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schutz

Selbstvertrauen aufbauen

Bild: zvg

Warum greift ein Jugendlicher zur Flasche oder zu ille­ galen Drogen? Ruedi Lö­ffel: Aus Neugierde, Langeweile, weil Kolleginnen und Kollegen es tun, um nicht ausgeschlossen zu sein, um von anderen gemocht zu werden, um Rauschund Grenzerfahrungen zu machen, weil es die Eltern tun, weil gesellschaftlicher Druck zum Anstossen besteht, um eine Party besser zu geniessen, weil Alkohol und andere Drogen fast überall und billig erhältlich sind.

Ruedi Lö­ffel ist Leiter der Fachstelle Suchtprävention beim Blauen Kreuz Bern und EVP­Grossrat im Kanton Bern.

Ist ein einmaliger Absturz schlimm, und schadet be­ reits das Ausprobieren? Lö­ffel: Ein einmaliger Absturz macht noch keinen Süchtigen und ist deshalb nicht zwingend schlimm. ABER: Im Rausch geschehen häufig Dinge, die nachhaltigen Schaden anrichten: Übergriffe, Gewalt, (Verkehrs-)Unfälle, riskantes Sexualverhalten, Vandalismus usw. Jeder Alkoholrausch ist schädigend fürs Gehirn. Häufig werden unterschiedliche Substanzen mitei­ nander konsumiert, z. B. Cannabis und Alkohol. Ist das schlimmer, als sich einfach «nur» zu betrinken? Lö­ffel: Ja. Mischkonsum ist gefährlicher, weil Wirkung und Risiken schwer einzuschätzen sind. Bei Mischkonsum von Cannabis und Alkohol wird die Alkoholwirkung verstärkt, Übelkeit und Erbrechen sind verbreitete Folgen. Der Kontrollverlust ist stärker. Die Wirkung von Cannabis wird durch Alkohol überdeckt. Wie schnell macht Alkohol süchtig? Lö­ffel: Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich bei Erwachsenen in der Regel über mehrere Monate oder Jahre. Da bei Jugendlichen das Gehirn noch nicht voll entwickelt ist, kann eine Abhängigkeit viel schneller entstehen. ➔

« Jeder Alkoholrausch ist schädigend fürs Gehirn!» Alles im Griff? Für ein Leben ohne Drogen.

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CPV - Für ein Leben ohne Drogen  

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