Issuu on Google+

Jahresbericht 2015

Institut f체r Wirtschaftsp채dagogik (IWP)


Jahresbericht 2015

Institut f체r Wirtschaftsp채dagogik (IWP)


Impressum Herausgeberin:

Institut f.Wirtschaftspädagogik (IWP)

Projektleitung:

Prof. Dr. Dilger, Prof. Dr. Euler, Prof. Dr. Seufert

Redaktion:

Brigitte Luber

Copyright:

Institut f.Wirtschaftspädagogik

Fotos Umschlag:

© Universität St.Gallen (HSG) Fotograf Hannes Thalmann


Inhalt 1

Allgemeine Entwicklung

5

2

Personelles: IWP Team

7

3

Forschung, Entwicklung und Beratung

9

3.1 3.2 3.3 3.4 3.5

9 14 16 18 21

4

5

Didaktik Schulführung und Schulentwicklung Hochschulentwicklung Berufsbildung Bildungsmanagement / Corporate Learning

Lehre: Studiengang Wirtschaftspädagogik

22

4.1 4.2 4.3 4.4

22 24 25 25

Ziele der Ausbildung Curriculum Aus- und Weiterbildung für Praktikumslehrpersonen Rückblick

Weiterbildung

27

5.1 5.2 5.3

27 30 32

Sekundarstufe II: Allgemein- und Berufsbildung Hochschuldidaktik Bildungsmanagement

6

Kompetenzzentrum Lehrerfortbildung und Unterrichtsentwicklung

35

7

Universitätsinterne und externe Kommissionen

38

8

Publikationen

39

8.1 8.2 8.3 8.4 8.5 8.6 8.7 8.8

39 39 39 39 40 42 42 43

Bücher Dissertationen Buchbeiträge Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften Konferenzbeiträge und Präsentationen Arbeitsberichte Digitale Ressourcen Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten

9

Rückblick

44

10

Ausblick

47

Jahresbericht IWP 2015

|3


1

Allgemeine Entwicklung

Kontinuität im Wandel Nach den in 2014 eingeleiteten Veränderungen in der Führung und Governance des Instituts stand das Jahr 2015 im Zeichen der Umsetzung. Neben der Weiterführung bestehender sowie der Aufnahme neuer Institutsprojekte, konnte die Etablierung der vier Institutsbereiche weiter profiliert werden. Die beiden in 2014 durchgeführten Akkreditierungen des wirtschaftspädagogischen Studiengangs, konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Mit der Neubesetzung der Professur Wirtschaftspädagogik sowie der Schaffung und Besetzung des Kompetenzzentrums für die Weiterbildung von Lehrkräften und für den Praxistransfer wurden zwei grundlegende Veränderungen im Institut eingeleitet. Akkreditierungen Nach dem positiven Bescheid des SBFI Akkreditierungsprozesses erhielten wir im Frühjahr 2015 den Schlussbericht der «Kommission für die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen». Die Anerkennungskommission kam zu dem Schluss, dass die Ausbildung in Wirtschaftspädagogik und zur Erlangung der Lehrdiplome für Berufsfach- und Maturitätsschulen für die Fächer Wirtschaft und Recht, grösstenteils die Anforderungen des Anerkennungsreglements erfüllt. Die Ausbildung wurde deshalb «grundsätzlich positiv beurteilt». Als sehr positive Aspekte wertete die Anerkennungskommission das Gesamtkonzept der Ausbildung, die gute Dokumentation, die Forschungstätigkeit und ihre Verbindung mit der Lehre sowie die engagierten Lehrenden. Neben diesen positiven Aspekten stellte die Anerkennungskommission einige wenige formale Mängel fest, für die Auflagen formuliert wurden. Diese konnten mit einem überschaubaren Aufwand erfüllt werden. Entsprechend fasste der Vorstand der Schweizerischen Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren am 24. 6. 2015 den Beschluss, der Universität St.Gallen die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitäts-

schulen für das Fach Wirtschaft und Recht auszusprechen. Damit konnte auch dieses Anerkennungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Neubesetzung der Professur Wirtschaftspädagogik Mit der Neubesetzung der Professur Wirtschaftspädagogik wurden drei zentrale Ziele verbunden: • Stärkung der wirtschaftspädagogischen Ausbildung • Erhalt des Forschungs- und Lehrpotenzials durch eine Professur mit einem überzeugenden Forschungs- und Lehrausweis in den Kernbereichen des IWP • Weiterführung der innovativen Forschungsund Entwicklungsprojekte des Instituts Mit der Berufung von Frau Prof. Dr. Bernadette Dilger auf die Professur wurde eine wichtige Weichenstellung für die Leitung des Instituts vorgenommen. Die Finanzierung der Professur erfolgt bis 31. Januar 2018 zu 50 % aus dem Budget der School of Management (aus den freiwerdenden Mitteln aufgrund der Reduktion des Anstellungsgrades von Prof. Dr. Sabine Seufert auf 50 %) sowie zu 50% durch das Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP). Ab 1. Februar 2018 erfolgt mit der Emeritierung von Prof. Dr. Dieter Euler die Finanzierung des Lehrstuhls zu 100% aus dem Budget der School of Management. Mit diesem «vorgezogenen» Berufungsverfahren wurden eine umsichtige Nachfolgeplanung und somit auch die Sicherung des nachhaltigen Erfolges des Instituts eingeleitet. Frau Prof. Dr. Dilger hat die Professur zum 1. April 2015 angetreten und wurde durch Senatsbeschluss per 1. August 2015 zur Direktorin am IWP berufen.

Jahresbericht IWP 2015

|5


Schaffung eines Kompetenzzentrums für die Weiterbildung von Lehrkräften und für den Praxistransfer Mit der Etablierung des Kompetenzzentrums ist der institutionelle weitere Ausbau der Vernetzung zwischen dem IWP und der Schulpraxis intendiert. Dabei sollen insbesondere die folgenden Aufgaben verfolgt werden: • Transfer der Ergebnisse aus den IWP-Projekten in die Schulpraxis (z.B. Forschungsarbeiten, Entwicklung von Lehrmaterialien, Bachelor- und Masterarbeiten, Dissertationen) • Bedarfsgerechte wirtschaftsdidaktische Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen aus Maturitäts- und Berufsfachschulen; Organisation von Foren für den Erfahrungsaustausch zwischen Schulen sowie zwischen Wissenschaft und Schulpraxis • Intensivere Vernetzung der IWP-Aktivitäten mit der Schulpraxis • Vertretung des Zentrums und des IWP auf einschlägigen Konferenzen, Tagungen, Kongressen • Stärkung der Sichtbarkeit des Zentrums und des IWP in der Schulpraxis • Mitwirkung an der fachdidaktischen Lehre in der wirtschaftspädagogischen Ausbildung an der HSG • Gestaltung der Schnittstellen zwischen der wirtschaftspädagogischen Ausbildung und der Schulpraxis; Weiterbildung und Betreuung der Praktikumslehrpersonen; Gestaltung von Angeboten für beteiligte Praktikumsschulen • Unterstützung der internen Weiterbildung von Lehrbeauftragten (z.B. durch kollegiale Hospitationen), welche keine (intensivere) Erfahrungen mit der entsprechenden Zielgruppe an Maturitätsschulen mitbringen • Aufnahme von Fragen und Herausforderungen aus der Schulpraxis und Überleitung in geeignete Gefässe für die Entwicklung von Problemlösungen (z.B. Projekte, HSG-Lehre) Das Aufgabenprofil wurde im Geschäftsleitenden Ausschuss intensiv diskutiert und verabschiedet.

6|

Jahresbericht IWP 2015

Das Kompetenzzentrum begann seine Arbeit am 1. August 2015 mit den folgenden Personen: • Prof. Dr. Roman Capaul (Leitung; 50%) • Dr. Urs Saxer (Brückendozentur HSG ; 50%) • André Langenegger (Doktorand; 35%) Organisatorische Anpassungen Die skizzierten Veränderungen haben nunmehr zu einer Führung des Instituts geführt, in der Mitglieder der Direktion jeweils für spezifische Bereiche verantwortlich sind: •

Prof. Dr. Roman Capaul für das «Kompetenzzentrum Weiterbildung von Lehrkräften und Praxistransfer»

Prof. Dr. Bernadette Dilger für den Bereich Schule

Prof. Dr. Dieter Euler für die Bereiche Hochschulentwicklung und Berufsbildung

Prof. Dr. Sabine Seufert für den Bereich Betriebliches Lernen / SCIL

Last, but not least … Seit 2014 ist das IWP auch Ausbildungsbetrieb für KV-Lernende und betreut Lernende der WMS/ WMI Schulen bei ihrem einjährigen Praktikum, die dann als Kauffrau/Kaufmann EFZ, Dienstleistung und Administration abschliessen. Im Jahr 2015 absolvierte Frau Jacqueline Bühler ihr Praktikum am IWP. Wir danken den externen und universitätsinternen Auftraggebern sowie Partnern für ihr Vertrauen sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz! Unterstützend für das IWP waren in 2015 tätig: Metzger Christoph, Prof. em. Dr. Seitz Hans, Prof. em. Dr. Walzik Sebastian, Dr.


2 Personelles: IWP Team Die Leitung des Instituts lag in den Händen von den Direktoren Prof. Dr. Roman Capaul, Prof. Dr. Bernadette Dilger, Prof. Dr. Dieter Euler und Prof. Dr. Sabine Seufert.

Am Institut waren überdies tätig: Blöchlinger Gabi Brahm Taiga, Prof. Dr. oec. HSG, Dipl.- Hdl. Bühler Jacqueline Collenberg Michèle, lic.oec. HSG Fandel-Meyer Tanja, Dr. rer. pol., Dipl.-Päd. Feixas Mõnica, Prof. Dr. Gommers Luci, M.Sc. Gründler Anna-Lena, M.A., Dipl. Wipäd. Guster Christine Jenert Tobias, Dr. rer. soc. HSG Kaspar Karen Keller Martin, Dr. oec. HSG, Dipl.-Hdl. Kühner Patrizia, Dipl.- Hdl. Langenegger André, Dipl.- Hdl. Lehner Marion, Dipl.- Hdl. Luber Brigitte Maron Flurin, B.A. Meier Christoph, Dr. rer. soc. Pindeus Lisa, M.A. Raatz Saskia, Dr. des. HSG Saxer Urs, Dr. oec. HSG Scheffler Nina, Dipl.-Päd. Schneider Christian, Dipl.- Hdl. Schuchmann Daniela, Dipl.-Päd. Skwara Christoph Wagner Dietrich, M.Sc.

Jahresbericht IWP 2015

|7


Das IWP-Team wurde von den folgenden studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstütz: • • • • • • • • • • • •

8|

Bürki Michel Burkhart Franziska Förg Martina Huber Marcel Köstli Adrian Motti Lorenzo Preisig Leah Odermatt Michèle Sidler Claudio Schmid Cécile Tarantini Eric Tatavitto Martina

Jahresbericht IWP 2015


3

Forschung, Entwicklung und Beratung: Vier strategische Kernbereiche

3.1

Didaktik als übergreifendes Arbeitsfeld

Der Bereich Didaktik bildet einen zentralen Schwerpunkt am IWP, in dem übergreifende Fragen der Kompetenzentwicklung und der allgemeinen sowie Wirtschaftsdidaktik bearbeitet werden. Er bildet sowohl das Fundament für die wirtschaftspädagogische Ausbildung der Studierenden an der Universität St.Gallen als auch eine wesentliche Grundlage für die Gestaltung der vier Bereiche Schule, Betrieb, Hochschule und Berufsbildung. Konkrete Forschungs- und Entwicklungsprojekte wurden 2015 in den Bereichen «Förderung von Reflexionskompetenzen», «Förderung von Informationskompetenz an Schulen» und «Problemorientiertes Lernen im Wirtschaftsunterricht» sowie «Integration von Nachhaltigkeit und verantwortlichem Handeln in die Hochschullehre», «Förderung von unternehmerischen Einstellungen» und Innovationsprojekte «Digitales Lehren und Lernen», durchgeführt.

Jahresbericht IWP 2015

|9


Nachfolgend werden die genannten Projekte skizzenhaft vorgestellt: 1. Entwicklung von problemorientierten Lerndesigns für den Ökonomieunterricht Im Rahmen eines Projekts mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) werden ausgewählte iconomix-Lehrangebote (www. iconomix.ch) inhaltlich sowie in ihrem didaktischen Profil qualitativ weiterentwickelt. Die didaktische Weiterentwicklung des Lehrangebots richtet sich darauf, didaktisch anspruchsvolle Konzepte und Ziele für den Ökonomieunterricht zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren. Dabei sollen Formen des problemorientierten Lernens als Gestaltungsrahmen von Aufgabenstellungen dienen, die kognitiv anspruchsvoll und herausfordernd sind sowie ethisch-reflexives Handeln im Kontext ökonomischer Entscheidungen aufnehmen. Das Projekt wird als ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt durchgeführt und ist zunächst auf vier Jahre ausgelegt. Als wissenschaftlicher Rahmen wird der methodologische Ansatz des Design-Based Research (DBR) verwendet. DBR entstand massgeblich als Antwort auf die Kritik an der mangelnden Anwendung von Befunden aus der empirischen Lehr-Lernforschung in der Bildungspraxis. Ausgangspunkt von DBR ist eine als erstrebenswert formulierte (pädagogische) Zielsetzung, deren Erreichung mit einer viablen Intervention erprobt und evaluiert werden soll. DBR verfolgt das Ziel, zur Entwicklung von innovativen Lernumgebungen beizutragen und gleichzeitig praxisrelevante Theorien zu entwickeln. 2.

10|

Gestaltung von Lerndesigns für die Integration von Nachhaltigkeit und verantwortliches Handeln in die Hochschullehre Mit dem Projekt werden «Nachhaltigkeit und Verantwortung» als Kernthemen im Curriculum des Bachelor BWL an der Universität St. Gallen positioniert. Anstatt einen oder mehrere Kurse zum Themenkomplex anzubieten (wie dies bisher bereits der Fall ist), strebt das Projekt an, das Thema im gesamten Pflicht-Curriculum zu stärken.

Jahresbericht IWP 2015

Entsprechend ist das Ziel des Projekts nicht nur, das Wissen der Studierenden zu nachhaltiger Entwicklung zu erweitern, sondern auch die Einstellungen und insbesondere die individuelle Verantwortung diesbezüglich zu stärken. Im Einzelnen sollen die Studierenden die im Studium dargestellten Ansätze, Theorien und Fälle kritisch reflektieren, Probleme interdisziplinär in Teams lösen und dabei die Konzepte verschiedener Disziplinen und Kulturen miteinander verbinden. Im Jahr 2015 wurde das Projekt weitergeführt, indem Konzepte für weitere Veranstaltungen im Bachelor BWL (u.a. Strategisches Management, Wirtschaftsrecht, Controlling und Rechnungslegung) erarbeitet und umgesetzt wurden. Mit Hilfe von studentischen Fokusgruppen sowie im Rahmen verschiedener Bachelor- und Masterarbeiten wurde die Umsetzung wiederum evaluiert. 3. Förderung von Reflexionsfähigkeit ‒ Ein wirtschaftspädagogisches Aufgabenfeld in verschiedenen Kontexten In unterschiedlichen Handlungsfeldern setzt sich das IWP mit der Frage der Förderung von Reflexionskompetenz auseinander: In der wirtschaftspädagogischen Ausbildung wird explizit in den Veranstaltungen des Didaktischen Transfers die Reflektion der wirtschaftsdidaktischen Planungen und Durchführungen in der Auseinandersetzung von Selbst- und Fremdperspektive von unseren Studierenden gefordert und gefördert. Im Herbstsemester 2015 wurden in einem Pilotprojekt unter Leitung von Sabine Seufert und Daniela Schuchmann, dazu die Potentiale von Videoannotationen ausgelotet. Ausbildungsbegleitend wird in der wirtschaftspädagogischen Ausbildung ein Portfolio eingesetzt, und mit einer reflektierenden mündlichen Prüfung abgeschlossen. Im Bereich des scil Weiterbildungsprogramms «Corporate Learning / Bildungsmanagement» wurde ein Arbeitsbuch ‚Entwicklungsportfolio’ für die Teilnehmenden erarbeitet, um sie in ihrer Reflexionskompetenz


zu unterstützen. Im Rahmen der Schulleitungsausbildung wird über ein videogestütztes Mitarbeitergespräch die fremd- und selbstreflexive Auseinandersetzung mit der Gestaltung von Mitarbeitergesprächen aus Schulleitungsperspektive bearbeitet. In der Hochschuldidaktischen Ausbildung wird in der Anlage und Durchführung des teilnehmerindividuellen Lehrprojekts und dessen Begleitung die Reflexionsfähigkeit der Hochschul-Lehrenden weiter ausgebaut. Im Rahmen der Diskussion um das Kontextstudium an der Universität St.Gallen, wurde die Frage nach der Dimensionierung und Stufung von Reflexionskompetenz als konzeptionelle Frage vom IWP bearbeitet. Viele Anlässe und divergierende Ausgangspunkte um sich mit der Förderung von Reflexionskompetenz auseinander zu setzen. Eine Zusammenführung der unterschiedlich geführten Diskussions- und Entwicklungswege haben wir im Jahr 2015 bereichsübergreifend aufgenommen. Mit der Diskussion über Thesen haben wir begonnen, die grundlegenden Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen unterschiedlichen Zielgruppen (Studierende, Teilnehmerinnen an Weiterbildungen im Kontext betriebliche Bildung, Hochschuldidaktik, Schule) und Kontexte auszuloten. Ein gemeinsames Verständnis von Reflexionskompetenz definiert Reflexionskompetenz als mehrdimensionales Konstrukt mit Wissens, Fertigkeiten und Einstellungs-Dimensionen, das über mehrere Stufen verschiedene Qualitäten aufzeigt (1. Stufe Dokumentation der Erfahrung / Beschreibung der Prozesse, 2. Stufe Elaboration und Strukturierung entlang subjektiver und objektiver Theorien und Referenzmodelle; 3. Stufe: Ableiten von Folgerungen und Konsequenzen in Bezug auf die eigene Person, die eigenen Handlungen oder die Referenzkonzepte). Dabei können für jede Stufe verschiedene Anforderungen ‒ und daraus Niveaus ‒ festgelegt werden. Für die Förderung werden vielfältige methodische-didaktische Designs in der Bandbreite von impliziter und expliziter Förderung aufgenommen. Die Ergebnisse der Diskussionen und die

