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swatte sieten Informationsblatt der Jungen Union im Heidekreis

Ausgabe #5 März 2014

Runderneuerung

Schülerunion

Große Koalition

◼ Zum ersten Mal fand eine komplette Ablösung des Kreisvorstandes statt. Bleiben die Fragen: Wer sind diese neuen Menschen? Und was wollen sie? Darüber informieren die Swatten Sieten auf Seite 1

◼ Auch bei der Schülerunion fand ein personeller Umbruch statt. Grund genug, sich dieser Organisation und ihren Zielen etwas genauer zu widmen. Das tun die Swatten Sieten auf Seite 2

◼ Warum das bei der JU nicht nur wegen der Rentenpläne ungeliebte Zweckbündnis sicher nicht die vollen vier Jahre hält, wird dieses Mal bei »Frank sieht schwarz« erörtert. Zu finden auf Seite 7

EUROPA


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Termine — MI, 05. MÄRZ 19:30h: Politischer Aschermittwoch der JU im Heidekreis Waldgaststätte Eckernworth Walsrode — SA, 08. MÄRZ 16:30h: Sitzung des Kreisrates der JU im Heidekreis Hotel Meyn Soltau — SA, 22. MÄRZ 09:30h: CDU-Kreisparteitag mit Vorstandswahlen Domicil Hotel, Hodenhagen 14:30h: »Knigge«-Seminar des JU-Bezirksverbandes Hotel Meyn Soltau — FR, 28. MÄRZ 17:30h: SU-Podiumsdiskussion Alter Krug, Schneverdingen

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Der neue Kreisvorstand Der Kreisvorstand für die Amtszeit 2013/2014 besteht aus sechs Mitgliedern.

Kreisvorsitzender Timo Albeshausen Student, Walsrode Jahrgang 1993

Schatzmeister Sören Engel Projektmanager, Munster Jahrgang 1982

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Anna Grill

Impressum JUNGE UNION IM HEIDEKREIS Moorstraße 2 29664 Walsrode T 05161 73044 F 05161 910702 M info@ju-sfa.de facebook.com/JungeUnionSFA REDAKTION (V.i.S.d.P.) Timo Albeshausen (Koordination), Anna Grill, Frank Stangneth, Daniel Köpcke (Layout)

Schülerin, Rethem Jahrgang 1998

Mitgliederreferentin Anja Schumacher Industriekauffrau, Schneverdingen Jahrgang 1981

Referentin für Fort- und Weiterbildung Svenja Schörken Auszubildende, Soltau Jahrgang 1990

BILDNACHWEISE Europäisches Parlament Junge Union im Heidekreis Wikipedia

Aktionsreferent Frank Stangneth Diplom-Geologe, Munster Jahrgang 1980


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Schülerunion neu aufgestellt Bei der Mitgliederversammlung der Schülerunion Heidekreis im Dezember stand die Wahl eines neuen Kreisvorstandes im Mittelpunkt. Dabei wurde Anna Grill aus Frankenfeld einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Zu Stellvertreterinnen wurden Lisa Quoos aus Schneverdingen und Julia Verstraate aus Dorfmark bestimmt. Harriet Köpcke aus Bommelsen übernahm den Posten der Geschäftsführerin, während Dana Quoos aus Schneverdingen, Vanessa Schmidt aus Bomlitz und Elisa Mohr aus Westerharl den Vorstand als Beisitzer komplettieren. An dieser Stelle möchte ich mich erneut für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Der neue Vorstand ist nicht nur groß und übertrifft jede Frauenquote, vor allem hat er viel Potential. Mit Vertretern aus Nord- und Südkreis, von Gymnasien, einer BBS und einer KGS ist er breit aufgestellt und ermöglicht einen Blick über den eigenen Tellerrand. Neben der Mitgliederwerbung, die nach wie vor eines unserer zentralen Anliegen ist, konzentrieren wir uns momentan verstärkt auf die erste Veranstaltung unter dem neuen Vorstand: Eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Gymnasien bzw. der Beziehung zwischen Gesamtschulen und Gymnasien wird am 28. März in Schneverdingen stattfinden. Die Planungen laufen auf Hochtouren. Kai Seefried, den schulpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, können wir schon als Redner bestätigen. Weitere Vertreter von Seiten der Schulen und Eltern werden folgen.

