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Portugal Martin Gostelow


Alltag der Fischer

9 Rückblende

39 51 92

Extras Röcke und Bänder Portwein Kulturnotizen

112 113 114 116 117 118

Karten und Pläne Region Lissabon U-Bahn Lissabon Porto Coimbra Faro Algarve

17 27 33 45 49 61 69 73 79

Lissabon Umgebung von Lissabon Costa de Prata Porto Der Douro Costa Verde Der Nordosten Alentejo Algarve

95 Essen und Trinken 99 Einkaufen 103 Sport 106 Wichtiges in Kürze 119 Register

Von Meer und Wind gestaltet

Nation großer Seefahrer

17 Unterwegs

Faltkarte Lissabon Portugal

Geschichte in blau-weißen Bildern

3 Richtung Portugal

Aufmerksamer Küstenbewohner

INHALT


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RICHTUNG PORTUG AL Von den grünen Tälern im Nordwesten bis zu den goldenen Sandstränden der Algarve im Süden ist Portugal reich an faszinierenden Sehenswürdigkeiten und alten Traditionen. Im Landesinnern dösen weiße Bergdörfer vor sich hin, während in den geschichtsträchtigen Hafenstädten an der Küste reger Betrieb herrscht. Auf der Landkarte ist Portugal als langgezogenes Rechteck am äußersten südwestlichen Rand von Europa zu entdecken. Dabei nimmt der sonnen- und lichtdurchflutete Staat am Atlantik nur rund einen Sechstel der Iberischen Halbinsel in Anspruch, deren Löwenanteil sich der nicht immer sonderlich geliebte Nachbar Spanien gesichert hat. Vielfältige Natur Auf einem kompakten Gebiet von 560 km Länge und 220 km Breite hat Portugal eine erstaunlich vielfältige Landschaft zu bieten. Die Bevölkerungszahl erreicht die 11-Millionen-Grenze gerade knapp. An der windgefächelten Westküste locken malerische alte Hafenstädte und schöne Strände mit neuen Urlaubssiedlungen. Den fruchtbaren Nordwesten prägen liebliche Täler, bewaldete Hügel und zahllose kleine Bauernhöfe,

die von Steinmauern umgeben sind. Kahler und wilder gibt sich die Grenzregion im Nordosten; die Weite wird nur da und dort von aufragenden Granitblöcken unterbrochen. Im Hinterland von Lissabon fressen sich Viehherden und Pferde auf den flachen Weiden des Ribatejo satt, während sich weiter südlich das sanfte Hügelland des Alentejo schier endlos erstreckt. Grün und gelb schimmernde Wiesen, silbern glitzernde Olivenbäume, dunkelrote, entrindete Korkeichen und blendend weiße historische Städtchen setzen in diesem einsamen Landstrich die Farbakzente. Die zauberhafte Algarve schließlich, die »Riviera Portugals«, verdankt ihr sonniges Klima zwei schützenden Bergketten. Dazu kommt, dass Portugals Strände – meist im Gegensatz zu jenen der Mittelmeerländer – der Inbegriff von Sauberkeit sind. So haben sie denn auch reihenweise


istockphoto.com/Pedrosa

Blick aus luftiger Höhe über die Weinberge und die Quintas an den idyllischen Mäandern des Douros.


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Der Douro Der »Goldfluss« (ouro heißt Gold) entspringt in den Bergen Nordostspaniens und durchzieht zuerst 580 km lang in westlicher Richtung Kastilien. Dann bildet der Douro (gesprochen: »Doru«) während 110 km die spanisch-portugiesische Grenze und fließt dann auf den letzten, allein schiffbaren 210 km quer durch Portugal zum Atlantik nahe der Stadt Porto. Meist beginnen hier die Kreuzfahrten und führen flussaufwärts.

