der Lokalbezug „... für Berlin und Brandenburg“ neugierig gemacht hat

3. Was hat Ihnen besonders gefallen? ........................................................................................................... ........................................................................................................... ........................................................................................................... ...........................................................................................................

4. Was hat Ihnen nicht so gut gefallen?

2. Wie gefällt Ihnen die erste Ausgabe?

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Sehr gut Gut Weniger gut Gar nicht

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20 | Umfrage

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Das Gartenmagazin für Berlin und Brandenburg

5. Kreuzen Sie bitte an welche Aussagen auf BlattGrün zutreffen. ist neuartig ist gut recherchiert macht Spaß zu lesen ist langweilig Texte und Bilder harmonieren greift regionale Themen auf ist für Frauen und Männer gemacht ist vielfältig liefert gute Ideen hat zu wenig Nutzwert

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6. Würden Sie weitere kostenlose BlattGrün-Ausgaben lesen? ☐ ja, auf jeden Fall ☐ ja, aber nur, weil es kostenlos ist ☐ nein wahrscheinlich nicht ☐ nein, ich werfe kostenlose Zeitschriften grundsätzlich weg

7. Welche Themen interessieren Sie? Bitte kreuzen Sie Ihr Urteil an. Gartengestaltung Privatgärten Portraits Blumen Obst und Gemüse Gartendekoration/Gartenmöbel Gartenwerkzeuge Materialien für den Garten Veranstaltungen/Events Gartenkurse Essen & Trinken Ideen für Kinder Gartenreisen Kleinanzeigen

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8. Welches Thema, welche Geschichte wollen Sie lesen/sollten wir für Sie recherchieren? ...............................................................................................................................................................................................................

Für die Statistik Geschlecht:

☐ weiblich

Wie alt sind Sie?

............ Jahre

Welchen Schulabschluss haben Sie? ☐ männlich ☐ Hauptschule ☐ Realschule ☐ Abitur ☐ Hochschulstudium Wie hoch ist Ihr Netto-Haushaltseinkommen pro Monat? ☐ unter 1000 € ☐ 1000 – 2000 € ☐ 2000 – 3000 € ☐ mehr als 3000 €


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5 Irrtümer über Dünger

Brennnesseln haben´s in sich Brennnesseln werden als lästiges Unkraut verkannt. Schade, denn mit einer Jauche aus dem ungeliebten Kraut, stärken sie die Wuchskraft in Ihren Beeten und machen ihre Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge wie Milben und Blattläuse.

und rückt die fünf Irrtümer über den chemischen Dünger

Für das Herstellen einer Brennnesseljauche gilt folgende Faustregel: Auf 10 Liter Wasser kommen 1 Kilogramm frische oder 200 Gramm getrocknete Brennnesseln. 10 Liter Jauche reichen zum Düngen einer Fläche von ca. 1250 Quadratmetern. Die meisten Blumen, Pflanzen, Bäume und Sträucher können mit Brennnesseljauche gedüngt werden, mit Ausnahme von Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Knoblauch.

gerade.

Und so geht´s:

Irrtum 1: Chemie ist gefährlicher als Bio.

Brennesseln ernten und in Stücke schneiden. Verwenden Sie möglichst nur Pflanzen ohne Blüten. Schnittgut in ein Gefäß aus Plastik, Ton oder Holz tun. Bei der Gärung laufen chemische Prozesse ab, die zu unerwünschten Verbindungen mit Metall führen können.

Synthetisch hergestellter Dünger verschmutzt die Umwelt, ist Krebs erregend und giftig. Alles Quatsch, sagt das Institut für Gartenbau der Fachhochschule Weihenstephan

