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Sonntag 13. Mai 2018

Milan

Zeitung für den Jugendpressefrühling 2018

Preis: kostenlos

Er ist immer auf der Suche. Er kommt viel herum, und er hat einen scharfen Blick. Der Milan. All diese Eigenschaften treffen aber nicht nur auf den Greif- und Zugvogel zu, sondern auch auf uns, als Journalisten. Wir präsentieren unsere Zeitung: Milan.

Ole Wahls

Let's fetz!

Es ist soweit: Das Live-TV-Studio öffnet seine Pforten. Das Publikum strömt in das chillige Wohnzimmer der „Marienstraße“. Plakate von Filmklassikern hängen an der Wand und Kraftklub steht im Regal und liegt im Ohr. Während die Besetzung der Technikkabine zu „Chemie Chemie Ya“ abgeht, wird das Publikum ordentlich in Stimmung gebracht. Klatschen, Stampfen, Pfiffe; und schließlich wird die gänzlich improvisierte Show unter frenetischem Applaus eröffnet. Kaum aus dem Urlaub zurück kommt es zum

Streit zwischen den beiden WGlerinnen Anna und Jojo: Die Wohnung ist unaufgeräumt, die nicht abgesprochene Houseparty startet gleich. Ein Spielmacher aus dem Off mischt kräftig mit, und als die ersten Partygäste erscheinen nimmt das Chaos seinen Lauf. Auf Anweisung des Spielmachers gibt Gast Jana bellend die Verrückte zum Besten, Anna trauert ihrer Urlaubsaffäre hinterher und der multitalentierte Surflehrer Peer flutet das Badezimmer. Während der Umbaupause rockt Hauptorganisatorin Janka mit

der Hilfe von Clara, ihrer Ukulele und Countryroad die Bühne, bis die Show mit der zweiten – noch viel spektakuläreren – Hälfte fortgesetzt wird. Der ominöse Nachbar Jonny dreht Schminktutorials, das Bügelbrett dient zum Surfen und die WG wird schließlich um ihre Möbel erleichtert. Die gelungene Show nimmt ihr Ende, als die gesamte Truppe unter Beifall in den Keller des Hauses umzieht. Wie es dort weitergeht? Wer weiß… .

Ole Wahls

.. Wurstchen unterm „Sternenhimmel“ Bei dem Nach-Mitternachtssnack konnten sich die JPFler auf der großen Terrasse zum Mitternachtssnack versammeln. Für die Hot-Dogs bereiteten unsere Teamer rund 300 Brötchen und Würstchen vor. Als

„Topping“ war von Gürkchen bis Senf für jeden was dabei. Die sehr kühle Luft sorgte zwar dafür, dass viele lieber drinnen aßen, dennoch kam von allen Seiten rundum positives Feedback. Auch wenn sich ei-

nige beschwert haben, dass sie so viel kleckerten, war die Stimmung einfach klasse! Alles in allem ein gelungener Abschlussabend für den JPF 2018! Ayan Osman Mohamed und Pauline Alex


Seite Zwei Recht auf freiheit Im Rahmen der Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Präsentation „Presse-R(echt?)“ beiwohnen. Das Presserecht ist wichtig, so viel steht fest. Jeder sollte seine Meinung frei äußern können, sei es in den eigenen vier Wänden oder schriftlich und bildlich in der Öffentlichkeit. Doch wie an dem Beispiel eines inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten in der Türkei eingangs erläutert wurde, ist dies keine Selbstverständlichkeit. Aufbauend auf Artikel 5 des Grundgesetzes definiert sich das Presserecht durch die Landespressegesetze, das

Strafgesetzbuch und den Pressekodex. Doch auch hier gibt es Grenzen und Grauzonen, die es zu beachten gilt. Gerade im Bereich der Bildrechte müssen viele Unterscheidungen und Bedingungen bedacht werden. Sogar für Schülerzeitungen gibt es eine Rechtslage. Wann brauche ich eine Einwilligung? Was gehört ins Impressum? Auf viele Fragen konnten wir Antworten erhalten. Wie in der Auftaktveranstaltung schon angesprochen, ist die Pressefreiheit bedroht. Die Lage in Deutschland mag vergleichsweise gut sein, dennoch bleibt sie ein allgegenwärtiges Thema.

