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BEILAGE

JSDR - FEBRUAR 2012

Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland www.jsdr.de

„Demokratie und die Jugendarbeit“ Demokratietraining für die jungen Multiplikatoren der MSO

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ugendpolitische Bildung gehört zu den Aufgaben der Jugendorganisation der Landsmannschaft, des JSDR. Die aktive Teilnahme an politischen Geschehnissen des Landes wird immer mehr von jungen Spätaussiedlern angestrebt. Eine qualitativ gute Teilnahme am politischen Leben benötigt aber nicht nur professionelle Politiker, sondern vor allem auch professionelle Bürger. Vom 16. bis 18. Dezember 2011 fand in Hilchenbach (NRW) unter dem Motto „Demokratie und die Jugendarbeit“ ein Demokratietraining für junge Multiplikatoren der Migrantenselbstorganisationen statt. Obwohl die Feiertage vor der Tür standen, konnten sich die Organisatoren über eine sehr hohe Zahl von Anmeldungen freuen. Leider war die Teilnehmerzahl auf 35 Personen begrenzt, so dass nicht alle Interessenten dabei sein konnten. Die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Bundesländern (NRW, Berlin, Bremen) und brachten ein reges Interesse an den angebotenen Themen der Maßnahme mit. Im Rahmen des Demokratietrainings wurden folgende Themen behandelt:

• Grundlagen und Erfolgskriterien des demokratischen Aufbaus der deutschen Gesellschaft; • demokratische Strukturen und Regelungen im vereinigten Europa; • Potenziale und Perspektiven der jugendpolitischen Arbeit; • internationale Projekte mit dem Schwerpunkt Demokratie in der Europäischen Union; • Einflüsse der neuen Medien auf die Jugendpolitik und die Öffentlichkeitsarbeit. Die fachgerechten und medienunterstützten Vorträge wurden in der Gruppenarbeit in Diskussionen durch Best-Practice-Beispiele erweitert und vertieft. Die Organisatoren und vor allem die Teilnehmer konnten vom Einsatz der beiden Referenten, des ehemaligen Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen, Jochen Welt, und Siegfried Dinges, profitieren und viele neue Erkenntnisse mitnehmen. „Es ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, Politiker zu sein. Doch die Politik machen nicht nur die Bundestagsabgeordneten. Vielmehr sind es die einfachen Bürger, die durch ihre Teilhabe am politischen Leben ent-

Die Teilnehmer des Seminars in Hilchenbach.

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scheiden, was mit Deutschland passiert“, so Jochen Welt. Das Demokratietraining wurde vom bundesweiten Projekt der Landsmannschaft „Potentiale erkennen - Miteinander stärken“ unter der Leitung von Anna Weiz organisiert und durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und das Innenministerium des Landes NRW gefördert. Anna Weiz

Olympische Winterspiele in Sotschi

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ie Staatliche Universität Sotschi hat im Mai 2011 ein Zentrum „Forward“ zur Vorbereitung von Volontären auf die XXII. Olympischen Winterspiele und die XI. Paralympischen Winterspiele in Sotschi gegründet. Im Oktober 2011 fand das 1. Treffen der russischen Volontäre statt, die als Übersetzer und Interviewer sowie in den Bereichen Registrierung, Gästeservice und Transportdienstleistungen bei Sportforen, internationalen Ausstellungen und Konferenzen arbeiten werden. Gegenwärtig hat die Vorbereitung von Volontären auf die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Sotschi 2014 Priorität. Für junge Menschen, die sich an der Volontärbewegung beteiligen, eröffnen sich viel versprechende Möglichkeiten eines journalistischen und Dienstleistungsengagements bei der Sommeruniversiade in Kasan 2013, den Winterspielen in Sotschi 2014 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Sotschi. Die Voraussetzungen für die Bewerbung sind unter der folgenden Kontaktadresse zu erhalten: Tel.: 8622-648627 E-Mail: sochi-volunteers@yandex.ru http://www.sutr.ru/volunteers; http://vkontakte.ru


