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business Das regionale Magazin für Unternehmer & Führungskräfte


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rinnern Sie sich noch an Jupp Schmitz, den humorvollen deutschen Unterhaltungskünstler und Schlagersänger? Nun, dass er aus Köln stammte, sei ihm an dieser Stelle von einer waschechten Düsseldorferin verziehen. Schließlich ist seine legendäre Erkenntnis „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so

Nostalgie

Ist der Euro noch zu retten? Und ist dies langfristig überhaupt wünschenswert? Was halten Sie von folgendem Traum: Wir bekommen unsere D-Mark wieder! viel Pinkepinke, wer hat so viel Geld?“ heute vielleicht noch wahrer, als 1949. In dieser frühen Nachkriegszeit, noch vor dem deutschen Wirtschaftswunder, ersann er das Lied, das die Sorgen und Ängste der Deutschen beschrieb. Ein Jahr zuvor war die Deutsche Mark im Zuge der Währungsreform zum neuen gesetzlichen Zahlungsmittel eingeführt worden – und es ging bergauf mit der Wirtschaft. Nicht wenige Menschen, ich eingeschlossen, können sich des Gedankens nicht erwehren, dass es seit Einführung des Euro dagegen stetig bergab geht. Erlauben Sie mir, an dieser Stelle ein wenig zu träumen? Das muss doch auch einmal erlaubt sein, nicht wahr? Warum können wir eigentlich unsere gute alte D-Mark nicht mehr zurück bekommen? Wenn wir ehrlich sind, rechnen doch die meisten von uns nach wie vor die Preise innerlich von Euro in D-Mark um. Nur, um immer wieder entsetzt zu erkennen, wie teuer alles seither geworden ist. Andererseits hat die alt bekannte Redensart „Qualität hat ihren Preis“ natürlich nach wie vor

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ebenso seine Richtigkeit. Der Trend: „Wir sparen uns zu Tode – koste es, was es wolle“, funktioniert auf Dauer eben auch nicht. Daher ging die Werbebotschaft einer nicht nur in unserer Region bekannten und bedeutenden Elektrohandelskette schließlich doch nicht auf. Herbe Umsatzrückgänge waren in den vergangenen Monaten zu verzeichnen, die immer drastischeren Preissenkungen spielten dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Es verwunderte wenig, dass die Düsseldorfer Mutter irgendwann dann doch sauer auf die Aktivitäten ihrer Tochter reagierte. Doch wie soll es nun weitergehen? Der Euro hat uns zu Geiz-ist-Geil-Schnäppchen-Jägern gemacht und doch geht es der Bundesrepublik verhältnismäßig gut. Im Gegensatz zu immer mehr Euro-Ländern. Wer wird als nächstes einen Rettungsschirm benötigen – und werden diese Maßnahmen überhaupt noch nötig sein? Wie geht es mit Griechenland und Italien weiter? Wo läuft das Ganze hin? Und müssen wir unbedingt hinterher? Die Warheit ist: Ja, natürlich. Alles andere wäre unverantwortlich und unsolidarisch. Dennoch gibt es Vorsichtsmaßnahmen, die wir ergreifen können. Unter anderem die Absicherung Gabriele Jaster von Währungsrisiken. Herausgeberin business4 Tipps dazu haben wir in dieser Ausgabe von business4 für Sie zusammengestellt . Zudem haben wir einen Fachmann um eine Strategie zu „Wegen aus der Finanzkrise“ gebeten. Möge sie in Erfüllung gehen. Das wünsche ich uns allen…

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SCHWERPUNKT

VISION

IM PROFIL

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AUFTAKT

STREITFRAGE

AUF EIN WORT ...........................3 Editorial von Gabriele Jaster, Verlegerin von business4.

SOCAL MEDIA ..........................20 Sind Facebook, XING, Twitter und Co. für Unternehmen wirklich sinnvoll – oder doch überschätzt?

NEWS ........................................6 Aktuelle Wirtschafts-Meldungen aus der Region.

VISION BÜRGERMEISTER .....................14 Peter Jung, Wuppertals Erster Mann, muss sich mit einem gewaltigen Schuldenberg auseinandersetzen.

IM PROFIL TAW .........................................16 Menschen aus- und weiterzubilden – dieses Ziel hat sich die Technische Akademie Wuppertal auf die Fahnen geschrieben.

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SCHWERPUNKT WOZU VISIONEN DIENEN ..........22 Was macht ein Unternehmen attraktiver als das andere? ÜBERSICHT FORTBILDUNG ......26 Eine Expertin verrät, auf welche Faktoren man achten sollte. FORTBILDUNG IM VERTRIEB ....28 Der Kunde ist genervt, der Verkäufer soll trotzdem überzeugen. BELASTUNGEN BEWÄLTIGEN...30 Tipps für Führungskräfte.

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CHEFETAGE

AUSZEIT

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CHEFETAGE

PRAXIS

VERSORGUNGS-SYSTEM ..........32

MOBILE LÖSUNGEN..................52 Das neue iPhone 4S und iOS5.

Logistik bedeutet Planung und Steuerung. RISIKOMANAGEMENT ..............36 Unternehmen können sich vor Fehlern beim Warentransport schützen. KNOTENPUNKT LOGISTIK ........37 Das Netzwerk für Logistiker bietet innovative Lösungen.

AUSZEIT LEBEN & STIL ..........................38 Die Kunst der schönen Dinge. KUNST & KULTUR ....................45 Kulturelle Highlights der Region. REISETIPP MIAMI.....................48 Kunstinteressierte finden unter Floridas Sonne ein breites Museen-, Atelier- und Galerieangebot.

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ES LÄUFT RUND .......................54 Neues von der Internationalen Automobil Ausstellung. OLDTIMER ALS WERTANLAGE ..58 Taugt das Blech-Schätzchen als Alternative zum Aktiendepot? MEHR ALS NUR STRESS ...........62 Unter Burn-out leiden nicht nur betroffene Arbeitnehmer, sondern auch deren Arbeitgeber. WEGE AUS DER KRISE ..............66 Welche Faktoren begünstigen Burn-out? Und wie kann man sich schützen?

GESCHÜTZTE IDEEN.................68 Wie geht man bei der PatentAnmeldung korrekt vor? RISIKEN ABSICHERN ...............73 Es gibt Handlungsbedarf bei der Absicherung von Währungsrisiken – gerade für Mittelständler. RATINGKRIEG ........................77 Die mächtigen Agenturen teilen weltweit 95 Prozent des Marktes unter sich auf.

KOLUMNE SENSIBLE GEMENGELAGE........81 Der Finanzsektor wird wieder zur Belastung der Weltwirtschaft.

STANDARDS INHALT ......................................3 VORSCHAU | IMPRESSUM .........82

Titelbild: Technische Akademie Wuppertal | Fotos: Fotolia; Stadt Wuppertal; TAW; Gabi Eder/Pixelio; LOG4MG; Fennel/Text-o-Pix

CHEFETAGE

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Aktuelles Zero Emission GmbH in Wuppertal gegründet

Die Leiterin des „Zero Emission Park“-Projekts, eines länderübergreifenden Modells zur Entwicklung von nachhaltigen Industrie- und Gewerbeflächen, ist im Bergischen Land fündig geworden. ie nachhaltige Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten ist das Leitthema der Zero Emission GmbH. Zum 1. September 2011 haben die Berater unter der Leitung von Veronika Wolf ihre Räume im Wuppertaler Technologiezentrum W-tec bezogen. Auf Basis der wissenschaftlichen Arbeit gründete die Umweltexpertin nun gemeinsam mit ihren vier Söhnen die Zero Emission GmbH zur Umsetzung des Konzepts. Hierbei stellt sie nicht den einzelnen Betrieb in den Vordergrund, sondern betrachtet analytisch gesamte Industrie- oder Gewerbegebiete. „Auf Basis von Potentialanalysen entwickeln wir integrierte Maßnahmen-Konzepte für unsere Auftrag-

geber, die zur erheblichen Einsparung von Energie und Ressourcen und damit zur CO2- Einsparung führen“, erläutert sie.

Energie-Effizienz Die Wuppertaler Berater optimieren beispielsweise die Energieversorgung, prüfen den Gebäudezustand, alle Stoffströme, die Infrastruktur, das Wasser- und Abfallmanagement, das Verkehrsaufkommen und viele weitere Aspekte, die für energieeffizientes Wirtschaften in Industriegebieten wichtig sind. „Wir erarbeiten Modelle für eine umweltfreundliche Mobilität, leistungsfähige technische Infrastruktur und eine umweltgerechte Ver-

Foto: w-tec

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und Entsorgung der Gebiete“, betont die Geschäftsführerin. „Bisher gibt es kein Unternehmen, dass Gewerbeparks in ihrer Gesamtheit nachhaltig entwickelt.“ www.zeroemissiongmbh.de Q

Von Wuppertal aus wird Nachhaltigkeit umgesetzt.

Verdienstkreuz für Krefelder

Das langjährige Engagement des 67-jährige Wolfgang Stromps, wurde im Herbst dieses Jahres mit dem Verdienstkreuz erster Klasse gewürdigt.

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Foto: Stromp & Co. GmbH

em Speditionsunternehmer Wolfgang Stromps wurde am 13. Oktober 2011 das Verdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen. „Mit der Auszeichnung wird Stromps langjähriges Engagement für eine Weiterentwicklung aller Verkehrsträger, aber insbesondere für die

Wolfgang Stomps (re.) nahm den Orden entgegen.

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Speditions- und Logistikbranche in Nordrhein-Westfalen gewürdigt“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger bei seiner Laudatio in Düsseldorf.

Vorsitzender seit 1987 Die Auszeichnung überreichte der Minister dem 67-jährigen Inhaber der Spedition Stromp & Co GmbH aus Krefeld im Rahmen der Mitgliederversammlung des Verbandes Spedition und Logistik NRW in Düs-

seldorf. Stromp gehört seit 1981 der Vollversammlung der IHK Mittlerer Niederrhein an, deren Verkehrsausschuss er seit 1987 als Vorsitzender leitet. „Wolfgang Stromps ausgleichende Art und sein auf Kommunikation und Verständigung ausgelegtes Wesen halfen ihm, seine Ziele einer Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und Vernetzung der Verkehrsträger voran zu bringen“, erklärte Minister Voigtsberger. Q

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McLaren in DĂźsseldorf

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Die ErĂśffnungstage des ersten McLaren Flagship Stores in Deutschland boten ein spannendes Programm. eit Mitte Oktober ist DĂźsseldorf fĂźr Sportwagenliebhaber um eine Attraktion reicher, denn der McLaren Flagship Store in der WillstätterstraĂ&#x;e 45 Ăśffnete offiziell seine Pforten. Im puristischen Showroom erlebten Gäste die Faszination von McLaren hautnah. Neben dem neuen Hochleistungssportwagen MP4-12C im typischen Orange waren bei der ErĂśffnung auch die ersten K un d enf ah r zeu g e sowie historische Rennwagen aus der Motorsport-Historie zu sehen.

wird aktiv bespielt, hier treffen sich die Kunden zum Motortalk, zum gemeinsamen Formel-1-Viewing und zu Filmabenden. Wir starten von hier aus gemeinsame Ausfahrten, besuchen Rennveranstaltungen und Track Days mit dem Profirennfahrer Ralf Kelleners zur Optimierung der Fahrzeugbeherr-

Foto: McLaren DĂźsseldorf

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Motortalk „Der 300 Quadratmeter groĂ&#x;e Showroom ist fĂźr uns mehr als nur Markenrepräsentanz“, sagt Jens Nothelle, Brand Manager von McLaren DĂźsseldorf. „Dieser Ort

schung. So kĂśnnen unsere Kunden und die Besucher des Showrooms die Weltmarke McLaren aus nächsQ ter Nähe erleben.“

Standortmarketing NRW

Timm Moll und Christian Marti bei der ErĂśffnung.

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Der heimische Wirtschaftsstandort hat einen neuen Claim fßr ausländische Investoren entwickelt.

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as Ministerium fĂźr Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NordrheinWestfalen und NRW.INVEST stellten Mitte September die aktuelle Kampagne zum heimischen Wirtschaftsstandort vor.

Mitmach-Gedanke Mit dem Slogan „Germany at its best: Nordrhein-Westfalen“ wirbt das Land international um auslän-

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dische Investoren. Dabei stehen Bestleistungen des Landes sowie der Partner- und Mitmachgedanke im Mittelpunkt. Im Rahmen der Standortmarketingkampagne sollen zukßnftig Partner aus den Städten und Regionen, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Kultur und dem Sport den Standort Nordrhein-Westfalen mit ihren und seinen BestleistunQ gen vermarkten.

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ErĂśffnung Hotel Fire & Ice ÇŠ ,2(/3(292$,02$"- $0!(1$0 '0$,2$0($30 ÇŠ (+0(&(, *7312 ,#-#$00$12 30($02 ÇŠ  +.$,#$0*$272$, '0$ ÇŠ $/3(1(2$,%3,#31%:0'$ 2$0 (*+3,#$0!$.0-#3)2(-,$, ÇŠ -,#$0 ,%$02(&3,&$, ÇŠ -,7$.2$%:0'-50--+1 3,#$11$129,#$ ÇŠ 4$,2#$)-0 2(-, ÇŠ  3+4$0+($23,&%:0-2-1'--2(,&1

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Einladendes Foyer (oben) und stilvolle Zimmer (unten).

Die Skilegenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther weihten das neue Tagungshotel an der Skihalle in Neuss feierlich ein.

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it der ErĂśffnung des Vier Sterne Superior Hotel Fire & Ice Ende September 2011 ist das allrounder mountain resort in Neuss um ein Highlight reicher geworden. Unter den 79 mit alpinen Details eingerichteten Zimmern befinden sich 13 Themenzimmer und –suiten. Der 1000 Quadratmeter groĂ&#x;e Veranstaltungsbereich ist lichtdurchflutet und mit moderner Technik ausgestattet. Gäste kĂśnnem auĂ&#x;erdem HĂźttengastronomie genieĂ&#x;en. Die Allrounder Mountain Resort Gmbh & Co. KG investierte gut zwĂślf Millionen Euro und schuf fast 30 Arbeitsplätze.

ihrem RĂźcken, erzählten August Pollen und Johannes Janz gemeinsam mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther den versammelten Medien von ihrem neuesten „Werk“. Zwischen den Skilegenden und den Skihallenpionieren ist im Laufe der Jahre eine enge Verbindung entstanden. „Die letzten Tage waren stressig, aber sehr erfolgreich“, berichtete August Pollen. „Auch beim Bau eines Hotels steckt der Teufel im Detail.“ Das neue Sportund Tagungshotel kommt bereits gut an. „Die Nachfrage nach einem Hotel direkt an der Skihalle hat sich

schon lange angedeutet“, sagt Johannes Janz. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen Hotel nun ein richtiges Skigebiet geworden sind, das inklusive Ăœbernachtungsangebot im Sommer und Winter viele Highlights zu bieten hat.“

Ideal fßr Tagungen Tagungen, Seminare und Incentives sind seit Öffnung der Jever Skihalle ein wichtiges Standbein des Unternehmens. Durch das Hotel erweitert es den vorhandenen Tagungsbereich. Das Sport- und Tagungshotel verfßgt insgesamt Q ßber neun Tagungsräume.

Schon der Blick ins Eingangsfoyer verrät den Hintergrund des Hotelnamens: Feuer und Eis sind allgegenwärtig. Davon konnten sich auch die Teilnehmer der ErÜffnungspressekonferenz ßberzeugen. In der gemßtlichen Pistenlounge sitzend, mit Blick auf einen mehr als mannshohen Kamin, die Pulverschneepiste hinter Glas in

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Foto: allrounder mountain resort

Feierliche ErĂśffnung

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Lange Nacht der Industrie Die Idee, Menschen mit den Industriebetrieben in ihrer Region zusammen zu bringen, war ein voller Erfolg. Der nächste Termin findet im Oktober 2012 statt.

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it rund 2100 Besuchern an Rhein und Ruhr, davon allein 700 am Mittleren Niederrhein, hat die Premiere der „Langen Nacht der Industrie“ alle Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Sämtliche 22 angebotenen Bustouren – sieben von ihnen in Krefeld, Mönchengladbach und dem RheinKreis Neuss – waren ausgebucht und brachten die Menschen in Kontakt mit Industriebetrieben.

im nächsten Jahr bereits fest. „Wir wollen die Anzahl der teilnehmenden Unternehmen und damit der Startplätze für die Bürgerinnen und Bürger deutlich erhöhen“, erQ gänzte Bruns.

Foto: Chempark Krefeld-Uerdingen

aus Betroffenen Beteiligte zu machen. Nur so entsteht Vertrauen. Auch die Lange Nacht der Industrie schafft Vertrauen, denn hier geben Unternehmen den Blick frei auf ihre enorme Leistungskraft. Als Schirmherrin freue ich mich sehr darüber, dass die Veranstaltung auf eine so große Resonanz gestoßen ist.“ Da es für die insgesamt zur Verfügung stehenden rund 2100 Plätze mehr als 3500 Bewerbungen gab, mussten viele Interessenten auf Erfolg als Ansporn das nächste Jahr vertröstet werDie Schirmherrin, NRW-Minister- den. „Wir möchten die Lange Nacht präsidentin Hannelore Kraft, äu- der Industrie fest in der Region etaßerte sich begeistert und sah den blieren“, betonte Dr. Andreas Erfolg als Ansporn: „Unsere Indus- Bruns, Vorstandsvorsitzender von trie- und Wirtschaftspolitik setzt „Zukunft durch Industrie“. Mit dem AZ_Radio wirkt_5S_215x145_4c.fh 10.03.11 20:15 Uhr Seite 1 auf Dialog und darauf, frühzeitig 25. Oktober 2012 steht das Datum

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Einblick vom Arbeitsalltag bei der Werksfeuerwehr im Chempark Krefeld-Uerdingen.

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Plangrößen für Messeerfolg

Foto: Messe Düsseldorf

Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, sieht sich in der Pflicht für Aussteller aus dem In- und Ausland.

Die Düsseldorfer Messehallen als Plattform für Unternehmen.

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üsseldorfer Messeveranstaltungen sollen weltweit Unternehmen und Konzernen Plattformen verschaffen, um in internationalen Märkten erfolgreich sein zu können. Eine feste

Plangröße für die Aussteller sind für die Macher in Düsseldorf die Serviceleistungen der Messe. Technische Dienstleistungen, Logistik auf dem Messegelände, Einlagerung von Messegütern, Registrierung der Besucher, Schaffung von Infrastrukturen am ausländischen Messeplatz und auch Medienarbeit. Die Liste der „Selbstverständlichkeiten“ ist lang. Hinzu kommt die Kommunikation im Netz. Sie reicht von Veröffentlichungen zum Beispiel von Aussteller-Portfolios bis zur möglichen Vereinbarung von Gesprächsterminen am Stand via Internet. „Messen sind für diese Akteure wirtschaftlich, aber auch kommu-

DEUTSCHE UNTERNEHMERBÖRSE

nikativ unverzichtbar“, so Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung .„Häufig werden bis zu 40 Prozent eines Marketingbudgets für Messen aufgewendet. Da sehen wir uns mit garantierten Qualitätsmerkmalen und Plangrößen für die Aussteller in der Pflicht.“

Service-Support „Im Ausland sind die Ressourcen vor Ort nicht immer optimal. Die ausstellenden Unternehmen müssen sich jedoch immer auf einen überzeugenden Service-Support stützen können. Ich stehe dafür, dass wir einen höchsten Grad an Verlässlichkeit schaffen“, sagt Werner M. Dornscheidt. Q

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Solinger Weltrekord

Erfolg fĂźr ZweibrĂźder Optoelectronics: Mit einer Taschenlampe schafften sie es ins Buch der Rekorde.

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Diods) sind elektronische Lichtquellen, so genannte Halbleiter, die bei Stromzufuhr Licht emittieren. Bei einem Lichtstrom von 100 000 Lumen verbraucht die Taschenlampe 1 000 Watt. 250 konventionelle 40 Watt GlĂźhlampen verbrauchen dazu 10 000 Watt.

FĂźhrender Hersteller Das Unternehmen ZweibrĂźder Optoelectronics wurde 1993 in Solingen von den BrĂźdern Rainer und Harald Opolka gegrĂźndet. Anstelle von GlĂźhlampen als Lichtquelle setzt es auf LEDs. Heute hat ZweibrĂźder Optoelectronics Ăźber 1 100 Mitarbeiter in Deutschland und China und gehĂśrt weltweit zu den fĂźhrenden Herstellern von LEDQ Metall-Taschenlampen.

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ie Lampe passt in keine Tasche: Auf der Solinger Lichternacht wurde im September die grĂśĂ&#x;te Taschenlampe der Welt enthĂźllt. Sie ist vier Meter lang und mit 19 Hochleistungs-LEDs bestĂźckt. Damit schaffte das Unternehmen ZweibrĂźder Optoelectronics den Sprung ins Guinness Buch der Rekorde. â&#x20AC;&#x17E;Die Taschenlampe bringt nicht nur viel Leistung, in ihr steckt auch viel Leistung. 230 Arbeitsstunden dauerte die Herstellungâ&#x20AC;&#x153;, sagt der GeschäftsfĂźhrer Sven Objartel. Bei der Entwicklung ging es nicht allein um die RekordgrĂśĂ&#x;e. Sie setzt zugleich ein Zeichen fĂźr Energieeffizienz. Aktuelle LEDs sind bis zu 13 Mal effizienter als herkĂśmmliche GlĂźhbirnen und halten 100 mal länger. LEDs (Light Emitting

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DĂźsseldorf von morgen

70 Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung Dßsseldorf informierten sich ßber das Städtebauprojekt.

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uf Einladung der RWP Rechtsanwälte trafen sich Ende Oktober 2011 mehr als 70 Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung Destination Dßsseldorf (DD), um mehr ßber eines der spannendsten regionalen Städtebauprojekte der Gegenwart zu erfahren: den neuen KÜ-Bogen in Dßsseldorf.

Entschleunigung als Ziel Die auf Immobilienrecht spezialisierte Kanzlei hatte im Mai ihre neuen Räumlichkeiten im Hofgartenpalais, in unmittelbarer Nachbarschaft zu DĂźsseldorfs grĂśĂ&#x;tem Bauvorhaben, bezogen. Unter sachkundiger FĂźhrung von Heinrich Labbert und

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Dirk Baackmann von der Stadt Dßsseldorf, konnten die DD-Mitglieder nicht nur die Baustelle aus luftiger HÜhe in Augenschein nehmen, sondern erfuhren auch, wie die Stadt mit dem Projekt KÜ-Bogen entschleunigt und neuer Lebensraum er geschaffen werden soll. Mit dabei waren unter anderem Hotelier Otto Lindner, Bernhard Johannes Stempfle (Geschäftsfßhrer Finanzen der Messe Dßsseldorf), Michael Kain (Direktor des Steigenberger Hotels Dßsseldorf), Gßnther Pannenbecker (Omnibusse Pannenbecker), Rainer Cox (Frankenheim) und Carsten Franck (Fortuna Q Dßsseldorf).

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Japan-Tag

Die grĂśĂ&#x;te japanische Gemeinde Deutschlands feierte in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen.

D WINE$: Eine faszinierende Weinwelt in Bewegung!

er Japan-Tag in Dßsseldorf begeisterte am 15. Oktober 2011 mit authentischer fernÜstlicher Atmosphäre mehr als 700 000 Besucher. Das deutsch-japanische Kultur- und Begegnungsfest stand in diesem Jahr im Zeichen gleich zweier Jubiläen: Zum einen wurde der

panische Sportarten wie Sumo, Karate oder Kendo hautnah erleben. Musikalische HĂśhepunkte in diesem Jahr waren der Auftritt der Sängerin Halko Momoi sowie der Auftritt der Gruppe â&#x20AC;&#x17E;Music & Rhythmsâ&#x20AC;&#x153;, die mit japanischen Trommeln, BambusflĂśten, Saxo-

(!/+%+/4+*+-;9:/+8+4;4*+4:*+)1+41';,+45*+8+/4,'). 3/:8+;*+4-+4/+G+4=522+4(+/WINE$ ,/4*+4!/+='9.8 +8@(+-+.8:.8+$58:+/2+/3B(+8(2/)1 WINE$ /4+!?3(/59+';9%+/4.'4*+2+-;9:':/549251'2;4*/9:85/: E(+8 +82+9+4+4%+/4+4;4**'@;6'99+4*+4+8/).:+4/+8 1D44+4!/+';).0+*+%5).+=+).9+24*+%+/4+-2'9=+/9+-+4/+G+4

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Foto: DĂźsseldorf Tourismus

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Japan-Tag zum zehnten Mal in der NRW-Landeshauptstadt gefeiert, zum anderen war er der HĂśhepunkt des deutschlandweiten Japan-Jahres, das 150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Japan wĂźrdigt.

Musik und Sport â&#x20AC;&#x17E;Der Japan-Tag konnte auch in diesem Jahr wieder mit einem wunderschĂśnen Programm, einzigartigen Musikdarbietungen und vielen kostenlosen Mitmachaktionen begeisternâ&#x20AC;&#x153;, freut sich Dr. Eva-Maria Illigen-GĂźnther, GeschäftsfĂźhrerin der DĂźsseldorf Marketing & Tourismus GmbH. â&#x20AC;&#x17E;Auch das neue Angebot auf dem Johannes-Rau-Platz wurde sehr gut angenommen.â&#x20AC;&#x153; Besucher konnten unter anderem ja-

Der Japan-Tag: ein phon, PerSpektakel fĂźr GroĂ&#x; cussions und und Klein. Gesang auf der HauptbĂźhne am Burgplatz eine spektakuläre Show bot. Der krĂśnende Abschluss war das groĂ&#x;e Feuerwerk, das mit verschiedenen spektakulären Motiven und Bildern rund 25 Minuten lang funkelte. HĂśhepunkt des Lichterspektakels war der schon traditionelle â&#x20AC;&#x17E;Goldregenâ&#x20AC;&#x153;. Die japanische Gemeinde DĂźsseldorfs ist mit knapp 8100 Menschen, nach London und Paris, die drittgrĂśĂ&#x;te Europas. In der Region rund um DĂźsseldorf sind 500 japanische Firmen tätig, davon 300 in der Landeshauptstadt selbst. Diese Unternehmen beschäftigen rund 23 000 Mitarbeiter. Q

3 / 2011


Wettbewerb in Mettmann U

Herausforderung

kreativen Lösungen begegnet werden“, so der Landrat. Mit der Würdigung und Prämierung positiver Beispiele sollen Nachahmer gefunden und die Wirtschaft im Kreis nachhaltig gestärkt werden. „Eine familienbewusste Personalpolitik wird in vielen Unter-

Mit dem Wettbewerb soll der wirtschaftliche und betriebliche Nutzen familienorientierter Maßnahmen prämiert werden. „In vielen meiner Gespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmern wird mir immer wieder verdeutlicht, dass die Herausforderungen der Zukunft, globale wie lokale, evident sind. Der demographischen Entwicklung und dem damit verbundenen Fachkräftemangel muss mit innovativen und

Petra Wassner, Geschäftsführerin NRW.INVEST GmbH lud zum Dialog ein.

