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2012

Das Fundament ist gelegt

Huus am Schärme, Hägendorf BÜglihuus, Derendingen Begleitetes Wohnen, Wangen bei Olten Begleitetes Wohnen, Grenchen ambulante Familienarbeit

Jahresbericht der Stiftung Kinderheime Solothurn


Inhalt

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Liebe Leserin, lieber Leser

6

Stiftungsrat - Neue Begrifflichkeiten

7

Stiftungsrat

8

Stationäre Arbeit

9

Stationäre Arbeit - BeWo

10

Stationäre Arbeit - Böglihuus, Huus am Schärme

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Ambulante Arbeit

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Das ist neu in der SKSO

18

Aussenansichten - Austausch mit Schulleitungen

20

Mitarbeitende am 31. Dezember 2012

21

Mitarbeitende - neu im Team

24

Statistik

26

Jahresrechnung

27

Adressen

Spendenkonto PC 46-1020-5

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Liebe Leserin, lieber Leser

Liebe Leserin, lieber Leser Es war vor vier Jahren, als ich an einer Tagung über das Thema „Sozialraumorientierung“ in Bern teilnahm. Veranstaltet wurde der Anlass vom schweizerischen Heimverband CURAVIVA **, bei dem wir als Stiftung auch Mitglied sind.

Es gibt Momente, da werden neue Horizonte eröffnet… Das Thema stiess auf grosses Interesse. Über hundert Fachpersonen aus Institutionen der Schweiz, aber auch Behördenmitglieder und Politiker waren anwesend.

Einige Kernsätze aus dieser Tagung finden Sie auf der nächsten Seite. ** CURAVIVA Schweiz ist der nationale Dachverband von über 2400 Heimen und sozialen

Die Grundsätze der Sozialraumorientierung haben das

Institutionen aus den Bereichen

Leitungsteam der SKSO beschäftigt. Gemeinsam mit

«Menschen im Alter», «erwach-

dem Stiftungsrat haben wir uns auf die Suche gemacht

sene Menschen mit Behinderung»

und Wege gesucht, wie wir dies umsetzen können.

sowie «Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen».

Arbeit mit neuer Methodik

www.curaviva.ch

Daraus ist unser neues Arbeiten mit der Methodik KOSS und KOFA (Kompetenzorientierung) entstanden, wir haben davon bereits in unseren letzten beiden Jahresberichten erzählt. Damit ein Haus nicht wegrutschen kann bei Unwetter und Sturm, Hochwasser und Erdstössen, wird grosser Wert auf ein stabiles Fundament gelegt. Mit der Methodik der Kompetenzorientierung hat die SKSO dieses Fundament gelegt. Wir mussten zwei volle Jahre daran arbeiten. Fast alles musste angepasst werden. Lieb gewordene

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SKSO | Jahresbericht 2012


Liebe Leserin, lieber Leser

Kernsätze aus der Tagung „Sozialraumorientierung“ • Komplexe Problemlagen in Familien verlangen individuelle Lösungen. • Standardisierte Leistungen erzeugen hohe Kosten gemessen an der erzielten Wirkung: Es braucht „dosierte“, massgeschneiderte Dienstleistungen, die soviel Hilfestellung geben wie notwendig ist und die sowohl zeitlich wie finanziell überschaubar sind. • Nicht die Klientinnen/Klienten passen sich der

...das Fundament ist

Organisation an - sondern die Organisation den

Abläufe wurden hinterfragt und verändert. Weiter-

Klientinnen/Klienten.

bildungen mussten absolviert und Strukturen in der SKSO angepasst werden. Das war anstrengend und

• Organisationen bieten verschiedene, flexi-

manchmal auch schmerzhaft.

ble und in sich durchlässige Dienstleistungen an oder/und vernetzen sich mit anderen

Heute können wir sagen, dass das Fundament mit der

Organisationen.

Methodik von KOSS und KOFA in der SKSO gelegt und erprobt ist. Das ist ein gutes Gefühl.

• Das Wahrnehmen des Willens der Klientinnen/ Klienten ist Ausgangspunkt jeder Massnahme. Ohne das Respektieren des Willens erzielen wir letztlich nur Anpassung. • Nicht nur die Ressourcen der Klientin/des Klienten werden genutzt, sondern auch jene aus ihrer Lebenswelt bzw. aus dem Sozialraum der der Klientinnen/Klienten.

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Liebe Leserin, lieber Leser

Klare Vorgaben und ein klares Ziel

Danke

Die Methodik der Kompetenzorientierung ist heute die Grundlage

Ein grosses Dankeschön gebührt den Mitarbeiten-

aller unserer Tätigkeiten und diese Methodik sehen wir als grund-

den der SKSO für ihre Flexibilität, ihren Einsatz für

legende Basis für sozialpädagogisches Arbeiten der Zukunft an.

die Familien, Kinder und Jugendlichen, für ihre Bereitschaft, Neues anzupacken und für ihre Geduld, wenn

Es ist das erklärte Ziel des Stiftungsrates, stationäre Massnahmen

manches nicht so schnell geht wie gewünscht.

zu verhindern oder zu verkürzen und vermehrt die aufsuchende Familienarbeit zu praktizieren.

Ein Dank geht auch an den Stiftungsrat, der immer wieder mutig hinter den anstehenden Veränderungen steht und dem Leitungsteam, welches mit grossem

nun gelegt

Elan die Umsetzung vorantreibt. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an unserer Arbeit

Damit positioniert sich die Stiftung im Kanton Solothurn und will

und für jegliche Unterstützung.

einen Beitrag leisten zur zukünftigen Bewältigung der Probleme in der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe.

Im Namen der Familien, Kinder und Jugendlichen, aller Mitarbeitenden und des Stiftungsrates

…und sonst im Kanton Solothurn?

Fredy Meury Geschäftsführer SKSO

Durch meine Mitarbeit bei Curaviva in der „Fachkommission Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen“ weiss ich, dass immer mehr Institutionen sich mit der Sozialraumorientierung auseinander setzen und diesen Weg einschlagen. Der Kanton Solothurn könnte hier ein Wegbereiter sein. Die Sozialregionen bestehen bereits. Die neuen KESB*, die Sozialregionen und die Dienstleister im sozialpädagogischen Bereich könnten vermehrt an einen Tisch sitzen und gemeinsam überlegen, welches

* Erklärungen zu den neuen Begrifflichkeiten

massgeschneiderte Angebot für eine Klientin/einen Klienten das

finden Sie auf Seite 6.

erfolgversprechendste ist.

Bildlegenden: • … 99 Luftballons – sind es nicht. Nur drei lassen wir fliegen und hängen ausgediente Gewohnheiten und Vorstellungen dran. • Zahlreiche Mitarbeitende dürfen stolz sein. Sie haben die Weiterbildungen KOSS / KOFA erfolgreich absolviert. R. Giger würdigt die Ergebnisse und den grossen Einsatz. Die Zertifikate werden mit dem bestem Dank für den geleisteten Einsatz überreicht. Der Geschäftsführer übergibt symbolisch jedem Team einen Fruchtbaum /-busch mit den entsprechenden Früchten dazu. • Zu diesem besonderen Anlass gibt es einen Apéro - wir danken der Ökonomie!

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SKSO | Jahresbericht 2012


Stiftungsrat

KOFA – Kompetenzorientierte Arbeit mit Familien

sich mit neuen Begriffen anfreunden...

Die ambulante mit Familien haben wir in der SKSO im Jahr 2011 begonnen, dieser Arbeitszweig befindet sich noch im Aufbau.

KO4JU: Kompetenzorientiertes Programm für Jugendliche KO4JU ist ein auf vier Monate befristetes Programm für die ambulante Begleitung von Jugendlichen. Es rich-

Sozialraumorientierung

FFM - Fallführende Mitarbeitende

tet sich an Jugendliche, die in ihrer

Der zentrale Punkt lässt sich so

(vorher Bezugsperson)

Entwicklung erheblich beeinträch-

zusammenfassen: „Von einer Ange-

ZuB - Zuweisende Behöre (vorher

tigt und für die weder eine Platzie-

bots- zu einer Bedarfsorientierung“.

