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Ausgabe 9 (Februar '09) www.noirmag.de

SO EIN

FREAK! Sport

Porträt

Querbeet

Verrückte Briten rollen einem Käselaib hinterher

Unterwegs mit einem jungen Graffiti-Sprayer

Klausurenphase: Dr. Motte versus Justus Jonas


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~ Editorial ~

HEREINSPAZIERT!

Gefährliche Nachbarn: Von Amerikanern und ihren Waffen handelt der Text auf Seite 18

Inhalt – Noir 9

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wei Jahre Noir. Zwei Jahre, in denen uns zwar der Traum vom vierfarbigen Heft noch nicht erfüllt wurde, dafür viele andere: zum Beispiel ein immer größer werdendes Redaktionsteam und ein sich stetig verbessernder Arbeitsablauf. Zwei Jahre, um die Menschen hinter dem Projekt immer besser kennen zu lernen. Doch was macht Noir aus? Eine berechtige Frage nach zwei Jahren Existenz. Jede Ausgabe, jede Zeile, jeder Buchstabe kostet Nerven. Dass diese Nerven sinnvoll investiert sind, steht außer Frage und wird relativiert mit jeder druckfrischen Ausgabe, die wir in den Händen halten. Ab dieser Ausgabe kostet Noir auch Andreas Spengler den ein oder anderen Nerv: Andreas hat es als Autor so gut bei Noir gefallen, dass er nun in der Chefredaktion mitmischt, wo er seine Stärke in der Überarbeitung von Texten bestens ausleben kann. Mit dieser Personalaufstockung können wir unsere Autoren noch besser betreuen. Und das macht Noir aus: Wir legen viel Wert darauf, die Texte gemeinsam mit den Autoren zu überarbeiten und ihnen ein Feedback zu geben, an dem sie wachsen können. Mittlerweile ist Noir ein Teenager. Ein Teenager mitten in der Pubertät, der manchmal rumzickt und nicht so will wie seine Erziehungsberechtigten. Die Erziehungsberechtigen sind trotzdem stolz auf ihren Schützling. Er ist groß geworden.

Fotos: Stefanie Hofschlaeger / PIXELIO (groß); Helga Ulbing / PIXELIO (klein)

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Lifestyle. Reality-TV

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Kultur. Party auf der Bühne

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Thema. Freak sein

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Thema. Religiöse Vielfalt

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Thema. Lehrers Liebling

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Porträt. Graffiti-Sprayer

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Reportage. Türkisches Leben

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Wissen. Zucker ohne Kalorien

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Reise. Kapstadt verzaubert

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Sport. Matschige Angelegenheit

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Intern. Wer hinter Noir steckt

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Politik. Schusssicher?

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Politik. Mirkofinanzwesen

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Querbeet. Techno vs. Hörspiel

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Editorial Impressum

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L ifesty le ~ K ult ur ~ Ti te lth e ma ~ Po r tr ät ~ Reportage ~ W i s s en ~ Reise ~ S p o rt ~ N o i r- I n t e rn ~ Po l i t i k ~ Querbeet

REAL LIFE UND DAS ECHTE LEBEN Um Quoten zu erreichen, muss die Sendung gut sein. Das bedeutet manchmal: besser als die Realität. Die privaten Fernsehsender haben das längst begriffen

Wenn die Fernsehquote alles entscheidet, bricht die Fiktion der Realität schnell das Genick.

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eal Life ist in. Den Trend hat jeder TV-Sender erkannt, allen voran die privaten. Von Peter Zwegert, dem Schuldenberater, natürlich staatlich geprüft, bis hin zu „Bauer sucht Frau“ wird jede Art des Lebens und Zusammenlebens durch mindestens eine Sendung abgedeckt. Die Sender, die keine Auswanderer-Reportage im Programm bieten, sind von vornherein nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Als „Blödsinn, widerwärtig“ und „nicht zu ertragen“ beschreibt Marcel Reich-Ranitzki die Situation im deutschen Fernsehen. Ganz so schlimm mag es vielleicht doch nicht sein, zumal nicht jeder gerne Arte in seiner Freizeit sieht. Die Zuschauerzahlen bestätigen das. Quoten sind ohnehin wichtig. „Ohne Quoten geht einfach nichts“, sagte Nikolaus Brender, Chefredakteur des ZDF auf den Jugendmedientagen 2008 in Mainz. Um Quoten zu erreichen, muss die Sendung gut sein. Besser als die der Konkurrenz und oftmals besser als die Realität selbst. Die Folge: Es wird gefaked. Das beginnt bereits, wenn Tine Wittler, Wohnexpertin bei RTL, an der Haustüre klingelt und die überraschte Familie, die natürlich vollzählig in der Tür steht, schon die richtigen Mikrophone angesteckt hat. Als irrelevante Nebensache wird dies von den Sendern selbst abgetan, schließ-

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lich wird die eigentliche Botschaft der Sendung nicht wesentlich beeinflusst. Seltsam jedoch, wenn in einer Überraschungssendung alle vorher Bescheid wissen. „Bauer sucht Frau“ ist spätestens seit dem Bildzeitungsartikel vom 1. Dezember enttarnt. Der Bild-Zeitung wurde ein firmeninterner Vertrag zwischen der Produktionsfirma und den Frauen aus der Sendung vorgelegt.

Traumbauer wird den Kandidatinnen zugeteilt Während es in der Sendung so scheint, als könnten die Frauen selbst den Bauern ihrer Träume auswählen, haben sie zwar in der Realität die Möglichkeit Wünsche zu äußern, werden dann aber fest zugeteilt. Die 26-jährige Bianca wollte eigentlich zu Bauer Andi. Leider war dieser schon völlig ausgebucht, und Bianca wurde Bauer Markus zugeteilt. Den mochte sie allerdings gar nicht. Kandidatin Silke hatte sich zwar für Bauer Markus beworben, war nach dem ersten Treffen jedoch äußerst abgeneigt.

Doch auch hier schreibt der Vertrag feste Regeln vor: Unter drei Tagen geht keiner. So kam es dann, wie es kommen musste. Silke blieb bei Markus und spielte der Kamera Gefühle vor. Doch als die Regisseurin beim gemeinsamen Tanz einen romantischen Kuss forderte, „war Schluss“, so Silke gegenüber der Bild. Doch der übermütige Markus war nicht mehr zu stoppen und hatte seine Lippen schon auf ihre gepresst. „Nicht zu beschweren“ habe sich Silke, meint die Regiesseurin, schließlich kassiere sie 150 Euro pro Tag, beim Scheunenfest sogar 250 Euro. Wer das noch als Kleinigkeiten ansieht, sollte Bauer Bernhard und seine Liebste Beate genauer unter die Lupe nehmen. Nicht nur, dass sich die zwei zwar im Fernsehen getrennt haben, hinter der Kamera aber eigentlich zusammenziehen, sondern auch die Tatsache, dass Bernhard eigentlich gar kein Bauer ist. Er vermietet landwirtschaftliche Fahrzeuge und ist Großhändler für Heu. Die Rinder, die in der Sendung immer wieder gezeigt werden, sind „nur noch der Rest von der Landwirtschaft.“ Quoten erzielen kann nicht jeder, und es mag auch eine Herausforderung sein. Wer faked, hat es einfacher. Dem Zuschauer etwas vortäuschen, was es in Realität nicht gibt – den Trend hat jeder TV-Sender erkannt. Sebastian Czub

Foto: Chris D / jugendfotos.de


L if es ty le ~ Kult ur ~ Ti te lth e ma ~ Po r tr ät ~ Reportage ~ W i s s en ~ Reise ~ S p o rt ~ N o i r- I n t e rn ~ Po l i t i k ~ Querbeet

VOM LEHRER ZUM MANAGER Eines hat der deutschen Literaturszene in den letzten Jahren gefehlt: frischer, jugendlicher Witz und Ton. Jetzt ist beides da. Ein 23-jähriger Autor wirbelt die Szene auf

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obert Beck befindet sich in seiner Midlifecrisis. Hinter ihm liegt eine gescheiterte Musikerkarriere, nun ist er liebloser Deutsch- und Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium. Viele schnell zer-

brochene Liebesaffären hat Beck erlebt, doch von der wahren Liebe keinen blassen Schimmer. Jetzt kann sich alles ändern: In Becks elfter Klasse ist ihm der Außenseiter Rauli Kantas aus Litauen aufgefallen. Der 17-jährige hat ein unglaubliches Talent: Er spielt besser Gitarre als Jimi Hendrix! Beck erblickt seine große Chance: Er will Raulis Manager werden und ihn – und sich selbst – zum Star machen. Doch ganz so einfach ist das nicht, da der Litauer so manches Geheimnis mit sich trägt. Zur gleichen Zeit scheint sich Becks Leben auch privat zu bessern: Er trifft auf die Kellnerin Lara, mit der er das erste Mal so richtig glücklich wird. Bei einer Reise mit Rauli und dem alten Freund Charlie in die Türkei erkennt Beck wie auch die anderen,

dass es wichtig ist, sich selbst zu finden und sein Leben zu gestalten, so dass man stets von Erinnerungen zehren kann. Frisch, leicht und locker erzählt der junge Benedict Wells die Geschichte von Becks letztem Sommer. Oft mit einem witzigen Ton, der herzhaftes Lachen garantiert. Dennoch fehlt dem Roman nicht die Ernsthaftigkeit: Lebensphilosophische Tipps werden gekonnt eingeflochten und regen zum Nachdenken an. Hier hat es ein Talent geschafft, die Literaturszene zu erobern. Hoffentlich liest man noch einige Jahre solch gute Romane von ihm! (Wells, Benedict: Becks letzter Sommer. Diogenes Verlag, September 2008) Elisabeth Böker

Hö renswert

Do you Want to Party With the Bonaparte? Wie? Ein längst verstorbener französischer Kaiser macht Musik? Falsch gedacht! Bonaparte sind alles andere als verstorben. Die rund 20 Jungs und Mädels um den Schweizer Tobias Jundt fangen gerade erst an, richtig durchzustarten. Circa 20 Mitglieder – ziemlich viel für eine Band möchte man meinen, doch gerade diese eher unübliche Anzahl an Bandmitgliedern macht Bonaparte zu dem, was sie wirklich sind: eine international gemischte Trash-Elektro-Punk-Gruppe mit Musikern, Tänzern, Fotografen und Selbstdarstellern, die, so Tobias Jundt, „alle eigentlich nur darauf hinarbeiten zusammen zukommen, auf der Bühne zu stehen und einfach zu explodieren.“ Musikalisch gesehen hat jedoch Tobias Jundt das Sagen. „Ich bin der Diktator“, sagt Jundt. Oder anders ausgedrückt: Tobias bestimmt, wie die Musik gespielt wird, und der Rest trägt seinen nicht unwichtigen Teil dazu bei. „Ohne die anderen wäre ich nichts“, gibt Tobias zu. Dabei darf sich der Zuschauer bei Bonaparte nicht wundern, wenn auf einmal ein singender Panda, ein Matrose, ein Vampir und eine Ziege die Bühne rocken und man sich vorkommt wie im Zirkus. Denn genauso verrückt, wie sich

