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drogenspürhunde « Drogen sind für den Hund tödlich giftig!» (siehe Kästchen). Wenn er nur Spuren davon auf die Nase bekommt, muss er auf der Stelle zum Tierarzt. Im Kanton Solothurn haben wir einen solchen Notfall zum Glück noch nie erlebt. Der Hund lernt den Geruch der Drogen im Zusammenhang mit seinem Spielzeug kennen. Das für den Hund bekannte Spielzeug wird zusammen mit Drogen versteckt. Sobald er mit der Nase genau auf das Versteck zeigt, bekommt er sein Spielzeug und ein dickes Lob. So lernt er, dass er spielen darf, wenn er diesen Geruch findet und anzeigt. Die Hundenase ist so fein, dass sie auch Drogen findet, die für uns Menschen geruchlos sind, zum Beispiel LSD. Beim fertig ausgebildeten Hund üben wir nicht mehr nur mit den echten Drogen, sondern mit kleinen Stäbchen, sogenannten SOKKS, auf die im Labor der reine und unverfälschte Geruch aller gängigen Drogen aufgedampft wurde. Um Verunreinigungen zu verhindern, fassen wir diese Stäbchen nur mit Handschuhen und Pinzette an. Wenn ich mit Yasko einen Drogeneinsatz mache, achte ich darauf, dass er vorher trinkt, damit seine Schleimhäute feucht sind. Wenn er nicht trinken will, schütte ich eine Portion Kaffeerahm ins Wasser. Das liebt er. Wenn eine Suche länger dauert, gebe ich ihm auch zwischendurch Wasser. Es kommt natürlich vor,

dass der Hund lange nichts findet und dann Mühe hat, sich zu konzentrieren. Dann «wecken» wir den Hund, indem wir selbst Drogen für ihn verstecken. Nur dürfen wir dann auf keinen Fall vergessen, unsere Drogen wieder aus dem Zimmer oder vom Auto zu entfernen. Wie lange ein Hund im Einsatz bleibt, hängt von seiner Gesundheit ab. Der Geruchsinn bleibt gut bis ins hohe Alter, aber Gelenke und Kraft lassen nach. Polizeiarbeit ist anstrengend. Manche Hunde zeigen mit acht Jahren schon Alterserscheinungen. Bei mir darf dann der alte Hund jeweils seinen Ruhestand geniessen, während ich einen jungen ausbilde. Ich habe es schon erlebt, dass ein Hund sich nicht für die Polizeiarbeit eignet. Er hatte Angst beim Schiessen. In diesem Fall gilt bei mir der Grundsatz, dass dieser Hund in eine Familie kommt, in der er es besser hat als bei mir. Bei mir steht die Polizeiarbeit im Zentrum, auch wenn Yasko zu Hause oft mit meinen Kindern spielt. ■

Wussten Sie, dass … ein Hund sterben kann, wenn seine Nase mit Drogen in Kontakt kommt und er diese ableckt? Zum Schutz der Drogen­ spürhunde führen Polizisten deshalb Kohle­Gel zum Binden des Giftes im Magen mit sowie spezielle Augentropfen, die beim Hund sofortiges Erbrechen auslö­sen. Anschliessend muss der Hund sofort zum Tierarzt, wo ihm besondere Medikamente gespritzt werden – quasi als Gegengift gegen die Droge. Quelle: Polizei Kanton Solothurn

Alles im Griff? Für ein Leben ohne Drogen.

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CPV - Für ein Leben ohne Drogen  

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