‘Versorger’)

rung noch Familienarbeit indiziert sind

Nehmen wir ein fiktives Beispiel: Heu-

(z.B. bei Schulverweigerung, Delin-

tige Abklärungen (während der Dia-

Kompetenz

quenz). Einige Mitarbeitende der

gnostikphase) haben ergeben, dass

Den schillernden Begriff «Kompetenz»

SKSO haben KO4JU-Weiterbildungen

die beste Lösung für Kind A. und

definieren wir für KOSS und KOFA wie

abgeschlossen.

seine Familie ein KOFA-Mandat über

folgt:

6 Monate ist. Früher wäre Kind A. aus

Kompetent handelt eine Person dann,

Diagnostik

der Familie heruasgenommen und z.B.

wenn sie über genügende Fähigkeiten

Die erste Phase bei jedem Eintritt

am Schärme platziert worden, weil da

verfügt und diese nutzt, um die anfal-

(Böglihuus, Huus am Schärme, Beglei-

gerade ein Platz frei war und weil es

lenden Aufgaben des Alltags adäquat

tetes Wohnen). Am Schluss dieser

die einfachste Lösung war.

zu bewältigen.

intensiven 6-wöchigen Abklärungszeit

Weitere Infos zur Sozialraumorientie-

Die Kompetenz einer Person bemisst

wird gemeinsam mit

rung unter curaviva.ch/sozialraum

sich am konkreten Handeln in einem

Bewohnern, Eltern und Behörden ent-

konkreten Kontext, z.B. in der Fami-

schieden, wie es weitergeht.

KESB – Kindes- und

lie, in der Schule, in einer Institution.

Die Entscheide sind sehr individuell,

Erwachsenenschutzbehörde

Die Kompetenzorientierung sieht eine

z.B. zurück zu den Eltern, allenfalls mit

Am 1. Januar 2013 wurden in der

Person immer als handelndes Subjekt

Familienbegleitung, Wechsel in eine

ganzen Schweiz die Vormundschafts-

in ihrer Umwelt. Deshalb wird jeweils

andere Institution,

behörden durch die Kindes- und

in einer diagnostischen Phase analy-

Verbleib in der SKSO, Wechsel in eine

Erwachsenenschutzbehörden (KESB)

siert, wie gut die Kinder/Jugendlichen

Pflegefamilie.

abgelöst. Im Kanton Solothurn gibt es

und ihre Eltern die anfallenden Ent-

Eine Diagnostikphase gibt es auch

drei Standorte: KESB Region Solo-

wicklungsaufgaben bewältigen und es

bei der ambulanten Arbeit mit den

thurn; KESB Dorneck-Thierstein/Thal-

wird beschrieben, was ihre Stärken

Familien.

Gäu; KESB Olten-Gösgen.

sind und wo sie sich noch entwickeln müssten.

Intervention Intervention ist die Phase bei einem

KOSS - Kompetenzorientierte Arbeit

Heimaufenthalt (oder Klinikaufenthalt,

in stationären Settings

oder Aufenthalt in einer begleiteten

In der SKSO arbeiten wir im Böglihuus,

Wohngemeinschaft), in der an den Zie-

im Huus am Schärme und im BeWo

len gearbeitet wird, die sich aus der

nach der KOSS-Methodik.

Diagnostikphase ergeben haben.

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Stiftungsrat

Liebe Leserin, lieber Leser

Neuausrichtung evaluiert Der Stiftungsrat traf sich an drei Sitzungen zur

Unsere vier Häuser waren Ende 2012 gut

Behandlung der statuarischen Geschäfte und zur Dis-

belegt. Die ambulanten KOFA-Angebote neh-

kussion von Grundsatzthemen. Dazu gehörte auch

men zu und wir konnten schon einige mit

die Neuausrichtung der Stiftungsangebote. Durch

gutem Erfolg beenden, das Interesse der

das neue Arbeiten in Kombination mit ambulanten

zuweisenden Behörden ist vorhanden, die

Angeboten will der Stiftungsrat ein Zeichen setzen

Nachfrage steigt kontinuierlich.

und etwas zur Kostenminderung der Sozialausgaben Ich bedanke mich bei den privaten Spendern,

Kanton Solothurn vertreten. Die Bezirke Dorneck und

Firmen, Kirchgemeinden und Pfarreien für die

Thierstein sind mehr nach Basel ausgerichtet. Aber

finanzielle Unterstützung und auch bei allen,

auch dort wäre eine Möglichkeit vorhanden, unsere Angebote bekannter zu machen. Der Stiftungsrat kann weiterhin auf fachlich gut ausgebildetes Personal zählen. Im Berichtsjahr haben einige Mitarbeitende zusätzlich zur KOSS-Weiterbildung auch die nötige Weiterbildung in KOFA absolviert. Weiter haben die BeWo-Mitarbeitenden die Weiterbildung KO4JU gemacht. Da wir immer mehr mit Kindern und Jugendlichen mit Bindungsdefiziten zu tun haben, organisierten wir eine zweitägige Weiterbildung für alle Mitarbeitenden der SKSO zum Thema „Bindungsförderung in der stationären Arbeit“ unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Kitty Cassée. An diesem Kurs nahmen auch Mitarbeitende von anderen Kinderheimen des Kantons teil. Der Geschäftsführer (Fredy Meury), die Bereichsleiterinnen (Sandra König und Regina Giger) und der Leiter Administration (Philipp Ganz) arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung der neuen Strukturen. Dafür möchte ich ihnen herzlich danken.

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SKSO | Jahresbericht 2012

neue Strukturen umgesetzt

im Kanton beitragen. Als SKSO sind wir im ganzen

die mit viel Einsatz die SKSO-Schoggi verkaufen: von Tür zu Tür, mit Religionsklassen, an Ständen. Ohne diesen Erlös wäre vieles für unsere Kinder und Jugendlichen nicht möglich. Im Berichtsjahr erzielten wir mit dem Schoggiverkauf einen Erlös von CHF 17’500.- Mein Dank gilt auch all denen, die unsere Arbeit auf andere Art tatkräftig unterstützen und insbesondere den Mitarbeitenden, welche tagtäglich mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten. Ruedi Köhli, Grenchen Präsident des Stiftungsrats


Bereich stationäre Arbeit

Stationäre Arbeit

Gemeinsam formen, schleifen und polieren… Seit einiger Zeit bin ich fasziniert von diesem Stein, der geduldig

Diese Formen stehen symbo-

auf seinem Fundament steht, die vorbeifahrenden Autofahrer kön-

lisch für die verschieden Häu-

nen ihn von verschiedenen Seiten wahrnehmen. Ein Bild, ein Sym-

ser, ihre Angebote und für

bol, das sich bestens eignet, um meine Gedanken anschaulich zu

die Teams. Die Herausforde-

untermauern.

rung im Alltag liegt immer wieder aufs Neue darin, zu erken-

Das Jahr 2012 stand klar im Zeichen der Implementierung der

nen, welche Prozesse im Team

Methodik KOSS und KOFA, dem Aufbau des begleiteten Wohnens in

und in der Gruppe laufen, wel-

Grenchen und in meiner Rollenfindung als Leiterin des stationären

che Inputs gefragt sind, wel-

Bereichs (Begleitetes Wohnen und Böglihuus).

che Anleitung und Begleitung es benötigt und wo Raum

Rollenfindung als Berg- und Talfahrt

erwünscht wird.

