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Nr. 1 | 2013

MENSCHEN FÜR ANDERE Das Magazin der Jesuitenmission

Lernen für das Leben


EDITORIAL

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Missionare und Partner weltweit! Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Diese, zu einer positiven Aufforderung verwandelte Kritik Senecas an den Philosophenschulen, kommt mir in den Sinn, wenn ich unsere Entwicklungsprojekte besuche. In Myanmar sind es die Englisch Institute, in Osttimor fördern wir eine Sekundar-Schule und ein Lehrer-Bildungs-Institut. In der Hauptstadt Guatemalas, in El-Limon, entsteht eine technische Schule. In Burundi wurde ein Ziegenprojekt zu einer landwirtschaftlichen Schule weiterentwickelt, wo speziell Frauen in ihrer Ausbildung gefördert werden. Zweifelsohne ist Bildung ein starkes Mittel im Kampf gegen die Armut. Wir lernen Entwicklung langfristig zu sehen; sie wächst langsam wie eine Pflanze, wie das Schulkind, das über Jahre lernt. Es benötigt ein bis zwei Generationen, bis Bildung zu einem Recht im Bewusstsein eines Landes wird so wie das tägliche Brot. Shane Burke, unser Projektpartner in der Landwirtschaftsschule Majis im Südsudan, erzählte folgende Erfahrung: „Väter schicken die ältesten Söhne zu den Viehherden, damit sie ihren „Reichtum“ hüten. Der jüngere, vielleicht weniger begabte Sohn, kann zur Schule gehen. Die Entwicklung wird uns aber zeigen, dass er der Starke wird und durch seine Ausbildung für alle anderen sorgen kann.“ In Schulen, in die Erziehung und Ausbildung von Menschen zu investieren ist ein Vorhaben, das unseren langen Atem braucht. Wie zum Beispiel in Haiti, wo wir nach der ersten Nothilfe in die Ausbildung von Maurern, Tischlern und Elektrikern investiert haben. Mit diesem „Bildungskapital“ können die Jungen beim Wiederaufbau ihres Landes mithelfen. Herzlichen Dank für Ihr Interesse und für jede Unterstützung!

Hans Tschiggerl SJ MENSCHEN FÜR ANDERE Impressum

JESUITENMISSION - MENSCHEN FÜR ANDERE, 2013 - Heft 1 Medieninhaber und Herausgeber: Missionsprokur der Gesellschaft Jesu in Österreich, Mag. Johann Tschiggerl SJ, Dr. Ignaz Seipel Platz 1, A-1010 Wien, Tel +43 01 5125232-56, office@jesuitenmission.at, www.jesuitenmission.at Redaktion und Gestaltung: Hans Tschiggerl, Marie Eleonore Liechtenstein &Team, Druck: LDD Communication GmbH Ziel der Publikation: Information der Spender über die aktuellen Entwicklungen in den Hilfsprojekten. Bildnachweis: Jesuitenmission

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Österreichische Post AG / Sponsoring.Post, 13Z039521S. ZVR Zahl 530615772, SO 1345 MENSCHEN FÜR ANDERE


Das jüngste Land Asiens Osttimor erlangte vor etwas mehr als zehn Jahren – unter großen Opfern – die Unabhängigkeit. Nach Jahrhunderten portugiesischer Herrschaft hatte das Land vierundzwanzig Jahre unter der brutalen indonesischen Besatzung zu leiden. Zwischen 1975 und 1999 starben mindestens 183.000 Menschen an den Folgen von Kämpfen, Krankheit und Hunger. Seit 2008 genießt Osttimor politische Stabilität. 2012 fanden Präsidenten- und allgemeine Wahlen statt. Die offiziellen Landessprachen sind Portugiesisch und Tetum. Tetum wird mehrheitlich gesprochen, ein Drittel der Bevölkerung über Fünfzehn spricht Portugiesisch. Osttimor hat Fortschritte in den Jahren der Unabhängigkeit gemacht. Das Land gedeiht aufgrund von Ölvorkommen und möchte die Chancen und Möglichkeiten des wirtschaftlichen Wachstums mit der jungen Bevölkerung nützen. Es stehen jedoch

enorme Anstrengungen und Herausforderungen bevor. Das Land gehört zu den armen Ländern Asiens. Die Hälfte der 1,1 Millionen Einwohner lebt unter der international festgelegten Armutsgrenze und die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Rund 40% der timoresischen Familien leben von weniger als einem US-$ pro Tag. Die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist unterernährt. Die Geburtenrate ist hoch und nimmt weiter zu, durchschnittlich 5,4 Geburten pro Frau. 15.000 Jugendliche kommen jährlich ins arbeitsfähige Alter, ein Bruchteil findet eine Beschäftigung. 3


Osttimor Mangelnde Bildung verschärft die Armut Mangelnde Bildung hat Auswirkungen auf die Gesundheit von Müttern und Kindern. Mangelnde Bildung arbeitet gegen eine Kultur, die Bildung als Wert ansieht und beeinträchtigt die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und die Entwicklung eines partizipatorischen Staatsgefüges. Die Regierung Osttimors erkennt das. In ihrem strategischen Plan heißt es: „Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel zur Verbesserung der Lebenschancen unserer Menschen und ermöglichen ihnen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Unsere Vision ist, dass alle Kinder Osttimors die Schule besuchen und Bildung erhalten, die ihnen das Wissen und die Fähigkeiten vermittelt, ein gesundes, produktives Leben zu führen und aktiv zu unserer nationalen Entwicklung beizutragen.“

Osttimor - kleines Land zwischen Indonesien und Australien

einer besseren Zukunft. Wie sie zu dieser Bildung kommen können, das ist die Herausforderung. Mehr als je zuvor haben die Timoresen die Chance, ein Volk zu sein, ein selbständiges Leben zu führen, als Menschen einer unabhängigen Nation zu leben. Sie wissen, dass es an ihnen liegt, Träume wahr werden zu lassen. Die Bedürfnisse sind überwältigend