Sie können eine ganze Woche auf einer Flussfahrt durch großartige Landschaft verbringen. Tiefe Schluchten wechseln ab mit stillen Tälern und an steilen Hängen angelegten Weinbergen. In den kleinen Dörfern versammeln sich die Frauen zum Waschen am Ufer. An einigen Stellen kommen Straße oder Bahndamm bis ans Ufer, andere wirken noch völlig unberührt. Hier und da legt das Schiff an und erlaubt Ausflüge zu romanischen Kirchen, Barockbauten, Grenzfestungen und anderen historischen Stätten. Der größte Teil der Reise führt durch das Anbaugebiet des Portweins am Ufer des oberen Douro, einer UNESCOWeltkulturerbestätte. Hier können Sie verschiedene quintas besuchen, Landgüter, in denen der Wein produziert wird, bevor er in die Lagerhäuser von Vila Nova de Gaia kommt.

Jeden Abend bleibt das Schiff in einem anderen Hafen, bis es Barca de Alva erreicht. Nur einen Steinwurf entfernt, auf spanischer Seite, liegt Vega de Terron, von wo Landausflüge nach Salamanca führen. Weiter flussaufwärts, in einer recht langen Schlucht mit Stromschnellen, ist der Douro nicht mehr schiffbar; dort hat er auf einer Strecke von nur 50 km ein Gefälle von etwas mehr als 380 m. Schon vor mehr als 3000 Jahren gründeten die Phönizier aus dem östlichen Mittelmeer an den hiesigen Küsten die ersten Handelsniederlassungen, die später von den Karthagern erweitert wurden. Die Römer brachten schließlich ihre Errungenschaften mit, von denen viele noch heute wichtig sind, so z. B. die Weinund die Olivenkultur oder die lateinische Schrift. Jahrhundertelang überflutete der Douro immer wieder die Städte und Dörfer an seinen Gestaden, doch seit den 1930er-Jahren wurden Staumauern gebaut, um den Fluss zu zähmen und elektrischen Strom zu gewinnen. Obschon der Flussverkehr gering war, legte man schon damals in weiser Voraussicht Schleusen an. Ihre beschränkten Ausmaße und einige niedrige Brücken bestimmen die Größe der Schiffe, die heutzutage den Douro befahren können.


80 UNTERWEGS

Cabo de São Vicente Am südwestlichsten Zipfel Europas sind die Büsche durch den ständigen Wind gebeugt, und die niedrigen Häuser scheinen sich Schutz suchend an die Erde zu schmiegen. Doch an einem wolkenlosen Tag, wenn der Ozean einem stillen Teich gleicht, scheint das »Ende der Welt« deren Anfang zu sein. Die Leuchtturmwächter mit ihren Familien wohnen in früheren Klosterbauten am Fuß des Signals. Man kann den in der Sonne sitzenden Frauen beim Häkeln zuschauen und von den Klippen auf den Ozean hinausblicken. Aljezur Das von den Mauren gegründete Aljezur an der Westküste der Algarve war die letzte Stadt dieser Region, die 1249 von den Christen zurückerobert werden konnte. Auf der höchsten Erhebung dieser Kleinstadt stand einst ein Kastell – von dem nach dem Erdbeben von 1755 allerdings nur noch Ruinen übrig waren. Aljezur hat zwei Kirchen: Die neuere ließ ein Bischof erbauen, der die Stadt wegen einer Mückenplage verlagern wollte (die Bewohner folgten ihm jedoch nicht). Von Aljezur aus gelangt man zu Stränden der Westküste wie Praia de Monte Clérigo und Praia da Arrifana.

Der Schutzheilige. Das Cabo de São Vicente wurde nach einem Märtyrer des 4. Jh. benannt. Während der maurischen Besetzung versteckte man seine Gebeine in der Algarve, doch nach einigen Jahrhunderten wusste niemand mehr wo. Nach der Reconquista suchte man sie erfolglos, bis ein Rabenpärchen den Gläubigen den Ort zeigte. Als dann die Reliquie auf dem Seeweg nach Lissabon gebracht wurde, flogen die Vögel mit. Der hl. Vinzenz ist der Schutzpatron von Lissabon, das zwei Raben und ein Segelschiff im Wappen führt.