Während die Implementierung zügig voran ging und sichtbar ihre

Damit jedoch dieser Stein –

Spuren legte, war die Rollenfindung für mich eine wirklich aufre-

unsere Arbeit - mit all seinen

gende Berg- und Talfahrt. Der Organisationsprozess hat aus meiner

Facetten zum Wirken kommt,

Sicht wirklich grossartige Arbeit geleistet und mir viele Herausfor-

damit er sicher und stabil ste-

derungen geschenkt, die meine Sinne im Verstehen von Situati-

hen kann, benötigt er ein Fun-

onen, Abläufen und Prozessen geschärft haben. – Das Fundament

dament – das sind die Mitarbei-

für meine Rolle als Bereichsleitung ist gelegt.

tenden. Nur gemeinsam können wir den Stein weiter schleifen,

Welche Inputs sind nötig?

formen, polieren… Ich danke meinen Mitarbeitenden für ihr

Der Stein zeigt durch die unterschiedlichen Strukturen, Wölbungen

Engagement und ihren Einsatz

und Farben meine vielseitigen und spannenden Aufgaben. Betrach-

zum Wohle der Kinder, Jugend-

tet man den Stein aus verschiedenen Blickwinkeln, zeigen sich

lichen und Familien.

immer wieder andere Formen. Sandra König Leitung stationärer Bereich

Jeder Blickwinkel zeigt eine andere Form

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Stationäre Arbeit | BeWo

Begleitetes Wohnen Ein Fundament ist gelegt Wir dürfen - nicht ohne Stolz - auf ein ereignisreiches

Natürlich mussten wir uns nicht nur verabschieden! Wir durften

und intensives Arbeitsjahr zurückblicken.

auch eine neue Bewohnerin und eine neue Mitarbeiterin – Frau

Bei der Eröffnung des zweiten BeWo-Standortes in

Ursula Menegola – begrüssen. Zudem stieg unsere Praktikantin

Grenchen zeigte sich, dass das stabile Fundament für

Frau Petra Fornasier in ihre Ausbildung zur Sozialpädagogin ein.

einen erfolgreichen Betrieb wesentlich vom Engage-

Gemeinsam mit unserer langjährigen Mitarbeiterin Frau Vreni Pfi-

ment der Mitarbeitenden abhängt. Leider verliessen

ster arbeiten wir nun am Aufbau eines neuen Fundaments für das

uns zwei neue Mitarbeiter nach kurzer Zeit wieder,

BeWo Wangen.

was zu erheblichen personellen Engpässen führte und den Aufbau eines tragenden Teams erschwert hat.

Hilfreiche Diagnostik-Phase

Alte Muster über Bord werfen

Die Einführung der KOSS-Methodik ist in allen Bereichen spürbar.

Für die Jugendlichen und die Mitarbeitenden im BeWo

Struktur gibt vor, dass bei jeder Aufnahme innerhalb von sechs

Grenchen war die Einführung der „Alltagsroutine“

Wochen eine sozialpädagogische Diagnostik abgeschlossen wird.

eine Herausforderung, da von allen „alte Muster“

Die Auswirkungen dieses Vorgehens sind im Alltag frappant: Inner-

Am ausgeprägtesten merken wir das bei Neuaufnahmen. Die KOSS-

über Bord geworfen werden mussten. Gleichzeitig ist

halb kurzer Zeit ist es uns möglich, die Situation des Jugendlichen -

gerade die Alltagsroutine das Fundament für ein funk-

aber auch die seines näheren Umfelds - besser zu verstehen.

tionierendes Zusammenleben. An dieser Stelle ein grosses Kompliment an die Jugendlichen, welche den

Die Diagnostik ermöglicht es herauszufinden, ob unser Angebot das

Anpassungsaufwand geleistet haben, aber auch an

Richtige ist und dann auch breit abgestützte Ziele für einen Auf-

Frau Margot Bättig, die sich unermüdlich den alltäg-

enthalt im BeWo zu finden. Dank der Diagnostik haben wir eine

lichen Auseinandersetzungen unter denkbar schwie-

gute Methodik für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen

rigen Voraussetzungen gestellt hat. Mein Dank geht

Beteiligten.

auch an Frau Judith Mäder, welche in dieser turbulenten Phase das Team Grenchen durch ihren flexiblen

Peter Ruf

Einsatz unterstützt hat.

Teamleiter Begleitetes Wohnen - BeWo

Abschied im BeWo Wangen Das BeWo Wangen stand unter dem Stern „Abschied nehmen“: Aus der langjährigen Gruppe verabschiedeten sich im Frühjahr und im Herbst zwei Bewohner, sie sind in eigene Wohnungen gezogen. Dass junge Menschen selbständig werden, ist das Ziel unserer Arbeit. Dennoch fordern diese Übergänge von allen – von den Bewohnern und dem Team – dass sie sich mit Veränderungen auseinander setzen.

Fundament: ‘Fragen des Lebens’

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SKSO | Jahresbericht 2012


Stationäre Arbeit | Böglihuus | Huus am Schärme

Die Arbeit ist spannender Interviewer: Als Teamleiterinnen vom Böglihuus (Martina Voumard, M) und vom Huus am Schärme (Stéphanie Ajila, S) habt ihr ein bewegtes Jahr hinter euch. Viele spannende, schwierige und erfreuliche Momente habt ihr miterlebt. Was waren eure Highlights im letzten Jahr? M: Spontan fällt mir ein, dass ein wichtiger zentraler Schritt die Zertifizierung der Mitarbeitenden in KOSS oder/und KOFA darstellt.

S: Ja genau, das war ein Höhenpunkt auf der Mitarbeiter-Ebene. Die Zertifizierung löste bei den Mitarbeitenden eine hohe Motivation aus, die Umstrukturierung umzusetzen.

M: Die Zertifizierung war mit viel Arbeit und Engagement verbunden. Zu sehen, dass die Mitarbeitenden diesen Meilenstein erreicht haben, erfüllt mich mit Stolz und Freude.

S: Denke ich an die Kinder und Jugendlichen, so würden sie sicher andere Highlights benennen: z.B. das Übernachten in der Höhle bei Schnee und Minus-Temperaturen, das Sommerlager im Calancatal, der Besuch des Mittelalter-Festivals in Bretten sowie der Tag der offenen Tür vom Huus am Schärme. Ja, diese Ereignisse sind in den Gedächtnissen der Kinder und Jugendlichen lebhaft verankert.

M: Bei uns im Böglihuus denken die Jugendlichen gerne an unsere Velotour im Sommer, mit dem Startpunkt in Derendingen und dem Endpunkt im Europapark, zurück. Am liebsten würden sie sich im

Huus am Bögli

nächsten Sommerlager erneut mit dem Velo auf den Weg in den Europapark machen.

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Stationäre Arbeit | Böglihuus | Huus am Schärme

geworden Ich habe nun viele Erinnerungen gehört, könnt ihr mir sagen, was die Jugendlichen im Alltag besonders bewegt hat? S: Die Ergebnisse der Umstrukturierung sind für die Jugendlichen teilweise nicht so ganz einfach nachzuvollziehen. M: Genau, wir hören oft den Satz, „warum darf der das und ich nicht?“. S: Bei uns hat es z.B. Kinder, welche begründet durch das individuelle Arbeiten, gewisse Pflichten zeitweise nicht erfüllen müssen.

M: Ja, dann kommt Neid auf und die Mitarbeitenden sind gefragt, gute Begründungen zu liefern.

S: Das erfordert von den Mitarbeitenden ein hohes Mass an überlegtem und vorausschauendem Arbeiten im Alltag.

M: Durch die Einführung der Diagnostik müssen sich die Jugendlichen auf einen häufigeren Wechsel in der Bewohnergruppe einlassen. Einigen fällt das besonders schwer.

Schärme huus

S: Die Kinder und Jugendlichen sind dadurch gefor-

dert, neue Beziehungen einzugehen und sich neue Positionen in der Gruppe zu erarbeiten.

M: Trotz dieses Nachteils stellen wir fest, dass der Gewinn vom gezielten Überprüfen, welche Massnahme für einen Jugendlichen indiziert ist, klar überwiegt.

S: Mit der Diagnostik haben wir ein Instrument, das uns erlaubt, die Kernthemen, d.h. die Stärken, Probleme und nächsten Schritte, rasch und effizient zu

erfassen.

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SKSO | Jahresbericht 2012


Stationäre Arbeit | Böglihuus | Huus am Schärme

Wechseln wir von den Jugendlichen zu den Mitarbeitenden. Was hat diese im letzten Jahr bewegt? M: Die Ansprüche und Anforderungen an die Mitarbeitenden sind gestiegen. Es gibt z.B. kein „Regelbuch“ mehr, an dem man sich orientieren und vielleicht auch ein wenig dahinter verstecken kann. Jede Situation im Alltag muss mit dem Fachwissen der Mitarbeitenden individuell beurteilt werden. S: Genau dies ist der Aspekt, der die Arbeit anspruchsvoll macht.

