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MARLITT, 25, DIE JURADOKTORANDIN

Über Juristen hört man oft das Klischee, sie würden voreinander Bücher verstecken, um selbst die beste Hausarbeit schreiben zu können. Das stimmt leider, mir selbst ist das auch schon mal mit zwei Aufsätzen passiert, die dann einfach nicht zu finden waren. Dabei ist doch Neid bei Jura, wenn überhaupt, erst im Staatsexamen angemessen. Vorher zählen die Scheine eh nichts, erst die Examensnote entscheidet zumindest über gute und schlechte Referendariatsstationen. Allerdings habe ich auch schon von anderen Studenten gehört, dass Kommilitonen auf einmal nicht mehr mit ihnen gesprochen haben — weil sie eine bessere Examensnote hatten. EVA, 25, DIE JOBEINSTEIGERIN

Im Bachelorstudium füllten wir in manchen Kursen Übungsblätter als Hausaufgabe aus. Wenn man die bis zu einem gewissen Prozentsatz richtig hatte, gab es Zusatzpunkte für die Klausur am Ende. Einmal war auf einem Blatt eine Frage, die niemand aus unserer Arbeitsgruppe lösen konnte. Wir dachten erst, der Prof habe sich vertan und das Thema war noch gar nicht dran. Auch aus der anderen Arbeitsgruppe kannte niemand die Lösung. Als wir die Aufgaben in der darauffol-

genden Woche zurückbekamen, hatte die andere Gruppe die volle Punktzahl. Wir nicht. „Das steht auf Seite 107 im Buch XY“, erwiderte eine Kommilitonin auf unsere Frage nach der Lösung. Das hatte sie im Gespräch am Tag zuvor wohl „vergessen“ zu erwähnen.

wer nicht ausgewählt worden war, der musste draußen vor der Tür bleiben. Wer welchen Job bekommen hat, konnten wir dann später im Absolventenmagazin nachlesen. Das Klima war wirklich sehr unangenehm. Hinter jeder Ecke stand jemand mit gewetztem Messer.

DENNIS, 26, STUDIERT WIRTSCHAFT IN WIEN

Die Bologna-Reform hat den Neidfaktor im Studium aus meiner Perspektive erhöht. Auf einmal ist jede Prüfung vergleichbar geworden. Mit ein bisschen Interesse weiß man sofort, wer besser ist als man selbst. Wer einen guten Master haben will, muss sowieso zu den Besten gehören. Meinem Eindruck nach ist deshalb das Kalkül von Anfang an recht groß. Kurse werden nach der Notenvergabe des Profs ausgewählt, nicht mehr primär nach Interesse. Das ist schade, denn die Freude an der Wissenschaft und der Mut zu neuen Forschungswegen bleiben dabei auf der Strecke. Als ich in den Achtzigerjahren studierte, gab es keine Noten, sondern nur Scheine für bestandene Prüfungen. Da war man dann eher mal neidisch, wenn ein Kommilitone einen tollen Forschungsansatz entdeckt hatte, auf den man selber nicht gekommen war.

Bei uns im Studiengang gibt es einen Typen, der das Folienkaraoke perfekt beherrscht. Einmal hatte eine Gruppe eine Präsentation vorbereitet, und er hat die einfach so gehalten, ohne die Folien vorher je gesehen zu haben. Da bin ich schon neidisch drauf. Ich kann zwar auch ganz gut präsentieren, aber das ist wirklich zu gut. KATHARINA, 25, STUDIERTE KUNST UND ARBEITET NUN IM ERSTEN JOB

Mein Masterstudium war eine Zuchtperlenfarm der Missgunst. Erst wurden nach intransparenten Kriterien die Studienplätze und dann auch die Praxisprojekte vergeben — in der Folge gingen deshalb lauter Mails von angekratzten Egos hin und her, das war wirklich unangenehm. Beim Absolventenfest wurden auch noch vom Professor an ein paar Leute Jobs im Kulturbetrieb verteilt. Diese Gespräche fanden im Hinterzimmer statt,

CHRISTIANE MORRÉ, DIE MUTTER

TIANYU, 24, DER JURASTUDENT

Manchmal frage ich mich, ob ich vielleicht

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