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04 Johann und Therese Moser mit den zehn Kindern, 1923.

03 Das alte Mooser-Haus, rechts das Geschäftsportal der Fleischerei erkennbar.

und am 23. August 1839 wechselte es um 4.860 Gulden den Besitzer und kam in das Eigentum von Michael und Maria Mayer. Niemand blieb lange auf dem Haus. Bereits am 20. November 1845 kauften Josef und Maria Ferner Haus und Betrieb um 4.320 Gulden. Nur zwei Jahre später erwarben Alois und Theresia Maierhofer um 4.500 Gulden das Anwesen, welches schließlich bis 1902 im Besitz der Familie bleiben sollte. Nachdem Vater Stöckler in Purgstall gesehen hatte, wie tüchtig seine Tochter Therese und ihr Mann Hans Moser arbeiteten, bereute er den Verstoß der Tochter und stand dem Paar beim Kauf des Gasthauses in Wieselburg im Jahre 1902 als Bürge gut. Die Kinder Theresia (*1900) und Leopoldine (*1901) waren in Altmünster geboren. Hans Moser (*1903) war das erste Kind von Therese und Hans Moser, das in Wieselburg

zur Welt kam. Es folgten Rosina (*1906), Anna (*1908), Luise (*1910), Maria (*1911), Franz (*1915), Anton (*1916) und Friedrich (*1918, 1944 in Russland gefallen). Vermutlich starben zwei weitere Kinder an Diphterie. Jedenfalls war das neu erworbene Haus eine schreckliche Bruchbude und die Familie hatte alle Hände voll zu tun, um es halbwegs bewohnbar zu machen. Im Jahre 1903 zu Allerheiligen wurde das Geschäft erstmals aufgesperrt. Sohn Hans, der erste gebürtige Wieselburger in der Familie, war sehr intelligent und durfte in die Bürgerschule gehen, später sogar in die Handelsschule nach Wels – er war ein ausgezeichneter Schüler und hatte einen Förderer gefunden, der ihm eine Stelle in einer Großbank verschuf. Leider verstarb zu diesem Zeitpunkt, nämlich am 19. April 1923 der bereits länger kränkelnde Vater (*1871) und Hans musste die Fleischerlehre nachholen, um den elterlichen Betrieb übernehmen zu können. Zu diesem Zeitpunkt konnte das jüngste Kind noch nicht einmal laufen. Hans war beileibe kein „geborener Fleischer“, sondern ein musischer Mensch. Glücklicherweise aber absolvierte er seine Fleischerlehre in der Operettenstadt Baden. Sein Lehrmeister schickte ihn mit dem geflochtenen Fleischerkorb zu den Kunden, um das Fleisch zu liefern. Da Hans ein fescher und freundlicher Bursche war, bekam er viel Trinkgeld, das er sammelte um an den Wochenenden den Operettenaufführungen in der 115

Anton Valentin - Bauten und Bauherren  

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