Gemäß der Studie der Weltbank von 2007 sind fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung Analphabeten. Der Zugang zur Bildung wird besser, weil Schulen gebaut werden, die Qualität der Lehrer ist jedoch eine Herausforderung. Der ehemalige Minister für Bildung gestand, dass 75% der 12.000 Lehrer des Landes, keine richtige Ausbildung haben. Arbeitsmoral und Qualität des Unterrichts lassen zu wünschen übrig. Eine Werden Eltern in Osttimor gefragt, Umfrage ergab, dass 70% der Kinder was ihre Kinder am meisten brau- am Ende des ersten Grundschuljahres chen, ist die Antwort: Erziehung und nicht fähig sind ein einziges Wort zu lesen. Bis zum Abschluss des dritten Ausbildung. Wie überall auf der Welt, ist für die Jahres waren es noch zwanzig ProKinder die Bildung der Schlüssel zu zent, die nicht lesen konnten. Das bedeutet, dass viele Kinder Schuljahre wiederholen müssen oder die Schule abbrechen. Während die Regierung am Aufbau der Infrastruktur arbeitet, und die Anzahl der Schulgebäude wächst, bleibt die größte Herausforderung, qualifizierte und engagierte Lehrer auf ihren Dienst vorzubereiten. Jesuiten in Osttimor Die Jesuiten sind seit über hundert Jahren in Osttimor tätig. In den letz-

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Osttimor Die Alten haben viel erlebt

suitenregion Osttimor für ein ehrgeiziges Projekt im Bereich Bildung entschieden. Das Projekt wurde gewissenhaft geplant und möchte dem Land und den Ärmsten in der Gesellschaft dienen. Achtzehn Kilometer westlich der Hauptstadt Dili stehen in ländlicher Umgebung acht Hektar Land zur Verfügung. Auf einem Campus werden zwei Erziehungsund Ausbildungsvarianten angeboten. Im August 2012 haben die Bauarbeiten begonnen. Am 15. Jänner 2013 konnte die erste Ausbaustufe eröffnet werden. Das Jesuitengymnasium Colegio de Santo Inácio de Loyola startete den Schulbeginn mit neunundsiebzig Buben und Mädchen im Alter von sieben Jahren, in fünf Klassen. Ein großer Tag für die jungen Jesuiten ten zehn Jahren sind junge Timoresen in die Gesellschaft Jesu eingetreten. Immer haben die Jesuiten am Leben und Leiden der Menschen teilgenommen, bis zum Martyrium. Ein indonesischer Jesuit,Tarcissius Dewanto SJ, starb 1999 bei einem Massaker in Suai, sechs Wochen nach seiner Priesterweihe. Ein paar Tage später wurde P. Karl Albrecht SJ auf dem Grundstück seines Hauses in Dili erschossen, zehn Tage vor seinem fünfzigsten Jubiläum als Jesuit. Wir haben zum ersten Mal junge timoresische Jesuiten, die bereit sind ihrem Land zu dienen. Deshalb sind wir in der Lage, in eine dauerhafte institutionelle Arbeit zu investieren.

Sie veröffentlichten die Bilder des ersten Schultages stolz auf ihren Facebook-Seiten. Savio Freitas SJ, ein Scholastiker, der in Japan Musik studierte, hat mehrere Jahre in der Vor-

Aufmerksame Schülerinnen

Im September 2011 hat sich die Je5


Osttimor der Traum der kleinen Jesuitengemeinschaft, besonders unserer jungen Männer. Viele von ihnen waren Flüchtlinge, während ihr Land für die Unabhängigkeit kämpfte. Seit Jahren reden sie davon, wie sie der Jugend dienen und sie begleiten wollen.

Zwei Mädchen erzählen Noel Oliver SJ vom ersten Schultag

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Mit der Wahl, die Schule in einer ländlichen Gegend zu bauen, haben wir uns für die größere Not entschieden. Die Häuser in der unmittelbaren Umgebung haben überbereitung mitgearbeitet. Er sagte: wiegend Wände aus Palmstämmen. „Endlich ist unser Traum wahr! Wir Die Dächer sind aus Wellblech, die haben es geschafft. Es ist spannend Böden aus Erde. Nur wenige hazu sehen, wie die Kinder in unsere ben fließendes Wasser im Haus. Wir Schule kommen. Alle, die nicht glau- mussten die Schule aus dem Nichts ben konnten, dass wir es schaffen, aufbauen. Das Grundstück war voller Bäume, Gestrüpp und Ziegen. Das müssen uns jetzt glauben!“ Land wurde eingezäunt, ein StromDie Schule ist Teil einer größeren anschluss war nötig und ein BrunBildungseinrichtung. Das Institut nen wurde gegraben. Dadurch hat wird auch eine Lehrerausbildungs- die Schule und die umliegende Geakademie, das Colegio de São João meinde Wasser. Der Bau der Schule de Brito, umfassen, wo ein vierjäh- wurde mit großen Erwartungen von riges Studium für Sekundarschul- der örtlichen Gemeinde verfolgt. Ihr lehrer angeboten wird. Die Vor- soll unser Erziehungsprojekt dienen. bereitungen zur Anerkennung der Zudem werden eine mobile Klinik Lehrerakademie, die ein Jahr spä- und ein Pastoralzentrum zur Verfüter startet, sind in Arbeit. Es ist da- gung stehen. mit zu rechnen, dass es sechs Jahre dauert, bis der Vollbetrieb angelaufen Führungspersönlichkeiten ist. Die Stiftung der Gesellschaft Jesu von Osttimor möchte damit eine Er- Ziel des Sekundarschulmodells Kolziehungseinrichtung in Zusammen- legium São Ignacio de Loyola ist es, arbeit mit der Regierung etablieren kritische, kompetente und fürsorgund ein qualitativ anspruchsvolles liche Führungspersönlichkeiten auszubilden. Wir sind bestrebt, mehr Ausbildungsprogramm anbieten. für den Bildungsbereich in Osttimor zu tun, das Institut wird einen BeiTimor verdient unsere trag dazu leisten. Die Regierung hat Solidarität ihr Möglichstes getan, um die Zahl Die Timoresen bemühen sich, ihren gut ausgebildeter Lehrer zu erhöhen. Traum zu verwirklichen. Es ist auch Wenn wir im Jahr 2014 das Colegio