Mariell Brandt

Lisann Jessen

Unser bunter jpf

Wir haben uns beim Mittagessen über LGBTQA+ unterhalten und wurden dann neugierig, ob die Menschen beim JPF gut über das Thema informiert und wie tolerant sie sind. Vielleicht ist die Abkürzung LGBT bekannter, es läuft aber letztlich auf dasselbe hinaus: Gleichheit. LGBTQA+ steht für alle sexuellen und romantischen Orientierungen, außer Heterosexualität. Zudem unterstützt die Gemeinschaft alle Menschen mit einer anderen Geschlechtsorientierung mit Ausnahme der Natürlichen. Dafür haben wir eine Umfrage gestartet, woran zu unserer Freude 53 Leute teilgenommen haben. Über die Hälfte der Teilnehmer wusste schon über das Thema Bescheid und wir fanden viele offene Menschen unter diesen. Auch wenn wir einen Nicht-Unterstützer in unseren Reihen haben, kann von allen Seiten mit Zuspruch gerechnet werden.

Danke an euch! Katrin Ehlers und Pauline Alex

Anna, Teamerin Foto-Redaktion: Dem Nicht-Unterstützer werde ich persönlich das heiße Wasser abdrehen.


Seite Drei Tipp des Tages Wenn man nicht weiß, wohin man will, dann ist das auch okay. – Bätz

Empfehlung des Tages Serie: „Fargo“ – Nach einer wahren Begebenheit

Vogelgezwitscher Man munkelt, dass ... ... Pauline einfach, ohne Bescheid zusagen, starb. ... die Filmredaktion für alle Stromausfälle verantwortlich ist. ... die Radioredaktion über Leichen geht. ... Lars leuchtet.

Weißer Schnee. Rotes Blut. Ein einzigartiges Verbrechen. Die Serie Fargo nimmt sich den gleichnamigen Film der Cohen-Brüder als Vorbild und kreiert eine abgedrehte Geschichte, angesiedelt im kalten Norden Amerikas. Aberwitzige Figuren werden unbeabsichtigt zu Mördern oder Helden und verstricken sich mit jedem Schritt weiter ins Chaos. Wer gerne Filme und Serien mit einer unkonventionellen Geschichte und viel schwarzem Humor schaut, kommt ganz auf seine Kosten. Auch Cineasten - für die die Bildkomposition, Farbkombination und der Musikeinsatz eine große Rolle spielen - kommen um Fargo nicht herum. Wer sich jetzt noch nicht angesprochen fühlt: Martin Freeman und Billy Bob Thornton besetzen die Hauptrollen der ersten Staffel.

Ole Wahls

Zitate des Tages „Willkommen in Deutschland, wir sind das Land der Döner!“ – Pauline „Hier drin riecht es nach Halloween-Maske.“ – Felix

Horoskope Ayan, Katrin, Pauline

sinus (September)

Bei dir geht es mal bergauf und mal bergab. Jedoch folgt auf jedes Tief immer ein Hoch! Dein JPF: Dein Tag wird toll! Außer du musst einen Blitz ableiten, dann erwarte negative Ergebnisse.

loki (oktober)

Du bist meist sehr chaotisch, aber sehr liebenswert. Kleine Missgeschicke vergibt man dir schnell. Dein JPF: Dein kreatives Chaos ist ansteckend. Du bringst die Arbeit in deiner Redaktion gut voran.

gollum (November)

Du schützt alles was du hast und kannst dich nur schwer von Dingen trennen. Dein JPF: Wenn du dich auf die Suche machst, kannst du einen wertvollen Schatz finden! Aber pass auf, dass dir niemand deinen Schatz streitig macht.

weihnachtsmann (dezember)

Dich muss man einfach gern haben. Du bist weise und stehst mit Rat und Tat zur Seite. Du bist ein Geschenk für deine Redaktion - alle arbeiten gerne mit dir. Dein JPF: Du wirst viele leckere Kekse essen und ebenso vielen Menschen helfen.


Seite vier Journalismus? Nicht ohne Leidenschaft! „Wir sehen uns als erfolgreichste Journalistenschule Deutschlands“, sagt Rudolf Porsch über die Axel Springer Akademie, deren stellvertretender Direktor er ist. In unserem Interview äußerte er sich zu unseren Fragen über Journalismus und Medien. Um an besagter Akademie erfolgreich zu sein, müsse ein angehender Journalist selbstbewusst, mutig und unabhängig sein. Des Weiteren betont Porsch bezüglich des Berufsfeldes Journalismus, dass die Leidenschaft dabei unabdinglich sei. Nachdem sich das Gespräch in Richtung des Themas „BILD“-Zeitschrift entwickelt hat, führt er uns auch gleich eine Kostprobe dieser Leidenschaft vor. „Schau‘s dir an!“ – „Schau‘s dir an!“, appelliert er impulsiv, als er auf ein Bild von toten Flüchtlingen in einem Lastwagen, das die „BILD“

veröffentlicht hatte, zu sprechen kommt. Political Correctness werde in bestimmten Fällen zu ernst genommen. Der überzeugte Journalist sagt darüber, dass es nicht nur legitim sei, sondern sogar nötig, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Unabhängig davon müsse natürlich darauf geachtet werden, dass die Würde der Toten nicht verletzt werde. Porsch kristallisiert als eine entscheidende Gefährdung durch Fake News heraus, dass oft gesagte Dinge den Menschen eher im Kopf bleiben. Gerade durch die Reichweite von Social Media werde dieser Effekt gestärkt. Nichtsdestotrotz seien im Rahmen von Social Media sogenannte Crosstests möglich, bei denen in der Community die Plausibilität von Informationen überprüft werden könne.