JSDR - FEBRUAR 2012

Zu Gast beim Jugendklub „Diamant“ in Astana

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eißer knirschender Schnee, Kälte von minus 20 Grad, festlich geschmückte Tannenbäume, fünf Stunden Zeitunterschied und frostige Luft, die nach einem fast sechsstündigen Flug sehr erfrischt – wir sind in der Hauptstadt Kasachstans Astana angekommen. Astana ist eine junge, moderne und faszinierende Stadt mitten in der kasachischen Steppe, die den Sowjetbürgern bis 1991 als eine kleine Stadt in Zentralkasachstan unter dem Namen Zelinograd bekannt war. Seit 1997 ist Astana die Hauptstadt Kasachstans. Das Wort „Astana“ bedeutet auf Deutsch „Hauptstadt“ und wurde als historisch und politisch nicht vorbelasteter Name bewusst gewählt. Der Grund der dreitägigen Reise nach Astana war die 9. Sitzung der Deutsch-Kasachischen Regierungskommission vom 8. bis 10. Dezember 2011, die sich mit den Angelegenheiten der Bürger der Republik Kasachstan deutscher Volkszugehörigkeit befasste. (Über die Sitzung hat "Volk auf dem Weg" in der vorherigen Ausgabe ausführlich berichtet.) Zum ersten Mal nahmen an der Sitzung der Regierungskommission Vertreter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und des JSDR

Beim Besuch des Theaterstücks mit dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Christoph Bergner (vorne, 2. von rechts).

teil. Dank dieser Teilnahme beschäftigte sich die Kommission auch mit Partnerschaftsprojekten als neuem Thema. Partnerschaften sind insofern wichtig, als der Erhalt der Identität der Russlanddeutschen nur in einem Dialog zwischen den Russlanddeutschen in den Herkunftsgebieten und in Deutschland möglich ist. Nachdem die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und die As-

Das Theaterstück "Mit Hoffnung im Herzen" war dem 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion gewidmet.

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soziation der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ im August 2011 ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet haben, wird auch der JSDR seine Partnerschaften im Rahmen des Partnerschaftsabkommens, das bereits 2009 mit der Jugendorganisation der Deutschen Kasachstans geschlossen wurde, ausweiten. Während der Reise hatten wir die Möglichkeit, die Arbeit der Selbstorganisationen der Deutschen Kasachstans näher kennen zu lernen, wie zum Beispiel die des Jugendklubs „Diamant“ in Astana. In dem Jugendklub der Deutschen Kasachstans in Astana läuft ein Projekt mit dem Namen „Soziales Theater“. Die Premiere des Theaterstücks „Mit Hoffnung im Herzen“, der die Mitglieder der Regierungskommission beiwohnten, war dem Thema “70 Jahre Deportation“ gewidmet. Das Stück wurde von den jungen Menschen auf Deutsch und Russisch aufgeführt und schilderte reale Lebensgeschichten der aus der Ukraine nach Kasachstan deportierten Russlanddeutschen, die den Zuschauern unter die Haut gingen. Nach dem Theaterstück konnten wir uns mit unseren Partnern unterhalten und gemeinsame Pläne für die Zukunft besprechen. Elena Bechtold JSDR-Vorsitzende


JSDR - FEBRUAR 2012

Den Regen vergessen und Schnee genießen

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onne, Schnee und malerische Winterlandschaften - so stellen wir uns alle den Winter

vor...