Osttimor de São João de Brito eröffnen, wird es Studenten aus dem ganzen Land anziehen. Auch wenn wir die Bildungseinrichtungen der Jesuiten Realität werden sehen, erkennen wir die Herausforderungen, die vor uns liegen. Eine davon ist, die finanzielle Unterstützung für den Bau des Instituts zu vervollständigen. Die Preise sind hoch, da der Großteil der Baustoffe importiert werden muss. Wir haben Labor-und EDV-Anlagen zu finanzieren. Und wir sind dabei, eine gute Bibliothek aufzubauen. Stipendien für Studierende möchten wir je nach Bedarf anbieten. Wir brauchen Ihre Hilfe. Bauen wir gemeinsam an der Zukunft Osttimors! Mark Raper SJ Marie Eleonore Liechtenstein

Kollegium São Ignacio – „Höhere Schule“ • Diese Jesuitenschule soll zu einem Ausbildungsmodell für das Land werden. • Kritische, kompetente, verantwortungsvolle Führungskräfte für eine sich wandelnde und globalisierte Welt. Die Schule wird in mehreren Etappen eröffnet. • 2013 wurde mit neunundsiebzig Schülern mit der Ausbildung begonnen. • 2018 wird mit ca. 500 bis 550 Schülern gerechnet. Die Akademie Kollegium São João • zur Ausbildung von hochqualifizierten Lehrern, wird 2014 eröffnet. Die Ausbildung wird vier Jahre dauern und ist für Studenten aus dem ganzen Land. • 2018 werden bei vollem Betrieb 180 bis 200 Studenten ein Studium absolvieren können.

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Bevölkerung unterstützt. Einend war viel später das Referendum. Wie würden Sie die Bevölkerung von Osttimor beschreiben? Die meisten sind Handwerker – Maurer, Tischler, Schneider. Die Zukunft des Landes liegt in der Hand der Jugend. Sie benötigen eine gute Erziehung und Ausbildung. Wie viele Jesuiten leben und arbeiten in Osttimor? Zurzeit leben rund achtzehn Jesuiten hier. Sechs davon aus Timor, die anderen kommen von den Philippinen, Portugal, Vietnam, USA, Indonesien, Australien, Japan und Indien.

Eine Schule bauen Noel Oliver SJ mit Holandio

Noel Oliver SJ stammt aus Indien und arbeitet seit 36 Jahren mit benachteiligten Menschen. Er arbeitete in Pune/Indien, Kambodscha, Afghanistan und Sri Lanka. Seit Herbst 2012 ist er in Osttimor für das Entwicklungsbüro der Jesuitenprovinz zuständig. Was ist Ihr Eindruck von Osttimor? Das Land ist klein und gebirgig. Die Bevölkerung besteht aus unterschiedlichen, ethnischen Gruppen, die verschiedene Sprachen sprechen. Die Straßen sind schlecht. Die Menschen sind daran gewöhnt, große Distanzen zu Fuß zurückzulegen. Eine kleine Zahl von Freiheitskämpfern hat für die Unabhängigkeit des Landes gekämpft. Sie wurden teilweise von der

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Zur Zeit der Besetzung durch Indonesien musste sich die Bevölkerung in eine der anerkannten Religionsgemeinschaften (Islam, Christentum, Buddhismus, Hinduismus) eintragen lassen. 55% bezeichneten sich damals als katholisch. Viele Menschen halten an ihrem traditionellen Glauben und seinen Praktiken fest. Wir müssen in engeren Kontakt mit den Menschen treten. Wie funktionierte der Bau der neuen Schule? Das Baumaterial musste zum Großteil importiert werden, deshalb sind die Baukosten hoch. Die Baufirma, die den Zuschlag zur Errichtung bekam, wurde auch deshalb ausgewählt, weil die Mehrheit ihrer Arbeiter aus Osttimor kommt. Die Facharbeiter kommen aus Indonesien. Wie war das Gefühl, als die erste Ausbauphase am 15. Jänner 2013 abgeschlossen wurde?


Osttimor Seit November sprachen wir in den wöchentlichen Baubesprechungen mit allen Beteiligten immer wieder über diese „deadline“. Am Nachmittag des Vortages trugen wir die Möbel in die Klassenzimmer und bereiteten den größeren Raum für die Eucharistiefeier am Abend vor. Es war eine riesige Erleichterung für uns, als am 15. in der Früh alles auf seinem Platz stand.

sein. Mein Vater wird mich mit seinem Motorrad hierher fahren – jeden Tag!“ (Holandio)