SU-Vorstand: Übertrifft jede Frauenquote

Belastung der Lehrer, die inklusive Vor- und Nachbereitung des Unterrichts schon jetzt 46 bis 50 Stunden in der Woche arbeiten, wird die Bildungsqualität gefährdet. Durch die zusätzliche Arbeitszeit droht das Unterrichtsniveau zu sinken, was uns als Schüler Union beunruhigt.

Die Reaktion vieler Lehrerkollegien, freiwillige Leistungen wie Klassenfahrten, Sportfeste und bestimmte AGs vorerst auszusetzen, können wir aufgrund der höheren Belastung zwar nachvollziehen. Dennoch ist zu bemängeln, dass der pädagogische Nutzen solcher Aktionen verloren geht. Im Januar haben wir weiterhin eine Somit finden die AuseinandersetzunPressemitteilung zur Mehrarbeit für gen letztlich auf dem Rücken der Gymnasiallehrer veröffentlicht (nach- Schüler statt, was für uns nicht akzepzulesen auf der JU-Facebook-Seite). tabel ist. Die erhöhte UnterrichtsverDarin kritisierten wir die Beschlüsse pflichtung ist eine Zumutung für Lehder rot-grünen Landesregierung, sorer und Schüler. Daher forderten wir wohl die Unterrichtsverpflichtung auf in der Pressemitteilung eine Rück24,5 Stunden zu erhöhen, als auch die nahme der Beschlüsse. Das Thema Altersteilzeit für Lehrer über 55 Jahren soll einen zentralen Aspekt der Podizu streichen. Aufgrund der stärkeren umsdiskussion im März darstellen.

Anfang Januar war ich mit einigen Mitgliedern außerdem bei einem Seminar der Schüler Union Niedersachsen zum Thema Schülervertretung. Neben neuem Wissen aus Seminaren zur Planung von Aktionen, zum Führen von Debatten und zur Rhetorik nahmen wir viele interessante Eindrücke mit. So erhielten wir zum Beispiel Einblick in die Arbeit anderer SU-Verbände. Der Besuch weiterer Veranstaltungen auf Landesebene ist geplant. Insgesamt bin ich der Meinung, dass dem neuen Vorstand ein guter Start gelungen ist. Erste Mitgliederzuwächse und positives Feedback, auch von Lehrern, bestätigen dies. Im März wollen wir den Erfolg mit unserer Veranstaltung ausbauen.

Die Schülerunion... hat bundesweit 10.000 Mitglieder und ist die unionsnahe »Sonderorganisation« für Schüler.


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Eine Wahl von großer Bedeutung Am 25. Mai steht die Europawahl an, eine Wahl von großer Bedeutung, die der von Bundestagswahlen gleichkommt. Wie schon bei den vergangenen Europawahlen scheint das jedoch vielen Menschen kaum bewusst zu sein. Das Schreckgespenst der geringen Wahlbeteiligung geht um, wie so häufig bei Wahlen auf europäischer Ebene. Beim letzten Urnengang der Europäer 2009 lag die Wahlbeteiligung in Deutschland bei gerade mal 43,3 Prozent. Der EU-Durchschnitt bewegte sich ebenfalls bei lediglich 43 Prozent. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass rechts- und linkspopulistische Parteien wie die »Front National« Stimmenanteile dazu gewinnen könnten. Auch in Deutschland ist das Abschneiden der Eurokritiker der AfD vollkommen offen. Glücklicherweise scheint sich erstmalig so etwas wie ein richtiger Wahlkampf auf europäischer Ebene zu entwickeln. Zwischen Sozialisten und Konservativen zeichnet sich ein Kopfan-Kopf-Rennen ab. Die Parteien nominieren auf europäischer Ebene im Vorfeld jeweils ihren Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten. Dabei finden sich auf dem Personaltableau durchaus prominente Namen. Die europäischen Liberalen werden von Währungskommissar Olli Rehn in die Wahlkampf geführt. Die Sozial-

Das EU-Parlament... ist die Vertretung der EU-Bürger im politischen System der Europäischen Union. Es steht damit neben dem Rat der EU, der die Mitgliedstaaten vertritt. Das Parlament besteht aus 751 Mitgliedern, davon 96 Abgeordneten aus Deutschland. Es wählt den Präsidenten der EU-Kommission und entscheidet mit über den EU-Haushalt. Die CDU gehört dort zur EVP-Fraktion. Für die Europawahlen gilt keine Fünfprozenthürde.