M: Ich denke, die praktische Erfahrung, die wir noch sammeln, wird uns helfen, in diesem Bereich noch mehr Sicherheit zu gewinnen.

Huus am Böglihuus

S: Gegenüber dem anspruchsvollen Teil der Arbeit steht die Möglichkeit der Mit-

arbeitenden, ihr Fachwissen und ihre persönlichen Fähigkeiten vollumfänglich zu entfalten.

Die Arbeit ist dadurch spannender und abwechslungsreicher geworden. Stéphanie Ajila

Teamleiterin Huus am Schärme Martina Voumard

Teamleiterin Böglihuus

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Stationäre Arbeit | Böglihuus | Huus am Schärme

Mit den Bewohnern Grenzen ausloten Erlebnispädagogik contra KOSS ? Seit einigen Jahren werden im Böglihuus und im Huus am Schärme regelmässig erlebnispädagogische Wochenenden oder -Tage durchgeführt. Bei der täglichen Arbeit wird rasch deutlich, dass die Grundhaltungen der Erlebnispädagogik und von KOSS/KOFA sehr nahe beieinander liegen. Bei beiden bestimmen der Klient und das Klientensystem das Tempo und die Themen, welche angegangen werden sollen. Diese Haltung ist im sozialen Bereich noch nicht weit verbreitet und somit eine deutliche Neuheit. Die Arbeitsweise ist anstrengend, aber die Resultate entlohnen definitiv dafür. Mit den Jugendlichen vom Schärme haben wir - neben dem Alltag mit seinen vielfältigen Herausforderungen - auch etwas stärkere Erlebnisse gemacht, z.B. eine Höhlenübernachtung im Dezember. Die Jugendlichen kamen alle freiwillig mit, trotz der Minus 10 Grad Kälte, und es war ein tolles Erlebnis. In den Sommerferien waren die Jugendlichen vom Böglihuus unterwegs mit den Velos, von Derendingen nach Rust. Die Herausforderung war, jeden Abend das Zelt aufstellen, einkaufen, kochen, und dabei die gute Laune nicht verlieren. Als Erlebnispädagoge weiss ich, dass die eigenen Grenzen in den unterschiedlichsten Bereichen immer wieder neu erlebt werden können. Das wichtigste dabei sind die Schlüsse, die die Kinder und Jugendlichen aus den gewonnenen Erkenntnissen für sich ziehen können. Bernd Dann Erlebnispädagoge

Schärme

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SKSO | Jahresbericht 2012


Ambulante Arbeit

Vor- und Nachteile aufzeigen

Kompetenz

Oft muss ich erklären, dass ich als Leiterin des ambulanten Bereichs (KOFA) auch für die Leitung des Huus am Schärme zuständig bin. Das ist nicht immer ein-

Gemeinsam nach Lösun

leuchtend, aber doch oft von Vorteil. Ausserdem befinden sich die Büros der ambulanten Arbeit auch im Huus am Schärme, nochmals ein Vorteil.

Die ambulante Familienarbeit

Den Bedarf an Hilfe definieren Bereits beim ersten Informationsgespräch mit Eltern und Behörden kann ich Vor- und Nachteile eines ambulanten oder stationären Angebots aufzeigen. Gemeinsam können Eltern und ihre Kinder mit den zuständigen Behörden den Bedarf an Hilfe definieren. Meine Aufgabe ist es, den geeigneten Hilferahmen zu erkennen und eine Empfehlung für die nächsten Schritte zu geben. Die Eltern begegnen mir in diesen für sie schwierigen Situationen mit einer hohen Bereitschaft zur Kooperation. Die wichtigste Grundlage für eine wirksame Hilfe!

Unterschiedliche Bedürfnisse der Teams Zu meinen Aufgaben als Bereichsleiterin gehört auch die Betreuung der zwei Teams im Huus am Schärme (ambulante Arbeit KOFA und stationäre Arbeit KOSS). Hier gilt es einerseits, die Team-Zusammenarbeit zu fördern, andererseits aber auch jedem Einzelnen im Alltag für fachliches Coaching zur Verfügung zu stehen. Die Bedürfnisse des KOFA-Teams sind dabei anders als die Bedürfnisse des KOSS-Teams. Dank der Methodik KOSS und KOFA haben wir eine gemeinsame Sprache, arbeiten mit den gleichen Grundhaltungen und verfügen über einheitliche Instrumente und Strukturen. Regina Giger

Bereich ambulante Arbeit

interessierte mich schon länger. Mir gefiel die Idee, mit betroffenen Familien so nahe wie möglich an ihrem Alltagsleben zu arbeiten und somit da, wo ihre Schwierigkeiten entstehen, nach Lösungen zu suchen und an Veränderung zu arbeiten. Als ich im Frühjahr 2012 meine erste KOFA-Familienbegleitung übernahm, hatte ich mich bereits länger theoretisch mit der ambulanten Familienbegleitung auseinandergesetzt. Aber wie es schliesslich tatsächlich sein wird, wenn ich das erstes Mal eine fremde Wohnung betrete, aus der mir Emotionen

aus der

Leiterin ambulanter Bereich Hausleitung Schärme

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Ambulante Arbeit

orientierte Arbeit mit Familien gen  suchen

KOFA ist eine Haltung

entgegen kommen wie Unsicherheit, Ambivalenz,

Als Mensch gehe ich normalerweise mit meinen persönlichen Wert-

Zweifel, Angst oder im ungünstigsten Fall gar Abnei-

und Normvorstellungen auf Menschen zu. Damit ich aber gute

gung, das konnte mir kein Lehrbuch vermitteln.

Arbeit leisten kann, setze ich als Sozialpädagogin und Fachfrau in der Familie eine „andere Brille“ auf: so kann ich andere Lebensent-

Mit der KOFA-Methodik habe ich jedoch Werkzeuge an

würfe sehen und anerkennen.

der Hand, die mich den Weg durch den Prozess einer Familienbegleitung führen. Die Methodik gibt vor, wel-

Ich stelle mir vor, ich mache eine „Foto“ von der Gesamtsituation

che Informationen in einer Familie (und je nachdem

und den Lebensbedingungen. Das erleichtert es mir, mich in die

in ihrem nahen Umfeld) gesammelt werden sollen

Lebenswelt der Familie zu begeben. Das hilft mir, dem Familien-

und lässt im Besonderen die betroffenen Familienmit-

system nicht meine eigenen Vorstellungen und Lösungen über

glieder selber zu Wort kommen, sodass sie ihre ganz

zu stülpen, sondern die Familie mit Hilfe der KOFA-Instrumente

persönliche Sicht auf die Familiensituation darstel-

zu eigenen Lösungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu füh-

len und erklären können. Bis zu einem gewissen Grad

ren. Das „Eigene“, selber Erkannte kann von den Klienten besser

stellt KOFA Vorgehensweisen zur Verfügung, mittels

akzeptiert werden und macht das System selbstwirksamer, d.h.

derer die Familienbegleitungen durchgeführt werden

erfolgversprechender.

sollen. Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, welche Lebensentwürfe Wichtig ist, dass in der direkten Arbeit mit den Kli-

richtig oder falsch sind. Ich orientiere mich einfach daran, was Kin-

entinnen und Klienten vor Ort deren Fähigkeiten und

der und Jugendliche für eine gesunde Entwicklung benötigen. KOSS

Möglichkeiten berücksichtigt werden. Diesbezügliche

und KOFA sind eben mehr als eine Methodik, sie sind eine Haltung.

Unterschiede zeigen sich zum Beispiel aufgrund von

Diese Haltung in meiner sozialpädagogischen Arbeit zu leben ist die

Alter, Sprachkenntnissen, gesundheitlichem oder psy-

grosse Kunst und immer wieder eine Herausforderung für mich.

chischem Zustand sowie den kognitiven Fähigkeiten. Dies erfordert viel Einfühlungsvermögen sowie Kreati-

Nadine Nussbaumer

vität, um die einzelnen Arbeitsschritte und Gespräche

Sozialpädagogin

so zu gestalten, dass sie für die Betroffenen anspre-

Huus am Schärme und Familienarbeit

Praxis

chend, anregend aber auch nachvollziehbar und bewältigbar sind.

