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Seit 55 Jahren unfallfrei! Autofahren im Alter sind Unfälle in Kreuzungen und Einmündungen, bei denen sie die Vorfahrt missachteten. Drei Viertel der von älteren Fahrern verursachten Unfälle geschehen an oder innerhalb von Kreuzungen. Weitere wesentliche Gefahrenpotenziale für ältere Pkw-Fahrer sind im Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren und Ein- und Ausfahren zu finden (Schlag, 2008). Besonders gefährdet ist dabei die Gruppe derjenigen älteren Fahrer, die nur noch wenig Auto fährt. Ältere Autofahrer, die viel fahren, sind zum einen weiterhin geübt; zum anderen legen sie größere Entfernungen dann auch auf vergleichsweise sicheren Straßen – den Autobahnen – zurück, wohingegen ältere „Wenigfahrer“ dann auch häufig auf vergleichsweise „unsicheren“ städtischen Straßen unterwegs sind, z. B. um einzukaufen. Wandel der geistigen und körperlichen Fähigkeiten im Alter Diese typischen Unfälle hängen damit zusammen, dass sich die geistigen und körperlichen Fähigkeiten mit zunehmendem Alter ebenfalls verändern. Hinzukommen können auch chronische Krankheiten mit Auswirkungen

auf das Autofahren. Allerdings sind die körperlichen und geistigen Veränderungen sehr großen interindividuellen Unterschieden bei gleichem kalendarischem Alter unterworfen. Während der eine Mensch im Alter von 70 Jahren beispielsweise schon pflegebedürftig ist, gibt es auf der anderen Seite auch Menschen, die mit 70 Jahren noch an einem Marathonlauf teilnehmen oder in der VHS Kurse anbieten. Man kann allein auf Grundlage des kalendarischen Alters keine Vorhersage für die individuelle geistige und körperliche Fitness treffen. Trotzdem kann man feststellen, dass die geistige und körperliche Fitness mit zunehmendem Lebensalter insgesamt nachlässt (wenn auch individuell sehr unterschiedlich): Vor allem in den höheren Altersgruppen können kognitive Defizite bestehen, die sich auch auf das Autofahren auswirken. Das betrifft vor allem geistige Aktivitäten, bei denen in wenigen Sekunden schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen oder wenn erheblicher Zeitdruck besteht. Ebenfalls zu nennen sind Doppeltätigkeiten (also Tätigkeiten, bei denen zwei Dinge gleichzeitig gemacht

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BDK - Sicherheit für Senioren