__MAIN_TEXT__

Page 1

Informations & Bildungsreise

Tischtennis Senioren Weltmeisterschaft in Hohhot, Innere Mongolei, China. Vorreise 30.5. – 5.6. 2010 - Shanghai - Xi’an - Beijing - Hohhot –

Eine ideale Zusammenstellung für China – Neulinge. Welche Zeit willst Du kennen lernen? Dann besuche folgende Städte: 100 Jahre = Shanghi 500 Jahre = Peking 2000 Jahre = Xi’an

Reiseleiter Luo Wencheng Reiseleiter Shanghai, Fe Reiseleiter Xi’an, Shy

Tagebuch Dieses Tagebuch soll dazu dienen, die ereignisreiche Reise in Stichpunkten nachvollziehen zu können. Die schriftstellerische Leistung soll nicht bewertet werden. Du kannst diese Datei auch gerne ergänzen, erweitern oder ändern. Viel Spaß. Wir sind eine bunte Truppe aus: Austria, Deutschland, Lichtestein , Schweiz und Slowenien. 100530 Der lange ersehnte Tag war gekommen und wir haben uns in Frankfurt getroffen. Ganz unterschiedliche Gefühle haben uns beschäftigt, denn es waren fast Alle absolute Chinaneulinge und einige „Wiederholungstäter“ dabei. Wir hatten einen ruhigen Flug und konnten einige Stunden schlafen. 100531 Gegen Mittag kommen wir in Shanghai, Flughafen Pudong an. Einige von uns haben sich erst am Paketschalter getroffen und die große Chinaflagge mit dem Scharff


Erkennungsetikett haben uns zusammengeführt. Der riesige Flughafen begeistert die Chinaneulinge. Wir haben den Endruck, in der Zukunft angekommen zu sein. Gleich nach der Passkontrolle sehen wir am Ausgang erneut das Schaff Etikett und es begrüßt uns Luo Wencheng, der uns auf der gesamten Vorreise begleiten wird.

Die zweite Maschine aus Frankfurt hat Verspätung und wir fahren mit dem nun nicht mit dem Transrapid zur Stadt und verlegen diese Fahrt auf einen Späteren, gemeinsamen Zeitpunkt. Wir kommen ins Hotel und leben uns ein. Neugierig beobachten wir das Treiben auf den Straßen und Gassen. Wie oft haben wir den Namen dieser Weltstadt ausgesprochen? Nun sind wir mitten drin. Die Zweite Gruppe ist angekommen und wir fahren in die Stadtmitte zum Abendessen. Die neuen Werkzeuge liegen den Gästen ganz unterschiedlich gut in den Händen, aber alle werden von dem schmackhaften Essen satt. Nach dem Abendessen geht es in die Hauptgeschäftsstraße, in die Nanking Straße. Unvorstellbare Massen von Menschen spazieren in aller Ruhe, bei angenehmen Temperaturen durch die Straßen und Gassen. Aktive Händler erkennen die neu angekommenen Langnasen und bieten ihre Waren an. Nach diesem Bummel starten wir zur Lichterfahrt vorbei am Bund und auf die andere Seite des Flusses zu den neuen Hochhäusern. Wir steigen aus und beobachten die hell beleuchteten Schiffe. Ein herrliches Schauspiel. Müde und geschafft kehren wir ins Hotel zurück. 100601 Wir starten zur Besichtigung des weltbekannten Yu Gartens, mitten in der Stadt. Dieser Garten vermittelt uns ein Gefühl, wie sich die chinesischen Gartenarchitekten die ideale Welt vorgestellt haben. Draußen vor den Türen des Gartens, beim Teehaus und in der nachgestalteten Altstadt drängen sich die Massen. Es wird den Teilnehmern dieser Vorreise klar, warum die große Chinaflagge zur Orientierung benötigt wird.

