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Lernprozessmanagement Management ist stets aktuelle Entscheidung für praktische Problemlösung, der Manager ist immer auf der Suche nach Problemen, für die es noch keine Lösung gibt. Management ist Unterscheidungsminimierung, z.B. von Vergangenheit und Zukunft, Erlös und Kosten, Ist und Soll. Das Management treibt eine Organisation zum Lernen, hält sie lernbereit und macht sie lernfähig; Management steht zwischen System und Umfeld, muss zwischen Wissen und Lernen unterscheiden und ``stört`` den Ablauf der Dinge, indem nach ihren Sinn gefragt wird. Markt, Wettbewerb, Organisation und Management sind spontane Lernprozesse höherer Ordnung und verlaufen graduell durch Adaption, Modifikation, Reflexion und Kognition. Dort wo ``Wissen`` starr bewahrt wird, dort wird spontanes ``Lernen`` verhindert; doch auf diese Weise panzern sich System und Organisation gegen den Änderungsdruck der Umwelt ab; jedoch auch bei zunehmender Komplexität und damit steigendem Irritationspotential kann mit bekannten Regelmäßigkeiten gerechnet werden. Wo Komplexität entsteht, da tritt Selektionsdruck auf und dies fordert Kontingenz, also ein steigendes Risiko. Wissen sichert die Selektion bestimmter Verhaltensweisen, es gibt dem Handeln Struktur und bietet Sicherheit; Erwartungen können jedoch enttäuscht werden und die Frage ist dann immer: Was können wir tun? Wissen ist an der Selektion von Verhaltensweisen beteiligt, Lernen an deren Änderung. ``Scheint´s Wahnsinn auch - hat`s doch System``, diese von William Shakespeare seinem ``Hamlet`` in den Mund gelegte Sentenz, erklärte dem Prinzen von Dänemark zum modernen Menschen, der im reformatorischen Wittenberg gelernt hatte, ``quer`` zu denken; er konnte so den Menschen als Konstrukteur seiner Konstruktionen von Wirklichkeit beobachten und in die Verantwortung rufen, in die Verantwortung des Konstrukteurs; Realität ist also das Konstruktionsprinzip eines Systems. Das Lernprozessmanagement ist eine Wahrnehmungs-, Beobachtungs- und Mess-Methode für die Unterscheidung von Wissen und Lernen, für die Entscheidung über Wissen oder Lernen. Die Logik von Lernprozessen basiert auf der sozialen Durchsetzung neuer Kombinationen, der sogenannten ``Findigkeit`` oder unternehmerischen Intelligenz, wobei wirtschaftlich die Preise die Kosten bestimmen; d.h. systemische Störungen im volkswirtschaftlichen Kreislauf der Geld-und Gütermenge sind zugleich immer auch soziale Schwierigkeiten. Um den langfristigen Erfolg und das Überleben einer Organisation in der modernen Marktgesellschaft zu sichern, muss die Management-Strategie auf evolutionäre Steigerung des kognitiven Reflexionsvermögens ausgerichtet werden, um die notwendigen Anpassungsleistungen und Erneuerungen zu erbringen. Dies geht nur mit einer lernfähigen Organisation ohne behindernde Strukturen, d.h. eine erhöhte Sensibilität nach außen, in das organisatorische Umfeld und in die organisationsinnere Führungs-und Kooperationskultur, wobei ``leadership(`` gleichzeitig ``learnership`` ist. Der Kern der Klienten-bzw. Kundenorientierung ist die Einstellung auf die Bedürfnisse des Anderen, Mitarbeit ist immer Fremdakzeptanz und hier liegen die internen sowie externen Erfolgspotentiale, d.h. Management-Verhalten hat nachhaltige Vorbildfunktion, nur so können sich Produkte, Leistungen und Bedürfnisse als Lernprozess aufeinander zubewegen; mit dem Prozesslernen wird die höchste organisatorische Lernstufe erreicht, es geht um das Lernen des Lernens selbst und dies im Sinne einer ständigen Verlaufsbesserung.

Stephen I. Ternyik, social scientist (economist/educator) StephenJehucal@web.de www.jesherjehucal.beepworld.de



Lernprozessmanagement