Dokumentation der verschiedenen Aktivitäten werden in einer Publikation aufbereitet. 4. Förderung von unternehmerischen Einstellungen in einem erfahrungs- und spielbasierten didaktischen Ansatz In 2015 konnte das EU-Projekt DESERVE (Developing entrepreneurial spirit through experience and reflection in vocational education) erfolgreich abgeschlossen werden. Ziel dieses Projekts war es, den Nutzen der europäischen Zusammenarbeit im Bereich Entrepreneurship Education zu veranschaulichen, indem Schul- und Hochschullehrende aus verschiedenen europäischen Berufsbildungssystemen über curriculare und methodisch-didaktische Ansätze zur Förderung von unternehmerischen Handelns und Denkens diskutierten und einen spezifisch erfahrungs- und spielbasierten Ansatz gemeinsam erprobten. In einer ersten Projektphase wurden zunächst die länderspezifischen Profile der curricularen Einbettung und methodisch-didaktischen Förderung wechselseitig präsentiert und auf gemeinsame Merkmale und Bandbreiten untersucht. Diese Bemühungen sind in eine Typifizierung der Ansätze eingegangen. In einer zweiten Projektphase wurde basierend auf den Gestaltungsansätzen des erfahrungsbasierten Lernens (nach Kolb), dem design-thinking Ansatz (dschool Stanford) und digital-game-based learning (nach Prensky) ein Konzept zur Förderung von unternehmerischen Einstellungen entwickelt, das in den Phasen: 1. Reflektion, 2. Inspiration durch ein Spielscenario eines Spielentwicklungs-Unternehmens und einem Auftrag zur Entwicklung eines Serious-Games, 3. der Ideenfindungsphase mit Prototyping, 4. der Produktion einer ersten Demoversion (mit Spieldesign, Audio-, Graphik und Programmierung) sowie 5. der Entwicklung eines business models aufgeteilt ist. Für diesen Ansatz wurden die Materialien für die Lehrenden entwickelt. In einem gemeinsamen Workshop mit Schülerinnen und Schülern aus den sechs beteiligten Ländern, wurde dieses Konzept pilotiert

Jahresbericht IWP 2015

|11


und die Erfahrungen in einem Film dokumentiert. Die positive Wahrnehmung durch die Lernenden sowie deren positive Rückmeldungen überraschte die beteiligten Lehrenden. Die Materialien des Projekts stehen unter http://deserve.eduproject.eu/results/ zur Verfügung. 5. Förderung von Informationskompetenz an Schulen Die Nutzung digitaler Medien setzt einen kompetenten Umgang mit diesen voraus. Die Fülle der grundsätzlich zur Verfügung stehenden Informationen hat jedoch zu einem Paradoxon geführt: Es ist leichter und gleichzeitig schwerer geworden, an die passende Information zu gelangen. Es gilt die Informationskompetenz, d.h. die Fähigkeit bezogen auf ein bestimmtes Problem Informationsbedarf zu erkennen, Informationen insbesondere im Internet zu ermitteln und zu beschaffen sowie diese zu bewerten und effektiv zu nutzen (Gapski & Tekster 2009, Balceris 2011) bereits in der Schule zu fördern und zu vermitteln. Aus diesem Grund wurde unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Sabine Seufert ein Forschungsprogramm zur Förderung von Informationskompetenzen auf der Sekundarstufe II gestartet. Im Zeitraum vom 24. 02. 2015 bis zum 29. 06. 2015 wurden in Zusammenarbeit mit der Kantonsschule am Burggraben insgesamt 61 Lektionen, in fünf verschiedenen Klassen, mit insgesamt 96 Schülern, in den Fächern BWL, Recht, Rechnungslegung und VWL begleitet. Es wurden 216 Blogbeiträge verfasst, die alle auch mit Interesse gelesen, kommentiert und schliesslich zusammengefasst wurden. Zudem wurden über 252 Online-Fragebögen ausgefüllt und ausgewertet. Unsere Projektresultate zeigen: • Die objektive Informationskompetenz ist vor der Intervention tief und steigert sich nach der Intervention kaum. Dennoch gibt es in einigen Klassen eine geringe Steigerung in einigen der sieben Phasen der Informationskompetenz. • Die selbsteingeschätzte Informationskompetenz ist hingegen hoch und nimmt in den meisten Klassen nach der Intervention noch mehr zu.

12|

Jahresbericht IWP 2015

Interneterfahrung: Je länger das Internet von den Schülern genutzt wird, desto höher ist die selbsteingeschätzte Informationskompetenz. Im Durchschnitt nutzen die Schüler das Internet bereits seit 7,88 Jahren. • Motivation: Die Motivation, das Fach zu verstehen, ist hoch und nimmt in den meisten Klassen nach der Intervention nochmals leicht zu. Die Freude am Fach ist tiefer als das Verständnis und sinkt in den meisten Klassen nach der Intervention. Je höher die Motivation, das Fach zu verstehen, desto höher die selbsteingeschätzte Informationskompetenz. • Note Schulfach: Je höher die letzte Zeugnisnote, desto höher ist die objektive (tatsächliche) Informationskompetenz. • Nutzung: Die Anzahl der zuhause verwendeten Geräte sowie die Häufigkeit der Nutzung des Internet für informative Zwecke haben keinen signifikanten Einfluss auf die objektive oder selbsteingeschätzte Informationskompetenz. Die Ergebnisse zur Förderung von Informationskompetenzen zeigen somit sehr deutlich, dass es eine grosse Herausforderung für Lehrpersonen darstellt, motivierende Unterrichtskonzeptionen zur Förderung von Informationskompetenzen im Fachunterricht zu entwickeln. Für 2016 sind weitere F&E-Aktivitäten in Kooperation mit Schulen geplant. 6.

Innovationsprojekte: Digitales Lehren und Lernen Im Studiengang Wirtschaftspädagogik wurden unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Sabine Seufert zwei Innovationsprojekte im Rahmen der HSG geförderten Initiative «Digitaler Campus» durchgeführt. Im Vordergrund stehen dabei das Design, die Erprobung und die Evaluation digitaler LehrLernformen im Rahmen der Ausbildung Schweizer Lehrpersonen der Sekundarstufe II für das Fach Wirtschaft und Recht.


Social Video Learning Unterrichtsvideos können dabei als Motor der Reflexion, Entwicklung und Differenzierung professionellen Handelns dienen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, Videos weniger als Evaluations-Werkzeug zu verstehen und einzusetzen, sondern vielmehr als Impuls-Tool zur praxisbezogenen Diskussion über Unterricht. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen stehen bei diesem Projekt zwei Innovationen im Zentrum: Zum einen soll die Forderung nach einer «Diskussion über Unterricht», die eine vertiefte Selbst- und Fremdreflexion als zentrale Elemente des individuellen Entwicklungsprozesses bedingt, mit Hilfe von Social Video Learning aufgegriffen und als qualitativ erweitertes Microteaching in der Lehrerbildung spezifiziert werden. Dabei basiert Social Video Learning auf der Erstellung von situationsgenauen Videokommentaren sowie darauf aufbauend, dem sozialen Austausch zu diesen Videokommentaren in der Lerngruppe. Zum anderen wird dieser spezifische Ansatz erstmals im Rahmen eines universitären Kurses für die Ausbildung von Lehrpersonen ein- und umgesetzt. Die Plattform edubreak®CAMPUS liefert die technologische Lösung für das didaktische Design. Die folgende Leitfrage steht im Rahmen der Untersuchung im Vordergrund: Wie kann die plattformgestützte und kollaborative Videoreflexion im Rahmen von Microteachings in der Ausbildung von Lehrpersonen gestaltet werden, um die Reflexionsfähigkeit der Studierenden zu erhöhen? Das Design wurde mit einer Pilotgruppe im Rahmen einer Microteaching Veranstaltung im Herbstsemester 2015 erprobt. Die Ergebnisse der Evaluation werden in 2016 im Rahmen der Masterarbeit des Studierenden Eric Tarantini veröffentlicht. Gamification Ziel des Innovationsprojektes ist es, den Kurs «Bildungsmanagement I» mit Elementen von Gamification neu zu gestalten und dadurch die Motivation, die Selbstlernkompetenz und den Lernerfolg der Studierenden zu erhöhen. Gamification beschreibt dabei den Einsatz von spielerischen Elementen in einem spielfremden Kontext. Es reicht jedoch nicht einige Spiele in die Veranstaltung zu integrieren, Punkte zu verteilen und eine Rangliste zu führen. Wichtig für

Gamification ist eine Rahmengeschichte (User Journey), welche Sinn stiftet sowie Angebote, welche unterschiedliche User Typen ansprechen. In Zusammenarbeit mit der Swisscom wurde für den Kurs Bildungsmanagement I als Rahmengeschichte ein On-Boarding-Programm für neu eingestellte Bildungsmanager kreiert. Die Studierenden konnten sich während dem 12-wöchigen On-Boarding-Programm als Bildungsmanager weiterbilden und durch verschiedene Aufgaben zeigen, welche Kompetenzen sie erlernt haben. Dabei konnten je nach Aufgabe unterschiedliche Rollen als Bildungsmanager eingenommen werden (Experte, Trainer, Innovator, Connector). Für das erfolgreiche Erfüllen einer Aufgabe wurden Punkte verteilt, welche die Studierenden im Level als Bildungsmanager voranbringen. Eine für das Projekt entwickelte Plattform (HSGamification der Pik AG) liefert die technologische Lösung für das didaktische Design. Die folgende Leitfrage steht im Rahmen der Untersuchung im Vordergrund: Wie kann der Gamification Ansatz (Spiel-Design Elemente) genutzt werden, um die Motivation (Kompetenz-, Autonomieerleben und soziale Eingebundenheit) zur Förderung der Selbstlernkompetenzen von Studierenden zu erhöhen? Das Design wurde im Herbstsemester 2015 im Kurs Bildungsmanagement mit 45 Studierenden erprobt. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Konzept grundsätzlich bei den Studierenden gut ankommt, jedoch auch noch erhebliche Verbesserungen im Design und bei der Plattform vorgenommen werden müssen. Die deutliche Mehrheit der Studierenden hat sich dafür ausgesprochen, das Konzept weiterzuführen. Die Ergebnisse der Evaluation werden in 2016 im Rahmen der Masterarbeit der Studierenden Leah Preisig veröffentlicht. Zudem fliessen die Ergebnisse in die Optimierung des Designs für den Kurs Bildungsmanagement im Frühjahrssemester 2016 ein.

Jahresbericht IWP 2015

|13


3.2

Schulführung und Schulentwicklung

Strategie Unsere Aktivitäten richten sich primär an die Bildungsinstitutionen und Bildungsämter der Sekundarstufe II und deren Anspruchsgruppen. Wir begleiten und beraten Schulen in anspruchsvollen Führungs- und Organisationsfragen und unterstützen komplexe Schulentwicklungsprozesse. Durch Evaluationsprojekte tragen wir dazu bei, die Qualität der Schulen kontinuierlich zu entwickeln und Reformbestrebungen erfolgreich zu bewältigen. Mit einem ausgehandelten Ressourceneinsatz wollen wir in den Schulen eine möglichst grosse und nachhaltige Wirkung erzielen. Wir streben konkrete Handlungsempfehlungen und Massnahmen an. Zudem bieten wir qualitativ hochstehende Aus- und Weiterbildungsangebote für Schulleitungen und Lehrpersonen mit besonderen Aufgaben an. Unser Erfolg basiert auf einer Netzwerkstrategie. Wir arbeiten eng mit diversen externen Fachpersonen, Bildungsämtern und Institutionen zusammen und legen grossen Wert auf den Austausch mit Schulleitungen und Lehrpersonen als Praxisvertreter. Ausgewählte Projekte und Aktivitäten aus dem Jahr 2015 möchten wir kurz vorstellen: Supervision Maturitätsprüfung Kantonsschule Altdorf Zur Sicherung der Qualität der Maturitätsprüfungen kann die Maturitätsprüfungskommission im Kanton Uri die Durchführung einer externen Evaluation veranlassen. An der Kantonalen Mittelschule Uri fand letztmals eine solche externe Evaluation vor 6 Jahren statt. Damals wurden das Schwerpunktfach 'Physik und angewandte Mathematik' sowie das Grundlagenfach Mathematik begutachtet. Im Rahmen der Matura 2015 konnten wir eine externe Evaluation des Schwerpunktfaches 'Wirtschaft & Recht' durchführen. Umfassende Dokumentenanalysen und Mitbegutachtung der mündlichen Prüfungen vor Ort ermöglichten einen detaillierten Schlussbericht. Um die erkannten Mängel zu beheben, hat die Maturitätsprüfungskommission beschlossen, dass wir für die Fachschaft 'Wirtschaft und Recht' einen Inhouse Workshop anbieten können. An diesem Projekt zeigt es sich besonders deut-

14|

Jahresbericht IWP 2015

lich, dass es für eine wirksame Veränderung und Entwicklung einer engen Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen, der Schulleitung und der Behörde bedarf. Curriculumentwicklung und gemeinsame Maturität an der Kantonsschule Burggraben Die Fachgruppe 'Wirtschaft und Recht' der KSBG möchte den über 20-jährigen schuleigenen Lehrplan aktualisieren und für alle Lehrpersonen verbindlich machen. Basierend auf diesem Lehrplan soll eine gemeinsame Hausmatura angeboten werden. Wir begleiten die Fachgruppe auf diesem anspruchsvollen Weg über mehrere Workshops. Die Schulleitung unterstützt den Prozess. Bis jetzt konnten wir die z.T. sehr heterogenen normativen Vorstellungen der Lehrpersonen über die Unterrichtsgestaltung gewinnbringend austauschen und in gemeinsame Entwicklungsvorhaben umwandeln. Beratung Neuorganisation Schulrat Wil In einer Motion vom Januar 2013 wurde die Rolle der Schulaufsicht und der Schulorganisation in der Stadt Wil SG kritisch beurteilt. Ausgelöst durch diesen parlamentarischen Auftrag durften wir die Neuorganisation und zukünftige Ausgestaltung der kommunalen Schulbehörde in Wil SG begleiten. Die neue Schulführungsstruktur soll auf die nächste Legislaturperiode am 1. Jan. 2017 starten. Dem Stadtrat Wil ist das Projekt sehr wichtig, weshalb er die Antwort auf die Motion wissenschaftlich begleitet haben wollte. Das Projekt wurde im Frühjahr 2015 angeschlossen. Beratung Neuorganisation Schulrat Uzwil Gemeinsam mit der KMU-Beratung-Kriech unterstützten wir den Schulrat Uzwil bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Organisationsstrukturen. Begleitung Kantonsschule Brühl zum Thema 'Qualitäts- und Strategieentwicklung' Im August 2015 startete die Kantonsschule Brühl mit dem nächsten dreijährigen Sem-Zyklus 'Schulentwicklung Mittelschulen'. Wir begleiteten die Kantonsschule im Zusammenhang mit dem Abschluss und dem Start des neuen Qualitätszyklus. Im kommenden Sem-Zyklus 2015 - 2018 steht das Thema 'QM und Metaevaluation' im Mittelpunkt.