Es kommt eben auf das Kleingedruckte an: Ein Hobbygärtner setzte gegen einen Bodenpilz Kaliumpermanganat ein, aber bloß kein giftiges Pflanzenschutzmittel benutzen. Dass der von ihr favorisierte Stoff aber als gesundheitsschädlich, brandfördernd, umweltgefährlich gilt und unter das Sprengstoffgesetz fällt, schien ihm unbekannt. Ein Fungizid für den Hobbybereich, gemäß der Anwendungsempfehlung ausgebracht, wäre harmloser als das Bio-Mittel. Irrtum 2: Mineraldünger ist giftig. Ja, wenn man ihn isst. Die Problematik von zum Beispiel zu hohen Nitratgehalten in Blattgemüse ist auf die generelle Überdüngung mit Stickstoff zurückzuführen, nicht auf die Art des Düngers. Irrtum 3: Mineraldünger schadet der Umwelt. Durch das Düngen mit zuvielen Hornspänen kann es genauso zu Nitratanreicherung in den Pflanzen beziehungsweise zu Auswaschung von Nitrat und damit Belastung des Grundwassers kommen wie bei Mine­ral­dünger. Irrtum 4: Mit Kunstdünger vollgestopftes Gemüse kann nicht gesund sein. Kommt drauf an: Die meisten Gartenböden sind durch die Ausbringung zu hoher Kompostmengen mit Phosphat und mit Kalium überversorgt. Ein sachgemäß mineralisch gedüngter Salat aus der Gemüseproduktion kann gesünder sein als der mit „gutem, gesundem” organischem Dünger überhäufte. Irrtum 5: Falscher Dünger zerstört eine Pflanze.

Fotos: Archiv Graffito

Grünes Wissen | 21

Wenn man Rosendünger auf Rettiche streut, bekommen diese keine Rosenblüten. In Düngern sind grundsätzlich nur Nähr- und Ballaststoffe in sehr ähnlicher chemischer Zusammensetzung enthalten. Was die Dünger unterscheidet, ist der Nährstoffgehalt, das Verhältnis der Nährstoffe zueinander sowie eventuell ihre Form. Es sind keine „geheimen” Chemikalien darin.

Wasser aufgießen, möglichst Regenwasser, es enthält keinen Kalt. Das Gefäß abdecken und an einem sonnigen Ort stellen. So kommt der Gärungsprozess schneller in Gang. Täglich umrühren. Die Gärung setzt nach wenigen Tagen ein. Brennnesseljauche entwickelt einen üblen Gestank. Dagegen hilft die Zugabe von Gesteinsmehl. Nach 12 bis 20 Tagen ist die Jauche fertig. Die schweren Stoffe haben sich am Gefäßboden gesammelt. Die braune Flüssigkeit vorsichtig in eine Gießkanne oder einen Spritzbehälter umfüllen. Unverdünnte Jauche verwendet man im Frühjahr zum Düngen der Beete bevor die Pflanzen austreiben. Später sollte sie im Verhältnis von 1:10 verdünnt werden. Gießen Sie damit nur die Wurzeln.


22 | Umfrage

BlattGrün 7/8.2011

Sommer trifft Bowle Alle Früchte sind jetzt reif. Reif für den Genuss im Glas. Als Bowle schmeckt die heiße Jahreszeit erfrischend lecker!

R

ein, was der Garten hergibt, mit Minze und Salbei gewürzt, eisgekühlt. Das fand der Benediktinermönch Wandalbertus aus dem Kloster Prüm im Jahre 854 schon lecker. Zu dieser Zeit fand die Maibowle nämlich ihre erste Erwähnung durch den Kirchenmann. Der Maiwein wurde als medizinisches Getränk zur Stärkung von Herz und Leber im Kloster ausgeschenkt. Sekt und Wein in der Bowle schmeckt natürlich lecker. Doch bei sommerlich heißen Temperaturen, sollte man den Alkohol besser durch prickelndes Mineralwasser ersetzen. Nicht nur zur Vermeidung des Katers, sondern auch, weil dann alle mit von dem fruchtig-frischen Mix trinken können.

Beeren-Bowle Zutaten 5 EL Honig 400 g Johannisbeeren, Himbeeren oder andere Beeren 2 dl Apfelsaft 1,5 Liter Weißwein 1,5 Liter Mineralwasser, Minze Zubereitung Die Beeren in eine Schüssel geben, den Apfelsaft mit dem Honig verrühren und darübergießen. Sechs Stunden durchziehen lassen. Mit gekühltem Weißwein und Mineralwasser aufgießen. Mit Minze dekorieren.


