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Jahresbericht 2007

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Mit seinen ProjektpartnerInnen, den Salesianern Don Boscos und den Don Bosco Schwestern, ist Jugend Eine Welt in mehr als 130 Ländern weltweit vertreten.

Berufsausbildung

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Titelbild: Straßenkinder in der GolASO Fußballschule in Guayaquil/Ecuador.

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Ecuador Stipendien für SchülerInnen aus armen Ver­­hältnissen in der technischen Berufsschule in Esmeraldas. Mehr auf Seite 18. ----------------------------------------------------


Tätigkeitsbereiche

von Jugend Eine Welt

… mit Beispielen aus dem Jahr 2007 „8:0 für Eine Welt“

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Bildungskampagne in Österreich Die acht Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen wurden in ganz Österreich zum Thema gemacht. Mehr auf den Seiten 32–33. ----------------------------------------------------

Betreuung von Straßenkindern

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Nordost-Indien Jugend Eine Welt hilft, Bahnhofskinder in Guwahati von der Straße zu holen. Mehr auf Seite 17. ----------------------------------------------------

Gesundheit und Bildung

Volontariat

Elfenbeinküste Jugend Eine Welt unterstützt eine Gesundheits­ station und Bildungsprojekte für Mädchen. Mehr auf Seite 20. ----------------------------------------------------

Ghana Thomas Strasser unterrichtete ein Jahr an der Technischen Berufsschule in Sunyani. Mehr auf den Seiten 26–27. ----------------------------------------------------

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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, das Jahr 2007 war für Jugend Eine Welt über­­­aus ereignisreich: Mit einer Aktionswoche und einem Jubiläumsfest feierten wir im September „10 Jahre Jugend Eine Welt“. Besonders freuten wir uns über den Besuch von neun Projektpart­nerInnen, die als Botschafter und Bot­­schafter­innen für die Anliegen der Menschen des Südens ganz Österreich bereisten und vielerorts freundlich empfangen wurden: von Bischöfen und Landeshauptleuten, von Schulklassen und Pfarren, von Gemeinden und Fußballvereinen. Großes Bild: Kindergartenkinder in Trincomalee/ Sri Lanka.

Durch diese Aktionswoche konnten wir die ganze Bandbreite unserer Arbeit prä­­­sen­­­­­tieren: Bildung und Ausbildung – vor allem für Kinder und Jugendliche – Gesundheitsverbesserung, Frauenförderung, Umweltschutz und der Ein­­satz für gerechte Rahmenbedingungen innerhalb der Weltgemeinschaft sind die Ziele, zu denen wir uns bekennen. Durch viele Projekt-BesucherInnen wurde uns wieder bewusst, wie groß die Herausforderung ist, die es zu bewältigen gilt: Kindern und Jugendlichen in den ärmsten Ländern unter schwierigsten Bedingungen eine Zukunft zu geben.

Inhalt Schwerpunkt Projektländer Vorwort Geschäftsführer

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Verein Jugend Eine Welt Österreich

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Vereine, GmbH, Tätigkeitsbereiche

6–7

MitarbeiterInnen PartnerInnen, Mitgliedschaften

8–9

Regionalstellen

10–11

10-Jahres-Rückblick

12–15

Projektarbeit

16–23

Volontariat

24–29

Bildungsarbeit

30–33

Finanzen – Zahlen 2007

34–37

Wie Sie uns helfen können

38–39

Impressum 4

2–3

40

Daher freut es mich besonders, dass wir auch 2007 Menschen für die Idee von Jugend Eine Welt begeistern konnten – Volontärinnen und Volontäre, sowie Wohltäterinnen und Förderer, die unsere Arbeit unterstützen. Der Jahresbericht, den Sie in den Händen halten, ist im neuen Erscheinungsbild von Jugend Eine Welt gestaltet. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit diesem Auftritt als das wahrgenommen werden, was wir sind: eine dynamische Organisation, die sich innerhalb des großen Don Bosco Netz­werkes für die Anliegen benachtei­ligter Kinder und Jugendlicher weltweit engagiert. Einsatz­ freude, Hoffnung und Mut mögen uns und Sie begleiten! Vielen Dank, dass Sie mit uns auf diesem Weg in eine bessere Zukunft für alle gehen. Ihr

Ing. Reinhard Heiserer, Geschäftsführer Jugend Eine Welt


Jugend Eine Welt Österreich 10 Jahre für die Kinder dieser Welt

Regionale Infostellen (Stand Jänner 2008)

Vollversammlung

Im Jahr 2007 bestand der Vorstand von Jugend Eine Welt aus folgenden ehrenamtlichen Mitgliedern:

Jugend Eine Welt Österreich St. Veit-Gasse 21 1130 Wien Tel. +43 1 879 07 07 Fax +43 1 879 07 07-15 office@jugendeinewelt.at www.jugendeinewelt.at

Internationale Projektförderung

Volontariat

Infostelle Kärnten Nikolaigasse 27 9500 Villach Tel. +43 664 621 70 41

Vorstand Vorsitz: P. Mag. Petrus Obermüller SDB Vorsitz-Stv.: Ruth Heiserer-Radatz

Infostelle Oberösterreich Miva-Gasse 3 4651 Stadl-Paura Tel. +43 664 621 70 40 Infostelle Tirol Heiliggeiststraße 16 6020 Innsbruck Tel. +43 664 621 69 73

Geschäftsführung Reinhard Heiserer

Entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Fundraising

Organisation & Verwaltung

Entstehung, Organisationsform und Zweck des Vereins In seiner Gründungsversammlung am 28. Juni 1997 wurde der gemeinnützige, rechtlich unab­­hängige und eigenständige Verein Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Austria ins Leben gerufen. Seit einer Umstrukturierung im Jänner 2007 heißt der Verein Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich und ist im Vereinsregister unter der ZVR-Zahl 843744258 registriert. Gemeinsam mit dem Verein Jugend Eine Welt International (ZVR-Zahl 315320774) betreibt Jugend Eine Welt Österreich die Don Boscos Service GmbH.

Der Zweck von Jugend Eine Welt Österreich ist die Förderung nationaler und internationaler Jugendhilfe sowie nachhaltiger Entwicklungszusammen­arbeit. Jugend Eine Welt Österreich hat als eine der ersten österreichischen Non-Profit-Organisa­ tionen das Spendengütesiegel am 14.11.2001 erhalten und ist seit diesem Zeitpunkt ununterbrochen berechtigt, das Spendengütesiegel zu führen.

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Die Jugend Eine Welt Gruppe Verein Jugend Eine Welt International

Verein Jugend Eine Welt Österreich

Großes Bild: Thomas Zobernig, ehemaliger Volon­tär in Ecuador, mit Straßenkindern.

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Don Bosco Service GmbH

Im Jänner 2007 wurde der bisherige Verein Jugend Eine Welt Austria neu strukturiert. Als Hauptverein wurde Jugend Eine Welt International gegründet, um rascher auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Aus dem Verein Jugend Eine Welt Austria wurde der Zweigverein Jugend Eine Welt Österreich. Zusätzlich wurde die Firma „Don Bosco Service GmbH“ gegründet, deren Eigentümer die beiden Vereine Jugend Eine Welt Interna­ tional und Jugend Eine Welt Österreich sind.

Hauptaktionsfeld der Don Bosco Service GmbH liegt im Vertrieb von Bällen, Krippen, Büchern, etc. Diese drei neuen Organisationen treten seither unter dem gemeinsamen Namen „Jugend Eine Welt Gruppe“ auf. Im Zuge der Umstrukturierungen wurde Jugend Eine Welt Österreich auch um drei regionale Infostellen erweitert. Nunmehr sind engagierte MitarbeiterInnen von Jugend Eine Welt auch in den Bundesländern Kärnten, Oberösterreich und Tirol aktiv.


Tätigkeitsbereiche

von Jugend Eine Welt Österreich

Die Hauptpfeiler der Vereinstätigkeit sind: • Internationale Projektförderung und -vermittlung in mehr als 130 Ländern weltweit • Volontariat für junge ÖsterreicherInnen • Entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Anwaltschaft und Bewusstseinsbildung in Österreich • Fundraising und Spendensammlung zur Aufbringung der Projektmittel und Spender­Innenservice.

Internationale Projektförderung Bildung und Ausbildung ist die Basis der Projekt­ arbeit von Jugend Eine Welt. Mit den Salesianern Don Boscos und den Don Bosco Schwestern unterstützt der Verein Bildungs-, Aus­­­­bil­dungs- und Nothilfe-Projekte in mehr als 130 Ländern weltweit. Mehr auf den Seiten…

Volontariat Eine der Hauptsäulen von Jugend Eine Welt ist das Volontariat. Dabei handelt es sich um einen freiwilligen Einsatz zugunsten von benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa. Mehr auf den Seiten…

Entwicklungspolitische Bildungsund Öffentlichkeitsarbeit in Österreich Jugend Eine Welt informiert mit öffentlich wirksamen Aktivitäten über die Hintergründe, die Projektarbeit und die Lebensumstände in den Projektländern. Ziel ist es vor allem, einen solidarischen Lebensstil, die Bekämpfung der Armut (Millennium-Development-Goals) sowie den Fairen Handel zu kommunizieren.

Spenden und Fundraising Spenden tragen zum Schutz, zur Bildung und zur Stärkung der Rechte von chancenlosen Kindern und Jugendlichen bei. Helfen kann man bei Jugend Eine Welt aber auch durch Kommunikation und persönliches Engagement.

Bilder oben von links nach rechts: Lehrling im Berufsausbildungszentrum in Gambela/ Äthiopien; die VolontärInnen Monika Juranek und Sarah Rossmann mit ihren Schützlingen in Sambia; BerufsschülerInnen der Don Bosco Schule in Zepce/ Bosnien; die Kampagne „Fußball für Straßenkinder“ mit Unterstützung der österreichischen Nationalmannschaft.

Neuer Auftritt von Jugend Eine Welt in der Öffentlichkeit Seit Jänner 2008 präsentiert sich Jugend Eine Welt in neuem Kleid. Die gesamte Organisation bekam eine eigene Unternehmens-Identität (Corporate Identity). Damit verbunden war auch ein Logowechsel.

Nunmehr erscheint der Schriftzug Jugend Eine Welt mit rotem, wachsendem Ball, der sowohl die Weltkugel, „Eine Welt“, als auch den Ball – im Hinblick auf die Fußballprojekte von Jugend Eine Welt – symbolisiert. 7


MitarbeiterInnen

von Jugend Eine Welt Österreich

Geschäftsführung und Vorstand

Ing. Reinhard Heiserer Geschäftsführung – CEO

P. Mag. Petrus Obermüller SDB Vorstandsvorsitzender – Leitung Volontariat

Mag. Massimiliano Schilirò Assistent der Geschäftsführung

Mag. Anita Leutgeb Internationale Projekte

Mag. Ines Refenner Internationale Projekte

Internationale Projekte Mag. Karin Hintersteiner Stv. Geschäftsführung – Leitung Internationale Projekte

Volontariat

Mag. Hannes Velik Internationale Projekte

Fundraising

Mag. Maria SchelkshornMagas Volontariat

Stefan Gusenleitener Volontariat

Kommunikation Bildung Öffentlichkeitsarbeit SpenderInnenservice Mag. Sandra Jetzinger Presse- und Öffentlichkeits­ arbeit

Mag. Georg Bauernfeind Fundraising

Mag. Robert Gerstbach-Muck Leitung Kommunikation

DI Erwin Hinterholzer Bildung und Kampagnen

Mag. Christiane Rein Bildung und Kampagnen (Karenzver­ tretung)

Mag. Ingrid Klein Bildung und Kampagnen

Ernestine Tesmer SpenderInnenservice und Fundraising

Kathrin Ivancsits Öffentlichkeits­ arbeit und Fundraising

Nicola Faustin Sekretariat

Ing. Robert Gärtner IT-Verant­ wortlicher

Hildegard Pesendorfer Infostelle Oberösterreich

Mag. Wolfgang Quintero Infostelle Tirol

Finanzen und Organisation Mag. Marianne Tiki Leitung Finanzen – Controlling – Personal

Mag. Monika Dankova Ostprojekte – Buchhaltung

Regionale Infostellen

Erika Reisenegger Auszubildende

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Mag. Barbara Velik Infostelle Kärnten

E-Mail Adresse der MitarbeiterInnen: vorname.nachname@jugendeinewelt.at


Danke Tatkräftige HelferInnen − eine unschätzbare Stütze! Ohne die tatkräftige Hilfe von freiwilligen und/ oder kurzfristigen HelferInnen, StudentInnen, PensionistInnen und auch ehemaligen MitarbeiterInnen wären viele Aktionen im Jahr 2007 nicht umsetzbar gewesen! Vor allem ehemalige VolontärInnen haben die Vereinsarbeit durch die Übernahme von ehrenamtlichen Tätigkeiten wie die Mithilfe bei Büroarbeiten, die Durchführung von Diavorträgen, die An­­wesenheit bei Informationsveranstaltungen – insbesondere bei der Kampagne „8:0 für Eine Welt“ – unterstützt. Danke an alle, die bei der Vereinsarbeit mitgeholfen haben!