„Mein ältester Sohn hat im Colégio de São João studiert und ist heute – aufgrund der guten Ausbildung durch die Jesuiten – ein Arzt. Ich möchte, dass mein jüngerer Sohn auch so eine qualitativ hochstehende Erziehung bekommt. Ich weiß, dass er zusätzlich zu den erwähnten Vorteilen, von der Disziplin und allen angebotenen Was denken Eltern, Schüler und Aktivitäten profitieren wird. Ich bete Lehrer über das Angebot? „Was ich besonders schätze, ist die darum, dass er so ein guter Arzt wie ganzheitliche Formung, die meine mein Ältester wird!“ Tochter in der Schule erhalten wird. (Amandio Soares, der Vater von HoIch sehe, der ganze Baukomplex ist landio) noch im Ausbaustadium, aber ich bin fest davon überzeugt, dass sich die „Diese Schule möchte die Jugend daLehrer gemeinsam mit den Jesuiten rauf vorbereiten, Menschen zu sein, bestens auf die Erziehung vorbereitet die die Kirche und das Land benötihaben, die sie unseren Kindern ver- gt. Um Menschen auf diese Aufgaben mitteln wollen. Die Schule wird mei- vorzubereiten, müssen wir die beste ne Tochter auf das Leben vorbereiten Erziehung anbieten, die uns möglich und das hat eine doppelte Bedeu- ist!“ tung – für Osttimor und mein Kind. P. Plinio SJ (Mrs. Rita Gusmao und ihre Tochter Thelenizia) Jufrania erzählt „Ich möchte einmal Doktor werden! Ich will eine besondere Schule besuchen, lernen Andere zu respektieren und Jesus kennenlernen. Diese Schule hat – das weiß ich – gute Lehrer, die mit ihren Schülern kommunizieren. Sie verstehen uns und schenken uns ihre Zeit. Sie lehren nicht nur, sondern erklären uns alles.“ (Jufrania)

uns von ihrem Berufstraum

„Ich weiß, dass diese Schule mir dazu verhelfen wird, ein gut erzogener Mensch zu werden! Das ist auch der Grund, warum ich so glücklich bin, in diese Schule eingetreten zu 9


Danke für Ihre Hilfe! Durch Ihre großzügige Hilfsbereitschaft konnten wir im vergangenen Jahr wieder viele Projekte und Projektpartner fördern. Dafür wollen wir Ihnen, im Namen aller, denen unser Einsatz ein Leben in Würde ermöglicht, von Herzen DANKE sagen. Im Jahr 2012 beliefen sich die Einnahmen der Jesuitenmission MENSCHEN FÜR ANDERE 2.142.449,52 Euro. Mehr als 90 % davon kam unseren sozialen Projekten zugute. Der Rest des Geldes wurde für pastorale und administrative Aufgaben verwendet. Die zweckgebundenen Spenden werden von uns, ohne Abzüge von Verwaltungskosten, zu 10 0 % an das vom Spender gewünschte Projekt weitergeleitet. Bei der Verwendung der nicht-gewidmeten Spenden setzen wir selbst Förderschwerpunkte. 38  % unserer Projektfinanzierung fließt nach Asien. Das ergibt sich aus der historischen Verbindung zu Ländern wie China und den Philippinen. 10

Nach Prüfung durch die unabhängigen Wirtschaftsprüfer Halpern & Prinz erhielten wir vom Bundesministerium für Finanzen wieder den Spendenbegünstigungsbescheid gemäß § 4a Abs. 2 Z. 3lit a bis c EStG. Wir können durch unsere geringen Verwaltungskosten und durch die Verwendung der Spenden für mildtätige Zwecke, Entwicklungs-, Ausbildungs- und Katastrophenhilfe optimal helfen und die Spendenabsetzbarkeit garantieren. Das Jahr 2012 war geprägt vom weiteren Ausbau der Zusammenarbeit. Die Jesuitenmissionen Europas haben eine Kooperation - speziell bei Katastropheneinsätzen - vereinbart. Eben-


Rechenschaftsbericht so in Osttimor, der Aids-Hilfe und bei JRS-Projekten. Durch die Bündelung der Kräfte möchten wir noch nachhaltiger helfen. Mit Ruth Zenkert und P. Georg Sporschill SJ können wir für das neue Projekt Concordia Transilvania/ Rumänien tätig sein. Wir bereiten Freiwillige für den Einsatz in den Roma Dörfern vor. Finanzielle Unterstützung leiten wir gemäß dem Spenderwillen an das Projekt weiter. Mit Biomin und Erber AG konnten wir einige landwirtschaftliche Projekte unterstützen. Es ist beeindruckend, wie die österreichische Firma ihren weltweiten Erfolg für nach-

haltige Entwicklungshilfeprojekte fruchtbar werden lässt. Mit der Hilfe von großzügigen Spendern bauen wir eine technische Schule in Guatemala und unterstützen arme Studenten auf den Philippinen. Geleitet ist die Förderung von der Idee, den Grundstein zu legen. Die weitere Entwicklung muss die engagierte und ausgebildete Jugend selbst in die Hand nehmen. Für jede Unterstützung und Ihre Treue, die unseren globalen Einsatz ermöglicht, bedanken wir uns auf diesem Wege herzlich. Ihre Hilfe kommt an! Hans Tschiggerl SJ

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Alles hat seine Stunde. F체r jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Geb채ren und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen Kohelet 3, 1-2


Same der Hoffnung Im Juni 2011 beging die Welt einen tragischen Jahrestag. 30 Jahre seit dem ersten diagnostizierten Fall von dem, was später als AIDS bekannt wurde. Nur drei Jahrzehnte in der langen Menschheitsgeschichte, aber umso signifikanter. Die Betroffenen wurden wie Aussätzige behandelt und starben allein gelassen einen qualvollen, einsamen Tod. Nirgends anders litt der Kontinent mehr als in dem Teil unterhalb der Sahara. Dort „florierte“ AIDS in einer unheiligen Allianz mit strukturellen Ungerechtigkeiten wie Armut, Hunger, Krieg, Korruption und Geschlechterungleichheit – um nur einige zu nennen. Hier ein Beispiel, das Hoffnung macht. Die 53-jährige Elizabeth Shankwaya lebt mit ihren sechs Kindern in Chikuni, eine Provinz im Süden von Sambia. Ihr Mann starb. Elizabeth ist HIV positiv. Nicht nur deshalb hat sie ein schweres Leben. Sie schafft es aber, ihre Kinder alleine durchzubringen. Sie hat einen kleinen Garten angelegt und durch den Verkauf von Gemüse ein Einkommen. HBC - home-based care Einundzwanzig Dörfer im Umkreis von fünfzig Kilometer nehmen an diesem Programm teil. Die 25.000 14