Türkische Investoren

280 türkische Firmen investieren schon in den Wirtschaftsstandort NRW. Das soll ausgebaut werden.

V

Foto: Kreis Mettmann

nter der Schirmherrschaft des Landrats Thomas Hendele startete die Kreiswirtschaftsförderung im Oktober 2011 einen Wettbewerb für familienbewusstes Personalmanagement in Unternehmen des Kreises Mettmann. Unter dem Titel „geMEinsam erfolgreich – Wirtschaft und Familie im Kreis Mettmann“ sind alle Unternehmen mit Hauptsitz im Kreisgebiet aufgerufen, sich zu bewerben.

Foto: NRW Inesr

Unternehmen, die ein familienbewusstes Personalmanagment bieten, sind zur Teilnahme aufgerufen.

nehmen als sehr erstrebenswert eingestuft, das belegen zahlreiche aktuelle Studien und Gespräche“, so die Wettbewerbskoordinatorin bei der Wirtschaftsförderung, Nicole Faber-Zisselmar. Unternehmen können sich bis zum 15. Januar 2012 im Internet unter www.gemeinsam.kreis-mettmann. de bewerben. Weitere Informationen erhält man unter der Telefonnummer (0 21 04) 99-26 13. Q

ertreter türkischer Unternehmen, die ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben, kamen im Oktober 2011 zum Dialog-Dinner in den Industrieclub Düsseldorf. Eingeladen haben das Wirtschaftsministerium und NRW.INVEST, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes. In den vergangenen Jahren hat sich Nordrhein-Westfalen zu einem bevorzugten Investitionsstandort für türkische Unternehmen in Europa entwickelt: 280 türkische Firmen investierten bereits in NordrheinWestfalen. „Die positiven Erfahrungen türkischer Unternehmen in unserem Land und das hohe Wirt-

schaftswachstum in der Türkei lassen auch in Zukunft eine sehr dynamische Entwicklung in den Wirtschaftsbeziehungen erwarten“, so NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger. Unter den fast 70 Teilnehmern waren Vertreter von 35 türkischen Investoren in Nordrhein-Westfalen, darunter 3A Internationale Spedition, AlfaMöbel, Anka EU, Asil Celik, Gökbora, Medipa und Turkcell. Weitere Gäste: Sule Özkaya, Generalkonsulin der Republik Türkei in Essen, Firat Sunel, Generalkonsul der Republik Türkei in Düsseldorf und Mustafa Kemal Basa, Generalkonsul der Republik Türkei in Köln. Q

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Foto: Stadt Wuppertal

business4 | VISION

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Zur Person Im Juni 2000 wurde der geb체rtige Wuppertaler Peter Jung zum Ersten B체rgermeister der Stadt gew채hlt. Der Diplom-Betriebswirt ist seit 1972 Mitglied der CDU und seit 1999 kommunalpolitisch aktiv. Peter Jung wurde 1955 geboren, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

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«Gewaltige Herausforderung» Bis 2012 wird voraussichtlich ein Schuldenstand von rund 2,2 Milliarden Euro auf Wuppertal lasten. Dazu befragte business4 Oberbürgermeister Peter Jung. b4: Die schwierige Haushaltssituation Wuppertals ist allgegenwärtig. Mit welchen Maßnahmen soll wieder eine Zukunftsperspektive geschaffen werden? Peter Jung: Wir haben in den vergangenen Jahren selbst schon viel für eine Konsolidierung unseres

Überprüfung auf Einspar- oder Einnahmepotentiale ausgeschlossen werden kann.

b4: Wie versuchen Sie den Standort langfristig für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv zu halten?

Haushaltes getan. Außerdem haben wir die Finanzsi-

Peter Jung: Bei meinem Amtsantritt habe ich gesagt,

tuation der Kommunen, die ja nicht selbst verschuldet

dass ich Wuppertal zur unternehmerfreundlichsten

ist, bei Bund und Land immer wieder angeprangert

Stadt Deutschlands machen will. Dieses strategische

und damit erreicht, dass es jetzt erstmals wirksame

Ziel hat für mich höchste Priorität. Meine Türe steht

Hilfen geben wird: Neben einer höheren Beteiligung

für einen Unternehmer mit Ansiedlungswunsch oder

des Bundes an den steigenden Soziallasten ist vor al-

mit Problemen immer offen. Unsere Wirtschaftsför-

lem der „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ eine histori-

derung arbeitet engagiert, schnell und schlagkräftig.

sche Chance, aus der Schuldenspirale herauszukom-

Wir haben attraktive neue Gewerbegebiete ausgewie-

men. Wir müssen aber auch selbst noch einmal einen

sen und pflegen an vielen Stellen den Dialog mit der

großen Beitrag leisten. Das bedeutet eisernes Sparen

Wirtschaft. Die Leistungseinheiten der Verwaltung

und eine Erhöhung der Einnahmen in einem Gesamt-

ziehen bei Projekten an einem Strang. Das alles hat

volumen von voraussichtlich etwa 50 Millionen Euro.

sich herumgesprochen, daher bekommen wir bei Um-

Diese Herausforderung ist natürlich gewaltig, die Bür-

fragen von der Wirtschaft gute Noten.

ger werden das spüren. Aber die Chance, erstmals nach 20 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt zu

b4: Der Umbau des Döppersbergs war und ist umstritten

schaffen, ist alle Anstrengungen wert.

und wird letztendlich doch umgesetzt. Wie vermitteln Sie

b4: Das Land NRW hat umfassende Entschuldungs- und

Peter Jung: Der Umbau des Döppersbergs ist bei wei-

Konsolidierungshilfen für Kommunen in hochproblematischer Haushalts- und Finanzlage bereitgestellt. Wird dies Wuppertal langfristig helfen können? Peter Jung: Wir sind fest entschlossen und sehen uns

dies Ihren Bürgern? tem nicht so umstritten, wie es vielleicht manchmal erscheint. Die große Mehrheit der Wuppertaler sieht, dass der heutige Zustand zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt unserer Stadt nicht gerecht wird.

auch den kommenden Generationen gegenüber in der

Wuppertal hat ein anderes Eingangstor verdient.

Pflicht, diese Chance zu nutzen. Wer die Hilfen be-

Der neue Döppersberg ist kein überzogenes Prestige-

kommt, verpflichtet sich zum Haushaltsausgleich

projekt, sondern ein gelungener städtebaulicher Ent-

binnen fünf Jahren. Das ist die Vorgabe, die wir na-

wurf, der auch die Skeptiker letztendlich überzeugen

türlich auch einhalten wollen.

wird. Wir begleiten den Umbau daher mit intensiver

b4: Ein neues Haushaltssicherungskonzept muss aufgestellt werden, damit werden Einsparungen einhergehen. In welchen Bereichen werden diese vorgenommen? Peter Jung: Bevor wir mit der Arbeit an dem neuen

Öffentlichkeitsarbeit. Ganz wichtig: Weder die Fördermittel von Bund und Land noch den Eigenanteil der Stadt könnten wir für irgendetwas anderes ausgeben.

b4: Wenn Sie einmal träumen dürften? Was würden Sie

Haushaltssicherungskonzept beginnen, muss der

gerne in Wuppertal ändern?

„Stärkungspakt Stadtfinanzen“ zunächst einmal im

Peter Jung: Ich würde gerne den Hang mancher Wup-

Landtag beschlossen werden. Dafür setzen wir uns

pertaler, die eigene Stadt schlechtzureden, durch ei-

zurzeit intensiv ein. Insofern sind die konkreten Maß-

nen positiveren Blick ersetzen. Wuppertal ist wun-

nahmen des neuen Haushaltssicherungskonzepts

derschön! Natürlich gibt es viel zu tun. Aber es lohnt

jetzt noch kein Thema. Was ich allerdings schon sa-

sich, für diese Stadt und ihre Menschen zu arbeiten

gen kann, ist, dass kein Bereich von der notwendigen

und sich einzusetzen.

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business4 | IM PROFIL

Lebenslanges Lernen Menschen aus- und weiterzubilden – dieses Ziel hat sich die Technische Akademie

Wuppertal auf die Fahnen geschrieben. Neben rein technischen Berufsfeldern, wird mittlerweile das gesamte Weiterbildungs-Spektrum bedarfsorientiert angeboten.

D Die Zentrale der Technischen Akademie Wuppertal befindet sich im Zooviertel des Stadtteils Elberfeld (oben).

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ie Zeiten sind hart und dringender Handlungsbedarf ist vorhanden. Dies galt für die Anfangsjahre der Technischen Akademie Wuppertal, die damals noch Notgemeinschaft Bergisches Land hieß. Sie wurde am 28. Mai 1948 gegründet, zu einer Zeit also, da die noch junge Bundesrepublik gerade mühsam dabei war, die Wirtschaft allmählich wieder auf die Beine zu stellen und – gut ausgebildete – Fachkräfte dringend gesucht wurden. Es fehlte vor allem an technischen Führungskräften, wie Ingenieure, Chemiker, Physiker und Architekten. Erschwerend kam hinzu, dass der Krieg viele von ihnen für Jahre aus ihren Berufen

herausgerissen hatte, so dass die meisten von ihnen zuerst einmal wieder in einen „normalen Arbeitsprozess“ eingegliedert werden.

Enormer Bedarf an Fachkräften Die Zeiten haben sich gewandelt, an der Eingangsaussage hat sich aber nichts Wesentliches geändert – nur die Gründe sind andere. Wieder ist der Bedarf an Fachkräften enorm. Vor allem mittelständische Unternehmen haben Mühe, geeignetes Personal zu finden. Menschen aus- und weiterzubilden – dieses Ziel hat sich die Technische Akademie Wuppertal, oder kurz TAW genannt, damals wie heute

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auf die Fahnen geschrieben. Und bei weitem nicht nur im technischen Bereich, wie der Name suggerieren könnte. Schon in den 1970er Jahren öffneten die damaligen Verantwortlichen der Weiterbildungsstätte im Herzen von Wuppertal – direkt am Zoo gelegen – ihr Angebot in unterschiedlichste Themenfelder. Für die nichttechnischen Berufe wird in acht Themen-Akademien das gesamte Spektrum an Weiterbildung gebündelt und bedarfsorientiert angeboten – von berufsbegleitenden ZertifikatsLehrgängen über Inhouse-Seminare und Tagungen bis hin zu einem berufsbegleitenden Studium mit staatlich anerkanntem Abschluss. So ist beispielsweise das berufsbegleitende Studium Bachelor in Business Administration – Vertiefungsrichtung Facility Management, das die AFM (Akademie für Facility Management) in Kooperation mit der FH Gießen-Friedberg anbietet, das erste berufsbegleitende Bachelor-Studium für Facility-Manager mit akademischem Grad als Abschluss an einer deutschen Hochschule.

falschen Stelle. Nämlich an den zwei Ws: Werbung und Weiterbildung.“ Daher verwundert es ihn keineswegs, dass immer mehr Selbstzahler die Angebote der Akademie nutzen. Diese haben zudem mitunter zusätzlich die Motivation, dem Arbeitgeber ihr Engagement in punkto fachlicher Weiterbildung bewusst zu verschweigen. „Um die eigene Karriere voranzutreiben oder um Konflikten aus dem Weg zu gehen, wenn man im Anschluss qualifizierter ist, als der direkte Vorgesetzte“, weiß Erich Giese.

Vielfältige Dienstleistungen

Standorte im In- und Ausland

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Viele Seminare und Forbildungsangebote werden in der Wuppertaler Zentrale im historischen Ambiente der Hörnlein-Villa durchgeführt.

KONTAKT

Fotos: TAW

Die TAW dehnte in den vergangenen Jahrzehnten schnell und systematisch ihr Weiterbildungsangebot aus. Auch optisch kann man den Erfolg erkennen. In den Gründerjahren reichte das Raumangebot der Villa Hönlein noch aus. Aber das kontinuierlich wachsende Angebot an Veranstaltungen und die ständig steigenden Teilnehmerzahlen verlangten nach mehr Platz. So entstand in den sechs Jahrzehnten durch immer weitere Anbauten ein großes Weiterbildungszentrum im Zooviertel – und es entstanden sieben weiteren Standorte im In- und Ausland. Nahezu alle Teilnehmer der TAW-Bildungsmaßnahmen sind berufstätig. Dies ist ein wichtiger Faktor der Personalentwicklung, denn für die Weiterbildung, auch die länger währenden Studiengänge, müssen die Teilnehmer nicht aus dem Betrieb ausscheiden. Genau dieser Aspekt macht das Angebot gerade für Mittelständler interessant. Einige Abschlussarbeiten werden bewusst auch konkret an einer Problemstellung des Unternehmes ausgerichtet. Damit hat der Betrieb in zweierlei Hinsicht etwas von der Weiterbildung des Arbeitnehmers. An mangelndem Interesse potentieller Kundschaft leidet die TAW demnach nicht. Mit Sorge betrachtet Erich Giese, Vorstand und Geschäftsführer, allerdings den Trend von Seiten der Arbeitgeber. „Leider sparen viele Unternehmen oft an der

IM PROFIL: TECHNISCHE AKADEMIE WUPPERTAL

Über ihr Engagement im Bereich der Weiterbildung hinaus bietet die TAW noch weitere Dienstleistungen für Unternehmen und öffentliche Organisationen an. Hierzu gehören das Labor für Korrosionsschutz und Elektrotechnik in Wuppertal, das Institut für Korrosionsschutz in Dresden und die TAW CERT GmbH in Altdorf bei Nürnberg. Ihre Forschungsergebnisse fließen ebenso in zahlreiche Seminar- und Lehrveranstaltungen ein, wie aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft. Denn zu zahlreichen Hochschulen unterhält die TAW sehr gute Kontakte. So ist sie unter anderem Außeninstitut der RWTH Aachen und Kontaktstudien-Institut der Bergischen Universität Wuppertal. Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit der IHK Wuppertal-SolingenRemscheid und dem Technologiezentrum Wuppertal W-tec. Für beide Institute fungiert die TAW als Bildungswerk. Q

TECHNISCHE AKADEMIE WUPPERTAL E. V. Hubertusallee 18 42117 Wuppertal T (02 02) 74 95-0 www.taw.de

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business4 | IM PROFIL b4: Eläutern Sie uns bitte die Struktur der TAW?

Freiberufler, denn wir brauchen Spezialisten und keine

Erich Giese: Wir sind ein eingetragener Verein, ar-

Generalisten. Daher sind es Leute aus Lehre und For-

beiten aber im Inneren wie ein klassisches Unterneh-

schung, wie Hochschuldozenten, aber auch von Insti-

men. Die TAW ist 1948 als „Notgemeinschaft Ber-

tuten wie dem Max-Planck-Institut. Darüber hinaus

gisches Land“ gegründet worden. Das Ziel war, die

lehren bei uns auch Praktiker, also Fach- und Führungs-

Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf die

kräfte aus der Wirtschaft und der öffentlichen Verwal-

Beine zu stellen. 1951 erhielt der Verein den neuen Na-

tung. Wir achten darauf, Menschen mit spezifischem

men „Technische Akademie Wuppertal“.

Wissen in einem Themengebiet zu beauftragen.

«Von Spezialisten für Spezialisten» business4 im Gespräch mit Erich Giese, Vorstand und Geschäftsführer der TAW. b4: Wie ist die Struktur im Inneren?

b4: Welche Ihrer Weiterbildungsprogramme sind

Erich Giese: Wir arbeiten nur für uns. Es gibt keinen,

besonders beliebt?

der am Jahresende die Hand aufhält und beispielsweise

Erich Giese: Ursprünglich wurde die Technische Aka-

seinen Anteil an Überschuss oder die Verzinsung des

demie Wuppertal als Weiterbildungsmaßnahme im

eingebrachten Kapitals fordert. Die Mitgliedsbeiträge

technischen Bereich entwickelt. Das lässt sich ja bis

sind mehr ideeller Natur. Wir arbeiten hier alle für den

heute an dem Namen erkennen. In den 1970er Jahren

eigenen Erhalt und damit wie ein klassisches Unter-

wandelte es sich vom rein technisch orientierten Ange-

nehmen. Im Regelfall gelingt es uns, schwarze Zahlen

bot und heutzutage können wir ein breit gefächertes

zu erwirtschaften.

Themenangebot bieten. Einer der Gründe: Selbst Ingenieure, Techniker oder

b4: Wofür sind Sie persönlich verantwortlich?

Naturwissenschaftler benötigen als Führungskräfte

Erich Giese: Ich habe eine Doppelfunktion: nach außen

nicht nur das reine Fachwissen. Immer wichtiger wer-

Vorstand, nach innen Geschäftsführer.

den auch andere Komponenten. So geht es viel um Führungsthemen, rechtliche Aspekte, wie zum Beispiel

b4: Wie viele Menschen besuchen jährlich Ihre

Produkthaftung, aber auch betriebswirtschaftliches

Weiterbildungsangebote?

Grundwissen.

Erich Giese: Pro Jahr sind es zwischen 25 000 und 30 000 Teilnehmer. Im Regelfall sind die Teilnehmer

b4: Kann die Politik durch Rahmenbedingungen

zwischen Anfang 20 und bis 50 Jahre alt.

eine Verbesserung schaffen?

b4: Wer sind die Dozenten?

Erich Giese: An Politiker habe ich nur einen Wunsch: Haltet euch bitte raus. Versucht nicht, diese Thematik

Erich Giese: Wir machen Seminare von Spezialisten für

durch politische Rahmenbedingungen zu beeinflussen.

Spezialisten und arbeiten regelmäßig mit etwa 3 000

Das System funktioniert gut durch das klassische Spiel

Dozenten. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um

von Angebot und Nachfrage. Weiterbildung muss sich wie jedes andere Produkt auch, am Markt durch-

ZUR PERSON Dipl.-oec. Erich Giese hat seine Karriere in dem Verein als Abteilungs- und Bereichsleiter 1987 begonnen. Dabei entwickelte er unter anderem betriebswirtschaftliche Tagesseminare und baute den Bereich firmeninternes Seminargeschäft auf. Seit 1991 ist er Vorstand und Geschäftsführer der Technischen Akademie Wuppertal. Er ist 57 Jahre alt, verheiratet und lebt als gebürtiger Wuppertaler nach wie vor in seiner Heimatstadt.

setzen.

b4: Welche Pläne hat die TAW für die Zukunft? Erich Giese: Im September erfolgte der Relaunch unserer Website. Außerdem planen wir eine Vernissage mit der Schwester von Tony Cragg. Wir arbeiten daran, unseren Online-Medieneinsatz zu verfeinern, die Social Media-Präsenz zu systematisieren und zu konkretisieren. Gerade dieses Thema wird immer wichtiger für das jüngere Publikum. Daher werden wir auch das Online-Learning weiter ausbauen.

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Foto: Gerd Altmann/Pixelio

business4 | STREITFRAGE

Social Media – Fluch oder Segen für Unternehmer? Facebook, XING, Twitter und Co. Sind sie wirklich unverzichtbar für ein Unternehmen oder wird die Wirksamkeit von Social Media überschätzt? business4 fragte bei zwei Experten nach.

«Wer Social Media boykottiert, wird zum passiven Objekt»

Foto: Privat

Paul E. Mertes Geschäftsführer der Unternehmensberatung Mertes & Leven in Korschenbroich „Social Media, wie zum Beispiel Facebook, Xing, Youtube oder Twitter, gehören schon längst zum Standardrepertoire der Unternehmenskommunikation. Dies gilt sowohl für börsennotierte Global Player als auch für mittelständi-

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sche Firmen. Eine überwiegende Mehrheit von Kunden und Geschäftsleuten informiert sich nicht nur in den etablierten Wirtschaftspublikationen, sondern vor allem auch mit Hilfe von Google. Hier aber werden vor allem die In-

halte und Diskussionen der Social Media als Suchergebnis angezeigt. Ob es einem Unternehmen nun passt oder nicht: Die Suchroboter von Google reagieren auf jede noch so kleine Diskussion in irgendeinem Forum oder Blog. Wer Social Media nun ausweicht oder es gar boykottiert, bringt sich selbst um jegliche Chance einer positiven Einflussnahme und wird so zum passiven Objekt unkontrollierbarer Diskussionen und auf diese Weise letztlich zum Opfer fremd gesteuerter Meinungsmache. Unternehmen, die vor der Macht von Social Media den Kopf in den Sand stecken, haben schon verloren. Nun aber die gute Nachricht: Nutzer sozialer Medien fungieren als

meinungsbildende „Multiplikatoren“. Der direkte Austausch mit ihnen, bietet eine solide Chance sich effektiv und kostengünstig im Markt zu positionieren. Firmen können durch einen direkten und ehrlichen Kontakt mit der Internetgemeinde große Imagegewinne verbuchen. Auch wenn die Interaktion mit den Usern Zeit und Arbeitskraft kostet: Diese Investition ist gut angelegt. Dazu kommt ein weiterer Vorteil: Jeder, der sich in dem Social Media bewegt, gewinnt schnell den Überblick über aktuelle Trends und marktrelevante Strömungen. Gerade mittelständische Unternehmen können Social Media daher als günstiges und effektives Marktforschungsinstrument einsetzen.“ Q

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«Social Media Marketing wird hoffnungslos überschätzt»

Foto: Privat

Dr. Christian Derichs Geschäftsführer Braintags GmbH in Mönchengladbach

„Social Media Marketing wird hoffnungslos überschätzt, meistens fehlinterpretiert und kommt darüber hinaus nur für wenige Unternehmen in Frage. Die Instrumente Facebook, Twitter und Co. können unter ganz bestimmten Voraussetzungen erfolgreiche Instrumente sein, um On-

line-Marketing-Zielsetzungen zu erreichen. Zum einen sind diese Instrumente aber nur wenige von vielen effizienten Online-Marketing-Disziplinen, zum anderen bedarf es insbesondere bei Social Media ganz bestimmter Voraussetzungen, die nur wenige Unternehmen erfüllen, die aber für den Er-

AZ_Radio wirkt_5S_215x145_4c.fh 10.03.11 20:15 Uhr Seite 1

folg von Social-Media-Maßnahmen unerlässlich sind. Diejenigen, die an den Einstieg in Social Media Marketing nachdenken, müssen für ihre Unternehmen folgende Fragen beantworten: 1. Habe ich eine Web-Seite, die Social Media tauglich ist, eine Seite, die über Social-Media-Elemente zur Kommunikation mit meiner Zielgruppe verfügt? 2. Habe ich relevante Inhalte, die sich jeden Tag verändern und über die meine Zielgruppe jeden Tag über soziale Netzwerke informiert werden will? 3. Befindet sich meine Zielgruppe überhaupt in diesen sozialen Netzwerken? 4. Habe ich überhaupt schon eine echte Online-Marketing-Strategie und die zeitlichen und finanziellen C

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Ressourcen, um ausdauernd und ständig aktiv zu sein? Meine Erfahrung ist, dass 90 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen diese Fragen mit „nein“ beantworten müssen. Die meisten verfügen nicht über die finanziellen und zeitlichen Ressourcen für ein erfolgreiches Social-Media-Engagement. Vor allem aber haben mehr als 90 Prozent der Unternehmen gar keinen Inhalt, der für soziale Netzwerke interessant wäre. Und dann heißt es ganz klar: Finger weg von Social Media! Das heißt aber nicht Finger weg von Online-Marketing, denn es gibt eben eine Vielzahl anderer Online-Marketing-Instrumente, die sehr wohl auch für diese Unternehmen sinnvoll sein Q könnten.“

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business4 | SCHWERPUNKT

Wozu Visionen dienen

Es gibt Unternehmen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, anderen Unternehmen bei der Realisierung ihres Erfolges zu helfen. Was aber macht eine Firma attraktiver als die andere?

V Im Alltag des Menschen, sollten Visionen ihren Platz haben.

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on Christoph Columbus wird kolportiert, dass er von seinem König gefragt wurde, welche Leute er für die Schiffsreise nach Indien brauche. Er habe geantwortet: „Sucht mir keine Seeleute, sondern Menschen, die von anderen Ländern träumen“. Wir wissen nicht, ob diese Geschichte stimmt. Was wir wissen, ist, dass er, wenn auch zufällig, Amerika fand. Dieses ist bis heute ein eindrucks-

volles Beispiel für die Kraft von Visionen. Auch im Alltag eines jeden einzelnen Menschen, haben Visionen ihren festen Platz. Sie führen Einzelne zum Erfolg und bringen Unternehmen in Spitzenpositionen. Eine Vision kann Menschen beflügeln und aus einer „normalen“ Firma eine dynamische Organisation werden lassen. Eine Vision erzeugt gesundes Wachstum und macht Unmögliches möglich.

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Unikate nach MaĂ&#x;

Auf der anderen Seite erleben wir das Fehlen von Visionen als lähmend und demotivierend. Grundsätzlich will jeder Mensch erfolgreich arbeiten. Bei Befragungen ßber Hindernisse im kommunikativen Bereich am Arbeitsplatz werden schnell Grßnde fßr die Probleme erkannt und auch benannt, oft die LÜsungsvorschläge gleich auch mitgeliefert.

Unzufriedenheit senkt Effizienz

Foto: fotolia

Verhallen diese länger oder bleiben dauerhaft ungehĂśrt, setzt Resignation oder Widerstand ein, die dann die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmungen belegen. Zwei Dinge sind die Folge: Zum einen sinken Arbeitsqualität und Effizienz und zum anderen wächst die persĂśnliche Unzufriedenheit. Die Folgen in der Arbeitswelt kĂśnnen eine wirtschaftliche Abwärtsentwicklung, erhĂśhte Mitarbeiterfluktuation oder auch nachlassende Auftragslage sein. Wie kann das Eintreten solcher Mechanismen verhindert werden? Welche Hilfen existieren, um aus Sackgassen wieder heraus zu kommen? Eine MĂśglichkeit ist die Entwicklung oder â&#x20AC;&#x17E;Belebungâ&#x20AC;&#x153; einer Unternehmensvision. Es gibt Unternehmen, deren Aufgabe es ist, anderen Unternehmen bei der Realisierung ihres Erfolges zu helfen. Es sind unter anderem Werbeagenturen, Wirtschaftsberatungen oder Unternehmensberatungen. Sie kĂśnnen bei strategischen Fragestellungen, aber auch beim Prozess der Visions-Umsetzung hilfreich sein.

