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Andrea

Pallavicini

Grenzenlose Architekturin einem traditionellen Umfeld


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 Eine Reduktion auf das Wesentliche Kein weiteres null-acht-fünfzehn Bad Von Chur Richtung Flims, weiter bis nach Ilanz. Das Städtchen durchqueren, die Hauptstrasse verlassen, einbiegen ins Tal. 20 Kilometer noch, bis man ankommt im Dorf Vals.1 Noch vor dem Zentrum rechts einbiegen, das Hotel Therme auf der rechten Seite hinter sich lassen und weiterfahren, bis man ihn sieht, den steinernen Block. Bremsen, aussteigen, geniessen. „Berg, Stein, Wasser - Bauen im Stein, Bauen mit Stein, in den Berg hineinbauen, aus dem Berg herausbauen, im Berg drinnen sein -, wie lassen sich die Bedeutungen und die Sinnlichkeit, die in der Verbindung dieser Wörter steckt, architektonisch interpretieren, in Architektur umsetzen?“ 2 Fragen und Gedanken, an denen sich Peter Zumthor orientierte, als er den Bau plante. Entlang dieser Fragestellungen hat Peter Zumthor das Bauwerk entworfen, hat ihm Schritt für Schritt eine Form gegeben.2



Was er schuf, nachdem er sich zehn Jahre mit der Planung beschäftigte,1 befriedigt einerseits die Bauherrschaft und sorgt andererseits international für Aufsehen und Rückmeldung. „Ein Erlebnis für die Sinne - ganz ohne technische Spielereien und moderne Eskapaden“, berichtet die Welt am Sonntag und „Zumthor verstand es traditionelle sowie auch moderne Elemente so erfolgreich umzusetzen, dass die Therme zu einem Wallfahrtsort für Architektur-liebhaber schlechthin wurde“, lobt die New York Times im Oktober 2006. Die positiven Rückmeldungen und die unglaubliche Ausdruckskraft trotz seiner Schlichtheit führte dazu, dass die Therme Vals schon nach zwei Jahren unter Denkmalschutz gestellt wurde.1 Der erste Eindruck Ein Kubus mit dunkler Fassade, schlicht und ohne verwirrende Ornamente, ein flaches Dach, begrünt und grosse Fenster. „In Form eines steinernen Objektes wächst die Therme talseitig aus dem Terrain.“ 3 Man könnte die Therme mit einem Kasten vergleichen. Viele solcher Kästen sind in der Berggegend nicht vorhanden, dennnoch erscheint die Therme nicht wie ein fremd-artiges Objekt in der Gegend. Die Fassade aus Valser Quarzit, der in verschiedenen Verarbeitungsverfahren vorhanden ist, also geschliffen, gebohrt, gesprengt, 1 bindet den Kubus in die Erde ein, und stellt einen Zusammenhang zu der Umgebung her. „Die Steinplatten und der Beton der Wände miteinander verzahnt und vergossen und führen so zu einer statisch wirksamen tragenden Konstruktion, ein Verbund-mauerwerk.“ 2 Dass diese Wandkonstruktion, inspiriert von älteren Stützmauern an Bergstrassen, speziell für dieses


Gebäude entwickelt wurde, 2 zeugt vom Pioniergeist des Architekten Peter Zumthor, der sich nicht der verlockenden „copypaste“ Arbeitsweise hingibt. Die grossen Fenster sind Zeitzeugen. Sie erinnern an die Möglichkeiten der Technik, imponieren durch ihr Volumen, verblüffen durch den niedrigen Wärmeverlust. Eine Reise durch das Labyrinth Der Eingang ist schwer zu finden. Er ist wie eine versteckte Höhle. Das Bauwerk fliesst aus dem Felsen und herein kommt man auf der Seite des Berges. Das Bad wird betreten. Meine Augen müssen sich erst an das getrübte Licht gewöhnen. Die Frage, wo ich jetzt hin soll, kommt nicht auf. Wie im Labyrinth werde ich geführt, erst rechts einen Gang entlang, dann eine 180-Grad Drehung nach links, eine flache Treppe herunter. Wieso diese Umwege, möchte ich fragen, doch ich bin zu beschäftigt mit schauen, als dass ich Zeit hätte, zu fragen. Dunkel sind die Wände aus Valser Quarzit. Aus der Region, für die Region, wie ich es kenne von den Bio-Äpfeln der Migros. Konträr zu den dunklen Wänden dringt aus einem schmalen Spalt in der Decke helles Licht. Spielend trifft es auf einen ihn kreuzenden Spalt, vereint sich kurz und trennt sich wieder. Ich schleiche weiter, Wasser plätschert, Worte hallen. Hinein in das Becken. Erstes Nasswerden, Schwimmen, Tauchen. Den Körper spüren. Entspannen. Kraft tanken. Seele befreien. Gerahmt wird das Becken von Felsbrocken, die Spezialbäder bergen. Das Eisbad beispielsweise. Es liegt direkt vor mir, mit einer Wassertemperatur von 14 Grad 1 und blauen Betonwänden. Hinter mir befindet sich das Blütenbad, links von mir der Tonraum mit