Alles Gute für die Zukunft! Im Laufe des Jahres 2007 hat Mag. Barbara Velik die Organisation verlassen. Wir sagen ein herzliches Dankeschön für deinen Einsatz und wünschen alles Gute für deine neuen Aufgaben!

Großes Bild: Markus Fröhlich betreut ehrenamtlich den Stand der Berufsbildungsmesse Best.

Jugend Eine Welt kooperiert mit ausgewählten Fachorganisationen Die wichtigsten PartnerInnen von Jugend Eine Welt sind: Salesianer Don Boscos (SDB) weltweit www.sdb.org Salesianer Don Boscos (SDB) Österreich www.sdb.at Don Bosco Schwestern (FMA) weltweit www.cgfmanet.org Don Bosco Schwestern (FMA) Österreich www.donbosco.at Missionsprokur der Salesianer Don Boscos in Wien www.donbosco.at Missionsprokur der Salesianer Don Boscos in Bonn/Deutschland www.donboscomission.de Jugend Dritte Welt (J3W) in Bonn/Deutschland www.jugenddrittewelt.de Jugendhilfe Lateinamerika – Vereinigung Don Bosco Werk www.juhila.ch

Jugend Eine Welt ist u.a. Mitglied bei: Don Bosco Network (DBN) www.donbosconetwork.org Don Bosco Youth Net www.donboscoyouth.net Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO) www.koo.at Globale Verantwortung, Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe www.globaleverantwortung.at Interessensvertretung österreichischer gemeinnütziger Vereine (IÖGV) www.iogv.at Netzwerk für Friede und Gewaltfreiheit www.friedensnetzwerk.at Verein für ethisch orientierte Investoren www.cric-ev.de Oikocredit www.oikocredit.org 9


Jugend Eine Welt auch in

Oberösterreich, Tirol, Kärnten Großes Bild: Kicken für den guten Zweck beim „Youth Point Don Bosco Siebenhügel“ in Klagenfurt/ Kärnten.

Jugend Eine Welt Infostelle Kärnten Seit 2006 arbeiten zwei MitarbeiterInnen der Infostelle Kärnten unermüdlich daran, die weltweite Arbeit in den Jugend Eine Welt Projekten der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern zu unterstützen und in Kärnten bekannt zu machen. Klein aber fein ist das Büro der Infostelle in der Nikolaigasse 27, in Villach, wo jeder herzlich willkommen ist! Fußball für Straßenkinder Mit einer Kooperationszusage durch Bischof Dr. Alois Schwarz wurde mit voller Kraft und Zuversicht das Jahr 2007 gestartet. Vereinbart wurde die Umsetzung einer gemeinsamen Veranstaltung zum Thema „Fußball für Straßenkinder“, ein Projekt das die KärntnerInnen für internationale Straßenkinderprojekte sensibilisieren soll. Menschen gesucht, die unterstützen Zentraler Punkt der Arbeit 2007 in Kärnten war es, Menschen für die Don Bosco Hilfs­ projekte von Jugend Eine Welt zu begeistern. So wurden bei Infoständen und Workshops gleichzeitig auch Geld- und Sachspenden für die weltweiten Don Bosco Projekte gesammelt. Jugend Eine Welt informierte zum Beispiel mehr als 200 BesucherInnen beim Don Bosco Fest am 2. Juni 2007 in der Pfarre St. Ruprecht in Klagenfurt. Internationale Projekte von Kärnten aus Weltweite Entwicklungsprogramme wurden durch den Projektverantwortlichen Hannes

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Velik ausgearbeitet. „Dank der guten Zusammenarbeit mit der Austrian Development Agency konnten ländliche Entwicklungsprojekte in Mosambik und Nepal erfolgreich umgesetzt werden“ so Velik, der von Beginn an für Jugend Eine Welt tätig ist. Die Kärntner Medien als Partner Die Kontakte zu den Medien wurden 2007 intensiviert. Eine besonders große Hilfe dabei war die Berichterstattung in „Der Sonntag“. Nachdem Jugend Eine Welt kein Werbebudget zur Verfügung steht, ist die Unterstützung der Medien besonders wichtig. Hiermit ein herzliches Dankeschön an die Kärntner Medien für die bisherige Unterstützung! Infostelle Kärnten Nikolaigasse 27 9500 Villach Tel. +43 664 621 70 41

Jugend Eine Welt Infostelle Oberösterreich Seit 1. Juni 2007 gibt es die Infostelle von Jugend Eine Welt im oberösterreichischen Stadl-Paura, eingemietet im Bürohaus unserer Partnerorganisation MIVA. Büroeinweihung am 15. Juni 2007 Zur feierlichen Segnung des Büros durch Pater Petrus Obermüller waren Reinhard Heiserer, Geschäftsführer Jugend Eine Welt, Karin Hintersteiner, stellvertretende Geschäftsführerin, und Stefan Gusenleitner, Volontariat, aus Wien angereist. Gekommen waren auch der Pfarrer und der Bürgermeister von Stadl-Paura, Pater


Paulus Fuchshuber und Alfred Meisinger, sowie Heribert Ableidinger, Geschäftsführer vom Welthaus Linz, Pater Albert Opitz, Franz Xaver Kumpfmüller, Geschäftsführer der MIVA, mit seinen MitarbeiterInnen und viele andere. Danke nochmals an alle für die guten Wünsche! Besuch aus Ecuador Thema der Kampagne „8:0 für Eine Welt“ in Oberösterreich war das Millenniumsziel Nr. 7 „Nachhaltige Umwelt sichern“. Dazu war Pater Javier Herrán SDB aus Ecuador zu Besuch. Johanna Neuhauser, ehemalige Volontärin in Ecuador, übersetzte vom Spanischen ins Deutsche. Neben vielen öffentlichen Auftritten in Schulen, bei Abendveranstaltungen und Diskussionsrunden war ein Highlight eine Einladung zur Internationalen Zukunftskonferenz zum „Global Marshall Plan“ durch Landesrat Rudi Anschober in Bad Schallerbach. Außerdem luden Landesrat Dr. Josef Stockinger und Generalvikar DDr. Severin Lederhilger in ihr Büro und nahmen die Aufforderung von P. Herrán entgegen, weiter am Ball für nachhaltige Umweltsicherung zu bleiben. Im Studio des „Education Highway“ nahm P. Herrán gemeinsam mit „Öko Himal“ an einer interaktiven Online-Diskussion zum Thema „Globale Nachhaltigkeit – eine Utopie?“ teil. Am Ende der intensiven Vortragstätigkeit kreuz und quer durch Oberösterreich wurde Pater Herrán mit einer echten Linzer Torte verwöhnt. Infostelle Oberösterreich Miva-Gasse 3 4651 Stadl-Paura Tel. +43 664 621 70 40

Jugend Eine Welt Infostelle Tirol Seit 1. Jänner 2007 ist Jugend Eine Welt mit einer Infostelle im Bundesland Tirol, repräsentiert doch Wolfgang Quintero, vertreten. Die wichtigsten Aktivitäten 2007 waren:

Intensivierung des Kontakts zu ehemaligen Tiroler VolontärInnen Wolfgang Quintero ist es ein besonderes Anliegen, mit den ehemaligen VolontärInnen aus Tirol vermehrten Kontakt zu pflegen. So organisierte er monatlich ein Treffen mit den jungen Leuten im Welthaus Innsbruck, wo in einer netten Kulturrunde Erfahrungen ausgetauscht wurden. Ohne die tatkräftige Unterstützung der Freiwilligen bei der Arbeit von Wolfgang Quintero in Tirol wären viele Aktivitäten nicht möglich gewesen! Vielen Dank an alle! Besuch aus dem Sudan Höhepunkt der Arbeit in Tirol im letzten Jahr war auch hier die Kampagnen-Woche „8:0 für Eine Welt“ im September 2007. Das Bundesland stand unter dem Motto von Millenniumsziel Nr. 6 „Krankheiten bekämpfen“. Die Don Bosco Schwester Aleksandra Bartoszewska FMA, die im Sudan eine Gesundheitsstation betreibt, war eine Woche lang in Tirol zu Gast. Sie absolvierte Termine wie zum Beispiel einen Besuch beim Bischof, der Vertreterin des Außenamtes Tirol sowie dem Sekretär des Bildungsamtes. Der Kontakt mit dem Außenamt mündete einige Monate später in die positive Beantwortung eines Ansuchens um Unterstützung für Jugend Eine Welt. Der Höhepunkt der Woche war ein Benefizkonzert für das Projekt von Sr. Aleksandra. Dieses Konzert wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturgasthaus „Bierstindl“ und der „Initiative Minderheiten“ organisiert. Die dort auftretende Sängerin Gina trat zugunsten des Projektes kostenlos auf und Sr. Aleksandra präsentierte Bilder von ihrer Station und über ihre Arbeit. Die Don Bosco Schwester beeindruckte sehr durch ihre große Bescheidenheit.

Bilder oben, von links nach rechts: Infoabend über Jugend Eine Welt mit Projektbesucher P. Américo Chaquisse SDB aus Mosambik in Maria Saal/ Kärnten; P. Javier Herrán besucht Generalvikar DDr. Severin Lederhilger in Linz/ Oberösterreich; in Tirol war Sr. Aleksandra Bartoszewska zu Besuch; Bildungsaktion zum „Tag des Balles“ mit der freiwilligen Helferin Monika Juranek.

Jugend Eine Welt möchte sich sehr herzlich bei den UnterstützerInnen in Tirol bedanken! Infostelle Tirol Heiliggeiststraße 16 6020 Innsbruck Tel. +43 664 621 69 73

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Großes Bild: Nothilfe-Aktion für die hungernden Kinder im Sudan 2007.

Bilder oben, von links nach rechts: Nach mehrjähriger Arbeit als Entwick­lungshelfer in Ecuador gründete Reinhard Heiserer den Verein Jugend Eine Welt; die Verleihung des Österreichischen Spendengüte­siegels an Jugend Eine Welt 2001; die Kampagne „Fußball für Straßenkinder“ 2002 mit österreichischen Nationalspielern, dem Olympiapfarrer P. Bernhard Maier SDB und Hans Krankl; im Jahr 2004 startet der Heißluftballon in Form eines fair gehandelten Fußballs.

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10 Jahres Rückblick

1997

2000

1998

Jugend Eine Welt unterstützt das Don BoscoHeim „Fili“ in Moskau. Es werden Lebensmittel und Medikamente angekauft und die Betreuungskosten für die „Metrokinder“ finanziert. ----------------------------------------------------

---------------------------------------------------28. Juni 1997: Der Verein Jugend Eine Welt wird gegründet und nimmt seine Arbeit auf. ----------------------------------------------------

---------------------------------------------------Jugend Eine Welt ist seit 1998 vom Innen­ ministerium (BMI) anerkannte Trägerorganisation für Sozialdienste im Ausland. ----------------------------------------------------

1999

---------------------------------------------------Starthilfe für motivierte Jugendliche: Jugend Eine Welt unterstützt Br. Günter Maier SDB im Berufsausbildungszentrum in Sunyani, Ghana. Die Zeitschrift „Don Bosco Weltweit“ informiert erstmals SpenderInnen und Interessierte über Beispielprojekte und entwicklungspolitische Aktivitäten von Jugend Eine Welt. ----------------------------------------------------

---------------------------------------------------1. Oktober 2000: Die Jugend Eine Welt Homepage geht online.

2001

---------------------------------------------------Jugend Eine Welt erhält am 14.11.2001 als eine der ersten österreichischen Non-ProfitOrganisationen das Spendengütesiegel. Die traurigen Ereignisse vom 11. September veranlassen Jugend Eine Welt sich verstärkt für Friedensprojekte einzusetzen. Zum Beispiel im Krisengebiet Bosnien-Herzegowina, ˇepc wo in Z ˇe eine Berufsschule für Jugendliche aus moslemischen, orthodoxen und katholischen Familien entsteht. ----------------------------------------------------


2002

---------------------------------------------------Jugend Eine Welt wird fünf Jahre alt! Die Kampagne „Fußball für Straßenkinder“ wird ins Leben gerufen. Mit Spenden und dem Verkaufserlös fair gehandelter Fußbälle werden Bildungs- und Freizeiteinrichtungen für Straßenkinder in Lateinamerika und Afrika unterstützt. Bis heute wurden ca. 10.000 Fußbälle verkauft. Aktion Kleingeld: Mit dem Jahreswechsel 2001/2002 kommt auch der Wechsel vom Schilling zum Euro. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen wird übrig gebliebenes Kleingeld gesammelt und für wohltätige Zwecke gespendet. ----------------------------------------------------

2003

---------------------------------------------------18. Oktober 2003: Jugend Eine Welt ist Gründungsmitglied von Don Bosco Network. Es vereinigt NROs aus Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und Österreich, die die Arbeit der Salesianer Don Boscos ideell und finanziell unterstützen. Jugend Eine Welt leistet finanziellen Beitrag zur Aufbauhilfe im durch Bürgerkrieg zer­ störten Liberia. ----------------------------------------------------

2004

---------------------------------------------------Per 1. Jänner schließt Jugend Eine Welt eine Rahmenvereinbarung mit der für die Abwicklung von öffentlicher Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Austrian Development Agency (ADA). 23. April 2004: Der erste Heißluftballon in Form eines fair gehandelten Fußballs startet – ein weithin sichtbares Zeichen gegen Kinderarbeit und und für ein solidarisches Miteinander.