Von der Altstadt wechseln wir in die Nanking Straße und vergleichen das Leben dort bei Tage. Nach dem Mittagessen flanieren wir auf dem Bund und bewundern die Hochhäuser auf der anderen Seite des Flusses. Bei der anschließenden Busfahrt haben wir einen Blick auf das Messegelände der Expo, die noch bis Ende Oktober läuft. Die Großzügigkeit dieser Veranstaltung ist atemberaubend. Die EXPO Hannover hätte auf diesem Gelände 5 -6 mal untergebracht werden können. Auf der Fahrt zur Transrapidbahn bewundern wir die Dimensionierung der Straßenanlagen. Mehrere Spuren übereinander sorgen für einen relativ reibungslosen Verkehrsfluss, der durch ein wachsendes U -Bahnnetz unterstützt wird. Ja es ist eigentlich schade, dass wir den Transrapid nicht in Deutschland, oder mindestens in Europa testen können. Mit 430 km/h fahren wir zum Flugplatz und Welt


fliegt an uns vorbei. Wir verabschieden uns von unserer engagierten und freundlichen Reiseleiterin Fe und steigen in den Innlandsflieger ein. Wir bilden die Minderheit an Langnasen und haben viele Chinesen als Nachbarn, die Europa und Deutschland Erfahrung haben. Alles geht in Xi’an bedächtiger und es ist alles weniger modern und groß. Shi , unser neuer Reiseleiter Shy, bietet uns eine Nachtfahrt und den Besuch eines traditionellen Nachtmarktes an. Die Fahrt ist eindrucksvoll und vermittelt einen ersten Überblick. Der Nachtmarkt wird von den Muslimen stark geprägt. Es gibt Produkte für alle Bereiche. Es ist leicht vorstellbar, dass die Seidenstraße hier den Anfang genommen hat. Eine weitere Attraktion stellt der Tanz am Südtor dar. Menschen aller Altersstufen treffen sich hier und tanzen in der angenehm frischen Abendluft. An anderer Stelle werden die alten, klassischen Lieder der älteren Generation vorgetragen. Man kann die über 2000 jährige Geschichte spüren. Zum Abschluss besichtigen wir gegen Mitternacht die neu angelegte Südstadt, die in der Tang Zeit hier war. Mit sehr viel Aufwand und Geschick wurde die Geschichte der Stadt und Chinas nachgezeichnet. Neue Vergangenheit könnte man feststellen.

100602 Wir starten mit der Besichtung des Westtores und besteigen die Stadtmauer mit friedlichen Absichten. Es ist sehr beeindruckend, welche Ausmaße diese 1370 erbaute, 14 km lange, gut erhaltene Stadtmauer hat. Dieses Bauwerk wird auch von dem Xi’anern zu Spaziergängen und zu Zwecken des Frühsports genutzt. Die Wildganspagode, die von Buddhistischen Mönchen diesen Namen bekommen hat, wird nun besucht. 1300 wurde diese gebaut und besteht nun bis zum heutigen Tag unbeschädigt. Werden unsere Gebäude diese Zeiträume überstehen? Hier in der Region sind riesige Jadevorkommen und damit ist auch die Jadeverarbeitung hier angesiedelt. Wir besichtigen eine Ausstellung und uns werden die Unterschiede der Qualitätsstufen gezeigt. Nach dem Mittagessen besichtigen wir die weltbekannte Sehenswürdigkeit der Stadt, die über 8000 Soldaten starke Terrakotta Armee, die die Bewachung der Seele des ersten chinesischen Kaisers Qin Shihuang übernehmen sollte. Die Ausgrabungen sind mit riesigen Hallen überbaut und damit gesichert. Einige holen sich ein Buch über die Ausgrabungen und bekommen ein Autogramm des Bauern, der beim zufälligen Fund dieses Weltkulturerbes 1974 dabei war. Vitaly Robert trägt die Chinaflagge und weist uns den Weg. Wir haben schöne Begegnung mit Menschen aus allen Herren Ländern. Viele davon kamen aus Afrika. Sie studieren an der Uni für Agrartechnik. Als krönenden Abschluss essen wir die Spezialität in Xi’an, die Maultaschen. Insgesamt werden 18 unterschiedliche Sorten angeboten. Nicht nur für die Schwaben unter uns ein besonderes Erlebnis. Marco Polo soll diese Speise um 1300 nach Europa gebracht haben.


Eine neue Erfahrung wartet auf die Gruppe. Eine Fahrt im Schlafwagen der Chinesischen Eisenbahn. Allein das Erreichen des Bahnhofes und dann das Betreten des Bahnsteiges mit 37 Personen sorgt für zeitweilige Bedenken, ob wohl alle ankommen würden. Auch hier leistet die Flagge wieder gute Dienste. Wir nehmen Platz und verstauen die Koffer und dann kommt auch bald die gemütliche Stimmung mit guten Gesprächen auf. Nicht Alle schlafen gut, was auch nicht verwundert. 100603 Wir kommen im Westbahnhof in Peking an und machen uns auf den Weg ins Hotel, um das Frühstück einzunehmen. Vitaly Robert spielt auf dem Flügel ein Solo und sorgt so für die gute Stimmung der Gruppe. Gestärkt geht es gleich weiter zum Himmelstempel. Wir haben das Programm geändert, weil wir den Frühsport in diesem Park beobachten wollen. Unzählige Menschen tanzen, singen, spielen Karten, Schach, oder musizieren. Es ist dies kein Schauspiel für Besucher, sondern eine alltägliche Übung für Leib und Seele. Einige tanzen auch gleich mit und fühlen sich gleich wohl, andere beobachten lieber aus der Distanz. Die Besichtigung der Tempelanlage begeistert, da dieses Objekt trotz seiner Größe komplett ohne Metallverbindung hergestellt ist und so alle Unbilden der Vergangenheit überstanden hat.