Fotos: Diogenes Verlag (oben); Bonaparte (unten)

das ganze anhört, ist es auch, und dementsprechend lustig und abgedreht ist die fast komplett improvisierte Performance der Truppe. Wie ein Zirkus – genau so hören sich Bonaparte an. Alles, um das es geht, ist eine riesige Party zu feiern. Bei jedem Konzert sind andere Akteure auf der Bühne, was Langeweile gar nicht erst aufkommen lässt. Außerdem gibt es die Jungs und Mädels nicht nur auf der Bühne zu sehen, sondern auch seit September des vergangenen Jahres auf ihrem Release-Album „Too much“ zu hören. Ein zweites Album ist bereits in Planung. Auf der Scheibe „Too much“ versprühen sie mit dem über zwei Jahre gesammelten Material die Philosophie des Hedonismus, welche die Lust als höchstes Gut und Bedingung für Glückseligkeit und gutes Leben ansieht. Diese Denkweise spiegelt sich auch oft in den Texten wider, wie zum Beispiel „You know Tolstoi but I know Playboy, you know politics but I know party chicks, you know baudelaire, I like your

hair, do you speak japanese? ... You know too much, too much, too much, too much, too much.” Die Musik macht einfach Spaß, gute Laune und regt sofort zum Tanzen an, ganz egal wie es aussieht. So heißt es in einem Lied: „I can do it if I like but everybody says I can't dance.“ Aber eventuell liegt das Problem auch einfach daran: „Can I dance something you can play to?“ Fazit: Bonaparte sind immer für eine Überraschung gut! Ihre Musik ist ein Muss für alle Indie-Fans und jeden, der Lust auf Party hat. Florian Carl

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FRÖNT DEN FREAKS Als Bastian Boger klein war, muss er sich gedacht haben: „Sei kein Frosch, sei ein Freak!“. Was auch immer seine Gedanken waren, in ein Muster passt er nicht. Dafür denkt er zu quer und lacht zu schräg

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in erstes Anzeichen mag seine frühe Vorliebe gewesen sein, Babyweinbergschnecken aufzuziehen. Heute ist Basti 20 Jahre alt und das, was man als alternativ bezeichnen könnte. Seine Dreads sind zusammengebunden, und in den Taschen seines Parkas hat er das Nötigste immer bei sich. „Freaks interessieren sich für Dinge, für die sich andere nicht interessieren“, startet Basti einen Definitionsversuch, der auch ihn und seine Bandkollegen zu Freaks erklärt. Ihre ungewöhnliche Leidenschaft ist die Mittelaltermusik. Es ist Mittwochabend, und „Cantus Levitas“ hat gerade aufgehört zu proben. Eine gute Gelegenheit, um mit ihnen über ihre Musik und das Anderssein zu reden. Im Proberaum springt mir ein merkwürdiges Stück Bühnendeko ins Auge: zwei zusammengeklebte Holzstäbe mit einem Stierkopf in der Mitte und einem Trinkhorn. Kilian, 20 und Dudelsackpfeifer, springt hinter den Stierkopf, legt den Kopf schief wie ein Hund, hüpft auf und ab und klappert dabei mit den Zähnen. Doch warum machen „Cantus Levitas“ Mittelaltermusik und nicht wie andere Jungs Rockmusik oder bösen

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Sprechgesang? „Als ich klein war, habe ich am liebsten mit Ritterlego gespielt“, meint Dudelsackpfeifer Kilian. So einfach ist das. Basti taucht mit einem Holzstück auf, das einer kleinwüchsigen Geige ähnelt. „Das ist eine Rebec, ein mittelalterliches Instrument aus einem einzigen Holzstück“, erklärt er. Man darf nicht kleben oder schrauben, nur schnitzen. Und das tut Basti seit letztem Monat, als er zum

ersten Mal auf einen Entwurf der mittelalterlichen Geige gestoßen ist. In der Band spielt er „Landsknechtbass“, wie er seine Trommel liebevoll nennt. Was fasziniert die Musiker denn so am Mittelalter? „Da war das Leben noch unkompliziert. Man konnte ohne Auflagen in den Fußgängerzonen spielen“, meinen sie. Aber auch heute ist Straßenmusik nicht unmöglich. Und so kann es passieren, dass einem nichtsahnenden Passanten mitten in der Stadt Klänge von "Cantus Levitas" entgegenschallen. Wer dann seinen Ohren folgt, wird Zeuge eines Spektakels. Sven, 20, pumpt unter großer Anstrengung und mit gerunzelter Stirn Luft in seinen Dudelsack, bis bald die ganze Band einstimmt. Ihre Musik ist alles andere als schüchtern und in erster Linie laut. Mönchskutte, Jonglieren und Feuerspucken sind Teil ihres AlleskönnerProgramms. In ihren selbstgemachten Kostümen scheinen sie wie verwandelt. „Als Freak sehe ich es als meine Aufgabe, zu unterhalten“, meint Kilian. Das gelingt ihnen. Die Auftritte der Band bugsieren das Publikum in eine längst vergangen

Illustration: Simon Staib


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geglaubte Welt: ins magische Mittelalter. Letzten Herbst tourten „Cantus Levitas“ durch die Straßen Europas. In Straßburg spielten sie vor dem Münster vor 300 Neugierigen. „Da war eine Gruppe Hip-Hopper, die haben auf einmal ihren Ghettoblaster ausgeschaltet und zu unserer Musik getanzt.“ Die Erinnerung bringt Basti zum Lachen. Sven erinnert sich an eine türkische Familie, die sie mit ihrer Musik in der Heilbronner Fußgängerzone zum Tanzen brachten, oder eine ältere Dame, die ihnen eine Rose zuwarf. „Zum Glück geraten

re austobst“, findet Sven. Basti nickt, er schreibt als Laie Lieder auf Latein und hat sich schon im Schwertkampf ausprobiert: „Das Freaksein lässt sich nicht auf eine bestimmte Eigenart eingrenzen. Es dominiert das ganze Leben.“ Sarah ist 16 und in einer Gruppe, die das Freaksein schon im Name vorsieht. Sarah ist ein Jesus Freak und das von ganzem Herzen: „Wir sind verknallt in Jesus!“ Mit zwölf Jahren fing sie an, die Jesus Freaks regelmäßig zu besuchen. Heute ist sie 16 und hat nichts an Begeisterung verloren. In einem Alter, in dem anderen

Platz im Leben gefunden zu haben. Dabei handelt es sich beim Glauben um einen ständigen Prozess der Suche. „Es geht darum, eine selbstständige Beziehung zu Jesus zu finden. Das ist ein Auf und Ab“. Freak, meint sie, könne man auch noch in hohem Alter werden. Sie habe keine Kinderkirchen-Karriere absolviert. „Meine Eltern haben mich nicht besonders religiös aufgezogen. Zu den Jesus Freaks bin ich einfach aus Neugierde geraten.“ Die Jesus Freaks halten nicht viel auf Konventionen und die spießige Sonntagskirche. Ihnen sei es wichtig, ihren Glauben

wir andauernd in solche Situationen. Man lernt als Freak ganz unterschiedliche Menschen kennen und hat mehr vom Leben“, freut sich Kilian. Bis die Band in ihre Rolle geschlüpft war, mussten sie einige Beklemmungen abwerfen. Der erste Auftritt in MittelalterMontur ließ das Adrenalin rauschen. Es dauerte aber nicht lang, bis die Mitglieder ihre Narrenfreiheit als Vorteil erkannten: „Wenn man einmal über den gesellschaftlichen Schatten gesprungen ist, gibt es keine Hemmungen mehr“, meint Basti. „Im Gegenteil: Es wächst der Anspruch, sich selbst immer wieder neu zu erfinden und einen Schritt weiter zu gehen“. Sven fügt hinzu: „Nach einer Weile war es für uns völlig normal, in Mittelalter-Tracht im McDonalds zu sitzen. Mit Jeans und T-Shirt fühlten wir uns auf einmal viel zu gewöhnlich.“ Sich selbst nicht zu ernst nehmen, Spaß an der Musik zu haben und den Leuten etwas Neues zu bieten, darum geht es „Cantus Levitas“. „Freaksein ist für mich die Freude am Leben. Es ist egal, was für ein Freak du bist, solange du dich nur in deinem Gen-

nichts über Mode und Party geht, hat sie ganz eigene Ansprüche an ihr Leben: Jesus zur Nummer eins zu machen. Eine klare Ansage. Die Jesus Freaks sind ein bunter Haufen, ein Querschnitt der Gesellschaft. Vom 60-jährigen Opa über Ökos bis hin zum Karrieristen sind alle vertreten. Und alle-

authentisch zu leben. Ihre Gottesdienste feiern sie lounge-mäßig im „Freakraum“, ausgestattet mit gemütlichen Sofas, Theke und Musikanlage. Man reicht Snacks herum und trinkt Bier. Aus der steifen Weihnachtsfeier wird kurzerhand die „HappyBirthday-Jesus-Party“. Ihre Sprache ist betont locker, sie haben alle „Bock“ auf Jesus. Sie eifern ihm nicht nur im Denken nach, sondern schreiten zur Tat. In der Vergangenheit verteilten die Jesus Freaks Brot an Obdachlose und kümmerten sich um Migranten. Ihr Ziel ist es, dass auf der ganzen Welt die Jugend für Jesus aufsteht. Genauer wollen sie sich nicht festlegen. Jeder solle frei sein, sein eigenes Ding zu machen. Einmal im Jahr findet „Freakstock“ statt, Europas größtes Jesus-Festival. Besucher reisen aus ganz Europa an, um christliche Bands zu hören und in Workshops gemeinsam über das Leben nachzudenken und sich auszutauschen. Wenn Sarah mit anderen Jesus Freaks zusammentrifft, fühlt sie sich gleich heimisch. „Das ist total verrückt: Wir kennen uns nicht, sind aber auf der genau gleichen Wellenlänge. Diese Aha-Effekte erlebe ich immer wieder.“

Freaks sind von einer Reihe von Umständen als solche erkoren samt Freaks? „Wir folgen Jesus und an ihm hängt unser Herz. Punkt.“ Entschlossene Worte, die man in ihrer Charta findet. Und weiter: „Ein kompromissloses Leben mit Jesus ist das Coolste, Heftigste, Intensivste und Spannendste überhaupt.“ Sarahs Stimme klingt gelöst, als sie von ihrem Glauben spricht. Sie scheint ihren

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Auch Tanja hat etwas gefunden, was sie zu einem besseren Menschen macht: den Sport. Sie wirkt nicht ohne Grund durchtrainiert. Als Triathletin ist sie gleich dreimal sportlich: im Wasser, auf dem Sattel und in ihren L aufschuh e n .