GroĂ&#x;e Wirtschaftsunternehmen, die international erfolgreich sind und teilweise schon seit Ăźber 100 Jahren existieren, werden getragen von Visionen, die weit Ăźber die Lebenszeit der GrĂźnder hinausgingen und die bis heute Menschen anzie-

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business4 | SCHWERPUNKT hen. Aber auch neuere Unternehmen besitzen mitunter eine solche „Attraktivität“. Was aber macht eine Firma attraktiver als die andere? Gibt es einen Zauber, ein Geheimnis des Erfolges, welche im Safe des Vorstand-Büros streng bewacht werden? Wie „im richtigen Leben“ kochen auch diese Unternehmen „nur mit Wasser“. Was sie aber unterscheidet, ist der „Spirit“, der dort herrscht. Dieser Geist, der durch diese Büros weht, ist irgendwann einmal entstanden. Häufig zuerst in den Köpfen der Unternehmensgründer. Sie haben die Initialzündung ausgelöst und viele andere haben sich „ent-zünden“ lassen, sind ihnen und ihrer Vision gefolgt.

bei der Entwicklung von Visionen die Art der Fragestellung von großer Bedeutung. Wenn nach Fehlern, Versäumnissen und Defiziten gefragt wird („was fehlt uns?“), wird sich der Visions-Prozess mit negativen Werten, und Defiziten befassen. Eine schwere, wenn nicht unlösbare Aufgabe, hieraus eine mitreißende Vision zu erschaffen.

Später haben die, die gefolgt sind, ihre eigenen Ideen hinzugefügt und für ein weiteres Wachstum gesorgt. Sie haben neue Zweige entwickelt und Anpassungen an neue Erfordernisse vorgenommen. So wuchsen dynamische Unternehmen. Auch Visionen verändern sich, sind aber immer Richtschnur und Maßstab für die unverwechselbare Identität des jeweiligen Unternehmens. Was den Großen hilft, lässt die Kleinen wachsen. Eine Vision zu haben, ist daher essentiell für den Erfolg jedes Unternehmens. Die eigene UnternehmensIdentität schafft ein klares Auftreten nach außen und Commitment nach innen.

noch erfolgreiche Ergebnisse erbringen. Da existieren (Erfolgs-)Strukturen, die jedem Mitarbeiter des Unternehmens selbstverständlich sind und eben daher nicht mehr „bewusst“ wahrgenommen werden. Gelingt es, den Fokus der Wahrnehmung auf diese „funktionierenden“ Muster zu lenken, werden Kräfte geweckt. Die Bereitschaft zur engagierten Mitarbeit in einem Unternehmen hängt zu großen Teilen von der Anerkennung der eingebrachten Leistungen ab. Zwar wird diese ausgesprochen oder unausgesprochen von der Unternehmensleitung erwartet, häufig jedoch nur in unvollständigem Umfang gegeben. Dieses brach liegende Potential vom Chef bis zum Praktikanten hilft, wirklichen Erfolg erfolgreich zu vermeiden. Eine Vision, in der sich möglichst viele mit ihren Vorstellungen wieder finden oder zu deren Entstehung sie beigetragen haben, hat einen Energieschub zur Folge. Ein Unternehmen, das sich seiner Vision bewusst ist, hat für die darin arbeitenden Menschen eine klare Gestalt. Es entsteht eine größere Verbundenheit untereinander. Das Auftreten nach außen ist klarer. Dies führt oftmals zu Veränderungen.

Mitarbeiter sind Schätze

Foto: fotolia

Wird dagegen nach funktionierenden Strukturen innerhalb des Unternehmens gesucht, werden häufig wahre Schätze entdeckt. Da gibt es Mitarbeiter, die selbst unter den widrigsten äußeren Bedingungen und dem größten Druck immer

Es gilt, gefährliche Dschungel zu erforschen und Gipfel zu besteigen Was also ist zu tun? Eine Vision zu entwickeln, ist eine aufregende und interessante Reise für ein Unternehmen und die dort arbeitenden Menschen. Es gibt viel zu sehen, zu hören und zu erleben. Strapazen werden dabei ebenso erlebt, wie traumhafte Ausblicke. Es gilt, gefährliche Dschungel zu erforschen und Gipfel zu besteigen, neue Wege zu gehen und gemeinsam am Ziel zu lachen. Neben dem Weg, ist das Ziel wichtig. So ist

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Die Beratungstechniken, mit denen Unternehmen ihre Vision (wieder-)entdecken oder finden können, sind einfach anzuwenden. Mut zur Offenheit und die Bereitschaft, Fragen zu stellen sind Grund-Voraussetzungen. Es bedarf keiner besonderen Fähigkeiten. Visionen kommen aus dem Herzen. Sie bestehen aus Bildern, Träumen und Gefühlen.

ZUM AUTOR Dr. Michael Lorrain ist Nervenarzt und arbeitet seit 1997 als Berater und Coach mit Führungskräften und Teams im Bereich Visionsentwicklung, Veränderungsmanagement, Stressbewältigung und Kommunikation.

Moderne Techniken Durch Workshops und Konferenzen, die auf diese Vorgaben aufbauen und sie miteinander verknüpfen, werden Visionen zu Grundlagen für realisierbare Konzeptionen und Strategien. Moderne Konferenztechniken, wie Zukunftskonferenz und wertschätzende Unternehmensführung können kraftvolle Instrumente bei der Entwicklung und Umsetzung von Visionen sein. Diesen Techniken ist unter anderem gemein, dass sie sich den individuellen Gegebenheiten eines Unternehmens anpassen. Hier wird das Unternehmen nicht in ein vorgefertigtes Schema gepresst. Vielmehr sind es die unverwechselbaren Qualitäten und Stärken, die Richtung bestimmend sind. Visionen sind für Unternehmen auf jedem Gebiet ein entscheidender

Erfolgsfaktor. Der Unternehmenserfolg wird durch die Synergie von Einzelleistungen und Gesamtheit gefördert. Ein überzeugter Mitarbeiter trägt in seinem Verantwortungsbereich entscheidend zum Gesamterfolg bei. Die Entwicklung einer gemeinsamen Vision, oder die Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen in der Unternehmensvision wieder zu finden, sind die ersten Schritte zu einer dynamischen Organisation. Dadurch werden die Grundlagen gelegt für Strukturen, die den Erfordernissen der heutigen Zeit gerecht werden. Gleichzeitig haben alle Beteiligten die Chance, mitzuwirken am „Entwurf der Zukunft“. Q

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in inspirierender Ort für persönliches Wachstum: Menschen wachsen mit ihren Aufgaben. Dies geschieht jedoch nicht von allein, sondern bedarf systematischer Arbeit an sich selbst und seinen Fähigkeiten – gerade wenn man als Führungskraft Verantwortung für Mitarbeiter und das Unternehmen trägt. Persönliche Weiterbildung ist unverzichtbar, um diese Anforderungen zu meistern. Um Sie hierbei zu unterstützen, bietet die Haufe Akademie, einer der führenden Anbieter für betriebliche Qualifizierung im deutschsprachigen Raum, auf Schloss Krickenbeck ein ausgesuchtes Qualifizierungsangebot rund um Schlüsselqualifikationen im Management.

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historischem Schloss, eignen sich die Gebäude für Veranstaltungen unterschiedlicher Größenordnung vom Seminar bis zur Tagung. Alles ist darauf eingerichtet, den Teilnehmern einen angenehmen Aufenthalt und optimalen Lernerfolg zu ermöglichen.

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business4 | SCHWERPUNKT fahrt oder ein Seminar mit Pferden handeln. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Je nach Vereinbarung, wird das Kennenlernen untereinander, die Gewinnung von Erkenntnissen oder der Spaßfaktor als Schwerpunkt gesetzt. Unter einem Verhaltenstraining verstehe ich eine Veranstaltung, in der sowohl das Ziel als auch die Vorgehensweise klar definiert sind. Das Seminar findet üblicherweise in einem Seminarraum statt und bietet im Idealfall eine Vielfalt von Aktivitäten an, damit das Interesse des Teilnehmers konstant bleibt. In einem Verhaltensseminar werden Verhaltensweisen und Vorgehensweisen der Teilnehmer zunächst analysiert und dann optimiert. Dabei kann es sich sowohl um ein Training für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte handeln. Natürlich gibt es auch noch viele weitere Seminare. Der Weiterbildungsmarkt ist bunt und vielfältig, wie die Bedürfnisse der Arbeitnehmer.

b4: Welche von ihnen eigenen sich vor allem für kleine und

Foto: privat

mittelständische Unternehmen. Und warum? Bernadette Monballiu: Das ist schwer zu sagen, da viele Wege nach Rom führen. Bei kleinen und mittel-

«Der Markt ist vielfältig und bunt» Im Gespräch mit business4 bietet Bernadette Monballiu einen Überblick über den deutschen Fortbildungsmarkt und verrät, auf welche Faktoren bereits im Vorfeld geachtet werden sollte. b4: Welche Arten von Fortbildungen werden auf dem

ständischn Unternehmen würde ich empfehlen, be-

deutschen Markt angeboten?

sonders genau bei der Auswahl des Seminarleiters darauf zu achten, dass auf die Eigenheiten und

Bernadette Monballiu: Es gibt unterschiedliche Me-

Besonderheiten des Unternehmens professionell ein-

thoden, wobei ich persönlich zwischen einem Work-

gegangen wird. Das setzt Offenheit und Ehrlichkeit

shop, einem Erlebnis-Training/Outdoor-Training oder

von beiden Seiten voraus. Eines steht fest: Zunächst

technischen- und Verhaltens-Trainings unterscheide.

muss geklärt werden, was durch ein Seminar oder

Unter einem Workshop verstehe ich eine Veranstal-

Workshop erreicht werden soll. Erst danach macht es

tung, die von einem Moderator/Trainer geleitet wird

Sinn, die Veranstaltungsart zu wählen.

und als Ziel hat, Ideen, Vorgehensweisen und Prozesse gemeinsam mit einer Gruppe zu erarbeiten. Dieses

b4: Wie findet der Interessierte den richtigen Trainings-

sollte immer vor der Veranstaltung festgelegt werden.

partner? Worauf ist bei der Auswahl zu achten?

Der Weg dorthin „entwickelt“ sich allerdings im Laufe der Veranstaltung.

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Bernadette Monballiu: Ob über das Internet, durch

Ein „Erlebnis-Training“ ist eine Weiterbildung, die

Berufsverbände, der IHK, Fachpresse oder persönli-

außerhalb eines Raumes gestaltet wird. Ziel ist es, den

che Empfehlung: Der Weiterbildungsmarkt ist derar-

Teilnehmern zu Selbsterkenntnissen zu verhelfen.

tig bunt, dass es für Unternehmen zeitaufwändig ist,

Dabei kann es sich um eine teambildende Maßnahme

sich ein Überblick über den Weiterbildungsmarkt zu

im Klettergarten, gemeinsames Kochen, eine Kanu-

verschaffen. Den „richtigen“ Veranstalter für sein Un-

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ternehmen bzw. seine Branche zu finden, ist daher

tern die Trainingsmaßnahme positionieren und um-

tatsächlich eine Herausforderung. Erfahrungen von

setzen?

Mitarbeitern die aus anderen Unternehmen kommen,

Wie soll die Einladung aussehen (Kick-off Veranstal-

Mundpropaganda, sich im Bekanntenkreis umhören,

tung, E-Mail, Telefonat, im Einzelgespräch, durch den

könnte ein guter Start sein. Trotzdem bleibt es kleinen

Manager, in einem Meeting, durch einen Aushang)?

und mittelständischen Unternehmen nicht erspart,

Während des Trainings ist es wichtig für einen

sich intensiv mit den Anbietern auseinander zu set-

Raum/Ort zu sorgen, in dem die Teilnehmer nicht

zen. Je besser die Vorarbeit geleistet wird, desto höher

durch ihren beruflichen Alltag gestört werden, son-

ist die Chance, den „richtigen Griff“ zu machen.

dern sich ganz und gar auf das Lernen bzw. Üben konzentrieren können. Dies wird oft aus Kostengrün-

b4: Worauf sollte besonders geachtet werden?

den vernachlässigt aber ein Training soll auch neben dem Lerneffekt eine Wertschätzung des Unterneh-

Bernadette Monballiu: Wichtig ist, dass der Trai-

mens gegenüber seinen Mitarbeitern sein. Es ist scha-

ningspartner sich intensiv mit dem Unternehmen und

de, wenn diese Chance vergeben wird.

dessen Branche auseinander setzt. Also: Fragen stellt. Schließlich haben gerade kleine und mittelständische

b4: Was sollte man nach einem Seminar tun, damit der

Unternehmen individuelle Bedürfnisse, die sich ent-

Erfolg langfristig nützt?

weder historisch (Familienbetriebe), strukturell (flache oder hierarchische Strukturen) oder organisato-

Bernadette Monballiu: Hier sprechen wir einen we-

risch (auch Spezialisten müssen „Alleskönner“ sein)

sentlichen Punkt an. Viele Unternehmen denken –

von multinationalen Konzernen unterscheiden.

leider – folgendermaßen: Wir haben das Problem X, wir organisieren ein Training und der Trainer wird es

b4: Mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

schon richten. Wir zahlen schließlich dafür und sind so aus der Verantwortung raus.

Bernadette Monballiu: Das hängt von dem Umfang

Mit dieser Einstellung wird man langfristig keine

der Weiterbildungsmaßnahme und des Trainingsan-

Veränderung nach dem Training erzielen. Und genau

bieters ab. Auch hier gilt: Das Teuerste ist nicht unbe-

diese Veränderung will man ja erreichen.

dingt das Beste. Aber umgekehrt, sich nur auf „billige

Genauso wichtig wie die Vorbereitungsphase, ist

Lösungen“ einzulassen, kann sich auch als falsch er-

das, was nach dem Training von Seiten des Unterneh-

weisen. Bedenken Sie beim Preis den Aufwand des

mens unternommen wird. Es geht darum, das Er-

Trainings, den Umfang der Maßnahme (ein- oder

lernte zu begleiten oder „am Leben zu erhalten“. Das

mehrtägig, aneinander liegenden Trainingseinheiten

funktioniert nur, wenn sich das Unternehmen zu-

oder auseinander liegenden Veranstaltungen mit An-

sammen mit den Teilnehmern und dem Veranstalter/

wendungsmöglichkeiten zwischen den Trainingsein-

Trainer auf notwendige Schritte einigt.

heiten) , die Vorbereitungszeit, die Unterlagen und/

Die „Nacharbeit“ kann sowohl intern organisiert

oder Materialien, die Nacharbeit, die Maßnahmen

werden als auch mit Hilfe der Trainingsorganisation.

nach dem Training und das Honorar des Trainers.

Wichtig ist vor allem, dass weitere Schritte geplant,

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen

durchgeführt und in den Alltag der Mitarbeiter inte-

kommt hinzu, dass die angebotenen Lösungen indivi-

griert werden. Nur dann werden Sie von einem „ROI“

duell auf das Unternehmen zugeschnitten sind und

(return of investment) ausgehen können.

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nicht unbedingt wiederverwendbar sind. Daher kann ich Ihnen beim besten Willen keinen „Standardpreis“ nennen.

b4: Wie kann man sich bereits im Vorfeld optimal auf ein Weiterbildugnsseminar vorbereiten? Bernadette Monballiu: Vor dem Training muss sich das Unternehmen intern intensiv mit folgenden Punkten auseinandersetzen: Warum brauchen wir ein Training? Was wollen wir durch ein Training erreichen? Wer soll die Zielgruppe sein? Wie wollen wir

ZUM AUTOR Die gebürtige Belgierin Bernadette Monballiu ist seit Oktober 2000 freiberufliche Personaltrainerin und Seminarleiterin in Düsseldorf. Ihre Schwerpunktthemen sind unter anderem Führung von Mitarbeitern, Begleitung von Teambildungsprozessen und Kommunikationstraining. Sie bietet sowohl Einzelcoachings als auch Seminare für mehrere Teilnehmer an. Die Trainings hält sie wahlweise in Deutsch, Englisch oder Französisch.

die Gruppe(n) zusammensetzen? Wie wollen wir in-

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business4 | SCHWERPUNKT

Fortbildung im Vertrieb Die Kunden sind von unzähligen Werbebotschaften genervt, der Verkäufer soll sie trotzdem von seinem Produkt oder Dienstleistung überzeugen. Eine mögliche Strategie ist in fünf Dimensionen und neun

Vertriebsmitarbeiter sollten sich über neue Verkaufsstrategien informieren. Besonders gut gelingt dies im Team.

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iele werden es selbst kennen: Man wird jeden Tag von tausenden Werbebotschaften und hunderten Verkaufsangeboten bombardiert. Meist mit folgender Konsequenz: Man ist telefonisch nur noch schwer erreichbar und reagiert auf Verkaufsangebote spontan ablehnend. Gleichzeitig wird der Wettbewerb für Verkäufer immer enger. Verkauf ist der endgültige Erfolgsfaktor jedes Unternehmens. Sie müssen ihre Verkaufsansprache ausgesprochen verlockend gestalten. Doch

Foto: Fotolia

Ebenen zu agieren. welche sind die besten Methoden zum Erfolg im Verkauf? Welche neuen Konzepte sollten in die Fortbildungsplanung Vertrieb einfließen? Klassische Methoden des „Hard-Selling“ vergangener Jahre stoßen heute auf Ablehnung des Kunden und Kaufverweigerung. In den vergangenen Jahren gewannen neue Einzelkonzepte, wie „neuronales Marketing und Verkaufen“ oder „Neuro-linguistisches Programmieren“ (NLP) deutlich an Aufmerksamkeit und Erfolg. 25 Jahre Verkaufserfahrung im Handel und im B2B Vertrieb bis in die Vorstandsetagen großer DAX Unternehmen mit dreistelligen Millionenbudgets sowie die kontinuierliche Studie neuer Methoden hervorragender Verkäufer, der besten Seminare und empirischer Untersuchungen haben neue Wege entwickeln lassen. Der komplette Fundus der besten Methoden ist in einem Modell zusammengeführt, dass Guideline sein kann zur Auswahl der passenden Trainings. Das komplette Verkaufskonzept basiert auf fünf Dimensionen, die in neun Ebenen der Verkaufswerkzeuge geführt werden, die in einer Evaluierung der Stärken und Potenziale des Verkaufs überprüft werden können. Typischerweise werden oftmals mindestens zwei der fünf Dimensionen zu wenig beachtet und mehrere der Ebenen in der möglichen Konsequenz nicht angewendet bzw. nicht stetig trainiert.

Die 5 Dimensionen betreffen: 1. Kundenstrategie 2. Verkaufsprozess 3. Verkaufspsychologie 4. Kunden-Persönlichkeit 5. Total - Quality

Die neun Ebenen der Verkaufswerkzeuge sind: 1. psychologische Persönlichkeitsmuster des Kunden und Verkäufer 2. persönliche Kunden - Entscheidungsmuster

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Ein Kauf wird von Gefühlen gesteuert und rationalen Argumenten gerechtfertigt. Natürlich gibt es wichtige Kaufgründe, für den privaten wie für den B2B Bereich, wobei die Aussicht auf die Befriedigung der Kaufgründe in der Zukunft häufig schon ausreicht. Empirische, auch neuronale Untersuchungen der Motivation des Kaufs von Marken zeigen, dass vor dem Aspekt Freude und Wertebefriedigung der besonders wichtige Aspekt die Vermeidung von Risiko und „Schmerz“ ist. Im ganzen Verlauf des modernen Verkaufs steht eine ausgefeilte Fragetechnik mit der der Verkäufer nicht nur die Motiv- und Problemlage des Kunden erkennt, sondern mit der er den Kunden bis tief in seine inneren Werte entdecken und ihn in ausgefeilten teilweise „hypnotischen“ Sprachmustern zu seiner Wunscherfüllung mit seinen Produkten führen kann. Zur typgerechten Beratung ist die Erkennung der zahlreichen individuellen, psychologischen und praktischen Motivationsmuster sehr entscheidend. Es ist nicht mehr möglich alle Kunden mit ähnlicher Verkaufsmethodik und Sprache zu erreichen.

Neue Methoden des Beziehungsaufbaus Mit neuen modernen Methoden des unbewussten Beziehungsaufbaus in der Psychologie wird der Kunde den Verkäufer auf ganz unbewusste Art immer sympathischer empfinden. Untersuchungen zeigen, dass sowohl im persönlichen Verkauf wie am Telefon Stimme, Ausstrahlung, Gestik und die damit empfundene Übereinstimmung viel entscheidender sind, als die Worte in Ihrer Bedeutung selbst.

Die Verkaufs-Inszenierung Die Verkaufs-Inszenierung kann man eindrucksvoll und empirisch belegt erfolgreicher in besondere Geschichtsmuster oder in Form eines Dramas gestalten. Geschichten treten den Menschen

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Grafik: Goffin

3. psychologische Methodik des unbewussten Beziehungsaufbaus 4. die richtige Fragetechnik und Nutzenanalyse, die Tore öffnet 5. hypnotische Verkaufs- und Sprachmuster, die fast unbemerkt verkaufen 6. die Dramaturgie der Verkaufsinszenierung 7. die sechs Schablonen, die das Verkaufsdrama unverwechselbar machen. 8. Der menschliche Autopilot zum Kauf. 9. Den Kunden den Abschluss machen lassen.

viel deutlicher in das Gedächtnis, bleiben besser in Erinnerung, erregen Emotionen und umgehen in einer guten Form leichter den bewussten Verstand, der heute vielfach auf Kaufabwehr steht.

Das Training aller fünf Dimensionen des Vertriebs sichert den besonderen Erfolg im Verkauf..

Kundenfokus und Angebotsformen Wie wird der Kundenfokus geschickt gelenkt? Was ist die wichtigste Aussage eines Angebotes? Schon in der typischen Angebotsformulierung und Diskussion werden viele Verkaufschancen vergeben und meist der Preisfokus durch die Form gesteuert. In neuen Angebotsformen gibt es hervorragende Methoden, den Kundenfokus zu besonderen Produktnutzen zu orientieren und sich durch die Gestaltung erfolgreich zu differenzieren.

Der Abschluss Angesichts immer kritischerer Kunden sind neue Methoden des Verkaufs entwickelt worden, die die Kunden mit ausgefeilter Gesprächs- und Fragetechnik dazu führen selbst den „Abschluss“ für die Verkäufer zu machen, da er sich heute nicht mehr „drängen“ lässt. Es gibt verschiedene Gesprächstechniken, die je nach Kundentyp zum Erfolg führen können. Der Kunde muss statt Abwehr die brennende Q Neugier zurückgewinnen.

ZUM AUTOR Der Unternehmer Hanno Goffin fördert von Mettmann aus kleine und mittelständische Unternehmen mit der Initiative „KMU Vision“ und eigener 25-jähriger, praktischer Führungserfahrung als Unternehmer und Manager. Er ist Dipl.-Ing. der RWTH Aachen und hat einen Master (MBA) einer der führenden Management-Schulen.

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business4 | SCHWERPUNKT

«Belastungen bewältigen» Welcher Angestellte träumt nicht davon, die Führungsrolle in seiner Abteilung zu übernehmen. Doch diese Funktion erfordert nicht nur berufliches Knowhow, sondern vor allem eine motivierte und psychisch stabile Verfassung. b4: Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Personalführung zum Thema „Psychische Beanspruchung von Mitarbeitern und Führungskräften“ fühlen sich viele Führungskräfte ihren Anforderungen nicht mehr gewachsen. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Rita Strackbein: Immer häufiger berichten uns Führungskräfte in Seminaren, Workshops und Coachings über persönliche Überlastungen, Energielosigkeit, schwindende Motivation und sogar erste physische und psychische Anzeichen von Burnout. Insbesondere nach der Finanzkrise sind die Anforderungen – nicht nur an Führungskräfte – enorm gestiegen. Zu Zeiten der Krise befanden sich viele Unternehmen in Kurzarbeit, Mitarbeiter wurden entlassen und Stellen wurden gestrichen. Mittlerweile sind die Auftragsbücher wieder voll.

Foto: privat

«Private Probleme und Belastungen beeinträchtigen Mitarbeiter stärker als Führungskräfte.»

ZUR PERSON Dipl.-oec. Rita Strackbein ist geschäftsführende Gesellschafterin der Diskurs Strackbein GmbH mit Sitz in Wuppertal. Sie ist systemische Organisationsberaterin (ISB Wiesloch und Meihei Heidelberg), Management-Trainerin und zertifizierter Coach (DBVC e.V.), außerdem Master und Lehrtrainerin am ISB in Wiesloch und Wirtschaftsmediatorin. Rita Strackbein wurde 1956 in Wuppertal geboren.

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Die von Ihnen angesprochene und wichtige Studie wurde im Februar 2011 veröffentlicht. Ihr zufolge liegt es an folgenden Faktoren: Starker Erfolgsdruck wurde von 87 Prozent der Führungskräfte genannt, wobei dieses Kriterium nur zu 44 Prozent die Mitarbeiter belastet. Private Probleme und Belastungen beeinträchtigen hingegen die Mitarbeiter (78 Prozent) stärker als die Führungskräfte (58 Prozent). Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzten sind deutlicher ein Thema bei den Mitarbeitern (76 Prozent) als bei Führungskräften (35 Prozent). Besonders bei den Führungskräften ist die Ständige Erreichbarkeit mit 63 Prozent ein psychisch belastender Faktor – das hat bei den Mitarbeitern mit 18 Prozent keine Bedeutung.

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b4: Welche Folgen hat dies für Führungskräfte konkret?

Rita Strackbein: Es bedeutet für Führungskräfte, dass sie nicht nur ihre eigene Belastung zu tragen und zu bewältigen haben, sondern auch die der ihnen zugeordneten Mitarbeiter. So steigen natürlich die Anforderungen an ihre Funktion und die damit verbundenen Erwartungen massiv. Das Thema „Führung“ wird durch dieses Phänomen der allseits steigenden Belastungen deutlich anspruchsvoller und schwieriger. Menschen zu führen, die selbst in einer motivierten und psychisch stabilen Verfassung sind, ist deutlich einfacher, als Menschen zu führen, die psychisch instabil und überlastet sind. Dazu kommt natürlich noch die Verfassung der Führungskraft, die wiederum auf die Mitarbeiter wirkt. Gerade hiermit hat sich die Studie der DGFP auch auseinandergesetzt. „Was denken Sie, wie gut sind die Führungskräfte Ihres Unternehmens durch entsprechende Weiterbildungen darauf vorbereitet, psychische Beanspruchung zu erkennen?“ Die Ergebnisse sind frappierend: 76 Prozent der Führungskräfte fühlen sich eher schlecht und schlecht vorbereitet. Die Mitarbeiter sind interessanterweise zu 66 Prozent der Ansicht, die Führungskräfte seien sehr gut bzw. eher gut auf solche Situationen vorbereitet. b4: Die meisten Weiterbildungsmaßnahmen von Füh-

rungskräften zielen vornehmlich auf die Vermittlung von Techniken ab. Sie haben einen anderen Ansatz?

