Issuu on Google+

Kroatien Dan Colwell


Jahrhundertealter Nationalstolz

INHALT 3 Richtung Kroatien 7 Rückblende 15 Unterwegs

82 Einkaufen

Lebendiges Brauchtum

84 Essen und Trinken 88 Sport 91 Wichtiges in Kürze 103 Register

Extras 26 Partisan und Präsident 58 Visionen im Gebirge 80 Kulturnotizen 98 99 100 101 102

Karten Dubrovniks Altstadt Korcˇula Pula Split Split – Diokletianspalast Faltkarte Kroatien (Norden) Kroatien (Süden) Zagreb Vielfältige Architektur

Zagreb Slawonien Istrien Kvarner Bucht und Umgebung Nördliche dalmatinische Küste Südliche dalmatinische Küste

Zahllose Sehenswürdigkeiten

15 31 35 43 51 65


3

RICHTUNG KROAT IEN Kroatiens Umrisse ähneln einem Halbmond, dessen eine Spitze östlich Richtung Balkan weist, während sich das andere Ende die dalmatinische Küste entlangzieht. Dieses Land an der Nahtstelle zwischen west- und osteuropäischer Kultur hat wegen seiner strategisch günstigen Lage und seiner mediterranen Schönheit über die Jahrhunderte hinweg immer wieder die Aufmerksamkeit fremder Völker auf sich gezogen. Traditionsreiche Kultur, junge Nation Die Griechen kamen, um Handel zu treiben, die Römer errichteten imposante Bauwerke. Später wurden Teile Kroatiens von den Venezianern besiedelt, andere von den Osmanen erobert und wieder andere von den Habsburgern regiert. All diese Machthaber haben ihre Spuren hinterlassen – in gastronomischer Hinsicht erinnert der starke Kaffee an die Türken, während beispielsweise strudel und schmarn auf österreichischen und die Esterházytorte auf ungarischen Einfluss verweisen; in der Architektur zeugen die Piazze und die roten Dächer in den Küstenorten von Rovinj bis Dubrovnik von venezianischer Präsenz, in Pula und Split hinterließen die Römer ihr Erbe, und in Zagreb

fühlt man sich in ein Klein-Wien versetzt. Ähnliche und weitere Spuren zogen sich auch durch die Nachbarländer. So verbindet der westliche Balkan als Nahtstelle eine Vielzahl verschiedenster Traditionen miteinander, z. B. den katholischen, orthodoxen, jüdischen und muslimischen Glauben, oder die kyrillische Schrift der Serben und Mazedonier mit dem lateinischen Alphabet der Kroaten. Trotz jahrhundertelanger Fremdherrschaft und der mehr oder weniger realistischen Ausgestaltung der jugoslawischen Einheitsidee blieb das kroatische Nationalbewusstsein stets lebendig. In einem eigenen selbständigen Staat lebten die Kroaten das letzte Mal vor 900 Jahren, und so ist es nicht erstaunlich, dass sie 1991 die Ausrufung der unabhän-


flickr.com/Hijukal

Bekannt f端r ihre Wappen aus bunten Dachziegeln ist die Markuskirche mitten im Zentrum der Oberstadt von Zagreb.


15

UNTERWEGS Dalmatien zählt mit seinem sonnigen Klima und Städten wie Split und Dubrovnik zu den schönsten Gegenden der Welt; die Halbinsel Istrien in der nördlichen Adria bietet wunderbare Strände und bezaubernde venezianische Städte, und auch weit über tausend unberührte Inseln vor der Küste fehlen nicht. Um das Bild von Kroatien abzurunden, sind ein Zagreb-Besuch und einige Abstecher von der Hauptstadt ins Hinterland unerlässlich: in die burgenreiche Gegend von Hrvatsko Zagorje, in die üppig grünen Täler Slawoniens oder in die Gebirgsregionen im Landesinnern.