Bereits nach meinen ersten beiden KOFA-Mandatsführungen bin ich zur Überzeugung gelangt, dass ich in diesem Arbeitsfeld nie ausgelernt haben werde. Ich freue mich und bin gespannt auf künftige Herausforderungen in der KOFA-Arbeit. Tania Lopez Sozialpädagogin Huus am Schärme und Familienarbeit Als MItarbeitende sind wir Gast in der Familie

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SKSO | Jahresbericht 2012


Das ist neu in der SKSO

Was hat sich verändert in der Erfahrungen mit den Veränderungen Die stationären Platzierungen nach der KOSS-Methodik sind in den Teams bereits gut eingespielt, das können Sie auch in den Berichten aus den Bereichen

veränderungen

nachlesen.

Herausforderung Notfallplatzierung Die Notfallplatzierungen haben es jedoch in sich! Da kann es sein, dass wir plötzlich Personal aus der Frei-

zeit aufbieten müssen, um in einer Notfallsituation Kindern oder Jugendlichen zur Seite zu stehen. Diese sind, im Gegensatz zu den „normal“ eintretenden Kindern und Jugendlichen, nicht auf einen massiven Eingriff in ihren gewohnten Alltag vorbereitet und entsprechend verunsichert und ängstlich. Auch für die Mitarbeitenden stellt eine Notfallplatzierung eine grosse Herausforderung dar.

Organisatorische Knacknüsse Diese Flexibilität (stationäre Arbeit, Familienarbeit, Notfallplatzierungen) hat ihren Preis! Im Moment arbeiten im Huus am Schärme drei Mitarbeitende in der stationären Arbeit und auch in der Familienarbeit, dem ambulanten Bereich. Das ist eine grosse Herausforderung für die Erstellung der Arbeitspläne, denn es muss genügend Zeit für die ambulante Arbeit zur Verfügung gestellt werden und gleichzeitig muss der Alltag im Schärme weitergehen.

Das bleibt:

Jahresbericht 2012 | SKSO

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Das ist neu in der SKSO

SKSO?

Rollenwechsel Mitarbeitende im Huus am Schärme, die im stationären und im ambulanten Bereich tätig sind, stehen selber in einem besonderen Spannungsfeld. Innerhalb der stationären Arbeit übernehmen sie teilweise die Aufgabe der Eltern. Sie trösten, helfen bei den Hausaufgaben, erzählen die Gute-NachtGeschichte usw. Das ist wichtig und richtig so. Innerhalb der ambulanten Arbeit tun sie genau dies nicht. Hier gilt der Grundsatz: „Ich mache nichts, was die Familie selber tun kann!“ Bei der Familienarbeit geht es um Aktivierung und Befähigung der Eltern, der Kinder und der Jugendlichen! Eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter in beiden Bereichen muss sich deshalb die Rolle immer wieder vergegenwärtigen: Jetzt ziehe ich den „Familienhut“ an und unterstütze die Eltern, ich versuche, ihre Fähigkeiten zu aktivieren. Ich bin wachsam und werde nichts tun, was die Familie selber erledigen kann. – Am nächsten Tag kommt der „Schärme-Hut“: „Wie war‘s in der Schule?“; „Ja, du darfst heute Nachmittag deine Freundin besuchen“; „Nein, Zvieri gibt’s später…“. Regina Giger

unsere Kinder und Jugendlichen und ihr Alltag 17

SKSO | Jahresbericht 2012


Aussenansichten

Im Austausch mit den Schulleitungen von Hägendorf Ein Gespräch mit den beiden Schulleitern von Hägendorf, Thomas Schöni und Dieter Lüscher. Es diente dem Austausch über die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und dem Huus am Schärme.

Die Schule ist kein Schon Im Sommer 2011 informierte die SKSO in den Schulen über ihr neues Konzept. Im Zentrum stand damals vor allem der Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die nur für den Zeitraum einer Abklärung ca. 6 Wochen im Huus am Schärme stationär betreut werden.

Stand heute Die Erfahrungen mit dem phasierten Modell der Kompetenzorientierung haben

unsere Aufgabe innerhalb der Dia-

gezeigt, dass alle Kinder und Jugendlichen nach einer stationären Diagnostik im

gnostikphase, nach dem Stand der

Kinderheim geblieben sind. Die Dauer des Heim-Aufenthalts (Interventions-Auf-

Fähigkeiten „schulische Leistungen

enthaltes) hat sich dagegen grundsätzlich verkürzt. Ein Austritt direkt nach einer

bewältigen“, zu suchen. Erst wenn wir

Abklärung ist noch in keinem Fall erfolgt.

diesen kennen, können wir beginnen, diese Fähigkeiten in Zusammenarbeit

Thomas Schöni, Schulleiter der Primarschule Hägendorf: „Eigentlich hat sich

mit dem Jugendlichen zu erweitern.“

gegenüber früher für uns nichts verändern. Einzig die Zusammenarbeit innerhalb der Diagnostikphase hat sich intensiviert. Auch spüren die Lehrer, dass sich die Komplexität der Fälle erhöht hat. Immer wenn die Platzierung mit Verhaltensauf-

›› Unerwünschtes Verhalten im Zusammenhang mit schulischen Leistungen und/oder ein defizitäres Sozialverhalten verschwinden nicht automatisch mit einer Platzierung

‹‹

Warum darf der das?

fälligkeiten innerhalb der Schule zu tun hat, sind diese mit

Herr Lüscher zeigt auf, dass dies

der Platzierung im Huus am Schärme nicht einfach ver-

innerhalb eines Klassenverbands

schwunden. Es stellt sich heute die Frage, was wir von der

zu erheblichen Schwierigkeiten füh-

Regelschule noch im Schulalltag bewältigen können und

ren kann. Die Mitschüler fragen sich,

was über unsere Grenzen hinaus geht. Es braucht Mut,

warum dieser Schüler sich so verhal-

Entscheidungen zu fällen und es fällt uns nicht leicht.“

ten darf und es kann das Bild eines

Herr Dieter Lüscher ist erst seit kurzer Zeit Schulleiter der Kreisschule Untergäu.

„Schonraumes für Jugendliche aus dem Huus am Schärme “ entstehen.

Er kann heute nur sagen, wie er die Zusammenarbeit mit dem Team vom Huus am Schärme erlebt:

Regina Giger hält jedoch fest, “es darf

„Dem Lehrerteam fällt auf, dass einige Jugendliche aus dem Huus am Schärme

kein Schonraum sein! Die Regelschule

oft ihre Unterlagen nicht dabei haben oder häufige Fehlzeiten, bedingt durch

mit ihrem Regelwerk soll für alle Kin-

Krankheit, aufweisen. Daraus könnte man schliessen, dass die Mitarbeitenden

der und Jugendlichen gelten. Es ist

dem nicht genügend Aufmerksamkeit schenken.“

Aufgabe der Schule, hier den Bewegungsspielraum und die Grenzen zu

Die Hausleiterin hält fest, dass dies schon so interpretiert werden könne. Aber

benennen. Nur wenn die Schule dies

gerade an diesem Beispiel lässt sich die „andere“ Zusammenarbeit nach der Kom-

auch benennt und einfordert, können

petenzorientierung gut veranschaulichen:

wir mit den entsprechenden Bewoh-

„Unerwünschtes Verhalten in Zusammenhang mit schulischen Leistungen und/

nern an ihren Themen arbeiten. Es

oder ein defizitäres Sozialverhalten verschwinden nicht automatisch mit einer

stellt sich dann rascher die Frage:

Platzierung. Oft sind diese Verhaltensweisen jahrelang „eingeübt“ worden. Es ist

„Willst/kannst du in der Regelschule

Jahresbericht 2012 | SKSO

18


Aussenansichten

Im Austausch mit der Schulleitung von Derendingen Ein Gespräch mit Herrn van der Floe, Schulleiter Oberstufe Derendingen/Luterbach

raum

Die Implementierung der Methodik KOSS im Böglihuus und die damit verbundene Diagnostikphase hat zur Folge, dass das Böglihuus vermehrt Jugendliche in der Schule anmeldet. Zwei der vier Neueintritte im Jahr 2012 haben die Diagnostikphase nicht beendet und haben die Klasse nach ein paar Wochen wieder verlassen. Uns interessiert, was es für die Lehrperson bedeutet, wenn häufig neue Kinder kommen und andere nach kurzer Zeit wieder die Klasse verlassen. Herr van der Floe sagt dazu: „Mutationen in den Klassen gehören heute, im Vergleich zu früher, vermehrt zum Alltag. Diese können auch durch Weg- oder Zuzug von Familien entstehen. Zur Unterstützung

sein oder müssen wir mit dir eine

des Integrationsprozesses eines neuen Schülers können wir bei Bedarf die Schulsozial-

andere Lösung suchen?“

arbeiterinnen zuziehen. Diese Fachstelle steht den Lehrern, den Eltern, der Klasse oder

Damit appellieren wir an die Selbst-

den Schülern zur Verfügung und wird aktiv

wirksamkeit der Jugendlichen. Im

genutzt“

einen Fall kann diese Klarheit schon

›› Der Schule ist es ein grosses Anliegen,

dass die Schüler lernen, Entscheidungen und Abmachungen verbindlich einzuhalten.

zu einem angemesseneren Verhal-

Zur Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen

ten führen, in einem anderen Fall wird

dem Lehrerteam und dem Böglihuus-Team

klar, dass der Jugendliche mit den

funktioniert und ob etwas optimiert werden kann, meint Herr van der Floe: „Die Zusammen-

Anforderungen einer Regelschule

arbeit mit dem Böglihuus ist gut. Die Erreichbarkeit und der Informationsfluss werden

überfordert ist. Wir werden gerade

geschätzt. Von meiner Seite als Schulleiter kann ich sagen, dass ich jederzeit Hand biete,

den Jugendlichen, die überfordert

damit ein Schüler so schnell wie möglich wieder zur Schule gehen kann, denn jeder Tag,

sind, eher gerecht, wenn wir dann

an dem ein Schüler nicht zur Schule geht, ist ein verschenkter Tag.

zusammen mit der Familie und den Behörden nach geeigneten Lösungen

Ideal ist es, wenn sich der fallführende Mitarbeiter aus dem Böglihuus nach zwei Wochen

suchen können.“

mit dem Klassenlehrer in Verbindung setzt und klärt, welche Beobachtungen und Inputs aus der Schule für die Abklärung hilfreich und wünschenswert sind.“

Gute Zusammenarbeit Die Zusammenarbeit zwischen den

Und als letzte Frage: gibt es weitere Anliegen von Seiten der Schule?

Lehrkräften und den Fallführenden

„Mir ist es ein grosses Anliegen, dass wir gemeinsam darauf achten, dass die Schüler ler-

Mitarbeitenden wird von beiden Sei-

nen, Entscheidungen verbindlich einzuhalten. Ein gutes Lernfeld dafür bieten die Wahlfä-

ten als gut und intensiv bezeichnet,

cher. Bezogen auf die zukünftige Projektwoche „Berufsumwelt“ wären wir froh, wenn das

die SKSO dankt Lehrern und Lehre-

Team die Schüler darin unterstützt, die geforderten Aufgaben rechtzeitig zu erledigen, was

rinnen an den Schulen in Hägendorf

zu einem guten Gelingen der Woche beitragen wird.“

für ihren engagierten Einsatz für die Kinder und Jugendlichen!

Danke für das informative Gespräch. Unser Dank gilt auch dem Lehrerteam für das Engagement und die kooperative Zusammenarbeit.

Das Gespräch führte Regina Giger

19

SKSO | Jahresbericht 2012

Das Gespräch führte Sandra König

‹‹


Mitarbeitende am 31. Dezember 2012

Name (alphabetisch)

Arbeitsbereich

Funktion/Tätigkeit

Stellenprozente

Ajila Stéphanie

HaS / TL

Sozialpädagogin/Teamleiterin

85

Aksu Umut

HaS

Psychologe

80

Arber Lynne

HaS

Praktikantin

70

Bachmann Sarah

BH

Praktikantin

60

Bättig Margot

BeWo

Sozialpädagogische Mitarbeiterin 80

Berger Selina

HaS

Schul-Coaching

15

Dann Bernd

HaS

Sozialpädagoge

100

Fornasier Petra

BeWo

Sozialpädagogin in Ausbilung

Ganz Philipp

Leitung

Leitung Administration

Geissmann Marc

BH

Sozialpädagoge

100

Giger Regina

Leitung

Leitung ambulanter Bereich

100

Guggenbühler Johanna HaS

Sozialpädagogin in Ausbildung

Hauptlorenz Tanja

BH

Schul-Coaching

Hochuli Isabella

HaS

Hausmanagerin Ökonomie

Iwo Kalu Anja

HaS

Mitarbeit Garten

Jäggi Marco

BH

Sozialpädagoge

Kirschbaum Brigitte

Admin.

Administration

König Sandra

Leitung

Leitung stationärer Bereich

50 60

60 15 100 15 100 45 100

Kopp Christian

Admin.

Buchhaltung/Controlling

50

Kopp Edelgard

Admin.

Verantwortung EDV

40

Küng Laura

HaS

Sozialarbeiterin in Ausbildung

60

Kunz Tabea

BH

Sozialpädagogin

90

Lopez Tania

HaS

Sozialpädagogin

80

Maeder Judith

BH/BeWo Stv. Sozialpädagogische Mitarbeiterin 50

Meury Alfred

Leitung

Geschäftsführer

90

Nikollprenkaj Gjine

HaS

Mitarbeiterin Ökonomie

20

Nussbaumer Nadine

HaS

Sozialpädagogin

80

Peter Judith

BH

Mitarbeiterin Ökonomie

30

Pfister Vreni

BeWo

Sozialpädagogische Mitarbeiterin 70

Ruf Peter

BeWo / TL

Sozialpädagoge / Teamleiter

80

Rufer Rahel

BH/Stv.

Sozialpädagogin

25

Sales Jimena

BH

Mitarbeiterin Ökonomie

15

Schärer Lindt Simone

BH

Sozialpädagogin

30

Torres Tamara

HaS

Sozialpädagogin

60

Tschui Melanie

BH

Sozialpädagogin in Ausbildung

60

Umiker Yvonne

BH

Mitarbeiterin Ökonomie

45

Voumard Martina

BH / TL

Psychologin / Teamleiterin

Widmer Roland

BH

Hausmanager Ökonomie

Total Stellenprozente am 31.12.2012

100 90 2400

Gerber Simon

HaS

Zivildienst

100

Knubel Philipp

BH

Zivildienst

100

Legende: HaS=Huus am Schärme; TL=Teamleitung; BH=Böglihuus; BeWo=Begleitetes Wohnen; Admin=Administration; Stv= sozialpäd. Stellvertretung

Jahresbericht 2012 | SKSO

20


Mitarbeitende | neu im Team

Ein neuer Baustein

Denken wird hinterfragt

Da ich für mein Vorstellungsgespräch direkt am

„Deine neue Frisur sieht doof

Bahnhof Hägendorf abgeholt wurde und Fredy,

aus“. „Du bist hier angestellt,

der Geschäftsführer, mir die ersten Ecken dieses

um uns zu unterhalten.“ „Gehst

Dorfes kundig machte, vergass ich, mir den Weg

du jetzt auf die Toilette und

zu merken.

weinst?“ „Nein, ich habe keine

So kam es, dass ich an meinem ersten Arbeitstag

Lust!“. Das sind Wortfetzen aus

mit viel Tatendrang in die falsche Richtung mar-

meinem Arbeitsalltag mit den

schierte, überzeugt, dass ich den korrekten Krei-

Kindern und Jugendlichen. Sind

sel erwischt hatte und den richtigen Hügel hoch

sie aus dem Kontext gerissen,

keuchte.

klingen sie harsch und abwer-

Schlussendlich angekommen im Huus am

tend. Doch die Aussagen haben

Schärme waren die ersten Verwirrungen rasch

alle eine Gemeinsamkeit. Die

verflogen und ich tauchte ein in einen für mich

Kids testen mich. Sie wollen

neuen Bereich der sozialen Arbeit: der Kinder-

wissen, wie ich auf bestimmte

und Jugendhilfe im stationären Setting.