Lagos Lagos wurde von den Phöniziern gegründet und später von den Römern und Mauren ausgebaut; Teile der restaurierten Stadtmauern stehen heute noch. Das moderne Denkmal Heinrichs des Seefahrers lässt keinen Zweifel offen, wem der Ort seine historische Bedeutung verdankt. Der Prinz war Statthalter der Algarve, und seine Karavellen stachen von hier aus in See. Die aus Afrika zurückgebrachten Gefangenen wurden unter einer kleinen Arkade, dem Mercado de Escravos (Sklavenmarkt), an der Nordostseite der Praça da República versteigert.


Der Innenraum der St.-AntoniusKirche ist ein Meisterwerk des Rokoko aus dem 18. Jh. An den goldverzierten Wänden und am Altar geben sich Scharen von Engeln ein Stelldichein. Santo António war einst die Kirche des hiesigen Regiments der portugiesischen Armee.

istockphoto.com/Silva

Igreja de Santo António

Im Museum neben der Kirche sind archäologische Funde und handwerkliche Erzeugnisse und Kuriositäten ausgestellt. Die liturgischen Gewänder aus dem 16. Jh. wurden an einer Messe getragen, die man für König Sebastião unmittelbar vor seiner selbstmörderischen Fahrt nach Nordafrika las. Eine moderne Statue des Bildhauers João Cutileiro auf der Praça Gil Eanes zeigt den König als sonderbaren Astronauten mit wildem Haarschopf über einem Comic-Gesicht.

hemis.fr/Gardel

Museu Regional

Strände

Sonnenuntergang in der Nähe des Cabo São Vicente. | Praia da Luz ist einer der bekanntesten Strände in der Nähe von Lagos. | Zarter Fliesenschmuck an einem Gebäude in Lagos.

istockphoto.com/Leyden

Lagos selbst ist zwar kein Urlaubsort, doch an der nahe gelegenen Praia da Luz, einer ehemaligen Walfangstation, kann man in


REGISTER 119 Albufeira 85 Alcácer do Sal 27–28 Alcobaça 34–35, 77 Alijó 56 Alvor 82 Aljezur 80 Alte 89 Alter do Chão 73 Amarante 67 Armação de Pêra 83 Armona, Ilha da 90 Aveiro 43 Azulejos 100 Bacalhau 96 Barca de Alva 58 Barcelos 61–62 Batalha 35–36, 77 Beja 77 Belmonte 71 Berlenga Grande 33 Bitetos 50 Braga 64–65, 89 Bragança 69 Bravães 63–64 Cabo de São Vicente 80 Caldas do Gerês 64 – de Monchique 85 – de Manteigas 71 Camões 92 Carvoeiro 83 Cascais 28–29 Castelo Branco 71 – de Vide 73 Castro Marim 91 Cetóbriga 27 Chaves 69 Cinfães 50 Citánia de Briteiros 65 Coimbra 38–42 Baixa 41–42 Fonte das Lágrimas 42 Museu Machado de Castro 41, 66

Santa Clara-a-Nova 42 Santa Clara-a-Velha 42 Sé Velha 41 Universität 38–41 Conimbriga 42 Convento dos Capuchos 30 Costa da Caparica 27 – do Estoril 28–29 Covilhã 70 Culatra, Ilha da 90 Douro 49–59 Elvas 63, 74 Ericeira 31 Estói 88–89 Estoril 28 Estremoz 73–74 Évora 15, 74–76 Fado 92–93 Faro 87–88 Fátima 36–37 Festivals 89 Figueira da Foz 42 Fóia 84 Guarda 70 Guimarães 65–67 Idanha-a-Velha 71 Inês de Castro 35 Kamine 84 Korkernte 76 Lagos 80–82 Lamego 54–55 Leiria 36 Linhares 71 Lissabon 17–25 Alfama 17–18 Alt-Lissabon 17–18 Aqueduto das Aguas Livres 23 Avenida da Liberdade 22 Bairro Alto 21–23 Baixa 20–21 Belém 23–25 Castelo de São Jorge 18