Rita Strackbein: Betrachtet man die „klassische“ Fortbildung für Führungskräfte in der Vergangenheit, so zielte diese in erster Linie auf die Vermittlung von Tools und Techniken. Es wurden Seminare zu den Themen Mitarbeitergespräche, Motivation, Delegation, Zeitmanagement, Kon-

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fliktmanagement und Prozess- und Projektmanagement belegt. Diese Techniken sind sicher alle wichtig, da sie Menschen im professionellen Kontext qualifizieren.

Es stellt sich die Frage, ob dies ausreicht. In unseren komplexen, turbulenten und druckgeprägten Unternehmensbedingungen brauchen wir ein Führungsverständnis, das diesen deutlich gestiegenen Anforderungen gerecht wird. Ein systemischer, also ganzheitlich vernetzter Blick auf die Führungsrealität, die eigenen Rollen und die eigene Person ermöglichen unterschiedliche Perspektiven und Entwicklungsfelder für Führungskräfte. b4: Welche Faktoren sind wichtig, damit Führungskräfte erfolgreich und ausgeglichen agieren können?

Rita Strackbein: Neben Tools und Techniken sind vier weitere Perspektiven in der Führungskräfteentwicklung sehr wichtig: Innere Haltung und Einstellung, Rollen und Aufgabe, Persönlichkeitsmerkmale, Innere Steuerung. Das Ziel einer Führungskraft muss sein, Menschen nicht nur rational zu führen, sondern ihnen Wertschätzung entgegenzubringen. Außerdem sollte es jeder Führungskraft gut gehen – denn nur dann besitzen sie die Kraft und Leistungsfähigkeit, die Mitarbeiter zu motivieren und zu Erfolgen zu Q führen.

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Foto: Peter Kamp/Pixelio

business4 | CHEFETAGE

Versorgungs-System Logistik bedeutet Planung und Steuerung, zwischen Kunden und Lieferanten, aber auch innerhalb von Unternehmen. Der Montagesteuerer aus der Automobilfabrik, der Versandleiter im Lebensmittelhandel, der Einkäufer eines chemischen Betriebs und der Disponent eines Spediteurs – sie alle sind mit Logistik befasst.

L 42 Tonnen Fracht werden – rein rechnerisch – für jeden Bundesbürger jährlich transportiert.

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ogistik ist (fast) überall, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Aber nicht an allen logistischen Vorgängen steht auch tatsächlich „Logistik“ dran. Darum wird dieser Wirtschaftsbereich in der Wahrnehmung häufig auf „Transport, Umschlag und Lagerung“ reduziert. Im englischen Sprachraum spricht man dagegen von „supply chain management“, was die intelligente Planung und Steuerung von Wertschöpfungsketten meint. Rein rechnerisch werden pro Jahr für jeden Bundesbürger pro Jahr 42 Tonnen Fracht transportiert, gelagert, kommissioniert und verpackt. Zudem hat kein anderes Land der Erde ein ähnlich dichtes Straßen-, Schienen- und Wasserstra-

ßennetz wie Deutschland vorzuweisen. Auch in punkto See-, Binnen- und Flughäfen spielt unser Land international an der Spitze mit. Vor allem aber wird dem deutschen Logistik-Know-how eine weltweit führende Rolle zugeschrieben.

Mehr als nur Lastkraftwagen Logistik ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken, weil sie branchenübergreifend, rund um die Uhr und weltweit dafür sorgt, dass Güter stets dort sind, wo sie gebraucht werden. Egal, ob es sich um den Joghurt im Supermarktregal, den Imbiss an Bord eines Passagierflugzeugs oder die Sitzgarnitur zum Einbau in ein Auto handelt.

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Logistik findet sich heute auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette wieder. Davon bekommt der Verbraucher allerdings meist kaum etwas mit. Lediglich auf den Autobahnen fallen die vielen Lastkraftwagen (meist unangenehm) auf. Dabei ist Logistik wie erwähnt mehr als lediglich der Transport von A nach B. Die Branche plant, gestaltet und steuert Waren- und Informationsströme, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie. Lediglich rund 20 Prozent der Fertigung übernehmen die Hersteller heute noch selbst. Der Großteil der Produktion wird von Zulieferern erledigt. So sind beim Beispiel Autositze theoretisch Millionen von Varianten möglich. Sie unterscheiden sich in Farbe, Stoff oder Armlehne. Doch da die Lagerung hohe Kosten verursacht, werden Autositze stets in der Reihenfolge produziert und geliefert, wie sie der Monteur in die Fahrzeuge einbaut (just in sequence). Damit es nicht zu Verzögerungen kommt, rollen die Polster also beim Zulieferer im gleichen Takt vom Band, wie sie beim Auotomobilhersteller in die Fertigung einfließen. Über die richtige Abfolge informiert die komplexe logistische Produktionsplanung. Der Zulieferer seinerseits muss die benötigten Materialien bereithalten. Die genaue Montagesequenz wird zum Teil erst wenige Stunden vorher festgelegt. Trotz der Vielzahl von Akteuren auf mehreren Ebenen laufen die Produktions- und Lieferprozesse dank moderner IT und ausgeklügelter Netzwerke reibungslos.

die Produktion – und auf der anderen Seite natürlich der Märkte bedeutet“, so eine Logistik-Definition, die in der BVL geprägt worden ist. Logistik ist jedoch nicht nur unternehmens-, sondern auch branchenübergreifend eine Schnittstellen-Disziplin par excellence. Und in dieser Sonderrolle liegt denn auch ein Problem der Logistik, wenn es um ihr Selbstverständnis, ihre Selbstdarstellung und um die immer wieder nachgefragten „Branchenzahlen“ geht.

Branche mit Wachstumszahlen Leider gibt keine originäre Statistik für die Leistungen der Logistik in der Volkswirtschaft, weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene. Die Zahlen, die präsentiert werden können, beruhen auf wissenschaftlichen Berechnungen, die aus Annahmen und Umfrage-Ergebnissen resultieren. Dadurch ergibt sich bei allen Daten, die die Logistik betreffen, immer ein Zeitverzug von mindestens einem Jahr gegenüber den Branchen, die beispielsweise vom Statistischen Bundesamt erfasst werden. Dennoch teilt die BLV alljährlich ihre Zahlen mit. In diesem Frühjahr waren sie erfreulich. So seien die Auswirkungen der Wirtschaftskrise überwunden und für das laufende Jahr erwarte man einen Rekordumsatz in Höhe von 222 Milliarden Euro. „Aktuell gehen wir – ausgehend von einem Umsatz von 211 Milliarden Euro in 2010 – von einem weiteren Wachstum in 2011 von rund fünf Prozent aus. 2011 würde damit 2008 beim Logistikumsatz als Rekordjahr ablösen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Bundesvereinigung Logistik, Prof. Raimund Klinkner, bei der Auftaktpressekonferenz des Tages der Logistik in Frank-

Auf minutiöse Bedarfsplanung kommt es auch in anderen Bereichen an. So sollen beispielsweise Blumen, die aus anderen Ländern importiert werden, erst dann blühen, wenn sie im heimischen Geschäft angeboten werden. Saat, Düngung, Schnitt, Transport und temperaturgeführte Lagerung der Blumen, also die Prozesskette, darauf abzustellen, ist ebenfalls Aufgabe der Logistik. Es gibt viele gemeinsame Impulse für den Montagesteuerer aus der Automobilfabrik und den Versandleiter im Lebensmittelhandel, zwischen dem Einkäufer eines chemischen Betriebs und dem Disponenten eines Spediteurs. Um die gemeinsamen Interessen zu vereinigen, wurde vor rund 30 Jahren die Bundesvereinigung Logistik (BLV) aus der Taufe gehoben. „Logistik ist ein System, das zunächst im Unternehmen, aber auch unternehmensübergreifend mit Lieferanten und Kunden, eine optimale Versorgung mit Materialien, Teilen und Modulen für

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Deutschland hat nicht nur ein hervorragendes Straßennetz, sondern spielt auch in punkto Seehäfen international an der Spitze mit.

Foto: Gabi Eder/Pixelio

Bündelung gemeinsamer Interessen

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business4 | CHEFETAGE furt. Damit gelte die Logistik als drittgrößter Wirtschaftsbereich in Deutschland – hinter der Automobilwirtschaft und dem Gesundheitssektor. Diese Spitzenstellung wurde erstmals 2004 in der Studie „Top 100 der Logistik“ von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien der Logistikdienstleistungswirtschaft (ATL) festgestellt. Mit einem damaligen Umsatz von 170 Milliarden Euro, rangierte die Logistik gleichauf mit dem Maschinenbau auf Platz drei. Spitzenreiter ist die Automobilindustrie (285 Milliarden Euro, Stand: 2004), gefolgt vom Gesundheitswesen (250 Milliarden Euro, Stand: 2004).

mehrt Mitarbeiter mit akademischer Bildung – und Praktiker, die sich konsequent weiter qualifizieren“, sagte Prof. Klinkner. Gesucht würden vor allem Ingenieure und Wirtschaftsingenieure, Betriebswirte und Informatiker mit einem Studienschwerpunkt in Logistik/Supply Chain Management. Dass sich die Logistik zur Paradedisziplin der Deutschen entwickeln konnte, hat mehrere Gründe. Im Zuge der EU-Osterweiterung ist die Bundesrepublik in den Mittelpunkt Europas gerückt und damit zur Logistikdrehscheibe Nummer Eins für Im- und Exporte geworden. Deutschland verfügt mit 11.700 Kilometern Autobahn, 45.500 Kilometern Schienennetz und 7.500 Kilometern Wasserstraße über eine gewaltige Verkehrsinfrastruktur. Zudem ist es mit seinen 82 Millionen Konsumenten der größte Absatzmarkt Europas. Das haben inzwischen auch international tätige Logistikdienstleister erkannt und ihren Hauptsitz in die Bundesrepublik verlegt. Darüber hinaus ist Deutschland Heimat eines starken, weltweit vernetzten Logistik-Mittelstandes.

Gesucht: qualifizierte Mitarbeiter Gute Nachrichten wurden auch für den LogistikArbeitsmarkt verkündet: Bei den Beschäftigtenzahlen wurde in der Krise unterproportional angepasst (minus 3,6 Prozent in 2009). Bereits 2010 wuchs die Beschäftigtenzahl wieder auf 2,75 Millionen und dürfte 2011 das Niveau von 2008 erreichen oder sogar überschreiten. Bei allem Optimismus wies Prof. Klinkner jedoch gleichzeitig auf einige Unsicherheitsfaktoren hin. So mache die Wirtschaftsentwicklungen im Euroland, vor allem in Irland, Portugal, Griechenland, Spanien und Italien, die Unruhen in arabischen Ländern und in Afrika, die Natur-Katastrophen in Japan sowie der Wettbewerb der großen Währungen Dollar, Euro und Yuan der Branche Sorgen.

Foto: Andreas Hermsdorf/Pixelio

Ökologie, Ökonomie und Soziales

Der Großteil des Warentransports erfolgt nach wie vor klassisch auf den Straßen. Der Bundesverband hat mit seinem Grünbuch allerdings die Weichen für eine ökologischere Zukunft gestellt.

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Doch die strukturellen und konjunkturellen Signale weisen seiner Meinung nach beim Arbeitsmarkt in die gleiche Richtung: Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern würde weiter steigen. Verstärkt würde der Trend dadurch, dass sich die Logistik in immer komplexeren Handlungsfeldern bewegt. „Die Logistik braucht ver-

Ein weiteres Thema, mit dem sich die Branche seit geraumer Zeit befasst, ist das Thema Nachhaltigkeit. So wurde Anfang 2011 das „Grünbuch der nachhaltigen Logistik“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine 230 Seiten starke Publikation, die auf Initiative der Schwesterorganisation BVL Österreich von beiden Logistikvereinigungen gemeinsam erarbeitet wurde. „In der Logistik verbindet der Begriff „Nachhaltigkeit“ wirtschaftliche Effizienz mit Ressourcenschonung: Effiziente Logistik, also gute Planung und verantwortungsvolle Umsetzung, spart wertvolle Ressourcen und schützt damit die Umwelt“, so die Herausgeber in ihrem Vorwort. Sie gehen dabei vom Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit aus: Ökologie, Ökonomie und Soziales werden gleichermaßen berücksichtigt; Unternehmen, Politik und Gesellschaft sind die Akteure. Im Grünbuch werden bewährte und konkrete Maßnahmen im breiten Spektrum logistischer Anwendungen beschrieben. Planer und Betreiber, Entscheider und Realisierer finden Impulse, um intelligente und zukunftsorientierte Handlungsalternativen für die eigene Praxis abzuleiten. Q INFORMATION Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. www.bvl.de

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business4 | CHEFETAGE

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nternehmen sehen sich in einer zunehmend globalisierten Unternehmensumwelt einer Vielzahl an Risiken gegenüber. Maschinen- und Werkzeugschäden, Materialverluste, menschliche Fehler aber auch Naturkatastrophen, Terroranschläge und Streiks sind Beispiele. Diese Risiken können den Unternehmenserfolg negativ beeinflussen und sogar die Unternehmensexistenz gefährden. Schäden erleiden dabei

terner riskanter Einflüsse. Hiermit wird die Basis für die nächsten Schritte, die Risikobewertung und –steuerung gelegt.

Risikobewertung Danach gilt es, Konsequenzen zu ermitteln und zu bewerten. Das Spektrum der Bewertungsmethoden ist breit, üblich ist die Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die Ergebniswirkung abzuschätzen und in einer Matrix (Risk-Map) abzubilden. Dadurch können die Risiken visualisiert und Prioritätsgruppen gebildet werden.

Risikomanagement

Risikosteuerung

Auf Basis der gewonnenen Informationen werden geeignete schriftliche Risikosteuerungstransport ein erhebliches Risiko dar. Durch eine frühzeitige Einführung eines strategien abgeleitet. Hierbei Risikomanagement-Systems können sich Unternehmen vor den Folgen schützen. hat sich in Bezug auf den Umgang mit Risiken folgende Einteilung bewährt: Risikovermeidung: Es wird auf Maßnahmen verzichtet, um Risiken zu vermeiden. Die Angst vor Versorgungsengpässen führt zum Verzicht bestimmte Produkte aus Asien zu beziehen. Risikoverminderung: So hilft zum Beispiel eine regionale Streuung der Lieferanten, das Versorgungsrisiko zu verringern. Falls Ware aus China nicht rechtzeitig geliefert werden kann, übernimmt der regionale Lieferant kurzfristig. Risikoüberwälzung: Bestimmte Risiken können entlang der Supply Chain verlagert werden, teilweise auch durch Versicherungen gegen Zahlungen. Konsignationslagerstrategien beispielsweise übertragen das Bestandsrisiko auf den Lieferanten, dadurch, dass Ware solange im Eigentum des Warentransport ist nicht nur annicht nur direkt Betroffene, sondern auch jene, Lieferanten bleibt, bis der Kunde sie aus dem Lastrengend, sondern oft auch mit die in der Lieferkette vor- und nachgelagert sind. ger entnimmt. Risiken verbunden. Durch eine frühzeitige Einführung eines Risiko- Risikoübernahme: Bestimmte Risiken werden management-Systems können sich Unternehmen sehenden Auges akzeptiert und vorsichtig übervor den Folgen solcher Ereignisse schützen. Die wacht und gesteuert. Wird eine Materialgruppe Blickrichtung sollte auf das eigene Unternehmen, lediglich von einem einzigen Lieferanten bezoLogistikanbieter und Lieferanten gerichtet sein. gen, sollte man in der Lage sein, dennoch schnell Der Prozess kann in drei Schritte unterteilt zu einem Alternativlieferanten zu wechseln. werden: Risikoidentifikation, Risikobewertung Die verstärkte Aus- und Weiterbildung sowie und Risikosteuerung. Sensibilisierung der Mitarbeiter ist grundsätzlich erforderlich und sollte rechtzeitig begonnen werRisikoidentifikation den. Kurzfristig ist es bei einem so komplexen Der erste Schritt eines jeden Risikomanagements und umfangreichen Thema ratsam, Experten einist die Identifikation von möglichen Risiken. Dazu zubeziehen, um von deren Erfahrungen und der gehört auch seitens der Lieferanten eine einge- zusätzlichen Manpower zu profitieren. Christian Fischer Q hende schriftliche Analyse externer aber auch inFoto: fotolia

Nicht nur menschliche Fehler stellen für ein Unternehmen im Bereich Waren-

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Foto: LOG4MG

Knotenpunkt Logistik

Der Regiopark ist ein 1,2 Millionen Quadratmeter großes Gewerbegebiet der Stadt Mönchengladbach und der Gemeinde Jüchen.

Um Mönchengladbach als Knotenpunkt für Logistiker auszubauen, lokale Akteure zu vernetzen und neuen Logistikunternehmen, die sich ansiedeln möchten, innovative Lösungen anbieten zu können, wurde LOG4MG gegründet.

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nter Federführung der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach und mit Partnern wie Vanderlande, Hochtief, Langen Projektentwicklung und Bienen und Partner, startete 2003 eine Initiative für Logistiker. Inzwischen hat sich das Leistungsspektrum der LOG4MG – Logistik-Initiative Mönchengladbach – erweitert. Sie entwickelte sich zu einem pulsierenden Netzwerk weiter. Aktuell bieten 15 Netzwerkpartner der Logistikbranche ihr Know-how an und arbeiten gemeinsam daran, den Standort mit geeigneten Marketingprojekten und Veranstaltungen weiter zu stärken.

Initiative Komplettlösungen Das Leistungsspektrum der LOG4MG ist groß. So bietet die Initiative etwa Komplettlösungen für moderne Logistikimmobilien an, von der Unterstützung bei der Projektentwicklung bis zur Betreuung während und nach der Umsetzung solcher Großprojekte. Durch regelmäßige Netzwerktreffen, die Ausrichtung eigener Veranstaltungen oder durch die Beteiligung an Messeauftritten bietet die LOG4MG den Partnern umfangreiche Synergien innerhalb des Netzwerks und ein starkes Marketing. Durch eine Beteiligung am bundesweiten

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Tag der Logistik legt sie darüber hinaus auch einen Schwerpunkt auf Nachwuchsarbeit. Eines der erklärten Ziele von LOG4MG ist das aktive Bekenntnis zur Logistikregion Mönchengladbach. „Der Standort verfügt mit 15 Millionen Konsumenten in einem Radius von 100 Kilometern über einen branchenspezifischen Standortvorteil. Hinzu kommt die strategische Lage als Drehscheibe zwischen dem Benelux-Raum mit seinen großen Häfen auf der einen und der RheinRuhr-Schiene auf der anderen Seite“, erklärt Dirk Spieker, Projektmanager der Initiative. Einen besonderen Namen hat sich die Stadt im Bereich der Textillogistik gemacht. Neben den „Großen der Branche“ besticht Mönchengladbach vor allem durch eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen aus den Bereichen Transport, Beratung, Materialfluss und Projektentwicklung. Innerhalb der Stadtgebiets haben sich mehrere Agglomerationen von Logistikbetrieben herausgebildet, die sich naturgemäß stark an der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur orientieren. Erste Adressen sind dabei das Gewerbegebiet Güddrath und der Regiopark sowie die Gewebegebiete in Rheindahlen, Wickrath und an der Korschenbroicher Straße. Q

Alljährlich wird das Logistikforum Mönchengladbach zur Vertiefung des Branchennetzwerks organisiert.

KONTAKT

LOG4MG – LOGISTIKINITATIVE MÖNCHENGLADBACH Lüpertzender Straße 6 41061 Mönchengladbach T 0 21 61 8 23 79 79 F 0 21 61 8 23 79 82 spieker@log4mg.de www.log4mg.de

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Leben & Stil B

ei dem tiefroten Stein dieses edlen Ringes, handelt es sich um eine Rarität erster Güte: einen Rubellit aus der Gruppe der Turmaline. Er wurde von der Schmuckdesignerin Sonja Kreis als Rohstein in Nigeria gefunden. In ihrer Düsseldorfer Edelsteinmanufaktur erhielt er von dem international ausgezeichneten Edelsteindesigner Alexander Kreis seinen kunstfertigen Schliff. Danach – unter Berücksichtigung einer besonderen Handwerkskunst – gab Sonja Kreis dem Stein, im Zusammenspiel mit Brillanten und 750/-Weißgold, seine elegante schmuckhafte Vollendung im Ring. So entstand ein Unikat und Meisterstück. Preis: 36 790 Euro. Q

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an schreibt den 10. September 1961 als Wolfgang Graf Berghe von Trips beim Grand Prix von Monza tödlich verunglückt. Genau 50 Jahre später ist es Elysee-Inhaber Reiner Seume, einem Fan des historischen Motor-Sports, ein Bedürfnis, dem Renngrafen durch einen einzigartigen Zeitmesser eine stilvolle Erinnerung zu gestalten. Der auf 50 Stück limitierte Automatik-Chronograph präsentiert sich edel und dezent, das in ihm verbaute Valjoux 7750-Uhrwerk ist Garant für die Präzision. Das Zifferblatt ziert die Signatur der Renn-Legende Graf Berghe von Trips und auf der Rückseite befindet sich statt eines klassischen Glasbodens, sein Portrait. Preis: 1 998 Euro. Q

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   dank Powerbleaching 365      02 11 86 20 70 131

 7 â&#x20AC;&#x201C; 24    9 â&#x20AC;&#x201C;19    9 â&#x20AC;&#x201C;19 

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op-Qualität aus der Lagunenstadt Hangzhou, der PerlenMetropole im Osten Chinas, gibt es exklusiv beim Concept-Store Pro Idee. Das Collier besteht aus 41, nahezu perfekt abgerundeten Süßwasserperlen. Jede von ihnen ist zehn Millimeter groß und besteht – im Gegensatz zu Salzwasser-Zuchtperlen, die diese Größe nur selten erreichen – vollständig aus Perlmutt. Für jede einzelne Perle benötigt die Auster fünf Jahre Reifezeit. Die Perlen sind auf reißfesten Perlseidenfäden fixiert und mit einer Kugelschließe aus 585er-Weißgold versehen. Preis: 990 Euro. Q

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us rostfreiem Messerstahl, in über 40 manuellen Arbeitsgängen nach alter Solinger Tradition gefertigt, zeichnet sich die Edition Briccole die Venezia der Firma Franz Güde GmbH durch die Verwendung von Holz der venezianischen Gondel-Pfähle (Briccole) aus. Diese Pfähle werden nach etwa 100 Jahren ausgetauscht. Einige davon fanden ihren Weg nach Solingen, wo sie bei Güde in dieser limitierten Sonder-Edition das unvergleichliche Flair der Lagunenstadt in die heimische Küche bringen. Auf dem Foto sind die folgenden Modelle zu sehen (von oben nach unten): Kochmesser (21 cm, 140 Euro), Schinkenmesser (21 cm, 140 Euro) und Spickmesser (10 cm, 60 Euro). Außerdem ist in der Serie noch ein Brotmesser (32 cm, 185 Euro) erhältlich. Q

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iese Art Deco Deckenleuchte stammt aus den 1930er Jahren. Das Metall des rechteckigen Lampengehäuses ist matt elfenbeinfarben lackiert, die große Glasplatte ungewöhnlich gesandstrahlt. Der schlichte Leuchtkörper steht im Kontrast zur aufwendig geschwungenen, vernickelten Aufhängung. Die Maße dieser Leuchte, die bei Wandel Düsseldorf erhältlich ist, sind: 100 Zentimeter breit, 60 Zentimeter tief und mit Baldachin 88 Zentimeter hoch. Preis: 2 800 Euro. Q

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BEST OF LOCATIONS IN DÜSSELDORF & UMGEBUNG

Eventraum erfüllt Ihre anspruchsvollen Wünsche. Unser Portfolio umfasst diverse Clubs, Restaurants, Lofts, Beachclubs, Hotels, Terrassen und andere Top-Locations.

Wir kennen Düsseldorf wie unsere Westentasche und helfen Ihnen gerne bei der Umsetzung Ihrer Kundenevents, Pressekonferenzen, Messepartys, Präsentationen, WEIHNACHTSFEIERN und KICK-OFF-VERANSTALTUNGEN oder kurz gesagt bei allen Veranstaltungen die Sie umsetzen möchten. Und weil Eventraum keine Agentur sondern ein Netzwerk ist, bieten wir Ihnen für das BEST OF LOCATIONS auch eine BEST PRICE GARANTIE. Ihr Ansprechpartner Erik Ludwig freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme unter 0211. 550 47 50 oder erik.ludwig@eventraum.com www.eventraum.com Zu unseren Referenzen gehören regionale Mittelständler und internationale Konzerne wie: Bild Zeitung, Citroën, Danieli Corus, Epson, Ergo, France Agrimer, Grey, HP, Igedo Company, Ikea, Kebekus & Zimmermann, KPMG, L‘Oréal, LG Electronics, Panasonic, Stada, Vodafone u. a. 3 / 2011

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Echte Barbecue-Fans lassen sich auch in der kalten Jahreszeit nicht vom GrillVergnügen abhalten. Eine gute Möglichkeit, um auch im Winter zu grillen, bietet beispielsweise der Gasgrill Weber Spirit E-320 Premium. Er ist mit drei getrennt regelbaren und stufenlos einstellbaren Brennern sowie mit einem Seitenkocher zur Zubereitung von Saucen und Beilagen ausgestattet. Zudem bietet er unter anderem ein im Deckel integriertes Thermometer, Warmhalterost und porzellanemaillierte Grillroste Außerdem kann eine handelsübliche fünf Kilogramm-Gasflasche im Unterschrank verstaut werden. Der Gasgrill kostet 799 Euro und ist bei Giardino in Lindlar oder online unter www.bbq-shop24.de erhältlich. Q

ie Winterzeit ist die richtige, um sich zu verwöhnen. Wie wäre es mit einem Gutschein für eine Auszeit vom hektischen Alltag im preisgekrönten Düsseldorfer Day Spa Momentum Spa? Hier taucht man beispielsweise in den großzügigen Salzwasser-Pool ein oder entspannt sich in luxuriösen Saunen. Außerdem stehen auch hochwertige Beauty-Behandlungen für Sie & Ihn oder wohltuende Wellness- und Ayurveda-Massagen im Programm. www.momentum-spa.de Q

Seafood & Steaks

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ie sorgfältig erwählten Produkte des Restaurants und deren Zubereitung lassen kaum Feinschmeckerträume unerfüllt. So ist das Nebraska Beef (auch als „Gold des mittleren Westens“ bekannt) eine kulinarische Offenbarung. Die auserwählten Tiere der Rassen „Angus“ und „Hereford“ wachsen langsam heran, werden ausschließlich mit bestem Weidegras, Getreide und Mais gefüttert und absolut hormonfrei großgezogen. Auch das Seafood mit edlen Fischen und exquisiten Schalentieren erfüllt höchste Gourmetansprüche. Q

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KONTAKT

REEF & BEEF SEAFOOD & STEAKS Lennéstraße 29 | Ecke Tußmannstr. 40477 Düsseldorf F (02 11) 44 03 09 91 | F (02 11) 44 03 09 92 info@reefandbeef.de | www.reefandbeef.de

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enschen, die ein schlichtes und reduziertes Desing bevorzugen, sollten sich die Schweizer Uhrenmarke a.b.art näher ansehen. Zeiger, Zifferblatt, Datumanzeige oder Gehäuse – die Gestaltung einer a.b.art-Uhr ist ein harmonisches Zusammenspiel aller Komponenten. Gesehen bei Christine Kube, Zeit & Schmuck in Düsseldorf. Preis ab 745 Euro. Q

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er Grundstein für den ersten Chronographen im Porsche Design wurde bereits im Jahre 1972, dem Gründungsjahr der Luxusmarke, gelegt. Die originalgetreue Neuauflage Black Chronograph P’6511 wird den modernen Ansprüchen gerecht. Das Gehäuse und das Armband sind vollständig aus Titan gefertigt. Dadurch ist der Zeitmesser äußerst widerstandsfähig. Durch das geringe Gewicht des Werkstoffs, das deutlich weniger wiegt als Edelstahl, bietet er hohen Tragekomfort. Man setzt auf die gleichen Erfolgsfaktoren wie damals: eine klare, puristische Form mit ins Gehäuse versenkten Chronographendrückern sowie dem vollständig kugelgestrahlten Gehäuse und feingliedrigen Armband. Allein der Durchmesser wurde dem Zeitgeist angepasst und ist auf 44 Millimeter gewachsen. Preis 3 500 Euro. Q

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nikate nach Maß — so lautet das Motto der Arbeiten der Designerin Gabriela Uphaus. Sie schafft in ihrem Düsseldorfer Atelier im WZ-Center Schmuckstücke, die durch ihre Präsenz die Persönlichkeit ihrer Kunden bestätigen und sie nicht dominieren sollen. Gabriele Uphaus legt bei ihren Arbeiten Wert darauf, dass die einzelnen Stücke immer zeitlos und doch modern sind. So hat sie beispielsweise diesen individuellen Siegelring aus 750er Gold mit großem und optisch prägenden Granat-Edelsein gefertigt. Preis auf Anfrage. www.uphausjuwelen.de Q

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icht nur hervorragenden Klang, sondern gleichzeitig ein besonderes Ambiente versucht die Firma Ombiene aus Düsseldorf mit ihren Lautsprechern zu bieten. Dazu gehört dreidimensionale Akustik aus nur zwei Lautsprechern. Das Geheimnis: Anders als bei herkömmlichen Boxen erfolgt die Schallabstrahlung nicht flächig. Hier breitet sie sich indirekt und – vergleichbar mit den natürlichen Schalleigenschaften eines Lautakustischen Instruments aus der Laut alsprechermitte –gleichmäßig und vor al lem gleichzeitig in alle Richtungen aus. DeutschDie Produkte werden alle in Deutsch land gefertigt. Im Systempreis sind sie ab 1 350 Euro in den Standardfarben schwarz 1350 und weiß erhältlich. Gegen Aufpreis sind Oberflächengestalindividuelle Farb- und Oberflächengestal Q tungen möglich.