Einwohner sind Kleinbauern, die sich abmühen, aus dem Ertrag Mahlzeiten für ihre Familien zu erwirtschaften. Das Leben einer alleinerziehenden Mutter ist besonders schwierig. Das Serviceprogramm von HBC bietet Menschen mit HIV/AIDS eine Gesundheitsversorgung, Erziehung und psychologische Unterstützung an. Sobald sich die Betroffenen gestärkt fühlen, beginnt das Trainingsprogramm zur Förderung und zur Ausbildung von Fertigkeiten, die helfen, die Basis für ein eigenes Einkommen zu schaffen. Jene, die Arbeitserfah-


AFRIKA rung gesammelt haben, werden ermutigt, sich selbständig zu machen. Elizabeth erzählt „Zu Beginn bekam ich Gemüsesamen. Jetzt ist mein Gemüse erntereif und ich werde einen Teil davon auf dem Markt und den anderen Teil dem Chikuni Missionsspital verkaufen. Den Erlös werde ich zur Deckung des Lebensbedarfs verwenden und die Schulgebühren für meine Kinder bezahlen. Die Kinder helfen mir bei der Gartenarbeit und ich gebe weiter, was ich im Trainingsprogramm gelernt habe. Ich hoffe, dass sie ihrerseits das Erlernte einmal weitergeben werden.“ Sauberes Wasser zur Bewässerung des Gartens, geeignetes, nicht zu teures Werkzeug zur Bestellung des Bodens und einen angemessenen Preis für das Gemüse zu erlangen – das sind für Elizabeth die großen Herausforderungen.

den Betroffenen eine gesunde Ernährung und verhelfen ihnen zu einem Einkommen. In der Stadt Der Mangel an fruchtbarem Land motivierte AJAN Gartenbauprojekte in städtischen Gebieten zu starten. In Kangemi, einem Slum am Stadtrand von Nairobi, organisiert die Jesuiten Pfarrei ‘St. Josef der Arbeiter‘ ein Programm für bedürftige Kinder – meist AIDS Waisen. Hier erhalten die Kinder Unterricht und eine tägliche Mahlzeit. Das Gemüse wird von den Lehrern auf kleinen Flächen vor den Hütten unter Plastikfolien angebaut. Viele kleine Schritte

Das Beispiel von Elizabeth und ihren Kindern steht für viele Menschen, die es trotz Krankheit durch Förderung und Begleitung schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen. „Ich will meinen Gartenbau mit nachhaltigen landwirtschaftlichen Methoden AIDS Netzwerk der Jesuiten betreiben. Das ist billiger und besser. Ich interessiere mich für AusbilAJAN wurde 2002 von den Jesuiten dungskurse bei HBC, vor allem über gegründet. Der Sitz in Nairobi bietet den Anbau. Mit meinem Einkommen den Jesuiten Unterstützung in ver- will ich für meine Kinder die Schuschiedenen Bereichen wie Pfarren, le bezahlen und eine gesunde ErnähSchulen, Universitäten und Jugend- rung für uns ermöglichen.“ zentren. P. Paterné Mombé SJ ist der Koordinator des afrikanischen Aids Viele kleine Schritte, Geduld, Vertrauen und Zuwendung sind nötig, Netzwerkes (AJAN). um ein Ziel zu erreichen - Familien Ziel ist, Bewusstsein bei Einzelper- in Afrika auf einem Weg in Würde sonen, Familien und in der Gesell- heraus aus Armut und Isolation - in schaft zu schaffen, und Infizierten zu die Selbständigkeit zu begleiten. ermöglichen, für sich und ihre Kinder zu sorgen. Landwirtschaftliche Marie Eleonore Liechtenstein Projekte und Initiativen ermöglichen 15


burundi

Frauen bringen Veränderung Frauen sind die treibenden Kräfte

Nach dem Ende des Bürgerkrieges in Burundi sind seit 2005 Tausende aus den Flüchtlingslagern in Tansania zurückgekehrt. Priorität des Jesuitenflüchtlingsdienstes JRS war Sicherung der Grundversorgung, Unterkunft und Lebensmittel. Nach der erfolgreichen Einführung des Ziegenprojektes zur Nahrungssicherung, kann Langfristiges angegangen werden. Mit der Gründung der Landwirtschaftsschule für Frauen wird die Gesellschaft verändert und die Entwicklung gesichert.

mehr bewirkt als bloße Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung. Die Frauen werden zu Protagonisten in „Frauen haben die tragende Rolle in ihren Gemeinschaften, übernehmen der Familie.Wenn wir wirkliche sozi- Führung und Verantwortung, vernetale Fortschritte fördern wollen, müs- zen sich untereinander und helfen, sen wir uns auf sie konzentrieren. Konflikte friedlich zu lösen. Wenn Frauen lesen und schreiben können und lernen, effektive Land- „Wir Frauen arbeiten immer auf wirtschaft zu betreiben, werden sie den Feldern. Wir sind es, die das Esihren Kindern eine Ausbildung bie- sen für unsere Familien auf den Tisch ten und ihre Familie besser versorgen. bringen. In der Landwirtschaftschule Mit der Nahrungssicherheit sinken ist mir klar geworden, dass wir eine Kriminalität und Spannungen zwi- wichtige Rolle in unseren Famischen Nachbarn. Die Gemeinschaft lien, aber auch in unserer Gemeinprofitiert davon“, sagt der Projekt- schaft haben. Jetzt, wo ich lesen und schreiben kann, kann ich lokale leiter Herman Nakintije. Beraterin werden und meinen Teil zur Lösung von NachbarschaftskonNahrung und noch viel mehr flikte beitragen. Wir Frauen haben In der Landwirtschaftsschule können die Kompetenz eine Gemeinschaft ca. 150 Frauen und Mädchen in sechs- der Solidarität und des Friedens aufmonatigen Kursen ihre Kenntnisse in zubauen“. Tierhaltung, Ackerbau, Hygiene, Le- Cyrilla, eine 18-jährige Absolventin sen und Schreiben sowie sozialen An- des Programms gelegenheiten erweitern. Damit wird Katrin Morales 16


