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Das Lebenszyklusmodell der Destination M端nchen schreibt Stadtgeschichte


Wie alles begann… Die Anfänge des Tourismus in München können bis ins Mittelalter verfolgt werden, wenn nicht sogar bis zur Stadtgründung. Herbergen und Stallungen dienen

als

Fuhrwerke.

Übernachtungsmöglichkeiten

für

die

Münchens

als

bedeutender

entwickelt

sich

Fuhrleute

und

die

Markt

mit

regelmäßigen Dulten (Mai-, Jakobi-, Herbst-, Dreikönigsdult) und damit als Anziehungspunkt für viele Händler und Besucher. Am 17. Oktober 1810 findet das erste Oktoberfest zu Ehren des königlichen Brautpaares, auf der Theresienwiese statt. Das Fest findet von dem Tag an jedes Jahr statt und wird zur Münchner Tradition unter der Leitung der Stadt München. Volksfestcharakter bekommt das Fest durch Buden und Karusselle. Im späten 19. Jahrhundert wird das Oktoberfest immer mehr zu dem Fest wie man es heute kennt mit elektrischen Lichtern und immer mehr Schausteller werden von dem Rummel angezogen. errichteten

aufgrund

der

großen

Nachfrage

Musikkapellen anstelle der kleinen Bierbuden.

2  

große

Die Brauereien Bierzelte

mit


Die folgende Tabelle zeigt die Zahlen der Ankünfte und Übernachtungen in München seit 1913. Die Ankünfte und Übernachtungen seit 1913 Jahr

Ankünfte

Übernachtungen

Jahr

Ankünfte

1913 571.900 1.270.800 1994 2.963.601 1920 739.300 1.524.800 1995 3.080.923 1930 857.765 1.920.277 1996 3.129.830 1940 1.029.691 2.200.434 1997 3.192.651 1950 532.873 1.188.928 1998 3.388.826 1960 1.508.525 3.093.795 1999 3.548.973 1970 1.887.837 3.698.405 2000 3.742.710 1980 2.534.569 5.307.315 2001 3.636.940 1984 1) 2.643.835 5.638.465 2002 3.448.599 1985 2.715.736 5.764.674 2003 3.462.263 1986 2.672.051 5.652.662 2004 3.744.929 1987 2.870.335 5.981.769 2005 4.122.156 1988 2.938.695 6.088.565 2006 2) 4.371.322 1989 3.301.667 6.597.202 2007 3) 4.701.717 1990 3.585.240 6.923.970 2008 4.830.393 1991 3.242.743 6.607.558 2009 4.983.632 1992 3.178.724 6.540.787 2010 5.572.955 1993 2.923.407 6.094.976 _________ Quelle: © Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München, 2011. 1) Ab 1984 einschließlich Jugendgästehäuser. - 2) Ab 2006 einschließlich Campingplätze. - 3) Ab 2007 einschließlich Boardinghäuser.

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Übernachtungen 5.931.506 6.126.930 6.193.965 6.428.470 6.881.120 7.275.530 7.756.152 7.595.227 6.949.233 7.057.444 7.685.217 8.355.517 8.858.818 9.533.035 9.847.122 9.908.774 11.095.710

© Statistisches Amt München


Stellt man die Zahlen als Diagramm dar, erhält man ein Modell über den Lebenszyklus der Stadt München. Das Muster für die erstellung des Modells basiert auf dem „Tourism Area Life Cycle Model“ von Butler aus dem Jahre 1980. Für dieses Modell werden die Zahlen der Ankünfte heran gezogen und im Verlauf der Zeit dargestellt. Die gerade Linie stellt den stetig wachsenden Trend seit dem Beginn der Zählung dar. Die Kurve zeigt allerdings einzelne leichte Unregelmäßigkeiten. Der abrupte Abfall 1940 zeigt, wie der Lebenszyklus aufgrund von historischen Ereignissen abrupt abfallen kann. Aus weiteren Ereignissen kann man beobachten, wie die touristischen Zahlen darauf reagieren.