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ure Distance ist ein in Nordrhein Westfalen exklusiv bei eauty Affair Düsseldorf erhältlicher Herrenduft, der dem Träger ein sinnliches Duft-Gemisch aus Oud, Patchouli, Zimt und Ledernoten verleiht. Mehr als passend für die Weihnachtszeit. Verpackt ist das edle Parfumspray in einem eleganten, schwarzen Lederetui. Preis (17,5 ml) 165 Euro. Q

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obby, der kleine Clubsessel von der Firma Lambert, ist eine elegante Verbindung aus Holz und Korb. Die schlichte, kompakte Form erinnert an das Design der 1920er Jahre. Dennoch leidet keinesfalls die Bequemlichkeit, denn biegsames Rattan Core wurde doppelwandig in den umlaufenden Rahmen aus massivem Holz eingeflochten und mit einer Zierleiste verblendet. Im Anschluss wurde das Geflecht lackiert. Die Maße sind Breite 71 x Tiefe 81 x Höhe 64 Zentimeter. Wahlweise kann die Sitzfläche mit Stoff- oder Lederbezug geordert werden. Im Preis ab 1 214 Euro enthalten ist das jeweils passende Rückenkissen. Q

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Kunst & Kultur Erfolgreiche Premiere änger Scott Matthew konnte es kaum glauben: â&#x20AC;&#x17E;Wir sind viel getourt in letzter Zeit, aber der Robert-Schumann-Saal ist mit Abstand der schĂśnste Konzertsaal, in dem wir gespielt haben.â&#x20AC;&#x153; Besondere KĂźnstler an einem besonderen Ort â&#x20AC;&#x201C; das war das Versprechen des New Fall Festivals, welches Mitte Oktober in DĂźsseldorf stattfand. An fĂźnf Tagen wurde es eingelĂśst. So manches Highlight wäre in einem anderen Rahmen kaum mĂśglich gewesen. So sorgte Jens Lekman fĂźr Standing Ovations mit einer â&#x20AC;&#x17E;unpluggedâ&#x20AC;&#x153;-Wanderung durch den Robert-Schumann-Saal, Ă&#x201C;lafur Arnalds rĂźhrte die Gäste mit Kammerpop im Seifenblasenregen, während Reggae-Star Gentleman beim exklusiven Akustikset

in der Tonhalle kaum noch von der BĂźhne gelassen wurde. Das Experiment, Popmusik im Klassikrahmen zu zeigen, ist geglĂźckt. â&#x20AC;&#x17E;Wir sind immer noch elektrisiertâ&#x20AC;&#x153;, sagt Veranstalter Hamed Shahi. Der Termin fĂźr das nächste Jahr steht bereits: vom 3. bis 7. Oktober 2012 geht das New Fall Festival in seine Foto: Olaf Hein

S

www.new-fall-festival.de

zweite

Runde. Q

Reggae-Star Gentleman konnte das Publikum begeistern.

Palermo in MĂśnchengladbach

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stellungen mit Exponaten von Blinky Palermo waren in Mßnster, St. Gallen, Washington, Los Angeles und New York zu sehen. Palermo, der von 1969 bis 1973 in MÜchengladbach gelebt und gearbeitet hat, fand erst recht spät zu seinem drucktechnischen Schaffen, welches ihm vor allem zum Aufgreifen und Durchspielen erprobter Elemente wie Stoffarbeiten, Metallbilder, Wandarbeiten diente. www.galerieloehrl.de Q

h1com.de

Foto: Galerie LĂśhrl

em 1977 im Alter von nur 34 Jahren verstorbenen Maler und ObjektkĂźnstler Blinky Palermo widmet die Galerie LĂśhrl in MĂśnchengladbach noch bis zum 17. Dezember 2011 eine Ausstellung. Gezeigt werden nahezu alle seine Druckgrafiken und Auflagenobjekte . Sein Werk findet in den letzten Jahren auf der ganzen Welt immer grĂśĂ&#x;ere Beachtung. So zeigten alleine in den vergangenen Monaten fĂźnf internationale Museen sein Werk: Aus-

Der Gipfel der Gastlichkeit

             

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Neusser Tanzwochen

Foto: Sao Paulo Companhia de Danca

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Im Februar 2012 gibt die Sao Paulo Companhia de Danca in Neuss ihr einziges europäisches Gastspiel.

story der besonderen Art, denn es gehört Kraft dazu, vor Ort gegen das mächtige Stuttgarter Ballett eine neue Compagnie zu gründen. Dies ist dem Tänzer und Choreographen Eric Gauthier gelungen. Die von ihm ins Leben gerufene Balletttruppe gastiert in Neuss am 18. Januar 2012. Besuch aus der Schweiz kommt am 5. Februar 2012 mit dem Zürcher Ballett. Heinz Spoerli, den Direktor, und Neuss verbindet eine jahrzehntelange Tanzfreundschaft, die 1983 im Gründungsjahr der Tanzwochen mit einem Gastspiel des Basler Balletts begann und sich über die Stationen des Choreographen (Düsseldorf und Zürich) bis heute hält. Wenn nun der schweizerische Tanzmacher Mitte nächsten Jahres in den Unruhestand wechselt, ist es wohl selbstverständlich, die „Zürcher“ noch einmal unter seiner Leitung zu begrüßen. Ein noch fernerer Besuch kündigt sich für den 28. Februar 2012 des nächsten Jahres an: Sao Paulo Companhia de Danca. Iracitiy Cardoso, über viele Jahre hinweg Leiterin des Gulbenkian Balletts in Lissabon, führt seit einigen Jahren die Truppe aus Sao Paulo, der größten Stadt Brasiliens, zu neuer Blüte. Zum Saisonabschluss präsentiert sich die bestens geschulte und vielseitige Q Truppe. www.tanzwochen.de

eit dem Gründungsjahr 1983 bieten die Internationalen Tanzwochen Neuss ein Forum für das zeitgenössische Tanzgeschehen in aktuellen Choreographien und Inszenierungen. Alljährlich von Oktober bis März präsentieren sich in der Stadthalle Neuss hochkarätige Ensembles aus dem In- und Ausland. So hat beispielsweise das 16-köpfige Bayerische Staatsballett am 2. Dezember 2011 in Neuss sein einziges Gastspiel in Nordrhein Westfalen. Ebenfalls ihren einzigen NRW-Gastauftritt hat Gauthier Dance aus Stuttgart. Dabei handelt es sich um eine Erfolgs-

Düsseldorfer Malerschule

Unter anderem zu sehen: Bertha Wegmann (1847-1926) Bildnis der Malerin Jeanna Bauck.

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Foto: Museum Kunstpalast

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as Museum Kunstpalast mit seiner einzigartigen Sammlung von Werken der Düsseldorfer Malerschule zeigt nach mehr als 30 Jahren noch bis zum 22. Januar 2012 eine große Überblicksausstellung zu diesem Thema. Ziel der Kuratorin, Dr. Bettina Baumgärtel ist es, mit dieser Schau die wegweisende Bedeutung und internationale Ausstrahlung der 1819 begründeten Malerschule wieder ins Licht zu rücken, ihre Kontinuität bis in die Moderne, aber auch neue Forschungsergebnisse aufzuzeigen. In drei Galerien werden auf einer Ausstellungsfläche von 2300 Quadratmetern etwa 450 Werke – Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken, illustrierte Bücher, Fotografien – gezeigt. Die Düsseldorfer Malerschule umspannt eine mehr als 100 Jahre andauernde Kunstströmung. www.smkp.de Q

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„Glaspalast“ und „Parkett-Tempel“ bieten einzigartige Ausstellungen für ein schönes Leben in Haus und Garten Schöner Leben in Haus und Garten – unter diesem Motto präsentiert GIARDINO auf über 6.000 m² im „Glaspalast“ in Lindlar die neuesten Gartentrends und Ideen für eine private Wellness-Oase. Die Vielfalt der ausgestellten Markenprodukte, die geschmackvolle Präsentation und die herrliche Aussicht über das Bergische Land locken Besucher aus ganz Deutschland an. Und der naheliegende „Parkett-Tempel“ von Holz-Richter ist die Top-Adresse für Holzfußböden und Türen. GIARDINO bietet designorientierte und zeitlos elegante Gartenmöbel für jeden Garten, jede Terrasse und jeden Balkon. Das GIARDINO-Team stellt bereits die neuen Kollektionen für 2012 zusammen. Ab Anfang des neuen Jahres sind die ersten Neuheiten zu bewundern. Das komplette Programm wird zur Saisoneröffnung am 10. und 11. März 2012 präsentiert. Beim ersten von insgesamt drei verkaufsoffenen Wochenenden erwartet alle Besucher neue Garten-Wohntrends und eine kompetente Fachberatung. In diesem Jahr hat GIARDINO sein bereits umfangreiches Grillstudio nochmals erweitert. Zahlreiche Grill-Hersteller bieten nicht nur spezielle Grills, sondern auch ein breites Zubehör-Sortiment an, was jedes Barbecue zu einem besonderen Erlebnis macht. Dabei hat sich GIARDINO auch auf das immer beliebter werdende Wintergrillen eingestellt und bietet das komplette Grill-Programm ganzjährig an. Neben der Vielzahl exklusiver Gartenmöbel, Grills und Grillzubehör präsentiert GIARDINO Sonnenschirme, Markisen, Strandkörbe, Saunen, Whirlpools und vieles mehr. Hinzu kommt eine große Auswahl an Polsterauflagen sowie geschmackvollen Accessoires und Dekoartikeln. In der Holz-Richter-Gartenwelt im „Glaspalast“ ist zudem ein umfangreiches Sortiment an Terrassendielen, Spielgeräten und Sichtschutzzäunen sowie Gartenhäuser, Pavillons und Grillkotas erhältlich. Im „Parkett-Tempel“ von Holz-Richter kann man auf 2.500 m² Ausstellungsfläche seinen Traumboden finden. Eine große Auswahl an Parkett, Laminat, Massivholzdielen, Kork, Linoleum und Vinyl bietet ein breites Spektrum an Holz- und Designbodenbelägen. Mit rund 300 Bodenmusterflächen ist eine beeindruckende Vielfalt erhältlich, die man nicht nur sehen, sondern auch spüren kann. In der umfangreichen Ausstellung können alle Böden in realitätsnaher Darstellung live vor Ort angesehen, angefasst und ausgesucht werden. Auch der persönliche Türen-Traum lässt sich verwirklichen. In einer einmaligen Ausstellung mit mehr als 120 präsentierten Türen in allen Varianten bleibt kein Wunsch offen. Holz-Richter bietet eine umfassende Auswahl an Haustüren, Zimmertüren, Glastüren, Schiebetüren sowie Wohnungseingangstüren. Alle Türen sind mit modernsten Sicherheitstechniken ausgestattet. Zudem ist zu allen Türen eine große Vielfalt an Türgriffen und Zargen erhältlich. Ein Besuch lohnt sich!

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Sonnige Kunst Im Winter ist das Klima Südfloridas deutlich angenehmer als in unseren Breiten. Kunstinteressierte finden in der Metropole Miami zudem ein breites Museen-, Atelier- und Galerieangebot.

Und Miami ist hip! Investoren standen Schlange, um sich am Boom der letzten Jahre zu beteiligen. Hotels wurden allerorten neu gebaut oder renoviert – hinzu sind Tausende von Eigentumswohnungen entlang der Shoreline gekommen. Dabei gilt: Je weiter südlich, desto teurer. Am südlichen Ende von Miami Beach darf eine Eigentumswohnung dann auch schon mal ein paar Millionen Dollar kosten. Mehr als nur wirtschaftlich hat der Großraum „Greater Miami and the Beaches“ im Laufe des letzten Jahrzehnts einen kulturellen Aufschwung erlebt. Besucher haben mittlerweile die Qual der Wahl: Ballett-Ensembles, Symphonie-Orchester, Broadway-Shows, Filmfestspiele und vieles mehr.

Die Kunstszene wächst und gedeiht

M Die Kunstverkaufsmesse Art Basel Miami ist zum neuen Mekka für Käufer und Anbieter aus aller Welt geworden (unten).

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iami ist „in“: Die einst berüchtigte Metropole, die mit Miami und Miami Beach genau genommen aus zwei Städten besteht, hat sich selbst aus dem Sumpf ihrer kriminellen Vergangenheit gezogen. Streifen wir heute durch die Straßen, verschwenden wir kaum einen Gedanken an das Thema. Die Polizei ist unauffällig präsent und dadurch Besuchern gegenüber nicht einschüchternd, und das Ambiente so weltoffen, fast mediterran, dass sich viele der Probleme von selbst erledigt haben.

Insbesondere die Kunstszene wächst und gedeiht, die Museen haben Weltruf erlangt, die Gallerien machen prächtige Umsätze. Und so allmählich dämmert auch der Alten Welt, welches künstlerische Juwel da am Rande der Everglades-Sümpfe auf Entdeckung wartet. Nicht umsonst hat die größte Kunstverkaufsmesse der Welt, die Art Basel, 2002 in Miami einen Ableger gegründet. Die findet jährlich im Dezember im Miami Beach Convention Center statt und ist zum neuen Mekka für Anbieter und Einkäufer aus aller Welt geworden. Dem steht auch die zeitgleiche Art Miami nicht nach, die kleinere, dafür aber ältere Verkaufsveranstaltung, die sich eher an den amerikanischen Markt richtet. Der Besuch lohnt, weil hier in einem beschaulicheren Rahmen noch intensivere Kontakte zu Künstlern und Galeristen möglich sind. Und Anfang Dezember ist zudem ein angenehmer Termin, das winterlich kalte Europa mit den sommerlichen Temperaturen von Miami zu tauschen. Galeristen aus mehr als 20 Staaten stellen aus, der Großteil kommt aus den USA, doch auch die deutsche Kunstszene kann sich hier gut vermarkten. Immer mehr namhafte Galerien nehmen teil. Deutschland steht nach den USA und Spanien bereits an dritter Stelle. Mancher deutsche Besucher der Art Miami schaut denn auch etwas irritiert und muss erstaunt feststellen: „Da reise ich extra nach Miami und entdecke hier mehr aktuelle deutsche Kunst als daheim.“ Doch es sind nicht nur diese beiden Messen, die für Miamis Ruf als boomende Kunst-Stadt der USA verantwortlich sind. Auch die rund 30 Museen der Metropole sind mit ihren unterschiedlichen Themenschwerpunkten einen Besuch wert. Zu den bedeutendsten gehören sicherlich das Miami Art Museum, das als Flaggschiff interna-

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Bordsprache de

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Schnuppern Sie in den Städten

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business4 | AUSSER DIENST

Das Miami Art Museum erhält derzeit eine neue Heimat. Entworfen von den Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron, soll der luftige Bau 2013 eröffnet werden.

tionaler Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert gilt, sowie das Museum of Contemporary Art, das regelmäßig mit innovativen Ausstellungen frischen Wind in die Szene zu bringen versteht. Beide Museen sind so gefragt, dass sie derzeit großzügig erweitert werden.

Jahren zwischen Miami Beach und Miami Downtown als Stadtteil für Lagerhäuser ins Leben gerufen, hat er sich inzwischen einen Ruf als Schaufenster des internationalen Designs erarbeitet. Besonders empfehlenswert ist der (übrigens kostenlose) Besuch des Bakehouse Art Complex. Das Konzept: Nicht mehr ganz unbekannte Nachwuchskünstler können hier zu günstigen Preisen ein eigenes Atelier anmieten. Räume, in denen Kunstunterricht für Erwachsene, aber auch Kinder, gegeben wird und zwei Galerien, in denen die Werke ausgestellt werden, runden diesen Kunstkomplex „zum Anfassen“ ab. Besucher können täglich zwischen 12 und 17 Uhr vorbeikommen und mit den Künstlern reden, sich ihre Arbeiten anschauen, aber vor allem auch erklären lassen. Das Spektrum reicht von Malerei über Bildhauerei bis zu diversen Schmuckanfertigungen.

Miamis junge Musiktalente

Inmitten der tollen Atmosphäre des Art Deco Viertels von Miami Beach findet sich auch das eine oder andere Kunstschätzchen.

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Und was ist mit den Klassikern, für die Miami bisher berühmt gewesen ist? Einiges davon, wie der historische Art Deco District ist nach wie vor einen Ausflug wert. Bis heute ist es das größte Art Deco Viertel der Welt. In South Beach gelegen, entdeckt man hier über 800 denkmalgeschützte Gebäude aus den 1920er bis 1940er Jahren, die zwar mit schlichter, an das deutsche Bauhaus erinnernder Bauweise konzipiert wurden, durch die pastellfarbene Fassaden-Dekorationen und skurrilen Details dann aber doch eine ganz andere Anmutung erhalten haben. In einem dieser Art Deco Gebäude ist inzwischen das Bass Museum of Art untergebracht. Der Besuch sei insbesondere Liebhabern der „Hohen Kunst“ empfohlen. Zu bestaunen gibt es rund 500 Ausstellungsstücke meist europäischer Kunstgeschichte (Malerei, Skulpturen und Textilien) hauptsächlich aus der Zeit des Mittelalters bis zur Renaissance. Ergänzt wird das kulturelle Angebot mit regelmäßig stattfindenden Wechselausstellungen, die sich thematisch mit zeitgenössischer Kunst aus allen Kontinenten auseinandersetzen. Ein anderes Viertel konnte dagegen erst in jüngster Zeit richtig begeistern: Der Design District. Bereits in den 1920er

Ein schöner Abschluss eines kulturellen MiamiAufenthalts ist ein Besuch der New World Symphony. Dirigent Michael Tilson Thomas hat einen Schulbetrieb für junge Nachwuchstalente in Miami ins Leben gerufen, der seinesgleichen sucht. Die Musiker sind allesamt unter 30, lernen, proben, üben hier. Und werden an die besten Orchester der Welt für Gastauftritte vermittelt. Immer mal wieder treten sie aber auch gemeinsam in Miami auf – und wissen dabei die Ohren ihrer Zuhörer zu begeistern. Miami ist übrigens auch der größte Kreuzfahrthafen der USA. Warum also nicht gleich einen angenehmen Kulturtrip mit einer erholsamen Karibiktour verbinden? Q

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business4 | PRAXIS

In kleinen Schritten Mit dem iPhone 4S ist Apple seiner Produktpolitik treu geblieben und hat – zur Enttäuschung der Fans – nur eine Zwischenetappe vor dem nächsten großen Produktlaunch eingelegt. Dafür kann das neue Betriebssystem iOS 5 umso mehr.

Apples neuer Verkaufsschlager ist das iPhone 4S. Wichtiger als das Hardware-Update war aber die Einführung des neuen Betriebssystems iOS 5.

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Fotos: apple

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ugegeben, die Erwartungshaltung war groß. In den einschlägigen Fachmedien geisterte bereits den ganzen Sommer das iPhone 5 als nächster großer Wurf von Apple umher. Da konnte die Enttäuschung über die Zwischenlösung iPhone 4S, das nun seit diesem Herbst verfügbar ist, nicht ausbleiben. Oder doch? Eigentlich ist sich Apple in seiner Produktpolitik treu geblieben, denn schon vom iPhone 3G gab es zwei Schritte bis zum echten Nachfol-

ger, dem iPhone 4. Das Update hieß seinerzeit iPhone 3GS und war sicher kein Meilenstein, aber die konsequente Weiterentwicklung eines gut eingeführten Produkts. Der jetzige Zyklus konnte also eigentlich keine Überraschung darstellen. Auf technischer Seite ist es vor allem der A5-Prozessor, der jetzt als Herz des 4S schlägt, und für eine spürbare Beschleunigung etwa beim Starten von Anwendungen (Apps) oder beim Surfen im Web sorgt. Vor allem der Aufbau belieb-

ter mobiler Seiten, etwa von Spiegel online, geht auf keinem anderen Smartphone derzeit so schnell vonstatten. Der zentrale Baustein des 4S kommt jetzt – wie im iPad 2 – mit zwei Prozessorkernen (Dual Core) daher. Allerdings verbraucht diese Mehrleistung auch mehr Energie, was sich in einer leicht verminderten Akkulaufzeit niederschlägt. Mit 4:50 Stunden Gesprächszeit gerät der Neuling ins Hintertreffen – auch, weil der Akku in seiner Leistung nicht verändert

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wurde und nach wie vor eine Kapazität von 1400 mAh aufweist. Das Display im bekannten 640 x 960 Pixel-Format legt höhere Kontrastwerte hin und ist bei Helligkeit nun noch besser abzulesen. Stark zugelegt hat die interne Kamera, die Bilder mit acht Megapixel Videos im HD-Format mit 1080 x 1920 Pixeln zulässt. Bei Tages- oder Kunstlicht entstehen exzellente, scharfe Fotos. In dunkler Umgebung ist aber ein starkes Bildrauschen zu erkennen. Bei Videos hilft ein neuer Bildstabilisator gegen Verwacklung. Allerdings tritt bei schnellen Schwenks der Kamera ein unschöner Schliereneffekt auf.

Siri – das kleine Sprachgenie Eines der wichtigsten Merkmale des neuen Apple-Verkaufsschlagers ist die Sprachsteuerung namens Siri. Aus den USA hörte man bereits wahre Wunderdinge zu diesem Feature. Hierzulande kann Siri aber – noch – nicht überzeugen. Das liegt einerseits am Beta-Status der Software, die noch nicht dem Entwicklungsziel entspricht. Zum anderen hängt es auch damit zusammen, dass die Sprach-Datenbank, auf die Siri zurückgreift, viel zu wenige deutsche Einträge aufweist. Einfache Befehle und Fragen kann Siri dennoch ausführen bzw. beantworten und erreicht dabei schon Trefferquoten bis zu 80 Prozent. Das ist sehr gut für ein System, welches mit Umgangssprache

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zurecht kommen soll. Anrufe initiieren, SMS diktieren, Wetterberichte abrufen – all das funktioniert. Mit Uhrzeiten hingegen hat Siri Probleme. Kein Wunder: Im englischen Sprachraum gibt es die 12-Stunden Einteilung, in Kontinentaleuropa hingegen sind 24 Stunden die Norm. Da kann der Wecker schon mal um sieben Uhr abends statt morgens klingeln… Für Berufsnutzer des iPhone 4S wichtig: Wer eine Code-Sperre einrichtet, sollte darauf achten, gleichzeitig den Zugriff auf Siri zu deaktivieren. Ab Werk erlaubt Apple auch bei aktivierter Codesperre den Zugriff auf Siri, wodurch Fremde sich Zugang etwa zu einigen Telefonfunktionen verschaffen können.

Kostenlose Cloud Viel wichtiger erscheint uns daher der mit dem Verkaufsstart des 4S eingeführte Service iCloud. Leider stehen auch bei diesem in Deutschland noch nicht alle Funktionen bereit. Allerdings ist das Synchronisieren diverser Endgeräte von iPhone über iPad bis hin zu MacBook und iMac jetzt ein Klacks. Einmal eingerichtet, übernimmt die iCloud den Abgleich der Daten auf allen angemeldeten Endgeräten. Sie Dazu gehören bei iTunes Sie gekaufte Produkte ebenso wie eigene Fotos, DokuSie mente und mehr. Fünf Sie GB Speicher stehen kostenlos bereit, für einen Jahresbeitrag von 80 Euro dürfen es auch 50 GB sein. Lohnt also der Umstieg? Nun, für das iPhone 4S sprechen die Verarbeitung, die Performance sowie Siri und iCloud –

beide bieten in Deutschland aber noch nicht den vollen Funktionsumfang. Die iCloud sowie die meisten iOS 5-Funktionen gibt es für die Vorgängermodelle mittlerweile auch per Software-Update. Da wird es letztlich Geschmackssache oder eine Frage der Investitionsfreudigkeit sein, ob ein 4S für 629 bis 849 Euro (je nach Ausstattung) angeschafft oder doch lieber auf das fürs zweite Halbjahr 2012 abzusehende Q iPhone 5 gewartet wird.

