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Pornografie PornografieimimInternet Internet

Pornografie im Internet: Pornofilmen mitzuwirken, vor allem in «Hardcore-Filmen», wo sie extrem brutal behandelt und aufs Äusserste erniedrigt werden. Sie werden durch Drohungen, Folterungen, Vergewaltigungen und Drogen gefügig gemacht. Kinder und Frauen geraten in den Handel, weil sie keine Perspektive haben, durch extreme Armut in ihrem Herkunftsland, durch Not- und Krisensituationen.

Das gilt genauso für Frauen, deren Zahl an Pornokonsumentinnen deutlich angestiegen ist. Pornokonsum ist sehr oft ein Kompensationsverhalten, das heisst, das eigentliche Problem wird mit Pornografie überlagert.

➜ Über das Making-of Gibt esreden einen geistlichen Aspekt?

Das Schweizerische Weisse Kreuz istJa.die fürderLebensschutz, DieFachstelle Warnungen in Bibel sind diesSexualethik und Beziehungsfragen. Sexualpädagogen Spätig bezüglich sehr klar und,Simone wenn man die Welche Auswirkungen hat der Die Hintergründe kennt, auch nachvollziehbar. und Michael Recher behandeln mit Jugendlichen Themen rund um die Pornokonsum auf die EntwickPornokonsum und Ehebruch sollten nicht Sexualität. lung der Jugendlichen? Die Gefahr, in eine Sucht zu geraten, Sex zu kaufen oder Gewalt an Frauen anzuwenden, ist um ein Vielfaches erhöht. Die Chancen, eine gesunde Beziehung aufzubauen, wird reduziert, und Mädchen werden zum Sexobjekt degradiert. Übersexualisierung kann zu Impotenz führen.

Wie meinen Sie das? Pornografie hat eine unheimliche Anziehungskraft. Es ist wissenschaftlich belegt, Simone dass bei Spätig regelmässigem Pornokonsum die Hirnstruktur verändert wird. Der Konsument wird – vereinfacht gesagt konditioniert und Frau Spätig, Sex ist–ein wichtiges gewöhnt sich an die Bilder. Diese müssen, Thema. Wie beschäftigen sich Juähnlich dem damit? Drogenkonsum, dann immer gendliche härter und noch ausgefallener werden, damit die Glückshormone, gleich wiewir, beidass der Im Sexualkundeunterricht erleben stofflichen Sucht, überhaupt noch ausgesich die Fragen in vier Hauptbereiche schüttet werden. weiss man, dass auffächern lassen:Heute Beziehung, «das erste eine stoffliche am gleichen Ort Mal»,nicht Verhütung undSucht Sexstellungen. Neben im stattfindet wie eine Der derHirn Auseinandersetzung mitstoffliche. der eigenen psychologische Aspekt istzu dieser: Zukunft, der Ablösung von HauseDie undFasder zination der Pornografie beim Konsum schrittweisen Zuwendungwird zu einem Gegenso gross, alles,wir was umimeinen herum über – dasdass erfahren etwa geschlechgeschieht, unwichtig wird, die Ehefrau, Kintergetrennten Gruppenaustausch – stehen der, Freundeskreis, Glaube Die aberder primär persönlicheder Fragen zur usw. eigenen Anzahl an Identität Stunden,zur dieDiskussion. am Computer im sexuellen Einige Internet verbracht steigert sich, davon lauten: «Wiewerden, attraktiv bin ich?», der Konsument wird zunehmendFrau asozial. «Werde ich als heranwachsende von Mädchen (Konkurrenzkampf) und Jungs (potenzielle wahrgenommen?» Den PC im Liebhaber) Wohnzimmer aufzustellen oder ich zu alsvereinbaren, Junge eine ebenso oder«Bekomme eine PC-Zeit kann hübsche Freundin mein Kollege?» zum Schutz der wie Kinder beitragen. Je nach Alter, Biografie und persönlichen Erfahrungen erhalten aber auch die praktischen Fragen rund um die Sexualität (Anmache, Freundschaft, Anleitungen zu sexuellen Praktiken, Verhütung einer Schwangerschaft, Schutz vor Geschlechtskrankheiten) Bedeutung.

unterschiedlich gewertet werden. «Wandelt in Liebe und weist den Götzen der gestörten Sexualität ab», Eph. 5, 1–7 (die Bibel).

Wie können sich Eltern verhalten, um ihre Kinder zu schützen? Allein schon den PC im Wohnzimmer aufzustellen, hilft. Der heimliche Internetkonsum wird damit unterbunden. Eine PC-Zeit mit den Kindern abmachen und einhalten. Kinder sollen offen mit den Eltern sprechen und sagen können, was sie im Internet sehen. Michael Recher

Tipps

Herr Recher, der Schritt zum Computer scheint heute nicht weit. Filter einbauen, um unliebsame Konsumieren viele Jugendliche Überraschungen zu verhindern. Pornografie im Internet? Es stimmt: alle Jugendlichen in der ElternPraktisch müssen über Social Media Schweiz halten sich regelmässig im Internet Bescheid wissen und versuchen, mit auf. Laut der aktuellen «Bravo-Studie» den Kindern Schritt zu halten. Die hattenPräventionsbroschüre schon 42 Prozent der Elfbis 13-Jährigen «Click it» der Kontakt mit Pornografie. Bei den 14­ bis 17­ Schweizerischen Kriminalprävention Jährigen sind hilfreich. es bereitsSiehe 79 Prozent. Wenn ist da sehr «man» weiss, dass es im Internet gratis, anwww.stopp-kinderpornografie.ch. onym und unverbindlich Informationen zum Thema gibt, ist aber es naheliegend, dass DasSex Wichtigste ist: diese wird. Die Studien saDASQuelle TABUgecheckt BRECHEN UND gen aber nichts über die Häufigkeit, die MoDARÜBER SPRECHEN. tivation und den persönlichen Umgang mit den Inhalten aus. Es ist gut möglich, dass bei den 79 Prozent auch Jugendliche aufgeführt sind, die nur ein einziges Mal auf eine Seite mit pornografischen Darstellungen gegangen sind, aus Versehen oder Neugierde. Auf der anderen Seite kann ich mir gut vorstellen, dass sich unter den übrigen 21 Prozent Jugendliche befinden, die sich im Netz regelmässig Pornos reinziehen, sich aber für ihr Verhalten schämen und darum keine Angaben machen wollten. Insofern sind die

Sicher surfen / Gefahren im Internet

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CPV - Gefahren im Internet - Sicher Surfen  

Das Internet hat in vielen Lebensbelangen Erleichterung gebracht. Es birgt aber auch Probleme und Risiken, so zum Beispiel durch Grenzverlet...

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