indien

Eine Schule für Bana Bana liegt in Arunachal Pradesh, im Nordosten von Indien. Rund um Bana gibt es sieben Dörfer ohne Strom und Telefon. Das einzige „Kommunikationsmittel“ ist ein öffentlicher Bus, der einmal am Tag durch das Dorf kommt. Wir haben uns für diesen Ort entschieden, weil wir damit zehn Gemeinden, mit insgesamt 2.653 Menschen erreichen können. Die Koro Akhas sind ein kleiner Stamm. Sie teilen kulturelle Merkmale mit ihren Nachbarn den Hrusso Akhas aus der Gegend, die Dialekte sind verschieden. Erst in der Schule lernen viele Kinder Englisch und Hindi als gemeinsame Sprache. Ihre Hilfe Das Interesse an Bildung und Erziehung ist enorm.Wir haben genug Schüler um acht Klassen zu füllen. Die bestehenden Gebäude sind zu klein. Die Temperaturen von 35 Grad im Sommer machen es unmöglich, die Kinder in den kleinen Hütten sechs Stunden lang zu unterrichten. Der Lehmboden ist staubig. Das neue Gebäude wird den Kindern am Abend zum Lernen dienen und für die Frauen des Dorfes in Gesundheitsfragen, Programmen zur Bewusstseinsbildung, Schulungen im Umgang mit Geld und Selbsthilfegruppen zur Verfügung stehen. Es kann während der Ferien zusätzlich für Jugendprogramme und Gemeindeversammlungen genutzt werden. Der eigene Beitrag Die Leute haben zehn Hektar Land zur Verfügung gestellt und drei Räumlichkeiten geschaffen und sie schicken ihre

Kinder. Da die Schule mit guten und qualifizierten Lehrern aus unserer eigenen Die Kinder pädagogischen Hochschule geführt freuen sich wird, wollen die Eltern der benach- besonders barten Dörfer nicht nur ihre Kinder auf unsere Schule schicken, sondern einen eigenen Schulbetrieb aufbauen. Wir verlangen eine - ihren Verhältnissen angemessene - Studiengebühr von etwa 2,20 Euro pro Monat, was einem Tageslohn der Eltern entspricht. Ordensschwestern helfen in den Bereichen Bildung und medizinische Versorgung. Die Menschen leiden an Malaria, Tuberkulose und Gelbsucht. Deshalb wollen wir medizinische Einrichtungen auf dem Schulgelände errichten. Bildung statt Armut Früher beschwichtigten die Menschen ihre Geister mit der Opferung von Hühnern, Ziegen und Schweinen. Angst beherrschte lange ihr Leben. Mit dem Aufkommen des Christentums und der Bildung änderte sich einiges. Dank Unterstützung konnten wir in Bana eine Kirche und in zwei Dörfern Kapellen bauen. Durch Veränderungen im Land, den Kontakten und die Modernisierung sind die Koro Akhas auf der Suche nach Identität. Wir haben festgestellt, dass Bildung das beste Mittel ist, um zu helfen. Hektor D‘Souza SJ 17


Kolumbien Lehrer und Schüler

Eine Zukunft in Frieden Seminare zur Gewaltprävention

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Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten begleitet Kinder und Jugendliche in Kolumbien in ihrem Bemühen zur Beendigung der gewalttätigen Konflikte und zum Aufbau einer tragfähigen Zukunft.

Das Projekt in Animas Altas wurde auf Initiative der Lehrer gestartet. Angesichts der Präsenz bewaffneter Gruppen, dem illegalen Bergbau, der sexuellen Ausbeutung, der Kinderarbeit, des Schulabbruchs und der familiären Gewalt, wollten die Lehrer den Schülern Möglichkeiten und Alternativen für ihre Zukunft aufzeigen. Ein Dorf erneuert sich

Seit drei Jahren unterstützt die Jesuitenmission gemeinsam mit BIOMIN die Friedensarbeit des Flüchtlingsdienstes in Barrancabermeja und Animas Altas. Drogen, Gewalt, Prostitution, das schnelle Geld, sind die Herausforderungen in den Barrios. Durch Kreativkurse, psychologische Begleitung, GemeinIm eigenen Land auf der Flucht schaftsbildungsprozesse und Starthilfe beim Wiedereintritt in die Schule, Rund drei Millionen Kinder leiden werden den Jugendlichen Wege aufdirekt oder indirekt unter dem gewalt- gezeigt ihr Leben in die Hand zu tätigen Konflikt im Land. Menschen nehmen. So wurde die Schule von wurden durch die Kämpfe und Aus- Animas Altas zum Treffpunkt für das einandersetzungen (geschätzte 5 Mio. ganze Dorf. Betroffene) gezwungen – mehrmals - innerhalb des Landes zu flüchten, Die Entwicklung der Dorfgemeinum den Konflikten zu entgehen. Der schaft wird unterstützt. Es gibt ein Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) Komitee für die Entwicklung, Konhat es sich zur Aufgabe gemacht, die struktion und Verbesserung der InBetroffenen dieser Zwangsumsied- frastruktur. Im Herbst wurde von Lehrern - zusammen mit lungen zu begleiten, zu unterstützen den und sich für ihre Rechte einzusetzen. dem Elternverein - ein überdachter Kinder und Jugendliche sind, ohne Sportplatz eröffnet und die erreichpositive Zukunftsaussichten und um- ten Arbeitsziele der vergangenen drei geben von Gewalt, gefährdet, als Sol- Jahre ausgewertet. daten rekrutiert zu werden, Drogen zu konsumieren und selbst gewaltJohn Montoya SJ tätig zu werden.


