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Glanzlicht Dresden

I N H A LT 3 Kulturstadt Dresden

11 Unterwegs 11 Dresden 33 Umgebung von Dresden 39 Elbsandsteingebirge 43 Essen und Trinken

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Extras Dresdner Stollen Sächsische Weinstraße Faltkarte Dresden Umgebung von Dresden

46 Wichtiges in Kürze 48 Register

Auf der Überholspur von der DDR in die Zukunft

Wiege des europäischen Porzellans

45 Einkaufen

Stolzes Königreich Sachsen

7 Rückblende


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KU LT U R STA DT D R E S D E N Der Anblick der Dresdner Stadtsilhouette verzaubert. Residenzschloss, Hofkirche, zahlreiche Palais und die Riesenkuppel der Frauenkirche, dazu die Elbe mit den Bögen der Augustusbrücke: Dieser berühmte »Canalettoblick« des 18. Jh., wie ihn Hofmaler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, überliefert hat, bietet sich heute aufs Neue.

Wie ein Phönix aus der Asche ist Dresden wieder zu jener Kulturstadt von Bedeutung aufgestiegen, die sie einst war – vor ihrer katastrophalen Zerstörung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Die sächsischen Kurfürsten mit ihrer verschwenderischen Hofhaltung und ihrer ausgeprägten Sammelleidenschaft, gepaart mit hervorragendem Kunstverständnis, bescherten Dresden und seiner Umgebung zwischen 1694 und 1763 Bauwerke, Gärten und Kollektionen, die Besucher bis heute in Erstaunen versetzen. Ihre Prägung zu einer der prächtigsten und bedeutendsten europäischen Barockresidenzen verdankt die Stadt August dem Starken und seinem Sohn, Friedrich August II. Zu ihrer Zeit entstanden der Dresdner Zwinger, die Frauenkirche sowie die Schloss- und Gar-

tenanlagen von Pillnitz. Zudem erwarb der Hof nebst vielen anderen Gemälden Raffaels Sixtinische Madonna. Auch später zog Dresden scharenweise Künstler, Musiker und andere Geistesgrößen an: Johann Joachim Winckelmann entwarf hier 1754 seine Ideen des Klassizismus. Ab 1798 wirkte der romantische Maler Caspar David Friedrich in der Stadt, später seine Kollegen Philipp Otto Runge und Ludwig Richter. Der Philosoph Arthur Schopenhauer arbeitete hier, und bekannte Dichter wie Heinrich von Kleist und Ludwig Tieck schrieben in Dresden einige ihrer Hauptwerke. Legendär ist auch Dresdens Musikleben: Zur Gründung der Oper wurde Carl Maria von Weber in die Elbstadt berufen, Richard Wagner war in Dresden Hofkapellmeister. Die berühmte


Huber/Krammisch

Barocke Fassaden – wie jene des Taschenbergpalais – prägen viele Straßenzüge.


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U N TE RW E G S Als »Elbflorenz« wird die Stadt Dresden bereits seit rund 200 Jahren bezeichnet. Tatsächlich sind die künstlerischen und architektonischen Parallelen mit der Hauptstadt der Toskana verblüffend. Auch die liebliche Landschaft des Elbtals mit seinen Flusswindungen und den sanften Hügeln erinnern an südlichere Gefilde. Schroffer zeigt sich dagegen das stark zerklüftete Elbsandsteingebirge, das unter anderem für seine Artenvielfalt bekannt ist.