Strategie- und Organisationsentwicklung FMS Zug Die Schulleitung der Fachmittelschule Zug wünschte eine Gesamtberatung. Im Rahmen dieses Entwicklungsprozesses standen die Themen 'Strategie, Mittlere Führungsebene, MAG und Schulkultur' im Fokus. Die Beratung beleuchtete die Themen aus einer systemischen Sicht. Kooperation mit der Führungsakademie Hessen Im Auftrag der Führungsakademie Hessen haben wir im Juni 2015 wiederum ein zweitägiges Treffen für Schulaufsichtsbeamte, Schulleitungen und Lehrpersonen mit Steuerungsaufgaben in Schulen durchgeführt. Wir konnten dabei Vertreter des Kultusministeriums, Landesschulamt, Gesamtschulen, Gymnasien, Berufsschulen und Volksschulen an einen Tisch bringen. Die Veranstaltung zielt wie im letzten Jahr auf die Frage von Veränderungsprozessen im Schulsystem. Forum am Bildungs- und Schulleitungssymposium in Zug Im Rahmen des 4. Internationalen Schulleitungssymposium zum Thema 'Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit' durften wir ein halbtägiges Forum gestalten. Das Ziel des Forums bestand neben inhaltlichen Klärungen darin, einen Diskurs zum Thema 'Mitarbeitergespräche' anzustossen. Die rund 30 Teilnehmenden aller Schulstufen konnten ihre Erfahrungen, Perspektiven und kritischen Gedanken konstruktiv einbringen. Nach Möglichkeit werden wir uns an dem nächsten Symposium wieder einbringen. Tagungsbeitrag am Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung Während zwei Jahren evaluierten wir die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung an den Volksschulen des Kantons St.Gallen. Aus dem Gesamtbericht generierten wir ein Paper, welches wir am Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) Ende Juni präsentieren konnten. Der Workshop war sehr gut besucht und ermöglichte zahlreiche Kontakte. Basierend auf den Ergebnissen zeigten wir Interdependenzen im System Schule und konkrete Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung eines wirksamen Qualitätsmanagements in der Schulpraxis. Ein

Teil der Ergebnisse wirkte bereits auf politischer Ebene im Kanton St. Gallen als Entscheidungshilfe. Inputforum am OKB Symposium in St.Gallen Das Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung führte im Herbst 2015 das 6. Symposium durch. Die rund 400 Teilnehmenden erlebten ein vielfältiges Angebot zum Thema 'Erziehung in der Berufsbildung'. Unser Inputforum unter dem Titel 'Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen – Störungen im Schulalltag erfolgreich bewältigen' ging folgenden Fragen nach: Mit welchem Rollen- und Erziehungsverständnis leite ich meinen Unterricht? Wie können wir als Lehrpersonen Unterrichtsstörungen präventiv auffangen? Von der Prävention zur Intervention: Wie kann ich mit den Schülerinnen und Schüler nachhaltige Konfliktlösungen erzielen? Mit den 60 Teilnehmern erarbeiteten wir gemeinsam mögliche Lösungsansätze und konkrete Handlungsmassnahmen. Präsentation an der Zürcher Konferenz für Weiterbildung Die ZKW ist die Interessengemeinschaft für Weiterbildung im Kanton Zürich. Im Rahmen der ZKW-Veranstaltungsreihe 'Qualität in der Weiterbildung' durften wir einen Input zum Thema 'Schul- und Qualitätsentwicklung in Weiterbildungsinstitutionen begleiten – Aufgabe von Schulleitungen und Q-Verantwortlichen' gestalten. Das Referat mit anschliessender Diskussion fokussierte auf typische Problemfelder einer nachhaltigen Schul- und Qualitätsentwicklung. Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, Anstösse und Impulse zu geben sowie Rahmenwerkzeuge für eine nachhaltige Entwicklung zu diskutieren. Klausurtagung der Abteilung Schulevaluation und Schulentwicklung des Kantons Thurgau Am 21. Oktober 2015 gestalteten wir an der genannten Klausurtagung einen Workshop zum Thema ‚Veränderungsprozesse im System Schule verstehen und gestalten‘. Die Schule ist ein komplexes, soziales Interaktionssystem. Interaktionen finden laufend innerhalb der Schule sowie zwischen der Schule und ihrer dynamischen Aussenwelt statt. Veränderungen sind damit systemimmanent. Die Handhabung dieser Veränderungssdynamik wird durch Werte und Normen

Jahresbericht IWP 2015

|15


der verschiedenen Akteure im Bildungssystem geprägt. Anhand zweier Modelle haben wir die Thematik systematisiert und analysiert, wie man mit diesen Entwicklungsdynamiken im Bildungsalltag konstruktiv und zielführend umgehen kann. Das Klausurthema wurde insbesondere auch im Hinblick auf die Einführung des Lehrplans 21 gewählt. Videoproduktion zum Thema 'Mitarbeitergespräche führen' Zu Schulungszwecken in der Aus- und Weiterbildung von Führungspersonen in Bildungsinstitutionen produzierten wir ein rund 30 minütiges Video zum Thema ‚MAG’. Die Dreharbeiten unter der Regie der 'kurzschuss photography gmbh' fanden im Dezember 2014 statt. Im Frühjahr 2015 wurde das Rohmaterial (ca. 7 Stunden Filmmaterial) geschnitten und aufbereitet. Erstmals kam das fertige Produkt im Sommer 2015 in einer Schulung zum Einsatz.

3.3

Hochschulentwicklung

Die Weiterentwicklung der Studienqualität stellt ein kontinuierlich verfolgtes Ziel der Universität St.Gallen dar. Vor diesem Hintergrund engagiert sich das IWP auch im Bereich der Hochschulentwicklung. Im Jahr 2015 wurde das Competence Centre for Educational Development and Research (in Higher Education) CEDAR am IWP gegründet, um die Aktivitäten des Hochschuldidaktischen Zentrums und der Hochschulentwicklung auch nach aussen sichtbar miteinander zu verzahnen. Ausgehend von den strategischen Zielen für Lehre und Studium arbeitet CEDAR mit dem Ansatz der ‚pädagogischen Hochschulentwicklung‘ (siehe Abbildung 1, S. 17, basierend auf Brahm et al., 2016; Euler, 2013). Dieser umfasst drei Handlungsebenen: die Lernumgebung, die Studienprogramme und die Organisation. CEDAR engagiert sich über das Hochschuldidaktische Zentrum (HDZ-HSG) (siehe Kapitel 5.1) in der Aus- und Weiterbildung der Lehrenden, in der Studienprogrammentwicklung sowie der Forschung.

16|

Jahresbericht IWP 2015

Im Folgenden werden ausgewählte Projekte und Aktivitäten aus dem Jahr 2015 kurz vorgestellt. Studienprogrammentwicklung Bei der Weiterentwicklung der Studienprogramme an der HSG arbeitet das CEDAR in enger Abstimmung mit dem Prorektorat Lehre sowie der Stelle für Qualitätsentwicklung. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden 2015 zahlreiche Aktivitäten durchgeführt sowie längerfristige Initiativen lanciert. Ein zentrales Anliegen war es, die bereits bestehenden guten Erfahrungen der Programmleitenden an der HSG systematisch zu erfassen und gegenseitig zugänglich zu machen. Dazu wurde im Frühjahrs- und im Herbstsemester jeweils ein Treffen der Programmleitenden veranstaltet. Neben inhaltlichen Inputs zu qualitätsbezogenen Themen ‒ unter anderem vom Prorektor Lehre ‒ wurden die Treffen genutzt, um ein idealtypisches Konzept eines erfolgreichen Studienprogramm-Managements zu entwerfen. Dieses wurde festgehalten und mit dem Prorektorat Lehre diskutiert. Im Rahmen der so genannten «Assurance of Learning» (AoL) wurde ein Pilotprojekt mit dem internationalen CEMS-Master gestartet. Hier entwickelte das CEDAR in Abstimmung mit den Programmverantwortlichen ein modulares Evaluationsinstrument zur Erfassung der Programmqualität in verschiedenen Dimensionen. Schliesslich wurde im Herbstsemester ein AoL-Workshop mit einer Reihe ausgewählter Studienprogramme durchgeführt (Organisation durch die Stelle für Qualitätsentwicklung). «Development of a Curriculum Integrating Sustainable Development in Management Education» Zu den Aktivitäten des CEDAR gehört auch die Entwicklung und Evaluation eines Curriculums zur Integration von Nachhaltigkeit und Verantwortung im Bachelor BWL. Weitere Informationen hierzu finden Sie in Kapitel 3 im Bereich 'Didaktik'. Forschungsschwerpunkt «Informelles Lernen» Im Forschungsschwerpunkt «Informelles Lernen» wurde im Jahr 2015 eine Dissertation abge-


schlossen (Marion Lehner). Gefördert wird dieses Promotionsprojekt durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Rahmen des Prodoc-Programms unter dem Titel «CROSS-FIELD: CROSSFertilizatIon betwEen formal and informal Learning through Digital technologies». Im September 2015 endete CROSS-FIELD mit einem Abschlusskolloquium an der Universität der italienischen Schweiz in Lugano. Begleitforschungsprojekt «Lehre hoch n» Im Juni 2015 konnte das seit drei Jahren laufende Begleitforschungsprojekt «Lehre hoch n» mit der Abgabe des wissenschaftlichen Abschlussberichts erfolgreich abgeschlossen werden. Im Mittelpunkt standen die Evaluation und kontinuierliche Verbesserung eines Weitberbildungsprogramms

für Lehrentwickler/-innen an Hochschulen. Das Programm wird vom stiftungsgetragenen «Bündnis für Hochschullehre» verantwortet. Es zeichnet sich dadurch aus, dass Hochschulleitenden, -lehrende und -didaktiker/-innen gemeinsam in einer Jahrgangskohorte von 32 ausgewählten Personen weitergebildet werden. Zudem legt das Programm einen Schwerpunkt auf die Netzwerkbildung zwischen den Teilnehmenden. Die Erforschung dieses Netzwerkes (das bislang drei Lehre hoch n-Jahrgänge umfasst)stand neben der Qualität der Weiterbildungsangebote im Mittelpunkt der Begleitforschung. Aktuell ist CEDAR in einem kleineren Folgeprojekt inolviert, das noch bis Mitte 2016 läuft und ebenfalls von der VolkswagenStiftung finanziert wird.

Im Zusammenhang mit der Gründung des CEDAR entstand im vergangenen Jahr ein Sammelband zur ‚pädagogischen Hochschulentwicklung‘ (herausgegeben von Taiga Brahm, Tobias Jenert & Dieter Euler). In diesem Sammelband sind der Ansatz sowie verschiedene Initiativen zur Hochschulentwicklung für den deutschsprachigen Raum aufbereitet.

Jahresbericht IWP 2015

|17


3.4 Berufsbildung Wie in den Vorjahren konzentrierten sich die Aktivitäten im Bereich der Berufsbildung auch in 2015 auf die Entwicklung und Implementierung von Konzepten zur Weiterentwicklung der Berufsbildung. Das Feld der Berufsbildung lässt sich in die Bereiche (1) vorberufliche Bildung/Übergangssystem, (2) schulische und berufliche Berufsausbildung sowie (3) Weiterbildung aufteilen. Innerhalb der Bereiche stellen sich Fragen auf der Ebene des Bildungsmanagements (z.B. Profilierung und Zertifizierung von Bildungsgängen) sowie der didaktischen Konzeptualisierung (z.B. Gestaltung kompetenzbasierter Lernarrangements und Prüfungen).

Nachfolgend werden die genannten Projekte skizzenhaft vorgestellt: Schweiz: 1. In einem von der Jacobs Foundation geförderten Projekt wurde untersucht, inwieweit Interventionen zur Persönlichkeitsförderung einen Beitrag dazu leisten können, dass Jugendliche in Brückenangeboten (besser) mit überfachlichen Kompetenzen ausgestattet ihre Berufsausbildung aufnehmen und erfolgreich absolvieren können.

18|

Jahresbericht IWP 2015

Zwischen den Bereichen bestehen Fragen der Zugänge, Durchlässigkeit und Verzahnung. Insgesamt befindet sich das Feld der Berufsbildung national und international in einem intensiven Diskussions- und Veränderungsprozess. Das IWP ist in diese Prozesse an mehreren Stellen und im Rahmen von unterschiedlichen Projekten eingebunden. Je nach Projekt stehen Forschungs-, Entwicklungs- und Beratungsaktivitäten im Vordergrund. Die Aktivitäten können anhand der folgenden Übersicht zusammengefasst werden:

Das Projekt wurde im Jahresbericht 2013 ausführlich bechrieben 2014 wurden die entwickelten Konzepte in einem weiteren Erprobungszyklus getestet und in Teilen nochmals überarbeitet. Die Projektförderung durch die Stiftung endete im Sommer 2014. Die entwickelten Materialien werden 2016 im hep-Verlag publiziert.


2.

Das IWP erhielt einen Auftrag für eine Studie über die Positionierung der Höheren Berufsbildung im internationalen Vergleich. TertiärB-Abschlüsse der Schweiz sind international schwierig einzuordnen, da in anderen Ländern in der Regel keine direkt vergleichbaren Berufsbildungsabschlüsse existieren. In einigen Ländern fehlen entsprechende Strukturen fast völlig, in anderen Ländern divergieren die Bezeichnungen und Kompetenzprofile auf der Tertiärstufe und lassen ggf. erst nach genauer Analyse erkennen, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen. In der Studie wird für ausgewählte schweizerische Tertiär-B-Abschlüsse untersucht, in welchen Bildungsbereichen / -gängen die mit ihnen verbundenen Kompetenzprofile in ausgewählten europäischen Ländern vermittelt werden. Dabei wird auch erfasst, mit welchen Zugangsvoraussetzungen, Titeln und Abschlüssen die Bildungsgänge verbunden sind. Die Studie wird Mitte 2016 abgeschlossen und mit den zuständigen Organisationen diskutiert.

Ausserhalb der Schweiz: 3. Gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhielt das IWP den Auftrag, das luxemburgische Bildungsministerium bei der Umsetzung einer grundlegenden Reform des luxemburgischen Berufsbildungssystems zu beraten und die Implementierung zu begleiten. Das Projekt lief im Zeitraum 2008-2015. Anfang 2015 wurde der Abschlussbericht fertiggestellt und dem luxemburgischen Bildungsministerium vorgestellt. 4.

Dieter Euler wurde von der «Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)» mit der Durchführung der Feasibility Study «Dual Vocational Education and Training in Serbia» beauftragt. Im Frühjahr 2015 wurden auf einer Studienreise zentrale Stakeholder der serbischen Berufsbildung im Land interviewt. Die Ergebnisse der Studie wurden anlässlich einer Konferenz am 22. September 2015 in Belgrad vorgestellt und diskutiert.

5.

Dieter Euler hat gemeinsam mit Eckart Severing (f-bb Nürnberg) eine Studie «Entwicklungsperspektiven Berufsbildung 2020 in Hamburg» erstellt. Die Studie basierte auf einer Online-Befragung von insgesamt 886 Berufsbildungsexperten (Rücklaufquote 35,4%) und Follow-up-Workshops mit Experten aus der Schulpraxis und der Berufsbildungspolitik. Die Studie wurde anlässlich der Tagung «150 Jahre Berufliche Schulen in Hamburg» am 17./18.September 2015 in Hamburg vorgestellt. Sie ist digital verfügbar (http://hibb. hamburg.de/2015/11/04/berufsbildung-2020).

6.

Dieter Euler wurde für drei Jahre in den Board of Tourism der Bethlehem University / Palästina berufen. Eine zentrale Aufgabe des Boards besteht in der strategischen Entwicklung eines Bildungsangebots an der Schnittstelle von Berufs- und Hochschulbildung für die Aus- und Weiterbildung von Personal in der Tourismusindustrie.

7.

Dieter Euler wurde eingeladen, auf der ASEAN Konferenz am 14. - 16. 12. 2015 in Vientianne / Laos eine Keynote zu «TVET Personnel Development» zu halten. Die Konferenz diente dazu, die Implikationen aus der neu gegründeten Asian Economic Community für die Berufs- und Hochschulbildung zu diskutieren. Der Kongress war eine Folgekonferenz zu der TVET Konferenz «Ensuring TVET Quality – Preparing for the Asian Economic Community 2015» am 1. 4. 2014 in Jakarta / Indonesien, anlässlich derer Dieter Euler die Eröffnungs-Keynote zum Thema «The German Dual Training System: Options for Transfe-rability in the ASEAN Context» hielt.

Sektorenübergreifend: 8. Dieter Euler schrieb auch in 2015 zweimonatlich eine Kolumne in der Zeitschrift «Folio». Folio ist eine Zeitschrift des BCH (Berufsbildung Schweiz) für Lehrpersonen in der Berufsbildung. Die Titel der Kolumnen für 2015 lauteten: • Gleichartig, aber nicht gleichwertig? (Über

Jahresbericht IWP 2015

|19


• • •

9.

das Verhältnis von Berufs- und Hochschulbildung) Wie wertvoll sind uns die Werte? (Über Möglichkeiten und Grenzen einer Werteerziehung in Bildungsinstitutionen) Nach dem Anfang – Modulare Berufslehre für Erwachsene (Über die Notwendigkeit von Massnahmen zur Nachqualifizierung von Erwachsenen ohne Ausbildung) Fördern Gruppenarbeiten die Teamkompetenzen? Was bleiben soll, braucht Zeit! (Über die Bedeutung von Zeit in Bildungsprozessen) Berufsbildung zwischen Bildung und Verwertung (Über die Notwendigkeit der Reflexion von Zielen in Bildungsprozessen) Die Pädagogische Hochschule des Kantons St.Gallen PHSG, das Inst.f.Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen IWP-HSG und das Zentrum für berufliche Weiterbildung ZbW haben sich im Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung OKB zusammengeschlossen. Eine der zentralen Aktivitäten des OKB besteht in der Durchführung eines jährlichen Symposiums. Das nunmehr bereits fünfte Symposium fand am 27. November 2015 in der Olma-Halle in St.Gallen statt. Mehr als 400 Personen aus der Berufsbildung und ihrem Umfeld tauschten sich dort zum Thema «Berufsbildungsprofis ‒ die (un)heimlichen Erzieher» aus. Das nächste Symposium wird unter dem Titel «Berufsbildungsprofis – miteinander/ nebeneinander/gegeneinander?» am 9. Dezember 2016 wieder in den Olma-Hallen in St.Gallen stattfinden.