speziellen Klangsteinen. Hinter dem Eisbad finde ich das Feuerbad mit einer Wassertemperatur von 42 Grad 1 und rotem Beton. Doch da will ich noch nicht hin, denn dort hinten sehe ich mehr Licht. Dort hinten, da will ich hin. Gezogen vom Licht lande ich im Aussenbecken. Wasser plätschert aus Massagerören und eingefangen in den Gebäudeöffnungen offenbart sich mir ein Panorama, wie es im Bilderbuch nicht schöner zu finden ist. Berge mit Schnee bedeckt. Und über mir leuchtet der strahlend blaue Himmel. Zumthor möchte mit dem Bad eine starke Stimmung vermitteln. Er möchte, dass wir die gedanklichen Bilder und Eindrücke in Erinnerung behalten. Die Stimmung zu beschreiben ist moeglich, die Komplexität des Gebäudes allerdings ist so gross, dass sie nur durch einen Besuch verständlich wird. Fühlen sie sich also nicht dumm, wenn sie der Beschreibung nicht folgen konnten. Vielleicht sollten sie das Bad einfach selber besuchen. Zusammenspiel der Materialien Der Grossteil des Bades ist aus Valserstein gemacht. Er ist dunkelgrün, fast schwarz. Die Steine wurden übereinandergeschichtet. Abwechseln gibt es jeweils eine schmale Schicht, dann wieder eine breite. So entstehen massive Wände mit einer interessanten Struktur. Der Stein ist angenehm zum anfassen. Er verstärkt das Gefühl in einer Grotte zu sein. Die Garderobe, wie auch die Liegestühle sind aus edlem Mahagoniholz, das glänzend lackiert wurde. An der Decke wurden Betonelemente auf die Natursteinwände montiert. Eine riesige Betonplatte ist im Zentrum über dem Hauptschwimmbecken eingespannt. Konstruktiv


wichtig sind diese Betonelemente, und architektonisch interessant ist der Fakt, dass sie nicht mit einem Blendmauerwerk aus Valser Quarzit bedeckt wurden. Sie stehen für Sein statt Schein und für eine Ablesbarkeit der Konstruktion.

Bad, die die gesamten Wände von Hand schruppen. Valserstein ist nur mit grossem Aufwand hygienisch zu halten, da er sehr heikel ist und nicht mit Hochdruck gereinigt werden kann. Im Bad riecht es angenehm, was an der Verwendung von Ozon anstatt Chlor liegt. Ozon ist teurer, beschädigt jedoch nicht den Stahl. So wird verhindert dass die Armierung der Betonelemente beschädigt wird. Chlor wird in der Therme nur im heissesten Becken verwendet. Die über-schüssige Wärme des Wassers wird kosten- und umweltbewusst zum heizen gebraucht. Die Quelle des Valserwassers fliesst direkt in die Installationen des Bades. Durch den hohen Eisengehalt des Wassers ist es rötlich und würde sich an den Rändern der Becken ablagern. Deshalb wird das Wasser zuerst mit Quarzsand versetzt, das das Eisen auffängt und erst dann in das Bad gelassen. Vom natürlichen valser Quellwasser kann man kosten. Angeblich sei es sehr gesund. Doch wie das meiste, was gesund ist, schmeckt es widerlich. Zu diesem Schluss kommen wir jedenfalls.