Leider hatte uns das Wetter im Dezember nicht mit Schneepracht verwöhnt. Also beschlossen wird, nach Winterberg im Hochsauerland mit seinen Skipisten zu fahren, um dort den Schnee zu suchen. Über 40 junge Spätaussiedler fanden vor dem Jahreswechsel den Weg nach Winterberg und verbrachten dort ein erlebnisreiches Wochenende im Freundeskreis. Nicht alle kannten sich vorher, doch zum Schluss waren alle Freunde geworden. Die Landesgruppe NRW des Jugendund Studentenringes der Deutschen aus Russland führte vom 13. bis 15. Januar erfolgreich eine weitere erlebnispädagogische Maßnahme für junge Aussiedlerfamilien durch. Die Fahrten nach Winterberg sind schon zu einer Visitenkarte der Jugendorganisation geworden und ziehen immer wieder Interessenten an. Obwohl es im Tal regnete, gab es oben auf dem Berg prächtiges Wetter mit Schnee und Sonnenschein. Jeder konnte etwas für sich finden Ski, Snowboard, Schlitten fahren oder einfach durch den verschneiten Wald spazieren gehen, alles war möglich. „Die Fahrten nach Winterberg sind für unsere Organisation sehr wichtig. Sie ersetzen vielen jungen Familien einen teuren Winterurlaub und bringen den Kindern viel Spaß! Die Anziehungskraft der Maßnahme kommt dem JSDR und der Landsmannschaft gleichermaßen zugute. Viele lernen dort unsere Organisationen kennen und treten der Landsmannschaft bei. Allein 2011 haben wir bei der Erlebnispädagogik in Winterberg über 20 neue Mitglieder für die Landsmannschaft gewonnen!“, so Waldemar Weiz, Vorsitzender der JSDR-Landesgruppe NRW. Die Organisatoren bedanken sich recht herzlich bei allen Teilnehmern der Maßnahme. Ein ganz besonderer Dank geht an die jungen Mitglieder des UVDR (Unternehmerverband der Deutschen aus Russland), Sergej Cetvertnyh und Wassilij Gontscharow, die mit ihren Spenden die Maßnahme ermöglicht haben! Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Erlebnisse! www.jsdr-nrw.de

Bestens gelaunt in Winterberg.

Da lernen, wo andere Urlaub machen!!!

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om 7. bis 15. Januar 2012 reisten Jugendliche nicht nur aus ganz Russland, sondern auch aus Deutschland nach Sotschi zu einer vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) organisierten Veranstaltung in den Bereichen Organisation, Management, Selbstorganisation, Sprachassistenz bzw. Deutschunterricht und Freizeitgestaltung.

Parallel dazu debattierten die Teilnehmer der „Avantgard“-Gruppe und die Fußballer trainierten fleißig für ihre Turniere. Seit einigen Jahren unterstützen die Mitglieder des JSDR die Jugendcamps in Russland, die von unseren Partnerorganisationen, dem IVDK und dem Jugendring der Russlanddeutschen, durchgeführt werden, als Sprachassistenten.

Mitglieder des JSDR mit Olga Martens (IVDK; 3. von rechts).

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JSDR - FEBRUAR 2012 Während der Veranstaltung in Sotschi haben die drei Vertreter des JSDR ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in der praktischen Jugendarbeit verbessert. Das ethno-kulturelle Event der Russlanddeutschen bot der Jugend neben der Theorie auch eine aktive Weiterbildung in Tanz, Sport und Geschichte an.

Die effektive Arbeit schloss man jeden Tag mit verschiedenen Abendveranstaltungen ab, zu denen die Teilnehmer aller Projekte zusammentrafen. Diese hatten nicht nur einen ethnokulturellen Hintergrund, sondern förderten zum Teil auch die bereits vorhandenen Kenntnisse der Jugendlichen. Die exotische Umgebung wur-

de für eine Reihe von Exkursionen ebenso genutzt wie für Seminare im Freien. „Sommer startet neue Wege!“ - das war unser Motto! Das Abschied, der für gewöhnlich weniger angenehm verläuft, war also erst der Anfang! Kamilla Disendorf

Deutsche Weihnachten in Russland durch die Jahrhunderte - Geschichte und Geschichten