Zagreb Das dynamische, kosmopolitsche Zagreb (auf Deutsch: Agram) mit seinen eleganten Geschäften, erstklassigen Restaurants, hübschen Plätzen und Parks, historischen Bauten, schönen Museen und Kunstgalerien lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Dank der vielen Studenten erhält die KaffeehausKultur stets neue Impulse; die Zagreber Universität wurde als älteste des Landes bereits 1669 gegründet. Zagreb ist der schwierige Balanceakt gelungen, die Vergangenheit lebendig zu erhalten und doch mit der Zeit zu gehen. Man steigt einen mittelalterlichen kroatischen Wachturm empor, fühlt sich ein paar Stra-

ßenzüge weiter in die österreichisch-ungarische Donaumonarchie versetzt und taucht gleich danach in das Leben einer modernen europäischen Metropole ein. Die Stadt liegt am Fuße des Medvednica-Gebirges und erstreckt sich bis zu den SaveAuen. Archäologischen Funden zufolge haben sich in dieser Gegend prähistorische Stämme und, dank der günstigen Lage, später auch die Römer angesiedelt. Die Stadtgründung geht auf das Jahr 1094 zurück, als ein römischkatholischer Bischofssitz an der Stelle des heutigen Domviertels Kaptol errichtet wurde. Einen Steinwurf davon entfernt entstand bald danach die rivalisierende weltliche Siedlung Gradec; beide


Josip Broz Tito (1892–1980), im Zweiten Weltkrieg Widerstandskämpfer, danach 35 Jahre lang jugoslawischer Staatspräsident, entstammte einer Bauernfamilie aus Kumrovec, einem Dorf nördlich von Zagreb. Aus dem jungen Schlosserlehrling wurde einer der bemerkenswertesten Männer im Kroatien des 20. Jh. 1914 kämpfte Tito auf Seiten der österreichischungarischen Monarchie, wurde verwundet und von den Russen gefangengenommen. Während seiner Haft kam er mit bolschewistischer Propaganda in Kontakt. Seiner kommunistischen Gesinnung wegen saß er in den

1930er-Jahren mehrmals im Gefängnis. Im Zweiten Weltkrieg erwarb er sich als Partisanenführer mit der Vertreibung der deutschen Wehrmacht aus Jugoslawien großes Ansehen. Als kommunistischer Präsident lehnte er Stalin und die Einflussnahme Russlands ab und suchte mit Ländern wie Indien und Ägypten eine neue Koalition zu begründen. Als überzeugter »Jugoslawist« und Sozialist bekämpfte er die kroatischen Nationalisten und auch die katholische Kirche. Sein Vaterhaus in Kumrovec, das die einfache Herkunft dieser charismatischen Führerpersönlichkeit betont, wurde zum Museum hergerichtet.

Rainer Hackenberg

PART ISAN UND PRÄSIDENT


ZAGREB 27

Restaurants stärkt man sich mit den berühmten Knoblauchwürsten, köstlichen Kuchen und regionalem Wein, bevor man die Stadt erkundet. Kern der Ortschaft ist der König-Tomislav-Platz, der von schönen Häusern aus dem 18. Jh. und einem klassizistischen Rathaus eingerahmt ist. Einen Besuch wert sind die ursprünglich gotische Michaelskirche (14. Jh.), die später im barocken Stil umgestaltet wurde, und die schöne Franziskanerkirche der hl. Jungfrau Maria sowie das Stadtmuseum und die Reste einer Festung. Seit den 1870er-Jahren gilt Samobor als wichtiger Ort des Alpinismus, und die Bewohner verweisen mit Stolz auf ihr einmaliges Bergsteigermuseum. Andautonia

Etwa 10 km südöstlich des Zagreber Zentrums, in der Nähe des Dorfes Ivan Zˇ citarjevo, finden sich die Reste der römischen Siedlung Andautonia. Wie die Ausgrabungen vermuten lassen, war der Ort wohl zwischen dem 2. und 4. nachchristlichen Jh. ein recht bedeutendes lokales Zentrum. Das Areal präsentiert sich heute wie ein Freiluftmuseum, und neben den Resten einer Therme sind die Fundamente der Häuser und auch Straßenverläufe gut auszumachen. In die Anlage ist ein Museum integriert, das unter