Das- - klingt nach dreifacher Qual, aber die 19-Jährige findet darin ihre Erfüllung. „Wenn ich im Trainingslager in Südfrankreich einen Pass mit zwölf Kilometern Anstieg hochfahre, empfinde ich ab dem zweiten Kilometer nur noch Schmerz, aber irgendwann setzt dann die Euphorie ein. Es ist wie ein Bergrausch, ich will immer schneller werden. Alles, was ich denke, ist: ‚Wie weit noch, wie lange noch?’“ Und wo liegt da der Reiz? „Es ist das Gefühl, an seine körperlichen Grenzen zu stoßen, abends nach einem harten Tag im Trainingslager auf dem Rücken zu liegen, an die Decke zu starren und vor Erschöpfung nichts mehr denken zu können. Das mag sich verrückt anhören, aber es ist eine Art des Glücksgefühls.“ Für das häufige Training muss sie viel in Kauf nehmen: ständig unterwegs sein, das Trainingszeug immer im Schlepptau, abends nicht so lang feiern, während der Wettkampfsaison keinen Alkohol trinken. Einige ihrer Freunde werden das nie ganz verstehen. „Manche Hobby-Fußballer in meinem Freundeskreis verstehen nicht, dass ich das Training nicht einfach ausfallen lasse. Aber ich mache keine halben Sachen.“ Die Freaks von heute treten kein leichtes Erbe an, denn Sonderlinge gab es schon

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lange vor unserer Zeit, und nicht selten tragen sie große Namen. Till Eulenspiegel soll einen Wirt mit einem tiefgefrorenen Wolf erschrocken haben und Katzen in Hasenfelle eingenäht haben. Der berühmte Schriftsteller Honoré de Balzac legte sich jeden Nachmittag schlafen und begann um Mitternacht mit seiner Arbeit. Albert Einstein fand Gefallen daran, ein Jahr lang winters und sommers ohne Schuhe durch die Gegend zu laufen. Michael Jackson kam nicht nur durch seine Musik zu Ruhm, unzählige Operationen brachten ihm ein ganz eigenes Ausund Ansehen, und das Seelenleben Kafkas bleibt bis heute unergründlich.

A b e r- - auch die Literatur hat schillernde Charaktere geboren. Man denke nur an Pippi Langstrumpf, die das Anderssein mit Leib und Seele zelebriert. Freaks gibt es seit Menschengedenken. Jedoch bezog sich das Freaksein nicht immer auf ein abgedrehtes Hobby oder einen auffallenden Lebensstil. Im 19. Jahrhundert reisten so genannte Freakshows durch Amerika und Europa. Sie waren eine Art Wanderzoo, dessen Schausteller aber nicht aus dem Tierreich stammten. An die Stelle von Bären und Löwen traten Menschen mit körperlichen Eigenheiten wie siamesische Zwillinge, Elefanten-Menschen und Kleinwüchsige. Um das Publikum anzuheizen, erfand man gesponnene Lebensgeschichten, die die Missbildungen und Besonderheiten erklären sollten. Schnell wurde der Begriff „Freak of Nature“ geprägt – Laune der Natur. Die Ausstellungen waren grotesk und menschenverachtend, aber sie zeigen die

Faszination, die alles Andersartige auf seine Umgebung ausübt. Heute drückt das Wort „Freak“ gewaltig auf die Klischeetaste und bringt eine bunte Mischung hervor aus Brillengestellen, dunklen Kellerzimmern, Bierdeckelsammelsurium, Mehlwurmzüchter, FitnessFetischisten und Garagentüftler. Sie steigen in Busse, Straßenbahnen, gehen in Eckkneipen, auf Lan-Partys oder verlassen ihre eigenen vier Wände erst gar nicht. Voller Freaks sind all die unscheinbaren Häuser in unserer Nachbarschaft: AppleFreaks, Solarium-Freaks, AutobastelFreaks, Physik-Freaks, Nostalgie-Freaks, Gothic-Freaks. Oder, wer die amerikanische Variante bevorzugt: Freaks sind picklige Highschool-Schüler, die beim Spint-Aufschließen Drohbriefe finden und ganzjährig an Chemieversuchen tüfteln. Aber halt. Stehen Freaks wirklich im Abseits der Gesellschaft? Ernten sie Stichelei und Argwohn? Fest steht: Der Begriff „Freak“ hat einen süß-sauren Beigeschmack, wenn er

n icht- - - schon komplett in der Strafzone steht. Mit dem Freaksein verhält es sich nämlich wie mit dem Streiten: Es gehören immer zwei dazu. Einer, der sich einer Eigenart verschreibt, und ein anderer, der das als sonderbar empfindet. Aktion, Reaktion. Wenn wir allzu stark reagieren, offenbaren wir damit mehr über uns und unser Denken, als uns lieb sein kann. Denn wie leicht ist es, alles Undefinierbare mit einem abwertenden kleinen Wort zu betiteln: „Freak“. Das hilft uns, das Leben in seine schwarzen und weißen Schubladen zurechtzuweisen. Dahinter stecken unser


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eigenes Unverständnis und unsere Intoleranz. Schlimmer noch, es zeigt, wie sehr die Angst uns im Nacken sitzt, selbst nicht gesellschaftlichen Normen zu entsprechen. Zumal diese Normen mehr sprunghaft als stetig sind. Es gab Zeiten, da jagte man Rothaarige als Hexen auf den Scheiterhaufen und glaubte an die Erde als Scheibe. Hätte jemand vor hundert Jahren die Hälfte seines Lebens vor dem PC verbracht, wäre er angeeckt, heute liegt er damit im Durchschnitt. Läuft ein Mädchen im Dirndl durch Stuttgart, erntet es Misstrauen und Seitenblicke. Aber auf dem Oktoberfest fällt es in seiner Tracht gar nicht erst auf. Wir ziehen die gesellschaftlichen Grenzen nach Lust und Laune, erklären heute für normal, was schon morgen als seltsam gilt. Freaks sind also nicht zwangsläufig Freaks, sondern von einer Reihe an Umständen zu solchen erkoren. Die Freak-Titulierung dient als Schutzmaßnahme für die Scheuklappen um unsere Augen. Nur nicht sehen, wie groß das Aquarium des Lebens ist und wie vielfältig die Fische, die in ihm schwimmen. Was

tilien, die Umlaute im Alphabet. Sie gehen fernab vom Weg, weil sie Spuren hinterlassen wollen, eine Eigenkreation austüfteln. Egal, welcher Zeit die komischen Käuze entstammen, sie hatten ganz eigene Ideen, wie das Leben anzugehen ist. Der Freak hat einen Halt im Leben, den ihm keiner nehmen kann. Er hat eine Konstante, die ihn auf dem Boden hält und ihm gleichzeitig Flügel verleiht. „Wenn ich nicht trainiere, ist mein ganzer Alltag konfus. Es fehlt etwas, als hätte ich eine wichtige Aufgabe nicht erfüllt“, sagt Triathletin Tanja und wird bei dem bloßen Gedanken ganz unruhig. Schon Goethe hat erkannt: „Begeisterung ist keine Heringsware, die man einpökelt auf einige Jahre.“ Freaks haben das verinnerlicht und leben in einer bunten Welt. Sie haben sich etwas bewahrt, das man Leidenschaft nennt. Freaks laufen nicht auf Trampelpfaden, sie bahnen sich ihre eigenen Wege. Ein Leben frei Schnauze, frei Interesse, frei Talent. Wer sich dafür entscheidet, wird viel zurücklassen, aber noch viel mehr bekommen. Denn was wäre unsere

unsere Beispiel-Freaks unabhängig von Zeit und Raum verbindet, ist die Begeisterung am Leben. Sie haben etwas gefunden, für das sie ihr Herzblut opfern, während andere umherstreifen, bald dies, bald jenes probieren und doch nie ein echtes Zuhause für ihre Seele finden. Freaks sind die Regenwürmer, die harte Erde auflockern, fidele Äffchen unter Rep-

Gesellschaft ohne die innovativen Geister, die in ihr stecken? Wer immer die gleichen Wege geht, wird auf nichts Neues stoßen. Otto Normal imitiert, der Freak kreiert. Und was lernen wir daraus? Um den Freak in uns zu entdecken, ist es nie zu spät, aber auch nie zu früh. Ein Hoch auf die Leidenschaft – und die Bizarrerie! Anika P fisterer

Angst, den gesellschaftlichen Normen selbst nicht zu entsprechen

Foto: privat

Mal wieder freakig sein! Ein Freak zu sein ist gar nicht so einfach, findet Andreas Spengler

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en freakigsten Kommentar aller Zeiten wollte ich schreiben. Einen Text wie ein Vollrausch. So richtig abgefahren! Von hyperventilierenden Hundehäufen, maskierten Monstermäusen und geblümten Gartengurus, von Uromas in osmanischen Koransuren, von Foxtrott-Kursen im Oxford-Kanal und schwitzenden Salzstängeln bei Saunagängen. Aber daraus wurde nichts. Schon bald kamen Selbstzweifel. Wie sollte ich – ich, in dessen Leben außer dem Bus zur Uni jeden Morgen überhaupt nichts abgefahren ist – jemals einen solchen Kommentar schreiben. Ich, der sich weder für Mittelaltermusik noch für eine flippige Jesusgemeinde interessiert und keinerlei Triathlon-Ambitionen hat. Mein Leben schien mir plötzlich so verdammt gewöhnlich. Dabei hatte doch alles so freakig begonnen, bei meiner Geburt vor 21 Jahren. Im Krankenhaus wurde ich nur „Schäfchen“ genannt, weil ich statt des normalen Kinderplärrens ein „mäh, mäh, mäh“ von mir gab. Meine ersten Haare wuchsen als wilde Strubbel-Locken, und bald ging ich nicht mehr aus dem Haus, ohne diese mit dem Sonntagshut meines Großvaters zu bedecken. Die Sprüche unserer Nachbarn und der übrigen Dorfbewohner waren mir egal. Die Konventionen der Erwachsenen gingen mir an der Windel vorbei. Doch irgendwann kam ich ohne Windeln aus und mir wurde gesagt, was erlaubt ist in der Gesellschaft, und was nicht. Als ich in den Kindergarten kam, stellte ich fest, dass mir Eimer und Schäufelchen nicht alleine gehören, und in der Grundschule wurde mir dann erklärt, wie man sich in einer Klassengemeinschaft anpasst. Damals wurde sie wohl begraben, meine FreakKarriere. Eigentlich trauere ich weder meinen Windeln noch dem Hut meines Großvaters nach. Aber etwas Reizvolles hatte es doch, dieses Freaksein: die Freiheit und die kindliche Unbeschwertheit. Heute bewundere ich manchmal die Freaks, die lässig mit allen Konventionen jonglieren, die lachend aus jeder Reihe tanzen und sich genüsslich im Meer der Provokation baden, wo andere nicht einmal einen Fuß ins Wasser setzen. Doch eigentlich weiß ich: Ein bisschen Freak steckt in jedem von uns. Spätestens dann, wenn wir uns wünschen, einfach mal wieder Kind zu sein.