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Grüne Küche | 23

Bowle schmeckt, wenn´s heiß ist. Die Maibowle besteht allerdings aus Waldmeister ­– und der wächst im Mai. Mit einem kleinen Trick, gibt es sie dennoch, die

Waldmeisterbowle Zutaten 100 ml – 150 ml Waldmeistersirup, 50 - 100g Zucker, 1 Zitronen (ungespritzt), 1 Orange (ungespritzt), 1 Flasche Apfelsaft, 1/2 Flasche Orangensaft, 1 Flasche Mineralwasser Zubereitung Die Zitrone und die Orange schälen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden. Das Obst zusammen mit dem Apfelsaft, Orangensaft, Zucker (die Süße abschmecken) und dem Waldmeistersirup in eine Bowlenschüssel geben. Alles gut verrühren und kalt stellen. Vor dem Servieren das Mineralwasser in die Bowle gießen.

Küchentipp

Fotos: CMA, Graffito

Im Laufe eines Abends kann Bowle warm werden, wobei sie an Geschmack verliert.

Vorbeugend kann man Fruchtsaft, der mit den Früchten in der Bowle harmoniert, in Eiswürfelbehältern einfrieren. Die Bowle mit den Fruchteiswürfeln servieren. So bleibt sie über lange Zeit schön kühl und verwässert nicht.

Nicht nur Beeren und Früchte eignen sich zum Ansetzen einer Bowle. Versuchen Sie es einmal mit duftenden Blüten, wie jene von Linden, Rosen oder Veilchen, mit würzigen Kräutern, wie Waldmeister, Basilikum oder Pfefferminze, oder mit einem erfrischenden Gemüse wie der Gurke.

Mit Zucker steigt Alkohol schneller zu Kopf, deshalb damit mäßig umgehen, nachsüßen kann man immer.

Das gleiche gilt für Hochprozentiges: Es dient zum Aromatisieren, darf aber eine Bowle nie dominieren – sonst ist am nächsten Tag Kopfweh angesagt.

Melonenbowle (20 Gläser) Zutaten eine große reife Melone 8 – 10 Esslöffel Zucker 1 kleine Zitrone 2 große Flaschen Apfel- oder Orangensaft 1 – 2 große Flaschen Mineralwasser Zubereitung Zuerst wird von der Melone der Deckel abgeschnitten und mit dem Messer und dem Löffel das Kerngehäuse entfernt. Vorsichtig das Fruchtfleisch lösen und es anschließend auf dem Brettchen klein schneiden. Dann in die Schüssel geben. Die ausgehöhlte Melone und der Deckel dienen später als Bowlegefäß, also nicht wegwerfen. Zu den Fruchtstücken kommt jetzt der Saft der ausgepressten Zitrone und der Zucker. Die Schüssel abdecken und für zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Vor dem Servieren den Apfel- oder Orangensaft dazu gießen und mit Mineralwasser auffüllen. Alles kommt dann in die ausgehöhlte Melone. In jedes Glas Fruchtstücke, ein paar Eiswürfel und den Saft geben. Nun kann die leckere Bowle genussvoll getrunken werden.


24 | Kinder Garten

BlattGrün 7/8.2011

„Tut es weh, wenn man Stachelbeeren isst?“ „Schmecken Erdbeeren nach Erde?“ Viele Kinder haben keine Ahnung mehr, wie welches Obst aussieht und wonach es schmeckt. Höchste Eisenbahn, diese Kinderfragen zu beantworten, findet Ernährungsfachfrau und Food-Journalistin Martina Schneider. Und damit den Weg frei zu machen, für mehr Geschmack.

Ganz schön stachelig, diese Beere. Essen kann man sie trotzdem völlig unbedenklich: Die „Stacheln” auf der Frucht sind weich wie Haare und tun mit Sicherheit nicht weh

Foto: Dr. Klaus-Uwe Gerhard/www.pixelio.de

Bauernschlaue


BlattGrün 7/8.2011

Kinder Garten | 25

Schmecken Erdbeeren nach Erde? Zugegeben, die Sache ist unlogisch: Erdbeeren sind weder Beeren, noch wachsen sie unter der Erde. Zu seinem Namen kam das beliebte Obst schon vor vielen Jahren, als es noch keine üppigen Zuchterdbeeren, sondern nur winzige, rote Waldfrüchte gab. Und da diese begehrten Delikatessen wirklich nur beerengroß waren und man sich zum Ernten tief hinunter zum Erdboden bücken musste, erhielten die Leckereien kurzerhand den Namen Erdbeeren. Die heutige Botanik weiß es natürlich besser: Erdbeeren zählen gar nicht zu den Beeren, sondern gehören aufgrund ihrer vielen, kleinen, braunen Samen, die sie auf ihrer Außenhaut tragen, zu den so genannten Sammelnussfrüchten.