Campo de Santa Clara 19 Centro de Arte Moderna 22 Chiado 21–22 Elevador de Santa Justa 21 Estufa Fria 22 Feira da Ladra 19 GulbenkianMuseum 22, 66 Igreja do Carmo 21 Largo das Portas do Sol 18 Miradouro de Santa Luzia 18 Mosteiro dos Jerónimos 24 Museu Berardo 23–24 Museu de Marinha 24 Museu do Design e da Moda 20–21 Museu Nacional de Arqueologia 24 – de Arte Antiga 25 – do Azulejo 19–20 – dos Coches 25 Museo do Oriente 25 Oceanarium 7 Padrão dos Descobrimentos 23 Panteão de Santa Engracia 19 Parque Eduardo VII 22 – das Nações 7 Pastelaria de Belém 25 Ponte 25 de Abril 25 Rossio 21 São Roque 22 São Vicente de Fora 19 Sé 18–19 Torre de Belém 23 Loulé 89 Mafra 30–31


120 REGISTER Manuelinische Baukunst 93 Marvão 73 Meia Praia 82 Mértola 77 Milreu 89 Mirandela 56–57 Monção 62–63 Monchique 85 Monsanto 71 Monsaraz 76 Monte Gordo 91 Murça 56 Nazaré 33–34 Óbidos 33 Olhão 90 Olhos de Agua 85 Outeiro Machado 69 Palmela 27 Panóias 53 Pena, Palácio da 30 Peneda-GerésNationalpark 64 Peniche 33 Peso da Régua 52 Pinhão 55 Pocinho 58 Ponta da Piedade 82 Ponta de Sagres 79 Ponte de Barca 63 Ponte de Lima 63 Portwein 51 Portela do Homem 64 Portimão 82 Porto 45–47 Altstadt 45 Bolsa 46 Casa Museu Guerra Junqueiro 45 Casa da Música 47 Funicular d. Guindais 45 Kais 46 Museu Soares dos Reis 46

Deutsche Fassung Barbara Staub

São Francisco 46 Torre dos Clérigos 46 Pousadas 5 Póvoa de Varzim 61 Praia da Rocha 82 Quarteira 86 Queluz 29 Quinta do Lago 86 – de Monserrate 30 – da Regaleira 30 Rates 61 Ria Formosa, Naturschutzgebiet 90 Sabrosa 55–56 Sagres 79 Salamanca (Spanien) 58–59 Santa Marinha da Costa 67 São João da Pesqueira 56 Serra da Estrela, Nationalpark 70–71 Sesimbra 27 Setúbal 27 Silves 83–84 Sintra 29–30 Sítio 34 Solar de Mateus 53 Tavira 90–91 Tomar 37–38, 77 Torralta 27 Tróia, Halbinsel 27 Vale do Lobo 86 Valeira-Staumauer 57 Valença do Minho 62 Viana do Castelo 62, 89 Vila Nova de Gaia 47 Vila Real 52–53 Vila Real de Santo António 91 Vila Viçosa 74 Vilamoura 86 Viseu 70 Weinlese 57 Wein 54

Redaktion Andreas Uebelhart Eva Antonnikov Alexandra Achermann Konzept Karin Palazzolo Gestaltung Matias Jolliet Luc Malherbe Fotos S. 1: Agnès Bouteville S. 2: istockphoto.com/Dubrovic (Fischernetz); Jo Holz (Denkmal der Entdeckungen); fotolia.com/TMAX (Felsen in der Algarve); istockphoto.com/Sevostjanova (Möwe); Patrick Franqueville (Azulejo) Kartografie Mathieu Germay Copyright © 2010, 2008 JPM Publications S.A. Avenue William-Fraisse 12 1006 Lausanne, Schweiz information@jpmguides.com http://www.jpmguides.com Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags ist es nicht gestattet, den Inhalt dieses Werkes oder Teile daraus auf elektronischem oder mechanischem Wege (Fotokopie, Mikrofilm, Ton- und Bildaufzeichnung, Speicherung auf Datenträger oder andere Verfahren) zu reproduzieren, zu vervielfältigen oder zu verbreiten. Alle Informationen sind sorgfältig überprüft worden, erfolgen aber ohne Gewähr. Der Verlag und sein Kunde übernehmen keinerlei Haftung für allfällige Fehler. Für Berichtigungen, Hinweise und Ergänzungen ist die Redaktion dankbar.

Printed in Switzerland 12957.02.7933 Ausgabe 2010–2011


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