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Foto: XXX


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NUR DIE BIBEL ZÄHLT Religiöse Vielfalt kann nur dann eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sein, wenn wir miteinander darüber sprechen. Einige Gedanken zum Thema von Maren Ochs

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ommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Dieser Vers aus dem Matthäus-Evangelium prangt in himmelblauen Buchstaben auf dem Gebäude der Evangeliums-Christen in einem Hohenloher Wohngebiet. Einladend klingen diese Worte, freundlich und warmherzig. Entstanden ist dort jedoch eine Parallelgesellschaft, deren strenggläubige Mitglieder meist Spätaussiedler sind. Viele von ihnen zeigen kaum Willen zur Integration und kapseln sich vom gesellschaftlichen Leben ab.

immerhin mehrere hundert Kinder in nicht genehmigten Privatschulen oder direkt von ihren Eltern unterrichtet werden – oft aus religiösen Gründen. Doch Gerichtsurteile des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte bestätigten nochmals ausdrücklich die gesetzliche Schulpflicht. Die Begründung: In der Schule werden Kinder zu toleranten Bürgern erzogen, indem sie auf Gleichaltrige anderen kulturellen Hintergrunds treffen. Die Schulpflicht ist darum nicht nur Pflicht, sondern auch Recht. Ein Recht auf

Besonders die staatlichen Schulen, auf deren Lehrplan Sexualkunde und die Evolutionstheorie stehen, widersprechen den radikalen Überzeugungen der Evangeliums-Christen von gottesfürchtiger Kindererziehung. Schon lange kämpfen sie deshalb um die Genehmigung ihrer umstrittenen Bekenntnisschulen. Und während ihre Schule in Künzelsau schon kurz vor der Schließung steht, feiern sie nur wenige Kilometer entfernt ihren ersten großen Erfolg: Im Fall einer Öhringer Privatschule konnten sie die Bedingungen des Regierungspräsidiums erfüllen. Der örtliche Schulamtsleiter bestätigt, ausgebildete Lehrer seien eingestellt und ein am Bildungsplan ausgerichtetes Konzept erarbeitet worden. So besuchen die Töchter und Söhne der dortigen Evangeliums-Christen ihren eigenen Unterricht seit wenigen Wochen ganz rechtmäßig. Skepsis und Zweifel bleiben trotzdem: Die Philosophie der freikirchlichen Splittergruppe ist noch immer die gleiche, ist noch immer jene, gegen die man sich jahrelang beharrlich wehrte. Entscheiden also nur die Erfüllung einiger Vorschriften, nur etwas Papierkram über Sinn und Unsinn einer Genehmigung? Das Presseecho war groß. Im Ringen mit bibeltreuen Schulverweigerern wurde durch diese Entscheidung ein neuer Maßstab angelegt. Nach Schätzungen sollen deutschlandweit

die Mannigfaltigkeit, für die unsere Demokratie steht. Ob die Evangeliums-Christen dieses Recht tatsächlich gewährleisten wollen? Jedenfalls spricht eine evangelische Dekanin von „Gräben“ zwischen den Religionsgemeinschaften. „Wir haben überhaupt keinen Kontakt zu ihnen, der einzige Versuch vor vier Jahren scheiterte“, erzählt sie bedrückt. „Uns wurde deutlich gemacht, dass dies nicht gewünscht ist.“ Integration und Toleranz sehen anders aus. Das ist besonders schade für die Kinder, denen die religiöse Überzeugung ihrer Eltern geradezu aufgezwungen wird. Muss denn wahre Gläubigkeit nicht auf einer bewussten und vor allem zwanglosen Entscheidung beruhen? Muss in einer aufgeklärten Gesellschaft nicht jede Wahrheit überprüft werden dürfen? Die bewusste Abschottung Weniger kann und darf nicht durch die Generationen weitergereicht werden. Für den Kreationismus ist an staatlichen Schulen, die sich der Rationalität und der Wissenschaft verpflichtet fühlen, tatsächlich kein Platz. Die verschiedenen Jugendlichen dieser Welt, ihre Gedanken und Gefühle, sind trotzdem stets willkommen. Denn nur wenn Dialog stattfindet, kann es auch eine Gemeinschaft geben, in der die unterschiedlichen Gruppen mit ihren unterschiedlichen Lebensstilen einander friedlich und vorurteilsfrei begegnen.

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HOCHWASSERHOSEN UND SCHLEIMATTACKEN Von Freaks, die es wirklich an jeder Schule gibt

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treber, das sind wohl die Prototypen der Freaks. Allen, die nicht zu ihrer Art gehören, gehen sie meist gehörig auf den Geist. Schon äußerlich betrachtet lassen sich die klassischen Streber schnell erkennen: Lederschulranzen, Hochwasserhosen und nette Hemdchen und Blusen. Was das Verhalten betrifft, gibt es zum einen die Streber, die trotz ihres abnormalen Fleißes noch nett bleiben und einem bei blöden Lehrer-Fragen die richtige Antwort zuflüstern. Abgesehen davon, gibt es aber auch die absoluten Einzelkämpfer. Sie haben sich im Laufe ihrer Schulkarriere zu Egoisten, wirklichen Außenseitern und Lobsüchtigen entwickelt und glänzen durch häufige Schleimattacken: „Ja, Herr Müller, ich wische gerne die Tafel.“ „Ja, Frau Schmitt, natürlich verschiebe ich ihnen den Tageslichtprojektor.“ Besonders amüsant wird es, wenn zwischen den verschiedenen Strebern interne Wettbewerbe ausbrechen. Wer schafft es, die meisten Zeitungsartikel in den Unterricht zu schleppen, die längsten Referate zu halten, am schnellsten das Mathebuch durchzurechnen, die meisten Entwicklungsromane zu lesen und als erster die Tafel zu wischen? Doch eines ist klar: Streber und Intelligenz haben nicht automatisch etwas gemein. Häufig sind Streber zwar Asse im Auswendiglernen, aber bei Transfer- und Denkaufgaben haben sie oft Schwierigkeiten. Denn meist haben es gerade die wirklich Intelligenten nicht nötig, sich durch ein streberhaftes Verhalten aufzuspielen. Susan Djahangard

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ax muss längst Schmerzen im Armgelenk haben“, denke ich mir und kaue weiter an meinem Bleistift. „Streckt der doch bestimmt das hundertste Mal diese Stunde!“ Max ist in meiner Klasse. „Die letzte Klassenarbeit war eine Katastrophe“, meint die Lehrerin, nur einer steche heraus. „Na, wer das wohl sein wird?“, ruft einer. Nervös zupft Max an seinem Karohemd. Nur Minuten später hält er die Klausur in Händen: „1,0 wie immer“, denkt er zufrieden. Doch Max schreibt nicht nur gute Noten, er ist auch ein Meister im Schleimen: „Frau Müller, soll ich Ihnen die Tasche tragen?“, ist seine Lieblingsfrage. In der großen Pause ist er Stammgast im Sekretariat. Er holt nicht nur den Vertretungsplan ab, sondern bespricht auch seinen musikalischen Auftritt für die Verabschiedung des Rektors. Am Abend tönt Mozart durch den Musiksaal. Max sitzt mit Fliege und Sakko am Flügel und streicht über die Tasten. Man kann ihn wirklich als typischen Streber bezeichnen. Ein Streber glänzt zwar oft durch übermäßiges freiwilliges Engagement, aber er nimmt auch selten Rücksicht auf andere und ist beleidigt, wenn Mitschüler besser benotet werden. Ein Streber ist eine Mischung aus einem guten Schüler, einem Egozentriker und einem Muttersöhnchen, der immer alles recht machen will. Ein bisschen von einem Streber würde uns vielleicht nicht schaden, manche Eigenarten sind durchaus lobenswert. Doch im Leben vieler Streber dreht sich alles nur ums Lernen und die Schule. Dabei vergessen sie oft die wahren Freuden des Lebens! Lukas Ramsaier

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Foto: Mariesol Fumy / www.jugendfotos.de


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EIN „WHOLE TRAIN“ IST NICHT GENUG Für die einen sind es hässliche Schmierereien, für andere Kunst: Graffiti. Der 16-jährige Mark ist bereits ein erfahrener Sprayer. Immer wieder wagt er sich an Grenzen, dabei gerät er nicht selten in Lebensgefahr: Porträt eines Freaks