Gespaltene Ansichten Eine nette Bademeisterin ermöglicht uns einen von ihr geführten Rundgang durch die Therme. Unter den Becken befinden sich grosse Installationen, Heizungen, Auffangbecken etc. Wir erfahren, dass jedes Becken wöchentlich geleert wird, um es zu reinigen. Jede Nacht befindet sich eine Menge von Putzleuten im

Die Meinungen der Angestellten und Besucher des Bades gehen stark auseinander. Die Temperatur von 14 – 42 Grad und die Wegweiser werden klein und golden, aber ästhetisch an den Wänden angeschrieben. Für Sehbehinderte eine richtige Falle oder soll man sagen, jedes Becken eine Überraschung? So landet man halt mal in der falschen Umkleidekabine, denn man geht ja nicht mit Brille baden. Wenn man das Becken wechselt, kommt man durch oft dunkle, kleine Gänge. In ihnen befinden sich fast unsichtbaren Stufen. Gefährliche Details, die Zumthor aus ästhetischen Gründen nicht ändern wollte. Vor allem ältere Leute schlagen sich hier schmerzhaft die Füsse an und auch das hinfallen auf der Treppe ist nicht selten.


Sie ärgern sich darüber, während jüngere Architekturliebhaber solch feine Details regelrecht lieben. Der Boden des Bades wurde nachträglich rauer gemacht, um das ausrutschen der Leute zu senken. In der Massageabteilung ist der Steinboden aber immer noch glatt, glänzend und poliert. In den seitlich angelegten Massageräumen befindet sich dahinter ein Gang, der jedes Abteil miteinander verbindet. Durch diesen Gang können die Masseuren zirkulieren. Jedoch kann sich der Kunde unzureichend erholen, weil er die Geräusche des Nachbarn hört. Ausserdem sind die Fenster so undicht gegen Kälte, dass Tücher davor gelegt werden und mit Elektroheizofen ausgeholfen wird. Architektur macht Gäste Abwanderung bedrohte Vals seit geraumer Zeit. Zu einem grossen Teil ist es dem Bau der Therme zu verdanken, dass die Abwanderung gestoppt werden konnte. 4 „Nach jahrzehntelangen Problemen hat sich abseits vom Massengeschäft Qualitäts-tourismus ohne Pomp entwickelt“ 5 Dieser Qualitätstourismus war essentiell für die Erhaltung des Dorfes in der Surselva, denn er ist das „volkswirtschaftliche Rückgrat der Gemeinde.“ 6 Zwei Drittel des Volkseinkommens stammt direkt oder indirekt aus diesem Wirtschaftszweig. Neben der Therme locken auch die Bergwelt, das Klima und das schneesichere Skigebiet viele Besucher nach Vals. 6 Für die Gemeinde Vals ist das Thermalbad ein überaus rentables Geschäft, denn nicht nur die indirekten Einnahmen des Bades kommen ihr zugute. „Die Gemeinde Vals kaufte 1983 die Therme mit Hotels. Die Gesellschaft Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) ist heute zu 100% im Eigentum der

Gemeinde.“ 1 Und nicht nur dem Fakt, dass das Bad weniger gekostet hat als konventionelle Bäder wie zum Beispiel das Bad Scuol, ist es zu verdanken, dass das Bad für die Gemeinde ein durchaus rentables Geschäft ist. Mit einem Eintritt von 40 Franken kann das Bad auch nicht als überteuert bezeichnet werden, obwohl der Besucher auf technische Spielereien wie Sauna und Whirlpool verzichten muss. Aber vielleicht macht das ja genau den Charme des Bades aus. „Im Normalfall, erzählt Zumthor, stellten Projektmanager Pflichten-hefter zusammen, aus dem Internet nach neuesten globalen Bädertrends. Der Architekt sei da nur noch Dienstleister für die Form. In Vals habe man auf Spezialisten, die wissen, was man schon weiss, verzichtet. Warnungen zum Trotz, der Zumthor plane an der Nachfrage vorbei, hätten die Valser erklärt: Wir wollen das so. Der Klangraum beispielsweise, in dem man aus dem Erdinnern strömendes Wasser hört, wäre in einem konventionellen Planungsprozess nie entstanden.“ 2 Und so pilgern auch heute noch berühmte Architekten und viele Zumthor Fans aus der ganzen Welt nach Vals, um das Bad zu besuchen. Bedeutung für die Gemeinde Vals Eine solche Attraktivität wie die Therme Vals löst bei den Dorfbewohnern oft Wut aus, denn sie finden ihren Stolz der Gemeinde in der Natur der Gegend. Mit dem Bad wird die Bewunderung am Dorfe und seiner Lage vernachlässigt und eine inter-nationale Architektur bewundert. Die Dorfbewohner erhalten eine Eintritts-reduktion von der Gemeinde. Trotzdem fühlen sie sich, laut Aussage einer valser Restaurantbesitzerin, wie auch Kinder und ältere Leute eigentlich nicht willkommen. In diesem Dorf leben hauptsächlich Bauern und wenig vermögende Leute. Und so entsteht eine