26. Dezember 2004: Der Tsunami verwüstete große Küstenabschnitte Asiens. Neben Thailand, Indien und Indonesien zählt Sri Lanka zu den am stärksten betroffenen Ländern. Jugend Eine Welt leistet Not- und Wiederaufbauhilfe. ----------------------------------------------------

2005

---------------------------------------------------Brot für Bethlehem: Über 530 handgeschnitzte Olivenholzkrippen aus dem Heiligen Land finden Platz unter Österreichs Christbäumen. Unterstützt wird mit der Aktion die Bäckerei der Salesianer Don Boscos in Bethlehem, die täglich die ärmsten Familien mit Brot versorgt. Vom 9.–12. Oktober besucht Kardinal Oscar Rodriguez Jugend Eine Welt. In Wien trifft er unter anderem Bundespräsident Heinz Fischer.

Bilder oben, von links nach rechts: Jugend Eine Welt ist nach dem Tsunami 2004 unter den ersten NothilfeOrgani­sationen auf Sri Lanka; 2005 besucht Kardinal Oscar Rodriguez Öster­reich; die Don Bosco Sr. Maria Wachtler FMA feiert das 40-jährige Jubi­läum ihrer Arbeit mit den Yanomami in Venezuela; Schüler der GolASO Fußball­schulen in Ecuador.

Sr. Maria Wachtler FMA feiert ihren 70. Geburts­tag. Seit mehr als 40 Jahren lebt und arbeitet die Burgenländerin bei den Yanomami in Venezuela. Jugend Eine Welt unterstützt sie seit Bestehen der Organisation. ----------------------------------------------------

2006

---------------------------------------------------Zum ersten Mal seit 1967 besucht P. Joseph Kindslehner seine Heimat Waidhofen an der Ybbs und auch Jugend Eine Welt. In Patagonien, Argentinien, leitet er ein von ihm entwickeltes Landwirtschaftsprogramm.

Die Entwicklung der Spendeneinnahmen von 1997 bis 2007 lesen Sie auf S. 37.

Ecuador steht im im Achtel-Finale der Fußball WM. Große Freude auch in den GolASO Fußballschulen, die durch die Kampagne „Fußball für Straßenkinder“ unterstützt werden. Startschuss für die Kampagne „8:0 für Eine Welt“. ----------------------------------------------------

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Großes Bild: Die BesucherInnen samt den BundesländerKoordinator­Innen bei der Jubiläumsfeier.

Bilder rechts, von links nach rechts: Heilige Messe zum 10 Jahres Jubiläum von Jugend Eine Welt; P. Javier Herrán SDB referiert über seine Erfahrungen in Ecuador; P. Johann Kiesling SDB freut sich über zwei neue PKWs für seine Arbeit; P. Josef Keler SDB bei seiner Rede zur 10 Jahres Feier; Georg Bauernfeind, Jugend Eine Welt – Fundraiser und Kabarettist, sorgt für witzige Pointen; die Schü­lerInnen der HBLA Bergheidengasse/ Wien-Hietzing verwöhnen mit einem inter­nationalen Buffet.

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10 Jahres Feier

von Jugend Eine Welt Österreich

2007

---------------------------------------------------Im September feiert Jugend Eine Welt 10. Geburtstag. 10 Jahres Feier von Jugend Eine Welt Gemeinsam mit MitarbeiterInnen, Unterstützer­ Innen, FreundInnen und ProjektpartnerInnen aus aller Welt feiert die Organisation am 28. September 2007 ihren zehnten Geburtstag. Im Rahmen eines Festakts kommen Gratulant­ Innen und FreundInnen aus Österreich und aus vielen Ländern der Welt zu Wort. Einige sind vor Ort, andere, wie etwa Oberösterreichs Bischof Ludwig Schwarz, richten ihre Glückwünsche per Videobotschaft an Jugend Eine Welt.

Im Rahmen einer Autosegnung werden zwei neue Geländewagen an P. Johann Kiesling SDB für seine Arbeit im Kongo übergeben. Jugend Eine Welt arbeitet schon seit vielen Jahren mit der Organisation MIVA zusammen. Die SchülerInnen der HBLA Bergheidengasse aus Wien-Hietzing kreieren ein internationales Buffet, bei dem auch ein Jubiläumswein von Jugend Eine Welt serviert wird. Das anschließende Kulturprogramm umfasst globalisierungskritisches Kabarett von Georg Bauernfeind, brasilianischen Sound mit Flavio Marques und der Band „Free Samba Style“ sowie Weltmusik vom Feinsten mit DJ Thomas Divis. ----------------------------------------------------

In den letzten zehn Jahren wurden über 870 Projekte unterstützt und dafür ca. 15 Millionen Euro an Spenden gesammelt. Mehr als 250 VolontärInnen leisteten ihren freiwilligen Einsatz mit Jugend Eine Welt.

Vielen Dank an alle Förderer und SpenderInnen für die Unterstützung in den letzten 10 Jahren!

www.jugendeinewelt.at/10Jahre 15


Internationale Projektförderung Großes Bild: Schule unter freiem Himmel für Kinder in Nordost-Indien.

Bildung und Ausbildung sind Schwerpunkte der Projektförderung von Jugend Eine Welt Bildung und Ausbildung ist der Schlüssel zu einem eigenverantwortlichen Leben. Viele Don Bosco Schulen bilden nicht nur aus, sondern bieten auch Integrations- und Fortbildungsprogramme an. Junge Menschen sollen nicht nur ausgebildet werden, sondern nachhaltig am Arbeitsmarkt Fuß fassen. Jugend Eine Welt förderte seit seinem Bestehen über 870 Projekte in großen Teilen Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Osteuropas. MitarbeiterInnen von Jugend Eine Welt überprüfen regelmäßig die Don Bosco Projekte und informieren sich vor Ort über den Fortgang der geförderten Programme.

Nothilfe und Wiederaufbau nach Katastrophen Die ProjektpartnerInnen von Jugend Eine Welt sind in mehr als 130 Ländern aktiv, deshalb können sie in Notsituationen sofort helfen. In solchen Fällen hilft Jugend Eine Welt nach Verfügbarkeit der finanziellen Mittel. Im Jahr 2007 half Jugend Eine Welt der von brutalen Überfällen heimgesuchten Bevölkerung in der westsudanesischen Region Dafur, startete Soforthilfe für die Opfer des Tsunami auf den Salomoninseln im Mai oder Nothilfe für die Erdbebenopfer in Peru im August. Auch bei den Überschwemmungen in Äthiopien im August und der Flüchtlingswelle in der demokratischen Republik Kongo im November konnte Jugend Eine Welt 2007 effektive und unbürokratische Soforthilfe leisten. In vielen Fällen organisieren die Don Bosco ProjektpartnerInnen nach humanitären Krisen Wiederaufbauprogramme. Sie leisten so ihren Beitrag zu einem langfristigen Entwicklungsprozess, wie 2007 z.B. im Südsudan durch ein landwirtschaftliches Bildungsprogramm.

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Guwahati

Projektbeispiel Nordost-Indien

Guwahati liegt im Bundesstaat Assam; die größte Stadt Nordost-Indiens mit mehr als 900.000 Einwohnern; in der Region leben verschiedenste Volksgruppen mit unterschiedlichen Kulturen, mehr als 60 Sprachen werden gesprochen. Die ethnische Zusammensetzung, vor allem aber separatistische Bewegungen sorgen immer wieder für Konfliktstoff und Unruhen. Soziale Probleme: Arbeitslosigkeit, Analphabetismus und mangelnde Kinderrechte.

Snehalaya − Das Haus der Liebe − Jugend Eine Welt hilft, Bahnhofskinder in Nordost-Indien von der Straße zu holen Es wird schon dunkel. Doch von ruhiger Abend­ stimmung ist auf dem Bahnhof von Guwahati wenig zu spüren. Es wimmelt vor Menschen, sie sitzen auf ihren Koffern, kommen gerade an oder warten auf einen Zug. An dem kleinen Verkaufsstand trinken sie Tee, plaudern. Auch Steven hat sich einen Becher Tee zur Stärkung gegönnt. Seit dem frühen Morgen ist er auf den Beinen. Der Sozialarbeiter betreut den „Children’s Assistance Booth“, einen Stand direkt an der Ankuftsplattform des Bahnsteiges. Der Stand ist rund um die Uhr besetzt. Hier ist es, wo der erste Kontakt mit den täglich an­­kommenden Kindern und Jugendlichen, die von Zuhause weggelaufen sind, geknüpft wird. Mit mehr als 900.000 Einwohnern ist die Stadt Guwahati mit Abstand die größte Stadt in Nord­­ost-Indien. Täglich kommen etwa 20 Züge an den sechs Plattformen des Bahnhofs an. Unter den Fahrgästen auch sechs- bis achtzehnjährige Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen hat Gewalt in der Familie oder die weit verbreitete Armut in der 27 Millionen Einwohner zählenden und von Unruhen erschütterten Region hierher getrieben. Ohne Ticket bestreiten sie die Reise durch Betteln, Reinigen von Zugabteilen oder den Verkauf gesammelter Plastikflaschen, Zeitungen und Magazinen. Das hat ihnen den Spitznamen „Railway-Kids“ eingebracht. Nach ihrer Ankunft sind die jungen Menschen bereits in Gefahr: Kinderhändler fangen die AusreißerInnen bereits am Bahnsteig ab, um sie zur Zwangsarbeit zu verpflichten. Für Mädchen besteht zusätzlich die Gefahr, zur Prostitution gezwungen zu werden. Jene Railway-Kids, die nicht in die Hände der Kinderhändler fallen, machen die EisenbahnPlattform zu ihrer neuen Heimat. Sie verdienen etwas Geld durch kleine Dienste wie Koffertragen und ernähren sich von übrig gelassenem Essen in den Zugabteilen. Der Bahnhof ist verlockend, denn hier können sie gratis

fernsehen, finden Schutz vor Sonne und Regen und einen Schlafplatz für die Nacht. Viele sind suchtgiftabhängig. Das Schnüffeln von Klebstoff ist hier besonders populär. Jährlich werden etwa dreihundert Kinder ins Projekt „Snehalaya“ aufgenommen. SozialarbeiterInnen kontaktieren sie am Bahnhof, Busbahnhof oder auf den Märkten. Es gibt aber auch Kinder, die sich selbst beim „Haus der Liebe“ melden. Eine kostenlose Servicenummer, die sogenannte Childline, wurde zu­­sätzlich eingerichtet. Hier können Kinder und Jugendliche, die Probleme haben, Tag und Nacht anrufen und erhalten sofortige Unterstützung. Zu den örtlichen Autoritäten wurde ein gutes Verhältnis aufgebaut. Oft werden Kinder auch von der Polizei aufgegriffen und ins „Haus der Liebe“ gebracht. Eine Zusammenführung mit ihren Familien ist bei etwa einem Drittel der Kinder möglich.

Bilder oben, von links nach rechts: Straßenkinder im Snehalaya-Zentrum in Guwahati/ Nordost-Indien; der Sozialarbeiter Steven mit den Bahnhofskindern am Bahnhof von Guwahati.

„Wir versuchen, zu den Kindern möglichst gleich nach ihrer Ankunft in Guwahati Kontakt aufzunehmen“, erklärt Steven, Sozialarbeiter im Projekt: „Vor allem achten wir darauf, dass sie nicht in die falschen Hände geraten. Wir reden mit ihnen, bieten unsere Hilfe an. Es dauert immer eine Weile, bis sie uns vertrauen. Bei einigen der Ausreißer gelingt es uns, herauszufinden, woher sie kommen und ihre Eltern zu kontaktieren.” Aber nicht alle wollen nachhause zurück. Dann werden sie in einem der Snehalaya-Heime untergebracht. Allmählich passiert eine lang­­s­ame Gewöhnung an einen geregelten Tagesablauf. Nach einiger Zeit gehen die Kinder auch wieder zur Schule oder beginnen eine Berufsausbildung. „Es ist nicht unser Ziel die Kinder im Haus zu behalten. Vielmehr geht es uns darum, die Kinder auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten“, erzählt P. Arricat. 17


Projektbeispiele Ecuador

Esmeraldas

Ecuador (span. República del Ecuador); Republik im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru; zweitärmstes Land Südamerikas (gemessen am BIP pro Kopf nach Kaufkraftparitäten); 14 Millionen Einwohner; Hauptstadt: Quito (im Hochland auf 2800 m); größte Stadt: Guayaquil.

Technische Berufschule Esmeraldas Stipendien für SchülerInnen aus armen Verhältnissen Bilder oben: Schulklasse der technischen Berufsschule in Esmeraldas.

