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Kindesmisshandlungen Ihre Symptome, Ihre Schäden Kinder brauchen unsere Fürsorge, weil sie noch nicht in der Lage sind, ihre existenziellen Bedürfnisse selbst zu erfüllen. Sie sind von unserem Schutz und unserer Hilfe abhängig. Aber Fürsorge bedeutet nicht nur, dass ihre Grundbedürfnisse gestillt werden müssen. Zur Fürsorge gehört auch eine alltägliche, liebevolle Zuwendung und die Sorge um ihr geistiges, leibliches und seelisches Wohlergehen. Darauf haben Kinder ein Anrecht! 2015 wurden in Deutschland 3.965 Kinder misshandelt. 1.665 von ihnen waren jünger als 6 Jahre. Im Jahr 2014 waren es noch 4.233 Kinder, davon 1.849 unter sechs Lebensjahre. Beim sexuellen Missbrauch an Kindern gingen die offiziellen Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2015, im Vergleich zum Vorjahr, ebenfalls leicht zurück. So sank die Zahl von 14.168 (1.732 unter 6 Jahre) in 2014, auf 13.733 im Jahr 2015. Davon waren 1.767 jünger als sechs Jahre.* Diese Statistiken basieren nur auf den angezeigten Straftaten, dem so genannten Hellfeld. Das Dunkelfeld ist wesentlich größer. Auch

Heinz Sprenger Erster Kriminalhauptkommissar a.D. Mitbegründer RISKID

darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch in der Regel chronisch einzustufen sind. Viele der betroffenen Kinder werden mehr als einmal misshandelt oder missbraucht. Sie sind danach schwer geschädigt und können oft kein normales Leben mehr führen. Wir brauchen eine Kultur der Verantwortung und des Hinsehens. Wenn Nachbarn, Erzieher oder Kinderärzte etwas Auffälliges (Gewalt gegen Kinder) bemerken, sollte die Polizei oder das Jugendamt davon erfahren. Gewalt an Kindern ist keine Marginalität, die man wahlweise gesellschaftlich oder politisch aussitzen

* Quelle: Bundeskriminalamt

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BDK - Sichere Kindheit, verantwortungsvolle Gesellschaft  

Mit der Broschüre „Sichere Kindheit" möchte die Redaktion von „Kripo-Tipps" eine Information und Handreichung für Eltern, andere Erziehungsv...

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