Europäische Union: Viel zitiertes Demokratiedefizit

demokraten vom deutschen Präsidenten des EU-Parlamentes, Martin Schulz. Und die Konservativen? Sie tun sich mit einer Personalentscheidung leider übermäßig schwer, wenngleich auch hier bekannte Namen wie Luxemburgs ehemaliger Premier JeanClaude Juncker im Gespräch sind. Zudem geht mit David McAllister für die CDU ein prominenter Kandidat ins Rennen, der den größten Teil seiner politischen Karriere nicht schon hinter, sondern noch vor sich hat. Trotz allem gibt es eine Reihe an Problemen und Konstruktionsfehlern, an denen die europäische Demokratie krankt: Zum Einen besteht das hausgemachte Problem, dass es keine gemeinsame europäische Öffentlichkeit gibt. Wie eben aufgezeigt, scheint hier aber langsam eine Europäisierung einzusetzen. Diese wird aber zweifelsohne Zeit brauchen und hat in den verschiedenen Sprachen der Europäer eine natürliche Barriere.

ropäische Parlament muss weiter gestärkt werden. Gleichzeitig sollte es neben den nationalen Listen auch die Möglichkeit geben, Kandidaten direkt zu wählen, die analog zur Bundestags-wahl für einen Wahlkreis zuständig sind. Dies würde Europa greifbarer machen und Identifikation ermögli-chen. Eine entsprechende Verände-rung des Wahlrechts und die Schaf-fung möglichst vergleichbar großer Wahlkreise würde einen erheblichen Aufwand bedeuten, der sich aber lohnt. Die Größe solcher Wahlkreise ist dabei mit Hinblick auf das Ausmaß der Kongresswahlbezirke in den USA kein triftiges Gegenargument.

Vor solchen demokratischen Reformen stellt sich aber die Grundsatzfrage, wie es mit der EU weitergehen soll und die Frage nach der Finalität der europäischen Integration, die durch den »Lissabon-Vertrag« noch offener zu Tage tritt. Besonders in der Das viel zitierte Demokratiedefizit der deutschen Öffentlichkeit und Politik EU ist ein weiteres Problem. Das Euwird Europa zu häufig auf ökonomi-


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sche Faktoren reduziert. Diese sind zweifelsohne elementar, aber es fehlt zumeist die dazugehörige, genauso wichtige politische Vision. Hierzu bedarf es eines weiten Horizonts: Ein Mehr an Europa muss nicht zwangsläufig die Vereinten Staaten von Europa bedeuten: Es gilt zu akzeptieren, dass die EU in der Geschichte etwas Neues, Eigenes darstellt. Die Herausforderungen sind nicht unbedingt mit althergebrachten Denkkonzepten zu beantworten. Wem das europäische Projekt und die europäische Integration am Herzen liegen, der muss sich aber auch ernsthaft mit der politischen Debatte in Großbritannien auseinandersetzen. Man muss die Meinung insbesondere vieler »Tories« nicht teilen, aber man muss Antworten finden und den Menschen erklären, warum dies nicht die richtige Europapolitik ist. Nur so kann man auch der AfD begegnen. Denn sie hat ein politisches Konzept, wenn auch ein sehr schlichtes: Es heißt Renationalisierung. Es stellt sich die Frage, ob und wann Europa bereit ist, den Schritt von einem Staatenverbund zu einer Föderation zu gehen bereit ist. Hierfür wären Volksabstimmungen, auch in Deutschland, und eine vollständige Parlamentarisierung der EU unabdingbar. Dieses Konstrukt kann nur dann erfolgreich sein, wenn es die Nationalstaaten nicht aufzulösen versucht, sondern sie im Rahmen einer, wie es der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer formuliert hat, »geteilten Souveränität« erhält und ihre Institutionen berücksichtigt. Vorschläge für ein solches Modell gibt es zur Genüge, etwa die Schaffung eines aus zwei Kammern bestehenden