Dresden Die großartige Barockstadt Dresden ging aus zwei mittelalterlichen Kernen hervor, die erst 1549 zu einer Stadt zusammengefügt wurden. Zwischen den beiden Hälften schlängelt sich die Elbe hindurch. Links und rechts der Elbe Links des Flusses erstreckt sich zusammen mit zahlreichen Vorstädten die Altstadt, heute das Zentrum des historischen und des modernen Dresdens mit seinen weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie etwa dem Zwinger, der Frauenkirche und der Semperoper. Rechts der Elbe liegt der jüngere Stadtteil, der nach der Vereinigung mit der Altstadt im 16. Jh. zunächst den irreführen-

den Namen »Altendresden« trug, bis daraus unter August dem Starken die »Neue Königsstadt« wurde. Heute heißt dieser Teil Neustadt. Auch sie ist stellenweise ein barockes Kleinod. Hier häufen sich Landesministerien ebenso wie Museen, Galerien und ganze Straßenzüge einer überraschend vielseitigen Künstler- und Restaurantszene. Augustusbrücke

Ein wahres Schmuckstück ist die steinerne, 1910 erneuerte Bogenbrücke, die Altstadt und Neustadt miteinander verbindet. Das elegante steinerne Bauwerk hatte verschiedene Vorläufer, der erste urkundlich festgehaltene stammt schon von 1287. Die wohl berühmteste Brücke an dieser Stelle erhielt ihre Gestalt 1731 während der Regierungszeit des namens-


istockphoto.com/Bieberstein istockphoto.com/Nikada istockphoto.com/Heller

gen den Krieg. Gegen Ende der DDR-Zeit wurde sie ein Symbol der Friedensbewegung; eine Bürgerinitiative von 1990 führte vier Jahre später zu einer Stiftung, der über 100 Mio. Euro Spendengelder aus aller Welt zuflossen. So konnte 2005 nach zehnjähriger Bauzeit die Frauenkirche in alter Größe und Schönheit wiedererstehen, gekrönt mit einem von Großbritannien gespendeten Goldkreuz als Symbol der Versöhnung. Die dunkleren Steine der Fassade stammen aus der früheren Kirche, sie heben sich deutlich vom hellen, neuen Baumaterial ab, das aus dem Elbsandsteingebirge stammt. Die Kirche ist protestantisch; eine Lutherstatue von 1885 steht auf dem Vorplatz. Am Altmarkt Schon im Mittelalter Zentrum der ummauerten Stadt, diente der Altmarkt als Fest- und Marktplatz. Bevor die rauschenden Feste des kurfürstlichen Hofs im Zwinger stattfanden, musste der städtische Platz dafür herhalten; die ihn umgebenden repräsentativen Bürgerbauten waren lange Zeit die feinste Wohn- und Geschäftsadresse Dresdens. Wiederaufgebautes Mahnmal gegen den Krieg: die Frauenkirche. Außenansicht; Kuppel; Detail im Innern.


DRESDEN 23 Striezelmarkt. Der Dresdner Christstollen oder »Striezel« wird mindestens seit 1434 auf dem Altmarkt zur Adventszeit verkauft. Der Striezelmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Alljährlich lockt er viele Besucher in die sächsische Hauptstadt: Hat man hier doch neben weiteren regionalen Leckereien wie Pulsnitzer Pfefferkuchen oder Dominosteinen eine enorme Auswahl an handgearbeitetem Weihnachtsschmuck und Figuren aus Holz, Spezialitäten des nahen Erzgebirges. Passend ziert den Marktplatz dann eine 14 m hohe hölzerne Weihnachtspyramide.

Der Krieg hatte diese Bauten alle vernichtet, sodass der Platz zu DDR-Zeiten vergrößert und mit aufwendigen sozialistischen Bauwerken wie dem flachen Kulturpalast, aber auch durch Mehrstockbauten mit neobarocker Fassade umbaut werden konnte. Heute versuchen Neubauprojekte, wie die Ladenpassage AltmarktGalerie mit 100 Geschäften, dem Platz sein einstiges Flair als schickes Handelszentrum wieder einzuhauchen. Kreuzkirche