Jonas Brockmann und Leander Heblich Foto: Tim Eckert

„Ich habe auch Sticker dabei“ Am Nachmittag besuchte uns der Hamburger Musiker und Soziologe Bätz. Er sprach sehr offen mit uns und hatte viel zu berichten. Gerade ist er 30 Jahre alt geworden, schon „sehr, sehr alt“. Bätz meint, sein Leben neige sich nun langsam dem Ende zu. Zur Musik ist er durch seine Familie gekommen. Seine Eltern machen Musik, seine älteren Schwestern ebenso. Gitarre hat er sich selber beigebracht. Seine Vorbilder sind Menschen, die mit 30 noch von jungen Menschen geduzt werden - und Olli Schulz. Vor eineinhalb Jahren fing Bätz mit eigener Musik an. Er kümmert sich um alles und schreibt seine Texte selber. Bätz singt auf Deutsch, da er sich in dieser Sprache am besten ausdrücken könne. Abschließend sang er zwei seiner Lieder für uns. Er spielte nicht seinen größten Hit, denn leider habe er keinen, so seine Aussage. Bätz motivierte uns zum gemeinsamen Singen und rät allen Musikern, sich auf der Bühne von vielen Menschen zurufen zu lassen, sie seien „so mittel“. Zum Schluss gab es die versprochenen Sticker „Alles gut ist auch scheiße“ oder alternativ für alle Nicht-Fans „Bätz ist auch scheiße“.

Katrin Ehlers

Nora Solcher


.. Seite funf Multitalent und Multimedia

Psychologie und Journalismus. Eine seltene Mischung, welche aber auch einzigartige Einblicke in die Presse ermöglicht. Melanie Stein arbeitet hauptsächlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, aber moderiert auch Veranstaltungen, wie die re:publica, die größte Konferenz zur Digitalisierung und Gesellschaft in Europa, oder die Social Media Week Hamburg. Dabei sorgt sie für einen Teil der Themen und Beiträge in den Nachrichten. In

der Zukunft werden, nach Stein, für Journalisten die Fähigkeiten in Moderation und Technik bedeutender, da die Medienarbeit u.a. auch soziale Netzwerke einbindet, wie Facebook, in denen oft zu den Beiträgen kommentiert wird. Diese werden dann auch von Journalisten bzw. dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen bearbeitet und moderiert, wobei es hauptsächlich um die Filterung von rechtsverletzenden Kommentaren geht.

Tim Eckert

Irgendwann möchte Melanie Stein ein alternatives Konzept zu Talk-Shows entwickeln, welches sowohl das Konzept von Pro und Kontra aufbrechen, als auch den Zuschauer mehr bilden soll. Angehenden Journalisten gibt sie folgende Tipps mit: Brennt für die Themen, die euch wichtig sind, setzt euch tiefgreifend mit deren Inhalten auseinander und zögert nicht, Autoritäten anzuzweifeln. Gerolf Vent

.. „TUren gehen auf und man muss durchgehen, anstatt sie zuknallen zu lassen!“

Lisann Jessen

Christian Wermke war früher selber Teili auf dem Jugendpressefrühling. Heute schreibt er für das Handelsblatt. In dem gut einstündigen Interview gewährte er uns tiefe Einblicke in seinen Weg von der Schülerzeitung 08/15 bis zum Berufsjournalisten. Besonders prägend waren die Zeit beim Quickborner Tagesblatt, und die Münchener Journalistenschule. Doch auf keine noch so kleine Erkenntnis in all den Jahren sei zu verzichten gewesen: „So klein wie möglich anfangen, so viel wie möglich Erfahrung sammeln“ war die Devise. In diesem Zusammenhang gab er uns auch den Ratschlag mit auf den Weg jede Chance beim Schopf zu ergreifen; lieber einmal zu viel nerven als vergessen werden. Netzwerke seien unabdinglich als Journalist.

Ole Wahls

JPF Zeitung 2018 Sonntag  

Die Print-Zeitung der Schreibwerkstatt vom Jugendpressefrühling 2018. Ausgabe: Sonntag

JPF Zeitung 2018 Sonntag  

Die Print-Zeitung der Schreibwerkstatt vom Jugendpressefrühling 2018. Ausgabe: Sonntag

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