Bruder Sandro Gavinelli SDB ist geborener Italiener und lebt seit über 20 Jahren in Ecuador. Er ist Direktor der technischen Berufschule „San Rafael“ in der ecuadorianischen Küstenstadt Esmeraldas. Die technische Berufschule liegt im gleich­ namigen Stadtteil von Esmeraldas. 80% der insgesamt 300 SchülerInnen der Schule kommen aus der direkten Umgebung, dem Tal San Rafael. Dort wohnen überwiegend Migrant­ Innen, die nach einer Sturmflut im Jahr 1982 in dieses Gebiet gezogen sind. Nicht einmal die grundlegende Infrastruktur (Straßen, Kanalisation, Trinkwasser, Ausbildungs-, Erholungs- und Gesundheitszentren) ist bisher in allen Straßen des Siedlungsgebietes geregelt. Wodurch insbesondere der Ausbruch verschiedener Krankheiten wie Malaria, Typhus, Atemwegserkrankungen und Durchfall begünstigt wird. Besonders kleine Kinder sind davon betroffen. Die Häuser der Familien sind durchwegs aus Schilf oder Holz gebaut. Viele Kinder stammen aus ungeregelten Familienverhältnissen, bei denen meist Mütter Alleinerzieherinnen sind. Die Frauen, und manchmal auch die älteren Kinder, müssen verschiedene Arbeiten annehmen, um das Überleben der Familie zu sichern. Aufbauend auf diesem Hintergrund hat die technische Berufsschule San Rafael ein Stipendienprogramm eingerichtet, das vor allem Jugendlichen aus minder bemittelten Familien den Schulbesuch und das Erlernen eines Berufes ermöglichen soll. Es kommen ca. 85% der Schülerinnen und Schüler aus Familien mit niedrigem Einkommen. Die Berufschule San Rafael bietet insgesamt 400 SchülerInnen vier Ausbildungszweige in

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Tischlerei, Informatik, Elektronik sowie Metall­verarbeitung an. Die Ausbildung dauert drei Jahre, und die AbsolventInnen schließen mit einer staatlich anerkannten Prüfung als ausgebildete ArbeiterInnen ab. Die Chancen, nach absolvierter Schulbildung einen Arbeitsplatz zu bekommen, sind groß, da die Schule einen guten Ruf hat. Einige AbsolventInnen schließen sich auch nach Ende ihrer Schullaufbahn zusammen und gründen ihr eigenes Unternehmen. Derzeit interessieren sich die meisten Schüler­ Innen für eine Ausbildung im Informatikbereich. Knapp die Hälfte aller Studierenden hat diese Fachrichtung gewählt. Vor allem Mädchen möchten Computerkenntnisse erwerben, um später einmal im Dienstleistungsbereich arbeiten zu können. Auch die SchülerInnen der anderen Fachgebiete erhalten EDV-Unterricht, damit sie den grundlegenden Umgang mit dem Medium kennen lernen. Sollten Sie ein­mal ihr eigenes Unternehmen gründen, müssen sie ihre Logistik und Buchhaltung per Computer erledigen können. Alex Gutierrez ist 17 Jahre alt. Er lebt gemeinsam mit seinem Bruder bei seiner Großmutter, da seine Mutter vor sieben Jahren verstorben ist und sein Vater in einer anderen Stadt Arbeit gefunden hat. Alex besucht die dritte Klasse im Ausbildungszweig Metallverarbeitung. Die Schule gibt ihm eine neue Lebensperspektive und seine größte Hoffnung besteht darin, seiner Oma bald finanziell unter die Arme greifen zu können. Er möchte einen guten Job bekommen und mit dem verdienten Geld das Häuschen, in dem er wohnt, verbessern und für den Unterhalt der Großmutter und seines Bruders sorgen können.


Esmeraldas Santo Domingo

San Lorenzo Quito

Guayaquil

GolASO − Fußballschule für Straßenkinder Eine Zukunftsperspektive für benachteiligte Kinder und Jugendliche GolASO ist eines der Programme, die das Salesianerprojekt „Chicos de la Calle“ (Buben und Mädchen von der Straße) auf der Suche nach einer Verbesserung der Lebenssituation der Zielgruppe durchführt. Die Methode des Projekts basiert auf der sportlichen Betätigung – in diesem Fall dem Fußball (Gol=Tor). Der Sport dient als Mittel, nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Kinder anzubieten, sondern sie Werte wie Selbstwertgefühl (Autoestima), Solidarität und Organisation zu lehren. Die Fußballschulen von GolASO funktionieren in den ecuadorianischen Städten Quito, Guayaquil, Santo Domingo, Esmeraldas und San Lorenzo mit unterschiedlich vielen Teams. Insgesamt waren im Jahr 2007 580 Kinder und Jugendliche zur Teilnahme in GolASO registriert, von denen 80% regelmäßig an den Trainings teilnahmen. Die Kinder und Jugendlichen sind bei GolASO in einen ganzheitlichen Prozess der Betreuung und Begleitung eingebunden, in dem sie eine kleine Mahlzeit zwischen oder nach den Trainings, inhaltliche Workshops, gesundheitliche Betreuung und Begleitung bei Problemen mit ihren Familien oder für die Wiedereingliederung in ihre Familien bekommen. An jedem Standort des Straßenkinderprojekts stehen ErzieherInnen für die Betreuung der Kinder zur Verfügung. Sie sind Anlaufstelle für Fragen der Kinder, der Eltern und der anderen MitarbeiterInnen im Projekt.

Gesundheitspass, in dem die jeweiligen Daten eingetragen werden. Schulbesuch: 89% der Kinder und Jugendlichen von GolASO besuchen eine staatliche Regelschule. 80% dieser Kinder bekommen als Unterstützung vom Straßenkinder­programm ein Schulstipendium, das Unterstützung für die Finanzierung von Inskriptionsgebühren, Schulmaterialien, Schuluniformen und Transportkosten beinhaltet. 3% der Kinder gehen nicht regelmäßig zur Schule. 8% der Kinder holen ihre Schulbildung in außerordentlichen Schulen wie der „Unidad Educativa San Patricio“ der Salesianer nach, wo die Lehrinhalte nicht nach herkömmlichem Stundenplan, sondern in Modulen unterrichtet werden und jedeR SchülerIn das für ihn/sie zutreffende Niveau absolvieren muss.

Bilder oben: GolASO Fußballschule in Esmeraldas/ Ecuador.

Neben den sportlichen Veranstaltungen werden mit den Buben und Mädchen in regelmäßigen Abständen inhaltliche Workshops und Gespräche durchgeführt, die häufig von ausländischen Volontären vorbereitet sind. Elternschulen: Mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen wurden samstagnachmittags Versammlungen zu insgesamt vier Themenschwerpunkten abgehalten: *Kommunikation in der Familie, *Sexualität, *Werte und *Gender. Die Teilnahme an den „Elternschulen“ war mit 84% von insgesamt 419 registrierten Eltern sehr hoch, die Kontinuität an der Teil­nahme betrug 97%, was auf eine hohe Verbundenheit mit dem Projekt schließen lässt.

Die medizinische Versorgung der Kinder und Jugendlichen wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Jedes Kind hat einen

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Projektbeispiel Elfenbeinküste

Duekoué

Die Elfenbeinküste (République de Côte d’Ivoire); Republik; westafrikanischer Staat; Hauptstadt: Yamoussoukro (200.000 Einwohner); unter den 15 am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (lt. UNO). Analphabetenrate: Frauen fast 70 Prozent, Männer knapp 40 Prozent; durchschnittliche Lebenserwartung: 45 Jahre. Staatliche Gesundheitsausgaben: 1 % des BIP (in Österreich circa 10 %).

Gesundheit und Bildung für die Elfenbeinküste Jugend Eine Welt unterstützt eine Gesundheitsstation und Bildungsprojekte für Mädchen Bilder oben, von links nach rechts: Sr. Hanni bei ihrer Arbeit in der Gesundheits-Station; Sr. Hanni und Schülerinnen im Zentrum „Laura Vicuña“.

Gefährlicher Alltag Die Don Bosco Schwester Johanna Denifl aus Fulpmes in Tirol leitet seit Oktober 2006 in der Kleinstadt Duekoué im Westen der Elfenbeinküste die Gesundheitsstation (= Dispensaire) der Don Bosco Schwestern. Zu den Anfangsschwierigkeiten zählte nicht nur das Erlernen einer neuen Sprache und Kultur, sondern vor allem der Kontakt zu der noch vom Bürgerkrieg geprägten Gesellschaft. Überfälle, Mord und Vergewaltigungen sind in dem von Rebellen bedrohten Gebiet immer noch keine Seltenheit.

Wenn auch Sie ein Projekt von Jugend Eine Welt unterstützen wollen, wenden Sie sich an: spenden@ jugendeine welt.at.

Von Tropenmedizin bis Chirurgie Seit Beginn ihrer Tätigkeit in Duekoué hat Sr. Hanni bereits mehr als 4.500 PatientInnen behandelt. Die PatientInnen stammen aus ärmsten Verhältnissen. Oft können sie nur einen Bruchteil der Medikamentenkosten bezahlen. Die gesundheitliche Versorgung in Duekoué ist generell schlecht, in der ganzen Stadt (circa 100.000 Einwohner) gibt es nur sieben Ärzte und mehrere Hebammen. „Das in der Nähe liegende Krankenhaus ist in einem erbärmlichen Zustand. Es gibt dort kaum Medikamente, die Leute werden nur behandelt, wenn sie bezahlen können. Es ist unglaublich, aber ich habe selbst miterlebt, dass man dort mit verschränkten Händen zuschaut, wie Patienten sterben, nur weil sie mittellos sind.” Die Kranken kommen aus den umliegenden Dörfern in die Gesundheitsstation und nehmen oft Fußmärsche bis zu 25 km auf sich. Die meisten Kranken sind Babys mit Malaria, Husten und Hautkrankheiten. Kleine Kinder bis zum Alter von fünf Jahren sind häufig unterernährt, haben Würmer oder Brandwunden. Hinzu kommt das Verarzten von schweren Wunden oder die Behandlung von Geschwüren, Typhus, etc. Notgedrungener Weise muss sie auch chirurgische Eingriffe vornehmen, um Leben zu retten. „Einmal habe

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ich einer Frau zwei Gewehrkugeln aus dem Bein entfernt – das war bis dahin für mich unvorstell­ bar!“ Sr. Hanni hat auch eine Ausbildung in Tro­penmedizin. Seit kurzem begleitet Sr. Hanni auch HIV-positive Personen. Ihre Zahl steigt täglich an. Spenden retten Leben Unterstützung von öffentlichen Stellen gibt es keine. Die Medikamente und medizinischen Geräte werden hauptsächlich mit Spenden­ geldern bezahlt. Dazu zählt auch ein Dampf­ sterilisator zum Reinigen der medizinischen Geräte, der durch Vermittlung von Jugend Eine Welt an Sr. Hanni übergeben werden konnte. Für die Weiterführung von Sr. Hannis Arbeit ist ein kontinuierlicher Vorrat an Medikamenten und Geräten notwendig. Unterstützung von Mädchen Im „Centre Laura Vicuña” betreiben Sr. Hanni und ihre Mitschwestern gemeinsam mit vier Mitarbeitern Kurse im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie in Informatik, Handarbeit, Schneiderei und Konditorei für insgesamt 57 Schülerinnen. Im kommenden Jahr soll auch eine Ausbildung zur Friseurin angeboten werden. Im Mädchenheim der Don Bosco Schwestern werden zurzeit 38 Mädchen zwischen 12 und 20 Jahren beherbergt. Sie werden beim Lernen, in der Freizeit und im Alltagsgeschehen betreut und es wird ihnen ein Gefühl von familiärer Geborgenheit vermittelt. In Duekoué arbeiten viele Mädchen bereits mit elf, zwölf Jahren auf dem Markt als Verkäuferin. Die Don Bosco Schwestern stellen den Mädchen auf dem Markt einen geschützten Raum zur Verfügung, wo sie sich ausruhen können. Eine französische Volontärin erteilt Französischunterricht, eine Grundlage für den Schulbesuch.


Reden Sie mit uns 端ber SUPERIOR Ethik-Fonds. Vorsorglich. Und 端ber Ertrag und Werte, die 端ber das Finanzielle hinausgehen. Tel.: (01) 534 34-2030 Hr. Mag. Heinz Koschell oder www.schelhammer.at

Werte verbinden uns

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Projektförderung

Projekte nach Kategorien

2007

%

2006

%

Entwicklung

E

2.030.881,41 €

70,02%

1.783.400,59 €

66,50%

Bildungsarbeit in Österrich

B

607.649,44 €

20,95%

209.901,99 €

7,83%

Pastoral

P

211.220,99 €

7,28%

251.077,92 €

9,36%

Katastrophen

K

50.600,00 €

1,74%

437.596,67 €

16,32%

Summe

ral

o Past

2% Katastrophen

7%

21 %

Bil du ng sar be it i nÖ ste rre ich

2.900.351,84 € 100,00%

2.681.977,17 € 100,00%

Projekte verteilt nach Kontinenten

22%

21% 70

%

En

tw

ick

37%

lun

g

18%

2% weltweit

Projektunterstützungen nach Kontinenten

2007

% Anzahl

2006

% Anzahl

Afrika

1.070.002,82 €

36,89%

58

364.892,67 €

13,61%

49

Asien

625.260,85 €

21,56%

30

737.055,41 €

27,48%

40

Lateinamerika

523.689,83 €

18,06%

63

733.051,45 €

27,33%

71

Europa

617.575,56 €

21,29%

15

802.698,18 €

29,93%

19

63.822,78 €

2,20%

13

44.279,46 €

1,65%

7

2.900.351,84 € 100,00%

179

2.681.977,17 € 100,00%

186

Weltweit Summe

Bilder oben, von links nach rechts: Schüler im Don Bosco Zentrum in Nepal; YanomamiKinder in der Don Bosco Schule in

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Mavaca/Venezuela; Berufsausbildungszentrum auf den Philippinen; Nothilfe nach dem Tsunami 2007 auf den Salomon Inseln.