Eifersucht der Dorfbevölkerung auf die reichen Badbesuchern, die sich dort verwöhnen lassen. Der Bau der Therme war bestimmt der teuerste Bau in Vals, und die einfachen Dorfbewohner müssen diesem aus edlen Materialien gefertigten Klotz gegenübertreten, im Wissen, sich selber kein Häuschen aus Valser Quarzit leisten zu können. Vielleicht liegt die Abneigung einiger Dorfbewohner gegenüber des Bades auch an der Direktion der Therme. Differenzierte Meinungen in der Führung In letzter Zeit erschienen in der Zeitung Südostschweiz immer wieder Artikel über Unstimmigkeiten im Thermalbad Vals. So sagt Peter Zumthor am 18.April 2009 „Pius Truffer, der Verwaltungsrats-präsident und Direktor der Therme, verfüge weder über die kulturellen noch über die fachlichen Grundlagen, um die Therme Vals zu führen“. Die Führung war bis vor kurzem in der Hand von Annalisa Zumthor, die Frau des Architekten, der gekündigt wurde. Peter Zumthor möchte jedoch trotz Streit mit Pius Truffer der geplante Ausbau des Hotels mit einem Turmprojekt fortführen. Vor kurzem hat es Zumthor unter die berühmtesten Architekten geschafft. Er erhielt den Pritzker-Preis, unter anderem für die Therme Vals, da ist es verständlich wenn er die Hand im Spiel haben möchte um die Schönheit des Bades weiterhin zu bewahren. Dies auch zu seinem Vorteil. Er selbst sagt „ich betreibe angewandte Kunst“14. Wenn das nicht eine Aussage von einem berüchtigten Architekten ist. Mitte April kam es zum endgültigen Kampf zwischen Zumthor und Truffer. Die Entscheidung, dass einer der beiden gehen muss wird gefällt. Da das Hotel zu 100% der Gemeinde gehört und Truffer ein einflussreicher Valser Bürger ist, sieht es für Zumthor vielleicht kritisch aus. Dazu kommt, dass Truffer

im Steinbruch rund 30 Personen beschäftigt. Dazu stand jetzt jedoch die Meldung in der Zeitung, dass der Tourismus in Vals wegen der Lärmemissionen im Steinbruch abnehme. Gäste versuchen sich im Thermalbad zu erholen, müssen aber laute Geräusche des Steinabbaus über sich ergehen lassen. Vergleich mit anderen Bädern Die meisten Besucher sind nach einem Besuch der Therme begeistert davon. Denn wo findet man schon architektonisch beeindruckende Bäder? Die Kundschaft von anderen Bädern, wie zum Beispiel die des Bogn in Scuol, ist nicht die gleiche wie in Vals. Vor dem Bau wurde festgelegt, ob es zum Beispiel ein Plauschbad für Kinder und Jugendliche wie das Alpamare, ein Schwimmbad mit Langstreckenbecken für Athleten oder, wie hier, einmal etwas anderes, ein Thermalbad für Architekturfreudige und solche, die sich entspannen wollen, werden soll. Deshalb ist das Thermalbad Vals auch kein geeignetes Ziel für einen Familienausflug mit kleinen Kindern, die ein Planschbecken erwarten. Viele Familienbäder sind farbig, alles ist gut angeschrieben und es werden zweckmässige Materialien verwendet. Dies sind sicher praktische Bäder und werden ihrem Zweck durchaus gerecht. Aber sie sind nie zu vergleichen mit einer solch bewundernswerten Architektur der Therme Vals. In anderen Bädern dienen riesige, übersichtliche Räume Müttern zur Beobachtung ihrer Kinder. Sie haben aber auch zur Folge, dass sich jeder beobachtet fühlen kann, wenn Schaulustige unauffällig auf Liegestühlen faulenzen. Bei der Therme kommt dies nicht vor, denn die vielen Gänge und das diffuse Licht führen zu einer Unpersönlichkeit, die sich vor allem junge Paare oft wünschen, und in der Therme Vals schlussendlich auch finden.


