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Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen Hinweise auf eine mögliche akute Suizidgefährdung Die nachfolgenden Kriterien deuten über eine emotionale und seelische Notlage eines Kindes oder Jugendlichen hinaus auf eine mögliche akute Suizidgefährdung hin. Daher sollten Eltern bei Auftreten dieser Kriterien sehr wachsam werden und sich unbedingt professionelle Un­ter­stützung holen: • Verhaltensänderung nach einer deprimierten, antriebslosen Pha­ se ohne ersichtlichen Grund und plötzliches fröhliches und antriebsgesteigertes Verhalten • Verschenken von geliebten Gegenständen und In-OrdnungBringen von Sachen, Begleichen von Schulden • Aussagen wie: „Es hat alles keinen Sinn“, „Ich mache euch nicht mehr lange Schwierigkeiten“ oder „Ich werde euch nicht mehr sehen“

In diesen Fällen sollte dringend professionelle Hilfe in Form eines Kinder- und Jugendpsychiaters gesucht werden. Dieser Facharzt kann gemeinsam mit den Eltern und ihrem Kind die nächsten Schritte planen und gegebenenfalls entscheiden, ob eine stationäre Behandlung notwendig und unmittelbar einzuleiten ist. In Notfallsituationen (bei einer vermuteten, geäußerten oder bereits geplanten Selbstmordabsicht, also bei einer sogenannten „akuten Selbstgefährdung“ eines Kindes oder Jugendlichen) können Eltern sich auch an die zuständige Kinder- und Jugendpsychiatrie vor Ort wenden, die auch zu Zeiten, in denen ambulante Arztpraxen geschlossen sind, durch Notfalldienste besetzt ist. Hilfreich ist es in diesem Fall, zuvor telefonisch zum diensthabenden Arzt Kontakt aufzunehmen und die Vorstellung anzukündigen.

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BDK - Sichere Kindheit, verantwortungsvolle Gesellschaft  

Mit der Broschüre „Sichere Kindheit" möchte die Redaktion von „Kripo-Tipps" eine Information und Handreichung für Eltern, andere Erziehungsv...

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