Lebenszyklus der Destination München anhand der Ankunftszahlen 6.000.000

5.000.000

4.000.000

3.000.000

2.000.000

1.000.000

1913 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1984 1) 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2) 2007 3) 2008 2009 2010

0

Eigene Darstellung

4  


Der Lebenszyklus von München Der Lebenszyklus der Stadt München kann mit den einzelnen Phasen und seiner Stadtgeschichte beschrieben werden.

1) Initialphase (1913 – 1940) Die Besucherzahlen steigen ab 1913 stetig an und erreichen ihre Spitze 1940. Dies spiegelt die Initialphase des Lebenszyklus wieder. Die Zeit ist geprägt

von

der

Gründung

der

"Nationalsozialistische

Deutsche

Arbeiterpartei" (NSDAP) und deren Massenversammlungen. Die Partei gewinnt unter der Führung von Adolf Hitler wachsende Anhängerschaft. Die NSDAP ergreift die Macht im Reich und es folgt die Gleichschaltung des Münchner Stadtrats. Die sozialdemokratischen und kommunistischen Ratsmitglieder werden im neugeschaffenen Konzentrationslager Dachau inhaftiert, welches auch in Zukunft als Vorbild für das nationalsozialistische KZ-System und zum Synonym für den Terror- und Unterdrückungsapparat des NS-Staates dient. Im

Kulturbereich

eröffnen

die

städtische

Galerie,

mit

Schwerpunkt

Münchner Malerei des 19./20. Jahrhunderts ("Der blaue Reiter") und das Haus

der

Deutschen

Kunst

(heute

„Haus

der

Kunst)

für

nationalsozialistische Zwecke. Eine Synagoge für die ostjüdischen Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde wird eingeweiht und in der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 verwüstet, aber aus Rücksicht auf die benachbarten Wohnhäuser nicht völlig zerstört.

2) Niedergangsphase (1940 – 1950) 1940 starten die ersten Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges auf München. Es finden Deportationen von Juden statt und Menschen werden nach Kaunas, Litauen Piaski, Auschwitz und Theresienstadt deportiert. Der Zweite 5  


Weltkrieg wird 1945 mit dem Einmarsch der Amerikaner beendet. Während dem Krieg und die Jahre danach fällt das Oktoberfest aus. Die historische Altstadt ist zu 90 % zerstört, die gesamte Stadt im Durchschnitt zu 50 %. Die Bevölkerungszahl ist von 824 000 (1939) auf 479 000 gesunken. 1949 nimmt der Bayerische Landtag seinen Sitz im "Maximilianeum"/Isar ein. Der steile Abgang der touristischen Zahlen sind zwar typisch für eine Niedergangsphase, die klassische Theorie des Lebenszyklusmodells kann aber aufgrund der Kriegsereignisse nicht angewendet werden.

3) Initialphase (1950 – 1953) München

befindet

sich

im

Wiederaufbau

und

ist

nur

für

geringe

Touristenanzahlen mit unregelmäßigen Besuchermustern attraktiv. Die Infrastruktur verfügt über keine spezifischen Einrichtungen für Besucher. Der Reiseverkehr der Touristen hat relativ geringe Auswirkungen auf die Wirtschaft und das soziale Leben der Einheimischen. 1950 wird auf dem Oktoberfest die Tradition eingeführt, dass jedes Jahr der Münchner Oberbürgermeister das erste Oktoberfestfass im Schottenhamel anzapft und mit den Worten "O'zapft is" eröffnet.

4) Erschließungsphase (1953 – 1971) Der Tourismus entwickelt sich weiter durch den Anstieg von Besucherzahlen in enger Zusammenarbeit mit der politischen und der kulturellen Bedeutung der Stadt. Die Besucher kommen immer regelmäßiger und deshalb bieten die Einheimischen Einrichtungen nur oder exklusiv für Besucher an. Langsam wird Werbung eingeführt um Besucher anzulocken. Im Jahre 1954 startet offiziell das bayerische Fernsehen. München geht mit Edinburgh in Schottland eine erste Städtepartnerschaft ein. In den weiteren Jahren folgen weitere Partnerschaften mit Verona, Bordeaux, Sapporo, Cincinnati, Kiew und

Harare.