Apples iCloud ist ein neuer und dazu kostenloser Dienst, den es so für AndroidNutzer nicht gibt.

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IAA 2011 Bei der großen Autoshow in Frankfurt drehte sich (fast) alles um das Thema Elektromobilität. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass die Alltagstauglichkeit der meisten Konzepte noch zu wünschen übrig lässt. Der Verbren-

Fotos: IAA

nungsmotor ist – noch – die bessere Alternative. Vor allem bei Neuheiten in der automobilen Oberklasse.

Porsche 911 Carrera/S

Der 911er ist und bleibt das Zugpferd der Zuffenhausener.

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Fotos:Unternehmensbilder

Auf der IAA in Frankfurt (oben) feierte der neue Porsche 911 seine Premiere (rechts).

orsche schickt sein Paradepferd 911 in die x-te Generation. Der Sportwagen bleibt seinen Traditionen treu, weist unter dem markanten Blechkleid aber etliche Neuerungen auf. So wurde der Radstand um 100 Millimeter verlängert, was mehr Fahrdynamik verspricht, zudem aber auch mehr Platz auf den Sitznieschen im Fond ermöglicht. Weil gleichzeitig die Fahrzeughöhe reduziert wurde, ergibt sich eine insgesamt noch dynamischere Grundform.

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Im Heck des Carrera grummelt nun ein neuer 3,4-Liter-Sechszylinder-Boxer mit 350 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm. Besitzer eines Carrera S stehen 3,8 Liter Hubraum zur Verfügung, die 400 Pferdchen munter machen. Das Drehmoment liegt hier bei 440 Nm. Auch das manuelle Siebengang-Getriebe mit lang übersetztem letzten Gang ist eine Neuentwicklung, optional gibt es

ein Doppelkupplungsgetriebe mit ebenfalls sieben Fahrstufen. Trotz des Power-Plus soll der neue Porsche 911 deutlich sparsamer geworden sein. Alle Versionen sollen deutlich unter zehn Liter liegen. Konkret nennt Porsche Normverbräuche von 8,2 bis 8,7 Litern. Der Porsche 911 rollt im Dezember zu den Händlern. Die Preise: 88 037 Euro für den Carrera und 102 436 Euro für den Carrera S. Q

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Mercedes SLK

Diesel-Power für Frischluft-Fans.

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um Jahresanfang 2012 wird es den neuen Mercedes SLK auch mit einem Dieselmotor geben. Unter der Haube des SLK 250 CDI arbeitet ein 2,1-Liter-Vierzylinder mit 204 PS und einem mächtigen Drehmoment von 500 Nm. Den Vortrieb des agilen Roadsters übernimmt zunächst eine Siebengang-Automatik. Das manuelle Sechsganggetriebe soll dann zur Jahresmitte 2012 folgen. Serienmäßig verfügt der SLK 250 CDI über ein fortschrittliches StartStopp-System. Den Durchschnittsverbrauch des Selbstzünders gibt Mercedes mit 4,9 Litern auf 100 Kilometer an, der CO2-Ausstoß liegt bei 128 g/km. Dabei ist der DieselRoadster 243 km/h schnell und be-

schleunigt in 6,7 Sekunden von null auf 100 km/h sowie in 4,3 Sekunden von 80 auf 120 km/h. Optisch ist der Diesel von den Benzinern bis auf den CDI-Schriftzug an der Heckklappe nicht zu unterscheiden. Er behält sogar deren zweiflutige Auspuffanlage. Sämtliche Fahrwerks- und Dachoptionen der anderen SLK-Modelle sind auch für den Diesel-Roadster verfügbar. Der Grundpreis mit manuellem Sechsganggetriebe liegt bei 41 828 Euro – und damit exakt auf dem Niveau des SLK 250-Benziners. Q

Mercedes spendiert seinem Roadster SLK üppige DieselPower (oben).

BMW 6er Coupé

Üppiger 2+2 mit erweitertem Motorenangebot.

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rst das Cabrio, nun auch das Coupé: BMW schickt die 6er nun komplett erneuert in Rennen. Dabei folgen die Münchner dem derzeitigen Trend: länger, breiter und leider auch schwerer. Unter der Haube kommen mehrere Motorisierungen zum Einsatz: Der Sechser im 6er leistet 320 PS und 450 Nm Drehmoment. Der V8 gönnt sich eine Turbo-Aufladung,

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die 407 PS und 600 Nm Drehmoment erzeugt. Letzteres übertrifft die neue Dieselversion des Coupés: 630 Nm Drehmoment (und 313 PS) bei einem Normverbrauch von nur 5,4 Litern machen den 640d zur ersten Wahl. Wie bereits das 6er Cabrio ist auch das Coupé optional mit Integral-Lenkung ausgestattet: Die Hinterachse lenkt bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h mit.

Das neue BMW 6er Coupé startet preislich bei 74 700 Euro für den Sixpack. Wer acht Zylinder bevorzugt, muss mindestens 85 700 Euro investieren. Die Preise für den Diesel liegen mit 78 200 Euro irgendwo dazwischen. Vom V8 wird es auch eine Allradversion xDrive geben, die auf der IAA bereits zu sehen war. Q

BMW legt nach dem Cabrio jetzt auch das überarbeitete 6er Coupé nach.

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Opel Ampera

Elektromobil mit Flottentauglichkeit.

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lektro-Automobile waren die Stars der IAA 2011. Doch während viele der gezeigten Fahrzeuge noch immer im Konzept- und Entwicklungsstadium sind, rollt der Opel Ampera bereits über unsere Straßen. Der Elektromotor leistet 111 kW. Damit beschleunigt der 4,40 Meter lange Wagen auf 161 km/h. Das Drehmoment von 370 Nm liegt im gesamten Fahrbetrieb an. Die Akkus des fünftürigen Viersitzers sollen für 40 bis 80 Kilometer reichen. Sind die Batterien leer, erzeugt ein benzinbetriebener Generator als Reichweitenverlängerer mit einer Tankfüllung Strom für weitere 500 Kilometer. Im Gegensatz zu kon-

Opel zeigt mit dem Ampera (oben), das Elektrofahrzeuge in Großserie zu angemessenen Preisen produziert werden können.

ventionellen Hybridfahrzeugen fährt der Ampera also ausschließlich elektrisch, der Verbrennungsmotor dient nur zum Nachladen der Batterien. Die lassen sich binnen drei Stunden an einer Haushaltssteckdose – mit Starkstrom auch schneller – wieder aufladen. Damit ist die Fließheck-Limousine ein alltagstaugliches Fahrzeug – auch über den reinen Stadtverkehr hinaus. Den üblichen Kurzstreckenbedarf für Arbeits- und Einkaufswege etwa deckt eine Batterieladung völlig ab. Weil aber auch Langstrecken möglich sind, wird der Ampera, der ab 42 900 Euro zu haben ist, auch als Flottenfahrzeug interessant. Q

Rolls Royce Ghost EWB

Den schicken Ghost gibt es jetzt noch eine Nummer länger.

P Rolls Royce markiert mit dem Ghost EWB (unten) das andere Ende der Preisskala.

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latzmangel kann man einem Rolls Royce Ghost eigentlich nicht nachsagen. Dennoch gibt es Zeitgenossen, denen der Innenraum ihres Fahrzeug nicht groß genug sein kann. Für diese Klientel haben die Briten jetzt einen um 17 Zentimeter verlängerten „Geist“ nachgelegt. „Extended Wheelbase“ lautet dessen Bezeichnung – oder

kurz: EWB. Das Einstiegsmodell in den automobilen Luxus verkauft sich derzeit übrigens so gut, dass Rolls Royce sein Werk in Goodwood ausbauen muss. Um den Fondgästen eine noch bessere Aussicht zu eröffnen, bekommt der EWB ein

durchsichtiges Panoramadach spendiert. Die Türen, die den Einstieg in den üppigen Innenraum freigeben, sind markentypisch hinten angeschlagen, öffnen also gegen die Fahrtrichtung. Sie lassen sich auch bequem mittels Knopfdruck schließen. Leistung war bei einem Rolls Royce schon immer Nebensache, 570 PS und 780 Nm sind reichlich – selbst für einen Luxusliner. Wer über 295 000 Euro in ein Automobil investiert, wird sich denn auch eher Gedanken über die Champagnersorte machen, die in den Ledersitzen zu genießen ist. Q

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Schloss Dyck Classic Days Anfang August 2011 hieß es im Rhein-Kreis Neuss wieder: „Gentlemen: start your engines“. Mit der bereits sechsten Auflage der Classic Days, eines Klassiker- und Motorfestivals für einen guten Zweck, setzten die Organisatoren die erfolgreiche Veranstaltung rund um das Schloss Dyck fort.

C Vor der imposanten Kulisse von Schloss Dyck trafen sich die Oldtimer-Fans.

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arl Benz meldete im Jahre 1886 sein Dreirad zum Patent an. 125 Jahre später wurde genau dieses „Dreirad“ am Schloss Dyck wieder in Bewegung gesetzt. Am Steuer saß niemand geringeres als Jutta Benz, die Urenkelin des genialen Erfinders. Und da das älteste Automobil der Welt zu bewundern war, durften die Wegbegleiter aus den Anfängen der Mobilität natürlich nicht fehlen.

In einer einzigartigen Aktion hatten die Mitglieder der Classic Days zehn Fahrzeuge aus ganz Europa zum Schloss gebracht. Alle waren kurz nach Erfindung des ersten Automobils gefertigt worden, sprich in den Jahren zwischen 1887 bis 1904. Fahrzeuge von längst nicht mehr existierenden Unternehmen wie De Dion, Darracq oder der Kölner Motorwagen Fabrik waren ebenso zu bestaunen wie ein Opel Lutzmann

(am Steuer saß der mehrfache DTM-Meister Joachim Winkelhock), wie auch ein Ford Quadricycle oder ein Lohner-Porsche. Die Marke mit dem Stern brachte neben ihrem allerersten Motorwagen weitere 15 Exponate aus dem legendären Mercedes-Benz Museum an das Schloss. Und alle diese Kostbarkeiten wurden auf dem angelegten Rundkurs von weltbekannten Fahrern gefahren: Hans

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Hermann, die mittlerweile 83 Jahre alte Rennfahrerlegende, fuhr jene SLR, auf dem Juan Manuel Fangio die Mille Miglia 1954 gewann, begnadet rasant. Ex-Formel 1-Fahrer und vielfacher Tourenwagenmeister Jochen Mass steuerte gleich verschiedene Rennfahrzeuge. Porsche zeigte, was die Technik in den 1960er und 70er Jahren erreicht hatte und was dieser Hersteller in unzähligen Renn-Veranstaltungen bewiesen hat: Das Porsche Museum aus Stuttgart und einige private Sammler brachten ihre Sportrennwagen mit. Und auch diese spektakulären Rennfahrzeuge wurden nicht nur ausgestellt, sondern auch flott bewegt. Unter anderem saßen Gijs van Lennepp und Jürgen Barth, (beide Le-Mans-Gewinner in den 1970er Jahren) am Steuer von dem 550 Spyder und zeigten, dass sie nichts verlernt haben.

Mercedes und MG bis zu Porsche und weiteren Marken war eine Vielfalt an Sport- und Rennwagen am Start. Der Schwerpunkt dieser Wagen liegt bei den Baujahren vor 1961. Damit wird der Tatsache Respekt gezollt, dass der Rundkurs als „Graf Trips Memorial“ dem Reichsgrafen Wolfgang Graf Berghe von Trips gewidmet ist, der (aus Kerpen stammend) im Jahr 1961 bei einem Rennunfall ums Leben kam – unmittelbar vor dem Gewinn der Weltmeisterschaft.

Der legendäre SLR (oben), ein imposanter Porsche (g. unten) und mittendrin Horst Lichter.

Spektakuläre Exponate Bei den „Jewels in the Park“ – den Fahrzeugen im Bereich des internationalen Concours d‘Élegance –

Auch Rennmotorräder, Solomaschinen und Gespanne, Monoposto und Tourenwagen röhrten durch die Bergahornallee. Aus England hatte sich lautstarker Besuch in Form der „wilden Kerle“ eingefunden – eine Gruppe von mehr als einem Dutzend wertvoller Vorkriegs-Bentleys, die immer auf eigener Achse aus Großbritannien ins Rheinland kommen. Diese „schnellsten LKW der Welt“ aus den 1930er Jahren begeisterten mit bis zu acht Liter Hubraum und der Leistung und dem Drehmoment einer Dampflok die 30 000 Zuschauer derart, dass es stehende Ovationen gab. Bei den „Racing Legends“ – den Rennfahrzeugen auf der Rundstrecke – fuhren außer den vielen Wagen aus Werksmuseen über 100 faszinierende Fahrzeuge von privaten Eigentümern: Von Alvis, Austin Healey und Bentley, über Ferrari, Jaguar, Lagonda, Maserati,

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Fotos: Brüser

Vorkriegs-Bentleys

waren spektakuläre Exponate zu sehen, die zum Teil direkt vom Schloss verladen wurden, um in Pebble Beach, Kalifornien, am nächsten Concours teilzunehmen. Eine Fahrzeugvielfalt boten aber auch die 6 000 Oldtimer, die von den Besuchern der Classic Days auf dem Miscanthusfeld, beim großen Clubtreffen mit Picknick, abgestellt Q wurden.

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Oldtimer als Wertanlage Oldtimer begeistern immer mehr Menschen: In Deutschland sind 2011 erstmals mehr als 200 000 Pkw mit dem H-Kennzeichen angemeldet. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl um gut zehn Prozent. Doch

Dieser italienische Klassiker von Alfa Romeo ist ein begehrtes Sammlerobjekt.

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ie Wirtschaftswoche titelte schon im Jahr 2009: „Oldtimer als gute Wertanlage“ und schrieb „Im Durchschnitt erreichen Oldtimer langfristigen Marktstudien zufolge eine jährliche Wertsteigerung von rund zehn Prozent“. Bei aller persönlichen Begeisterung für Oldtimer muss dieses Thema aber sehr differenziert betrachtet werden. Es ist keine Frage, dass es Fahrzeuge gibt, die exorbitante Sprünge in ihrer Wertentwicklung genommen haben. Das Muster-Beispiel: der Talbot-Lago T150-C von 1938. Im Jahr 2005 wurde das Coupé für 3,7 Millionen Dollar versteigert. 2010 fiel für den Wagen wieder der Hammer, dies-

Fotos: Brüser

taugt das Schätzchen auch als Alternative zum Aktiendepot?

mal bei 4,6 Millionen Dollar!. Das macht einen Wertzuwachs von fast einer Million Dollar in fünf Jahren – ein Wert, den keine Sparkasse bieten kann.

Verteuerung um 50 Prozent Auch einige Ferrari-Modelle wurden zu Rekordpreisen verkauft. Und auch der Mercedes SL – sowohl als Roadster als auch der ‚Flügeltürer‘ aus den 1950ern – verteuerte sich in relativ kurzer Zeit um mehr als 50 Prozent. Aber: Solche Beispiele spiegeln nicht die Realität wieder. Über den gesamten Markt betrachtet, bleibt die Wertentwicklung für zahlreiche historische Fahrzeuge überschaubar. Zwischen 2008 und 2010 wur-

de eine Wertsteigerung von durchschnittlich 17 Prozent verzeichnet, so weist es der „Deutsche Oldtimer Index“ (DOX) des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) aus. Basis des DOX ist die Wertentwicklung von 88 Oldtimermodellen aus sieben Ländern, die aus rund 200 000 Gutachten und Bewertungen ausgewählt wurden. Die oft geringe Wertentwicklung liegt daran, dass es bei einem Großteil der Fahrzeuge ein großer Bestand existiert. Von einem VW-Käfer sind beispielsweise über 25 000 Exemplare gemeldet. Sie markieren den Spitzenwert. Danach folgen drei Modellreihen von MercedesBenz: Der „Strich-Acht“ mit 6700 Einheiten, gefolgt vom „SL“ der

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Die Wertsteigerung von Oldtimern wird im von einem Investmentbanker entwickelten HAGI TOP Index angegeben – hier in Relation zum Aktienindex S&P 500 dargestellt.

Baureihe 107 (6 000) und die „Heckflosse“ (4 850 Exemplare). Wer ein altes Auto sucht, um eine „Wertanlage“ zu sichern, muss zunächst also das richtige Modell wählen: Vor allem die Autos, die schon jetzt selten und teuer sind, werden tendenziell weiter an Wert zulegen. Dagegen wird die breite Masse der „Brot-und-Butter“-Oldtimer sogar Probleme haben, mit ihrer Wertsteigerung die Kosten für Pflege und Unterhalt einzuspielen.

Teure Werkstatt-Rechnung Übrigens sind die Kosten für die Instandhaltung und den laufenden Unterhalt grundsätzlich ein wichtiges Kriterium für einen OldtimerKäufer, insbesondere, wenn er sein Auto auch fahren will:. Wer als unbedarfter Käufer eines exotischen Sportwagens beispielsweise erlebt, dass für eine umfassende Inspektion inklusive Austausch aller Kerzen der Motor ausgebaut werden muss oder für das Beseitigen einer Öl-Undichtigkeit das Getriebe, kann für die am Ende stehende Werkstatt-Rechnung auch einen modernen Kleinwagen erwerben. An dieser Stelle, heißt es eine Lanze für die britischen Sportwagen der 1950er und 60er Jahre zu brechen: Es gibt auf der Insel eine florierende Szene von Spezialbetrieben, die sich auf den Nachbau von Teilen für Marken wie MG, Triumph oder Austin Healey spezialisiert haben und diese zu günstigen Preisen anbieten. In Deutschland findet man ungewöhnlich viele Oldtimer-Enthusiasten und hierauf spezialisierte Werkstätten, daher ist der Unterhalt für ein solches Fahrzeug oft günstiger als für einen aktuellen Golf. Oldtimer als Wertanlage? Das kann durchaus funktionieren – wenn man wirklich Geld in die Hand nehmen kann und will, um ein richtig gutes Modell zu erwerben. Im Zweifelsfall sollte man fachunkun-

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dige Hilfe in Anspruch nehmen, von jemandem, der das Fahrzeug, die Historie, die Technik und den Zustand wirklich fundiert beurteilen kann.

Legendäre Schätzchen Solche Sammler gibt es auch in unserem Einzugsgebiet. Ein repräsentativer Querschnitt durch die gesamte Automobilgeschichte und hochwertigste Spitzenfahrzeuge werden hier in privaten Garagen gepflegt: Alle legendären BMWs, spektakuläre Mercedes-Modelle aus der Vorkriegszeit und den 1950ern, die gesamte Porsche-Historie, seltene Horch, Preziosen wie Ferrari 250 GTO, Maserati ‚Birdcage‘, Alfa Romeo 8 C und Fahrzeuge von Lagonda, Aston Martin und Bentley, sowie eine Reihe von Rennfahrzeugen verschiedener Hersteller sind hier in einem Umkreis von 40 Kilometer rund um Düsseldorf versammelt.

Von einem Sammler aus der Region wird berichtet, dass er in wenigen Jahren eine Kollektion von über 80 wertvollen Fahrzeugen zusammen getragen hat – der Wert wird einen dreistelligen MillionenEurobetrag ausmachen. Es darf vermutet werden, dass er an seiner Sammlung – trotz des immensen Pflegeaufwandes – Geld verdienen wird. Da entstehen ganz andere Probleme: Wie um alles in der Welt werden alle Fahrzeuge zumindest hin und wieder bewegt? Lassen Sie uns nicht vergessen: Oldtimer sind Emotion pur. Der Klang des Motors, die Karosserieform und der Spaß beim Fahren sind schwer in Euro und Cent zu bemessen. Selbst wenn man also keine große Wertsteigerung erfährt, aber den bezahlten Wert erhält, ist ein Oldtimer eine Geldanlage, die deutlich mehr Vergnügen macht als ein Depotauszug. Q

ZUM AUTOR Joachim Brueser ist seit rund 25 Jahren als Unternehmensberater selbständig. Er ist Mitglied des BDU und hat dort das Zertifizierungsverfahren durchlaufen. Er begleitet von Korschenbroich aus Unternehmer bei der Weiterentwicklung ihrer Unternehmenskonzepte, bei Finanzierungen, Umstrukturierung und der Nachfolgeregelung.

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Fotos: fotolia/Randstad

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Nichts geht mehr: das Burnout-Syndrom kommt schleichend. Wichtig ist, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

Mehr als nur Stress

Das Burn-out-Syndrom zieht sich heute über alle Branchen und ist für die Leidtragenden wie für den jeweiligen Arbeitgeber eine Lose-lose-Situation. Unter den Folgen leiden nicht nur betroffene Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber.

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rotz großer medialer Präsenz sind psychische Erkrankungen immer noch ein Tabu in der Gesellschaft. Dies gilt vor allem in der Berufswelt. Denn obwohl immer mehr Arbeitnehmer aufgrund von psychischen Erkrankungen immer häufiger am Arbeitsplatz fehlen, entscheiden sich nach wie vor nur wenige von ihnen für eine therapeutische Behandlungen. So kritisiert Prof. D.R. Rainer Richter, Präsident der Bundes Psychotherapeuten Kammer (BPtK),

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dass beispielsweise Depressionen immer noch zu häufig zu spät oder gar nicht erkannt würden.

Nur wenig Unterstützung Der Personaldienstleister Randstad Deutschland hat jüngst in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Innofact die „Randstad Expertenpanel Personal“, eine Studie zum Thema Burnout, veröffentlicht. Bei der OnlineBefragung wurden die Antworten von fast 4 000 Teilnehmern ausge-

wertet. 627 gaben an, unter dem Burn-out-Syndrom gelitten zu haben bzw. noch unter ihm zu leiden. Eines der Ergebnisse: Etwa 40 Prozent von ihnen tauschen sich weder mit Kollegen noch Vorgesetzten aus. Wenn sie es tun, berichten knapp 25 Prozent, von einer positiven Reaktion und Hilfsangeboten der Kollegen. Vorgesetzte leisten zu 18 Prozent Unterstützung. Negative Kommentare sind seitens der Kollegen mit sieben Prozent kaum existent, bei den Vorgesetzten sind

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die Negativreaktionen mit knapp 16 Prozent schon häufiger. Inzwischen gehen rund zwölf Prozent aller Tage, die Arbeitnehmer krankgeschrieben sind, auf psychische Erkrankungen zurück. 2009 entfielen auf 100 Versicherte durchschnittlich 6,4 Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund psychischer Erkrankungen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Gesundheitsreporte der gesetzlichen Krankenkassen durch die (BPtK) für das Jahr 2010, die in diesem Jahr erschienen ist. Laut ihr führen psychische Erkrankungen zu Krankschreibungen von drei bis sechs Wochen.

Falsche Diagnose „Die ständig steigende Zahl der Tage, an denen Arbeitnehmer aufgrund psychischer Krankheiten arbeitsunfähig sind, belegt die tatsächliche Dimension psychischer Erkrankungen“ stellt Prof. Dr. Rainer Richter fest. „Psychische Krankheiten wurden jahrzehntelang übersehen oder nicht richtig diagnostiziert. Die wachsende Zahl

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von Arbeitnehmern, die aufgrund einer seelischen Störung arbeitsunfähig sind, ist deshalb nicht überraschend. Die Zunahme ist aber auch eine Folge der steigenden psychomentalen Anforderungen in modernen Dienstleistungsgesellschaften. Analysen belegen, dass Erwerbstätige bei der Kombination aus hohen Anforderungen (wie zum Beispiel Zeitdruck, Komplexität der Aufgaben, Verantwortung) und geringem Einfluss auf den Arbeitsprozess überdurchschnittlich häu-

fig psychische Erkrankungen entwickeln. Weitere Studien zeigen eine Häufung psychosomatischer Beschwerden, wenn ein gravierendes Ungleichgewicht zwischen Einsatz im Beruf („Verausgabung“) und Entlohnung sowie Anerkennung (zum Beispiel Gehalt, Wertschätzung der Person, Aufstiegschancen, Arbeitsplatzsicherheit) besteht.

Hohe Arbeitsintensität Außerdem weisen die Studien nach, dass eine hohe Arbeitsintensität

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business4 | PRAXIS scher Störungen. Eine besonders belastete Berufsgruppe sind Telefonisten, die in etwa doppelt so häufig aufgrund psychischer Erkrankungen ausfallen, wie der Durchschnitt. Dagegen ist der Anteil der psychischen Erkrankungen am Krankenstand in klassischen Arbeiterberufen, wie beispielsweise in der Land- und Forstwirtschaft oder im Baugewerbe, ein Drittel bis um die Hälfte niedriger als im Durchschnitt aller Erwerbstätigen. Beim Thema Burnout besteht die Schwierigkeit, dass sich die Bundes Psychotherapeuten Kammer noch davor scheut, eine allgemein gültige Aussage dazu zu treffen. Dies liegt auch daran, dass die Definition dieser Erkrankung wissenschaftlich noch nicht exakt definiert wurde. In der therapeutischen Fachliteratur gibt es unterschiedliche Beschreibungen des Begriffs Burn-out. Das Wort Syndrom bedeutet in der Medizin und Psychologie das gleichzeitige Vorliegen verschiedener Krankheitszeichen.

Völlige Verausgabung (Zeitdruck, Störung des Arbeitsablaufs und wenig Möglichkeiten, Aufgaben an andere zu delegieren) das Risiko erhöht, an einer Depression zu erkranken. „Die psychische Gesundheit des Menschen ist dann besonders gefährdet, wenn er an seinem Arbeitsplatz zwischen hoch verdichteten Anforderungen und komplexen Abhängigkeiten erlebt, dass er mit seinen Entscheidungen und Handlungen wenig oder nichts bewirkt“, erläutert der Experte Prof. Dr. Rainer Richter. Ein Stahlarbeiter arbeitet primär unter hohen körperlichen Belastungen, ein Büroangestellter muss weniger körperlich, sondern vor allem mental leistungsfähig sein. Mitarbeiter in Callcentern müssen

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sich beispielsweise im Minutentakt mit unzufriedenen Kunden auseinandersetzen. „Das ständige Gefühl, nichts daran ändern zu können, dass man von außen gesetzten Anforderungen nicht gerecht werden kann, macht krank“, betont Richter. „Psychisch gesund bleibt eher, wer erlebt, dass er Einfluss auf seine Tätigkeitsabläufe hat.“

Viele Fehltage Seelische Erkrankungen treten gehäuft in Dienstleistungsbranchen auf. Alle Krankenkassen verzeichneten, zum Beispiel bei den Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitswesen, in der Telekommunikation und in öffentlichen Verwaltungen, überdurchschnittlich viele Fehltage aufgrund psychi-

So wird Burn-out als „Zustand physischer oder seelischer Erschöpfung, der als Auswirkung langanhaltender negativer Gefühle entsteht, die sich in Arbeit und Selbstbild des Menschen entwickeln“ beschrieben. Es gibt aber auch eine Erweiterung dieser Ausführung, nach der es „als das Resultat andauernder oder wiederholter emotionaler Belastung im Zusammenhang mit langfristigem, intensivem Einsatz für andere Menschen“ erklärt wird. „Das Ausbrennen ist die schmerzliche Erkenntnis (von Helfern), dass sie diesen Menschen nicht mehr helfen können, dass sie nicht mehr zu geben haben und sich völlig verausgabt haben.“ Als Hauptursachen können zu hoch gesteckte Erwartungen und Ziele und lang andau-

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ernder Stress herausgefiltert werden. Die Betroffenen setzen sich intensiv für andere ein und bekommen dafür wenig bis gar kein positives Feedback. Laut der bereits erwähnten Randstad-Studie kann allerdings nicht nur beruflicher, sondern auch privater Stress ein solches Syndrom verursachen. 82 Prozent der Befragten geben individuelle berufliche Gründe wie Stress, Überforderung und Überbelastung als Grund für ihren Burn-out an. Mit 45 Prozent liegen persönliche Gründe jedoch deutlich höher als bislang angenommen und noch vor unternehmensbezogenen Gründen wie personellen Veränderungen oder Mobbing mit 38 Prozent. Gut 42 Prozent der von einem Burn-out Betroffenen fallen zwischen einem und drei Monaten aus, knapp 18 Prozent sind sogar mehr als sechs Monate raus aus dem Job.