Situationen und Provokationen

neu im Team - am Fundament mitbauen

reagiere, wer ich bin und wie

Mein viertes Ausbildungsjahr ist studienbeglei-

ich zu ihnen stehe.

tend. Nach drei Jahren im Suchtbereich, einem

Jeden Tag werde ich von neuem

Praktikum in einem Tageskindergarten sowie

motiviert, mein Denken und

einem zweiten in der offenen Jugendarbeit ent-

Handeln zu hinterfragen. Solche

decke ich am Schärme eine mir noch unbekannte

Herausforderungen finde ich

Arbeitsweise. Die Methodik der Kompetenzori-

spannend.

entierung ist ein neuer Baustein in meiner Tätigkeit als Sozialarbeitende. Sie öffnet mir Türen,

Im letzten halben Jahr durfte

die meine Arbeit intensiv und abwechslungs-

ich einen Einblick in die Sozi-

reich machen, mich fordern und mich motivieren,

alpädagogik im stationären

mutig unkonventionelle Wege einzuschlagen.

Bereich erhalten. Mit dem Fachmatura-Abschluss und dem

Laura Küng

Ende des Vorpraktikums im

Sozialarbeiterin in Ausbildung

Sommer habe ich den ersten

Huus am Schärme

Schritt auf meiner Arbeitstreppe erklommen. Lynne Arber Praktikantin Huus am Schärme

21

SKSO | Jahresbericht 2012


Mitarbeitende | neu im Team

Jugendliche ermutigen

Grenzen ausloten

Herausforderung gesucht

‚Böglihuus’ – ein spannender Name für eine

Im Dezember 2011 habe ich die

Als ausgebildeter Psychologe arbeite

Institution - schoss es mir durch den Kopf,

neue Herausforderung angetre-

ich seit November 2011 im Huus am

als ich vor ca. zwei Jahren eine Bewer-

ten, im Huus am Schärme als

Schärme. Ich habe mich für diese Stelle

bung korrigierte, die an dieses Jugendheim

Sozialpädagoge und Erlebnispä-

entschieden, weil ich meine Kenntnisse

gerichtet war. Damals habe ich nicht geahnt,

dagoge zu arbeiten. Ich habe

als Psychologe in einem sozialpädago-

dass ich später einmal hier arbeiten werde.

dabei eine Einrichtung gefun-

gischen Rahmen einsetzen möchte.

den mit einem Konzept, das mir Aufgewachsen bin ich im Kanton Thurgau,

sehr zusagt.

meine Ausbildung zur Sozialpädagogin

Zuletzt habe ich in einer sonderpädagogischen Schule gearbeitet. Dort habe ich

absolvierte ich im Graubünden. Es folgten

Erlebnispädagogik beginnt nicht

Kinder und Jugendliche mit unterschied-

Praktika in Herisau und zu guter Letzt ver-

erst bei den Extremsportarten,

lichen Verhaltensauffälligkeiten und Lern-

schlug es mich nach Biel, wo ich meine

sondern bereits bei den alltäg-

schwierigkeiten begleitet und individuell

erste Stelle in einem betreuten Wohnen

lichen Erledigungen. Für unsere

gefördert. Die sozialpädagogische All-

antrat. Bereits nach einem Jahr musste ich

Bewohner kann daher schon die

tagsbegleitung macht mir sehr viel Spass.

mich auf die Suche nach einer neuen Stelle

Aufgabe des Geschirrspülens

Gleichzeitig finde ich es wichtig, den Kin-

machen, da die Institution schloss. Ich bin

ein Erlebnis und eine Heraus-

dern und Jugendlichen auf dem Weg zu

dankbar, dass ich seit Dezember 2011 hier

forderung sein, da sie dies

ihrer Selbständigkeit eine verlässliche und

im Böglihuus arbeiten kann.

zuvor nie tun mussten.

konfliktfähige Basis zu sein.

Mich begeistert es, mit jungen Menschen

Ich freue mich auf die Heraus-

Im Huus am Schärme haben wir ein

zu arbeiten, sie ein Stück auf ihrem Weg zu

forderungen, welche auf uns

dynamisches, junges Team. Im heraus-

begleiten und sie zu ermutigen, ihre Fähig-

und unsere Bewohner warten,

fordernden sozialpädagogischen All-

keiten zu nutzen. In der SKSO werde ich

auf dass wir gemeinsam an die-

tag bemühen wir uns, uns gegenseitig zu

persönlich herausgefordert und darf immer

sen wachsen können.

unterstützen. Die Jugendlichen bezeich-

wieder Neues lernen – das macht mir Freude. Tabea Kunz

nen mich als streng, aber doch gerecht. Bernd Dann

Ich hoffe, dass ich künftig Aufgaben

Sozialpädagoge

bekomme, die ich als neu und zugleich

Huus am Schärme

herausfordernd empfinden werde.

Sozialpädagogin Böglihuus

Umut Aksu Psychologe Huus am Schärme

Jahresbericht 2012 | SKSO

22


Mitarbeitende | neu im Team

KOSS - spannende Methodik

Neues Lernfeld

Mitarbeit ist Privileg

Im Jahre 2012 habe ich den Bachelor in

Meine Erstausbildung zur Sozialagogin

Als ich die Anfrage erhielt, als

Erziehungswissenschaften, Psychologie und

habe ich im Jahr 2006 abgeschlossen und

Stiftungsrätin bei der SKSO

Soziologie an der Universität Zürich abge-

danach in verschiedenen Institutionen

mitzuarbeiten, musste ich

schlossen. Jetzt bin ich dabei, den Master

mit Menschen mit Beeinträchtigungen

nicht lange nachdenken. Sich

in Sozialer Arbeit berufsbegleitend zu

gearbeitet. Seit August 2012 arbeite ich

für eine Organisation einzu-

absolvieren.

im Huus am Schärme, wo ich meine Aus-

setzen, für die das Wohlerge-

bildung zur Sozialpädagogin absolviere.

hen der Kinder an erster Stelle

Im Huus am Schärme habe ich mich einer-

steht, ist für mich nicht primär

seits beworben, weil ich die Arbeit mit Kin-

Im Huus am Schärme hat sich für mich

„Arbeit“, sondern viel mehr ein

dern und Jugendlichen als sehr interes-

ein neues Lernfeld aufgetan. Die Arbeit

Privileg. Gerne setze ich mich

sant und abwechslungsreich kennen gelernt

mit den Kindern und Jugendlichen ist

für die Schwächeren unserer

habe. Andererseits fand ich die Methodik

spannend und lehrreich.

Gesellschaft ein – sind sie doch

KOSS sehr spannend und es entsprach mei-

Jeder Tag bringt neue Aufgaben und

unsere Zukunft.

nen Vorstellungen, wie ich gerne arbeiten

Herausforderungen, Lachen und Weinen

möchte.

liegen so nahe beieinander.

Seit Mai 2012 arbeite ich nun im Huus am

Ich finde es eine schöne, aber auch

erfahren, dass nicht in allen

Schärme. Die täglichen Auseinanderset-

anspruchsvolle Arbeit, die Kinder

Fällen vom Idealbild einer Fami-

zungen mit den Kindern und Jugendlichen

und Jugendlichen auf einem Stück

lie ausgegangen werden kann.

und das unterstützende und motivierte

ihres Lebens zu begleiten und sie zu

Auch die Kinder, denen nicht

Team halfen mir, mich schnell in meiner

unterstützen.

das Glück eines intakten, sozia-

Arbeit zurechtzufinden.

Drei Jahre Ausbildung liegen noch vor

len Umfeldes zuteil wurde, sol-

mir. Ich freue mich auf eine anregende,

len ihr Leben ohne Vorurteile

Mein Ziel ist es, durch weitere Erfahrungen

lehrreiche, spannende Zeit im Huus am

neu ordnen können.

im Alltag und bei der Arbeit als FFM (fall-

Schärme.

Als Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Kindern habe ich

führende Mitarbeiterin) noch mehr in meine

Mit Hilfe der SKSO haben die

Rolle hineinzuwachsen und dabei die Kin-

Johanna Guggenbühler

Jugendlichen die Möglichkeit,

der und Jugendlichen bestmöglich zu

Sozialpädagogin in Ausbildung

sich altersgerecht zu entwickeln

unterstützen, ihre Ressourcen und Kom-

Huus am Schärme

und so ihr Leben in geordnete

petenzen zu entfalten auf ihrem Weg ins

Bahnen zu lenken.