1957

überschreitet

die

Bevölkerung

der

Stadt

die

Millionengrenze. Die Saison kann für Touristen definiert werden und es 6  


entstehen Organisationen für Tourismusangebote. Der Druck auf die Regierung und öffentliche Ämter wächst um das Angebot bzw. Verbesserung von Transport und anderen Einrichtungen zu verbessern. München trägt bereits aufgrund des guten Aufstiegs und des Stadtentwicklungsplans „Metropole von internationalem Ruf und Ruhm.“ 1966 erhält München in Rom den Zuspruch für die Olympischen Spiele für 1972. Die Zusage für die Spiele setzt ein Datum für die Fertigstellung der Stadtentwicklung für alle Beteiligten

und

gibt

der

Politik

einen

Auftrag

geformt

von

Aufbruchsstimmung. Die Spiele sind Anlass und Ziel für eine fortschrittliche

Stadtentwicklung. Der Olympiaturm und das Eissportstadion werden zur Zeit des Zuspruchs bereits von der Münchner Sportpark GmbH betrieben.

5) Entwicklungsphase (1972 – 1980): 1972 finden die olympischen Spiele in München statt. Unter dem Leitspruch „Olympia für München“ bringt die Stadtentwicklungspolitik mit den Olympischen Spielen gravierende Folgen mit sich. Es gibt zu allererst 7  


Reaktionen auf das Stadtimage. München ist die erste Stadt, die ihr Stadtbild durch innerstädtische Verlagerungen und Maßnahmen im Bau von Sportanlagen und Infrastruktur für Großereignisse verwandelt. Das Umland wird an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Dadurch werden regionalstrukturelle

Verflechtungen

Position

Für

gestärkt.

städtisches

und

ausgeweitet

umfassende

überörtliches

und

die

Baumaßnahmen

Vermögen

eingesetzt

oberzentrale

wird mit

privates,

fiskalischen

Konsequenzen. Der Olympiapark wird nachhaltig genutzt und die schnellere Stadtentwicklung bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Seit dem Ende der Spiele unterliegt der Olympiapark einem ständigen Wandel und bleibt für weitere Veranstaltungen attraktiv. Das Marktgebiet kann für den Tourismus bereits gut definiert werden und der

Werbeaufwand

Einheimischen

ist

und

dementsprechend die

hoch.

Entwicklungskontrolle

Der

Einfluss

fallen

ab.

von

Folglich

verschwinden Einrichtungen von Einheimischen weil sie von größeren, gut ausgearbeiteten

und

aktuelleren

Einrichtungen

von

externen

Organisationen, vor allem für Besucherunterkünfte, verdrängt werden. Die natürlichen und kulturellen Attraktionen werden weiter entwickelt und spezifischer

vermarktet.

Die

Attraktionen

werden

durch

künstlich

geschaffene Einrichtungen ersetzt und Veränderungen im physischen Erscheinungsbild des Gebietes werden sichtbar. Nicht alle Einheimischen begrüßen die Aktivitäten. Am 26. September 1980 explodiert eine Bombe am Haupteingang des Oktoberfestes, die 13 Menschen tötet und über 200 Besucher verletzt. Einer der Toten ist der Attentäter Gundolf Köhler selbst. Das Oktoberfestattentat gilt als einer der schlimmsten Anschläge in der deutschen Geschichte.

6) Konsolidierungsphase (1980 – 1988) Die gesamten Besucherzahlen steigen stets doch flachen langsam ab. Die gesamten Besucheranzahlen übersteigen die Zahl der Einwohner und ein großer Teil der Wirtschaft des Gebietes beruht auf Tourismus. Das Marketing und die Werbung sind weitreichend. Es wird danach gestrebt die 8  


Besuchersaison und das Marktgebiet weiter auszuweiten. Große Franchiser und Ketten der Tourismusindustrie sind bereits präsent oder werden zusätzlich geschaffen. Eine Vielzahl der Besucher und die Einrichtungen die zur Verfügung gestellt werden, können Gegner hervor rufen. Es entsteht eine Diskonfirmation zwischen Einheimischen, insbesondere diejenigen die nicht in der Tourismusindustrie involviert sind. 1980 verlieren 13 Menschen bei einem Bombenanschlag auf das Oktoberfest ihr Leben und 218 werden verletzt. Das Kulturzentrum mit der Philharmonie und anderen Konzertsälen auf dem Gasteig wird 1985 eröffnet.