10. Das IWP erhielt 2013 von der BertelsmannStiftung den Auftrag, das Projekt «Chance Ausbildung» wissenschaftlich zu begleiten. In dem Projekt werden drei zentrale Problemstellungen der Berufsbildung aufgenommen: Wie kann das Postulat der Inklusion von Jugendlichen mit Behinderung im Rahmen der Berufsbildung umgesetzt werden? Wie kann die Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung verbessert werden? Wie kann durch geeignete didaktische Konzepte

20|

Jahresbericht IWP 2015

den Voraussetzungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Berufsausbildung besser entsprochen werden? Das IWP übernimmt in dem auf vier Jahre ausgelegten Projekt zentrale konzeptionelle, beratende und wissenschaftliche Aufgaben. In 2015 stand das Thema «Durchlässigkeit Berufs- und Hochschulbildung» im Vordergrund. Es wurde ein Hintergrundpapier entwickelt und veröffentlicht (https://www. bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/ publikation/did/durchlaessigkeit-zwischenberuflicher-und-akademischer-bildung/). Aus dem Papier wurde zudem ein politisches Positionspapier entwickelt, das im Juni 2015 in Berlin den Medien und der deutschen Bundespolitik vorgestellt wurde (https://www. bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/ publikation/did/durchlaessigkeit-zwischenberuflicher-und-akademischer-bildung-positionen-beziehen/). 11. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof.Dr. Dieter Euler und Prof. Dr. Peter F.E. Sloane (Universität Paderborn) wird in einem Forschungsprojekt die Entwicklung eines kommunalen Bildungsmanagements in Deutschland untersucht. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt zum Aufbau von Transferagenturen (Laufzeit bis Ende 2017) wurde im Jahresbericht 2015 ausführlich beschrieben. Das IWP ist für die wissenschaftliche Begleitung der Transferagenturen in Bayern und Hessen zuständig. 12. Dieter Euler erhielt von der «Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)» den Auftrag, in Abstimmung mit den Teams der GIZ eine Strategie für eine Teacher Training Academy in Kabul / Afghanistan zu entwickeln. Das Strategiepapier wurde entwickelt und in einem Workshop mit afghanischen Regierungsvertretern in New Delhi / Indien diskutiert. Auf dieser Basis wurde weitergehend eine Implementierungsstrategie für den Aufbau eines Lehrerbildungssystems in Afghanistan entwickelt und in einem Workshop am 28.-30. September 2015 diskutiert.


3.5

Bildungsmanagement/ Corporate Learning

Das Themenfeld «Bildungsmanagement/Corporate Learning» wird am Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP) vom Kompetenzzentrum «scil» (Swiss Centre for Innovations in Learning) vertreten. scil verfolgt das Ziel, das Bildungsmanagement durch praktische Anwendung neuester Forschungsergebnisse, Methoden und Technologien nachhaltig zu unterstützen. Das Institut versteht sich dabei als «Kompetenzpartner» für Bildungsverantwortliche/Learning Professionals. scil Forschung Die Forschung bei scil dreht sich rund um das Thema «Professional Learning». Im Mittelpunkt steht die Rolle des Bildungsmanagements bezüglich betrieblicher Frage- und Problemstellungen. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage nach neuen Entwicklungen, Trends, Methoden und innovativen Gestaltungsmöglichkeiten im Bildungsbereich. Folgende Themen standen im Jahr 2015 im Forschungsinteresse von scil: • Corporate Learning in Times of Digital Transformation • Informelles & digitales Lernen • Die Lernkulturanalyse als Auslöser für organisationale Veränderungsprozesse • Trends im Corporate Learning, 5. scil Trendstudie 2015/2016 Aktuelle Disseratationsprojekte im scil Team: • Implementierung von Bildungsinnovationen in Programmen der Führungskräfteentwicklung (Daniela Schuchmann). • Geschäftsmodell Innovation in Bildungsorganisationen (Christian Schneider) Arbeitsberichte, Artikel, Fallstudien, Benchmark- und Trendstudien In Form von Fallstudien, Benchmark- und Trendstudien, erreichen wir den Dialog mit der Unternehmenspraxis und können diese Erkenntnisse in die Forschung zurückspiegeln. • Wir haben div. Artikel in Fachzeitschriften und wissenschaftlichen Journals platziert.

Es sind zwei neue scil-Arbeitsberichte entstanden zu den Themenfeldern «Lernkultur» und «Go Global». (Veröffentlichung Anfang 2016). Die 5. scil Trendstudie 2015/2016 «Trends im Corporate Learning» ist erschienen und auf ein grosses Interesse in der Community gestossen. Zudem war scil 2015 auf einer Vielzahl an Kongressen und unternehmensinternen Veranstaltungen von Bildungsverantwortlichen vertreten. Die Vorträge behandelten im Schwerpunkt die Frage nach Trends und Entwicklungen im Bereich des Bildungsmanagements und die Rolle von Führungskräften im informellen Lernen.

scil Beratung Zu allen Themenfeldern des scil Portfolios bietet scil auch Beratungsleistungen an. Die Besonderheit unserer Beratungsarbeit liegt dabei in der universitären Verankerung, so dass neue Trends und Entwicklungen aus der Wissenschaft in die Beratungsarbeit mit eingebracht werden können. Die Zielgruppe von scil reicht von KMU‘s bis zu international agierenden Grossunternehmen. Dabei ist scil sowohl für Unternehmen im deutschsprachigen Raum, als auch international tätig. Im Jahr 2015 führten wir eine Vielzahl an Beratungsprojekten in den folgenden Themenfeldern durch: • Gestaltung innovativer Learning Designs (z.B. Entwicklung eines Angebots zu digitale Kompetenzen) • L&D Strategieentwicklung - & beratung (z.B. Online Umfragen zur Erhebung des «State of the Art Learning» in der Organisation und Ableitung von strategischen Initiativen) • Didaktik-Weiterbildungen (z.B. Weiterbildungsprogramm für Fachtrainer) • Trendvorträge & Beratung (z.B. Vorstellung & Diskussion der Trendstudie und ihre Konsequenzen) • Moderne Gestaltung von Führungskräfteentwicklung (z.B. Führungskräfteworkshop: «Leadership in a digital world»)

Jahresbericht IWP 2015

|21


Die Highlights unseres Jahres waren zum einen der 2. scil Trend- & Community Day im September 2015. Zu diesem Event hatten wir aktuelle Programmteilnehmende, Alumni und Projektpartner eingeladen, um uns zu dem Rahmenthema «Trends im betrieblichen Lernen» auszutauschen und neu zu vernetzten. Mit 46 Learning Professionals haben wir schliesslich diesen Tag verbracht. Im scil-Blog finden Sie einen Bericht zu der Veranstaltung: www.scil-blog.ch. (s.S. 38, Rückblick). https://www.scil-blog.ch/blog/2015/09/18/trendsim-lernen-weiterbildung-rueckblick-2-scil-trendcommunity-day/ Ein weiteres Highlight war unser jährlich stattfindender «scil on tour» Event. Am 30.11.2015 besuchten wir mit einer Gruppe von 15 Learning Professionals das IBM Research Center in Rüschlikon (Schweiz). Zusammen mit Frau Dr. Karin Vey (Executive Consultant, IBM Research Think Lab – Zurich) hatten wir den Tag gemeinsam geplant. Wir diskutierten das spannende Thema: «Innovationskultur als Aufgabe von Learning Professionals?». Im scil-Blog finden Sie einen Bericht zu der Veranstaltung: www.scil-blog.ch. https:// www.scil-blog.ch/blog/2015/12/01/scil-on-tourbesuch-des-ibm-research-centers-zum-thema-innovationskultur-als-aufgabenfeld-fuer-learningprofessionals/

22|

Jahresbericht IWP 2015

4

Lehre

Die inhaltliche, koordinative und administrative Verantwortung der Ausbildung in Wirtschaftspädagogik der Universität St. Gallen obliegt bereits seit mehreren Jahren dem Institut für Wirtschaftspädagogik. Die Mehrheit der Lehraufträge am IWP steht in direktem Zusammenhang mit der gut etablierten und besuchten Ausbildung. Die Lehraufträge, welche Grossteils von unseren Mitarbeitenden sowie unter Einbindung externer Dozierender erfüllt werden, vermitteln den Studierenden theoretische Kenntnisse und ermöglichen praktische Anwendungen des Gelernten im wirtschaftspädagogischen Alltag. Auf Herbstsemester 2012 wurden das Curriculum und die Struktur der Ausbildung in Wirtschaftspädagogik umfassend reformiert. Dies einerseits um den Vorgaben der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) sowie des Staatssekretariats für Berufsbildung, Forschung und Innovation (SBFI) nachzukommen; andererseits um den Studierenden auch künftig eine attraktive, aktuelle und praxisnahe Ausbildung bieten zu können.

4.1

Ziele der Ausbildung

Studierende der wirtschaftspädagogischen Ausbildung erwerben die notwendige wissenschaftliche und praktische Kompetenz, um als Expertinnen und Experten in den Bereichen Didaktik, Schulentwicklung, Bildungsmanagement und Personalentwicklung professionell handeln zu können. Diplomierte Wirtschaftspädagoginnen und –pädagogen sind später in der Lage, mit den im Studium erarbeiteten didaktischen, pädagogisch-psychologischen und sozial-kommunikativen Fähigkeiten, die Interaktionsprozesse mit Lernenden, Eltern, Kolleginnen und Kollegen sowie mit Kundinnen und Kunden angemessen zu gestalten.


Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung in Wirtschaftspädagogik erlangen mit dem Abschluss nicht nur die Möglichkeit, sich für eine Position an einer höheren Schule (kaufmännische Berufsfachschulen, Gymnasien, Wirtschaftsmittelschulen, etc.) zu bewerben, sondern sind auch in den folgenden Bereichen und Positionen gefragte Fachkräfte: • In der betrieblichen Bildung als Ausbildungsleiter, Ausbildner, Weiterbildner, Bildungsmanager oder -controller. • In der ausserbetrieblichen Fortbildung, Umschulung und Rehabilitation. • Als betriebliche oder freiberufliche Personalund Organisationsentwickler. • Als Angestellte oder freiberufliche Dozierende bei erwerbswirtschaftlich ausgerichteten oder gemeinnützigen Bildungsträgern.

• • •

• •

Im Bildungsmanagement bei Bildungsträgern, Verbänden, Parteien, Kammern. In der Beratung als Bildungsexperten. In wirtschaftspädagogischen, arbeitswissenschaftlichen, personalwirtschaftlichen, bildungsökonomischen und arbeitssoziologischen Lehr- und Forschungsinstitutionen. In der internationalen Bildungsarbeit im Rahmen der Entwicklungsförderung und der Bildungsförderung, etwa in der Europäischen Union. In Fachverlagen, Fachzeitschriften und Schulbuchverlagen. Als Doktoranden im angestammten Master oder im Bereich der Wirtschaftspädagogik.

Jahresbericht IWP 2015

|23


4.2

Curriculum

Die reformierte Ausbildung in Wirtschaftspädagogik weist seit dem Herbstsemester 2012 eine zweistufige Studienarchitektur aus: Erste Ausbildungsstufe: In den Vorlesungen der ersten Ausbildungsstufe, die parallel zum Bachelor- und Masterstudium an der Universität St.Gallen absolviert werden kann, werden die theoretischen Grundlagen der allgemeinen Didaktik, Wirtschaftspädagogik und pädagogischen Psychologie gelegt. Die Veranstaltungen dienen nicht nur der Vermittlung des pädagogischen Basiswissens im Schulkontext, sondern schliessen mit den zwei Veranstaltungen Bildungsmanagement I und II auch die Berufliche Bildung sowie das betriebliche Lernumfeld mit ein. Zusätzlich fokussieren mehrtägige Workshops wirtschaftspädagogisch relevante Handlungs- und Sozialkompetenzen. Im Zentrum der Blockseminare steht dabei weniger die Vermittlung von Theorien, als vielmehr die praktische Anwendung und das Training des Gelernten. Als integratives Element zwischen den Veranstaltungen verfassen die Studierenden ein Portfolio zur Reflexion und Darstellung der

erworbenen Kompetenzen. Die erste Ausbildungsstufe umfasst insgesamt 38 ECTS und führt zum Abschluss «Diplomierte Wirtschaftspädagogin bzw. Diplomierter Wirtschaftspädagoge (1. Abschluss zur Anerkennung des Lehrdiploms)». Zweite, postgraduale Ausbildungsstufe: Der Abschluss als «dipl. Wirtschaftspädagogin/pädagoge (1. Abschluss zur Anerkennung des Lehrdiploms)» berechtigt zum Besuch der zweiten, postgradualen Ausbildungsstufe im Umfang von 22 ECTS. Die zweite Stufe legt den Fokus auf die fachdidaktische und berufsspezifische Ausbildung. Zudem sammeln die Studierenden im Rahmen zweier Lehrpraktika, wovon eines an einer Berufsfachschule und das andere an einem Gymnasium absolviert werden, fundierte unterrichtspraktische Erfahrungen. Mit dem Nachweis ausreichender Kenntnisse in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Recht (sog. Fachstudium-Ergänzungen) sowie mit zwei Prüfungslektionen wird die Ausbildung zur Handelslehrerin bzw. zum Handelslehrer abgeschlossen.

Die Ausbildung in Wirtschaftspädagogik kann begleitend zu einem Bachelor- oder Masterstudium an der Universität St. Gallen besucht oder nach abgeschlossenem Masterstudium absolviert werden.

24|

Jahresbericht IWP 2015


4.3

Aus- und Weiterbildung für Praxislehrpersonen

Im Zusammenhang mit dem EDK-Verfahren zur Anerkennung der Ausbildung zum Lehrdiplom für Maturitätsschulen wurden die Ziele des Ausund Weiterbildungsangebots für Praktikumslehrpersonen neu formuliert. Für die zwei Praktika an gymnasialen und beruflichen Maturitätsschulen sind die optimale Vorbereitung und Begleitung der Praxislehrpersonen von grosser Bedeutung. Zwischen den Praktikumslehrpersonen und dem IWP wird deshalb ein intensiver Austausch angestrebt, um die Ausbildung in für Schulen relevanten Fragestellungen ständig erweitern zu können. Gleichzeitig werden die Praktikumslehrpersonen über Veränderungen in der wirtschaftspädagogischen Ausbildung fortlaufend informiert. Für die Zulassung zur Praktikumsbetreuung ist der Besuch des zweitägigen Basiskurses für alle Praktikumslehrpersonen obligatorisch und hat damit eine qualifizierende Wirkung bezüglich Zulassung zur Praktikumsbetreuung. Am 18./19. September 2015 wurde dieser Basiskurs mit 21 Teilnehmenden (10 Lehrpersonen aus Gymnasien und 11 Lehrpersonen aus Berufsschulen) erstmals durchgeführt. Die Rückmeldungen waren positiv. Es zeigte sich, dass die Auseinandersetzung mit einer gemeinsam erlebten Unterrichtslektion erforderlich und nützlich ist. Aus der Auseinandersetzung mit normativen Fragen entstand ein differenzierter Blick auf die Gestaltung von Lehrund Lernprozessen. Im März 2016 und Herbst 2016 finden nächste Durchführungen dieses Basiskurses statt. Es stehen damit genügend qualifizierte Praxislehrpersonen für die Durchführung der Praktika zur Verfügung. Im Anschluss an den Basiskurs ist alle zwei Jahre ein obligatorischer Erfahrungsaustausch zwischen den Praktikumslehrpersonen vorgesehen. Zusätzlich können die Praktikumslehrpersonen auch die Weiterbildungsangebote des Kompetenzzentrums für Lehrerfortbildung und Unterrichtsentwicklung besuchen.

4.4

Rückblick

4.4.1 Akkreditierung

Die Universität St.Gallen erhielt die EDK und SBFI Akkreditierung für die Anerkennung der Lehrdiplome in Wirtschaft und Recht (Sekundarstufe II). Der Vorstand der EDK hat in seiner Sitzung vom 24. Juni 2015 die Anerkennung beschlossen. Die Anerkennungskriterien betreffend Leistungsangebot, Qualifikation der Lehrenden, Finanzierung, Qualitätsentwicklung, Infrastruktur und Kursunterlagen sowie Qualifikationsverfahren sind erfüllt. Als sehr positive Aspekte wurde von der Anerkennungskommission das Gesamtkonzept der Ausbildung gewertet, wie auch die gute Dokumentation, die Forschungstätigkeit und ihre Verbindung mit der Lehre sowie die engagierten Lehrenden. Die rechtlichen Bestimmungen für die Ausbildung zur Erlangung der Lehrdiplome für Berufsfach- und Maturitätsschulen für die Fächer Wirtschaft und Recht (2. Stufe) sind im «Reglement» vom 15. September 2014 festgelegt. Dieses Reglement wird seit 1. August 2015 angewendet und löst die Ausführungsbestimmungen, welche seit 1. August 2012 angewendet werden ab.