vietnam

012

Quoi Thanh, am 5.12.2

Ein Dankbrief Do Thanh Son ist einer der Menschen, die im Mekong Delta in Vietnam leben und eine Wasserfilteranlage erhalten hat. Das Projekt wurde durch die österreichische Jesuitenmission, MENSCHEN FÜR ANDERE, BIOMIN und vielen Freunden gefördert und unterstützt. Dadurch wurden 582 Wassercontainer von 1 m3 bis 2 m3 pro Container errichtet. Für die Errichtung sorgten die Caritas der Diözese Vinh Long, neun Diözesanpriester und zwanzig Volontäre. Für die Übersetzung des Dankschreibens aus dem Vietnamesischen sorgte P. Francis Xavier Liem.

und Freunde! Liebe Wohltäter

en bekommen r Wassercontainer von Ihn fe DankbarIm Namen aller, die wi tie diesem Schreiben unsere haben, möchten wir mit keit ausdrücken. genen Gebieten. r arm und leben in abgele ng zu Wie Sie wissen, sind wi gu sauberes Wasser zur Verfü ntainer Die Möglichkeit, täglich Co ne kei Anliegen. Da wir haben, war uns ein großes Wasser direkt aus den kleinen das hatten, verwendeten wir entspringen. ss Flu Kanälen, die dem ndeten jeder schwierige Lage und spe Sie wussten um unsere ng.Wir sind gu ini Re r asserbehälter zu W ßen gro en ein lie mi Fa nnen wir die . Durch die Filterung kö jetzt überglücklich und bewegt ben assers entfernen.Wir ha Das war Verunreinigungen des W rf. da Be er für den täglichen mit rde tatsächlich sauberes Wass wu um Tra r Armen hier. De die für um Tra ger lan ein hr. Ihrer Unterstützung wa uns geliebt olfen wurde.Wir fühlen geh s un e wi bar nk da d Wir sin n auf uns achten. n, dass andere Mensche sse wi d un rt tie pek res d un äte der Thanh iester und Pfarrgemeinder tzt.Wir Wir werden durch die Pr stü ter Kirche begleitet und un Trieu und Quoi Thanh en, dass wir sie assercontainer so benütz W die r wi ss da en, ech verspr dheit nützen. nnen und unserer Gesun kö en nd we ver it Ze ge lan und Glück. d Ihren Familien Frieden Wir wünschen Ihnen un Tätigkeit fruchtbar für die vielen iale Möge vor allem Ihre soz elt sein. rftigen auf der ganzen W edü Armen und Schutzb Ihr

Do ThanhalleSEmopfännger Stellvertretend für

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jesuit volunteers

Ursula in Haiti Seit August 2012 ist die Pastoralassistentin und Religionslehrerin Ursula Schöggl als Jesuit Volunteer in Haiti. Im Nordosten des Landes, in der Grenzstadt Ouanaminthe, ist sie in der Schule, dem Kindergarten und im Altersheim tätig. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen. Ankommen In der ersten Woche hatte ich Gelegenheit, in Port-au-Prince Großstadtluft zu schnuppern. Ich hab noch nie so viele Menschen am Gehsteig und Straßenrand gesehen. Am Markt ist das Gedränge besonders groß. Dazwischen fahren alle möglichen Fahrzeuge kreuz und quer. Wer stärker ist oder sich besser vordrängen kann, hat Vorrang. Men-

schen und Hunde springen zur Seite, den größeren Schlaglöchern wird so gut als möglich ausgewichen. Die Hupe ist, glaub ich, das Wichtigste beim Autofahren, gleich gefolgt vom Handy, das ununterbrochen im Gebrauch ist. Haiti ist ein Land mit großen Gegensätzen. Neben Geschäften mit riesigen Flachbildfernsehern und modernster Computerausrüstung leben und arbeiten Menschen wie vor 150 Jahren. Wenn ich am Abend unter mein Moskitonetz schlüpfe, das wie ein Baldachin über meinem großen Bett hängt, fühle ich mich wie eine Prinzessin und Vermutlich lebe ich wirklich wie eine Prinzessin. In Haiti gibt es zwei Klassen - die einen fahren mit dem Auto oder mit dem Motorrad,

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jesuit volunteers die anderen gehen stundenlang zu Fuß. Die einen schaffen an, die anderen gehorchen. Sie machen es trotzdem niemandem recht und hoffen (manchmal umsonst), für ihre schwere Arbeit genügend Geld zu bekommen, um zumindest für ihre Kinder und sich selber am Abend ein bisschen Reis kaufen zu können. Vor allem Mit-Leben In den letzten Wochen war es herausfordernd für mich, eine passende Arbeit zu finden. Ich lebe mit, sammle Eindrücke und Fotos, versuche die Menschen verstehen zu lernen. Vor allem die Kinder freuen sich darüber, dass ich da bin und sie mag. Und wenn ich ein paar Stunden am Bett eines Kranken sitze, oder zu einem Begräbnis gehe, wird das als etwas sehr Wertvolles empfunden, obwohl ich gar nicht viel dabei rede oder tue. Wenn ich die Augen offen halte, ergeben sich jede Woche neue Möglichkeiten, irgendwo mitzuhelfen. Beim Lesen, Rechnen, Schreiben, Sticken, Bleistift spitzen, Essen austeilen und Spielen in der Pause oder am Abend im Hof. Beim Namenslisten schreiben, beim Blasen von aufgeschlagenen Knien und Streit schlichten, beim Gottesdienst vorbereiten, bei einer Religionsstunde im Kindergarten, beim Abwaschen und beim Bohnen und Reis aussortieren,...