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„Unternehmen müssten daher eigentlich alles tun, um dem Erschöpfungszustand vorzubeugen“, meint Petra Timm, die RandstadSprecherin. Tatsächlich bieten jedoch nur 34 Prozent der befragten Personalverantwortlichen in ihren Betrieben Präventionsprogramme wie Stressmanagement oder Gesundheitsvorsorge an. Immerhin 45 Prozent kümmern sich um die Reintegration ihrer Mitarbeiter nach dem Burnout. Arbeitnehmer sollten daher versuchen, einen Ausgleich zum Beruf zu finden, der nicht in Freizeitstress ausartet, und feste Entspannungsphasen einplanen.

Negativ für Arbeitgeber Burn-out zieht sich heute über alle Ebenen und Branchen und ist für die Leidtragenden wie für den jeweiligen Arbeitgeber eine Lose-lose-Situation. Denn: Unter einem

Burn-out-Syndrom leiden nicht nur die Betroffenen, sondern es kann auch für den Arbeitgeber Veränderungen wie Personalwechsel oder neue Arbeitsstrukturen bedeuten. Von 627 Arbeitnehmern mit Burnout verlassen rund 17 Prozent das Unternehmen, elf Prozent übernehmen neue Aufgaben in der gleichen Firma. Nur 71 Prozent kehren in die alte Position zurück. Wichtig für die Mitarbeiter ist dann, dass sie mit geeigneten Maßnahmen wieder in den Arbeitsalltag integriert werden. Flexible Arbeitszeiten oder spezielle Coachings können ihnen unter Umständen den Wiedereinstieg erleichtern. Größere Unternehmen bieten dafür deutlich mehr Nachsorgeprogramme an. Um Mitarbeitern nach einem Burn-out die Rückkehr in den Beruf zu erleichtern, empfehlen sich auch Teilzeitmodelle oder Q spezielle Coachings.

Auch wenn es zunächst nicht leicht fällt: Wer immer unzufrieden ist, sollte professionelle Hilfe annehmen.

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Seelen-Feuerwehr

Nicht jeder Ausgebrannte muss zum Therapeuten. Oft reicht schon ein Coaching aus.

Welche Faktoren begünstigen Burn-out? Und wie kann man sich schützen?

Foto: Fotolia/Randstad

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oogle zeigt nach 0,1 Sekunden satte 55 Millionen Einträge zum Thema Burn-out. Es scheint also ein wichtiges Thema zu sein. Gibt es denn auch Menschen, die ihr Leben lang hart arbeiten und glücklich sind, aber die nicht (aus-) brennen? Welche Faktoren begünstigen Burn-out? Wie kann man sich schützen? Noch vor 20 Jahren handelte es sich um einen Begriff, der nur einigen vertraut war. Es war etwas, das im Verborgenen geschah, fast ehrfürchtig ausgesprochen wurde. Definieren konnte es keiner. Auch heute verbirgt sich hinter dem Wort eine ähnliche Vielfalt von Deutungen und Bedeutungen wie hinter dem Wort: Mobbing. Die Ursachen werden gewöhnlich entweder in der Persönlichkeit,

oder in sozialen, arbeits- und organisationspsychologischen (strukturbezogenen) Aspekten vermutet.

Späte Ursachenforschung Anfang der 1970er Jahre wurde das Syndrom erstmals im pflegerisch therapeutischen Bereich beschrieben. Der Prozess des Burn-outs kann sich über Jahre erstrecken und wird oftmals auch in fortgeschrittenen Stadien nicht realistisch wahrgenommen. Erst, wenn ernsthafte Symptome einen Arztbesuch oder eine Behandlung notwendig machen, wird Ursachenforschung betrieben. Symptome, die auf ein Burn-out hinweisen, sind diffuse Körperbeschwerden, wie Kopfschmerzen, Schwindel bei Körperbewegungen, unerklärbarer Brust- und Bauch-

druck, Verdauungsprobleme. Aber auch Schlafstörungen, Früherwachen, Konzentrationsschwäche und Angstgefühle. Im Verlauf finden sich immer mehr Symptome, die im weiteren Sinne als „depressiv“ einzuordnen sind. Humorlosigkeit, Rückzug aus Familie und Freundeskreis, das Gefühl, morgens einen unüberwindbaren Berg vor sich zu haben. Es gibt viele Aspekte und Symptome, die auf ein Burn-out hinweisen. Gemeinsam ist ihnen, dass es sich fast immer und ausschließlich um Beschwerden mit Prozessorientierung handelt. Das bedeutet, dass ein enger Zusammenhang mit der ausgeübten Tätigkeit besteht. Es kann den Verantwortungsbereich eines Unternehmens, einer Familie, einer Ab-

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teilungsleitung, einer Praxis, einer Schulklasse betreffen. Der Beginn ist immer schleichend, die Auswirkung für den Betroffenen und seine Umgebung oft gravierend. Als Führungskraft wirkt sich das mitunter besonders stark aus. Oftmals fühlen sich Führende hin und her gerissen nach dem Motto: Erst füttert man den Tiger, damit er groß und stark wird; dann füttert man ihn, damit er einen nicht frisst. Das bedeutet in aller Regel eine späte Suche nach Hilfe. Jetzt ist guter Rat gesucht – und leider manchmal auch sehr teuer. Nicht jeder „Ausgebrannte“ landet beim Therapeuten. Oft ist ein Coaching ausreichend. Dabei sollten einige wichtige Punkte berücksichtigt werden. Der deutsche Coachingverband (www.dbvc.de) hat genaue Kriterien aufgestellt.

Wichtig: eigene Energie Ein weiterer Aspekt gehört näher beleuchtet: Es geht bei dem Weg aus dem Burn-out und der Vermeidung von Rückfällen genauso, wie bei der generellen Vorbeugung um die eigene, die innere Führung (Leadership / mehr dazu lesen Sie ab Seite 25). Wenn man sich über seine Ressourcen, seine Ziele im Klaren ist, kann man sich vor einem Ausbrennen bewahren. Die Natur von innerer Führung beruht auf einer nachhaltigen Bekenntnis und einer Freiheit im Umgang und Leidenschaft für Projekte und Menschen, die im Leben wichtig sind, einschließlich der eigenen Person. Die persönliche Energie ist dabei ein wichtiger Faktor. Wächst sie, wächst Integrität. Dann werden Wahrheitsliebe und Authentizität Schlüsseleigenschaften zur Entwicklung von Vision und Intuition. Ein großes, wenn nicht das größte Hindernis effektiver innerer Führung ist Angst. Sie begegnet dem psychologisch geschulten

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Trainer auf allen Ebenen in Unternehmen. Manchmal versteckt sie sich hinter Fassaden und Vorschriften. Arbeit an einer Überwindung und Durchdringung von Angst ist notwendig, um innere Leadership zu erlangen. Gelingt dies, sind Höhepunkte in Leistung und Innovation möglich. Es ist dann möglich in Resonanz mit seiner Umgebung zu kommen. Eine Führungskraft kann den Mitarbeitern erlauben, Wissen zu haben und sich ihnen nahe zu fühlen. Angst vor Ausgrenzung und hintergangen werden baut sich ab. Ihre Organisation, Abteilung, Firma, Praxis wird angesprochen. Trennung erweist sich als (früher einmal nützliche) Illusion. Verbindungen der Menschen untereinander wachsen in dem Maße, in dem Urteile schwinden. Diese Natur der inneren Führung und die persönliche Energie erweitern die Kapazität und die Fähigkeit zu führen – auch nach außen hin – in erheblichem Umfang. Es ist immer wieder im Rahmen von Coachings zu beobachten, wie bei diesem Erkenntnisprozesses Motivation und Engagement (wieder)einsetzen. Dazu ist es notwendig, einen Schritt heraus aus den vertrauten Mustern zu treten und eingefahrene Verhaltensstrukturen sowie ungeprüfte Vorannahmen zu identifizieren. Aus dieser Erfahrung, die alle Ebenen des Denkens und Fühlens umfasst, entwickeln sich neue Perspektiven. Es werden Fähigkeiten re-

aktiviert oder erschaffen, zu erkennen, zu handeln und neue Muster zu etablieren. Resultate sind neue Vorstellungen von Vertrauen und neue Problemlösungsstrategien.

Mit Spaß leben und arbeiten Es wird, auf diesen Erfahrungen aufbauend, eine innere und nach außen gerichtete Führung erzeugt, die kein intellektuelles, sondern ein interpersonelles Instrument ist. Der persönliche Input bestimmt die Qualität der Resultate. Leadership bedeutet in diesem Kontext: Vertrauen gewinnen – Commitment leben – Wandel gestalten – Werte schaffen. Durch den Lernprozess wird eine Resonanz zu eigenem Lebenssinn, Eigenverantwortung, Intuition, Wertgefüge im eigenen Leben hergestellt. Die oben dargestellten Auslöser für Burn-out, sei es im persönlichen oder im strukturellen Bereich, verlieren damit nach und nach an Kraft. Das Leben hat eine Chance, wieder mit Spaß gelebt zu werden. Es ist notwendig, die oben beschriebenen positiven Aspekte zu erkennen und Strategien zur Umsetzung zu entwickeln. Ein weiterer wichtiger Punkt ist dann, die Schattenaspekte zu identifizieren und zu integrieren. Die dadurch entstehende Ausgeglichenheit ist Motor und Basis für eine selbst bestimmte Lebensgestaltung. Denn zweifellos ist es besser, Herr als Sklave des eigenen Systems zu sein. Q

ZUM AUTOR Dr. Michael Lorrain ist Nervenarzt und arbeitet seit 1997 als Berater und Coach mit Führungskräften und Teams im Bereich Visionsentwicklung, Veränderungsmanagement, Stressbewältigung und Kommunikation.

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Geschützte Ideen Patente können für Erfindungen von Produkten und Verfahren auf allen Gebieten der Technik erteilt werden. Sie bieten einerseits Schutz vor Nachahmung und schaffen andererseits einen Anreiz für

Foto: piu700_pixelio.de

technische Entwicklungen. Wichtig ist die richtige Vorgehensweise bei der Anmeldung.

Das Europäische Patentamt hat seinen Sitz in München.

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obert Bosch ist einer. Alfred Nobel auch. Und viele andere kreative Köpfe in unserem Land sind es – Erfinder. Ihnen gemeinsam ist, dass sie Produkte und technische Verfahren entwickeln, die unser Leben erleichtern und verbessern. Doch durch was wurden die Erfinder angetrieben? War es tatsächlich das Streben nach Produkten und Verfahren, die der Gemeinschaft helfen sollten oder war es das Streben nach Innovationen, die ihren jeweiligen Auftraggebern auf Dauer Marktvorteilte bringen? Letztendlich wird man diese Frage nicht beantworten können und wahrscheinlich wurde ihr Handeln

auch von beiden Aspekten bestimmt. Unzweifelhaft ist, dass Unternehmen wie Bosch und Dynamit Nobel, sowie viele andere, jahrelang von den Erfindungen ihrer Unternehmensgründer profitiert haben, weil die Erfindungen zum Patent angemeldet wurden und sie dadurch geschützt bestens vermarktet werden konnten.

Begrenztes Schutzrecht Patente können für Erfindungen von Produkten und Verfahren auf allen Gebieten erteilt werden. Sie bieten einerseits Schutz vor Nachahmung und schaffen andererseits einen Anreiz für technische Entwicklungen. Für die Preisgabe der

Erfindung an die Öffentlichkeit durch eine Patentanmeldung, die nach einer bestimmten Dauer für jedermann einzusehen ist, wird der Patentanmelder mit einem zeitlich begrenzten Schutzrecht belohnt: Für maximal 20 Jahre ab dem Anmeldetag darf die Erfindung exklusiv angeboten werden. Jedem anderem ist die Verwendung ohne seine vorherige Zustimmung untersagt. Damit jedoch die Patentanmeldung auch tatsächlich erfolgreich ist, muss die richtige Strategie bei dem Schutz der Erfindung gewählt werden. Ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Patentstrategie bietet die Schuhfirma Geox, die dem Fußschweiß den Kampf angesagt hat.

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Mario Moretti Polegato, dem Firmengründer, qualmten während einer Wanderung durch die Weinberge im amerikanischen Städtchen Reno im wahrsten Sinne des Wortes die Socken. Er entschloss sich kurzerhand mit dem Taschenmesser zwei „Lüftungslöcher“ in die Sohlen seiner Turnschuhe zu schneiden. Damit war dann zwar dem Befinden geholfen, andererseits gelangte aber Sand und Schmutz in die Schuhe. Um dieses Problem zu lösen, kam Polegato später auf die Idee, die Sohlen an den Stellen zu perforieren, an denen sich die höchste Konzentration von Schweißdrüsen befindet.

vor der Schutzrechtsanmeldung auf deren Homepage beworben, so dass das Design der Schuhe bereits vor der Schutzrechtsanmeldung öffentlich wurde und damit keine Neuheit mehr bestand, was ein wesentliche Voraussetzung für eine Vielzahl von Schutzrechten ist. Die Lehre, die sich aus dem unterschiedlichen Vorgehen beider Unternehmen ableiten lässt, ist, dass man zunächst einmal seine

Großindustrie vorgenommen. Von den jährlich ungefähr 60 000 Erfindungen, die beim Deutschen Patent- und Markenamt in München, und den ungefähr 130 000 Patentanmeldungen, die mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutschland über das Europäische Patentamt angemeldet werden, stammen knapp 60 Prozent von einem kleinen Kreis von Anmeldern, meist Großunternehmen.

Diesen simpel erscheinenden Einfall versuchte Polegato zu vermarkten, fand jedoch keinen Produzenten, der seine Idee verwirklichen wollte und gründete im Jahr 1995 kurzerhand sein eigenes Unternehmen. Glücklicherweise hatte Polegato seine Idee zuvor aber zum Patent angemeldet und sich somit vor unliebsamen Nachahmern geschützt. Aber mehr noch: Polegato entwickelte die Idee der atmungsaktiven Schuhsohle weiter und meldete in der nachfolgenden Jahren mehr als 30 weitere Patente an. Gute Geschäfte macht auch die Firma Crocs, die 2002 in den USA gegründete wurde und als Hersteller von bunten Kunststoffschuhen bekannt ist. Doch im Gegensatz zu Geox ist Crocs einem deutlich härteren Konkurrenzkampf ausgesetzt, da ein kanadischer Mitbewerber fast identische Schuhe anbietet. Die Strategie von Crocs Mitbewerber mittels gewerblicher Schutzrechte vom Markt zu halten, misslang jedoch. Das Unternehmen versuchte, sich das ungewöhnliche Aussehen der Schuhe als Geschmacksmuster schützen zu lassen. Die Schuhe wurden jedoch von Crocs bereits

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Fotos: Unternehmensbilder GEOX

Unliebsame Nachahmer

Idee schützen lassen sollte, bevor man die Idee tatsächlich jemand anderem offenbart. Diese Geschichte zeigt jedoch auch, dass Innovationen und deren patentrechtliche Absicherung kleinen Unternehmen helfen können, sich auf dem umkämpften Markt der Konsumgüter zu behaupten.

Zu hohe Kosten? Trotzdem sichern kleine und mittlere Unternehmen ihre Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung häufig nicht schutzrechtlich ab, da sie darin keine Vorteile sehen oder zu hohe Kosten befürchten. So wird bis heute noch ein Großteil der in Deutschland eingereichten Patentanmeldungen von der

Hierzu zählen bekannte Unternehmen, wie Robert Bosch GmbH, Daimler AG und Siemens AG. Diese ausgeprägte Konzentration zugunsten der großen Patentanmelder wird seit Jahren beobachtet. Das Deutsche Patent- und Markenamt stellte auf Basis der Erfinderbenennung, die bei jeder Patentanmeldung zu erfolgen ist, fest, in wie vielen Fällen die Person des Anmelders mit dem Erfinder identisch ist.

Mario Moretti Polegato ließ sich seine Erfindung patentieren und schuf so die Grundlage für seine Schuhfirma Geox.

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Foto: fotolia

Das erste bekannte Patent auf eine Glühlampe erhielt Frederick de Moleyns im Jahre 1841.

Meldet beispielsweise ein Unternehmen ein Patent an, so sind Anmelder und Erfinder nicht identisch. Bei selbstständigen Erfindern stimmen dagegen in der Regel Anmelder und Erfinder überein. Im Jahr 2010 stammten 8,6 Prozent der Patentanmeldungen von den jeweiligen Erfinderinnen oder Erfindern. Damit ist der Anteil an Patentanmeldungen von Einzelerfindern oder aus dem Mittelstand äußerst gering. Dieses hat auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie festgestellt und unterstützt mit dem Programm Signo Hochschulen, Unternehmen und freie Erfinder bei der rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung ihrer innovativen Ideen. Mit diesem Programm können unter bestimmten Voraussetzungen Recherchen zur Feststellung der Patentierbarkeit, Kosten-NutzenAnalysen zur Bewertung der Erfindung, Patentanmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt mit patentanwaltlicher Unterstützung, Vorbereitungsge-

spräche bei der Verwertung des Patents, sowie der gewerbliche Rechtsschutz im Ausland geschützt werden.

Der kleine Bruder Mit einer Förderhöhe von maximal 8 000 Euro lassen sich dabei ein Großteil der anstehenden Kosten ohne Risiko decken. Das Signo-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erfreut sich in der Zwischenzeit einer hohen Beliebtheit, was dazu geführt hat, dass die gesamte zur Verfügung gestellten Fördersumme im letzten Jahr bereits zum Ablauf des dritten Quartals ausgeschöpft war. Wem die Kosten mit einer Patentanmeldung zu hoch sind, kann seine technischen Erfindungen auch mit einem Gebrauchsmuster schützten. Der „kleine Bruder“ des Patents bietet die gleiche Schutzwirkung wie ein Patent, schnell und kostengünstig: Schnell, denn das Gebrauchsmuster kann bereits in wenigen Wochen nach der Anmeldung im Register eintragen werden. Die Prüfung und Erteilung eines

ZUM AUTOR Der promovierte Chemiker Dr. Dirk Bröcher ist seit 2001 auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes tätig. Einen Teil seiner Ausbildungszeit verbrachte er bei der Patentstreitkammer des Landgerichts Düsseldorf, dem Deutschen Patent- und Markenamt sowie dem Bundespatentgericht in München. Seit 2009 ist Dr. Bröcher Partner in der Patentanwaltskanzlei Gille Hrabal Struck Neidlein Prop Roos in Düsseldorf.

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Patents dauert dagegen in der Regel mehrere Jahre. Im Unterschied zum Patent wird beim Gebrauchsmuster jedoch nicht geprüft, ob die sachlichen Voraussetzungen (Neuheit, erfinderischer Schritt, gewerbliche Anwendbarkeit) vorliegen. Mit der Eintragung des Gebrauchsmusters tritt das Schutzrecht in Kraft und es entstehen – sofern die ungeprüften sachlichen Schutzanforderungen erfüllt sind – die gleichen Rechte wie bei einem Patent. Ein Patent oder Gebrauchsmuster kann jedoch nicht nur helfen, potentielle Mitbewerber aus dem Markt zu drängen, sondern gleichzeitig auch den Wert des eigenen Unternehmens steigern. So kann beispielsweise der Verkauf oder die Lizenzierung von Patentrechten Unternehmenserträge sichern und den Unternehmenswert erhöhen. Den enormen Wert von Patentrechten zeigt auch ein Blick in die Pharmaindustrie, wenn die gewaltigen Erträge beim Auslaufen der Patente wegbrechen, was sich wiederum auf die Börsennotierung des jeweiligen Unternehmens auswirkt.

Basis für frisches Kapital Diesem Sachverhalt wurde auch die gesetzliche Regelung im Steuerrecht Rechnung getragen. Mit Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) am 29. Mai 2009 können nun Patente und Gebrauchsmuster, die auf eigene Erfindungen zurückgehen, in der Bilanz aktiviert werden und damit den Unternehmenswert insgesamt steigern. Die Neuregelungen helfen dabei, die Außendarstellung insbesondere junger, innovativer Unternehmen in der Handelsbilanz zu verbessern: Unternehmen können ihr Innovationspotenzial zeigen, ihre Eigenkapitalbasis stärken und so grundsätzlich leichter und kostengünstiger frisches Kapital beschaffen. Q

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Foto: Gerd Altmann_pixelio.de

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«Die Risiken absichern»

Immer mehr Länder rutschen in die Krise. Das beunruhigt auch deutsche Mittelständler.

Marc Kloepfel, Geschäftsführer der Kloepfel Consulting GmbH in Düsseldorf, erläutert im Gespräch mit business4, warum für mittelständische Unternehmer Handlungsbedarf bei der Absicherung von Währungsrisiken besteht. b4: Welche Auswirkungen hat die aktuelle Eurokrise auf deutsche Mittelständler?

schwächelt der Euro.

Marc Kloepfel: Wir haben keine Währungskrise, sondern eine Schuldenkrise. Jedoch wirkt sich diese auf die Euro-Währung aus. Deshalb schwankt der Euro-Kurs gegenüber dem Dollar seit Wochen stark zwischen 1,37 und 1,45 Dollar.

Marc Kloepfel: Seit der Bankenkrise in 2008 geht es mit dem Euro auf und ab. Nicht zuletzt die Griechenland-Krise bringt die Währung weiter unter Druck. Zum einen lasten Sorgen um das Weiterbestehen der Eurozone auf der Konjunktur. Zum

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b4: Doch aktuell (Mitte September)

anderen ist die Stärke des US-Dollar bzw. Schwäche des Euro ein Problem für Einkäufer. Problematisch für die deutschen Unternehmen ist dabei, dass der derzeit schwächere Euro Importe verteuert. Auf der anderen Seite steigen dadurch Energie- und Rohstoffpreise, da diese in der Regel in der Leitwährung Dollar gehandelt werden. Für die Indust-

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Foto: Rainer Sturm_pixelio.de

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Der tägliche Blick auf die Aktienkurse beunruhigt.

rieunternehmen ist das ein sehr großes Konjunkturrisiko. Diese Ausführungen belegen, wie wichtig es ist, Währungsrisiken abzusichern. b4: Müssten Währungsrisiken auch abgesichert werden, wenn der Euro wieder zulegt?

Marc Kloepfel: In jedem Fall. Je stärker der Euro wird, desto teurer werden deutsche bzw. europäische Produkte für den Nicht-Euro-Raum. Letztlich geht es um Planungssicherheit. Durch schwankende Wechselkurse wird der internationale Handel beeinflusst und somit sind die Einnahmen und Kosten eines internationalen Handelsgeschäfts nicht mehr kalkulierbar. Ändert sich der Wechselkurs zwischen Vertragsabschluss und Lieferung, hat das für das eine Unternehmen mit einem Schlag höhere Verluste, für das andere Unternehmen Gewinne zur Folge. Dies war auch ein Grund dafür, den Euro einzuführen. Im Euro-Raum selber schwankt die Währung Euro eben nicht.

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b4: Sollten Unternehmen beispielsweise bei einem schwachen Euro darauf verzichten, im Dollarraum einzukaufen?

Marc Kloepfel: Nein. Einkäufer sollen durchaus auch im Dollarraum tätig werden. So liegen in Südamerika und Asien die Beschaffungsmärkte der Zukunft. Glücklicherweise gewinnen Südamerika und Asien auch als Absatzmärkte an Bedeutung. Der vermehrte Einkauf in diesen Regionen sorgt für gute Geschäftsbeziehungen und öffnet dem Export die Türen, insbesondere in Asien. Und er sorgt auf gesamtwirtschaftlicher Ebene für ausgeglichene Handelsbilanzen. Darüber hinaus zwingt diese Einkaufsstrategie europäische Lieferanten dazu, ihre Wertschöpfungs- und Beschaffungskonzepte zu verändern. Das Global Sourcing der eigenen Kunden zwingt Mittelständler dazu, die Produktivitätsund Lohnkostenvorteile der Schwellenländer auch selber zu nutzen, um im Wettbewerb zu bestehen. Trotz aller genannten Vorteile des Global Sourcing lassen sich die damit verbundenen Wech-

selkursrisiken nicht bestreiten. In einer unserer jüngsten Studien haben wir festgestellt, dass gut jedes zweite Unternehmen keine Währungsrisiken absichert. Doch diese lassen sich absichern. b4: Wie?

Marc Kloepfel: Ein wichtiger Punkt ist das natürliche Hedging, womit Absicherung gemeint ist. Natürliches Hedging bedeutet: Ich habe beispielsweise Forderungen und Verbindlichkeiten im Dollarraum, da ich hier einkaufe bzw. verkaufe. In diesem Fall heben sich die Kursrisiken des Dollarkaufs bzw. -verkaufs auf. Hat das Unternehmen viele Kunden im Dollarraum, sollte der Einkauf möglichst in gleichem Maße im Dollarraum beschaffen. Natural Hedging ist für viele deutsche Unternehmen der mit Abstand größte Hebel zur Reduzierung von Währungskursrisiken. b4: Welche Möglichkeiten gibt es noch global zu beschaffen, ohne Verluste durch Währungsschwankungen einzufahren?