7) Stagnationsphase (1988 – 1990) Die Höchstanzahl der Besucher wird 1990 erreicht. München hat ein gut etabliertes Image aber es wird nicht weiterhin bleiben. Der Tourismus ist geprägt

von

zuversichtlichen

Wiederholungsbesuchern.

Die

Bettenkapazitäten sind erhöht und der Level für den Besuch muss mühsam gehalten werden. Natürliche und authentische kulturelle Attraktionen werden ersetzt durch wichtige künstliche Einrichtungen. Neue Entwicklung ist

dezentral

zum

original

Tourismusgebiet

und

die

existierenden

Einrichtungen wechseln oft die Eigentümer. Im November 1989 fällt die Berliner Mauer mit dem offiziellen Ende ein Jahr später und die Reisefreiheit in Deutschland wird eingeleitet.

9  


8) Niedergangsphase (1990 – 1993) München ist nicht mehr wettbewerbsfähig und der Markt fällt ab. Es kommen keine Urlaubsreisenden mehr sondern nur noch Wochenend- oder Tagestouristen. Die touristischen Einrichtungen werden durch nichttouristische Strukturen ersetzt weil die Bewegung aus dem Tourismus abschwächt. 1992 wird der neue Großflughafens im Erdinger Moos nördlich von München in Betrieb genommen.

9) Erneuerungsphase (1994 – 2000) Der

neue

Flughafen

zeigt

seine

touristische

Auswirkung,

denn

die

Besucherzahlen steigen. 1996 wird in München erstmals über ein Bürgerbegehren abgestimmt. 50,7 Prozent der Wähler sprechen sich für den Bau von drei Straßentunnels aus. Die der Stadt von den Bürgern aufgezwungene Entscheidung führt zu einer Erhöhung der Gewerbesteuer. Zusätzlich wird 1998 die „Neue Messe München“ in Riem eröffnet. Veranstaltet werden hauptsächlich Fachmessen und das Programm betrifft explizit von der EU geförderte Bereiche und die Beziehungen reichen in die Märkte Mittel- und Osteuropas.

10) Niedergangsphase (2000 – 2003) Die touristischen Zahlen fallen ab, wofür keine Erklärung gefunden werden kann.

11) Konsolidierungsphase (seit 2003) Die gesamten Besucherzahlen steigen stets an. Ein großer Teil der Wirtschaft des Gebietes beruht auf Tourismus und das Marketing und die Werbung sind weitreichend. 2003 wird das neue Verkehrsmuseums des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe eröffnet. Mit 146 Metern entsteht das höchste Haus in der 10  


Landeshauptstadt. 2004 initiiert Alt-OB Georg Kronawitter mit Erfolg einen Bürgerentscheid gegen weitere Hochhäuser in München. Bei einer regen Wahlbeteiligung wird der Initiative "Unser München" nach gegangen und in München dürfen für ein Jahr keine Häuser mehr gebaut werden, die höher als 99 Meter sind. Die beiden von der Siemens AG geplanten Hochhäuser (148 und 112 Meter) im neuen Stadtviertel "Isar-Süd" können damit nicht gebaut werden. München ist Schauplatz der IX. Eurogames, eines schwullesbisches Sportfestes, an dem 5.000 Sportler und Sportlerinnen aus 47 Ländern teilnehmen. Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II nimmt der 78-jährige Kardinal Ratzinger, der seit 482 Jahren der erste Deutsche auf dem Stuhl Petri ist, die Wahl zum Papst an. Damit hat erstmals ein Erzbischof von MünchenFreising die Papstwürde erhalten und dies ist für München ein besonderer Freudentag. Weitere Ereignisse tragen sich 2005 fort. Allianz-Arena wird aufgrund

eines

Bürger-

entscheids die neue Heimstätte für den FC Bayern und TSV 1860 in München-Fröttmaning. Die