Die Füße sind strapaziert und wir entschließen uns, und eine Fußmassage im besten Institut zu gönnen. In diesem Institut wird nach der Traditionellen Chinesischen Medizin gearbeitet. Wir bekommen eine kostenlose Diagnose über eine Pulsanalyse. Wir wundern uns, wie die Ärzte unsere Zipperlein mit sicherer Hand feststellen. Es war zwar nicht geplant, aber Luo hat den Wunsch der Gruppe eingebaut und das Olympia Stadion in die Strecke eingebaut. Es ist schon überwältigend, was der Schweizer Architekt hier hat realisieren lassen. Mit leichten Füssen und gestärkt besichtigen wir den Sommerpalast und halten uns einige Zeit in dieser schönen Anlage der Kaiser auf. Das war ein langer, anstrengende Tag und Luo hat zum Abendessen als Belohnung eine Pekingente bestellt. Bei guter Stimmung, Gesang und mit Mao Tai beschließen wir den ereignisreichen Tag. 100604 Der 4. Juli 1989 ist für ganz China, aber ganz besonders für die Regierenden ein markantes Datum, das einen Brandfleck auf der Volksseele hinterlassen hat. Niemals darf sich ein solches Ereignis wiederholen. An diesem Tag sind die Sicherheitskräfte


besonders aufmerksam. Ein Polizist in Zivil sagt uns freundlich, aber bestimmt, wir sollen die große China Flagge, die der Gruppe als Orientierung dient, einholen. Wir haben Verständnis und entsprechendem Wunsch. Die Verbotene Stadt, der Kaiserpalast ist unser Ziel. Vorbei am so genannten Kohlehügel ziehen wir an der Stelle, an der Männer mitunendlich vielen Vogelkäfigen stehen und ein vielstimmiger Vogelchor zu hören ist.

Das ist eine alte Tradition, die vor allen Dingen von den Rentnern gepflegt wird. Gegen Mittagkehren die Vögel in Ihren Käfigen mit ihren Herren in die Wohnungen zurück. Nun sind wir in der Kaiserstadt, die im Jahre 1644 mit den 999 Räumen für die Ming Kaiser erbaut wurden. Einen Raum weniger als Tausend. Dieser Raum steht dem Himmel zu! Menschenmengen aus ganz China und der ganzen Welt sind zu sehen. Wir kommen gut durch das Gewühle und treffen uns unter dem neuen Erkennungszeichen an de Angel auf dem Tianamen Platz, dem Platz des Himmlischen Friedens. Das ist der weitweit größte Versammlungsplatz in einer Stadt. Danach bieten uns Minderheiten, wovon es in China über 50 gibt, ein gutes Essen und eine gute Show mit Tanz und Gesang. Süßwasserperlen als Mitbringsel in die Heimat sind sehr begehrt. Wir werden über die Zucht und die Verarbeitung aufgeklärt, bevor wir vom Kaufrausch befallen werden. Fahrt zur Großen Chinesischen Mauer wird mit Spannung erwartet. Es ist ein großer Moment, als wir gegen 16.00 Uhr in der Nähe von Badolin eintreffen. Es ist eine gute Zeit, da die meisten Besucher bereits zur Stadt zurückgefahren sind. Wir sind fast allein und beweisen, dass Tischtennis Spieler eine gute Kondition haben. Beide Seiten der Aufstiege werden bei guter Sicht und schönem Wetter getestet. Vitaly überrascht, und kommt mit einer hübschen Chinesin im Arm vom höchsten Punkt des Mauerabschnitts. Unser Hotel ist einige Kilometer in Richtung Mongolische Berge. Wir essen zu Abend und bekommen eine Mongolenshowgeboten, das mit einer großen Tanzeinlage, einer Gesangsdarbietung von Günter Benz und einem großen Gruppenfoto auf der Bühne mit den Künstlern endet. Wieder ein schöner Beweis, dass wir herzlich willkommen und mitten drin sind.

