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Johannes Wolf

1.Dezember 2013

Liebe Freunde und Unterstützer! Einige Zeit ist vergangen, nachdem Ihr von uns hier etwas gelesen habt. Wir sind weder faul noch gibt es nichts zu berichten. Nun werden wir Euch aber wieder auf Kurs bringen, was unsere Aktivitäten angeht. Im Oktober waren Filmstudent Kevin Westphal aus Hamburg und ich im südlichen Afrika unterwegs, um die Idee vom Dokumentarfilm „Ombasikela“ umzusetzen. Auch wenn die CrowdfundingKampagne zur Finanzierung nicht erfolgreich war, so war die Begeisterung trotzdem da und so machten wir uns auf den Weg. Die Reise führte von Kapstadt (Südafrika) bis nach Lusaka (Sambia). Drei Länder, fünf Projekte und 5000 Kilometer später sind tolle Bilder entstanden. Wir rechnen mit der Premiere im ersten Quartal 2014. Nach den ersten Vorstellungen wird es auch eine DVD sowie eine Download-Version zu kaufen geben. Lasst Euch überraschen von eindrucksvollen Geschichten über Fahrräder in Afrika. Neuigkeiten aus unseren Projekten, die wir alle auf unserer Reise besucht und gefilmt haben, werden wir nach und nach auf den Projektseiten unserer Webseite veröffentlichen. In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir wieder viele Fahrräder von unseren Sammelstellen und Einzelpersonen gespendet bekommen. Derzeit stapeln sich ca. 700 Fahrräder in unserem Lager in Oschatz. Viel Platz ist nicht mehr und wir wollen dringend die nächsten Container verschiffen. Ein neuer Projektpartner ist das Village Bicycle Project in Ghana(www.villagebicycleproject.org). Seit dem Jahre 2000 wurden hier schon mehrere 10.000 Fahrräder importiert und hunderte Fahrradmechaniker ausgebildet. Dieses erfolgreiche Projekt wollen wir nun mit mindestens einem Container (Verschiffung im Januar 2014 geplant) unterstützen. Nachdem wir fast alle Sammelstellen besucht und alle Fahrräder abgeholt haben, befindet sich unsere Sammelaktion nun im Winterschlaf. Aktuell nehmen wir nur vereinzelt Fahrräder an unserem Sitz in Oschatz an, Abholungen wird es in den Wintermonaten keine geben. Über die vergangenen Monate und die letzte Sammelaktion sind wir aufgrund der überwältigenden Spendenbereitschaft (ca. 1.400 Fahrräder) teilweise an unsere Grenzen gestoßen. Wir haben festgestellt, dass Fahrradabholungen viele finanzielle und zeitliche Ressourcen verbrauchen und wir als ehrenamtlich Engagierte nur sehr schwierig eine Sammelaktion über ein ganzes Jahr durchführen können. Wir werden daher versuchen, die Zahl und Lage der Sammelstellen zu optimieren, diese stärker in den Fahrradtransport zu unserem Lager, dem Ort der Containerbeladung, einzubinden und Sammelaktionen auf die Sommermonate zu konzentrieren. Immer wieder erreichen uns Mails von Fahrradspendern, denen wir leider absagen müssen, da eine Abholung einzelner Räder sich meist nicht lohnt und keine Sammelstelle in der Nähe ist. Auch müssen einige Fahrradspender und Sammelstellen teilweise länger auf die Abholung von Fahrrädern warten. Es ist nicht immer leicht, eine kostengünstige Transportmöglichkeit zu finden sowie Zeit, um durch die Republik zu fahren. Wir machen dies sehr gerne und mit viel Herzblut, manchmal sind aber Arbeit, Studium oder familiäre Verpflichtungen wichtiger und dringender. Wir bitten dafür um Verständnis. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an all unsere Sammelstellen, die mit Ihrem Elan und uneigennützigem Einsatz unsere Arbeit maßgeblich erfolgreich mitgestalten.