Der neue Platzzuschnitt rückte die früher in einer Seitengasse

stehende Kreuzkirche an den Altmarkt. Die zweitälteste Kirche der Stadt brannte seit dem 13. Jh. mehrfach ab und erhielt um 1800 ihre barocke, sich schon dem Klassizismus annähernde Architektur, die nach dem Krieg vereinfacht wiederhergestellt wurde. Weltweite Berühmtheit besitzt der seit etwa 1300 bezeugte Kreuzchor der einst mit der Kirche verbundenen Kreuzschule. Die 150 »Kruzianer«, Knaben zwischen neun und 19 Jahren, begeistern ihre Zuhörer in Dresden oder auf Tourneen besonders mit Paradestücken der Kirchenchormusik. Neues Rathaus

Ein mehrflügliger Baukomplex hinter der Kreuzkirche ist das Neue Rathaus, 1910 entstanden in einem Stilmix aus Neurenaissance, Neobarock und Jugendstilinterieur. Der 100 m hohe, massige Turm steht Besuchern offen und wird vom vergoldeten »Rathausmann« gekrönt. Prager Straße In der Prager Straße pulsierte Dresdens Geschäftsleben vom Ende des 19. Jh. bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, hier war die Unterhaltungsmeile, hierher kam man zum Einkaufsbummel, zum Sehen und Gesehenwerden. Die Bomben vernichteten den etwa zwischen Altmarkt und Hauptbahnhof gelegenen Straßenzug.


48 REGISTER Bad Schandau 41 Bastei 41 Blasewitz 31 Blaues Wunder 31 Dresden 11–31 Albertinum 19 Altmarkt 22–23 Altstadt 11–22 Augustusbrücke 11–12 Brühlsche Terrasse 19 Brühlscher Garten 21 Elbschlösser 30–31 Erich-Kästner-Museum 29 Frauenkirche 21–22 Fürstenzug 16 Fußballmuseum 27 Gemäldegalerie 17–18 Georgenbau 15 Gläserne Manufaktur 25 Glockenspielpavillon 17 Goldener Reiter 26 Großer Garten 25 Großer Schlosshof 13–15 Grünes Gewölbe 15 Hauptbahnhof 25 Hauptstraße 27 Hausmannsturm 13–15 Hygiene-Museum 25–26 Italienisches Dörfchen 19 Jägerhof 29 Japanisches Palais 29 Kasematten 21 Kathedrale St. Trinitatis 12–13 Königstraße 27 Kreuzkirche 23 Kronentor 17 Kulturpalast 23 Kunstakademie 19 Kunsthofpassage 30

Redaktion Andreas Uebelhart

Kupferstichkabinett 15 Langer Gang 16 Münzkabinett 15 Neue Synagoge 21 Neues Rathaus 23 Neues Ständehaus 19 Neumarkt 21 Neustadt 11, 26–30 Palais im Gr. Garten 25 Panometer 26 Pfunds Molkerei 30 Prager Straße 23–25 Residenzschloss 13 Sekundogenitur 19 Semperoper 18–19 Städtische Galerie 21 Stadtmuseum 21 Stallhof 15–16 Yenidze 26 Zwinger 16–17 Hellerau 35 Königstein 41 Lilienstein 41 Loschwitz 31 Malerweg 40–41 Meißen 33 Moritzburg 34–35 Pfaffenstein 41 Pillnitz 37 Pirna 39 Porzellan 8, 17, 29, 33, 45 Radebeul 35 Rathen 41 Sächsische Schweiz 39–41 Sächs. Staatskapelle 18 Sächsische Weinstraße 36 Schrammsteine 41 Stollen 14 Striezelmarkt 23 Wackerbarth 36

Konzept Karin Palazzolo Gestaltung Matias Jolliet Luc Malherbe Guy Minder Fotos S. 1: Fama, Symbol des Ruhms (fotolia.com/Komorowski); S. 2: Laterne (istockphoto.com/Dunkel); S. 2: Porzellanfiguren (Porzellanmanufaktur Meissen); S. 2: Trabi (hemis.fr/Frumm); S. 2: Goldener Reiter (istockphoto.com/Frost) Kartografie JPM Publikationen Mathieu Germay

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