Einzelne Projekte von Jugend Eine Welt werden gefördert durch Nachbar in Not, die Caritas sowie durch das Bundeskanzleramt, die Stadt Wien, einzelne Landesregierungen und die:

Wir danken für die gute Zusammenarbeit!


Auszug aus den 179 finanzierten Projekten 2007

Land

*Kategorie Proj. Nr.

Angola E ANG017101 Argentinien E ABB047037 Äthiopien E AET077106 Äthiopien K AET077023 Bolivien E BOL077124 Brasilien E BBH047049 Burundi E AGL077025 Elfenbeinküste E AFO077030 Elfenbeinküste E AFO077066 Ecuador E ECU057155 Ecuador E ECU067094 Ecuador E ECU987003 Ecuador E ECU027008 Ecuador E ECU037065 Ecuador E ECU987002 Ghana E AFW067155 Ghana E AFW077126 Ghana E AFW077045 Guatemala E CAM077120 Honduras E CAM057098 Honduras E CAM077022 Indien E ING057079 Indien E INH037061 Indien E INK077005 Kongo, Dem. P AFC037025 Rep.(Zaire) Madagaskar E MDG067092 Mosambik E POR067132 Österreich B AUS067025 Philippinen E FIS077029 Sambia E ZMB067014 Serbien E IME067026 Sri Lanka E LKC057081 Südafrika E AFM067030 Osttimor E ITM067003 Venezuela E VEN077168

Projekt-Kurzbeschreibung

Summe der Auszahlungen

Unterstützung und Schulbildung für bedürftige Kinder und Jugendliche 67.500,00 Unterstützung der Laura Vicuña Schule für Mapuche-Indianer 15.240,00 Schulausbildung und Sport für Mädchen 20.000,00 aus einkommensschwachen Familien in Zway/Äthiopien Förderung von ethnischen Minderheiten 10.000,00 im Pugnido Flüchtlingscamp in der Gambela Region, Äthiopien Unterstützung Kinderheim in Sta. Cruz 5.000,00 Zugang zu universitärer Bildung für benachteiligte junge Menschen, 8.300,00 Belo Horizonte Bücher für die Bibliothek der Cité des Jeunes, Burundi 2.500,00 Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche – lfd. Kosten 5.000,00 Ausstattung der Gesundheitsstation mit medizinischen Geräten, 5.730,00 Duékoué Bau von Pfahlhäusern für ehem. Straßenkinder in Guayaquil 40.000,00 GolASO Fussballschulen in Ecuador 58.607,80 Straßenkinderbetreuung in Ambato 23.080,00 Ayuda niños campesinos, Hilfe für Landkinder, Cayambe 10.000,00 Busgeld für SchülerInnen – Proyecto Don Bosco, Ambato 2.500,00 Chicos de la Calle – Straßenkinderbetreuung in Quito 6.985,48 Bau eines Mädchenheims 89.676,98 Ausbau der Hard- und Softwareabteilung am DBVTI, Sunyani 9.575,00 Stipendien für Schüler des Don Bosco Technical Institute, Sunyani 7.500,00 Präventivprogramm für Jugendliche in Guatemala City 25.000,00 Radioschulen in Honduras 7.000,00 Schulbildung für Kinder aus sozial schwachen Familien 10.850,00 im Armenviertel Sta. Teresa de Jesus Hilfe für Straßenkinder zur Bekämpfung 6.000,00 von Kinderhandel und Kindesmissbrauch Notquartier für „Straßenjugendliche“, Vijayawada 6.300,00 Lernförderung zur Prävention von Schulabbruch, Trivandrum 18.000,00 Pastoralarbeit P. Kiesling, Mission Catholique, Sakania 33.000,00 Bau einer Grundschule in Maevatana-Bemaneviky Ländliche Entwicklung in der Region Tete-Moatize 8:0 für Eine Welt – Bundesweite Kampagne zur Thematisierung der MDGs Einrichtung einer Krankenstation im Don Bosco Boy’s Home Umbau von Schlafräumen Unterstützung für das Sozial- und Berufsbildungszentrum, Pristina/Kosovo Errichtung einer technischen Schule in Murunkan Zauberschule für Straßenkinder Grundschulausbildung in Osttimor Fertigstellung eines Schulgebäudes für die Yanomami

1.500,00 94.127,85 51.037,68 8.000,00 8.770,00 5.776,00 165.000,00 16.000,00 18.000,00 41.000,00

*E … Entwicklungszusammenarbeit, B … Bildungsarbeit in Österreich; P … Pastoral; K … Katastrophenhilfe

Eine Auflistung aller durchgeführten Finanzierungsprojekte 2007 finden Sie auf unserer Homepage www.jugendeinewelt.at/Statistiken zum Download. Auf Anfrage schicken wir Ihnen auch gerne die Liste zu. 23


Das Volontariat bei Jugend Eine Welt Gelebte Solidarität mit Kindern und Jugendlichen in Risikosituationen Großes Bild: Irene Stütz in Ambato/Ecuador.

„Schuhputzerbuben, die mir auf der Straße, grinsend eine schmierigschwarze Hand zum Gruß entgegenstrecken, gehören zu den Dingen, die mich einfach nur glücklich machen!“ Irene Stütz, Volontärin in Ambato/ Ecuador.

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Eine der Hauptaktivitäten von Jugend Eine Welt ist das Volontariat. Freiwilligeneinsätze werden in Projekten der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa durchgeführt. Angeboten werden Jahresvolontariate und Zivilersatzdienste im Ausland (laut §12b ZDG Zivildienstgesetz) mit der Dauer von 12 Monaten. Beim Volontariat handelt es sich um einen Einsatz zugunsten von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Die Freiwilligen leisten unterstützende Lehrtätigkeit und engagieren sich in der Freizeitbetreuung sowie in der ganzheitlichen Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Das Ziel von Volontariatseinsätzen ist, jungen Menschen aus Österreich ein Mitleben und ein Mitarbeiten in den Projekten zu ermöglichen. Insbesondere sollen die VolontärInnen die Gelegenheit erhalten, die Situation benach­ teiligter Kinder und Jugendlicher kennen zu lernen und Solidarität konkret zu leben. Nach Ihrer Rückkehr nach Österreich werden die VolontärInnen Jugend Eine Welt-BotschafterInnen für Kinderrechte und globale Anliegen.

Informationen zum Volontariat und Bewerbungen unter www.jugendeinewelt.at/Volontariat


Das Volontariat in Zahlen Im Jahr 2007 waren insgesamt 63 Volontär­innen und Volontäre für Jugend Eine Welt im Einsatz. 54 wurden von Jugend Eine Welt in Don Bosco Projekte weltweit entsandt, 7 italienische Volontärinnen leisteten ihren Zivildienst im Büro von Jugend Eine Welt, im Don Bosco Flüchtlingswerk und in der Sozialpädagogischen Wohngruppe Laura in Stams ab. Die VolontärInnen engagierten sich insgesamt 1.502 Wochen für Ihre Einsatzprojekte. Das Mindestalter für VolontärInnen beträgt 19 Jahre. InteressentInnen bewerben sich online und werden zu einem Informations- und Aus­wahltag eingeladen. Im Jahr 2007 wurden 6 solche Tage in Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz angeboten.

Nach der positiven Auswahl nehmen die VolontärInnen an einem Vorbereitungskurs teil, der 2x jährlich (Frühjahr, Herbst) angeboten wird. Die VolontärInnen beschäftigen sich mit ent­wicklungspolitischen und interkulturellen Themen und erhalten Einblick in die Pädagogik Don Boscos. Darüber hinaus bereiten sie sich spezifisch auf ihr Einsatzprojekt vor.

Bilder oben, von links nach rechts: Christine Föger und Carina Neuhofer in der Demokratischen Republik Kongo; Mathias Thur in Mexiko; Christina Helm in Ambato/Ecuador; Christoph Dinhobl mit seinen Schützlingen in Ghana.

Da eine fundierte Vorbereitung, Einsatzbegleitung und -organisation mit erheblichen Kosten verbunden ist, arbeitet Jugend Eine Welt mit einer Reihe von offiziellen Stellen (Austrian Development Agency, Bundesministerium für Inneres, kirchliche Stellen, Landesjugendreferate, Gemeinden, …) sowie einer Vielzahl von privaten Förderinnen und Förderern zusammen. Ohne diese finanzielle Unterstützung könnten wir das Volontariatsprogramm nicht in diesem Umfang durchführen. Danke!

Entwicklung des Volontariats zwischen 1997 und 2007 (Einsatzwochen)

1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007

Sommervolontariat

88

64

48

80

33

56

34

22

23

9

13

Jahresvolontariat

52

52

102

194

329

274

324

684

554

591

682

Zivilersatzdienst

52

50

259

570

533

636

444

468

658

677

636

Europ.Freiwilligendienst

68

54

38

italienischer Zivildienst Gesamt:

192

166

409

844

895

966

870

1228

In 10 Jahren von 200 auf 1500 Einsatzwochen pro Jahr!

1273

62

171

1339

1502

Zivildienst Italien EVS Zivildienst

1600

Jahresvolontariat Sommervolontariat

1400 1200 1000 800 600 400 200 0 1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007 25


Volontariatseinsatz z.B. in Ghana Zum Salesianer Projekt in Sunyani gehören die berufsbildende Schule für Jugendliche, ein Boys Hostel am Campus, ein Girls Hostel in der Nähe und ein Jugendheim in Sunyani. Weiters befinden sich das Haus der Salesianer, der Bungalow für die Volontär­Innen und ein

Haus für Novizen am Schulgelände. Das Schulgelände liegt 2 km von der Hauptstraße entfernt im Busch. Zusätzlich betreuen die Salesianer die Pfarre in Odumase und einige Buschdörfer in der Umgebung, wo sie auch regelmäßig Messen feiern.

Volontariatseinsätze 2007 nach Ländern (Anzahl der VolontärInnen) Mexiko Ecuador Peru

Philip- Indien Kenia Ghana Sambia pinen

Öster- reich

Gesamt

Sommervolontariat

1

1

Jahresvolontariat

7

3

2

8

Zivilersatzdienst

6

8

2

2

2

2

Rep. Kongo

4

Sierra Leone

2

2

28

7

29

Zivildienst Italien

7

7

Gesamt

7

65

13

12

4

s

iler

Ziv

olo esv

4

2

2

7 Österreich

e

riat

r

Jah

10 Indien

13 Mexiko 12 Ecuador 4 Peru

Alle Informationen zum Volontariat und Statistiken zum Download finden Sie auch auf unserer Homepage: www.jugendeinewelt.at/statistiken

26

7

2 Sierra Leone

2 Rep. Kongo

en

26

e

2

7 Ghana

i Ital

1 Sommervolontariat

e nst

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iv 7Z

29 nst

10

VolontärInnen nach Ländern

nta

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2

2 Kenia 4 Sambia

Gefördert durch die:

2 Philippinen


Thomas Strasser unterrichtete ein Jahr an der Technischen Berufsschule in Sunyani Von August 2006 – August 2007 war der 22jährige Thomas Strasser aus Grieskirchen/Oberösterreich als Zivilersatzdiener im Don Bosco Vocational Technical Institute – Odumase in Sunyani/Ghana tätig. Seine wichtigsten Eindrücke und Erlebnisse schildert er im Folgenden: Am Freitag den 11. August 2006 landete ich in Ghana. Tausende von neuen Eindrücken und Begegnungen erlebte ich in den Monaten meines Aufenthaltes. Gemeinsam mit drei anderen Volontären wohnte ich in einem Bungalow am Schulgelände. Eine Küche, drei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer mit Bibliothek und zwei Terrassen konnten wir unser bequemes Zuhause nennen. Vom Dach hatte man eine tolle Aussicht auf die Umgebung. Vor Schulbeginn errichteten wir ein neues EDV-Netzwerk und installierten 50 Computer. Das war unsere Hauptaufgabe während der Ferien und damit hatten wir auch jede Menge zu tun. Nach kurzer Zeit lief das Netzwerk stabil, alle Computer waren virenfrei und das neue System hatte sich mehrfach bewährt. 11. September: Schulstart. Für 300 Student­ Innen begann das Schuljahr. Ab da hieß ich Mr. Thomas. Und auch für unser neues Depart­ ment „Hard- and Software“ ging es zum ersten Mal richtig los. Das Unterrichten machte mir von Anfang an total Spaß und oft freute ich mich über den kleinsten Fortschritt meiner SchülerInnen. „Obrhuni, How are you – Weißer Mann, wie geht es dir?“ Obrhuni, how? Das war die wohl am öftesten auftauchende Frage in Ghana. Damit gemeint war „Obrhuni, How are you – Weißer Mann, wie geht es dir?“ Egal ob irgendwo auf der Straße, in der Schule oder woanders… jede/r fragte zuerst nach deinem Befinden und schnell wurde man zum besten Freund. Das Treiben auf den Straßen und auf den Märkten hier war zu Beginn noch sehr neu. Aber bald wurde das afrikanische Leben zum angenehmen Alltag. EDV-Unterricht auf höchstem Niveau Mein Volontärskollege Georg und ich teilten uns die Unterrichtsstunden auf. Georg unterrichtete die SchülerInnen in Microsoft Office nach dem ICDL Lehrplan und ich in Hardware, Betriebssystemen und Computer Labor. Unsere Klasse, also die Hard- und Software Klasse, entwickelte sich recht gut. Das größte Problem war aber, dass laufend neue Schüler­

Innen dazu stießen. Deshalb boten wir einige Nachhilfestunden nach dem offiziellen Unterrichtschluss an. Mich freute es besonders, dass wir zu einer richtig guten Klassengemeinschaft geworden sind. Mir waren meine Jungs und Mädels richtig ans Herz gewachsen. Als sie einmal besonders tüchtig waren, luden Georg und ich alle SchülerInnen unserer HS1-Klasse nach der Messe am Sonntag zu uns in den Bungalow zum „Fufu“-Essen ein. Feier zum 10jährigen Bestehen des Projektes Es standen die Feierlichkeiten anlässlich des 10. Jahrestags unseres Projekts in Sunyani/ Odumase bevor. Wir zogen mit allen Schüler­ Innen, der schuleigenen Brass Band und mit Plakaten singend und tanzend durch die Straßen von Sunyani, um auf unseren 10. Jahrestag aufmerksam zu machen. Ich war mir sicher, dass alle, die unser Projekt in Sunyani noch nicht gekannt haben, danach wussten, wer wir sind.