CDU-Spitzenkandidat McAllister: Karriere noch vor sich

Europäischen Parlamentes, das auch nationale Parlamente mit einbeziehen könnte.Ohne Zweifel bedürfte es einer Verfassung, die im Geiste der Subsidarität klar festlegt, was die EU und was die Nationalstaaten regeln sollen. Wenn es der Mehrheit der deutschen Politik tatsächlich ernst ist mit der Vollendung der europäischen Integration, muss es endlich hierüber eine öffentliche Debatte geben, die

über die Anforderungen der Tagespolitik hinaus reicht. Gleichzeitig dürfen nicht alte Souveränitätskon-zepte auf ein historisch neues Gebilde angewandt werden. Es muss den Menschen vielmehr erklärt werden, dass eine Weiterführung der europäischen Integration nicht die Auflösung nationaler Identitäten und der komplettem teilstaatlichen Souveränität bedeuten muss.

Straßburger Plenarsaal: Parlamentarisierung unabdingbar


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Ein persönlicher Dank Liebe Landesregierung, es kommt ja nicht so oft vor, dass Euch Dank zuteil wird, aber jemand muss endlich damit anfangen, also los: Ich danke Euch für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Es gab so viele arbeitslose Sozialdemokraten, dass es nur gerecht ist, ihnen ein Auskommen in der Staatskanzlei und den neuen Landesämtern für Regionalentwicklung zu gewähren. Wir sparen dadurch sogar noch Sozialabgaben! Danke, dass Ihr endlich wieder eine Mittelbehörde einsetzt, nachdem die so beliebten Bezirksregierungen ohne jeden Sinn und Verstand abgeschafft wurden. Auf die Störenfriede vom Landesrechnungshof hört doch eh niemand. Wobei – könnte man da nicht auch noch ein paar Arbeitsplätze für Patenkinder oder entfernte Verwandte schaffen? Danke, dass Ihr Lehrer und Schüler wieder näher zusammengebracht habt. Gemeinsam auf die Straße zu gehen, um für eine gute Bildung zu demonstrieren, das ist wahre Solidarität. Und frische Luft ist ja bekanntlich sogar sehr gesund. Niemand hätte für möglich gehalten, dass es so einfach ist, das eigene Klientel dermaßen gegen sich aufzubringen. DAS ist ein Zeichen wahrer Größe, wenn man ohne jede Rücksicht auf Wählergruppen die »richtigen« Entscheidungen trifft. Herr Weil hatte im Wahlkampf versprochen, in der Bildungspolitik ideologiefrei zu allen Schulformen zu stehen. Danke, dass Ihr klarstellen konntet, wie Ihr mit Euren Versprechen umgeht. Danke, dass ihr rot-grünen Abgeordneten bis jetzt im Grunde kein wichtiges Gesetz verabschiedet habt und somit kein Unheil entstehen konnte. Ach, fast hätte ich etwas vergessen: Nur dank Euch als Landesregierung weiß ich jetzt, dass man Gesetze auch rückwirkend ändern darf. Deshalb dürfen in einigen Stadtverbänden demnächst die Wahlen zu Bürgermeisterkandidaturen wiederholt werden, falls sie vor dem 8. November stattfanden, weil das Wahlalter für Hauptverwaltungsbeamte erhöht wurde – rückwirkend, versteht sich. Das geschah Eurerseits selbstverständlich nicht mit dem Hintergedanken, einigen verdienten Parteifreunden eine erneute Kandidatur zu ermöglichen. Nur ein Schelm sieht darin ein taktisches Ränkespiel, denn der eigentliche Grund ist ausschließlich der, dass Ihr die Gemeinschaft der Parteimitglieder fördern wollt, indem Ihr den Mitgliedern eine Möglichkeit gebt, sich erneut versammeln zu können. Bravo! Ein besonderer Dank geht an die Grünen. Sich anzuschauen, wie Landwirtschaftsminister Meyer immer wieder wichtige Projekte blockiert und verzögert, das ist große Politik. Danke auch den Regierungssprechern Anke Pörksen und Michael Jürdens. Ersterer, weil nicht mal sie sich selbst erklären konnte, warum sie befördert wird, und letztgenanntem, weil er ausplauderte, was alle sahen: »Herr Weil twittert nicht. Es fehlt an Inhalten.« Danke, einer musste es ja mal sagen. Wer bei so einer Danksagung keinesfalls unerwähnt bleiben darf, ist Ex-Staatssekretär Udo Paschedag. Dank ihm wurde eine alte Fußballerweisheit bestätigt: Wenn die Vereinsführung einem das Vertrauen ausspricht, ist man eigentlich schon gefeuert. Nur dank ihm wissen wir jetzt, dass bei Rückenleiden einzig ein Audi A8 Abhilfe verschafft, am besten in Kombination mit einer persönlichen Assistentin und Klimaanlage im Büro. Die Nordrhein-Westfalen sind unserer Landesregierung wahrscheinlich immer noch dankbar, dass wir ihnen diesen Top-Mann abgeworben haben. Überall nur Lob, wo man auch hinsieht! Also, liebe Landesregierung: Bisher habt Ihr offensichtlich alles richtig gemacht, bei der nächsten Landtagswahl werden euch die dankbaren Wähler mit Sicherheit ein „angemessenes“ Ergebnis bescheren. In tiefer Dankbarkeit