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ehetzt rennen sie auf den Schienen durch den dunklen Tunnel, nirgends ein Licht in Sicht. Der Zug kann jeden Moment kommen, laut Fahrplan in den nächsten 14 Sekunden. Sie müssen den S-Bahnschacht finden; und zwar schnell, sonst ist es zu spät. Marks* Herz schlägt immer schneller. Dann hält er den Atem an, er kann den Zug schon hören. Plötzlich ruft sein Kumpel: „Ich hab ihn!“ Schnell quetschen sich die beiden durch den engen Schacht. Der Zug kommt immer näher. Wie immer schaffen sie es in der letzten Sekunde. Doch das Herzklopfen geht weiter: „Wo sind die Überwachungskameras? Was für Möglichkeiten gibt es zu fliehen, wenn die Polizei kommt?“ Schnell klären sie alles ab und beginnen anschließend mit ihrer großen Leidenschaft, dem Sprayen. Mark übt meistens tagelang das Motiv, bevor er es an eine Wand sprüht. Am anspruchsvollsten wird es, wenn man einen „whole train“ macht, also einen ganzen Zug besprüht. Dafür braucht man lange und genügend Sprayer. Würde man sich erwischen lassen, würde es ein Vermögen kosten. Doch Mark und seine Kumpels lassen sich nicht erwischen und wenn, fliehen sie. Ihr Ansehen in der Sprayerszene ist groß und es wächst immer mehr. Mark ist stolz darauf, sein Kämpfen und Trainieren hat sich gelohnt. Mit dreizehn fing der heute 16-jährige an, in jeder freien Minute zu üben. Er trainierte verschiedene Stile wie zum Beispiel „samy style“, „wildstyle“, „bubblestyle“, oder „shufflestyle“. Ebenso übte Mark seinen „tag“, das ist die Unterschrift eines Sprayers, die er unter jedes Bild sprüht. Dann begann er in Baden-Württemberg damit, Wände und Züge anzusprühen. Also eigentlich „öffentliches Eigentum“. Die Polizei sieht das als Sachbeschädigung. Doch Mark hält die Graffiti-Bilder für Kunst. Durch illegale Sprayer-Wettbewerbe wurde er in ganz Deutschland bekannt, vor

allem aber in Berlin. Mark traf viel andere Sprayern und verbesserte seinen Stil. Heute malt er die bunten Graffitis in halb Europa. Um zu sprühen flogen Mark und seine Kumpels bis nach Mallorca. Frankreich gehört dagegen schon zum Alltag. Einen ganzen Zug anzusprühen, reichte nicht mehr für den Kick. Mark und seine Kumpels wollten es aufregender, wieder etwas Neues entdecken. So wagten sie es, in einem Zug die Notbremse zu ziehen, kurz rauszuspringen und den Zug, wenn auch nur für ein paar Sekunden lang, zu besprühen. Es mag sich krass anhören, dass junge Menschen für das Sprayen ihr Leben riskieren. Doch Marks Leben besteht nur aus

Sprayen: „Ohne Sprayen wäre mein Leben ein Nichts“, meint der 16-Jährige. Besonders wichtig ist für ihn auch das SprayerGebot, niemals einen anderen zu verraten. „Das gemeinsame Sprayen stärkt das gegenseitige Vertrauen – man hält einfach zusammen“, erzählt Mark. Viele Sprayer kamen in U-Bahn-Schächten ums Leben, darunter welche, die Mark kannte. Natürlich hat er selbst auch Angst, doch auch diese Angst gehört zu seinem Kick. Marks Ziel für die Zukunft ist es, immer mehr Ansehen zu bekommen und seine tags an immer mehr Zügen, Bussen Anna Ruppert und Wänden zu sehen.

Besprühtes öffentliches Eigentum: Kunst für die einen, Sachbeschädigung für die anderen

* Alle Namen von der Redaktion geändert

Fotos: privat

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BALIK EKMEK ODER BUTTERBROT?

Die Türkei ist mehr als nur ein beliebtes Ferienziel. Auf einer Recherchefahrt der Jugendpresse konnte AnnKatrin Siekemeier hinter die Fassade der alltäglichen Berichterstattungen schauen und entdeckte ein vielfältiges, aber auch zwiespältiges Land im Spagat zwischen Tradition und Moderne. Da bietet sich ein Vergleich mit Deutschland an

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isziplin, Sauberkeit, blonde Mädchen und Bier zum Frühstück – fragt man junge Türken in Istanbul nach „den Deutschen“, bleibt ein Griff in die Klischeekiste nicht aus. Max Mustermann ist ehrlich, ordentlich und pflichtbewusst. Jeden morgen geht er pünktlich zur Arbeit, abends hilft er beim Abwasch. Als besonders humorvoll gilt Max nicht, aber nach Feierabend gibt er beim wöchentlichen Stammtisch schon mal eine Runde aus. Überhaupt: Bier und Fußball sind seine großen Leidenschaften. Dass Max außerdem gerne Weißwürste isst, sieht man seinem Bauch an. Max Mustermann – der Prototyp eines Deutschen? Was kann typisch sein für ein Land, in dem mehr als 80 Millionen Menschen leben? Und was denkt man in Istanbul über „die Deutschen“? Sybille Çizenel weiß, wovon sie spricht. Seit gut 25 Jahren lebt sie nun in der Türkei, war mit einem Türken verheiratet und lehrt an der Bosporus Universität Englisch und Deutsch. „In den achtziger Jahren wurde händeringend nach deutschen Muttersprachlern gesucht“, erzählt sie. Nach ihrem Studium in Tübingen ist die heutige Lehrbeauftragte deshalb in die Türkei gereist. Mit Vorurteilen wird sie immer wieder konfrontiert: „In Deutschland trinkt man Bier zum Frühstück“ oder „Deutsche sind aufrichtig, da weiß man, woran man ist“ – Sätze, die Sybille Çizenel oft zu hören bekommt. Die meisten Türken verbänden

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das Land der Dichter und Denker außerdem mit technischem Fortschritt und modernen Erfindungen. Die Reaktionen auf ihre Herkunft seien bisher durchweg positiv gewesen. „Rassismus habe ich nie erlebt“, bekräftigt sie.

Wo liegen die Unterschiede? Aber was genau unterscheidet Deutsche von Türken? Sybille Çizenel fährt sich durch das Haar und schaut nachdenklich durch die Gläser ihrer roten Brille. „In Deutschland packen wir die Leute viel schneller in Schubladen. Das ist bei den meisten Türken anders.“ Außerdem gelten in der Türkei andere Begriffsdefinitionen. „Wer sich von dem Grundsatz ‚versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen’ leiten lässt, wird in der Türkei früher oder später eines Besseren belehrt.“ Sybille Çizenel erzählt: „Wenn dir ein Türke etwas verspricht, dann drückt er damit nur aus, dass er ehrlich und aufrichtig bemüht ist, dir zu helfen.“ Ob diese Hilfsbereitschaft auch zum gewünschten Resultat führt, sei zweitrangig. Hier zähle nicht das Ergebnis, sondern die Art und Weise, meint die Schwäbin, die sich inzwischen als Teil der türkischen Gesellschaft sieht. Ein älterer Mann ruft etwas von der gegenüberliegenden Straßenseite, Sybille Çizenel dreht sich um und grüßt. Sie hat viele Freunde in der Türkei und weiß die türkische Gastfreundschaft sehr zu schätzen. Könnte sie sich trotzdem vorstellen,

nach Deutschland zurückzukehren? „Später vielleicht, aber nach so vielen Jahren fühle ich mich schon fast als Türkin.“ Über einen Besuch in der Heimat freut sie sich trotzdem jedes Mal. „Manche Dinge“, sagt sie, „vermisst man eben doch.“

Gemüsehändler statt Supermarkt Im Istanbuler Stadtteil Beyolu kann man auf einer der bekanntesten Einkaufsstraßen, der Istiklal Caddesi, schlendern, ehrwürdige Moscheen besichtigen und auf dem Ägyptischen Bazar traditionelle Spezialitäten probieren. Oder aber man schaut nahe der Galata-Brücke den Fischern beim Angeln zu. So auch Ali Aba. Der 22-jährige Student lebt und studiert im letzten Semester BWL an der Bosporus Universität, einer der schönsten Hochschulen des Landes. Fragt man ihn nach seinem Bild von den Deutschen, so seien diese vor allem eines: sehr diszipliniert. „Bei euch ist alles geregelt, nichts wird dem Zufall überlassen“, meint Ali und beißt genüsslich in sein balik ekmek, ein Fladenbrot mit frisch gegrilltem Fisch. In der Türkei, erzählt er, mache man nicht so viele Pläne: „Die meisten Menschen hier leben von einem Tag in den anderen. Keiner spricht davon, was er in fünf Jahren vorhat.“ Diesen Unterschied sehe man sogar beim Einkaufen: Statt Shoppen im großen Supermarkt, gehen türkische Familien lieber mehrmals pro Woche zum Gemüsehändler um die Ecke.


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Gastfreundschaft und Stupsnasen Aller fehlenden Planungsliebe zum Trotz, hat der BWL-Student Ali schon ein genaues Ziel vor Augen: Sobald er sein Studium abgeschlossen hat, möchte er sich an der London School Of Economics bewerben. Und falls das nicht klappt? „Das wird sich zeigen“, meint Ali, wischt sich mit der Hand über den Mund und schaut sich um. Einheimische, Touristen und grellgelbe Taxis drängeln sich über die Brücke. Ab und zu hört man ein Hupen und sieht verschreckte Fußgänger von der Fahrbahn springen. Auch einige Touristen sind unterwegs – darunter auch Deutsche. Die erkennt Ali sofort. „Ich habe einfach ein Gespür dafür“, sagt er und lacht. Selbst bei einem Bangladeshi habe er intuitiv auf die richtige Nationalität getippt. Woran er das sieht? Deutsche Touristen seien vor allem an Haar- und Augenfarbe zu erkennen. „Und an den Nasen, die haben immer so einen Schwung nach oben.“ Ali kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. In der Türkei weiß er vor allem die Spontanität zu schätzen: „Hier kommt es vor, dass man sonntags beim Nachbarn klingelt und sagt: ‚Wir kommen heute Abend zum Essen. Um neun sind wir da’.“ In Deutschland gelte das als unhöflich. „Dabei macht doch dieses unerwartete Zusammenkommen gerade den Reiz aus!“, sagt der 22-Jährige und schüttelt verständnislos den Kopf. Wenn er trotzdem etwas von Deutschland übernehmen würde, so wären es Fahrradwege – „Und die Autobahnen, die sind einfach klasse“, nickt er anerkennend.

Ein ganz spezielles Lebensgefühl Trotz der positiven Seiten, die Ali an Deutschland sieht – alt werden möchte er in Istanbul. Keine andere Stadt habe ihn je so verzaubert, meint er und schaut begeistert auf das Goldene Horn, den Fluss, der durch den europäischen Teil Istanbuls fließt. Istanbul, das sei einfach ein ganz spezielles Lebensgefühl. Und zum Thema Deutschland schließt er weise: „Wahrscheinlich ist das moderne Deutschland viel zu abwechslungsreich und vielschichtig, um es in wenige Worte zu fassen.“ Ali nimmt noch einen letzten Bissen „balik ekmek“ – eines der Dinge, die ihm neben seinem Lieblings-Fußballverein „Galatasaray Istanbul“ in Deutschland auf jeden Fall fehlen würden.

Fotos: Ann-Katrin Siekemeier

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MASTERBRAIN MIT SCHWÄCHEN Wer wünscht es sich nicht, das Mathebuch durchzulesen und danach den Inhalt genauestens wiedergeben zu können?