Bilder Seite 26, von links nach rechts: Zivilersatzdiener Georg Urschitz, Bruder Günter Mayer SDB und Thomas Strasser in Ghana; Thomas Strasser beim EDV-Unterricht in Sunyani/Ghana; Sieg beim Fußballturnier; Thomas mit dem Besucher aus Österreich, Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.

Aus der Hauptstadt Accra kamen 200 Schüler­ Innen von einem anderen Don Bosco Projekt in drei Bussen angereist, um mit uns gemeinsam das große Fest zu feiern. Freitag war dann der große Tag, auf den wir schon so lange gewartet hatten. Das Programm dauerte 5 Stunden und es waren viele Ehrengäste gekommen. Das Projekt wurde vorgestellt, die SchülerInnen zeigten afrikanische Tänze, ein Theaterstück wurde aufgeführt, die Brass Band spielte und viele wichtige Leute hielten Reden. Am Abend gab es noch die „Mister und Misses Don Bosco Wahl“. Danach hatten wir Volontäre noch die Ehre, mit den Ehrengästen im Salesianer Haus zu Mittag zu Essen. Es gab ein Buffet mit vielen leckeren Speisen. Samstagvormittag luden wir verschiedene Teams ein, in den Kategorien Fußball, Volleyball, Basketball und Tischtennis gegen einander anzutreten. Ich spielte mit dem Staff-Team Fußball und wir erreichten den ersten Platz im Bewerb! Am Sonntag feierten wir dann einen gemeinsamen Abschlussgottesdienst, bevor sich alle Gäste wieder auf den Heimweg machten. Am Abend wurden wir noch von Br. Obolo, Br. Günther Mayer, der aus Österreich stammt, und Mr. Horst besucht, die schon lange in Afrika sind und schon sehr viel erlebt und gesehen haben. Sie erfreuten uns mit vielen interessanten Afrika-Geschichten! 27


VolontärInnen Jugend Eine Welt

Andreas Achatz

Theresa Aumann

Martin Deininger

Julia Diem

Magdalena Diermayr

Christine Föger

Claudia Foresta

Stephanie Gamauf

Stefanie Gebesmair

Wolfgang Glatzl

Andrea Handl

Christina Helm

Doris Höfer

Martin Hummer

Christian Jordan

Katharina Karl

Bernhard Kleinhäntz

Michael Knöbel

Patrick Korber

Florian Körbler

Clemens Krapscha

Johannes Kutsam

Emanuel Lackner Lukas Lehner

Maria Marksteiner

Florian Mayrhofer

Matthias Mitterer Markus Nabernegg

Karina Neuhofer

Donatella Nole

Magdalena Ohrenberger

Anna Pagano

Alois Pernsteiner

Theresa Pflügler

Katharina Pichler

David Plangger

Christine Prückl

Gabriel Ranz

Mirjam Rees

Stefan Ressmann

Manuela Rinaldi

Peter Rinderer

Viktoria Roidinger

Johannes Ruppacher

Severin Rupprechter

Manuela Scheffel Marianne Schneider

Magdalena Schrittwieser

Simon Schwärzler

Carl Schweizer

Valentina Scocchera

Magdalena Söberl

Franziska Stark

Christoph Stein

Irene Stütz

Thomas Strasser

Danke! Georg Urschitz

28

Julia Wagner

Florian Weinmeier

Martin Weißkircher

Florian Wiltsche

Ingrid Zuniga


2007 Name Vorname # Land Projekt Einsatz- Einsatz- Ausreise Dauer beginn ende 2007 in Wochen Achatz Andreas 1 J Ghana Sunyani 06.02.2006 03.02.2007 2006 5 Aumann Theresa 2 J Sierra Leone Freetown 13.09.2007 13.09.2008 2007 15 Deininger Martin 3 Z Ecuador Quito 20.06.2007 20.06.2008 2007 27 Diem Julia 4 J Sambia Lusaka 13.09.2007 13.09.2008 2007 15 Diermayr Magdalena 5 J Mexiko Tijuana 04.09.2007 04.09.2008 2007 17 Föger Christine 6 J Rep. Kongo Point Noire 15.09.2006 03.08.2007 2006 31 Foresta Claudia 7 SC Österreich Wien Flüchtlingswerk 20.09.2006 20.09.2007 2006 37 Gamauf Stephanie 8 J Mexiko Tijuana 04.09.2007 04.09.2008 2007 17 Gebesmair Stefanie 9 J Sambia Lusaka 09.08.2006 03.06.2007 2006 22 Glatzl Wolfgang 10 Z Ghana Sunyani 05.08.2007 05.08.2008 2007 21 Gunella Pamela 11 SC Österreich Wien J1W 17.09.2007 31.12.2007 2007 15 Handl Andrea 12 J Sambia Lusaka 13.09.2007 13.09.2008 2007 15 Helm Christina 13 J Ecuador Ambato 03.08.2007 03.08.2008 2007 21 Höfer Doris 14 J Mexiko Tijuana 04.09.2007 04.09.2008 2007 17 Hummer Martin 15 Z Ecuador Guayaquil 07.09.2007 07.09.2008 2007 16 Jordan Christian 16 Z Mexiko Tijuana 05.07.2006 05.07.2007 2006 27 Karl Katharina 17 J Indien Vijayawada 15.09.2007 15.09.2008 2007 15 Kleinhäntz Bernhard 18 J Indien Vijayawada 15.09.2006 01.09.2007 2006 35 Knöbel Michael 19 Z Indien Vijayawada 06.11.2007 06.11.2008 2007 8 Korber Patrick 20 Z Ghana Sunyai 21.09.2007 21.09.2008 2007 14 Körbler Florian 21 Z Ecuador Guayaquil 30.08.2006 19.09.2007 2006 38 Krapscha Clemens 22 Z Ghana Sunyani 05.08.2007 05.08.2008 2007 21 Kutsam Johannes 23 Z Mexiko Tijuana 04.09.2007 04.09.2008 2007 17 Lackner Emanuel 24 J Indien Bangalore 31.12.2006 30.06.2007 2006 26 Lehner Lukas 25 Z Mexiko Ciudad Juarez 18.07.2007 18.07.2008 2007 23 Marksteiner Maria 26 J Mexiko Tijuana 09.07.2007 09.07.2008 2007 25 Mayrhofer Florian 27 Z Mexiko Tijuana 09.07.2007 09.07.2008 2007 25 Mitterer Matthias 28 S Ecuador Quito 29.01.2007 28.04.2007 2007 13 Nabernegg Markus 29 Z Ecuador Quito 15.02.2006 08.03.2007 2006 10 Neuhofer Karina 30 J Rep. Kongo Point Noire 06.09.2006 03.08.2007 2006 31 Nole Donatella 31 SC Österreich Stams 17.09.2007 17.09.2008 2007 15 Ohrenberger Magdalena 32 J Sierra Leone Freetown 13.09.2007 13.09.2008 2007 15 Pagano Anna 33 SC Österreich Wien Flüchtlingswerk 17.09.2007 17.09.2008 2007 15 Pernsteiner Alois 34 Z Ecuador Ambato 28.07.2006 16.08.2007 2006 33 Pflügler Theresa 35 J Peru Cusco 12.09.2007 12.09.2008 2007 15 Pichler Katharina 36 SC Österreich Wien Flüchtlingswerk 17.09.2007 17.09.2008 2007 15 Plangger David 37 Z Ghana Sunyani 05.08.2007 05.08.2008 2007 21 Prückl Christine 38 J Indien Bangalore 15.02.2006 25.01.2007 2006 4 Ranz Gabriel 39 Z Peru Cusco 17.02.2007 16.02.2008 2007 45 Rees Mirjam 40 J Sambia Lusaka 18.01.2007 06.12.2007 2007 46 Ressmann Stefan 41 Z Kenia Nairobi 21.08.2006 20.08.2007 2006 33 Rinaldi Manuela 42 SC Österreich Wien Flüchtlingswerk 20.09.2006 20.09.2007 2006 37 Rinderer Peter 43 Z Mexiko Tijuana 05.07.2006 05.07.2007 2006 27 Roidinger Viktoria 44 J Indien Vijayawada 15.09.2006 15.09.2007 2006 37 Ruppacher Johannes 45 Z Philippinen Cebu 07.11.2007 07.11.2008 2007 8 Rupprechter Severin 46 Z Ecuador Quito 15.12.2007 15.12.2008 2007 2 Scheffel Manuela 47 J Ecuador Quito 28.07.2006 16.08.2007 2006 33 Schneider Marianne 48 J Mexiko Ciudad Juarez 04.09.2007 04.09.2008 2007 17 Schrittwieser Magdalena 49 J Mexiko Tijuana 03.02.2007 03.02.2008 2007 47 Schwärzler Simon 50 Z Peru Cusco 15.12.2007 15.12.2008 2007 2 Schweizer Carl 51 Z Ecuador Quito 30.09.2006 30.09.2007 2006 39 Scocchera Valentina 52 SC Österreich Wien J1W 20.09.2006 20.09.2007 2006 37 Söberl Magdalena 53 J Indien Vijayawada 15.09.2006 01.09.2007 2006 35 Stark Franziska 54 J Indien Vijayawada 15.09.2007 15.09.2008 2007 15 Stein Christoph 55 J Peru Cusco 12.04.2006 03.05.2007 2006 18 Strasser Thomas 56 Z Ghana Sunyani 11.08.2006 15.08.2007 2006 33 Stütz Irene 57 J Ecuador Ambato 20.08.2007 20.08.2008 2007 19 Urschitz Georg 58 Z Ghana Sunyani 11.08.2006 15.08.2007 2006 33 Wagner Julia 59 J Indien Bangalore 06.02.2007 06.02.2008 2007 47 Weinmeier Florian 60 Z Ecuador Guayaquil 18.05.2007 18.05.2008 2007 32 Weißkircher Martin 61 Z Mexiko Tijuana 05.09.2006 25.09.2007 2006 38 Wiltsche Florian 62 Z Kenia Nairobi 29.10.2006 28.10.2007 2006 43 Zuniga Ingrid 63 J Mexiko Tijuana 05.07.2006 05.07.2007 2006 27 Gesamt 1502

„Ich bereue nichts, dieser Einsatz ist eine Bereicherung für mein Leben, die man sich um kein Geld der Welt kaufen kann!“ Mathias Thur, Volontär in Mexiko.

„Die wichtigste Rolle ist für mich, einfach für die Kinder da zu sein, ihnen in ihren verschiedensten Entwicklungsstadien beizustehen.“ Helene Schrems, Volontärin in Sambia.

J… Jahresvolontariat, Z… Zivilersatzdienst, SC… Zivildienst Italien (Servizio Civile)

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www.kickfair.at

Bildungsarbeit in Österreich Großes Bild oben: Im FußballWorkshop lernt man unter anderem, wie ein Fußball mühsam per Hand genäht wird.