Frank Stangneth


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Stark im Bezirksvorstand vertreten Auf dem bereits im November vergangenen Jahres stattgefundenen Bezirkstag des JU-Bezirksverbandes Lüneburg wählten die rund 70 Delegierten, zu denen auch acht Vertreter aus der JU Heidekreis gehörten, einen neuen Bezirksvorstand. Für die hiesige JU gab es dabei Grund zur Freude: Es wurde nicht nur Daniel Köpcke, der bereits als Beisitzer im Vorstand tätig war, wiedergewählt. Mit der Schneverdingerin Anja Schumacher ist nun ein zweites Mitglied des JU Kreisverbandes im Bezirksvorstand, ebenfalls als Beisitzerin, vertreten. Zudem wurde der bisherige JU-Bezirksvorsitzende Dr. Merlin Franke aus Bienenbüttel einstimmig bestätigt.

Bezirksvorstand der JU: Mit zwei starken Stimmen vertreten

frank sieht schwarz:

Die Zukunft der Großen Koalition Groß war die Freude, als die SPDFührung verkündete, dass die Abstimmung der Parteimitglieder positiv verlaufen ist und somit der bereits ausgehandelte Koalitionsvertrag unterzeichnet werden darf. Wobei: Statt Freude hätte ich vielleicht eher Erleichterung sagen sollen. Der Koalitionsvertrag bietet zwar ein »Best-of« der im September abgegebenen Wahlversprechen aller drei Parteien (PKW-Maut, Mindestlohn, keine Steuererhöhungen, keine zusätzlichen Schulden), aber wie genau die Umsetzung aussehen soll, ist vielfach unklar und bedarf weiterer Ver-

handlungen – die bei ungewünschtem Ausgang die Koalition gefährden können. »Aber Frank, von 2005 bis 2009 hat die GroKo doch auch gehalten«, höre ich oft. Ja, das stimmt. Es gibt zwischen der damaligen und der heutigen Situation aber drei wichtige Unterschiede.

beiden ist aber eine Reihe von SPDPolitikern in das Kabinett eingezogen, deren Gedankengut doch sehr »auf links« gepolt ist. Andrea Nahles und Manuela Schwesig (beide mit wichtigen Ministerien im Rücken) haben bereits mit »interessanten« Vorschlägen auf sich aufmerksam gemacht: Erstere durch die Forderung, Steuergelder für Zum einen das Personal. Mit Steindie Rentenreform einzusetzen, Letzmeier, Steinbrück, Gabriel und Müntere durch die Idee, Eltern eine niedtefering waren die wichtigsten Akteurigere Wochenarbeitszeit zu spendiere auf der SPD-Seite im politischen ren. Spektrum eher gemäßigt. Und auch in der jetzigen Koalition zeigen sich Ga- In der zweiten Reihe sorgen Thomas briel und Steinmeier zurückhaltend, Oppermann und Ralf Stegner immer machen solide Arbeit. Hinter diesen wieder dafür, dass auch ja niemand