4.4.2 Einbindung der Studierenden

Nachdem der Schritt der Akkreditierung der wirtschaftspädagogischen Ausbildung durch die EDK sowie durch das SBFI erfolgreich erreicht wurde, ist das Ziel die Ausbildung weiter zu optimieren und Wünsche der Studierenden aufzunehmen. Um dies zu erreichen, wurde zu Beginn des Herbstsemesters 2015 erstmals ein Studienvertreter für die Ausbildung in Wirtschaftspädagogik gewählt. Marcel Huber übernahm dieses Amt im Oktober 2015 und begann mit der Umsetzung seiner Ziele. Um die Wünsche der Studierenden aufnehmen und anschliessend umsetzen zu können, wurde eine Fokusgruppe gegründet. Fünf Studentinnen und drei Studenten ‒ Anastasia Beheshti, André Palitzsch, Ismael Himmich, Jeanine Deplazes, Karin Hugentobler, Leah Preisig, Miriam Kueng, Nicolas Dietiker ‒ haben sich

Jahresbericht IWP 2015

|25


für diese Aufgabe gemeldet und setzen sich in Zusammenarbeit mit Marcel Huber und Prof. Dr. Sabine Seufert, akademische Programmleiterin, für die Weiterentwicklung der Ausbildung ein. In einem ersten Gespräch hat sich die Fokusgruppe über die Stärken und Schwächen der Ausbildung ausgetauscht und Handlungsfelder identifiziert, die aus Sicht der Studierenden Verbesserungspotential aufweisen. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Ausbildung ist hoch und die Studierenden schätzen das Angebot und das Engagement der Dozierenden. Im Bereich des Verbesserungspotentials wurde unter anderem die Abstimmung der Lerninhalte einzelner Veranstaltungen, die Lernunterstützung beim Portfolio sowie die Intensivierung einer Feedbackkultur diskutiert. In einem zweiten Schritt wurden diese Handlungsfelder zunächst mit Frau Prof. Dr. Sabine Seufert besprochen, wobei die Studierenden bereits erste Ideen für die Umsetzung anbringen konnten. Für das Frühjahrssemester 2016 stehen die diskutierten Aspekte zur Weiterentwicklung des Studienprogrammes mit den verantwortlichen Dozierenden im Vordergrund.

4.4.3 Diplome

Studierende, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der reformierten Studienordnung im Herbstsemester 2012 auf Master-Stufe immatrikuliert waren und damit einen Grossteil der wirtschaftspädagogischen Ausbildung bereits absolviert hatten, konnten noch bis Ende Frühlingssemester 2015 ihr Studium nach alter Ordnung 2002 abschliessen, dies waren ca. 60 Studierende. In die Ausbildung zur Handelslehrerin bzw. zum Handelslehrer nach neuer Studienordnung waren im Jahr 2015 durchschnittlich 216 Studierende immatrikuliert. An den Graduierungsfeiern im März und Oktober 2015 durften insgesamt 62 Absolvierende ihre Diplome als diplomierte Wirtschaftspädagogin bzw. diplomierter Wirtschaftspädagoge entgegennehmen (im Vorjahr waren es 51 Absolventinnen und Absolventen). Namentlich sind dies: Affolter Dominic, Al-Sarage Ahmed, Arpagaus Livio, Bähr Marcel, Balazi Alberta, Benz Pascal, Blöchlinger Marco, Böhni Petra, Böhni Samuel, Bonderer Imper Sol-Britt, Bucher Simon, Culcay Debora, Däppen Gian-Carlo, Egger Philipp, Eggmann Nadia, Egli Katrin, Emmert Julia, Engel Lisa, Fischer Simona, Flury Anina, Frehner Nadina, Fröhli Carina, Gallay Aline, Gautschi Simon, Hänni Elvira, Heller Fabian, Hofer Philipp, Imthurn Andreas, Isch André, Jungen Matthias, Käser Peter, Kieser Sarah, Knechtle Simon, Kurz Joël, Liechti Anna, Longhi Nicole, Maderitsch Anke, Miosga Philipp, Mohr-Bonderer Michaela, Moser Luca, Muntwyler Matthias, Notter Stephanie, Oberle Céline, Obrecht Samuel, Oppliger Martin, Phan Bich Nguyet, Pirovino Dario, Sauer Fiona, Schindler Jasmin, Schmidheini Daniela, Segmüller Daria, Straub Martina, Sylla Corinne, Trepp Bettina, Truffer Ambros, Weber Jens, Widz Marta, Wolf Corinne, Ziegler Chantal. Wir gratulieren allen Absolventinnen und Absolventen zum gelungenen Abschluss und wünschen ihnen auf ihrem weiteren beruflichen und privaten Weg nur das Beste!

26|

Jahresbericht IWP 2015


5

Weiterbildung

Die Weiterbildungsangebote des IWP und massgebliche Entwicklungen in 2015 sind nachfolgend nach Zielgruppen in Schulen, Hochschulen und Bildungsmanagement/Corporate kurz skizziert.

5.1

Sekundarstufe II:Allgemeinund Berufsbildung

Das Institut für Wirtschaftspädagogik IWP-HSG ist seit mehr als 30 Jahren in der Aus- und Weiterbildung von Schulleitungen tätig. Unser Aus- und Weiterbildungsprogramm richtet sich an Rektorinnen und Rektoren, Schulleitungsmitglieder und Lehrpersonen mit besonderen Aufgaben. Neben unserem Certificate of Advanced Studies CAS IWP-HSG für Schulleitungen, bieten wir diverse Seminare und einzelne Kurstage zu unterschiedlichen Themen im Bereich der Schulführung und Schulentwicklung an.

5.1.1 CAS für Schulleitungen

Als akkreditierte Trägerorganisation der EDK für die Schulleitungsausbildung auf der Sekundarstufe II haben wir unter der Leitung von Dr. Martin Keller im Berichtsjahr den 16. CAS IWP-HSG abgeschlossen und mit dem 17. Lehrgang gestartet: Im Frühling 2015 durften wird den 23 Teilnehmenden in einem festlichen Rahmen in Wildhaus das Zertifikat verleihen. Die Teilnehmenden sind berechtigt, den gesamtschweizerisch anerkannten Titel 'Schulleiter EDK' zu tragen. Der 17. CAS IWP-HSG für Schulleitungen startete am 24. August 2015 mit 22 Teilnehmenden aus der deutschsprachigen Schweiz. Die Schulleitungen verteilen sich hälftig auf Gymnasien und Berufsfachschulen. Der CAS IWP-HSG wird kontinuierlich weiterentwickelt. Auf die 17. Durchführung wurde ein neu konzipiertes Lernjournal eingeführt. Der TheoriePraxis-Transfer wird dabei intensiver unterstützt und geleitet. Die gegenseitigen Besuche in den Bildungsinstitutionen wurden durch ein JobShadowing ergänzt. Dabei besuchen sich die zwei Personen gegenseitig für je einen Tag.

Sie erhalten so einen differenzierten Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten ihrer Lernpartnerin /ihres Lernpartners. Dieses Tandem begleitet sich zudem gegenseitig bei der Erstellung der Projektarbeit im Rahmen des CAS. Durch das Job-Shadowing erlangen die Teilnehmenden ein vertieftes Verständnis über den Kontext und die Rahmenfaktoren, welche die Ausgestaltung der Projektarbeit wesentlich beeinflussen. Die bewährten Elemente der kollegialen Fallberatung, Erfahrungsgruppen, dem Austausch mit der 'Behörde' bzw. 'vorgesetzter Person' sowie dem Coaching oder Mentoring wurden beibehalten. Aufgrund grosser Nachfrage wurde der Beginn des 18. CAS IWP-HSG für Schulleitungen um ein Jahr vorverlegt. Wir freuen uns, dass wir aufgrund der Anmeldungen mit Sicherheit am 5. September 2016 starten werden. Die Planungen des 19. CAS IWP-HSG für Schulleitungen (2018 – 2020) sind bereits angelaufen. Der CAS Lehrgang ist als berufsbegleitende eineinhalbjährige Ausbildung konzipiert, bestehend aus 6 Basiskursen von 3 Tagen sowie 1 von 3 Wahlpflichtkursen von 3 Tagen Dauer. In den 6 Basiskursen erwerben die Teilnehmenden grundlegende Kompetenzen für ihre Tätigkeit als Schulleiterin bzw. Schulleiter. Die Wahlpflichtkurse dienen dem weiterführenden Kompetenzerwerb für Schulleitungsaufgaben. Die Wahlpflichtkurse sind frei wählbare Bausteine, d.h. die Teilnehmenden besuchen je nach Vertiefungs- oder Spezialisierungswunsch einen der drei Kurse (Wahlmöglichkeit des Inhalts).

Jahresbericht IWP 2015

|27


5.1.2 Kaderseminare und Tageskurse

Neben den Lehrgängen boten wir auch im vergangen Jahr ein umfangreiches Angebot für Mitglieder von Schulleitungen und Lehrpersonen mit besonderen Führungsfunktionen an. 'Wohlergehen und Engagement als Führungsaufgabe' Dieses dreitägige Seminar haben wir im Berichtsjahr neu entwickelt. Im Kern geht es um die Frage, wie es Führungspersonen von Bildungsinstitutionen gelingen kann, das Wohlergehen der Mitarbeitenden aktiv zu unterstützen und gleichzeitig deren Engagement hoch zu halten (salutogene Führung). Ausgehend von den Führungsstrategien der Teilnehmenden wird das Thema 'Gesundheit' in einen systemischen Kontext gestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen sich mit theoretischen Inputs aus den Bereichen Recht, Management und Arbeitspsychologie auseinander und beschäftigen sich praktisch mit konkreten Fällen aus der Führungspraxis.

28|

Jahresbericht IWP 2015

Fachschaften leiten – Instrumente und Handreichungen für den Schulalltag (6. Durchführung) Fachvorstände repräsentieren die eigentliche Schnittstelle zwischen der gesamten Lehrerschaft, der Schulleitung und dem jeweiligen Fachbereich. Sie organisieren die spezifische Gruppe von Fachlehrpersonen, führen neue Lehrpersonen ein, sind an Wahlen von Fachlehrerinnen und Fachlehrern beteiligt und sind dadurch in der Lage, aus einer kollegialen Fachperspektive für die Qualitätsentwicklung in ihrem Fach sowie für die Schulorganisation und Schulentwicklung bedeutsame Impulse zu setzen. Dies führt auch zu Rollenkonflikten. Fachvorstände übernehmen nicht selten mehr oder weniger formalisiert Funktionen in der Schulorganisation und Schulentwicklung. Der Kurs im Januar 2015 bestand aus festen Kursthemen und Wahlthemen. Damit sollte einerseits das wichtigste Rüstzeug vermittelt und andererseits aber auch auf die spezifischen Bedürfnisse der Fachvorstände eingegangen werden.


An beiden Kurstagen wurden Handreichungen/ Instrumente abgegeben und genügend Zeit für den Erfahrungsaustausch eingeräumt. Ausweitung des Angebots zum Thema 'Mitarbeitergespräche führen' Der bewährte dreitätige Kaderkurs 'Mitarbeitergespräche führen‘ wurde durch einen Praxistag ergänzt. Während dieses Praxistages analysierten wir mit den Teilnehmenden anhand eines Films die erfolgreiche Gestaltung von Mitarbeitergesprächen. Neben zahlreichen Kurzinputs wurden verschiedene Facetten des Mitarbeitergesprächs im Plenum und Kleingruppen diskutiert. Wir durften im März 2015 in Zürich 15 Teilnehmende zu diesem Anlass begrüssen. Neben dem sogenannten Praxistag konzipierten wir im Sinne einer Fortsetzung bzw. Vertiefung einen Trainingstag. In anspruchsvollen Personalsituationen gestalten sich Mitarbeitergespräche als schwierig. An diesem Kurstag trainieren wir anhand von vorgegebenen und eigenen Fällen die erfolgreiche Durchführung von MAGs. Der Kurs lässt neben den Übungssequenzen auch genügend Zeit für die vertiefte Diskussion eigener Erfahrungen in der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von MAGs.

Didaktikreihe an der Höheren Fachschule BVS St.Gallen Im Rahmen der Didaktikreihe an der BVS St.Gallen stand im 6. Modul der Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen im Vordergrund. Gemeinsam mit knapp 30 Dozierenden der Höheren Fachschule entwickelten wir Strategien zur Bewältigung und Prävention von Unterrichtstörungen. Schlussgedanke mit Fazit Insgesamt können wir mit dem Kaderprogramm die nötigen Qualifizierungsschritte für Führungspersonen in Schulen der Sekundarstufe II sowie der Tertiärstufe anbieten. Das gesamte Lehrgangs- und Seminarangebot löste diverse Beratungsanfragen von verschiedenen Schulen und Ämtern aus. Das komplette Weiterbildungsprogramm steht als PDF zum Download zur Verfügung: http://www. iwp.unisg.ch

Formi-Kurs: 'Evaluation von Schulentwicklungsprojekten' Basierend auf einer umfassenden Evaluation wurde die 'Schulentwicklung Mittelschulen' von der Regierung an den St. Galler Mittelschulen definitiv etabliert. Den St. Galler Mittelschulen stehen damit finanzielle Mittel für eine schulbezogene Qualitätssicherung (Evaluation) und Schulentwicklung zur Verfügung. Damit die Lehrpersonen ihre Aufgabe wirkungsorientiert erfüllen und für die Schule Erfolgserlebnisse schaffen können, sind Grundlagen zur Schulorganisation, Evaluation und Schulentwicklung erforderlich. Im Frühjahr 2015 haben wir einen FORMI-Kurs zum Thema 'Evaluation von Schulentwicklungsprojekten' durchgeführt. Er ist Teil einer Trilogie, welche im nächsten Jahr 2016 unter dem Stichwort 'Schulentwicklung' seine Fortsetzung findet.

Jahresbericht IWP 2015

|29


5.2

Hochschuldidaktik

Das Hochschuldidaktische Zentrum (HDZ) ist seit 2015 eingebettet in das Competence Centre for Educational Development and Research (CEDAR) am IWP. Das HDZ bildet einen festen Bestandteil der Universität. Es verfolgt die mit der Hochschulleitung abgestimmte Strategie, den wissenschaftlichen Nachwuchs und alle Lehrenden in ihren Lehraktivitäten weiterzuentwickeln sowie zentrale Impulse zur Qualitätsentwicklung der Hochschullehre zu setzen. Im Jahr 2015 wurden wiederum das Aus- und Weiterbildungsprogramm sowie Beratungen in didaktischen Fragestellungen durchgeführt. Zusätzlich wurde im Rahmen eines Pilotprojektes eine alternative Form der Lehrveranstaltungsevaluation (TAP – Teaching Poll Analyses) erprobt, welche in Zukunft auch zu den Angeboten des Hochschuldidaktischen Zentrums zählen wird.

5.2.1 Ausbildungsprogramm

Das Ausbildungsprogramm ist neu modular aufgebaut und besteht aus folgenden Teilen:

30|

Jahresbericht IWP 2015

-

-

«Fit für die Hochschullehre»: Kursprogramm zur grundlegenden Lehrkompetenzentwicklung Wahlmodule ein Lehrprojekt mit Reflexionsveranstaltungen die Vorstellung der Lehrprojekte an der Dozierendentagung der HSG Mentoring zur Unterstützung der Vernetzung an der HSG Hospitationen durch Experten/-innen des HDZ sowie Peer-Hospitationen Portfolioarbeit bzw. fachdidaktischer Journalartikel.

Herzstück des Ausbildungsprogramms stellt ein interdisziplinäres Lehrprojekt dar, das individuell begleitet wird. Unterstützt werden Sie durch eine/n selbstgewählten erfahrene/n Mentor/-in. Das Lehrprojekt soll einen Beitrag zu einem Studienprogramm leisten und wird idealerweise in interdisziplinärer Teamarbeit durchgeführt. Eine Aufbereitung und wissenschaftliche Publikation des Lehrprojekts wird unterstützt. Insgesamt beläuft sich der Umfang des Programms auf 300 Lernstunden (10 ETCS).