anderem Alltagsgegenstände aus der römischen Zeit präsentiert. Marija Bistrica

Was Lourdes für die Franzosen, ist Marija Bistrica für die Kroaten: ihr bedeutendster Wallfahrtsort. Jährlich mehr als 600 000 Pilger zieht es zur Marienkirche und vor allem zur Schwarzen Madonna. Diese gotische Holzstatue aus dem 16. Jh. ist künstlerisch eher unbedeutend, ihr werden aber zahlreiche Wunder nachgesagt. Die Fresken an den Seitenwänden der Kirche illustrieren diese Legenden, unter anderem diese: Während der türkischen Besatzung soll ein Pfarrer die Statue in der Mauer der Pfarrkirche versteckt haben, und einige Jahrzehnte später führte ein Lichtstrahl einen seiner Nachfolger direkt zum Versteck. Die Marienkirche stammt im Kern aus dem 14. Jh,. wurde aber wegen der bald einsetzenden Marienverehrung bis zum 19. Jh. mehrfach um- und vor allem ausgebaut; seit 1880 ist ihr Inneres neoromanisch. Ganz in der Nähe beginnt der mit Skulpturen einheimischer Künstler geschmückte Kreuzweg, der auf den Kalvarienberg hinaufführt. Kroatisches Hinterland Hrvatsko Zagorje, »kroatisches Hinterland«, wird die von Hügeln, Wäldern und Berggipfeln


28 UNTERWEGS

geprägte Region nördlich von Zagreb bis hin zur slowenischen Grenze genannt. Wären da nicht die über 50 Burgen, käme man nicht auf die Idee, dass diese schöne Landschaft, eine Mischung aus englischen Hügeln und Schweizer Alpen, einst ein gefährliches Grenzland zwischen Europa und dem Osmanischen Reich darstellte. Zagorje ist eine relativ kleine Region, hat jedoch viele Sehenswürdigkeiten, von denen im Folgenden nur die interessantesten vorgestellt werden. Novi Dvori

Die Burg in der Nähe von Klanjec, im 17. Jh. im Besitz der Grafen von Zrinski und 1743 in ein barockes Herrenhaus umgebaut, wurde im 19. Jh. von Josip Jelacˇic´, dem berühmten Ban (Vizekönig) von Kroatien, erworben. Auf diesem Gelände befindet sich auch sein Grab, eine kunstvoll verzierte neu-gotische Kapelle aus den 1850er-Jahren. Veliki Tabor

Die gedrungene Festung Veliki Tabor, etwa 40 km nordwestlich von Zagreb, stammt im Kern aus dem 12. Jh., erhielt ihr heutiges Aussehen im 16. Jh. und ist eines der besterhaltenen Bauwerke seiner Art in Kroatien. Heute zählt es zu den Kulturdenkmälern der UNESCO. In der Burg sind Ausstellungen zu Kunst und Archäo-

logie eingerichtet, und jedes Jahr im Juni ist sie Austragungsort eines Fechtturniers. Trakosˇc´an

Diese zweifellos bemerkenswerteste Burg des Landes gilt als Musterbeispiel einer mittelalterlichen Festung. Sie thront, umgeben von hohen Bäumen, auf einem Hügel hoch über einem lang gezogenen See. Die Festung wurde im 14. Jh. erbaut, aber erst die größeren Umbauarbeiten in den Jahren 1853–56 gaben der Anlage ihren romantischen, neu-gotischen Anstrich, der einen noch heute fasziniert. Auch die Innenräume der Burg mit ihrer historischen Ausstattung und die recht umfangreiche Sammlung alter Waffen sind sehenswert. Varazˇdin

Varazˇdin erhielt 1205 unter der kroatisch-ungarischen Monarchie 35 Jahre vor Zagreb den Status einer freien Königsstadt. Im 16. Jh. war ihre Burg eine Bastion gegen die osmanischen Invasoren. Heute ist Varazˇdin vor allem seiner barocken Architektur wegen bekannt. Im 18. Jh. verlegte der kroatische Ban seinen Sitz hierher, und der Ort war dann 20 Jahre lang Hauptstadt Kroatiens. Ein verheerendes Feuer setzte dieser kurzen, aber glanzvollen Zeit ein Ende, und als der Ban nach Zagreb zurückkehrte, fiel Varazˇdin


ZAGREB 29

sance und das Palais Sermage mit seiner Gemäldegalerie. Im Land sehr bekannt ist das ca. 10 km entfernte Heilbad Varazˇdinske Toplice. Belec

Das kleine Dorf am Südhang des Ivancˇica-Berges besitzt in der Kirche der hl. Maria vom Schnee eines der hervorragendsten Beispiele barocker Baukunst des gesamten Balkans. Die Kirche wurde 1674 errichtet und 1741 umgebaut und reich geschmückt. Das unauffällige Äußere steht in starkem Kontrast zur üppigen Innenausstattung. Die Haupt- und Seitenaltäre mit ihren vergoldeten Skulpturen und großartigen Gemälden von Ivan Ranger betören die Sinne in schönster barocker Manier. In der Burg von Varazˇdin ist heute ein Museum untergebracht.