Bildung ist das Herz einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit, nicht nur in den Projektländern, sondern auch hier in Österreich. Jugend Eine Welt setzt daher auf umfangreiche Informationsarbeit in Schulen, Pfarren und bei öffentlichen Veranstaltungen. In kreativen Workshops, bei Vorträgen und Infoständen berichtet Jugend Eine Welt über Projekte, Kinderrechte, den fairen Handel und viele andere entwicklungspolitisch relevante Themen. Workshops für Schulklassen und Gruppen haben sich im vergangenen Jahr vorwiegend mit den Millenniums-Entwicklungszielen sowie mit Fußball und Fair Trade beschäftigt. Aufbauend auf den Erfahrungen in der Projektförderung setzt sich Jugend Eine Welt in Österreich für die Rechte benachteiligter Kinder und Jugendlicher ein, informiert über die Hintergründe der Projektarbeit und die Lebensumstände in den Projektländern. Auf diese Weise schafft Bildungsarbeit in Österreich Verständnis für globale Zusammenhänge und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten für jeden einzelnen auf.

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Schwerpunktthemen 2007 waren dabei die Arbeit für Kinder und Jugendliche, die Millen­ niums-Entwicklungsziele sowie Fußball und Entwicklung. Öffentlichkeitswirksame Kampagnen rücken Lebensumstände, Schwierigkeiten und spezifische Entwicklungspotentiale einzelner Gruppen in den Vordergrund. Unsere ProjektpartnerInnen werden immer wieder in die Bildungsarbeit einbezogen, um ihr Wissen zu nutzen und den direkten Kotakt zu Menschen aus dem Süden zu ermöglichen. Zum Beispiel durch ProjektbesucherInnen, die direkt in Workshops mitwirken oder in Vorträgen ihre Erfahrungen mitteilen. Bildungsarbeit in Österreich schafft nicht primär die Basis für finanzielle Unterstützung von Entwicklungszusammenarbeit, sondern fördert Wissen über Schlüsselprobleme der Entwicklung und Verständnis für Lebenssituationen in verschiedenen Ländern. Die Menschen in Österreich lernen so die eigene Verantwortung ihres Denkens und Handelns kennen.


Sich engagieren, um anderen zu helfen – das ist das Motto vieler Schulklassen und engagierter Gruppen, die uns auch im Jahr 2007 unterstützt haben. Zum Beispiel durch eine Schuhputzaktion für südamerikanische Straßenkinder, eine Tombola, ein BenefizFußballturnier oder einen Weihnachtsmarkt. Im vergangenen Jahr wurden durch die Fülle von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen mehrere tausend Menschen direkt durch die Aktivitäten der Bildungs- und Kampagnen­ arbeit erreicht.

So konnten dank der großen Unterstützung im Jahr 2007 die Leistungen für Bildungsarbeit in Österreich, Anwaltschaft und Information im Vergleich zu 2006 um 40%, auf 611.150 €, gesteigert werden. Der Verein Jugend Eine Welt möchte sich dafür sehr herzlich bedanken!

Wer Jugend Eine Welt auch in Zukunft durch persönliches Engagement unterstützen möchte, findet Beispiele für erfolgreiche Aktionen unter www.jugendeinewelt.at/Aktionen.

Bilder oben, von links nach rechts: Fußball Workshop in einer österreichischen Schule; Vortrag zum Thema Fußball für Straßenkinder; den Fairen Handel lernten Jugendliche in einem Wiener Jugendzentrum spielerisch kennen.

Beispiele für Bildungsarbeit in Österreich 2007 „Normale“ Jugend Eine Welt startete im Vorjahr eine Kooperation mit dem Verein „normale.at“, der im Rahmen der Programmschiene „Junge Normale“ gesellschaftspolitisches Kino für 10–14jährige SchülerInnen anbietet. Zumindest einmal pro Semester werden gemeinsam Filmvorführungen für Schulklassen gestaltet. Die Filme befassten sich mit einem Thema, das auch in der Projektförderung von Jugend Eine Welt eine Rolle spielt: HIV/AIDS. Jugend Eine Welt übernahm es gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen, das Thema durch informative und kreative Zugänge interessant aufzubereiten. Durch Spiele, visuelle Eindrücke und Berichte aus Jugend Eine Welt-Projekten wurde der Alltag in den Ländern des süd­lichen Afrika veranschaulicht.

Workshop-Schwerpunkte 2007 8:0 für Eine Welt – Entwicklungspolitik erleben Die Workshop-Reihe brachte den Kindern und Jugendlichen in Österreich die acht Millen­ niums-Entwicklungsziele, die bis 2015 von den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen erreicht werden wollen, näher. Wie es zu diesen Zielen gekommen ist, welche Probleme damit bekämpft werden und wie die Anstrengungen zu ihrer Erreichung aussehen, wurde

österreichischen Jugendlichen ab 12 Jahren verdeutlicht. Outdoor-Spiele, die die Notwendigkeit und die Chancen von Teamarbeit vor Augen führen, sowie kreative pädagogische Zugänge mit audiovisuellen Inputs machten auch dieses komplexe, politische Thema leicht zugänglich. Fair Play – Fair Pay Der Workshop thematisierte die Arbeitsbe­ dingungen in der Sportartikelindustrie. Ein Großteil aller Fußbälle wird in Pakistan her­ gestellt, vielfach in Handarbeit und in der Vergangenheit auch häufig unter Zuhilfenahme von Kinderarbeit. Diese ist selbstverständlich verboten, und es wurden große Fortschritte bei der Umsetzung dieses Verbots erzielt. Dennoch ist die Produktion in Heimarbeit bis heute schwer kontrollierbar. Die Arbeitnehmer­ Innen sind oftmals in einem ungerechtfertigten, durch Schulden aufrecht erhaltenen Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Arbeitgeber gefangen. Dies wurde insbesondere durch den Film „Balljungs“ 10–14jährigen SchülerInnen präsentiert. Nach einer inhaltlichen Aufbereitung des Films wurden die Vorteile des Fairen Handels thematisiert, und die SchülerInnen konnten mit Originalwerkzeug aus Pakistan selbst ausprobieren, wie das Nähen eines Fußballs funktioniert bzw. wie schwierig es ist, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

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Jugend Eine Welt Kampagne 2007: „8:0 für Eine Welt“

(Kampagnen Logo dazu)

Zusätzlich zur Workshop Reihe „8:0 für Eine Welt“ gab es im Jahr 2007 auch die groß angelegte Kampagne „8:0 für Eine Welt“. Sie machte die Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen in ganz Österreich zum Thema. Dabei griff die Kampagne nicht nur die einzelnen Millenniums-Entwicklungsziele auf, sondern informierte auch über deren Bedeutung und über die mit der Realisierung der Ziele verbundenen Anstrengungen in den Projekten von Jugend Eine Welt.

Jugend Eine Welt ist Träger verschiedener Organisationen Ebenso wichtig wie die eigene Bildungsarbeit ist Jugend Eine Welt die Trägerschaft von Fachorganisationen. Sie beschäftigen sich intensiver mit spezifischen, für Jugend Eine Welt besonders wichtigen Anliegen: • Die Clean Clothes Kampagne, die sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie einsetzt. Jugend Eine Welt hat 2007 erstmals selbst Bekleidung produzieren lassen, nämlich Fußballshirts, die selbstverständlich fair gehandelt sind. Auf diese Weise wird die Informations- und Lobbyarbeit der CCK durch das eigene Handeln ergänzt. • Die entwicklungspolitische Schul- und Medienstelle BAOBAB. • Das Gütesiegel FAIRTRADE für fair produzierte Produkte aus den Ländern des Südens.

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Jugend Eine Welt selbst vertreibt seit Jahren Fußbälle, die das FAIRTRADE-Logo tragen. • Das Don Bosco Flüchtlingswerk, das unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich unterstützt. • OneWorld.at, der offene digitale Raum für Fragen der internationalen Entwicklung, der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit. • ECPAT, die Plattform gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern. Die Förderung von Kinderrechten und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ist der große Schwerpunkt der Arbeit von Jugend Eine Welt, daher hat das Engagement gegen sexuelle Ausbeutung entsprechende Bedeutung.


Aktionswoche im September 2007 − Höhepunkt der Kampagne: Neun ProjektpartnerInnen aus verschiedenen Kontinenten berichteten in jeweils einem Bundesland über ihre Arbeit. Sie machten dabei jeweils ein MDG zum Thema, mit dem sie in ihrem Arbeitsalltag besonders konfrontiert sind. In die Vorbereitung und Organisation wurden zahlreiche ehemalige VolontärInnen von Jugend Eine Welt eingebunden, die mit ihrem Wissen und Engagement die Aktions­ woche bereicherten und als Koordinator­Innen für das jeweilige Bundesland fungierten. Es fand ein Reigen von vielfältigen Veran­ staltungen statt, durch die unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden konnten. Einge Beispiele: • In Niederösterreich war P. George Mathew SDB aus Indien zu Gast. Er machte das MDG Nummer 1 „Extreme Armut und Hunger halbieren“ in seinen Vorträgen zum Thema. • P. Vincent Mondol SDB kam aus Nepal gereist, und absolvierte zahlreiche Termine in der Steiermark zum MDG Nummer 2 „Schule für alle Kinder ermöglichen“. • Leah Samson aus den Philippinen bereiste das Burgenland, um das MDG Nummer 3, „Gleichstellung der Frauen fördern“, zu vertreten. • P. Pietro Zago SDB, der aus Pakistan angereist war, um das Ziel Nummer 4 „Kinder­sterblichkeit senken“ zu berichten,

konnte in Vorarlberg bei einer Stadionaktion mit dem SC Austria Lustenau eine Botschaft an die Fußballfans richten. • An der Fachhochschule Salzburg gab Dr. Carmen Cadena aus Ecuador, die das Millenniumsziel Nummer 5 „Müttersterblichkeit senken“ vertrat, einen Workshop für angehende Hebammen. • Die Don Bosco Sr. Alexandra Bartoszevska FMA aus dem Sudan war eine Woche lang im Bundesland Tirol zu Gast und absolvierte Termine, um ihr Ziel Nummer 6, „Krankheiten bekämpfen“, publik zu machen. • P. Javier Herrán SDB aus Ecuador, Gast in Oberösterreich, hatte das Ziel Nr. 7, die Sicherung einer nachhaltigen Umwelt, zum Thema. Es bot sich die Gelegenheit, im Rahmen der internationalen Zukunftswerkstatt „Global Marshall Plan“ in Bad Schallerbach zu 150 PolitikerInnen und UmweltexpertInnen aus dem deutsch­ sprachigen Raum zu sprechen. • P. Américo Chaquisse SDB aus Mosambik vertrat das MDG Nummer 8 „Eine Globale Partnerschaft schaffen“ und referierte dazu in Kärtnen u.a. an Schulen. • P. Savio Silveira SDB war als SudanExperte in Wien ein gefragter Gesprächspartner. Er nahm unter anderem an einer Podiumsdiskussion zu den MDGs teil und traf die entwicklungspolitischen Sprecherinnen von SPÖ und Grünen zu einem Fachgespräch.

Internationaler Fachtag in Wien − Ein krönender Abschluss: Die Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit konnten in die Bundesländer getragen werden und fanden durch die persönliche Begegnung mit den ProjektpartnerInnen besondere Aufmerksamkeit. Den krönenden Abschluss der Aktionswoche bildete ein gut besuchter MDG-Fachtag am 28.9.2007 in Wien, zu dem alle ProjektpartnerInnen zusammenkamen. Gesandte Dr. Maria Rotheiser-Scotti, Abteilungsleiterin für Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit im österreichischen Außenministerium, hielt einen

Vortrag über die politischen Chancen und Grenzen der MDGs. Seitens der KOO (Koordinierungsstelle der österreichischen Bischofskonferenz) referierte Hilde Wipfel über die Perspektive der Nichtregierungsorganisationen im Hinblick auf die Millenniumsziele. Geschätzte 6.000 Menschen in ganz Österreich wurden direkt durch die Aktivitäten im Rahmen des Projektes angesprochen und auf die Bedeutung und Problematik der MDGs aufmerksam gemacht.

Bilder oben, von links nach rechts: Workshop mit Salzburger Hebammen; Info-Stand zum 10 Jahres Jubiläum von Jugend Eine Welt mit dem Jubiläumsball; P. Savio Silveira SDB und Reinhard Heiserer spielen im Riesenwuzzler am Wiener Schwedenplatz; Vortrag von P. Silveira aus dem Sudan zu den MDGs.

Nähere Informationen zur Kampagne finden Sie unter www. achtzunull.at, ein Rückblick auf die Ereignisse und eine Fotogalerie finden Sie unter www. jugendeinwelt. at/8zu0für EineWelt 33


Finanzen Großes Bild oben: Arbeitende Straßenkinder in Ecuador.

Die mit Beginn des Jahres 2007 durchgeführte Umgründung des Vereins Jugend Eine Welt Österreich in einen Zweigverein von Jugend Eine Welt International, sowie die mit Mitte des Jahres neu gegründete „Don Bosco Service GmbH“, haben auch das Finanzergebnis beeinflusst. Trotz dieser Umstrukturierungen konnten jedoch die Vorjahreswerte vor allem in den Bereichen Spendeneinnahmen und Projektmittel wieder übertroffen werden.