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„Wenn ich darüber nachdenke, mit welchen ästhetischen Absichten ich Häuser entwerfe, stelle ich fest, dass meine Gedanken um Themen kreisen wie Ort, Material, Energie, Präsenz, Gedächtnis, Erinnerung und Bild - oder auch Bildhaftigkeit, Stimmung, Verdichtung, Konzentration und Dauer. Im Verlaufe der Arbeit versuche ich, diese Begriffe vor dem Hintergrund der Bauaufgabe mit konkretem Inhalt zu füllen. Dabei stelle ich mir vor, dass das, was ich entwerfe, Teil eines Ortes, Teil einer Umgebung werden soll, dass es gebraucht und geliebt, entdeckt und vererbt, verschenkt, verlassen und vielleicht auch gehasst - kurz, dass es, in einem weit gefassten Sinn des Wortes, bewohnt werden soll.“ Wie gut kann man sich nach dem Lesen dieses Textes den kleinen Peter vorstellen, wie er ein Bad besucht, wie er die Töne aufnimmt, den Hall, der entsteht. Oder auch wie er die Berge wahrnimmt, die Natur, wenn er mit seinen Eltern wandern geht. Das alles trägt wesentlich zu der Stimmung in der Therme bei.

„Wenn ich entwerfe, suche ich die räumliche Assoziationskraft des Denkens zu nutzen. Der Vorrat an persönlichen und kollektiven Erfahrungen des Wohnens, die Erfahrung des Sichaufhaltens an Orten und Räumen, die wir in unseren Körpern gespeichert haben, betrachte ich als Nährboden und Ausgangspunkt meiner Arbeit. Aus diesem Erfahrungsschatz stammen die ersten Bilder, aus denen sich im Verlaufe der Arbeit am Entwurf, Form und Präsenz des Neuen entwickeln.“ Diesem Vorgehen haben wir es zu verdanken, dass mit der Therme Vals nicht ein weiteres 0815 Wellnessbad entstanden ist. Ob Zumthor aber auch damit gerechnet hat, dass sein Bad sich einer solchen Beliebtheit erfreut, dass es tagtäglich ausgebucht ist, ist fraglich. Die Wahrnehmung des Besuchers wird leider allzu oft getrübt durch die Anwesenheit der anderen Gäste, durch Kindergeschrei oder der Schlange an der Kasse. Ob diese Stimmung und der Lärm ein Nebeneffekt der nötigen Wirtschaftlichkeit ist oder ein weiteres Symbol dafür, was ein Bad ist und wie es erlebt werden soll, weiss wohl nur Peter Zumthor selbst. 


Literaturverzeichnis Internetseiten 1.

www.therme-vals.ch

2.

Peter Zumthor, www.thermevals.ch

3.

http://www.architektur-augsburg.de/Referate/referate%205.1%20WS%200708/ZUMTHOR.pdf

4.

Karin Schumann, Welt am Sonntag

5.

Der Bund, Richard Aschinger [30.09.06] gefunden auf www.therme-vals.ch

6.

http://pressetext.at/news/ 061214003/ therme-vals-archaisches-steinbad-zwischen-bausuenden/

7.

http://www.tourismus-schweiz.ch/cms/cms.asp?guid_pk=%7B4CE2924C-2AB4-405C-BB48 =IT

8.

http://www.vals.ch/ Gemeinde.36.0.html

Bücher 9.

Peter Zumthor, Therme Vals, 2007 Verlag Scheidegger und Spiess AG, Zürich

10.

Peter Zumthor, Architektur Denken, 2006 Verlag Birkhäuser

11.

Peter Zumthor, Atmosphären, 2006 Verlag Birkhäuser

12.

Moderne Architektur in der Schweiz

13.

Peter Zumthor, Klangkörperbuch, 2009 Verlag Birkhäuser

Zeitungsausschnitte 14.

Die Südostschweiz

-

18. April 2009 „Pius Truffer versucht, mich loszuwerden“

-

20. April 2009 „Vals: Truffer sucht nach Alternative zu Zumthor

-

27. April 2009 „Vals nervt Touristen mit Lärmemissionen


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