Leckermäulchen Tut es weh, wenn man Stachelbeeren isst? Autsch – das pickst ja! Stachelbeer-Sammeln kann durchaus mit Blessuren verbunden sein. Die Äste der Stachelbeere stecken voller Stacheln, so dass man beim Pflücken schnell schon mal an den dornigen Auswüchsen hängen bleiben kann. Wenn man die roten oder grünen Beeren allerdings erst mal im Mund hat, ist Genuss ohne Reue garantiert – dann stören allenfalls noch die feinen Härchen, die sich auf der Schale befinden können. Einige Züchter haben das dornige Problem mittlerweile sogar an der Wurzel gepackt und bieten stachellose Stachelbeerpflanzen an… Kann ein Granatapfel explodieren? Kein Sorge, Heldenmut ist nicht nötig, um einen Granatapfel zu essen. Explosiv ist das Obst mit der ledrigen Haut ganz sicher nicht. Und entgegen anders lautender Gerüchte zerbersten die Früchte auch nicht am Strauch, sobald sie überreif sind. „Granatenscharf“ sind sie allerdings in gewisser Weise doch: Denn im Inneren der Frucht befinden sich unzählige, tiefrote Samenkörner, denen ein ausgesprochen hoher Gesundheitswert zugesprochen wird. Der Name setzt sich übrigens aus dem lateinischen Wort „Granum“ für Korn oder Kern zusammen. Und die Verbindung mit dem Apfel ergibt sich einfach aus der Optik: Ein Granatapfel sieht nun mal bisschen so aus wie ein Apfel. Warum bekommen Aprikosen rote Bäckchen? Gelbe Früchte, wie Aprikosen, Nektarinen oder Pfirsiche, verfügen praktischerweise über eine Art eingebauten Sonnenschutz, der sie vor schädlichem UV-Licht schützt. Dieser natürliche Farbstoff – das so genannte Beta-Carotin - ist auch für uns Menschen wichtig und bewahrt unsere Zellen vor schädigenden Umwelteinflüssen. Eigentlich haben Aprikosen im Vergleich zu anderen Obstsorten einen besonders hohen Anteil an Beta-Carotin – doch an extrem heißen Tagen hilft nun mal auch der beste Lichtschutzfaktor nicht. Dann droht ein „Sonnenbrand“ und die Früchte bekommen an jenen Stellen, die der Sonne besonders stark ausgesetzt waren, niedliche, rote Bäckchen.

Foto: Stock.XCHNG

Warum heiSSt die Kiwi Kiwi? Kiwi - so nennen sich eigentlich die Bewohner von Neuseeland. Und so heißt auch eine dort lebende, seltene Vogelart. Weil Neuseeland allerdings zudem eines der wichtigsten Anbauländer der grünen Vitamin C-Bombe ist, haben clevere Werbefachleute diesem Export-Schlager einfach ebenfalls den populären Namen Kiwi verpasst. Mittlerweile wachsen Kiwis übrigens nicht nur am anderen Ende der Welt und in warmen Mittelmeerländern, sondern kommen auch mit dem raueren Klima in heimischen, brandenburgischen Gärten zurecht.

Naschgarten: Obst für alle! Kinder naschen gern. Doch am besten schmeckt das Obst nicht aus dem Supermarkt, sondern aus dem eigenen Garten. Wie wäre es damit, rechtzeitig zur nächsten Erntesaison einen kleinen, individuellen Naschgarten anzulegen? Brombeeren an der Pergola, Erdbeeren im Kübel, Kulturheidelbeeren im Topf, Spalier-Birnen an der Häuserwand – jeder Garten, aber auch jeder Balkon und jede Terrasse bieten vielfältige Möglichkeiten zur Selbstversorgung. Mehr Anregungen unter www.kleingarten-bund.de.


26 | Grünes Wissen

BlattGrün 7/8.2011

Heiliger Rasen Männern ist der Rasen heilig. Wie und womit er gestutzt wird, ist oftmals eine Grundsatzfrage. Elektro- oder Handmäher? Knöchelhoch oder nur ein paar Zentimeter stehen Neue, robuste Rasen-

lassen? Eine kleine Entscheidungshilfe in Sachen Grün

züchtungen machen Männer glücklich: Eine der jüngsten Entwicklungen sind Fertigrasen aus Rohrselten und ausschließlich für Gebrauchsrasen verwand.