Das inzwischen dreizehnte Ausbildungsprogramm startete im September 2015 und ist auf drei Semester angelegt. Im Rahmen der Ausbildungsprogramme zur Hochschuldidaktik fanden im Jahr 2015 verschiedene Modultage, eine Vielzahl von Veranstaltungshospitationen und auch informelle Treffen statt, welche zusätzlich zu einem Austausch zwischen den Teilnehmenden beitragen sollten. Das im Herbstsemester 2014 gestartete Programm wird im Februar 2016 mit der letzten Präsenzveranstaltung abschliessen. Die Teilnehmenden werden ihre Portfolios/Abschlussarbeiten ebenfalls im Frühjahr 2016 einreichen. Im Jahr 2015 konnte insgesamt 13 Teilnehmenden das CAS-Zertifikat verliehen werden. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen deutlich, dass das weiterentwickelte Ausbildungsprogramm einen wertvollen Baustein in der Entwicklung der Lehrkompetenz darstellt. Dabei wird insbesondere die Bedeutung praxisorientierter Modulinhalte sowie die Unterstützung beim Transfer des Gelernten in den eigenen Unterrichtsalltag (insbesondere durch individuelle Rückmeldungen, Hospitationen, das Lehrprojekt) hervorgehoben. Zusätzlich wird der Austausch zwischen den Teilnehmenden hinsichtlich Lehre als sehr wertvoll angesehen. Aufgrund der Rückmeldungen durch persönlichen Kontakt zu den Teilnehmenden wie auch durch Evaluationen wird das Programm stetig in Bezug auf die Bedürfnisse unserer Teilnehmenden weiterentwickelt, auch um den sich wandelnden Anforderungen an Hochschullehrende zu begegnen und innovative Impulse für die Lehrkompetenzentwicklung der Teilnehmenden an der Universität St. Gallen zu setzen.

5.2.2 Weiterbildungsprogramm

Das Weiterbildungsprogramm des HDZ umfasste 2015 insgesamt 19 Veranstaltungen. Die Idee bei der Zusammenstellung des Angebots bestand darin, durch eine möglichst breite Variation in Thema, Veranstaltungsformat, Länge, Sprache und Termin möglichst viele Teilnehmende aus allen Schools der Universität St. Gallen anzusprechen. So wurden beispielsweise verschiedene disziplinenspezifische Kurse im Jahr 2015 erstmals entwickelt und durchgeführt.

Weiterhin gab es einen ganztätigen Workshop zu Körpersprache und sicherem Auftreten wie auch Kurse, die an einem halben Tag in die Besonderheiten einer mündlichen Prüfung oder in aktivierende Methoden im Unterricht einführten. Zum Angebot gehören auch Workshops in den Bereichen Rhetorik, visuelles Denken und Konfliktbewältigung. Für sieben Veranstaltungen konnten wir Dozierende gewinnen, die ausserhalb des Instituts für Wirtschaftspädagogik tätig sind. Alle anderen Angebote wurden durch Mitarbeitende des Instituts für Wirtschaftspädagogik realisiert.

5.2.3 Beratung und Teaching Analysis Poll (TAP)

Daneben bestand auch im Jahr 2015 die Möglichkeit, eine individuelle Beratung des HDZ in Anspruch zu nehmen. Diese wurde insbesondere im Zusammenhang mit der Konzeption und Durchführung von neu angebotenen bzw. überarbeiteten Lehrveranstaltungen von Dozierenden der HSG genutzt. Im Rahmen der Beratung wurde zusätzlich eine neue Variante einer Lehrveranstaltungsevaluation pilotiert, welche in Zukunft zu unseren Angeboten zählen soll. Die Besonderheit einer Teaching Analysis Poll (TAP) besteht darin, dass die Evaluation bereits während des Semesters erfolgt, so dass die Dozierenden die Ergebnisse noch in derselben Lehrveranstaltung berücksichtigen können. Weiterhin ist es sehr hilfreich, dass durch die externe Durchführung der Fokus einzig auf die Lehrveranstaltung gerichtet ist und die Verbesserungsvorschläge durch die Studierenden ausgearbeitet werden. Im Herbstsemester 2015 wurde TAP in vier Lehrveranstaltungen bei drei verschiedenen Dozierenden pilotiert. Die Rückmeldungen der Dozierenden waren sehr positiv. Gleichzeitig bietet TAP Ansatzpunkte für weitergehende Beratungen von Seiten des HDZ. Aus diesem Grund wird TAP ab dem Frühjahrssemester 2016 in das Angebot des HDZ aufgenommen. Dabei werden wir mit der Stelle für Qualitätsentwicklung sowie der Studentenschaft zusammenarbeiten.

Jahresbericht IWP 2015

|31


5.3

Bildungsmanagement

scil academy

Im Rahmen der scil academy werden offene Seminare zu den Themenbereichen «Management von Lern- und Entwicklungsprozessen» und «Bildungsmanagement» angeboten. Diese Seminare können einzeln gebucht werden, oder als Zertifikats- bzw. Diplomprogramm. Unser Weiterbildungsangebot richtet sich an Learning Professionals mit verschiedenen Aufgabenprofilen. Mit «Learning Professionals» bezeichnen wir alle Akteure, welche die Kompetenzentwicklung von Lernenden direkt oder indirekt unterstützen. Beispiele: (Weiter-)Bildungsmanager, Programmverantwortliche, PersonalentwicklerInnen, TrainerInnen, Learning & Development-Experten, Fach- und Führungskräfte für interne Trainings und Seminare. Das Portfolio der scil academy besteht aus folgenden Angeboten: • scil Fokusseminare (1.5 Tage) • scil Zertifikatsprogramm (7 Module) • scil Weiterbildungsdiplom (14 Module und 5 scil Learning Days) • scil Learning Days (1 Tag) • scil – online Seminar zu Projektmanagement in Bildungsorganisationen (1 Tag) Alle scil Seminare basieren auf dem gleichen transferorientierten Learning Design: einer Vorbereitungs-, Präsenz- und einer unterstützenden Transferphase, in welchen unterschiedliche Lernformen und Medien zum Einsatz kommen. Als Ergebnis interner Strategieentwicklungsprozesse kam es 2015 zu einem Re-Design der scil Academy: Die Programme wurden neu gestaltet und es ist eine Vielzahl an Produktinnovationen entstanden, z.B. Arbeitsbücher für Präsenzseminare (print & digital), aktualisierte Lernplattform «learning@scil», Willkommenspaket für Programmteilnehmer, inkl. Methodenbuch, Headset, neue didaktische Transferformate, etc.

5.3.1 scil Blended Learning Seminare & Learning Days

In unseren 1.5 tägigen Blended Learning Seminaren und 1-tägigen Learning Days stehen aktuelle Themen und Herausforderungen im Corpo32|

Jahresbericht IWP 2015

rate Learning / Bildungsmanagement im Fokus. Wir unterscheiden in der scil Academy Entwicklungsangebote mit Fokus auf: Managementthemen für Learning Professionals (z.B. Strategieorientierte Kompetenzentwicklung oder Value Management für Learning Professionals), 1. Didaktik / Technologie / Blended Learning Design für Learning Professionals (z.B. Coaching für Learning Professionals oder Innovatives Blended Learning Design). 2. Trends & aktuelle Themen (jährlich wechselnde Veranstaltungen, z.B. «scil Trend- & Community Day» oder «scil on tour»). Im Jahre 2015 hat scil 15 Seminare im Blended Learning Design und 10 Workshops / Learning Days im Rahmen der scil Academy erfolgreich durchgeführt.

5.3.2 scil zertifizierte Weiterbildungs programme

Das Herzstück der scil Academy sind die zwei zertifizierten Weiterbildungsprogramme «Corporate Learning / Bildungsmanagement». Das Zertifikatsprogramm (CAS) ist eine kompakte Weiterbildung mit vielen Wahlmöglichkeiten zur thematischen Vertiefung. Das Diplomprogramm (DAS) bietet eine fundierte Weiterbildung in den zentralen Aufgaben- & Handlungsfeldern im Corporate Learning / Bildungsmanagement. Besonders wichtig ist uns, dass Teilnehmende ein iinnovatives Blended Learning Design selbst erleben, aktuelle Themen und Herausforderungen gemeinsam mit Peers aus Industrie & Bildungswesen durchdenken und das Gelernte über Transferaufträge unmittelbar in der eigenen Unternehmenspraxis einsetzen können. Ziele der Weiterbildungsprogramme: • Aus der Unternehmensstrategie inhaltliche und organisatorische Konsequenzen für die betriebliche Bildungsarbeit ableiten, • neue Rollen im Corporate Learning (z.B. Lernbegleiter, Transfercoachs, StakeholderManager) verstehen und für die eigene Praxis anwenden und reflektieren, • Lernangebote nach neuesten Erkenntnissen der Lehr-/ Lernforschung didaktisch-methodisch planen und in der eigenen Praxis umsetzen,


• •

• •

e-Learning, Blended Learning und Social Media zielgerecht in der eigenen Praxis einsetzen, Erwartungen mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen klären und den Wertbeitrag von Lernangeboten aufzeigen, Bildungsprogramme und -massnahmen (formelle, informelle) transferförderlich gestalten und evaluieren, ein erweitertes Methodenrepertoire flexibel in Lernsituationen einsetzen und den Methodeneinsatz hinsichtlich der zugrundeliegenden Lernziele und Kompetenzen reflektieren, Lernangebote erfolgreich am internen / externen Markt ausrichten (Marketing), Formen und Methoden einer adaptiven Lernbegleitung konzipieren und anwenden, um auf heterogene Lerngruppen eingehen zu können, die Möglichkeiten und Grenzen der Rolle eines Coachs reflektieren und Elemente des Coachings in der eigenen Arbeit einsetzen, ein Entwicklungsportfolio vorweisen - begleitet durch individuelles Coaching, Veränderungsprozesse strategieorientiert und situationsgerecht gestalten,

Herausforderungen und Lösungsansätze einer international agierenden Bildungsarbeit analysieren, Führungskräfte aktiv in ihrer lernförderlichen Führungsrolle unterstützen.

Neben diesen fachlichen Zielen fördert das Programm auch Kompetenzen auf der Ebene der Selbst- und Sozialkompetenzen: • Reflexion der eigenen Rolle in der Organisation • Feedback erhalten und Feedback geben (z.B. Peer Feedback formulieren) • Reflexion und Dokumentation der eigenen Kompetenzentwicklung • Lernen in einer Community mitgestalten • Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten identifizieren • Erweiterung des persönlichen Methodenrepertoires • Arbeitsergebnisse in Lerntandems, Kleingruppen erreichen • Präsentation und Reflexion persönlicher Transfererlebnisse

Jahresbericht IWP 2015

|33


Zertifikatsprogramm (CAS) Corporate Learning / Bildungsmanagement Abschluss: Certified Learning Professional - HSG (Certificate of Advanced Studies)

Lernförderliche Führungsarbeit

Transferorientiertes Lerndesign

Strategieorientierte Kompetenzentwicklung

Value Management für Learning Professionals

Learning Professionals «go global»

Wissensmanagement und informelles Lernen

Change Management für Learning Professionals

Coaching für Learning Professionals

Methodenkoffer für Learning Professionals

Marketing für Learning Professionals

Vertiefungsmodule 5 aus 10 Modulen frei wählbar Blended Learning Design (1.5 Tage)

Online Learning Community

Entwicklungsportfolio

Abschlusscoaching

Standortbestimmung / Kompetenzeinschätzung

Professionelle Kompetenzentwicklung

Innovatives Blended Learning Design

Blended Learning Design (2 Tage)

Blended Learning Design (2 Tage)

Basismodule verpflichtend Blended Learning Design (2 Tage)

5.3.3 scil Inhouse Seminare/Programme

Neben dem offenen Seminarprogramm, bietet scil auch massgeschneiderte Inhouse-Programme und Trainings für Unternehmen an. Die Ziele und Inhalte werden jeweils in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden erarbeitet und auf dessen Bedürfnisse abgestimmt. Im Jahr 2015 führte scil wiederholt ein Inhouse-Zertifikatsprogramm zur didaktischen Qualifizierung von Fachtrainern durch. Diese Kooperation wird 2016 weitergeführt werden. Neben der Durchführung ganzer Zertifikatsprogramme als Inhouse-Lösung führte scil 2015 auch InhouseTrainings zu den Themen Strategieentwicklung, Digitalisierung und moderne Lernformen in verschiedenen Organisationen in der Schweiz und in Deutschland durch (deutsch/englisch). Diese Partnerschaft mit Unternehmen im Weiterbildungsbereich ermöglicht scil den direkten Austausch mit Vertretern der Unternehmenspraxis und die Weiterentwicklung bestehender Kompetenzfelder. Den Unternehmen bietet dieses Weiterbildungsformat ein massgeschneidertes Seminarprogramm nach ihren Bedürfnissen und Problemstellungen, angeboten von einem universitären Weiterbildungsanbieter.

34|

Jahresbericht IWP 2015


6

Kompetenzzentrum Lehrerfortbildung und Unterrichtsentwicklung

Am 1. August 2015 startete das neue Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung und Unterrichtsentwicklung unter der Leitung von Roman Capaul. Er wird von André Langenegger und Urs Saxer unterstützt. Das Zentrum soll nicht vom IWP isoliert arbeiten. Im Gegenteil, die enge Verzahnung, insbesondere mit dem Bereich Schule, ist zentral. Ziel des Zentrums ist, die bestehende Verbindung zwischen dem IWP und der Schulpraxis inhaltlich und personell, in einer wechselseitigen Beziehung, zu intensivieren. Damit das Zentrum gleich zum Schuljahresstart 2015/2016 sichtbar und wirksam werden konnte, begannen die Vorbereitungsarbeiten bereits anfangs 2015. SWOT-Analyse Als Start haben wir die Entwicklungen im Umfeld des Instituts und die aktuellen Stärken und Schwächen nach innen analysiert. Dabei wurden folgende wesentliche externe Entwicklungen augenfällig. • Der Wettbewerb zwischen den Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen bezüglich Fortbildung hat sich während den letzten Jahren markant intensiviert. • Die Fortbildungsangebote der meisten Institutionen sind stark subventioniert. • Viele Schulen haben die schulinterne Fortbildung etabliert (SchiLf). Dadurch nehmen die Lehrpersonen weniger an Fortbildungen ausserhalb der Schule teil. • Bezüglich fachwissenschaftlicher Fortbildung im Bereich Wirtschaft und Recht gibt es nur wenige Angebote. • Die neuen Technologien (mobile Geräte, Digitalisierung) führen zu neuen Anforderungen an den Unterricht. • Der Spardruck in der Bildungslandschaft hat enorm zugenommen. Entsprechend werden die Weiterbildungsbudgets der Schulen reduziert. • Die Sparanstrengungen erhöhen die Belastung der Lehrpersonen (Pensenerhöhung, Erhöhung der Klassengrösse etc.). Die Lehrpersonen haben teilweise nicht mehr die Kraft, zusätzlich Weiterbildungen zu besuchen. • Das Unterrichtsangebot in den Berufsfach-

schulen ist teilweise überstandardisiert. Die Lehrpersonen haben kaum Zeit, wenig Anreize und keine erforderlichen Freiräume, um neue Unterrichtskonzepte auszuprobieren. Nach innen betrachtet, gewannen wir folgende Erkenntnisse: • Die Organisationsstrukturen des IWPs erlauben es, dass wir sehr schnell und agil auf dem Markt agieren und auf aktuelle, für die Schulen relevante Fragen eingehen können. • Das IWP kann innerhalb der HSG erfahrene Fachwissenschafter einfach rekrutieren und so die wissenschaftlichen Leistungen der HSG auf der Sekundarstufe II profiliert ausweisen. • Aktuell sind aus dem IWP wenig methodischdidaktische Inhalte und erprobte Unterrichtskonzepte verfügbar, welche für die Fortbildung und Unterrichtsentwicklung ausgereift einsetzbar sind. Vision Das Kompetenzzentrum hat sich aufgrund der SWOT-Analyse folgende handlungsleitende Vision gesetzt: «Wir sind ein etablierter Premiumanbieter für Lehrerfortbildungen im Bereich Wirtschaft und Recht der Sekundarstufe II in der deutschen Schweiz. Dabei sind wir mit der wbz-cps (Schweizerische Zentralstelle für die Weiterbildung der Mittelschullehrpersonen) und Formi (Fortbildung für Mittelschullehrkräfte des Kantons St. Gallen) im ständigen Austausch. Wir sind aktives Mitglied des nationalen Weiterbildungsnetzwerkes Webpalette. Wir beraten Lehrpersonen, Fachgruppen und Schulen in anspruchsvollen didaktischen Fragestellungen. Die Gymnasien und Berufsfachschulen kennen uns als Fachgremium für anspruchsvolle didaktische Fragen und fragen uns für Unterstützung an.» Aussenauftritt Eine umfassende neue Broschüre beschreibt das Leitbild, unser Schulverständnis sowie das gesamte Fortbildungsangebot. Es zeigte sich, dass

Jahresbericht IWP 2015

|35


es sinnvoll ist, wenn sich der Bereich Schule und das Kompetenzzentrum Lehrerfortbildung mit seinem Gesamtangebot nach aussen darstellen. Unser Schulführungsverständnis ist auf die Wirkung im Unterricht ausgerichtet. Wirksame Unterrichtsentwicklung muss immer auf die Schulstrategie ausgerichtet sein und entsprechend mit der Schulleitung abgestimmt werden. Das Fortbildungsangebot wurde sowohl bei der wbz-cps, der Webpalette (Plattform für Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen aller Bildungsstufen) und der IWP-Webseite aufgeschaltet und ist für die Lehrpersonen einfach auffindbar. Zielmarkt Basierend auf den Stärken und dem Kernauftrag des IWP, fokussieren wir unsere Aktivitäten auf die Sekundarstufe II der deutschsprachigen Schweiz. Wo sinnvoll, differenzieren wir zwischen Berufsfachschule und Gymnasium. Aktuell sind wir v.a. in den Gymnasien und nur wenig in den Berufsfachschulen sichtbar. Grundsätzlich möchten wir alle Wirtschafts- und Rechtslehrpersonen ansprechen. Wo nötig, differenzieren wir die Inhalte auch nach der Berufsbiografie (spezifische Angebote für Junglehrpersonen oder erfahrende Lehrpersonen oder für Lehrpersonen 55+). Durch die Zusammenarbeit mit der wbz-cps und unsere Arbeit in den Schulen erheben wir laufend den Bedarf in den Schulen. Bei den Kursteilnehmern führten wir zusätzlich vertiefte Bedarfserhebungen durch. Als Ausbildungsinstitution für Wirtschafts- und Rechtslehrpersonen ist es eine von der EDK auferlegte Pflicht, aber auch eine tolle Chance die Praktikumslehrpersonen auszubilden und regelmässig zu Fortbildungen einzuladen. Ein erster Basiskurs für Praktikumslehrpersonen hat mit 21 Teilnehmenden im Herbst 2015 erfolgreich stattgefunden.