Erwachsenenalter.

Ich freue mich darauf, meinen Beitrag dazu leisten zu dürfen.

Tamara Torres Sozialpädagogin

Silvia Müller

Huus am Schärme

Stiftungsrätin

23

SKSO | Jahresbericht 2012


Statistik

KOSS Kompetenzorientierung in stationären Settings

Bewohnerinnen/Bewohner im Huus am Schärme, Böglihuus, BeWo Grenchen, BeWo Wangen

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

9’127

Bewohnerinnen / Bewohner

Total verrechnete Aufenthaltstage

10’072

9’558

9’234

9’137

10’029

9’983

Anzahl betreute Bewohnerinnen / Bewohner

39

47

40

42

40

46

Austritte Total (inkl. Notfallaufnahmen)

12

16

17

11

20

20

22

Eintritte Total (inkl. Notfallaufnahmen)

11

17

8

11

16

17

23

46

14

Diagnostiken durchgeführt bei Eintritt

Anschlusslösungen nach dem Austritt

In selbständiges Wohnen

5

7

5

2

10

3

7

Zu den Eltern

4

7

10

8

4

9

11

Ins Begleitete Wohnen SKSO

0

3

0

3

2

3

3

In andere Institutionen

3

2

2

1

4

5

4

Alter der Bewohnerinnen / Bewohner

0 – 3 Jahre

0

0

2

2

3

1

2

1

3

1

1

0

5

3

7 – 12 Jahre

13

8

10

7

6

4

5

13 – 16 Jahre

11

13

10

18

15

12

15

über 16 Jahre

14

23

17

14

16

24

21

4 – 6 Jahre

Weitere stationäre Angebote

Wochenendbetreuung, total Wochenenden *

2 Ki/Ju

7

Notaufnahmen, Anzahl Kinder/Jugendliche

Auslastung der Bereiche

18 90

Mittagstisch, Anzahl Mahlzeiten

bezogen auf das Budget

bezogen auf volle möglilche Auslastung

Böglihuus, Schärme (Intervention 24)

99.78%

89.80%

BeWo (Intervention teilbegleitet)

98.23%

88.41%

* Wochenendbetreuung: Externe Kinder/Jugendliche, kommen nur für das Wochenende in die Institution.

Jahresbericht 2012 | SKSO

24


Statistik

KOFA Kompetenzorientierte Familienarbeit in ambulanten Settings / seit 2012

2012

Anzahl durchgeführte ambulante Diagnositken

2

Anzahl Kofa-Mandate 6 Wochen

1

Anzahl Kofa-Mandate 6 Monate

5

Anzahl Mandate begleitete Besuchsrechte

1

Anzahl Tage sozialpäd. Familienbegleitung

195 3

Anzahl Mandate ‘Nachbetreuung’ nach Austritt

Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter

2006

Anzahl Mitarbeitende ganzes Jahr *

35

Stellen Total am 31. Dezember **

20.66

2007

2008

34

34

18.35

16.55

2009

35 20.35

2010

2011

2012

37

44

49

18.40

25.3

26

Ausbildung Sozpäd. abgeschlossen im Kalenderjahr

2

MA in Ausbildung (Sozialpädagogik) am 31.12.

5

* Im Jahr 2012: 10 Austritte, 10 Neueintritte ** Am 31. Dezember 2012: 26.0 Vollstellen, verteilt auf 40 Mitarbeitende (inkl. 2 Zivildienstmitarbeitende)

25

SKSO | Jahresbericht 2012


Jahresrechnung

Bilanz

BILANZ Flüssige Mittel Debitoren Trans. Aktiven Liegenschaften Mobilien, Anlagevermögen

Aktiven 91’229.39 120’126.90 4’320.25 1’850’047.55 132’549.50

Kreditoren

95’326.45

Trans. Passiven

90’662.10

Hypotheken

1’454’000.00

Zweckgebundene Fonds

55’393.93

Eigenkapital Total

458’467.60 2’198’273.59

Gewinn

Rechnung

BETRIEB Personal-Aufwand Sachaufwand Abschreibungen

Passiven

2’153’850.08 44’423’51

2’198’273.59

2’198’273.59

Aufwand

Ertrag

2’164’059.47 544’754.27 31’943.20

Beiträge zuweisende Behörden

2’711’332.25

Verpflegung Personal

22’283.70

Ausserordentlicher Ertrag Total

0 2’740’756.94

2’733’615.95

2’740’756.94

2’740’756.94

Aufwand

Ertrag

Verlust

7’140.99

Hessigkofen, 7. März 2013

STIFTUNG

Christian Kopp

Verwaltung

79’649.23

Buchhaltung

Hypothekarzinsen

27’417.20

Mieteinnahmen

Hägendorf, 7. März 2013

Schoggiverkauf / Spenden

HTO Treuhand AG / Markus Bracher

Total

Revisor

Gewinn

150’000.00 23’891.77

32’522.70

130’958.20

182’522.70

51’564.50 182’522.70

182’522.70

Aufwand

Ertrag

Genehmigung

Genehmigt durch den Stiftungsrat am 7. März 2013

SPENDEN

Rudolf Köhli, Präsident

Ausgaben

Alfred Meury, Geschäftsführer

Spenden und Kollekten

Die vollständige, revidierte Jahresrechnung 2012

49’391.80 62’231.05

Einlage in Spendenfonds

12’839.25

Total

62’231.05

62’231.05

nach Swiss GAAP FER sowie der Revisionsbericht können bezogen werden bei geschaeftsfuehrung@skso.ch Jahresbericht 2012 | SKSO

26


Adressen

So erreicht man uns

Begleitetes Wohnen Begleitetes Wohnen Huus am Schärme

Böglihuus

Diagnostik, stationäre Intervention

Diagnostik, stationäre Intervention

Diagnostik, stationäre Intervention

Diagnostik, stationäre Intervention

Dorfstr. 229 - 4612 Wangen b.O.

Höhenweg 24 - 2540 Grenchen

Notfallplätze

Notfallplätze

Allerheiligenstr. 21 - Hägendorf

Hauptstr. 96 - 4552 Derendingen

062 212 86 87

032 653 07 20

062 216 17 47 - 076 546 97 02

032 682 18 40 - 079 218 79 66

078 739 94 93

078 739 94 93

Fax 062 216 67 97

Fax 032 682 42 47

Teamleiter: Peter Ruf

Teamleiter: Peter Ruf

Teamleiterin: Stéphanie Ajila

Teamleiterin: Martina Voumard

tl-bewo@skso.ch

tl-bewo@skso.ch

tl-schaerme@skso.ch

tl-boeglihuus@skso.ch

Präsidium Stiftungsrat

Leitung ambulanter Bereich (KOFA)

Rudolf Köhli Zwinglistr. 9 - 2540 Grenchen

Regina Giger

032 654 10 20 - 079 738 65 15

Allerheiligenstrasse 21

Fax 032 654 10 30

4614 Hägendorf

praesident@skso.ch

Geschäftsführung SKSO Alfred Meury

062 216 52 72 - 079 774 62 81 Fax 062 216 67 97 bl-ambulant@skso.ch

Le Coinat 1 - 2950 Courgenay 032 471 30 50 - 079 435 79 74 Fax 032 471 30 52 geschaeftsfuehrung@skso.ch

Leitung stationärer Bereich (KOSS)

Buchhaltung SKSO

Sandra König

Christian Kopp

Allerheiligenstrasse 21

Schmärleiben 2 - 4577 Hessigkofen

4614 Hägendorf

032 682 16 83 - 079 505 86 71 finanzen@skso.ch

Leitung Administration

062 216 52 71 - 079 681 67 30 Fax 062 216 67 97 bl-stationaer@skso.ch

Philipp Ganz Allerheiligenstrasse 21 4614 Hägendorf 062 216 52 70 - 079 366 59 17 Fax 062 216 67 97

Das aktuelle Organigramm finden Sie

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auf unserer Homepage www. skso.ch

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