Elektro-, Akku- oder Handmäher – wer hat mehr drauf? Elektrorasenmäher werden in Deutschland stückzahlmäßig bei weitem am häufigsten verkauft. Doch kabellose Akkumäher und Handmäher kommen im Garten überall hin und stören auch am Samstagnachmittag keinen Nachbarn. Ein klarer Vorteil, vor allem für kleine Rasenflächen. Aber wie steht es um die Mähergebnisse? Stiftung Warentest hat hat 17 Elektro-, Akku- und Handmäher getestet. Das Ergebnis: Mit Sabo 36-EL SA752 für 400 Euro und Gardena 38 E easyMove für 249 Euro haben sich zwei Elektro­mäher an die Spitze des Testfelds geschoben. Mit 95 Euro viel preiswerter, mit gerade noch „gutem“ Qualitätsurteil empfiehlt sich der AL-KO Classic 3.8. Während die Akku-Sichelmäher im Mittelfeld landen, schaffen die Gardena Spindelmäher 380 und 380 AC (mit Akku) „gute“ Noten. Wer einfach mähen und unnötigen Lärm vermeiden will, sollte sie in die engere Wahl nehmen. Spindelmäher oder Sichelmäher – was ist besser für den Rasen? Sichelmäher schlagen das Gras mit waagerecht rotierenden Schneiden ab. Für einen sauberen Schnitt muss das Messer des Sichelmähers sehr scharf sein. Daher unbedingt einmal im Jahr in einer Fachwerkstatt nachschleifen lassen. Beim Spindelmäher dreht sich eine mit Messern besetzte Walze an einem feststehenden Gegenmesser vorbei. Ähnlich einer Schere wird der Grashalm erfasst und abgeschnitten. Spindelmäher schneiden maximal Grashöhen, die der Hälfte des Spindeldurchmessers entsprechen. Hat die Spindel also einen Durchmesser von 16 Zentimeter, soll-

te das Gras höchstens 8 Zentimeter haben. Am Ende ist die Wahl eine Frage des Rasen: Für einen feinen „Golfrasen“ sollten Sie einen Spindelmäher mit mindestens 6 Spindeln nehmen, die schnell und stets scharf rotieren. Für einen Bolzplatzrasen brauchen Sie einen Sichelrasenmäher. Kniehoch oder stoppelkurz – wie denn nun? 59 Prozent der Gartenbesitzer stutzen den Rasen auf ein paar Zentimeter. 17 Prozent lieben es knöchelhoch, 4 Prozent wollen, dass er nur so wuchert. Wenn man es genau nimmt, sollte man beim Rasenmähen nie den Vegetationspunkt auf etwa halber Höhe des Grashalms entfernen. Dann dauert es nämlich recht lange, bis der Trieb sich erholt. Halten Sie sich besser an die „Ein-Drittel-Regel“: Nie mehr als ein Drittel der Blattmasse abmähen! Mulchmähen oder Fangen? Mulchmähen liefert Nährstoffe – so die einen. Das Schnittgut lässt den Boden nicht atmen, behaupten die anderen. Richtig ist, dass beim Mulchmähen das anfallende Schnittgut nicht im Fangkorb landet, sondern auf der Rasenfläche als „Gründünger“ verbleibt. Es wird dazu zuvor von den rotierenden Messern fein zerhäckselt und rieselt anschließend in die Grasnarbe zurück. Allerdings: Einmal pro Woche muss gemulchmäht werden, damit nicht zu viel Schnittgut anfällt, der den Rasen verfilzt. Und Mulchen funktioniert nur gut in trockenen Perioden. Ist der Rasen feucht, muss der Rasenschnitt aufgefangen werden.

Foto: Deutscher Rollrasen Verband/Aue

schwingel – früher eher


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Gartenmarkt | 27

Ratgeber Gartenrecht

Lagerfeuer im Garten – darf ich das?