Zucker der Zukunft Stevia Rebaudiana ist eine Pflanze, die im Grenzgebiet von Paraguay und Brasilien wächst und auch als Honigkraut bekannt ist. Sie ist bis zu 300 mal süßer und hat nur einen Bruchteil an Kalorien als herkömmlicher Zucker. Damit besteht quasi kein Risiko der Gewichtszunahme. Zudem besteht sowohl für Diabetiker als auch für die Zähne eine weitaus geringere Gefahr. Diese Vorteile nutzen die südamerikanischen Indianer bereits seit Jahrhunderten. Die genauen Wirkungen der Pflanze sind noch nicht weit genug erforscht. Das ist auch der Grund, warum sie in der Europäischen Union nicht zugelassen ist. Länder im asiatischen Raum hingegen verwenden Stevia Rebaudiana bereits in zahlreichen Lebensmitteln. b l

Esst weniger Frösche! „Die Weltmeere sind überfischt“ – diese Meldung schockt uns schon lange nicht mehr. Dass nun aber auch die Froschpopulation unter dem großen Hunger der Weltbevölkerung leidet, mag erstaunen. Doch es ist eine traurige Tatsache: Die grünen Hüpfer stehen immer häufiger auf der Speisekarte. Australische Forscher schätzen, dass jährlich zwischen 200 Millionen und einer Milliarde Frösche verspeist werden. Die meisten Froschschenkel landen nach Angabe der Experten in Frankreich, den USA und Ostasien im Kochtopf. Als größter Exporteur der Delikatesse gilt Indonesien. Zusätzlich zu dem großen Hunger der Weltbevölkerung auf ihre Schenkel macht den Fröschen der Klimawandel zu schaffen und ein gefährlicher Pilz, der sich immer weiter ausbreitet und ganze Froscharten dahinrafft. Leider lässt sich der Klimawandel nicht aufhalten. Doch für die wachsende Nachfrage an zum Verzehr bestimmten Fröschen haben die Forscher einen Lösungsvorschlag: mk Frösche in Farmen zu ziehen.

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er Amerikaner Kim Peak liest zwei Seiten mit je einem Auge parallel in Höchstgeschwindigkeit und erinnert sich noch Jahre später an deren Inhalt. Mit viereinhalb Jahren konnte Peak die ersten vier Lexikabände seines Vaters auswendig – und das waren die Indexbände. Heute gilt er als wandelndes Lexikon und beeindruckt mit seinem Wissen Geschichtsstudentinnen, die er an seinem Lieblingsort, natürlich der Bibliothek, trifft. Ansonsten fällt es Peak sehr schwer, sich im Alltag zurechtzufinden. Er könnte sich niemals alleine seine Mahlzeiten zubereiten oder die Führerscheinprüfung bestehen. Deshalb betreut ihn sein Vater rund um die Uhr. Peak bezeichnet man, wie schätzungsweise über hundert andere Menschen weltweit, als Savants – „die Wissenden“. Savants vollbringen in kleinen Teilbereichen unvorstellbare Leistungen, leiden aber oft unter kognitiven Behinderungen. Über 50 Prozent der Savants sind Autisten. Deshalb wird das Phämomen auch als Inselsyndrom bezeichnet. Der amerikanische Psychologe und Wissenschaftler Dr. Darold Treffert erforscht Savants, seit ihm ein Junge begegnete, der den Busplan von ganz Milwaukee detailliert auswendig konnte. „Wenn Menschen trotz Behinderungen solche Meisterleistungen vollbringen, frage ich mich, welch riesiges Pot en z i a l unser Gehirn besitzt“. Der Grund für das SavantSyndrom ist noch weitgehend unerforscht. Das man aber nicht unbedingt als Savant geboren werden muss, beweist der Fall von Orlando Serrell: Als Junge traf ihn ein Baseball so hart am Hinterkopf, dass er in

Ohnmacht fiel. Seit diesem Zeitpunkt erinnert er sich an jedes Datum seines Leben so genau, dass er den Wochentag, das Wetter und all die Sachen, die er an diesem Tag getan hat, ohne lange darüber nachzudenken nachweislich richtig wiedergeben kann. Dabei hat er durch seinen Unfall keine bleibenden Schäden davongetragen. „Orlando beweist, dass in jedem von uns ein Savant steckt“, so Professor Allan Snyder, von der Universität Sydney. „Jeder von uns besitzt ein Gehirn, dass ungeheure Datenmengen speichern und verarbeiten kann. Die spannende Frage ist, warum dies bei den allermeisten Menschen unterdrückt wird“. Einen möglichen Grund sehen Forscher in einer Art Schutzfunktion, die das Gehirn daran hindert, sich selbst mit Daten zu überfluten und somit alltägliche Aufgaben zu erschweren. So hat auch Howard Potter erst kürzlich mit Mitte dreißig gelernt, wie man im Laden an der Ecke einkauft. Dafür kennt er die allermeisten Primzahlen, jeden Wochentag in 22.000 Jahren vor und nach Christus und die Ergebnisse sämtlicher Fussballspiele auswendig. Aber auch er ist auf die Mithilfe seiner Mutter angewiesen, wenn es darauf ankommt, im Alltag zu bestehen. Das mit dem Mathebuch klingt deshalb zwar verlockend, so lange es aber noch nicht möglich ist, durch einen gezielten Kopfstoß zum lebenden Computer zu werden, sollte man froh sein, dass das Gehirn nachts ein Teil des gelernten wieder ausräumt, um Platz zu machen für die Herausforderungen des Alltags. Simon Staib

Fotos: Patrick J. Lynch (groß); Ana Maria S. Prado & Anton Larsson / beide www.jugendfotos.de


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K APSTADT – PARADIES UNTERM TAFELBERG Berge und Meer, Großstadt und Idylle: Kapstadt hat verschiedene Gesichter und eine bewegte Geschichte

Kapstadt bei Nacht – nicht nur die Lichter lassen „die schönste Stadt der Welt“ funkeln und strahlen.

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üdafrika – wer einmal dort gewesen ist, ist gefesselt von der Schönheit und Vielfalt der Natur und nicht zuletzt von den Menschen, die trotz der völligen politischen Umstrukturierung des Landes relativ friedlich zusammenleben. Besonders spiegelt sich die Ruhe und Gelassenheit in Kapstadt wider, das, wie viele sagen, eine der schönsten Städte der Welt ist. Schon beim Anflug auf Kapstadt ist das Wahrzeichen der Stadt zu sehen: der Tafelberg. Er ist fast immer im Blickfeld, bei klarem Wetter kann man ihn aus 200 Kilometern Entfernung erkennen. Bei diesem Anblick ist der 14-stündige Flug schnell vergessen. Auf die ersten Seefahrer, die das Kap umfuhren, musste der Berg wie ein einzigartiges Naturschauspiel gewirkt haben. Wer gerne wandert, sollte auf jeden Fall den Aufstieg zu Fuß absolvieren, denn die Wartezeiten an der Gondelbahn können bei regem Publikumsverkehr zwischen 60 und 90 Minuten betragen. Beim Fußmarsch ist zu empfehlen, etwas Proviant mitzunehmen. Für die oberen Regionen ist ein Pullover im Gepäck nie verkehrt, da es bei windigem Wetter sehr frisch wird. Vom Gipfel hat man eine atemberaubende Aussicht auf ganz Kapstadt. Die Geschichte des Kap ist untrennbar verknüpft mit der Suche nach einem Seeweg nach Indien und seiner späteren

Fotos: www.photocase.com/User:worldofgraphic

Verteidigung. Es ist die Geschichte von Handelsrivalitäten und Kriegen zwischen Portugal, den Niederlanden, England und Frankreich. Der Gründer der Stadt ist der Holländer Jan van Riebeeck, der 1652 damit begann, einen 18 Hektar großen Garten anzulegen, ein Krankenhaus baute und eine Schiffswerft errichtete. Somit war der Grundstock für das moderne Kapstadt gelegt, und die Stadt vergrößerte sich zunehmend. Heute leben knapp drei Millionen Menschen in Kapstadt. Beeindruckend an Kapstadt ist die Kombination aus Bergen und Meer, Großstadt und Idylle. Auf keinen Fall sollte man bei einer Reise nach Kapstadt den Besuch auf dem Signal-Hill verpassen. Besonders interessant bei Sonnenuntergang mit Blick auf die „schönste Stadt der Welt“. Jedes Wochenende herrscht hier oben Partystimmung, weil auch die jungen „Capetonians“ hierher kommen, um ihrer Stadt bei Sonnenuntergang zu applaudieren. Vor allem im Sommer, in den Monaten Oktober bis März, pulsiert die Stadt voller Leben. Die bekanntesten Strände, wie zum Beispiel der Camps Bay, sind dann überfüllt und es geht ein wenig hektisch zu. Doch wer sucht, der findet auch in dieser Hochphase entlegene Buchten und einsame Strände wie Noordhoek, ein etwas außerhalb gelegener Teilort von Kapstadt, der

für Touristen häufig (noch) unbekannt ist. Hier findet das wahre Leben der Einheimischen statt: gemütliches Zusammensitzen mit Freunden und einer Gitarre am Strand. Dies erlebt man, sofern man ein Auto hat und sich traut auf der „falschen“ Seite der Straße zu fahren. Bei gutem und windstillem Wetter ist auch der Strand von Muizenberg etwa 20 Kilometer außerhalb der Stadt interessant. Ein absoluter Multi-Kulti-Strand mit sehr interessanten Strandhäuschen. Kapstadt hat seine eigene Szene, die allerdings sehr europäisch orientiert ist. Die zahlreichen Clubs, Szenekneipen und Cafés beleben das Stadtbild ebenso wie die Straßenmusikanten, die für typisch afrikanische Klänge sorgen. Ähnlich wie in New Orleans ist Jazz in Kapstadt sehr populär. So trifft man in vielen Lokalitäten auf die Art von Musiker, wie wahre Jazzer nun mal aussehen müssen: meistens schwarz, reiferen Alters, graue Schläfen, fesselnde Stimme und ein Lächeln im Gesicht, das vor Glück, Lebensweisheit und Zufriedenheit nicht zu überbieten ist. In diesem Sinne: Wer entspannte und weltoffene Menschen, tolle Strände und atemberaubende Naturschauspiele erleben will, für den ist Kapstadt genau das Richtige. Irina Bernhardt

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BRITEN AUSSER R AND UND BAND Man nehme einen steilen Hang, einen Laib Käse und eine Menge verrückter Engländer. Das ergibt einen skurrilen Wettkampf mit langer Tradition und vielen Verletzten