Rainer Hackenberg

erneut in einen Dornröschenschlaf. Der schönste Ausgangspunkt für eine Besichtigung der Stadt mit ihren zahlreichen hübschen Barockbauten ist der Tomislav-Platz. Von den Terrassen der Cafés aus können Sie das Rathaus (1523) mit seinem ungewöhnlich hohen Turm bewundern sowie die schönen, den Platz umgebenden Häuser aus dem 18. Jh. Einen eindrücklichen Blick auf die Stadt hat man vom nahe gelegenen Schloss aus, das im 18. Jh. in ein barockes Herrenhaus umgewandelt und im 19. Jh. nochmals umgebaut wurde. Heute beherbergt die Festung ein interessantes Stadtmuseum mit Ausstellungsstücken zur Stadtgeschichte wie Amtsstäben, Möbeln und Kanonen. Jeweils im September findet im Schloss ein Barockmusik-Festival statt. Sehenswert sind außerdem das Nationaltheater im Stil der Neorenais-


istockphoto.com/Kraker

Es erstaunt kaum, dass etwa Rovinj stark an Venedig erinnert: Die Venezianer beherrschten das nahe Istrien jahrhundertelang.


35

Istrien Die dreieckige Halbinsel im Nordwesten der kroatischen Adriaküste ist nach dem illyrischen Volk der Histrer benannt, das 177 v. Chr. von den Römern besiegt wurde. Istrien ist bekannt für sein fruchtbares Ackerland, römische Ruinen, lebhafte Küstenstädte und viel Sonnenschein im Sommer.

Seine natürlichen Vorzüge machten es im Laufe der Jahrhunderte zum Spielball der Mächte: Rom, Byzanz und Venedig herrschten über die Halbinsel; im 15. Jh. verleibten die Österreicher Teile Istriens ihrem Reich ein, 1797 besetzten sie es und verschufen sich so ihren wichtigsten Zugang zum Mittelmeer. Nach dem Ersten Weltkrieg marschierten die Italiener ein, und 1945 kam die Halbinsel zu Jugoslawien. Da bereits zu dieser Zeit Teile Istriens zu Slowenien und andere zu Kroatien gehörten, kam es 1991 bei der Loslösung der beiden damaligen Teilstaaten von Jugoslawien zur Teilung der Halbinsel. Die Kroaten erhielten die schönen zentralen und südlichen Gebiete Istriens mit wunderbaren Küstenstädten wie Rovinj und Porecˇ. Einen Besuch wert ist aber auch das Innere der Halbinsel mit seinen Weinbergen, der hügeligen Landschaft und den verträumten Bergdörfern. Auf Istrien lebt auch heute eine Minderheit italienisch-

sprechender Kroaten; sie machen etwa 7 % der Bevölkerung aus. Novigrad Dieser hübsche Fischerort liegt an der Mündung des Flusses Mirna im nordwestlichen Küstenabschnitt Istriens. Der Name »Neustadt« (Novigrad) kam im 6. Jh. in Gebrauch, als die Kroaten den Ort von den Römern übernahmen. Zu den ältesten Siedlungsspuren zählen die venezianischen, 1687 von den Osmanen zerstörten Befestigungsanlagen. Geprägt wird das Stadtbild von der beeindruckenden Basilika des hl. Pelagius, in der Reliquien des Kinderheiligen aus dem 3. Jh. aufbewahrt werden. Es ist kaum vorstellbar, dass das beschauliche Novigrad einmal ein geschäftiger Hafen war, in dem das aus dem Hinterland hertransportierte Holz verschifft wurde. Nach einem kurzen Bummel durch die verwinkelten Altstadtgassen laden die Hafencafés zu einer Pause ein, bei der man den einlaufenden Fischerbooten zusehen kann. Abends ist der Hafen besonders stimmungsvoll. Porecˇ Das malerische Porecˇ auf einer kleinen Landzunge 16 km südlich von Novigrad ist Istriens größter Touristenort. Die Altstadt schmücken schöne historische Gebäude, und an seiner beliebten Küste rei-


hemis.fr/Gardel

Auff체hrung von Folklore-T채nzen im Dorf Cipili in der N채he von Cavtat ganz im S체den.


