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rungsplan für den Kernpunkt der Ortseinfahrt unter Einbeziehung der Platzumgestaltung vor dem Kino zu erstellen. Außerdem solle der Verbauungsplan öffentlich ausgelegt werden. Architekt Valentin solle mit diesen Arbeiten betraut werden. Das Haus Nr. 46 am Kapuzinerplatz wurde bereits über viele Jahre wegen seines schlechten baulichen Zustandes kritisiert. Schließlich erwarb es Wilhelm Löwenstein und wollte es nach seinen Plänen umgestalten. Da es aber seitens der Gemeinde zur Umgestaltung des Kapuzinerplatzes kommen sollte, bat man ihn, von seiner Planung Abstand zu nehmen. Am 28. Juli 19533 übermittelte Anton Valentin an die Stadtgemeinde Scheibbs einen Kostenvoranschlag in der Höhe von S 9.690,- für die städtebauliche Planarbeit betreffend den Kapuzinerplatz. Sein Schreiben endete mit dem Satz „Zufolge Ihres Geschätzten Auftrages habe ich wunschgemäß mit der Durchführung der vorstehenden Arbeiten bereits begonnen, erbitte nunmehr auch um Genehmigung der ausgewiesenen Honorarrechnung und zeichne mit vorzüglicher Hochachtung ...“ Am 28. Juli schickte Valentin einen interessanten Erläuterungsbericht zur Planung des Kapuzinerplatzes: „Die ältesten Ansatzpunkte der Platzgestaltung liegen in der Klosterkirche Hlg. Barbara mit dem mauerumsäumten Klosterareal und den gegenüberliegenden Objekten, Haus Nr. 46, 44 und 43. Vermerkt sei, dass zwischen Nr. 46 u. Nr. 44 seinerzeit ein Stadtturm mit gewölbter Durchfahrt bestand, der somit die Einfahrt nach Scheibbs bildete. Die anderen Baublocks entstanden später, in jüngster Zeit der Kinobau. Gegenstand der vorliegenden Planung ist es, eine erforderliche Ordnung aufzuzeigen um die Verkehrswege auf dem Platz richtig zu führen, die Baufluchtlinien der Baublöcke zu fixieren, die öffentlichen Verkehrsflächen und die Flächen zwischen Baulinie und Baufluchtlinie auszuweisen, die Baublöcke in ihrem massenmäßigen Aufbau der Höhe nach zu begrenzen, in ihrer formalen Durchbildung miteinander in Einklang zu bringen, schließlich bestehende Verunstaltungen zur Entfernung zu beantra-

02 Das Haus von Luise Kühlbrand war damals schon in einem jämmerlichen Zustand.

03 Das Wiener Tor wurde 1880 geschliffen.

gen und damit so, eine gesteigerte, ruhige Platzwirkung zu sichern. Alles aber unter dem realen Gesichtswinkel einer absehbaren, praktischen Verwirklichungsmöglichkeit. Das Erforderliche sei nur kurz zusammenfassend beschrieben: Durch Anordnung von neuen Gehsteigen, bezw. Rückverlegung von bestehenden (siehe Passagen) ergibt sich einerseits eine gleich breite Hauptstraßenführung in die Stadt mit klarer Abzweigung 235

Anton Valentin - Bauten und Bauherren  

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