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Foto: Stock.XCHNG

rundsätzlich darf man ein Lagerfeuer im Garten entzünden, denn es unterliegt keiner umweltrechtlichen Genehmigungspflicht. Aber: Es darf nicht alles auf dem Lagerfeuer verbrannt werden, was im Garten an Abfällen anfällt. So ist das Verbrennen von Gartenabfällen (Rasen-, frischer Baum- und Strauchschnitt, Laub) seit 1993 in Berlin ganzjährig verboten. Für Lagerfeuer darf nur trockenes Ast-, Spalt- oder Schnittholz verwendet werden, das nicht mit Schutzanstrichen oder Imprägnierungen behandelt wurde, das Verbrennen von Laub ist unzulässig. Beim Abbrennen von Lagerfeuern sind insbesondere dementsprechende forstrechtliche Bestimmungen, privatrechtliche Vorgaben (z. B. Hausordnung, Kleingartenordnung usw.) und die Einhaltung brandschutzrelevanter Bedingungen zu beachten: Jeder, der ein Lagerfeuer entzündet oder betreibt, ist für die Folgen bei einem eventuellen Brandschaden ver antwortlich.

Eine erwachsene Aufsichtsperson muss ständig anwesend sein.

Von dem Lagerfeuer darf keine unmittelbare Brandgefahr für die Umgebung ausgehen. Die Feuerstätte ist gegebenenfalls mit nichtbrennbaren Materialien gegen die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung einzufassen.

Zur Beseitigung einer eventuellen Brandausbreitung sind im Bereich des Lagerfeuers ausreichende und geeignete Löschmittel bzw. Löschgeräte bereitzuhalten. Dies können sein: Eimer mit Wasser, angeschlossene Garten-Wasserschläuche, geeignete Feuerlöscher etc.

 

Bei Beeinträchtigung der Umgebung durch Rauchentwicklung ist das Lagerfeuer zu löschen. Weitere Infos: www.berliner-feuerwehr.de

Pächter: Detlev Nieter Am Fuchsberg 1 12529 Schönefeld (OT Kleinziethen) Tel. 03379-447180 Fax 03379-447181


28 | Gartenmarkt

BlattGrün 7/8.2011

Dies und das

Termine

Grundstücke

Feuerblumen und Klassik Open Air

Pflanze-Erlebnis-Führung

Zum 13. Mal präsentiert der Britzer Garten „Feuerblumen und Klassik Open Air” am Samstag, den 13. August unter dem Motto „Märchenhafte Nacht”.
In romantischer Parkatmosphäre erleben die Besucher die Neue Elbland Philharmonie aus Sachsen mit Meisterwerken der Klassik.
 Die beliebte Veranstaltung war in den letzten Jahren stets ausverkauft – über 12.000 Besucher kamen zur Veranstaltung 2010. Also: Karten schnell sichern! Feuerblumen und Klassik Open Air im Britzer Garten am 13. August 2011
 Beginn Bühnenprogramm: 19.00 Uhr
 Öffentliche Probe: 17.00 Uhr
 Einlass in den Britzer Garten ab 14.00 Uhr nur noch mit gültiger Sonderkonzertkarte. Einlassende/ Kassenschluss: 21.30 Uhr Karten ab 14 €

Eine „Pflanze-Erlebnis-Führung” durch das Naturschutzgebiet im Schöneberger Südgelände bietet Gärtnermeister Olaf Tetzinski. Zu entdecken gibt es die Heilkraft von Wild- und Kulturpflanzen und ihre botanischen Besonderheiten. Termin: 13. August und 3. September S-Bahnhof Priesterweg, 12157 Berlin Start: Haupteingang zum Wasserturm Kosten: 10 € + 1 € Eintritt

Suche Grundstück in Lichterfelde ab 600 m2 bis 200.000 Euro oder Haus mit Garten bis 500.000 Euro nur Lichterfelde! Tel.: 01 73/ 7 46 43 82

Kleinen Hexengarten Zum Anbauen von Gemüse und Obst, entspannen und ausruhen. Nähe Lichtenrade. Pacht bis 400 €. VB 1800 € Chiffre 726539202

Urlaub Ferienwohnungen Mallorca contacto-mallorca bietet auf Mallorca Ferienhäuser und Ferienwohnungen für Urlauber, die dem Massentourismus ausweichen möchten und landestypisches Ambiente suchen. Sie haben die Wahl zwischen Apartments, Fincas, Villen, Stadthäusern und Hotels. Familien mit Kindern sind herzlich willkommen. Tel: 030 - 31803882 www.contacto-mallorca.de