Bundesgartenschau

(BUGA) ist eine Anlage des 200 Hektar

großen

Landschafts-

parks in Riem, an dessen Stelle bis 1992 der Flughafen Riem in Betrieb war. Sie kostet 65 Mio. Euro und sie zieht weit weniger Besucher an als erwartet. Das Konzept viele Kritiker. Ein Stadtratsbeschluss liefert 14.12.2005 den Ursprung für die Bewerbung Münchens um die Olympischen Spiele 2018 zur Zukunftssicherung des Olympiageländes mit der Vorgabe von Zielen für Wirtschaft und Soziales, Gestaltung, Verkehr und Landschaft.

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Im

Juni

2006

findet

die

FIFA

Fußball-Weltmeisterschaft

in

Deutschland mit großer Euphorie statt.

Das

von

der

Stadtverwaltung

Münchner erfundene

"Fanfest" in München erweist sich als

so

erfolgreich,

dass

andere

Städte das Konzept eilends kopieren. Am 9. September 2006 beginnt Papst Benedikt XVI. in München seinen 6tägigen Bayern-Besuch. Der frühere Erzbischof von München-Freising spricht an der Mariensäule ein Gebet, anschließend trägt er sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Am 10. September findet auf dem Freigelände der Neuen Messe ein Gottesdienst statt, an dem 250.000 Menschen teilnehmen. Am St. Jakobs-Platz wird im November die neue Münchner Hauptsynagoge feierlich eröffnet. Damit hat Münchens jüdische Gemeinde 61 Jahre nach Kriegsende wieder einen würdigen Gebetsort im Zentrum der Stadt. Der Münchner Autohersteller BMW eröffnet die "BMW Welt", welches als Erlebnis- und Auslieferungszentrum genutzt wird. Die

Bayerische

Staatsregierung

forciert

das

Projekt

einer

Magnetschwebebahn an. Die Münchner Bewohner demonstrieren gegen das Projekt und 2007 verkündet der bayerische Ministerpräsident aufgrund von zu wenig finanziellen Mitteln das Aus für den Transrapid. Im Juni beginnen die Feste zum 850. Stadtjubiläum München. Die Höhepunkte sind das Altstadtringfest am 19./20. Juli mit rund 1 Mio. Besucherinnen und Besucher, sowie das Isarbrückenfest.

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2007 ist eine Banken- und Finanzkrise, die sich weltweit äußert. Die Wirtschaft schrumpft in den meisten Ländern und die touristischen Zahlen in München schwächen in den folgenden Jahren leicht ab. Das Oktoberfest ist heute das größte Volksfest der Welt und zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Immer zahlreicher werden auch die Gäste aus dem Ausland, wobei nicht nur die Nachbarländer Italien, Österreich und Holland, sondern vor allem auch die USA, Japan und Australien gemeint sind.

Zukunftschancen München

kandidiert

Olympischen

und

offiziell

um

die

Paralympischen

Winterspiele 2018 zusammen mit den Sportstätten in Garmisch- Partenkirchen und der Kunsteisbahn Königssee. Die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 ist eine Chance, den Olympiapark zukunftsfähig zu machen. Es würden sich neue Trainingsmöglichkeiten für den Breitensport und Vereine ergeben, die die neuen Anlagen nutzen könnten. Es würden Anlagen geschaffen werden, die sich nach dem Sportentwicklungsbericht richten und auf

den

Bedarf

Multifunktionshalle

von hätte

Sporttreibenden München

abgestimmt

sogar

die

sind.