Während unserer täglichen Arbeit haben sich nun über fast drei Jahre Arbeit verschiedene Aufgaben und Bereiche herauskristallisiert, die wir gerne an neue Engagierte abgeben und zusammen bearbeiten können. Als noch junger Verein lernen wir in jeder Situation dazu und wollen für weitere erfolgreiche Projekte immer weiter unsere Arbeit optimieren. Interessenten können sich gerne melden. Nun wird aus einer einfachen Newsmeldung doch schon ein längerer Jahresabschlussbrief… Die Zeit am Jahresende ist eine gute Gelegenheit, zurück zu blicken und inne zu halten. Fahrräder für Afrika e. V. hat in seiner noch jungen Geschichte schon mehr als 3.000 Fahrräder gesammelt und ca. 2.500 Fahrräder in fünf Containern zu fünf Projekten in Südafrika, Namibia und Sambia verschifft. In unseren Projekten wurden ca. 30 benachteiligte Menschen zu Fahrradmechanikern ausgebildet, was ihnen die Grundlage für ein besseres Leben gibt. 2.500 Menschen haben nun die Möglichkeit, Ihre täglichen Besorgungen schneller und einfacher mit dem Fahrrad zu erledigen oder einfach nur so zum Spaß in die Pedale zu treten. In diesem Jahr verschifften wir einen Container zu BEN Südafrika nach Kapstadt und zu Multisport Africa in Tsumeb, das zweite Projekt in Namibia. Mehr Informationen dazu gibt es auf unserer Webseite. Wir bringen damit die Idee der einfachen und günstigen Fortbewegung in Länder, in denen mehrstündige Fußmärsche zur Schule, Arbeit, zum Einkaufen und zu medizinischen Einrichtungen für alle Altersgruppen alltäglich sind. Ein Fahrrad macht den Unterschied. Für den Einzelnen bedeutet es ein selbstbestimmteres Leben, für die Gesellschaft ein Anschub zu sozialer und ökonomischer Weiterentwicklung. In Deutschland hatten wir zuletzt 25 Sammelstellen, in denen uneigennützig und ehrenamtlich mehr als 100 Menschen aktiv sind und Fahrräder sammeln, reparieren, transportieren, die Idee weitertragen und Spenden sammeln. Ohne dieses Engagement würden wir mit unserem Enthusiasmus allein nicht weit kommen. Wir alle zusammen, Menschen hier und im südlichen Afrika, können einen Unterschied machen und ihren Beitrag leisten, Menschen zu mobilisieren und Ihnen damit die Chance auf ein selbstbestimmteres Leben zu geben. Im kommenden Jahr wollen wir wieder vielen Menschen von unserer Idee erzählen, Fahrräder und Spenden sammeln, neue Projekte initiieren und bestehende Werkstätten weiter unterstützen. Schon Anfang des Jahres steht mindestens ein Transport nach Ghana an. Weitere Container und Projekte werden folgen. Die Ziele und Projektpartner werden wir bekannt geben, sobald alles unter Dach und Fach ist. Gerne erhalten wir auch Hinweise zu bestehenden Kooperationen zwischen Deutschland und Afrika, an die wir anknüpfen sowie Know-how und Kontakte sammeln können. Unsere neue Sammelaktion wird voraussichtlich im April starten, wenn wir wieder etwas mehr Platz in unserem Lager haben. Es wird erstmals einen festen Zeitraum über einige Monate geben, in dem die Sammelstellen Fahrräder annehmen. Das wird dann jedes Jahr wiederholt. Es macht die Arbeit für alle Ehrenamtliche planbarer und hilft bei der Koordination der Transporte. Auch werden wir versuchen, die Sammelstellen besser auf Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten vorzubereiten, um deren Arbeit zu erleichtern. Ganz persönlich bin ich als Initiator und Vorsitzender immer wieder besonders beeindruckt, mit welchen Menschen ich während dieses Engagements sowohl hier in Europa als auch in Afrika zusammen treffe. Trotz aller Unterschiede ist es erstaunlich, wie gut wir alle aufgrund der gleichen Idee zusammen arbeiten können, hinweg über alle Barrieren aus Sprache, Religion, Kultur, Gesellschaft. Die vergangenen drei Jahre waren eine sehr intensive Zeit und viele tolle Menschen und Begegnungen haben mein Leben nachhaltig bereichert, mich toleranter gemacht und die Augen


geöffnet. Ich betrachte es als Geschenk und große Verantwortung, über den Tellerrand hinweg schauen zu können und, wo möglich und sinnvoll, zu helfen. Meine Leidenschaft zum Fahrrad ist dabei mein Antrieb. Ich möchte damit auch andere ermutigen und motivieren, sich zu engagieren und hellhörig zu sein für Probleme anderer Menschen. Sei es der kranke Nachbar, ein zu pflegendes Familienmitglied oder ein Brunnenprojekt in einem Entwicklungsland. Es gibt für jeden die passende Möglichkeit, seine Verantwortung als Bürger eines wohl situierten und entwickelten Landes gegenüber anderen wahrzunehmen. Mein Umfeld, Familie, Hochschule, Arbeit, Freunde, machen es mir leicht, jede freie Minute in Fahrräder für Afrika e. V. zu investieren. Ich freue mich auf ein weiteres erfolgreiches Jahr in unserer Vereinsgeschichte, möglich nur durch den Beitrag eines jeden Einzelnen. In nächster Zukunft wird es in meinem persönlichen Umfeld einigen Anlass zu Veränderungen geben. So neigt sich mein BWL-Studium dem Ende und mit dem Schreiben der Abschlussarbeit Anfang 2014 beginnt auch die Suche nach einer Beschäftigung, die berufliche Herausforderung, Leidenschaft und Engagement miteinander vereinen lässt. Als wichtigstes Ereignis gilt für mich das Kennenlernen meiner Freundin Izabela bei einem Wirtschaftsforum im August in Polen. Ich betrachte das als großes Geschenk und verschiebe meine Prioritäten gerne zu Ihren und unseren Gunsten. Sie unterstützt mich auf allen Wegen und gibt mir viel Kraft auch für die Arbeit bei Fahrräder für Afrika e. V. Es ist nicht immer leicht, die richtige Balance zwischen Privatleben und Engagement zu finden, aber ich bin mir sicher, dass dies möglich ist. So wird es auch 2014 mit guten Ideen und neuem Elan weitergehen. Ich bedanke mich persönlich und auch im Namen von Fahrräder für Afrika e. V., herzlichst für die geleistete Arbeit aller Beteiligten. Ich hoffe auch in Zukunft auf Eure und Unterstützung und stehe persönlich für den Erfolg unserer Arbeit ein. Wir alle können zusammen einen Unterschied machen – Fahrrad für Fahrrad. Ich wünsche allen eine besinnliche Zeit, mit Inseln der Ruhe und Nähe zu den Liebsten. Euer Johannes Wolf Fahrräder für Afrika e. V.

Spendenkonto: Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG Kontoinhaber: Fahrräder für Afrika e. V. Kto.: 3134911017 BLZ: 85090000 IBAN: DE 1785 0900 0031 3491 1017 BIC: GENODEF1DRS Wir danken für Eure Unterstützung!


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