65

Südliche dalmatinische Küste Eine Fahrt dem südlichen Abschnitt der dalmatinischen Küste entlang, ob zu Lande oder zu Wasser, ist ein eindrückliches Erlebnis. Das Festland wird von Dubrovnik beherrscht, dessen Besuch den Höhepunkt einer Reise in diesen Landesteil darstellt. Die mittelalterliche, von einer intakten Mauer umgebene Stadt gehört zu den seltenen Orten auf der Welt, die sämtliche Erwartungen erfüllen. Unter den süddalmatinischen Inselstädten stehen an erster Stelle das sonnige elegante Hvar und Korcˇula, ein venezianisches Juwel.

Bracˇ Seit 2000 Jahren ist die Insel Bracˇ bekannt für ihre Steinbrüche, wo das Baumaterial unter anderem für den Diokletianspalast in Split, das Weiße Haus in Washington und die Wiener Hofburg abgebaut wurde, und eine lange Reihe von Eroberern fand Geschmack an den Feigen, Trauben, Oliven und Mandeln, die auf der Insel in Fülle gedeihen. Bracˇ ist in 45 Minuten mit der Fähre von Split aus zu erreichen – ein Paradies für Bade- und Wanderfreunde. Die mittelalterliche Hafenstadt Bol auf der Südseite der Insel beeindruckt durch schöne Strände wie das berühmte Goldene Horn (Zlatni Rat), eine sandige Landzunge, die weit in die Fluten hinausragt und je nach Wind und

Strömung ihre Form verändert. Bol ist auch ein Ausgangspunkt für Wanderungen in alte Dörfer und auf die Vidova Gora, den höchsten Gipfel der adriatischen Inseln. Kulturhistorisch Interessierte zieht es in Bol zum Dominikanerkloster. Der Bau stammt aus dem späten 15. Jh., das Kloster selbst ist eine Gründung des 12. Jh. Die Anlage birgt ein Klostermuseum, das auch Fundstücke aus antiker Zeit präsentiert. Supetar ist als Fährhafen von Bedeutung, hat aber auch einige Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Dazu zählt neben einigen Bürgerhäusern im Habsburger Stil v. a. die schöne barocke Kirche von 1733. Milna ist stolz auf den schönsten Jachthafen der Insel und zudem ein recht authentisch erhaltenes Fischdorf, in dessen Zentrum wiederum eine barocke Kirche aus dem frühen 18. Jh. einen Blick lohnt. Der Ort ist eine Gründung aus dem 17. Jh., der gute Naturhafen wurde aber wohl bereits unter Kaiser Diokletian genutzt. Hvar Hvar wird oft als die schönste Insel Dalmatiens bezeichnet – wozu wohl auch beiträgt, dass sie im landesweiten Vergleich die meisten Sonnenstunden zu bieten hat. Mit ihren duftenden Lavendelfeldern, den Olivenhainen und


istockphoto.com/Botasˇ

Prsˇut (Schinken) und kulen (Wurst): getrocknete Spezialitäten bei der Herstellung …


85

ESSEN UND TRINKEN Dank der Tatsache, dass die Kroaten von allen Eroberern und Händlern, die in ihr Land kamen, das Beste übernahmen, ist die kroatische Küche sehr abwechslungsreich. Die Venezianer brachten ihre köstlichen Teigwaren, die Österreicher ihre Kuchen, die Ungarn ihr Gulasch und die Osmanen die zuckersüßen Nachtische sowie den starken schwarzen Kaffee. Die Adria versorgte die Küstenbewohner schließlich mit reichlich Fisch. Frühstück Die Kroaten trinken frühmorgens einen starken Kaffee (kava) und essen dazu höchstens ein burek, ein großes, rundes Gebäck, das entweder mit Käse (siro) oder Fleisch (meso) gefüllt ist und das man in Bäckereien, Lebensmittelgeschäften und kleinen Läden bekommt. In den meisten Hotels können sich die Gäste am Frühstücksbüffet bedienen. Vorspeisen Die Vorspeisen sind sicherlich mit vom Besten, was die kroatische Küche zu bieten hat. Allein schon bei ihrem Anblick läuft einem das Wasser im Mund zusammen… Der luftgetrocknete dalmatinische Räucherschinken (istarski oder dalmatinski prsˇut) ist berühmt und auch die einheimische Salami (gavrilovic´eva)