100605 Mit einem neuem Bus brechen wir auf in Richtung Hohhot. Der gestrige Bus hatte eine Alarmleuchte im Bereich der Temperatur gezeigt. Organisator Junlin Bai hat sofort auf Sicherheit entschieden. Wir sehen schon bald die äußeren Maueranlagen, die aus gestampftem Löß – Lehm gebaut wurde. Die Region die wir durchfahren, wird das


Lößplateau genannt. Die Auswaschungen, die durch gelegentliche, kräftige Regenfälle verursacht werden, stellen beachtliche Größenordnungen dar. Wir sehen an allen Stellen des Landes die große Bemühung, diese Erosion zu verringern, indem gigantische Mengen an Baumpflanzungen erfolgen. Die Innere Mongolei gehört seit der Mongolenherrschaft Nach Dschingis Khan ununterbrochen zu China und wurde seit der Mingzeit stark mit Hanchinesen besiedelt. Die Mongolen machen noch ca. 6 – 9 % der ca. 20 Mio. Einwohner aus. Die Autobahn, auf der wir komfortabel fahren, ist erst ca. 4 Jahre alt und schon sichtbar wieder zu schwach dimensioniert. Durch eine Neubaumaßnahme entsteht dann auch ein beträchtlicher Stau, der uns ca. 3 Stunden kostet. Landwirtwirtschaft ist ein hartes Brot in dieser trockenen, ca. 1400 m hoch gelegenen Region. Die Flächen sind klein und kleinst und die Vegetationszeit ist kurz. Die vielen Gewächshäuser steigern die Produktion beträchtlich.

Hohhot, die kleine, ca. 4 Mio. große Hauptstadt der Provinz Innere Mongolei wird vor uns sichtbar. Nördlich die hohen mongolischen Berge, südlich eine Häufung von Hochhäusern, die überall im Reich der Mitte stehen könnten. Endlich sind wir im Holiday Inn und werden freundlich von empfangen. Es reicht leider nicht mehr für den Besuch der T Halle. Das werden wir am nächsten Tag erledigen. Es war eine schöne, aufschlussreiche Reise und eine sehr angenehme Gruppe.

Herzlichen Dank an Helmut und Jörg Scharff und seinem Team für die sorgfältige Vorbereitung und an alle Reiseleiter vor Ort die für die vorbildliche Organisation und die sympathische Umsetzung der zusätzlichen Wünsche gesorgt haben!

Resümee: Alle Teilnehmer fassten zusammen, dass es sich gelohnt hat, diese Reise zu unternehmen und dass die Erwartungen weit übertroffen wurden. Als das wichtigste Detail wurde die Begegnung mit unzähligen, freundlichen, neugierigen, ausgeglichen und hilfsbereiten Menschen angesprochen.

Vielleicht sehen wir uns bei einer der nächsten Reisen wieder. Danke für die gemeinsame Zeit.


Jakob Strauß

Jakob Strauß Brunisachweg 23 D 88677 Markdorf 0049 7544 2642 0049 7544 72649 0049 174 32 87 596 info@strauss-jakob.de

Filmempfehlungen / DVD / Buchempfehlungen Der Chinaschock, Econ Verlag ISBN 978-3-430-30025-4 Nachbar China ISBN 10:3-430-30004-5

Das weinende Kamel, DVD Die Höhle des gelben Hundes, DVD Das geraubte Kind, Buch von Galsan Tschinag Mein Altei, Buch von Galsan Tschinag Mongolien Pingpong, DVD Sternengeflüster, Baikal Sibirien, Fernsehreportage Sven Hedin, einige Werke, siehe im Internet Drei Mal Mongolei, Buch von Fritz Mühlenweg (mit Sven Hedin) Der letzte Kaiser, DVD

Profile for Jakob Strauss

Tagebuch China 2010 TT 30.5. - 5.6.10  

Tischtennis Senioren Weltmeisterschaft in Hohhot, Innere Mongolei, China. 100531 Gegen Mittag kommen wir in Shanghai, Flughafen Pudong an. E...

Tagebuch China 2010 TT 30.5. - 5.6.10  

Tischtennis Senioren Weltmeisterschaft in Hohhot, Innere Mongolei, China. 100531 Gegen Mittag kommen wir in Shanghai, Flughafen Pudong an. E...

Advertisement