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Marc Kloepfel: Das Währungshedging ist eine Möglichkeit. Als Währungshedging werden Währungstermingeschäfte bezeichnet, bei denen etwa ein definierter Betrag von beispielsweise US-Dollar zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem vorher festgelegten Kurs verkauft wird. Man verkauft also bereits heute die Devisen, die später eingenommen werden, an eine Bank. Man spricht hier vom Leerverkauf. Wenn ich als Unternehmer eine offene Forderung in Fremdwährung haben werde, kaufe ich Devisenfutures in dem Umfang, in dem meine offene Forderung und deren Fälligkeit bestehen werden. Dadurch sichere ich mir als Exporteur schon heute den Wechselkurs für die zukünftig durch den Abnehmer zu zahlenden Devisen. Damit lässt sich der Wechselkurs dann quasi einfrieren. b4: Erläutern Sie bitte den Unterschied zu Optionen?

derungen an die Liquiditätsplanung eines Unternehmens dar. Bei Mini-Futures entfällt der Unterhalt eines Margenkontos und eine Barriere begrenzt die Verluste nach unten. Mini-Futures haben zudem eine Hebelkomponente. Das Unternehmen muss nur einen Bruchteil des notwendigen Kapitals zum Kauf des Mini-Futures einsetzen. Die Kosten und recht komplexe Konstruktion machen die MiniFutures jedoch weniger attraktiv. b4: Welche werden eher genutzt?

Marc Kloepfel: Kleinere Unternehmen nutzen vorzugsweise die Optionen. Sowohl bei Put-Optionen als auch ihrem Gegenstück aus dem Reich der strukturierten Produkte, den Put-Warrants, sichert sich die Firma einen Mindestpreis. Im Gegensatz zu den standardisierten, börsennotierten Optionen haben Warrants den Vorteil, dass sie – in Bezug auf Laufzeit, Größe und Mindestwechselkurs – auf die spezifischen Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnitten werden können.

Foto: Thorben Wengert_pixelio.de

Marc Kloepfel: Im Gegensatz zu Futures geht man bei Optionen keine

Verpflichtungen ein, die Option zu einem im Voraus bestimmten Preis zu verkaufen (Call) oder zu kaufen (Put), wenn der Kurs der Währung über dem Verkaufs- bzw. unter dem Verkaufspreis liegt. Es handelt sich ausdrücklich um ein Recht und um keine Pflicht. Das Unternehmem kann mit Hilfe von Optionen einen minimalen Wechselkurs absichern und erhält daher einen Mindestbetrag mit der Möglichkeit auf Steigerung. Während bei den Futures eine Pflicht besteht, das Unternehmen aber heute schon einen fixen Wechselkurs erhält und daher mit Sicherheit einen bestimmten Betrag erlösen. Futures sind günstiger als Optionen. Aber Futures verlangen ein höheres Volumen, binden Kapital und sind zudem aufwendig im Unterhalt. Bei Futures muss ein Margenkonto unterhalten werden, auf dem täglich Wertgewinne und -verluste verbucht werden. Das Unternehmen muss einen Mindeststand auf dem Konto unterhalten: Fällt der Saldo unter das Minimum, muss Kapital nachgeschossen werden. Das Margenkonto stellt daher höhere Anfor-

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Können Frankfurts Börsensymbole – Stier und Bär – den Euro noch retten?

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business4 | PRAXIS b4: Was sind die Risiken des Währungshedging?

Marc Kloepfel: Unternehmen können sich zwar gegen Währungsschwankungen absichern; ändern sich die Kurse aber zu schnell und sind die Schwankungen zu stark, funktioniert das nicht mehr. Dann wird es schwierig für die Firmen, langfristig zu kalkulieren und länger laufende Verträge abzuschließen.

Marc Kloepfel: Das Währungshedging ist eine einfache Antwort auf Währungsschwankungen, aber nur für kurzfristige Absicherungen und relativ teuer. Es ist jeweils zwischen erwarteter Rendite und akzeptablem Risiko abzuwägen. Zudem ist Hedging ein komplexer Vorgang und für Laien nicht zu empfehlen.

Foto: Benjamin Klack_pixelio.de

b4: Warum sollte man welche Währung als Vertragswährung festlegen?

Der Fachmann glaubt, dass der Euro abgesichert werden kann.

Eine andere einfache Lösung ist, dass man im Rahmen des Global Sourcings Lieferanten verschiedener Währungsregionen sucht. Das ist besonders sinnvoll, wenn Unternehmen auf die Zulieferung wichtiger Komponenten angewiesen sind. So kann man die Kursentwicklung vorwegnehmen und ausbremsen. Man sucht sich rechtzeitig Lieferanten aus dem Euro- als auch aus dem Dollarraum. Bei starkem Euro wird der Lieferant im Dollarraum stärker berücksichtigt, bei schwachem Euro der Lieferant in der Eurozone. Dabei muss man vorausschauend einkaufen. Dreht der Kurstrend, kann es zu spät sein, da Lieferantenfreigaben in der Regel mehrere Monate, teilweise Jahre dauern. b4: Wo liegen die Grenzen beim Absichern von Währungsrisiken?

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Marc Kloepfel: Das Festlegen auf eine Vertragswährung erleichtert es dem Einkauf, die eingereichten Angebote rasch zu vergleichen. Ob in der schwächeren Währung eingekauft wird, hängt im Übrigen auch von der Warengruppe ab. Milch beispielsweise muss ich als deutsches Unternehmen in der Eurozone einkaufen, da längere Transportwege aus dem Dollarraum zu Lasten der Haltbarkeit gehen würden. Ein weiterer Faktor ist die Macht von Lieferanten, die je nach Warengruppe erheblich variiert. Mit einem weniger mächtigen Unternehmen kann man sich im Zweifel eher auf die gewünschte Währung einigen als mit einem mächtigeren Unternehmen. Für Warengruppen mit langen Vertragslaufzeiten ist die Vermeidung von Währungsrisiken unverzichtbar. Wenn man erwartet, dass die eigene Währung steigt, dann versucht man diese als Vertragswäh-

rung durchzusetzen. Doch letztlich ist das Spekulation. Weswegen man eher auf Währungshedging, Natural Hedigng oder die Streuung von Lieferanten auf verschiedene Währungsregionen setzen sollte. Bei kurzfristigen Verträgen zählt bei der Wahl der Vertragswährung eher der unmittelbare Kostenvorteil zum Zeitpunkt der Transaktion. b4: Bieten die aktuelle Krise in Europa und die nervösen Finanzmärkte auch Chancen?

Marc Kloepfel: Ja, in jedem Fall. Unternehmen sollten die Gewitterwolken rechtzeitig erkennen und neue Märkte außerhalb Europas angehen. Beispielsweise werden die Wachstumsmärkte Indien, Brasilien, Südafrika oder Korea immer interessanter für die deutsche Exportwirtschaft. Hier kann man Verluste im Geschäft mit den EuroKrisenländern kompensieren. Desweiteren müssen Währungs- aber auch Zinsrisiken verstärkt abgesichert werden. Zudem sollten Unternehmen ihre Kunden stärker an der Risikovorsorge beteiligen, Forderungen umstrukturieren, Liquidität durch Einkaufsoptimierung sichern und Lagerbestände optimieren. Jedoch laufen derzeit die Maschinen unserer Kunden weiter. Und keiner unserer Kunden schließt Werke in Spanien oder Griechenland. Q

ZUM AUTOR Marc Kloepfel startete seine Laufbahn bei einer internationalen Managementberatung. In Folge war er für eine auf Beschaffungsoptimierung spezialisierte Beratung tätig, zuletzt als Senior Partner und Projektmanager namhafter Kunden sowie Geschäftsführer von Standorten in Europa, Asien und Afrika. Er ist Geschäftsführer bei Kloepfel Consulting.

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Ratingkrieg Derzeit versuchen sich die Mitglieder der Europäischen Union mit aller Macht mit eigenen Standards von den USA abzugrenzen. Dort sitzen die mächtigen Ratingagenturen,

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ärter als die Financial Times Deutschland kann man das Geschehen um die Finanzmarktaufsicht kaum formulieren. Die neue EU-Wertpapieraufsicht ESMA droht, den drei großen USRatingagenturen keine Zulassung zu erteilen, wenn sie sich nicht an die europäischen Regeln halten. Diese hatten geglaubt, als Marktführer wären sie ohnehin gelistet und bräuchten keinerlei Anstrengung zu unternehmen, um weiterhin in Europa tätig zu sein.

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die weltweit 95 Prozent des Marktes unter sich aufteilen.

Die Europäer versuchen derzeit, sich mit eigenen Standards von den USA abzugrenzen, dem Sitz der mächtigen Agenturen. Hierzu gehören die Ratinggesellschaften Standard & Poor‘s, Moody‘s und Fitch. Diese teilen weltweit 95 Prozent des Marktes unter sich auf. Um die Aufsicht über die Risikobewerter tobt derzeit ein heftiger transatlantischer Streit. Da in den USA die Auflagen für amerikaniche Ratingagenturen noch nicht genau geregelt sind, will

die ESMA das Aufsichtsregime nicht als „gleichwertig” anerkennen. Zunächst jedenfalls haben die US-Agenturen ungenügende Unterlagen vorgelegt. Deshalb wurde der Zulassungsprozess bereits verlängert. Gelingt auch nach den Übergangsfristen keine Einigung, hätte das zur Folge, dass europäische Banken und Versicherer in den USA erstellte Ratings von Standard & Poor´s, Moody´s und Fitch nicht mehr zur Ermittlung ihres aufsichtsrechtlich benötigten Kapitals

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Foto: Pixelio/Kurt F. Domnik

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Vorschläge zur Reform Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für eine europäische Alterantive zu den US-Ratingagenturen.

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agentur beauftragen darf, weil die Rating-Agentur zu gute Noten verteilt. Wenn allerdings – wie bisher bei den US-Agenturen üblich – Investoren für die Ratings zahlen müssten, wäre der Interessenkonflikt nicht gelöst, sondern nur verlagert. Ein weiterer Vorschlag sieht vor, dass eine unabhängige staatliche Aufsichtsbehörde darüber entscheidet, welche Agentur ein Land oder Unternehmen beurteilen darf. Allerdings hätte der Vorschlag wohl kaum Chancen auf eine Umsetzung – die Regierungen würden sich wehren. Umstritten ist auch die Etablierung einer staatlichen europäischen Rating-Agentur.

benutzen könnten. Banken warnen, dass das einen zusätzlichen Kapitalbedarf von zehn Milliarden Euro zur Folge hätte. Experten gehen jedoch von einer Einigung aus. Generell stehen die US-Ratingagenturen derzeit massiv unter Druck. Die Risikobewerter sind im Zuge der Finanzkrise heftig kritisiert worden. Viele ihrer Bewertungen haben sich als Fehleinschätzungen erwiesen. Seit Jahren wollen deshalb die Politiker die Macht der Agenturen zurückdrängen, denn sie gelten als einer der Hauptverursacher der Finanzkrise. Riskante Wertpapiere stuften sie als bombensicher ein und verleiteten so Anleger zu milliardenschweren Fehlkäufen. Zwar unterliegen die Agenturen seit 2010 einer EU-Regulierung, doch daran, dass die Ratings bindend für viele Anlageentscheidungen sind und sich Investoren auf die Urteile verlassen, hat sich nichts geändert.

Vorschläge zur Reform der Ratings gibt es viele. Doch fast alle haben einen großen Haken. So wird gefordert, das nicht mehr ein Unternehmen oder Land selbst die Rating-

Merkel für europäische Ratingagentur Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert angesichts der Macht der führenden Rating-Agenturen für eine europäische Alternative zu den US-dominierten Bonitätsprüfern. Europa sollte dafür das Selbstbewusstsein haben, sagte die Bundeskanzlerin im Juni dieses Jahres auf einer CDU-Veranstaltung. Die Initiative für eine europäische Rating-Agentur sollte aber aus der Wirtschaft kommen. Angela Merkel zeigt sich zugleich skeptisch, dass angesichts der aktuellen Euro-Schuldenkrise jetzt der

Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Immer mehr EUMitgliedsländer werden negativ bewertet.

Fitch Deutschland-Chef Jens Schmidt-Bürgel dazu: „Der Plan könnte nach hinten losgehen. Eine staatliche Agentur könnte eher schlechtere Ratings vergeben, um am Markt vertrauen zu gewinnen.” Außerdem könnte sie wenig unabhängig sein. Der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold setzt sich daher für ein Stiftungsmodell ein. Die EU-Kommission soll das Kapital für eine Agentur bereitstellen, diese aber in eine unabhängige Stiftung überführen. Doch eine solche Stiftung bräuchte eine lange Anlaufphase, um sich einen soliden Ruf zu erarbeiten.

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richtige Zeitpunkt für die Gründung einer eigenen europäischen Rating-Agentur sei. Zunächst einmal müsste die Schuldenkrise in einigen Euroländern überwunden werden. Dies hat die wenig später erfolgten qualifizierten Vorschläge der Unternehmensberatung Roland Berger zur Gründung einer europäischen Agentur relativiert. Wirtschaftsforscher Thomas Straubhaar fordert eine „brutale Entmachtung” von Rating-Agenturen. Der Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) sagte in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung”: Jetzt sei der „historisch richtige Moment” sich aus der Allmacht der privaten Einrichtungen zu lösen. Straubhaar appelierte an die Bundesregierug, schnellstmöglich die Dominanz der US-RatingAgenturen zu beenden und dazu in der EU-Komission einen Vorstoss zu starten.

fonds (IWF) bis zum Jahr 2014 ausgezahlt und zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent verliehen werden. Für die Rückzahlungen sämtlicher vom Rettungsfonds zur Verfügung gestellter Mittel wurde Griechenland eine Laufzeitverlängerung von 7,5 auf 15 Jahre gewährt. Unterdessen bringen EUVertreter zur Lösung der griechischen Schuldenkrise den Einsatz von staatlichen Vermögenswerten ins Spiel. Als Absicherung für den Kauf von griechischen Staatsanleihen könnten den Banken die zur Privatisierung vorgese-

„negativ“ senken. Kurz darauf hat nun auch Moody‘s Investors Service den USA mit einer möglichen Herabstufung gedroht. Sollten in den nächsten Wochen keine Fortschritte bei der Erhöhung der Schuldenobergrenze erfolgen, könnte die USA auch bei Ihnen die Bestnote „AAA“ verlieren. Jedoch sprach Moody‘s von einem sehr geringen Risiko. „Für den Fall, dass das Schuldenlimit erhöht und die Zahlungsunfähigkeit vermieden wird, wird das „AAA“-Rating beibehalten“, hieß es in einer Erklärung.

henen Firmen angeboten werden. Mit diesem Vorschlag könnten die Geldinstitute davon überzeugt werden, ihr Engagement in Griechenland zu verlängern und ihre derzeitigen Bestände von griechischen Staatspapieren auszuliefern.

Mittlerweile hat Standard & Poor`s die USA abgewertet, so dass an den Finanzmärkten ein Höllensturm losbrach. „Die Herabstufung der US-Bonität sei unvermeitlich gewesen“, behauptet die RatingAgentur. Die Kollegen bei Fitch Ratings sahen das anders. Fitch hat die Bestnote „AAA“ für die Kreditwürdigkeit de USA bestätigt. Auch der Ausblick für die Zukunft sei stabil. Die Analysten loben die gut aufgestellte US-Wirtschaft. Damit widersprechen sie dem Wettbewerber

1. Griechenland Bereits vor Beginn der griechischen Haushaltskrise war Griechenland als Schuldner bei vielen RatingAgenturen nicht mit den besten Noten bewertet worden. Die drei großen amerikanischen RatingAgenturen senkten im Verlauf der Krise den Bonitätsgrat sukzessive und signalisierten damit den Finanzmärkten ein erhöhtes Ausfallrisiko für Kredite und Staatsanleihen. Mittlerweile nähert sich die Bonität griechischer Staatsanleihen immer mehr dem Ramschniveau. Um Griechenland zu retten, wurde auf einem EU-Gipfeltreffen der 17 Euroländer Mitte Juli 2011 ein zweites Rettungspaket beschlossen. Das Hilfspaket hat ein Volumen von insgesamt 109 Milliarden Euro und kann von der europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) und dem internationalen Währungs-

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Foto: Pixelio/Gerd Altmann

Finanzkrise im Detail

2. USA Bereits im April 2011 hatte die Rating-Agentur Standard & Poor‘s erklärt, sie werde die USA wegen des hohen Haushaltsdefizits zwar noch mit „AAA“ bewerten, die langfristige Beurteilung aber von „stabil“ auf

Die Finanzkrise führt auch manch einen Mittelständler in Bedrängnis.

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business4 | PRAXIS sprünglich erst im September präsentiert werden. Euro- und Aktienmärkte gerieten im Juni dieses Jahres zeitweise unter starken Druck, nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor‘s den Ausblick

richtig. Die amerikanische Regierung hatte die Abwertung heftig kritisiert. Fitch lobt dagegen: „Die wichtigsten Säulen der außerordentlichen Kreditwürdigkeit der USA bleiben intakt. Die entscheidende Rolle im Finanzsystem ist die flexible, breitgefächerte und reiche Wirtschaft, die ihre Einnahmenbasis garantiert“. Allerdings enthielt auch der Konjunkturbericht der US-Notenbank („Beige-Book“) für den Monat Mai wenig Positives. Demnach hat sich das Wachstum in den USA teilweise etwas abgeschwächt. Einige Notenbank-Distrikte hätten zuletzt von einem etwas schwächeren Wachstum berichtet,hieß es in dem Beige-Book.

auf die Bonitätsnote für Italien von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt hatte. Damit droht ohne Gegensteuern der Regierung eine Herabstufung binnen eines halben Jahres. Italien müsste dann für frisches Geld noch höhere Zinsen zahlen. Schon die Ankündigung genügte, um die Risikoaufschläge für zehnjährige italienische Staatsanleihen im Vergleich zur deutschen Bundesanleihe auf den höchsten Stand seit Januar zu treiben. Finanzminister Giulio Tremonti reagierte mit Unverständnis auf die

Foto: Pixelio/Gerd Altmann

Standard & Poor‘s, der mit der Abwertung der USA politisches Erdbeben ausgelöst hat. Standard & Poor‘s hatte den USA vor allem vorgeworfen, das politische System des Landes funktioniere nicht mehr

Auch die USA sind von einer Herabstufung bedroht.

3. Italien Wegen der drohenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit hat Italiens Regierung ihr Sparpaket schon früher auf den Tisch gelegt. Das Programm mit einem Volumen von 35 bis 40 Millarden Euro sollte ur-

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Entscheidung der Rating-Agentur. Italien habe „seine Dinge erledigt und die Basis dafür gelegt, dass wir so fortfahren“. Rückendeckung erhielt er von EU-Währungskommissar Olli Rehn. „Die Konsolidierung ist auf einem guten Weg“ sagte er. „Wir haben keinen Grund zu glauben, dass der Reformwille nachgelassen hat – im Gegenteil“. Die beiden anderen großen RatingAgenturen Fitch und Moody‘s wollen im Unterschied zu ihrem Konkurrenten Standard & Poor‘s den Ausblick nicht senken. „Es gibt derzeit keine Hinweise dafür, dass sich Italiens Haushaltsposition verschlechtert“, sagt Fitch-Analyst David Riley zu Reuters. Italien hat einen Schuldenberg aufgetürmt, der rund 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Nur in Griechenland ist er noch höher. Die Regierung will 2014 ohne neue Schulden auskommen, wozu das Sparpaket beitragen soll. 4. Japan Im April hatte Standard & Poor‘s ihren langfristigen Ausblick für Japan gesenkt und damit eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes in Aussicht gestellt. Berechnungen von Standard & Poor‘s zufolge kommt auf Japan nach dem verheerenden Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe gewaltige Wiederaufbaukosten von bis zu 50 Billionen Yen (über 400 Milliarden Euro) zu. Q

ZUM AUTOR Burkhard Schmidt ist einer der Gründer der Wuppertaler Kanzlei Schmidt & Kollegen und arbeitet seit fast 20 Jahren überwiegend als Berater von mittelständischen Unternehmen. Er ist Steuerberater, Finanzwirt, Rating-Advisor und Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung.

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business4 | KOLUMNE

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ie USA haben das Triple-A-Rating verloren. Jetzt steht Frankreichs Bonität unter verschärfter Beobachtung. Hinter den Kulissen mehren sich alte und neue Fi-nanzprobleme. Die EZB kauft weiter griechische, irische, portugiesische, spanische und italienische Staatsanleihen. Der Bundespräsident hat diese Stützungsmaßnahmen zutreffend als „rechtlich bedenklich“ bezeichnet. Die zunehmende Weigerung der Banken, sich gegenseitig Geld zu leihen, erinnert an das Lehman-Debakel. Und die Liquiditätslage vieler Institute gilt bereits wieder als angespannt. Kurzum: Der Finanzsektor wird

Ende des Euro sieht Voth als überzeichnet an: „Nicht jede dumme volkswirtschaftliche Idee muss bis zum Ende verteidigt werden“. Europa sei unendlich mehr als die EU und der Euro.

Werterhalt Die aus der Euro-Krise resultieren-den Gefahren verunsichern die Anleger. Werterhalt wird zur Maxime. Der jüngste Börsenabsturz im August unterstreicht die Fragwürdigkeit der These, dass Aktien als „Sachwerte“ krisenfest seien. Boomartig steigt die Nachfrage nach Edelmetallen und (vermeintlich) sicheren Währungen

Sensible Gemengelage Der Finanzsektor wird wieder zur Belastung der Weltwirtschaft. In dieser sensiblen Gemengelage wird nicht nur von Nehmerländern und europäischen Gremien, sondern auch von der deutschen Opposition immer lauter die Einführung von Euro-Bonds gefordert. wieder zur Belastung der Weltwirtschaft. Der tschechische Premierminister legt offenkundig keinen allzu großen Wert auf eine baldige Euro-Einführung in seinem Land: „Zurzeit wäre es falsch, einen Termin festzulegen, denn es ist unklar, woran wir uns da anschließen.“ In dieser sensiblen Gemengelage wird nicht nur von Nehmerländern und europäischen Gremien, sondern auch von der deutschen Opposition immer lauter die Einführung von Euro-Bonds gefordert. Damit wäre der point of no return überschritten. Die FAZ fragt angesichts dieses erstaunlichen Phänomens: „Ist es Ratlosigkeit oder Dummheit?“

„Reich geheiratet“ Keine Zukunft für die Währungsunion sieht der Wirtschaftshistoriker Hans-Joachim Voth. In seiner jetzigen Form werde der Euro nicht überleben. Der Wissenschaftler empfiehlt ein Ausscheiden Deutschlands und die Wiedereinführung der D-Mark. Letztlich habe sich die Gemeinschaftswährung als politisches Prestigeobjekt mit massiven ökonomischen Nachteilen nicht bewährt. Voth weiter: „Für Südeuropäer bedeutete der Euro eigentlich immer: Endlich haben wir reich geheiratet.“ Für denkbar hält der in Barcelona lehrende Professor die Aufspaltung in eine Rest-Euro-Zone mit Frankreich, Italien, den Mittelmeerländern und Belgien sowie in ein Deutschmark-Gebiet. Damit knüpfe man an den europäischen Wechselkursmechanismus EWS an. Die Konsequenzen aus dem

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wie dem Schweizer Franken und der Norwegischen Krone. Angst ist kein guter Ratgeber. Gleichwohl mehren sich düstere Prognosen. So zitiert die FAZ namentlich nicht genannte Londoner Banker, die mit folgendem Schreckensszenario rechnen: „Erst werden die Banken unter der Last der Finanzkrise zusammenbrechen. Dann werden die Staaten die Kreditwirtschaft retten und unter der Last der Schulden wanken. Dann drohen soziale Unruhen aufgrund der fiskalpolitischen Sparprogramme. Schließlich folgen politischer Extremismus und Enteignungen.“

Bürgermut und Bürgersinn Gäbe es einen Preis für organisierte Zivil-Courage, so müsste er der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger als Deutschlands ältester und honorigster Bürgerinitiative verliehen werden. In der 146-jährigen Geschichte hat die DGzRS, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert, fast 78 000 Menschen aus Seenot und Gefahr gerettet. Im Bergischen Land läuft derzeit eine Aktion, die in diesem Jahr 100 000 Euro an Spenden sammeln will, um die Freiwilligen-Station Maasholm über mehrere Jahre zu finanzieren. Außerdem soll ein Seenotrettungsboot im Erfolgsfall auf den Namen „Wuppertal“ getauft werden (Spendenkonto 212 361 005, Deutsche Bank Bremen, Q BLZ 290 700 50).

Dietrich W. Thielenhaus, Geschäftsführer von Thielenhaus & Partner (Wuppertal), berät Unternehmen bei Marketing und Vertrieb, strategischen Neuausrichtungen und Nachfolgeregelungen. Außerdem ist er in mehreren Beiräten tätig.

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business4 | VORSCHAU / IMPRESSUM

Themen 1/2012 Die nächste Ausgabe von business4 erscheint im Februar 2012.

VERLAG JASTER MEDIEN GMBH & CO. KG Lakron Straße 95 | 40625 Düsseldorf T (02 11) 2 92 61 66 | F (02 11) 2 92 61 67 info@jaster-medien.de | www.jaster-medien.de

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Dr. Dirk Bröcher, Joachim Brueser, Stephan Fennel, Hanno Goffin, Andrea Hiller, Erhard Hoff, Marc Kloepfel, Burkhard Schmidt, Dietrich W. Thielenhaus

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DRUCK

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Sozial-Verantwortung

atürlich ist Profit für ein Unternehmen wichtig. Doch die Wahrhehmung sozialer und ökologischer Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Umwelt und Gesellschaft trägt langfristig zur Verbesserung der Unternehmenskultur – und damit zum wirtschaftlichen Erfolg bei.

ERNEUERBARE ENERGIE U mweltschutz ist in aller Munde und theoretisch möchten nicht wenige Unternehmer auf erneuerbare Energien umrüsten. Die Frage ist oft nur wie. Viele scheuen sich – noch aus Unwissenheit – davor. business4 führt daher die wichtigsten Fakten auf und gibt einen Überblick über mögliche Fördermaßnahmen.

NEUER POSTEN Ein Anruf – und der Traumjob ist da? Doch wie funktioniert das System der Headhunter? Welche Maßnahmen müssen Arbeitnehmer ergreifen?

WERTANLAGE GOLD Was ist beim Kauf zu beachten, damit die Edelmetalle nicht nur optisch Freude bereiten?

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â&#x20AC;&#x17E;Die gute, treffende und abwechslungsreiche Themenauswahl, die passenden Kommentare und die spannende grafische Gestaltung machen das Heft zu einem â&#x20AC;&#x17E;must have" der Wirtschaftsverantwortlichen!â&#x20AC;&#x153; Frank J. Schnitzler (Schnitzler Consulting, DĂźsseldorf)

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Denn nicht zu letzt: â&#x20AC;&#x17E;Wer aufhĂśrt zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.â&#x20AC;&#x153; (Henry Ford)

  

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b4 3/2011  

Das Wirtschaftsmagazin für Unternehmer und Führungskräfte in den Regionen Düsseldorf, Mettmann, Niederrhein und dem Bergischen Land

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