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chon in geraumer Vorzeit stellte ein Gallier namens Obelix fest: „Die spinnen, die Briten!“ Dies hat sich wohl auch bis in die Gegenwart vererbt. Das beste Beispiel dieser gewagten These stellt das sogenannte „Cheese Rolling“ dar. Seit 200 Jahren lassen jene Bewohner der Insel im Atlantik von einem 45 Grad steilen Hang in Brockworth im Südwesten Englands einen Laib Käse herunterrollen. Und nicht nur der Käse muss den Coopers Hill hinab. Auch hunderte verrückte Menschen, die nur ein Ziel haben: den Käselaib zu fangen. Er wird mit einem kleinen Vorsprung den Hang heruntergerollt, nur Sekunden später rollen die Teilnehmer hinterher. Ja richtig: sie rollen! Der Hang, auf dem die Verfolgung in Angriff genommen wird, ist unglaublich steil. Wenn man von unten auf den in Wahrheit 45 Grad steilen Hügel blickt,

könnte man meinen, er sei nahezu senkrecht. Wer am schnellsten runterrollt, gewinnt den Käse. Ein vernünftiger Mensch würde denn Hügel wohl nur auf allen Vieren hinabklettern, doch der gejagte Käse ist leider circa 110 Kilometer pro Stunde schnell. Da ist es unmöglich, den Käse zu schnappen. So gewinnt meist derjenige, der am schnellsten unverletzt unten ankommt. Zu rennen kann man hier allerdings vergessen, oft werden über 20 Überschläge benötigt, um endgültig unten zu sein. Von außen betrachtet mag dieses Gepurzel und Gestolper eine gewisse Komik haben, doch das als Volksfest angesehene Treiben ist extrem gefährlich. Jedes Jahr gibt es Verletzte. Besonders wenn an den Tagen zuvor britisches Regenwetter herrschte und der ganze Hang regelrecht aufgeweicht ist. Allein im Jahr 2008 gab

es 19 Verletze und vielerlei Blessuren, im Vergleich zu den letzten Jahren sind sie noch sehr glimpflich davongekommen: Knochenbrüche und Verstauchungen sind normalerweise an der Tagesordnung. Wer wissen will, was an Käse und Schmerzen so toll ist, muss wohl einmal da gewesen sein, denn als Außenstehender ist einem das nur schwer begreiflich. Der Wettbewerb aus Großbritannien findet immer mehr Anhänger: In einigen europäischen Ländern gibt es Nachahmerwettbewerbe. In Bayern sagte die Justiz eine geplante Veranstaltung allerdings aus gesundheitlichen Bedenken ab. Im Mutterland des „Cheese Rolling“ kann aber wohl niemand etwas gegen diese Traditionsveranstaltung tun, und so werden wohl auch im nächsten Jahr wieder hunderte Zuschauer zum Coopers Hill pilgern und vielerlei Verrückte einem einfachen Käselaib hinterher rollen, ohne die Aussicht einer Chance, ihn zu erreichen.

Sie jagen dem Käse einen 45° steilen Berg nach.

Lukas Ramsaier

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Foto: Luca Leicht


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Impressum Noir ist das junge Magazin der Jugendpresse BadenWürttemberg e.V. Ausgabe 9 – Februar 2009

Herausgeber Jugendpresse Baden-Württemberg e.V. Schlossstr. 23 74372 Sersheim Tel.: 07042 8155-35 Fax: 07042 8155-40

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Chefredaktion Miriam Kumpf miriam.kumpf@noirmag.de (V.i.S.d.P., Anschrift wie Herausgeber) Andreas Spengler andreas.spengler@noirmag.de

Layout und Art-Director Tobias Fischer

tobias.fischer@noirmag.de

Layout-Team Luca Leicht, Sebastian Nikoloff, Simon Staib, Tobias Fischer layout@noirmag.de

Titelbilder

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Fotos: privat

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photocase.com/User: fabsn (Titelbild); Ian Haskins / flickr.com (links) / Sternschnuppe (mitte); sxc.hu / hvaldez (rechts)

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N o i r N r. 9 (Fe b r u a r 2 0 0 9)

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L ifesty le ~ K ult ur ~ Ti te lth e ma ~ Po r tr ät ~ Reportage ~ W i s s en ~ Reise ~ S p o rt ~ N o i r- I n t ern ~ Po l i t i k ~ Querbeet

AUF EINDRINGLINGE WIRD GESCHOSSEN Das Recht auf Waffenbesitz ist ein amerikanisches Bürgerrecht. Sophie Rebmann hat bei einem USA-Aufenthalt erlebt, wie manche Amerikaner mit der Waffe umgehen

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uf Eindringlinge wird geschossen. Auf Überlebende wird nochmals geschossen.” So steht es auf einem der Schilder, die bei meiner Freundin in Amerika das Grundstück säumen. Ihr Vater hat diese aufgestellt und trägt ständig eine geladene Waffe bei sich. Die Drohung hat er zum Glück noch nie wahrgemacht. In den USA besitzt jeder zweite Haushalt eine Schusswaffe. Dabei gibt es zwei Typen von Waffenbesitzern. Beide erkennt man schon daran, wie sie ihre Waffe aufbewahren. Zum einen ist da der unerschrockene „Do-it-yourself”-Typ, der seine Waffe unter dem Kopfkissen versteckt, immer geladen und griffbereit. Er besitzt die Waffe, um sich im Ernstfall verteidigen zu können. Frei nach dem Motto „eine Waffe gehört in ein Haus, genauso wie ein Feuerlöscher” glaubt er, es sei die Pflicht jedes Amerikaners, Waffen zu besitzen, um seine Kinder und die Familie zu schützen. Einige dieser unerschrockenen Selbstverteidiger schließen sich in „bürgerliche Armeen” zusammen und üben an Wochenenden das Schießen, um sich im Ernstfall wehren zu können – notfalls auch „gegen die Regierung”. Der zweite Typ ist der stolze

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Noir Nr. 9 (Febr ua r 2 0 0 9 )

„Wildlife”-Typ, der seine Gewehre für die Jagd benutzt. Er plaziert sie meist in einer Glasvitrine, am besten für alle sichtbar im Wohnzimmer, neben einer amerikanischen Flagge und dem Bild des im Irak kämpfenden Sohnes. Eine kurze Geschichte des Waffenbesitzes: Als 1979 die Menschenrechte der Verfassung der USA hinzugefügt wurden, wurde den Bürgern Amerikas das Recht zugesprochen, bewaffnet zu sein. Damals wurde es als nötig und fortschrittlich gesehen. Schon von Anfang an benötigten die Siedler ihre Waffen, um zu überleben. Bei der Eroberung neuer Gebiete mussten sie sich gegen Indianerstämme wehren, später brauchten sie die Waffen im Bürgerkrieg. So kam es auch, dass das Recht auf Waffenbesitz erst 1994 vom sogenannten „Brady-Gesetz” eingeschränkt wurde, das aber lediglich den Verkauf von Gewehren an unter 18-Jährige, an psychisch Kranke und Straftäter verbietet. Trotz der Einschränkungen ist die Mordrate in den USA heute noch sehr hoch. 2007 wurden laut FBI 3,8 Morde auf 100 000 Menschen begangen. In Deutschland sind es im Vergleich nur 0,28 Morde. Nur wenn wieder einmal ein schrecklicher Amoklauf passiert, scheinen ein paar Amerikaner aufzuwachen. In Demonstrationen wird dann gegen des liberale Waffenrecht protestiert, das zuvor von allen begrüßt wurde und kaum jemanden störte. Dabei variiert die Härte der Waffengesetze von Staat zu Staat. Während in

Florida die Bürger das Recht besitzen, loszuschießen, sobald sie sich bedroht fühlen, dürfen in Kalifornien neben Polizisten nur Menschen „mit gutem Charakter” eine Waffe besitzen. Aber zu Änderungen an den Gesetzen kommt es nicht. Zu stark ist der Einfluss der Waffenlobby in den USA, der „National Rifle Association”. Nach einem Amoklauf an einer Schule versprach Bill Clinton den amerikanischen Bürgern einmal, er würde das Waffengesetz ändern, wenn „sich zuerst die amerikanische Kultur ändere”. Zu stark sah er das Recht der Amerikaner auf Waffenbesitz in der langen Tradtition verankert. Dabei scheinen die Amerikaner nicht zu begreifen, dass Waffengewalt meist mit neuer Gewalt erwidert wird. Bis zur Ankunft der Amerikaner auf dem Kontinent kannten die Ureinwohner keinerlei Schusswaffen. An einem sonnigen Tag lagen meine Freundin und ich in der Bucht auf deren Steg. Ich zeigte auf einen Steg gegenüber und fragte sie nach den Menschen, die dort wohnten. Da meinte sie nur: „Mit denen haben wir nicht viel zu tun. Die dachten immer mein Vater sei ein komischer Kauz und redeten nie mit uns. Und außerdem hat mein Vater einmal auf ihr Bootshaus geschossen.”

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KRÄNKELT DAS MIKROFINANZWESEN? Armutsbekämpfung lautet das Credo der Entwicklungspolitik. Doch damit bleibt es vor der fauchenden Finanzkrise nicht verschont. Wie ein Werkzeug der Entwicklungshilfe dem Tiger zum Opfer fällt

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ir wollten auf den Mond, also sind wir da hingeflogen. Wir erreichten, was wir wollten.“ Muhammend Yunus ist tatsächlich eine Punktlandung in der Entwicklungspolitik gelungen. Vor mehr als 30 Jahren gründete der gebürtige Bengale in seinem Heimatland die erste Bank für

Monatseinkommen von rund 50 Euro. So kann sie für jedes ihrer Kinder die notwendigen Schulgebühren aufbringen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Maxime. Und tatsächlich fällt das Konzept des Mikrofinanzwesens auf fruchtbaren Boden. Diesen Beweis liefert auch die ungewöhn-

weit Ärmsten verschärft diese Situation zusätzlich. Durch steigende Öl- und Nahrungsmittelpreise sind vor allem die wirtschaftlich schwachen Entwicklungsländer betroffen, wo die meisten Kreditnehmer rund 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben. Viele können