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ie besten Chancen auf weiße Weihnachten hatten am 22. Dezember 2011 die Besucher der bisher größten Veranstaltung des Berliner JSDR-Landesverbandes, organisiert in Zusammenarbeit mit dem OEZ Berlin-Verlag. Dem JSDR war bei der Planung und Durchführung der Maßnahme vor allem daran gelegen, der breiten Öffentlichkeit die Geschichte, die Traditionen und Lyrik der Russlanddeutschen im Zusammenhang mit Weihnachten nahe zu bringen. Literaten, Verleger, Historiker, Studenten, Schauspieler und viele verehrte Gäste fanden sich an diesem Tag in den gemütlichen Räumlichkeiten des Berliner Roten Rathauses ein. Im Foyer legte man eine große Auswahl an Büchern mit russlanddeutscher und osteuropäischer Thematik aus, und einen Tisch weiter konnte man sich an köstlichem Weihnachtsgebäck laben. Die "Hauptspeise" erwartete die Gäste aber erst im Saal. Monika Gossmann und Jochen Heinz machten den Anfang mit weihnachtlichen Gedichten und Auszügen aus dem Lukasevangelium. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Leiter des OEZB-Verlags, Detlef W. Stein. Der Vorsitzende des JSDR in Berlin, Vitalij Brodhauer, übernahm die Vorstellung unseres Landesverbandes, seiner Ziele und Erfolge. Edwin Warkentin hatte als Kulturreferent des Verbandes und Kenner der russlanddeutschen Geschichte und Kultur auch in Bezug auf das Christfest einiges zu bieten. Nach einer vergleichenden Gegenüberstellung der deutschen und russlanddeutschen Weihnacht bereitete er allen Anwesenden eine schöne Überraschung, als er seinen neuesten Fund präsentierte – einen Auszug aus dem Buch seiner entfernten russlanddeutschen

Gäste der Weihnachtsfeier in Berlin.

Verwandten aus Paraguay, in dem sie sich sehr ausführlich an einen Heiligabend im Jahre 1923 in einem deutschen Dorf in Sibirien namens Alexanderkron (heute Kussak) erinnern. Monika Gossmann, eine russlanddeutsche Schauspielerin aus Berlin, trug im Anschluss Weihnachtsgedichte der Russlanddeutschen vor und berichtete über ihre eigenen Erfahrungen. Marianne Blasinski, Schriftstellerin und Autorin im OEZ Berlin-Verlag, las einige Auszüge aus zwei ihrer Bücher vor. Eberhard Behrens, Theologe aus Potsdam, bot Unterhaltsames aus seinem Buch „Russland mit meinen Augen. Impressionen von der Wolga“, indem er über seine kulturellen

Erfahrungen mit russlanddeutschen Geistlichen berichtete. Alexander Reiser, russlanddeutscher Schriftsteller aus Berlin, bereitete mit seinen lustigen Geschichten aus dem Leben der russlanddeutschen Spätaussiedler allen sehr viel Freude. Nach einer kurzen Diskussionsrunde ließ man den ereignisreichen Abend mit Gesprächen in kleineren Runden und Interessengruppen ausklingen, ehe man sich in die nieselnde Wärme des diesjährigen Berliner Herbstwinters begab. Jochen Heinz Weitere Informationen zu der Veranstaltung sowie ein Radiobeitrag sind unter www.jsdr.de zu finden.

Jugendleitertagung in Stuttgart

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om 10. bis 11. Februar 2012 findet im Rahmen des Projektes „Mit-Wirken - Junge Zuwanderer für ein Miteinander in BadenWürttemberg“ (gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) in der Jugendherberge Stuttgart International eine Jugendleiterschulung für Mitglieder des JSDR-Landesverbandes Baden-Württemberg statt. Anmeldung bei Julia Scheidt per E-Mail: julia-scheidt@web.de Wir freuen uns auf euch! JSDR-Landesvorstand Baden-Württemberg JSDR - Februar 2012 - 4


JSDR in Februar 2012