Woher kommt das Geld? Im Jahr 2007 sind die Gesamteinnahmen von Jugend Eine Welt – Österreich von EUR 3,673.714,64 auf EUR 3,809.433,24 angestiegen. Das ist eine Steigerung von 3,7%. Zusammen mit den Einnahmen von Jugend Eine Welt – International und der Don Bosco Service GmbH beträgt die Steigerung sogar 7%. Dies ist sowohl auf das große Vertrauen unserer vielen privaten Spenderinnen und Spender in unsere Arbeit (+ 0,7%), auf die Zusammenarbeit mit öffentlichen Geldgebern (+ 18,5%) und verstärkte Kooperation mit unseren Partnerorganisationen (+ 33,7%) zurückzuführen.

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Das hohe Engagement von Jugend Eine Welt im Bereich der Fußballschulen für Straßenkinder zeigt sich auch im Finanzergebnis. Mehr als EUR 70.000 wurden heuer für Fußballschul-Projekte lukriert. Unter den Sonstigen Erträgen wurden bis Juni auch die Erlöse aus der Abgabe von Waren wie fair gehandelte Fußbälle, Krippen, Bücher, etc. summiert. Mit 16.6.2007, der Gründung der Don Bosco Service GmbH, werden diese Tätigkeiten durch die GmbH durchgeführt und sind somit nicht mehr im Ergebnis des Vereins enthalten.


Finanzen 2007

2007

Vergleichsjahr 2006

in €

%

in €

%

2.782.889,56

73,05

2.764.816,98

75,26

Öffentliche Mittel

616.426,00

16,18

520.396,34

14,17

Sonstige Erträge, Finanzerfolg

404.890,68

10,63

370.222,32

10,08

5.227,00

0,14

18.279,00

0,50

3.809.433,24

100,00

3.673.714,64

100,00

-423.725,94

-11,12

-411.412,71

-11,20

Mittelherkunft Spendeneinnahmen

Gelder aus ordentlichen kirchlichen Budgets Gesamteinnahmen - Aufwendungen Spenderwerbung/-betreuung Nettoertrag

3.385.707,30

3.262.301,93

Mittelverwendung Leistungen Projektarbeit:

Projektmittel:

Entwicklungsarbeit

Pastoralarbeit

Katastrophenhilfe

Summe Projektmittel:

Projektvorbereitung und -durchführung

Summe Projektarbeit:

2.088.859,07

1.783.400,59

273.085,37

209.901,99

50.600,00

251.077,92

2.412.544,44

2.244.380,50

201.424,24

187.108,71

2.613.968,68

77,21

2.431.489,21

74,53

Leistungen Bildung/Anwaltschaft/Information

607.649,44

17,95

437.596,67

13,41

Verwaltungsaufwand

137.558,04

4,06

146.977,34

4,51

26.531,14

0,78

246.238,71

7,55

3.385.707,30

100,00

3.262.301,93

100,00

Dotierung von Rücklagen Aufwendungen für statutarisch festgelegte Zwecke

Wo geht das Geld hin? Der erhöhte Mittelzufluss wurde vorwiegend für Projektförderungen (+ 7,5%) sowie für Aufwendungen im Bereich der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet (+ 38,9%). Auch im vergangenen Jahr kamen wieder mehr als drei Viertel unserer verfügbaren Mittel der mittelbaren und unmittelbaren Projektarbeit zugute. Eine detaillierte Auf­ listung einiger Projektförderungen finden Sie auf Seite 23 bzw. die komplette Darstellung unserer Projektförderung 2007 finden Sie auf unserer Homepage unter www.jugendeinewelt.at/statistiken.

Bemerkenswert ist das gestiegene Engagement im Bereich der Bildungsarbeit. Vor allem durch das zum Teil mit öffentlichen Mitteln unterstützte Bildungsprojekt „8:0 für Eine Welt“ ist es uns gelungen, einer breiten Öffentlichkeit in Österreich die Anliegen der Menschen im Süden und vor allem der benachteiligten Kinder und Jugendlichen näher zu bringen. Durch verstärkte und kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern in Österreich und Europa können verschiedene Maßnahmen im Bereich der Anwalt­schaft gebündelt werden und gewinnen dadurch mehr an Gewicht.

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Finanzen Auszug aus dem Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers

STÄRKT IHR UNTERNEHMEN Investkredit – . . . . . 36

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Budget der Jugend Eine Welt Gruppe von 1997 bis 2007

1997

1998

1999

2000

1.402.985

0

1.380.018

500.000

1.335.217

1.000.000

27.876

1.500.000

187.505

2.000.000

885.361

2.500.000

1.135.150

3.000.000

2001

2002

2003

3.673.715

3.235.057

3.500.000

1.805.824

4.000.000

Bilder oben, von links nach rechts: Wiederaufbau nach dem Tsunami auf Sri Lanka; GolASO Fußballschule in Quito/Ecuador; Don Bosco Schule in Ambato/Ecuador; P. Josef Kindslehner SDB in Patagonien/ Argentinien.

3.809.433

In den letzten zehn Jahren wurden Jugend Eine Welt insgesamt fast 19 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit konnten mehr als 870 Projekte unterstützt, über 250 Volontariatseinsätze finanziert und unsere Bildungsund Öffentlichkeitsarbeit in Österreich ver­ bessert werden – alles mit dem Ziel, die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Risikosituationen zu verbessern. Danke, dass auch Sie Jugend Eine Welt dabei unterstützen!

Nachstehende Grafik verdeutlicht das große Engagement aller Beteiligten innerhalb der Organisation als auch das Vertrauen der Spenderinnen und Spender in die Arbeit von Jugend Eine Welt. Ein Wachstum von Null auf fast vier Millionen Euro in 10 Jahren zeugt vom gewissenhaften ideellen und materiellen Einsatz aller Mittel und von der ungebrochenen Bedeutung der Arbeit von Jugend Eine Welt und Don Bosco weltweit.

2004

2005

2006

2007

Heute schon gespendet? Spendenkonto 92.083.767 PSK: BLZ 60.000

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Danke für Ihre Hilfe! Spenden Großes Bild: Sudanesische Frauen transportieren Lebensmittel in landestypischer Weise.

Dank Ihrer Spende konnte auch im Jahr 2007 für Burschen und Mädchen aus ärmsten Verhältnissen eine bessere Zukunft gesichert werden. Sie haben damit zum Schutz, zur Bildung und zur Stärkung der Rechte von chancenlosen Kindern und Jugendlichen in Afrika, Asien, Südamerika oder Osteuropa beigetragen. Kranz- und Testamentspenden Auch im Jahr 2007 wurden anstelle von Kränzen und Blumen bei Begräbnissen zahlreiche Geldspenden gegeben. Sie bedeuten in einem anderen Teil der Welt ein Stück Zukunft für ein benachteiligtes Kind. Jugend Eine Welt möchte sich dafür sehr herzlich bedanken! Ansprechperson für Kranzspenden: Ernestine Tesmer Jugend Eine Welt, St. Veit-Gasse 21, 1130 Wien Tel.: 01-879 07 07-18 Email: ernestine.tesmer@jugendeinewelt.at Immer wieder berührt die Hilfsbereitschaft von Menschen, die Jugend Eine Welt in ihrem Testament bedenken.

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Falls Sie weitere Informationen zu diesem Thema wünschen, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Ansprechperson für Testamente: Geschäftsführer Ing. Reinhard Heiserer Jugend Eine Welt, St. Veit-Gasse 21, 1130 Wien Tel.: 01-879 07 07-10 Email: reinhard.heiserer@jugendeinewelt.at Projektpartnerschaften Jugend Eine Welt erhält aus allen Erdteilen Hilferufe der Don Bosco Familie. Viele dieser Projekte müssen wir ablehnen, weil uns die nötigen Mittel fehlen. Deshalb freut es uns besonders, wenn Einzelpersonen oder Gruppen die Finanzierung für ein ganzes Projekt übernehmen. So finanzierten im Jahr 2007 einzelne Spender­ Innen ein Einfamilienhaus für Familien in Guayaquil, Ecuador. Dank der Hilfe konnten insgesamt 15 Häuser in Zusammenarbeit mit den betroffenen Familien errichtet werden.


Ansprechperson für Projektpartnerschaften: Mag. Karin Hintersteiner Jugend Eine Welt, St. Veit-Gasse 21, 1130 Wien Tel.: 01-879 07 07-20 Email: karin.hintersteiner@jugendeinewelt.at Diese Aktionen sind Zeichen der Hoffnung. Wir wissen, diese tatkräftige Solidarität sehr zu schätzen und danken herzlich dafür! Jeder Beitrag hilft, eine gerechtere Welt zu schaffen, in der auch benachteiligte Kinder eine Zukunft haben.

Sponsoring Es freut uns, dass auch immer mehr Unternehmen mit Jugend Eine Welt im Sponsoring zusammen arbeiten. Die Präsenz der Salesianer Don Boscos in 130 Ländern dieser Welt und die besondere Hinwendung zu Kindern und Jugendlichen sind starke Argumente für eine solche Kooperation. Hier einige ausgewählte Beispiele von Unternehmen, die uns im Jahr 2007 unterstützt haben: Investkredit Salesianer Miettex Mondi (Papierspende) Sporteo (Bandenwerbung) ORF Online Fußballchallenge 08 Tipp 3 Wenn sie Jugend eine Welt durch Sponsoring unterstützen wollen, wenden Sie sich bitte an: Mag. Georg Bauernfeind Jugend Eine Welt, St. Veit-Gasse 21, 1130 Wien Tel.: 01-879 07 07-14 Email: georg.bauernfeind@jugendeinewelt.at

Faire Geldveranlagung Um Menschen in den Ländern des Südens Perspektiven zu geben, ist nicht immer eine Geldspende erforderlich. Auch das Verleihen von Kapital ist eine sinnvolle Möglichkeit zu helfen. Kleinkredite In den letzten Jahren haben sich Kleinkredite in der Entwicklungszusammenarbeit etabliert: Frauen und Männer erhalten die Chance kleine

Projekte zu starten, mit denen sie sich ein Einkommen schaffen können. Im Hochland von Ecuador wurden von den Salesianern Don Boscos kleine Mikro-Kredite für einige hundert Bauern ermöglicht. Nun wird eine Ausweitung des Programms angestrebt. Institutionelle Darlehen zu fairen Bedingungen

Bilder oben, von links nach rechts: Kinder einer Don Bosco Schule im Sudan; Schulkinder in Osttimor; junge Mädchen beim Wassertragen in Osttimor; Straßenkind in Ecuador.

Für den Bau von großen Schulen und Universitäten brauchen die Salesianer Don Boscos oft große Finanzmittel, die vor Ort nur zu sehr ungünstigen Konditionen erhältlich sind. Jugend Eine Welt bemüht sich daher, auch von österreichischen Investoren Darlehen für Jugend Eine Welt-Pro­jekte der Salesianer Don Boscos zu vermitteln. Dank des Darlehens einer österreichischen Bank an die Salesianer Don Boscos und durch die Initiative von Jugend Eine Welt konnte im Vorjahr mit dem Bau von drei Don Bosco Universitäts­gebäuden in Ecuador begonnen werden. Ein Ethik-Fonds für Don Bosco Projekte Jugend Eine Welt erarbeitet derzeit mit einem Bankhaus und unter Einbeziehung von Ethikund Finanzexperten einen Fonds, der unter der Berücksichtigung ethischer Kriterien geführt wird. Ein Teil des Verwaltungsaufschlages kommt Jugend Eine Welt zugute. Zinsenlose Darlehen Da Jugend Eine Welt vielfältige Projekte und Aktivitäten vorfinanzieren muss, sind wir auf günstige Finanzierungsformen angewiesen. Zinsenlose Darlehen ermöglichen uns unsere Arbeit. Schon mit Summen ab 5.000 Euro helfen Sie Jugend Eine Welt. Wenn Sie Interesse haben, in einem dieser Bereiche Ihr Geld zu investieren, setzen Sie sich mit uns in Verbindung; Ing. Reinhard Heiserer, Geschäftsführer Jugend Eine Welt, St. Veit-Gasse 21, 1130 Wien Tel.: 01-879 07 07-10 Email: reinhard.heiserer@jugendeinewelt.at

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Spendenkonto 92.083.767 PSK: BLZ 60.000

Jugend Eine Welt Österreich St. Veit-Gasse 21 1130 Wien Tel. +43 1 879 07 07 Fax +43 1 879 07 07-15 office@jugendeinewelt.at www.jugendeinewelt.at

Impressum Redaktion: Mag. Sandra Jetzinger Verantwortlich: Ing. Reinhard Heiserer Mitarbeit: Kathrin Ivancsits, Erika Reisenegger, Mag. Massimiliano Schiliró, Mag. Anita Leutgeb, Mag. Marianne Tiki, Mag. Ines Refenner, Mag. Karin Hintersteiner, Mag. Robert Gerstbach-Muck, Mag. Ingrid Klein, Mag. Maria Schelkshorn-Magas, Stefan Gusenleitener, Mag. Georg Bauernfeind, Mag. Wolfgang Quintero, Hildegard Pesendorfer, Mag. Martina Schellander. Fotos: Jugend Eine Welt, Kurt Hörbst, Egbert Mittelstädt, Franz Josef Rupprecht Layout: ArtGraphic Druck: Fa. Hannes Schmitz 2. Auflage/August 08

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Jugend Eine Welt Jahresbericht 2007