36|

Jahresbericht IWP 2015

Angebote und Leistungen Weiterbildungen Ziel war es, durch ein attraktives Kursangebot bei den Wirtschafts- und Rechtslehrpersonen in den Gymnasien und Berufsfachschulen schnell sichtbar zu werden. Durch regelmässige «Face to Face» Kontakte ist es besser möglich, den Ausbildungsbedarf der Lehrpersonen und deren Herausforderungen im Schulalltag zu erfassen. Die Kursinhalte sollen Antworten auf aktuelle Fragestellungen, die von hoher curricularer Bedeutung sind, liefern. Neben den fachlichen Grundlagen, müssen die Lehrpersonen für die Unterrichtspraxis verwertbare Impulse erhalten. Folgende Kurse wurden konzipiert und haben teilweise schon stattgefunden: • WIWAG® - Wirtschaftswochen und Wirtschaftsunterricht • Volkswirtschaftslehre: Schweizer Geldpolitik ein Jahr nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses • Rechtslehre: Jugendstraf- und Jugendprozessrecht • Betriebswirtschaftslehre:Change-Management in der Schweizer Papierindustrie am Beispiel der Cham Paper Group AG • Politik: Krisenherd Osteuropa – Russlands turbulente Wirtschaftsgeschichte Netzwerk Unterrichtsimpuls Wir möchten ein Netzwerk von Wirtschafts- und Rechtslehrpersonen aufbauen und zu einer schulund kantonsübergreifenden, professionellen Lerngemeinschaft (PLC) verbinden. Wer sich dem Netzwerk anschliesst, bekommt regelmässig per Email eine Unterrichtsidee zugestellt, die sich im Alltag leicht umsetzen lässt. Die beteiligten Lehrpersonen sind aufgefordert, ebenfalls ihre Impulse (Best Practice Beispiele) ins Netzwerk einzubringen. Das Netzwerk startet anfangs 2016.


Beratung • An der Kantonsschule am Burggraben begleiteten wir die Fachgruppe Wirtschaft und Recht bei der Curriculumentwicklung im Hinblick auf eine gemeinsame Maturitätsprüfung. • An der kantonalen Mittelschule Uri haben wir die schriftlichen und mündlichen Maturitätsprüfungen evaluiert und die Eindrücke in einem Gutachten zuhanden der Lehrpersonen, Schulleitung und Schulkommission zurückgespiegelt. Im Nachgang zur Evaluation führten wir einen Entwicklungsworkshop mit den Lehrpersonen durch. • An der Kantonsschule Zug unterstützten wir eine Schulentwicklungsgruppe, bei der Anpassung der Wochenstundentafel im Rahmen des von der Politik verlangten Entlastungspaketes.

Lehrbuch «Betriebswirtschaft verstehen» Während des ganzen Jahres arbeiteten wir intensiv an der dritten Auflage des Lehrbuchs «Betriebswirtschaft verstehen». Die dritte Auflage erscheint auf den Beginn des Schuljahres 2016/2017. Ergänzend zum Lehrbuch wurden zusätzliche Unterrichtseinheiten und Fallstudien entwickelt. Diese wurden im Unterricht an Gymnasien und Berufsfachschulen ausprobiert und aufgrund der Rückmeldungen wieder überarbeitet. Die Lehrpersonen schätzen diese Form der Kooperation und den vertieften Fachdialog zwischen dem Institut und der Schulpraxis. Mit diesen Anstrengungen sind wir dem angestrebten Gesamtkonzept des Lehrbuches einen wesentlichen Schritt näher gekommen und können den Schulen ein zeitgemässes Angebot zur Verfügung stellen: • Lehrbuch deutsch (bereits in der 3. Auflage). Die Lösungen zu den Aufgaben sind für die Schüler auf der IWP-Webseite frei zugänglich. • Lehrbuch englisch (identisch mit deutscher Version, zum Einsatz im Immersionsunterricht). • E-Book (sowohl bei der deutschen als auch der englischen Version). • Zusätzliche Unterrichtsmaterialien zum Download (Folien zum Lehrbuch, Unterrichtseinheiten und Fälle, vertiefende Materialien zur Unterrichtsvorbereitung). • Weblinks (frei zugänglich unter www.iwp. unisg.ch/weblinks) zur weiteren Veranschaulichung der Lehrbuchtheorie in Bild, Ton oder Text.

Jahresbericht IWP 2015

|37


7

Universitätsinterne und ext. Kommissionen

Prof. Dr. Dieter Euler:

Prof. Dr. Sabine Seufert:

• •

• • • •

• •

• •

Beauftragter des Rektorats für die Entwicklung des Selbststudiums an der Universität St.Gallen Beauftragter des Rektorats für Qualitätsentwicklung an der Universität St.Gallen Präsident der Akkreditierungskomission der OAQ für internationale Akkreditierungen Präsident des wissenschaftlichen Beirats für Fachhochschulen der OAQ (Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung) Vorsitzender des Awarding Body CEL, European Foundation for Management Development, Brüssel Beirat Migros Klubschulen Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift für Berufs-und Wirtschaftspädagogik Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift für Hochschulentwicklung Mitglied der Jury zur Vergabe des Friedrich-Edding-Preis für Berufsbildungsforschung Mitglied der Jury «Netzwerk Bildungsforschung» der Baden-Württemberg Stiftung Mitglied im Stiftungsbeirat der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und For schung Mitglied im Editorial Board des Journal «Education Design Research» Mitglied im Editorial Advisory Board des «International Journal of Excellence in e-Learning»

• •

• •

Akademische Leitung der Ausbildung in Wirtschaftspädagogik an der Universität St.Gallen Expertin für mündliche Maturaprüfungen an den Mittelschulen im Kanton St.Gallen Mitglied des Advisory Board für das Journal «Empirical Research in Vocational Education and Training (ERVET)» Expertin im Digitalisierungsforum der Hochschulen des BMBF (Bundesministerium f. Bildung und Forschung) Gutachterin im Förderprogramm «Digitale Medien in der Berufsbildung» des BMBF Mitglied im Editorial Board des Journal «International Journal of Learning Technology», IJLT Mitglied im Editorial Board von «International Journal of Advanced Corporate Learning», IJAC Mitglied im Programm Commitee von «The International Conference on E-Learning in the Workplace, ICELW

Prof. Dr. Taiga Brahm •

Vertreterin des Mittelbaus im Senat

Prof. Dr. Roman Capaul: • • • • •

Leitung Startwoche Leitung Assessmentjahr Vizepräsident des Verwaltungsrates des HIF Ftan Experte Maturitätsprüfungen an der Kantonsschule am Burggraben Beirat der SAGSAGA

Dr. Martin Keller: •

38|

Jahresbericht IWP 2015

Beirat Kantonsschule Romanshorn


8

Publikationen

8.1

Bücher

Euler, D. & Severing, E. (2015a). Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung Daten, Fakten, offene Fragen. Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung. Euler, D. & Severing, E. (2015b). Inklusion in der beruflichen Bildung. Umsetzungsstrategien für eine inklusive Ausbildung. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.

8.3

Buchbeiträge

Bresges, A., Dilger, B., Hennemann, T., König, J., Lindner, H., Rohde, A. & Schmeinck, D. (2015). Einleitung. In Bresges, A., Dilger, B., Hennemann, Th., König, J., Lindner, H., Rohde, A. & Schmeinck, D. (Hrsg.), Kompetenzen perspektivisch. Interdisziplinäre Impulse für die LehrerInnenbildung. (S.9-13) Münster: Waxmann .

Dilger, B. (2015a). Kompetenzen in Lehrplänen – Einleitung. In Bresges, A., Dilger, B., Hennemann, Th., König, J., Lindner, H., Rohde, A. & Euler, D. & Wieland, C. (2015). The German VET Schmeinck, D. (Hrsg.), Kompetenzen perspektiSystem. Exportable Blueprint or Food for Thought? visch. Interdisziplinäre Impulse für die LehrerInGütersloh: Bertelsmann Stiftung. nenbildung. (S.15-20) Münster: Waxmann Metzger, C. (2015a). Lern- und Arbeitsstrategien. Ein Fachbuch für Studierende. WLI-Hochschule Dilger, B. & Hille S. (2015). Kompetenzorientierung in Curricula. In Bresges, A., Dilger, B., (11. überarb. Auflage). Berlin: Cornelsen. Hennemann, Th., König, J., Lindner, H., Rohde, A. & Schmeinck, D. (Hrsg.), Kompetenzen Metzger, C. (2015b). Wie lerne ich? WLI-Schule perspektivisch. Interdisziplinäre Impulse für die (8. überarb. Auflage). Aarau: LehrerInnenbildung. (S.21-38) Münster: WaxSauerländer-Cornelsen. mann. 8.2 Habilitation/Dissertationen Euler, D. (2015a). Berufsprinzip. In J. P. Pahl (Hrsg.), Lexikon Berufsbildung. Ein Nachschlagewerk für die nicht-akademischen und akademischen Brahm, T. (2015). Pädagogische HochschulentwickBereiche (S. 239-240). Bielefeld: Bertelsmann. lung als wirtschaftspädagogisches Forschungsund Entwicklungsfeld (Eingabe Habilitation, Euler, D. (2015b). Das duale System in DeutschUniversität St.Gallen). land - ein `Exportschlager` ohne Absatz? In S. Bohlinger & A. Fischer (Hrsg.), Lehrbuch euroFäckeler, S. (2015). Ganzheitliche Personalentwickpäische Berufsbildungspolitik: Grundlagen, Helung: Eine Analyse wissenschaftlicher und subrausforderungen und Perspektiven (S. 205-224). jektiver Theorien über Personalentwicklungsarbeit Bielefeld: Bertelsmann. (Dissertation, Universität St. Gallen, Nr. 4348). Bamberg: Difo. Euler, D. (2015c). Mejorar las competencias docentes del profesorado universitario es necesario, Betreute Dissertation von Prof. Dr. Gabi Rein¡pero la innovación sostenible requiere algo mann und Prof. Dr. Taiga Brahm: más!. In Impacto y transferencia de la formación docente universitaria (S. 149-165). Ranner, T. (2015). Internetgestützte Videoreflexion in Barcelona: Educar. der Fahrlehrerausbildung: Fallstudien zur Implementation einer mediendidaktischen Innovation. (Dissertation, Zeppelin Universität Friedrichs- Fäckeler, S. (2015). Ganzheitliche Personalentwicklung: Die Gestaltung zeitgemässer PEhafen). Arbeit in Unternehmen. In PersonalEntwickeln. Köln: Dt. Wirtschaftsdienst.

Jahresbericht IWP 2015

|39


8.4

Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften

Brahm, T. & Jenert, T. (2015). On the assessment of attitudes towards studying Development and validation of a questionnaire. Learning and individual differences: journal of psychology and education, 43, 233-242. Dilger, B. (2015a). Gestaltung des Praxissemesters im Master of Education Wirtschaftspädagogik / Lehramt Berufskolleg im Fachverbund berufliche Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften – Ein Praxisbericht. Kölner Zeitschrift für Wirtschaft und Pädagogik, 57, S. 49–76. Dilger, B. (2015b). Kompetenzorientierung. Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung in curricularer, methodisch-didaktischer und prüfungsgestalterischer Hinsicht. In Berufsbildung. Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schule, 69. Jahrgang, 155, Oktober 2015, S. 2–5. Euler, D. (2015a). Im Wettlauf mit dem Wandel Pädagogische Innovationsprozesse in der Berufsbildung. Berufsbildung, Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schule, 151, 2-4.

Jenert, T. (Hrsg.), Postareff, L. (Hrsg.), Brahm, T. (Hrsg.) & Sari, L. Y. (Hrsg.). (2015). Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE): Enculturation and development of beginning students, 10 (4), 231. Meier, C. (2015a). Neues Design für gutes Lernen: ATD Conference 2015. Training aktuell 2015, 7, 6-9. Meier, C. (2015b). Vom Return on Investment zum Return on Expectations: Wirkungen formeller und informeller Lernprozesse erfassen. Personalführung, 3, 49-54. Schuchmann, D. & Seufert, S. (2015). Corporate Learning in Times of Digital Transformation: A Conceptual Framework and Service Portfolio for the Learning Function in Banking Organisations. International Journal of Corporate Learning (iJAC), 8 (1), 31-39. Seufert, S. (2015). Design Research für die Implementation von eLearning: ein vielversprechendes Paradigma für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis? HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, 52 (1), 120-131.

Euler, D. (2015b). Kompetenzorientierte Berufsbildung in Luxemburg. Berufsbildung: Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schulen, 155, 44-46.

Seufert, S. & Scheffler, N. (2015). Die Rolle der Berufsfachschule beim Aufbau von Medienkompetenzen: Eine empirische Studie des Instituts für Wirtschaftspädagogik Universität St. Gallen (HSG) in Zusammenarbeit mit dem Lehrbetrieb Schindler. Folio, 6, 21-25.

Euler, D. (2015c). Lernorte in der Berufsausbildung zwischen Potenzial und Realität. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis: BWP, 44, 6-9.

8.5

Konferenzbeiträge und Präsentationen

Euler, D. & Sloane, P. (2015). Neue Bildungslandschaften - Kommunales Bildungsmanagement als Zukunftsaufgabe. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik: ZBW, 111 (1), 1-10.

Bley, S. & Schneider, C. (2015, September). Ökologische Validität in der Kompetenzmessung. Entwicklung und Prüfung eines Instrumentariums zur Analyse von Fähigkeitsanforderungen an kaufmännische Fachkräfte. Paperpräsentation an der Jahrestagung der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik (BWP) der Deutschen Gesellsch. f.Erziehungswissenschaft (DGfE), Zürich.

Jenert, T., Postareff, L., Brahm, T. & Sari, L. Y. (2015). Enculturation and development of beginning students. Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE), 10 (4), 9-21.

Brahm, T., Jenert, T. & Wagner, D. (2015, August). The self-fulfilling prophecy of fear of academic failure. In Towards a reflective society: synergies between learning, teaching and research (S. 206).

Euler, D. (2015d). Zur (Neu-)Bestimmung des Verhälnisses von Berufs- und Hochschulbildung. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik: ZBW, 111 (3), 321-332.

40|

Jahresbericht IWP 2015


Paper presented at 16th Biennial EARLI Conference between learning, teaching and research (S. 206). Paper presented at 16th Biennial EARLI Conference, Zypern. Brahm, T., Wagner, D. & Jenert, T. (2015, August). A person-centred approach to students' transition into Higher Education. In Towards a reflective society: synergies between learning, teaching and research (S. 141). Paper presented at 16th Biennial EARLI Conference, Zypern. Capaul, R. & Keller, M. (2015, Juni). Evaluation des Führungs- und Qualitätskonzepts der Volksschulen im Kanton St. Gallen. Paperpräsentation am Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF), St. Gallen. Dilger, B. (2015, Februar). Design Based Research in der ökonomischen Bildung. Paperpräsentation an der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für ökonomische Bildung (Degöb), Wien. Dilger, B. (2015, März). Kooperative Keynote: Herausforderungen der Studieneingangsphase – fachliche, fachdidaktische und hochschuldidaktische Perspektiven auf den Start ins Studium. Paperpräsentation an der Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik, Paderborn. Dilger, B. (2015, Juni). Design Based Research – An useful approach for higher education development?! Presented at the Oxford Learning institute University of Oxford, Oxford. Dilger, B. (2015, Juli). Lehren und Lernen in der Hochschule. Ein- und Ausblicke in Bedingungen und Entwicklungstrends. Paperpräsentation an der Militärakademie der ETH Zürich, Zürich. Dilger, B. (2015, November). Forschungsorientiertes Lehren und Lernen in den Wirtschafts- und Sozalwissenschaften. Vortrag an der Hochschulrektorenkonferenz Projekt Nexus Tagung: Forschendes Lernen: Fachspezifische Differenzen und Prüfungsformate, Hohenheim. Dilger, B. (2015, November). Prüfungen im Forschungsorientiertes Lehren und Lernen. Präsentation an der Hochschulrektorenkonferenz

Projekt Nexus Tagung: Forschendes Lernen: Fachspezifische Differenzen und Prüfungsformate, Hohenheim. Jenert, T. & Brahm, T. (2015, April). How Do They Find Their Place? A Longitudinal Study of Management Students' Attitudes and Motivations During Their First Year at Business School. Paper presented at American Educational Research Association annual Meeting, Chicago. Jenert, T. & Reinmann, G. (2015, September). Zwischen Individuum, Institution und Disziplin. Methodologische Überlegungen zur Erfassung von Lernkulturen an Hochschule. Paperpräsentation an der Jahrestagung der Sektion Erwachsenenbildung der DGfE , Hannover. Keller, M. (2015, Januar). Schul- und Qualitätsentwicklung in Weiterbildungsinstitutionen begleiten: Aufgabe von Schulleitungen und Q-Verantwortlichen. Paperpräsentation an der Zürcher Konferenz für Weiterbildung, Zürich. Keller, M. (2015, November). Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen. Paperpräsentation am Symposium Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung (OKB), St. Gallen. Keller, M. & Capaul, R. (2015, September). Mitarbeitergespräche führen: Konzeptionelle Einbettung und Instrumente für die Schulpraxis. Paperpräsentation am Bildungs- und Schulleitungssymposium, Zug. Kühner, P. (2015, September). Gestaltung von Unterrichtsinteraktion zur Förderung ethischreflexiver Kompetenz im Wirtschaftsunterricht: Vorstellung des Dissertationsvorhabens. Paperpräsentation an der Jahrestagung der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik 2015, Zürich. Lehner, M. (2015, März). Die Entwicklung von lehrbezogenen Einstellungen im Rahmen von hochschuldidaktischen Zertifikatsprogrammen. Paperpräsentation an der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik, Paderborn, Deutschland.