haben keine Kinder, die sich um sie kümmern können oder wollen. Anders als bei uns, leiden diese Menschen weniger unter Einsamkeit, weil sie den Tag miteinander verbringen, sich gegenseitig helfen, teilweise noch mitarbeiten (Wäsche waschen, zusammenkehren, Körbe flechten…) miteinander beten und in Schlafsälen beisammen schlafen. Sie sind nicht verwirrt und mit der Hundertzehnjährigen kann ich mich gut unterhalten. Allerdings ist die materielle Not in diesem Haus groß. Vieles, was mir am Anfang besonders schön, komisch, schrecklich oder unverständlich vorgekommen ist, ist mittlerweile ganz normal geworden und fällt mir nicht mehr auf. Manches beginne ich zu verstehen, manche Verhaltensweisen beginne ich sogar schon zu übernehmen. Ursula Schöggl

Ursula ist in der Schule, dem Kindergarten und im Altersheim tätig

Auf den Samstag freu ich mich immer ganz besonders. Da helfe ich ein paar Stunden im Altenheim (“Haus des Barmherzigen Samariters”) mit. Hier leben derzeit einunddreißig Männer und Frauen zwischen fünfzig und einhundertzehn Jahren. Sie 21


In Kürze Danke für Ihre Hilfe in Syrien Dank Ihrer Hilfe konnten wir Menschen ins Syrien mit 35.000 Euro helfen. Damit hat das JRS Team die Flüchtlinge für den Winter und die sinkenden Temperaturen ausgerüstet. “Wir kaufen was wir bekommen. Es ist schwer geworden und deckt nie alle Bedürfnisse”, erzählt der JRS Assistant Direktor in Damaskus. Bisher konnte der JRS Flüchtlingsdienst dreitausend Menschen in Damaskus mit Matratzen und Decken versorgen. Die Zahl derer, die Hilfe benötigen, steigt kontinuierlich an. Immer mehr vertriebene Familien suchen Zuflucht in der Hauptstadt. In Mashta Il-Hulou, einem Gebiet in der Nähe von Homs, leben geflüchtete Familien aus den Dörfern der Umgebung. JRS versorgte bisher fünfhundert Familien in der Gegend mit Decken, tragbaren Heizungen und Nahrungsmitteln. Bei Wintereinbruch war die Verteilung von Schuhen und Winterkleidung möglich. “Wir unterstützen die lokalen Märkte so gut wir können, kaufen möglichst alles in den Geschäften vor Ort. Die meisten Fabriken wurden aber zerstört. Irgendwie haben wir es geschafft, für die Schulkinder, die in unseren Notunterkünften leben, Schultaschen zu besorgen“, erzählt Abu Ahmed vom JRS in Aleppo.

450 Jahre Österreichische Jesuiten Gefährten Jesu für die Menschen - unter diesem Motto steht die Jubiläumsfeier vom 7.- 9. Juni 2013 in Wien. P. General Adolfo Nicolás SJ wird zum Fest der Begegnung kommen.

P. General Adolfo Nicolás SJ

Am 8. Juni 2013, laden wir zu Workshops mit Jesuiten und ihren Werken ins Kardinal König Haus in Wien-Lainz ein. Die Jesuitenmission wird den ganzen Tag im „Welt Café“, mit Gästen aus China und Freiwilligen in Simbabwe, Haiti, Kenia und Indien, zum Gespräch zur Verfügung stehen. Johannes Chen Bin Shan wird über die aktuelle Situation der Kirche in China berichten. Und wir werden mit engagierten Freunden und Freundinnen der Jesuitenmission der Frage nachgehen: Wo werde ich gebraucht? Möglichkeiten und Chancen zum Engagement im Alltag entdecken. P. Markus Inama SJ wird mit Interessierten „Orte der Not in Wien“ besuchen. Ein genaues Programm wird rechtzeitig vorgelegt. Am 9. Juni feiern wir mit P. General Adolfo Nicolás SJ den Festgottesdienst um 10:15 Uhr im Stephansdom. Sie sind herzlich eingeladen!

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UNSERE BITTE: Miteinander eine Schule bauen Liebe Leserin, lieber Leser! Das Anliegen der Menschen in Osttimor, eine gerechte Gesellschaft aufzubauen, ist im Land überall spürbar. Ich konnte die Begeisterung und den Idealismus besonders bei den Jugendlichen beobachten. Sie haben den nötigen Ehrgeiz, durch Schulbildung das Rüstzeug für ein selbstverantwortetes Leben zu erwerben. Dafür sind gute Lehrer und gute Schulen unabdingbar. Wir sind mit dabei, wenn jetzt in der Nähe der Hauptstadt die Schule für die Hoffnungsträger des Landes gebaut wird. Helfen Sie mit! Bauen wir gemeinsam am Kollegium São Ignacio und an der Akademie São João zur Ausbildung von qualifizierten Lehrern. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe! Ihre Spende ist gemäß § 4a Z. 3 und 4 EstG absetzbar! ZVR-Zahl 530615772 / SO 1345 Spendenkonto: PSK 7086 326 / BLZ: 60000 MENSCHEN FÜR ANDERE Projektname: Osttimor - Schule

Hans Tschiggerl SJ Missionsprokurator

Der Plan des „Kollegium São Ignacio“ und der „Akademie São João“ zur Ausbildung von qualifizierten Lehrern

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Mein Beitrag für eine lebenswerte Zukunft

JESUITENMISSION MENSCHEN FÜR ANDERE Dr. Ignaz Seipel Platz 1 A-1010 Wien Tel.: +43 01 5125232 - 56 office@jesuitenmission.at www.jesuitenmission.at Spendenkonto PSK 7086 326 BLZ: 60000 BIC: OPSKATWW IBAN: AT52 6000 0000 0708 6326 MENSCHEN FÜR ANDERE

Die Jesuitenmission ist Ihr Netzwerk • für Informationen über Schicksal und Anliegen der Armen • für Austausch, Begegnung und Freiwilligeneinsätze weltweit • für die Weitergabe von Spenden an unsere Hilfsprojekte


Heft 1, 2013