Chance,

Mit

der

Berlin

als

Sporthauptstadt wieder abzulösen. Sollte sich das IOC gegen München entscheiden, würden trotzdem die Pläne genutzt werden, um den Park weiter zu entwickeln. Am 06. Juli 2011 wird das Internationale Olympische Komitee über den Austragungsort entscheiden. Nach Angaben des Tourismusamtes werden steigende Zahlen im Tourismus erwartet. Die PR- und Marketing-Aktivitäten fokussieren im Jahr 2011 den südostasiatischen Raum. Dem Touristenboom aus diesem Markt ist auf die 13  


täglichen Direktflüge zwischen München und Singapur zurück zu führen. Der deutschsprachige Markt bleibt nach wie vor im Fokus, denn rund 60 Prozent der Gesamtübernachtungen 2010 sind auf die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz zurückzuführen. Weitere

Besucherzahlen

werden

2012

durch

die

Austragung

von

Sportgroßveranstaltungen wie das Champions League Finale in der Allianz Arena sowie die Special Olympics erwartet.

Fazit Betrachtet man die Münchner Stadtgeschichte und die Entwicklung, kann ein Zusammenhang zwischen dieser und den einzelnen Phasen des Lebenszyklus erkannt werden. Die Besucherzahlen steigen seit dem Beginn der Zählung zwar stetig an, die Phasen verlaufen aber nicht kontinuierlich nach dem Muster der Reihenfolge des Modells von Butler. Manche Phasen wiederholen sich, da der Lebenszyklus mit der Zeit unterbrochen wird beziehungsweise abfällt. München ist keine Stadt die ständig nach Veränderungen streben muss um Besucher anzulocken.

Vor allem

Sportveranstaltungen haben bisher Entwicklungsmöglichkeiten für die Infrastruktur der Stadt sowie einen Imagetransfer geliefert und somit auch die Attraktivität für Besucher erhöht. Mit der Ausrichtung zukünftiger Sportveranstaltungen können diese Faktoren erhalten beziehungsweise erweitert werden. Zusätzliche erhöhen die werbliche Bearbeitung von ausländischen Märkten und die Pflege von Geschäftsbeziehungen die Chancen auf steigende touristische Entwicklung. Mit dem Oktoberfest sind hohe Besucherzahlen jedes Jahr gesichert. Das Lebenszyklusmodell kann dennoch dafür genutzt werden, die Ankünfte gegebenenfalls mit Handlungen im Tourismus zu steuern.

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Quellen Baum, T. (1998) Taking the exit route: Extending the Tourism Area Life Cycle Model. Current Issues in Tourism 1(No.2), 167-175. Geipel, R., Helbrecht, I. & Pohl, J. (1993) Die Münchner Olympischen Spiele von 1972 als Instrument der Stadtentwicklungspolitik. In: Häußermann, H. & Siebel, W. (Hrsg.) Festivalisierung der Stadtpolitik, Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 278 – 304. Preuss, H. (2004) The Economics of Staging the Olympics. A Comparison of the Games 1972-2008. Cheltenham (UK)/Northampton (USA): Edward Elgar Publishing Ltd. Spronk, W. (2003) Der Münchner Olympiapark – Chancen und Herausforderungen. In: Trosien, G. & Dinkel, M. (Hrsg.) Grenzen des Sportkonsums, S. 160 – 168. Landeshauptstadt München Referat für Stadtplanung und Bauordnung (2008) Entwicklungsplanung Olympiapark 2018 Materialsammlung und Grundlagenworkshop. Landeshauptstadt München Referat für Tourismusamt (2010) Jahresbericht 2010.

Arbeit

und

Wirtschaft

http://www.muenchen.de/Rathaus/dir/stadtarchiv/geschichte/43634/20ja hrhundert.html; abgerufen am 27.05.2011 http://www.muenchen2018.org; abgerufen am 27.05.2011 http://www.oktoberfest.de/de/article/Das+Oktoberfest/Geschichte/Die+Ge schichte+des+Oktoberfests/621/; abgerufen am 27.05.2011 http://www.messe-muenchen.de/de/Home/cn/MMI_weltweit/Tor_zum_ Neuen_Europa/Messeplatz_Muenchen; abgerufen am 27.05.2011

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Das Lebenszyklusmodell der Destination München schreibt Stadtgeschichte  

Das Lebenszyklusmodell wird anhand der Destination München dargestellt und diskutiert