Jahresbericht IWP 2015

|41


Lehner, M. (2015, Juli). Die Entwicklung von lehrbezogenen Einstellungen durch Visualisierungen im Rahmen von Faculty Development. Paperpräsentation am SGBF-Kongress, St. Gallen. Müller, S., Stanoevska-Slabeva, K., Seufert, S. & Scheffler, N. (2015, August). The 7i Framework - Towards a Measurement Model for Information Literacy. In Proceedings of the American Conference on Information Systems (AMCIS) (S. 1-13). Fajardo, Puerto Rico. Schneider, C. (2015, September). GeschäftsmodellInnovation im Corporate Learning: WissenschaftsPraxis-Dialog mit S. Hutterli (SBB AG). Paperpräsentation am 2. scil Trend- und Community Day 2015, St. Gallen. Schneider, C. (2015, Oktober). GeschäftsmodellInnovationen bei Bildungsorganisationen. Paperpräsentation am Herbstforum 2015 des Münchener Bildungsforums (MBF), Feldkirchen-Westerham. Schneider, C. & Fandel-Meyer, T. (2015, November). 5th scil Trend Study 2015/2016 - What are the trends for learning professionals in corporate learning? Paper presented at EAPRIL 2015 Conference, Belval, Luxembourg. Schuchmann, D. (2015, Juni). Overcoming Barriers for the Implementation of Educational Innovations in Executive Education Programs. A Case Study-based Investigation at Business Schools and Alternative Providers. In Proceedings of the EURAM Doctoral Colloquium (S. 23). Warsaw, Poland. Schuchmann, D. (2015, September). WissenschaftsPraxis-Dialog mit A. Löhmer (HSG Executive School) zum Thema: «,Innovationen in der Managementausbildung?». Paperpräsentation am 2. scil Trend- & Community Day, St. Gallen. Schuchmann, D. & Seufert, S. (2015, November). Supporting Bank Managers in Facilitating Employees' Continuous Learning As A Precondition For Organizational Development And Innovation. An Empirical Study In The Banking Sector. In ICERI2015 Proceedings (S. 2169-2180).

42|

Jahresbericht IWP 2015

Paper presented at 8th International Conference of Education, Research and Innovation (ICERI), Seville, Spain. Seufert, S., Scheffler, N., Stanoevska-Slabeva, K. & Müller, S. (2015, August). The Design of Personal Learning Environments (PLE) with Scope on Information Literacy in High School. In Proceedings of the 4th International Workshop on Learning Technology for Education in Cloud (S. 1-12). Ljubljana, Slovenia. Seufert, S., Scheffler, N., Stanoevska-Slabeva, K. & Müller, S. (2015, Oktober). Informationskompetenz im Gymnasium: Ergebnisse einer Interventionsstudie im Fach Wirtschaft und Recht. Paperpräsentation an der Herbsttagung 2015 der Sektion Medienpädagogik der DGfE, München. Stanoevska-Slabeva, K., Müller, S., Seufert, S. & Scheffler, N. (2015, Dezember). Modelling and Measuring Information Literacy in Secondary Education. Paper presented at International Conference on Information Systems (ICIS), Fort Worth, Texas. Wagner, D. & Jenert, T. (2015, März). Zwischen «netten» Tools und «Überdidaktisierung». Neue Medien in der Hochschuldidaktik. Paperpräsentation an der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (DGHD), Paderborn.

8.6

Arbeitsberichte

Buschfeld, D. & Dilger, B. (2015). Weiterentwicklung der acht Berufskollegs in städtischer Trägerschaft zu einem Regionalen Berufsbildungszentrum «Acht plus». Bericht über die Aktivitäten im zweiten Projektjahr 2014 / 2015 aus Sicht der Wissenschaftlichen Begleitung. Fandel-Meyer, T., Schneider, C., Seufert, S., Meier, C. & Schuchmann, D. (2015). Scil Trend studie 2015/2016: Trends im Corporate Learning. St.Gallen: Swiss Centre for Innovations in Learning. (scil).


8.7

Digitale Ressourcen

Dilger, B. (2015a). Im Rahmen des Deserve Project Consortiums. Documentary of the development of the approach and its implementation. URL: http:// deserve.eduproject.eu/moviePreview.mov. Dilger B. (2015b). Im Rahmend es Deserve Project Consortiums: Handbook for Educators. URL: http://deserve.eduproject.eu/wp-content/uploads/0_Teacher-Handbook.pdf. Dilger, B. (2015c). Im Rahmen des Deserve Project Consortiums: Profiling Different Entrepreneurship Education Approaches. URL: http://deserve.eduproject.eu/wp-content/uploads/deserve_profiles-comparison.pdf. Dilger, B. (2015d). Im Rahmen des Deserve Project Consortiums: On classification of German entrepreneurship education, typification of conditions and approaches to entrepreneurship education using scales and maps to illustrate differences and common elements as a basis for finding a European dimension, evaluation of the concept and its implementation. URL: http://deserve.eduproject.eu/ results/. Euler, D. (2015a). Hochschulentwicklung – eine (neue) Herausforderung für die Wirtschaftspädagogik? [Video]. Vortrag auf der Jahrestagung der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften, Paderborn. URL: https://www.youtube.com/watch?v=lWQKqQAhcQk. Euler, D. (2015b). Responsibility and sustainability – a demanding challenge for Higher Education [Video]. Vortrag Universität St. Gallen, St. Gallen. URL: https://www.youtube.com/ watch?v=j1jy2iBhk8s.

8.8

Betreuung von Bachelorund Masterarbeiten

Brahm, T. (2015). Da Costa Vanessa: Integration von Nachhaltigkeit und Verantwortung in die Managementausbildung : eine Anwendung an der

Lehrveranstaltung «Strategisches Management» der Universität St.Gallen. (Masterarbeit). Brahm, T. (2015). Hugentobler Karin: Evaluation und Weiterentwicklung der Corporate Finance Vorlesung im Hinblick auf die Triple Bottom Line (Masterarbeit). Brahm, T. (2015). Schweizer Michele: Wirkung von Nachhaltigkeitsunterricht auf das Kaufverhalten. (Bachelorarbeit). Capaul, R. (2015). Fischer Simona: Computergestützter Unterricht am Gymnasium: Theorie geleitete Entwicklung, Durchführung und Evaluation einer Fallstudie zur technischen und didaktischen Vertiefung der Unterrichtseinheit Investitionsrechnung. (Masterarbeit). Euler, D. (2015). Huber Marcel: Relevanz von überfachlichen Kompetenzen von Lehrpersonen an schweizerischen Berufs- und Mittelschulen. (Bachelorarbeit). Euler, D. (2015). Moser Luca: Arbeit mit Modellen im gymnasialen VWL-Unterricht. (Masterarbeit). Euler, D. (2015). Sefic Fehim: Fundraising in gemeinnützigen Bildungsinstitutionen - Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen am Beispiel der Sprachheilschule St. Gallen. (Bachelorarbeit). Seufert, S. (2015). Hinterberger Florin: Informationskompetenzen an Gymnasien – Weiterentwicklung einer Unterrichtskonzeption im Fach BWL. (Bachelorarbeit). Seufert, S. (2015). Rickenbach Sarah: Digitale Ökosysteme als Unterrichtsgegenstand für das Fach Betriebswirtschaftslehre im Gymnasium. (Bachelorarbeit). Seufert, S. (2015). Tatavitto Martina: Digitale Ökosysteme als Unterrichtsgegenstand für das Fach Rechnungswesen im Gymnasium. (Bachelorarbeit).

Jahresbericht IWP 2015

|43


9

Rückblick

«scil Trend- und Community Day 2015»

Am 16. September fand der 2. scil Community Day in St.Gallen statt. 46 Learning Professionals haben sich zum Rahmenthema «Trends im betrieblichen Lernen» ausgetauscht.

Dieter Euler hielt auf der ASEAN Konferenz, die vom 14. - 16.12.2015 in Vientianne / Laos die Keynote zu «TVET Personnel Development». ASEAN ist eine Wirtschaftsgemeinschaft mit 600 Millionen Konsumenten.

44|

Jahresbericht IWP 2015

Bernadette Dilger hielt am 18. Oktober ihre Antrittsvorlesung mit dem Thema «From insight to impact» - Eine wirtschaftspädagogische Auseinandersetzung.


«Berufsbildungsprofis – die (un)heimlichen Erzieher»

Am diesjährigen Symposium des Ostschweizer Kompetenzzentrums für Berufsbildung trafen sich die Bildungsprofis. Über 400 Teilnehmende nutzten die Plattform vom Freitag, 27. November 2015, um sich auszutauschen, Inhalte zu reflektieren und über ihre Rolle nachzudenken. Dass Vernetzung gewünscht ist und das Thema «Bildungsprofis – die (un)heimliche Erzieher» Interesse weckt, zeigte sich auch daran, dass die Tagung bereits im September ausgebucht war.

Das Konzept des Symposiums 2015 war so angelegt, dass ausgehend von persönlichen Erfahrungen wissenschaftliche Erkenntnisse aufgeschlüsselt wurden. Medizinische, gesellschaftliche und pädagogische Aspekte wurden aufgegriffen und beleuchtet. Prof Dr. Roland Reichenbach, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich, forderte die Bildungsprofis auf, ihre Haltung deutlich zu zeigen und auch nicht davor zurückzuschrecken, sich zu exponieren. Persönliche Schilderungen von Lernenden und Ausbildungsverantwortlichen machten deutlich, wie wichtig die Beziehungsebene ist. Fehlt ein guter Draht zueinander wird es schwierig, Inhalte zu vermitteln oder anzunehmen. Dass dem Elternhaus der grösste Stellenwert in der Erziehung zukommt, scheint unbestritten. Doch auch in der beruflichen Ausbildung spielen erzieherische Kompetenzen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es geht nicht bloss um die Vermittlung von Fachkompetenz, sondern auch darum, dass sich Jugendliche ganz pragmatisch Tugenden wie Pünktlichkeit oder Verlässlichkeit aneignen. Im Gegenzug haben sie Anspruch auf Fairness und sollen ernstgenommen werden. Das Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung OKB ist eine Kooperation zwischen der PHSG, dem IWP-HSG und dem ZbW.

Jahresbericht IWP 2015

|45


«Impressionen vom geselligen Teil der IWP Aktivitäten 2015»

IWP - SOMMERKLAUSUR

MITARBEITER - EVENT

46|

Jahresbericht IWP 2015


10 Ausblick Die eingangs skizzierte Situation der Kontinuität im Wandel wird in weiten Teilen auch das Institutsjahr 2016 bestimmen. Das IWP ist weiterhin ein kompetenter und daher geschätzter Partner in den vier Bereichen sowohl im Inland als auch im Ausland. Die Aufwertung des schweizerischen Franken zu Beginn des vergangenen Jahres erschwerte die Wettbewerbssituation des Instituts in den Euro-Ländern und führt trotz der Diversifikationsstrategie des Instituts zu herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In diesem Rahmen wird es auch 2016 darum gehen, die aufgebauten Potenziale weiter zur Geltung zu bringen und dabei neue, interessante Aktivitäten und Projekte zu starten. Nur so kann die wirtschaftliche Grundlage, insbesondere aber auch die Kompetenz und Motivationsgrundlage der Mitarbeitenden erhalten und verstärkt werden. Für den Bereich Hochschulentwicklung steht das Ziel im Vordergrund, das neu gegründete «Competence Center for Educational Development and Research in Higher Education (CEDAR)» in den drei Schwerpunkten Hochschuldidaktik, Studienprogrammentwicklung sowie Forschung und Entwicklung weiter zu profilieren. Über einen Blog wird laufend über die Entwicklungen im Kompetenzzentrum sowie in den laufenden Forschungsprojekten berichtet. Auch im Bereich Berufsbildung verbindet sich Kontinuität mit Innovation. Dieter Euler wird sich in seinem Forschungssemester u.a. den Fragen der Governance unterschiedlicher Berufsbildungssysteme sowie der Integration von Migranten und Zuwanderern in Ausbildung und Beruf widmen. Ein Schwerpunkt wird auf der Untersuchung angelsächsischer Berufsbildungssysteme liegen, in denen Fragen der sozialen Integration und der Einmündung in eine qualifizierte Beschäftigung anders als im deutschsprachigen Europa verfolgt werden. Der Bereich Schule verfolgt das strategische Ziel die (Weiter-)Entwicklung von Berufsfachschulen und Kantonsschulen in ihren Aktivitäten auf der normativ-strategischen und operativen Ebene zu unterstützten. Dazu wird es in der wirtschaftspädagogischen Ausbildung im berufspraktischen Teil kleinere Veränderungen geben, die Zusammenarbeit mit den Praktikumsbetreuungslehrenden wird intensiviert und über das Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung werden fachdidaktisch orientierte Weiterbildungen realisiert. Weiterhin können wir die Weiterbildungen zu Schulleitung und Schulführung in bewährter Form anbieten und freuen uns über die Nachfrage an dieser Kaderausbildung. Diese Aktivitäten unter der Dimension von Personalentwicklung an Schulen werden ergänzt mit Beratungs-, Evaluations- und Forschungsprojekten auf der makro-, meso- und mikrodidaktischen Ebene, die eher die konzeptionelle sowie organisatorische Schulentwicklung von Einzelschulen und Schulen im Verbund unterstützen. Ziel unserer Bemühungen ist es die (Weiter-)entwicklung von Schule als Anbieter von profilierten Bildungsangeboten sowie als professionalisierte Bildungsinstitution zu unterstützen. Dies in Kooperation mit der Schulpraxis und in aktiver und kritisch-reflexiver Form mit der wirtschaftsdidaktischen und schulbezogenen Forschung. Für den Bereich betriebliches Lernen, das am IWP im Swiss Centre for Innovations in Learning (scil) verankert ist, stehen 2016 folgende strategische Ziele im Fokus: • Etablierung der 2015 konzeptionell veränderten Weiterbildungsangebote für Learning Professionals • Ausbau von Beratungs- und Coaching Angeboten im Rahmen der strategischen Portfoliothemen (z.B. Strategieentwicklung für Bildungsmanager/-innen) • Entwicklung eines Forschungsprogramms und strategischer Initiativen im Themenbereich: «Digitales lernen & arbeiten». • Im September 2016 findet wieder der «scil Trend- & Community Day» in St.Gallen statt, der eine Plattform für Wissensimpulse und Erfahrungsaustausch für Bildungsmanager/-innen bietet. Das Rahmenthema des diesjährigen Events: «Digitales Leben I Lernen I Leisten»: Gedanken aus der Forschung & erprobte Kompetenzentwicklungsinitiativen aus der Praxis.

Jahresbericht IWP 2015

|47


Das IWP möchte auch zukünftig als ein anerkanntes Zentrum in den Bereichen Wirtschaftspädagogik, Bildungsmanagement und Hochschulentwicklung in der Schweiz und im deutschsprachigen Ausland wahrgenommen werden. Motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hohe Qualität und Originalität der Leistungen, Pflege der vielfältigen Beziehungen im In- und Ausland, Flexibilität, Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein bleiben zentrale Säulen in der Umsetzung dieser Vorstellung. Institut für Wirtschaftspädagogik

Professorin Dr. Bernadette Dilger

Professorin Dr. Sabine Seufert St.Gallen, 28. Februar 2016

48|

Jahresbericht IWP 2015

Professor Dr. Dieter Euler


Universit채t St. Gallen (HSG) Institut f체r Wirtschaftsp채dagogik (IWP) Dufourstrasse 40a CH-9000 St. Gallen +41 (0)71 224 26 30 iwphsg@unisg.ch www.iwp.unisg.ch

EFMD

AKKREDITIERUNGEN


Jahresbericht 2015