Flohmarkt Gardena Gartenschere Die Gardena Comfort 8792-30 Gartenschere ist eine besonders komfortable und ergonomische Gartenschere. Sie besitzt einen extra schmalen Schneidkopf, der einen ganz präzisen Schnitt von Reben, Blumen, jungen Trieben und frischem Holz erlaubt. Dank der variablen Öffnungsweite der Griffe ist die Gartenschere vielseitig einsetzbar. 25 Jahre Garantie, VB 20 Euro Tel.: 0144-888777666

Akku Strauch- und Grasscheren Set Isio von Bosch. Die Akku Strauch- und Grasschere von Bosch ist besonders leicht und kompakt bei einer noch stärkeren Leistung. Damit schneidet die Gras- und Strauchschere mühelos Büsche, kleinblättrige Hecken und Rasenkanten. VB 50 Euro Tel.: 030-2222333334444

Riesiger Toro Kommunal Rasenmäher 137 cm Mähbreite, Mulchmähwerk 3 Messer, hydraulisch verstellbar, 22 PS Kohler V-Twin Motor, Hydrostatischer Fahrantrieb. Neupreis ca. 9000 Euro Tel.: 0044-9283856574

Garten christlicher Kultur Bisher waren die „Gärten der Welt” im Erholungspark Marzahn vor allem wegen der orientalischen Gärten bekannt. Nun wurden sie durch einen neuen Garten erweitert. Sein Thema ist die christliche Kultur sein. Hierbei wird die Urform des Klostergartens in eine moderne Symbol-, Zeichen- und Formsprache übersetzt und es entsteht ein quadratischer Garten, der sich auf besondere Weise in die natürlichen Gegebenheiten einpasst. Gärten der Welt
im Erholungspark Marzahn
 Eisenacher Str. 99, 12685 Berlin Geöffnet täglich 9 – 20 Uhr Eintritt: 3 €/1,50 €

Wasserspaß für Kids Sommerwetter und Wasserspass auf der ganzen Linie können Kinder in der Wasserwerkstatt vom Wassermuseum erleben. Es gibt eine Wasserbaustelle, eine Erfinderwerkstatt, Schwammwerfen, Müllangeln, eine Händewaschmaschiene, Taströhren, eine Archimedische Schraube und natürlich jede Menge Wasser zum planschen, spritzen und duschen. Wasserwerkstatt in der Gartenarbeitsschule Berlin-Wilmersdorf Dillenburger Str. 57, 14999 Berlin 23. Juli, 6. und 20. August ab 13 Uhr Eintritt: 3,50 €, Kinder/Erwachsene 3 €

Kafka in Grün „Kafka in Grün – ein Spaziergang der besonderen Art!” Besuchen sie die Originalschauplätze aus Kafkas Leben in Steglitz und erfahren, warum der Schriftsteller so gerne in dem damals noch halbländlichen Bezirk gelebt hat. Termine: 14. August, 18. September von 15 – 17 Uhr Start: Garten der Schwartzschen Villa Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin Anmeldung unter 030 – 7 87 48 29

Nacht des Gartens Am 27. August ab 14.00 Uhr feiern die Potsdamer Gartengestalter um Chef Jens Biewendt die „Nacht des Gartens”. Auf dem Betriebshof 2 in Geltow erwarten Sie Vorträge und Gespräche zu den Themen „Feuer und Wasser - Pflanzen und Licht im Garten”. Für das leibliche Wohl sorgen Bärbel und Ralf Weißmann vom Gasthof zur Linde aus Wildenbruch. Das Fest mit Lichtshow, Band und Musik vom Plattenteller darf bis in die späte Nacht andauern. Auch für die Kleinen ist gesorgt. Der Kinderklub hat von 14.00 bis 23.00 Uhr hat viele Überraschungen vorbereitet. „Nacht des Gartens” der Potsdamer Gartengestaltung Am Pappeltor 2, 14548 Schwielowsee am 27. August ab 14 Uhr Anmeldestop: 15. Juli 2011 unter Tel.: 0 33 27/5 81 00
 Unkostenbeitrag: 35 € pro Person, 20 € für Kinder bis 12 Jahre


