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Wohnhausanlage Uferstraße Scheibbs Am 27. Februar 1951 schloss die Stadtgemeinde Scheibbs mit dem Wiener Architekten Anton Valentin einen Vertrag zur Planung einer Wohnhausanlage in der Uferstraße. Im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 9. April 1951 ist unter Punkt 5 zu lesen, dass der Beschluss über den Bau des Wohnobjektes in der Uferstraße gefasst werden solle1. Das Objekt solle in zwei Bauabschnitte gegliedert sein. Die von Anton Valentin angeforderten Pläne waren zu diesem Zeitpunkt bereits fertiggestellt. Das bedeutet, dass der Kontakt zu Valentin schon lange vor der Beschlussfassung bestanden haben muss bzw. die Planungsbeauftragung lang vorher erfolgte. Vorerst musste aber die Frage des Bauplatzes noch geklärt werden, da die an der Straße gelegenen Gärten, welche den Mietern der gemeindeeigenen Häuser Nummer 113 und 114 zur Benutzung überlassen worden waren, für den Bau der Wohnhausanlage nicht ausreichend waren. Es musste daher ein Grundtausch mit den Österreichischen Bundesbahnen durchgeführt werden. Dieser betraf den Grund, der direkt an das Haus Nr. 112 grenzte. Im Falle der Zustimmung der

01 Links die ehemalige Marktmühle, rechts der Schürhaglhammer, rechts davon das Haus Nr. 112 (Josef Nussbaumer), das ehemalige Postgebäude mit dem grünen Dach auf dem Türmchen und hinter dem Schlot des Hammers das heutige SPÖ-Haus.

02 Die Wohnhausanlage in der Uferstraße 3-5.

ÖBB zum Grundtausch könne sofort und unverzüglich mit den Bauarbeiten begonnen werden, heißt es im Protokoll. Bereits am 8. Mai 19512 langte der positive Bescheid der Österreichischen Bundesbahnen ein. Für den 5. Juni 1951 wurde Architekt Anton Valentin zu einer Aussprache bezüglich der Vergebung der Baumeisterarbeiten für den ersten Bauabschnitt nach Scheibbs eingeladen. Der Bau dürfte zügig vorangegangen sein, da bereits in der Sitzung vom 21. September 1951 beschlossen wurde, dass die Gleichenfeier für den ersten Bauabschnitt im Gasthaus Frech stattfinden wird. Am 30. Oktober3 wurde Dachdeckermeister Franz Drascher aus Wieselburg beauftragt, rasch und vor Einbruch des Winters die Eindeckung des Wohnbaues in der Uferstraße vorzunehmen. Die Glaserarbeiten wurden an die Firma Rupert Wenninger vergeben. An diesem Tag besichtigten die Gemeinderäte den entstehenden Wohnbau. Danach begaben sie sich in die Gemeindekanzlei und Gemeinderat Gattringer eröffnete die Debatte hinsichtlich der Pläne für den Bauabschnitt II und deren rasche Einreichung bei der Bezirkshauptmannschaft. Weiters verwies er auf die Notwendigkeit, rechtzeitig um die Kredite anzusuchen. Beim Bauabschnitt I, so führte Gattringer aus, sei das Ansuchen der Stadt Scheibbs beim Bundeswohn- und Siedlungsfonds verspätet eingelangt und es konnte daher der Beitrag von diesem Fonds nicht mehr gewährt werden. Anschließend wurde über die Größe der Woh223

Anton Valentin - Bauten und Bauherren  

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