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Bericht aus Berlin Unser Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel über die Herausforderungen der neuen Wahlperiode.

vergisst, dass der Markenkern der SPD »links« ist. Der zweite Unterschied ist, dass alle wissen, wie das Wahlergebnis nach der letzten GroKo aussah – ein Desaster für die SPD. Daraus hat man offensichtlich gelernt und vertritt die eigenen Überzeugungen vehementer und achtet bereits jetzt auf eine deutliche Abgrenzung zu CDU/CSU. Aber wie viele Alleingänge verkraftet das zerbrechliche Koalitionsgebilde? Als letzten Unterschied möchte ich die allgemeine Situation anführen. Rückblick: 2007 stürzte die Finanzkrise die Welt ins Chaos, kein anderes Thema in der Politik war so dominant. Angela Merkel und Peer Steinbrück steuerten Deutschland gemeinsam durch diese turbulente Zeit. Zeitsprung heute: Die Eurokrise ist zwar noch nicht überwunden, aber im Bewusstsein in den Hintergrund gerückt. Es gibt kein »großes Problem«, mit dem sich beide Parteien gemeinsam beschäftigen und an dem sie zusammenwachsen könnten. Die Energiewende soll von Sigmar Gabriel allein bewältigt werden, die übrigen Minister werkeln im stillen Kämmerlein an ihren Gesetzentwürfen. Die Notwendigkeit zu parteiübergreifender Kooperation, über die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages, hinaus ist nicht gegeben. All diese Punkte lassen mich zweifeln, dass die GroKo die vollen vier Jahre durchhalten wird. Die CDU muss sich daher bereits jetzt inhaltlich und personell neu aufstellen, so dass man nicht von einem vorzeitigen Ende der Koalition überrascht wird.

Die Menschen erwarten, dass wir eine gute Regierungsarbeit abliefern. Deshalb müssen wir jetzt den Koalitionsvertrag zügig umsetzen und damit unsere Wahlversprechen einhalten. Die Stabilität des Euro und eine weiterhin konsequente Reformpolitik in den europäischen Krisenländern stehen ganz oben auf unserer Agenda. Einige EULänder konnten den Rettungsschirm verlassen und haben wieder solide Haushalte. Ohne die klare Linie aus Deutschland wäre das nicht vorstellbar gewesen. Wer von anderen viel verlangt, muss mit gutem Beispiel vorangehen. Wir senken die Neuverschuldung und wollen 2015 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, um auch den nachfolgenden Politikergenerationen Handlungsspielräume zu lassen. Sorgen bereitet mir die unkontrollierte Zuwanderung von EU-Bürgern aus Rumänien und Bulgarien. Die Freizügigkeit innerhalb der EU soll die Begegnungen zwischen den Menschen, den Tourismus und auch die grenzüberschreitende Arbeitsaufnahme erleichtern. Sie ist aber kein Freibrief zum Sozialleistungsmissbrauch. Das müssen wir verhindern. In unserem Wahlkreis wollen die Menschen eine gute Verkehrsinfrastruktur. Der neue Bundesverkehrswegeplan wird von dem Prinzip geprägt sein: die Modernisierung des Bestands und die Beseitigung von Engstellen haben Vorrang vor dem Neubau von Straßen oder Schienenwegen. Das heißt für unseren Wahlkreis: der Ausbau der A 7 zwischen dem Wals-

Reinhard Grindel MdB

roder Dreieck und Soltau wird kommen, die Y-Trasse dagegen nicht. In einem umfassenden Bürgerdialog werden günstigere Alternativen zur YTrasse entwickelt. In diesen Dialogprozess werde ich mich intensiv einbringen. Mit dem Geothermieprojekt in Munster wollen wir einen besonders umweltschonenden und zukunftsfähigen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien leisten. Die Akzeptanz dieser neuen Energieträger bei den Bürgern darf durch falsche Weichenstellungen bei den Stromtrassen nicht verspielt werden. Ich freue mich, als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Rotenburg I – Heidekreis in Berlin viel für unsere Region bewirken zu können und setze dabei auch und gerade auf die Unterstützung durch die Mitglieder der Jungen Union.

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