und kajmak, ein Sahne-Frischkäse, schmecken hervorragend. In der Gegend von Zagreb sind sˇtrukli sehr beliebt – Teigtaschen, gefüllt mit Frischkäse (süß oder salzig), die entweder gebacken oder gekocht werden. Käse gehört in Kroatien zu den Vorspeisen; pasˇki sir, den pikanten Hartkäse aus Schafmilch von der Insel Pag, sollte man auf alle Fälle probieren. Er wurde früher von Trappisten-Mönchen hergestellt und existiert heute in vielen Varianten. Hauptgerichte Früher oder später wird jeder vom Duft der auf den Holzkohlengrills (rosˇtilj) brutzelnden Fleischstücke angelockt. DieAuswahl reicht von kleinen, wie Würstchen geformten Röllchen aus Rindfleisch oder einer Mischung aus Rindund Schweinefleisch (cˇevapcˇic´i)


104 REGISTER Stari Grad 67 Ston 70–71 Supetar 65 Sveti Ilija 70 Sveti Nikola, Insel 37 Tito 26 Trakosˇc´an 28, 61 Trogir 57–59 Trsat, Festung 44–45 Uskoken 47 Varazˇdin 28–29, 61 Varazˇdinske Toplice 29 Veliki Tabor 28 Veliko Jezero 73 Vis 67–68 Visovac, Insel 57 Volkstanz 16 Vrnik, Insel 76 Vukovar 32 Zadar 51–55 Archäologisches Museum 52 Botanischer Garten 23 Ethnografisches Museum 23 Kathedrale der hl. Anastasia 52 Kirche des hl. Donatus 52 Kirche des hl. Simeon 52 Marienkirche 52 Museum für antikes Glas 55 Narodni Trg 53 Nationalmuseum 53 Zagreb 15–25 Apotheke 19 Archäologisches Museum 22 Dolac 18 Erzbischofspalast 18 Ethnografisches Museum 23 Gradec (Oberstadt) 18–21

Jelacˇic´-Platz 21–22 Jesuitenkloster 20–21 Kaptol 16–18 Katharinenkirche 20–21 Kathedrale 17 Kroatisches Historisches Museum 20 Kroatisches Nationaltheater 24 Kunstpavillon 22 Lektoren-Palast 18 Lotrsˇc´ak-Turm 21 Madonnenbrunnen 17 Maksimir-Park 24 Marienkapelle 18 Marienkirche 18 Marktplatz 18 Markuskirche 19 Markusplatz 19–20 Moderne Galerie 22 Medvedgrad, Festung 25, 61 Medvednica (Berg) 25 Mesˇtrovic´-Atelier 20 Mimara-Museum 23 Mirogoj 24–25 Museum für Kunsthandwerk und Gewerbe 24 Museum für Naive Kunst 20 Parlament (Sabor) 20 Regierungspalast 19 Sport 23 Stadtmuseum 20 Steinernes Tor 18–19 Strossmayer-Galerie Alter Meister 22 Strossmayer-Promenade 21 Unterstadt 21–24 Uspinjacˇa 21 Zagreber Zoo 24

Deutsche Fassung Konrad Fuchs Eva Antonnikov Judith Bischof Korrekturen und Ergänzungen Hinnerk Dreppenstedt Redaktion Andreas Uebelhart Konzept Karin Palazzolo Gestaltung Sylvain Botter Matias Jolliet Fotos S. 1: istockphoto.c0m/Messina; S. 2: istockphoto.com/Ardaman (Statue des Ban Jelacˇic´), –/Steele (kroatische Fahne), wikimedia.org/ PJL (Mann mit Tracht), Rainer Hackenberg (Kathedrale zu Split) Kartografie JPM Publications, Mathieu Germay Copyright © 2011, 1997 JPM Publications S.A. Avenue William-Fraisse 12 1006 Lausanne, Schweiz information@jpmguides.com http://www.jpmguides.com/ Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags ist es nicht gestattet, den Inhalt dieses Werkes oder Teile daraus auf elektronischem oder mechanischem Wege (Fotokopie, Mikrofilm, Ton- und Bildaufzeichnung, Speicherung auf Datenträger oder andere Verfahren) zu reproduzieren, zu vervielfältigen oder zu verbreiten. Alle Informationen sind sorgfältig überprüft worden, erfolgen aber ohne Gewähr. Der Verlag und sein Kunde übernehmen keinerlei Haftung für allfällige Fehler. Für Berichtigungen, Hinweise und Ergänzungen ist die Redaktion dankbar. Printed in Switzerland 14506.02.8969 Ausgabe 2011


2654.02