Mikrokredite. Seitdem hat die Grameen Bank mit inzwischen über 2500 Filialen in Bangladesch Kredite in Höhe von umgerechnet sechs Millionen Dollar an rund sieben Millionen Arme vergeben. Als Sozialunternehmen ist die Grameen Bank nicht gewinnorientiert. Sie verfolgt ausschließlich das Ziel der Armutsbekämpfung. Das Konzept des Mikrofinanzwesen ist simpel: Die Bank verleiht Kleinstkredite in Höhe von meistens bis zu hundert Euro an Menschen, denen der Zugang zu herkömmlichen Krediten verwehrt bleibt. Somit ermöglicht sie Menschen aus den ärmsten Bevölkerungsschichten den Start ins eigene Gewerbe. „Heute bin ich Geschäftsfrau“, sagt Frau Nabori, eine erfolgreiche Kreditnehmerin aus Kenia, stolz. Ein Kredit von 80 Euro half ihr, das erste Gemüsebeet anzulegen. Heute beliefert sie die örtliche Grundschule mit Gurken und Tomaten. Das bringt ihr ein stattliches

lich hohe Rückzahlquote der Kreditnehmer, die mit rund 98,6 Prozent den deutschen Durchschnittswert von 95, 4 Prozent bei weitem übertrifft. Inzwischen gibt es in fast allen Ländern Mikrokredit-Programme. Mit dieser weltweiten Adaption des erfolgreichen Konzepts aus Bangladesch geht allerdings auch eine beunruhigende Entwicklung einher. Vom Begründer Muhammed Yunus noch sehr genau als Werkzeug gegen die Armut definiert, verliert das Mikrofinanzwesen allmählich diese Funktion. Spätestens seit große Investoren wie die Investmentbank CitiGroup die Rentabilität von Mikrofinanzinvestments für sich entdeckt haben, findet eine fortschreitende Kapitalisierung des Sektors statt. Das Sozialunternehmen Mikrokredit wird zur Kapitalanlage. Damit gerät auch dieser Sektor in die vernichtenden Fänge der Finanzkrise. Die Auswirkungen der Krise auf die welt-

somit ihre Kredite nicht mehr begleichen. Hinzu kommt, dass viele Kleinstunternehmen der Kreditnehmer von der Insolvenz bedroht sind, da auch in den Entwicklungsländern die Binnennachfrage auf Grund der Krise abschwächt. Folglich sind Mikrofinanzinstitute von zwei Seiten durch die Finanzkrise bedroht: Von „oben“ sind sie durch die Insolvenz ihrer Kapitalgeber, der Investoren, gefährdet. Von „unten“ droht die Insolvenz ihrer Kreditnehmer und damit das Ausbleiben von Kreditrückzahlungen. Neben ganzen Banken und Staaten, die vor dem Bankrott stehen, mag die Gefährdung des Mikrofinanzsektors vielleicht klein anmuten. Dennoch, ein kleiner Verlust für die Finanzkrise, ein großer Verlust für die Entwicklungspolitik. Möge Muhammed Yunus bei seiner Mondlandung nur nicht einfach den Boden unter den Füßen verlieren. Fe l i c i a S c h n e i d e r h a n

Foto: Luca Leicht

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SÄNK YOU

TRÄWELING WIS

DEUTSCHE BAHN

FOR Es ist sechs Uhr morgens. Schlaftrunken taste ich nach meinem Radiowecker, aus dem gerade eine Stimme fragt, ob ich mich heute stark fühle. Ja, stark muss man wirklich sein, wenn man sich um sechs Uhr in den Ferien aus dem Bett quält und die Aussicht auf drei Nächte Turnhalle hat. „Naja, ein Journalist muss hart sein“, denk ich mir, als mich unter die eiskalte Dusche stelle. Eine gute halbe Stunde später stehe ich am Bahnhof, an dem sich die Pendler um jeden Quadratmeter auf dem

A l l tägl icher WG-Wa hnsin n

Dr. Motte und die drei ??? Die Klausurenphase beginnt in unserer WG mit der Loveparade. Die uez-uez-uezt direkt durch unseren Flur als ich nach Hause komme. „Zum Abreagieren!“, versucht Jule den Beat zu überdröhnen, während sie über verstreute Aktenordner, Formelsammlungen, Papier und Textmarker zur Kaffeemaschine ravt. „Willst du auch Kaffee?“ Ich will, dass die Klausuren vorbei sind. Ich will meine WG zurück, abends barfuss am offenen Fenster sitzen, Rotwein trinken und Santana hören. Stattdessen wohne ich mit Dr. Motte in einem verwüsteten Schreibwarenladen. Ich kontere mit meinen „Drei ???“-CDs. Eine ganze Woche lang mischt sich im WG-Flur die Stimme von Justus Jonas mit unnachgiebigen Techno. Eines Morgens wechsle ich gerade CDs, als ich es höre: Nichts. Ich lausche für einen Moment bis es an meiner Zimmertür klopft. Jule steht grinsend mit zwei Tassen Kaffee in einem ordentlichen Flur, frei von Papier und Kulis. „Ich habe aufgeräumt“, sagt sie. „Und gebacken.“ Sprachlos nehme ich meine Tasse. Die drei ??? lösen jeden Fall. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was Georgia Hädicke die Loveparade kann.

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Bahnsteig streiten. Plötzlich erschallt eine Durchsage: „Meine Damen und Herren, zu Ihrer eigenen Sicherheit hat die Deutsche Bahn sämtliche Fahrzeuge der ICE-T Baureihe zu Routineuntersuchungen eingezogen. An Gleis 5 steht jetzt ein Ersatzzug für Sie bereit." Nachdem ich meine 20 Kilo schwere Tasche durch den halben Bahnhof gehievt habe, stelle ich schockiert fest, dass uns eine uralte Regionalbahn als ICE verkauft wird. So komme ich dann nach 90 statt der üblichen 60 Minuten in Stuttgart an. Natürlich ist mein Anschlusszug in Stuttgart längst abgefahren. Da ich so ein tolles Dauer-Spezial-Angebot gebucht habe, ist das ein echtes Problem, da ich eine Zugbindung einzuhalten habe. Ich suche mir kompetente Hilfe: „Entschuldigung. Ich habe da so ein Dauer-Spezial und muss aber irgendwie weiter kommen.“ „Tschuldige, aber da kann ick Ihnen nücht weiterhelfen.“ „Herrgott, Sie sind doch von der Deutschen Bahn!“

„Sorry, men Jung, aber ich bin nur von der Bahnhofsmission. Gehen Se doch einfach mal zum Service Point, da wird Ihnen bestimmt geholfen!“ Also wieder die Tasche schultern und nach 20 Minuten Wartezeit bin ich am Schalter. „Tut mir Leid, aber ich bin Baustelle, Reklamationen bitte bei meiner Kollegin.“ „Ja sie sind wirklich Baustelle“, denke ich mir. Nach einer weiteren halben Stunde sitze ich im InterCity in Richtung Karlsruhe. Ja, ich sitze wirklich, allerdings auf meiner Tasche. Zum Glück liegt der Schlafsack oben drauf. Flurplatz erste Klasse! In Karlsruhe angekommen tut mir trotzdem der Hintern weh. Kaum bin ich ausgestiegen, erschallt die nächste Durchsage, die nichts Gutes verheißt: „Auf Grund von Bauarbeiten ist der InterCity nach Hamburg leider um voraussichtlich 30 Minuten zu spät. Zwei Stunden später, es ist bereits Abend, höre ich in Mainz folgende Durchsage nach einer Fahrt in einem unbequemen, stinkigen Großraumwagen: „Ladies and Gentleman sänk you for träweling wis Deutsche Bahn!“ Danke. Nächstes Mal fahr ich per Anhalter! Lukas Ramsaier

Me i n e rs t e s M a l

Beim Schönheitswettbewerb Großes Schaulaufen. Spannung liegt in der Luft. Männlein und Weiblein in Reih und Glied. Sie wissen schon, von was ich rede. Ein harter Wettbewerb, bei dem es um alles geht! Eine erfahrene Jury bewertet die Kandidatinnen und Kandidaten anhand eines strengen Katalogs. Es geht um Maße: nicht zu klein, aber auch nicht zu groß, und schon gar nicht zu dürr. Bulimie war gestern. Nur „rassig sollten sie sein“, so ein Jurymitglied. Am besten blond, mit graziösem Gang und großen, melancholischen Augen, denen niemand widerstehen kann. Mit einstudiertem Lächeln geht es zur Jury. Hier kann kein Dieter Bohlen seinem Seelenleben Ausdruck verschaffen. Es hagelt keine

bösen Sprüche, selbst Anfeindungen der Teilnehmer untereinander sind hier nicht zu finden. „Super gut“, meint die Jury. Ein freundliches Wesen, gut gebogener Behang, aber etwas wenig Stop. Die Golden-Retriever-Hündin Luna ist trotzdem zufrieden und wedelt erhobenen Hauptes js davon.

Fotos: Gerd Altmann/pixelio.de (oben); photocase.de/User:tanala (unten)


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Foto: Matthias Balzer/pixelio.de

Medien Machen statt Kaffee Kochen: freiwilliges soziales Jahr Bei Der Jugendpresse Versprochen: Bei uns wirst du nie Kaffee kochen müssen! Du interessierst dich für Medien, kannst selbstständig arbeiten, Verantwortung für dir übertragene Aufgaben übernehmen und bist team- und serviceorientiert? Dann bist du bei uns genau richtig. Bewirb dich jetzt für dein freiwilliges soziales Jahr in der Kultur (fsJK) bei uns – wir bieten ab 1. September 2009 wieder eine Stelle an.

» was ist ein fsJ?

» was erwartet dich Bei uns?

» Bis 28. feBruar BewerBen!

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur (FSJK) ist ein entlohnter, sozialer Freiwilligendienst für Jugendliche und junge erwachsene unter 27 Jahren. ein FSJK kann als Zivildienst anerkannt werden.

Als Mitarbeiterin in bei Jugendpresse und Jugendnetz wirst du deine eigenen Projekte betreuen und darüber hinaus im Bereich Mitgliederbetreuung, Seminarvorbereitung und Pressearbeit tätig sein. Für das Jugendnetz betreust du das Online-Magazin „thema”.

Wir haben dein interesse geweckt? Dann bewirb dich bis 16. März 2009. Mehr infos zum Bewerbungsverfahren findest du unter www.jpbw.de/fsj

» was ist Jugendpresse / Jugendnetz?

» setze deine ideen uM!

Die Jugendpresse fördert junge Medienmacher und Journalisten durch Seminare, Publikationen und weitere Angebote im Bereich junger Medien. Das Jugendnetz ist eine Gemeinschaftsaktion der großen landesweiten Organisationen der Jugendarbeit in Baden-Württemberg.

Bei uns kannst du deine eigenen ideen von der Planung bis zur Umsetzung begleiten und so nach deinen eigenen interessen die Arbeit unseres Verbandes mitgestalten. Hierbei steht dir neben Ansprechpartnern vor Ort ein junges Team ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen immer zur Seite.

» hast du noch fragen? Weitere Antworten zum FSJ bei Jugendpresse und Jugendnetz findest du unter www.jpbw.de/fsj Du hast weitere Fragen? Wende dich direkt an unser Büro: Tel. 07042 8155-35 Mail: buero@jpbw.de

NOIR - Ausgabe 9: So ein Freak  

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