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30 | Marudes Gartenabenteuer

BlattGrün 7/8.2011

Marudes Plan Mondscheinkompost: Wie ich ein neues Universum entdeckte

n meinem Garten stehen fünf Eichen, ein Walnussbaum und eine Buche. Die beiden letzten Bäume habe ich aus Protest gepflanzt, weil die meisten Neubürger in unserem Berliner Speckgürtelort erstmal alle Bäume fällen und dafür Rasen sähen. Die kriegen jetzt garantiert alle auf ihrem Feld einen Sonnenbrand. Nur ich kann mich mit vornehmer Blässe schmücken, denn bei mir, da wächst mittlerweile ein Wald. Mein Engagement für die Bäume ist nicht nur für die Gesundheit löblich (weiß man ja, dass jeder Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko steigen lässt). Ich tue damit auch etwas, um den Klimawandel aufzuhalten. Gerade im Sommer, wegen des Ozonlochs und so. Im Herbst allerdings rächt sich mein Hochmut, da hab ich den Salat. Oder genauer gesagt, das Laub. Berge von Eichenund Walnusslaub. Ein ganzes Laubgebirge türmt sich jedes Jahr im Garten auf. Mein Mann und ich haben deshalb vor fünf Jahren einen Kompostplatz für Blätter gebaut. Der Haufen nimmt inzwischen ein gefühltes Viertel des Gartens ein. Wen wundert´s, dass mich Laub bis in den Schlaf verfolgt. Ich träume von Laubbergen, die wachsen und wachsen. Die begraben das Haus unter sich. Dem musste ich entschieden entgegen treten. Bewaffnet mit einem Spaten und einem großen Sieb fand ich mich also eines Tages um drei Uhr morgens auf meinem Kompost wieder. Dunkel war’s, der Mond schien helle. Ich schaufelte, siebte und schwitzte. Mein innerer Schweinhund fragte: „Marude, was tust du hier mitten in der Nacht?“ „Was Gutes“, antwortete ich. Laubkompost ist schließlich der beste Dünger, der sich denken lässt. Da ist alles drin, was die Bäume dem Boden an Nährstoffen entzogen haben. Den gesiebten Kompost verteile ich später in den Beeten.

Plötzlich blitzte in der Dunkelheit etwas Weißes neben dem Spaten auf. Ich sah näher hin. Und war der Ohnmacht nah: Dick, weiß und so groß wie mein Handteller, absolut ekelig – lag da eine 12 Zentimeter lange Larve und glotze mich wie ein Außerirdischer an, äh wie ein Innerirdischer. Daneben noch eine – und noch eine Schicht tiefer – wieder eine. Ich arbeitete mich in den nächsten zwei Stunde in ein unbekanntes Universum vor, vom Quartär meines Haufens zum Jura und dann zum Perm. Die weißen Riesenviecher bettete ich vorsichtig um, bis ich auf den ersten zusammengefalteten Käfer stieß. Ebenfalls riesig, für einen Käfer jedenfalls. Die Beine angewinkelt, lag er da auf dem Rücken und tat tot. Wer jetzt glaubt, zu wissen, was da in meinem Kompost wohnt, liegt wahrscheinlich ebenso falsch wie ich. Nein, es sind keine Maikäfer und ihre Engerlinge. Maikäfer wohnen nicht im Komposthaufen, nie. Sie mögen das Milieu nicht. Ich weiß das, weil ich später das Internet befragt habe. Es ist der Nashornkäfer, mit einer Länge von vier Zentimetern einer der größten Käfer Mitteleuropas, Mitglied der Familie der Blatthornkäfer. Er steht unter Naturschutz. Die Männchen tragen ein auffälliges Horn am Kopf. Die Larven brauchen 3 bis 5 Jahre um zum Käfer heranzuwachsen, sie leben von vermoderndem Eichenholz und richten keinen Schaden an. Der Käfer selbst lebt nur ein paar Monate. Ich sag’s ja immer, Gartenarbeit hält gesund und bildet. Die ausgesiebten Engerlinge habe ich übrigens auf den Kompostplatz zurückgetan und wieder zugedeckt. Mit Buchenlaub. Meine Buche verliert nämlich erst im nächsten Mai ihre Blätter.

Illustration: Mara Kaemmel

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