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Seit 55 Jahren unfallfrei! Autofahren im Alter Autofahren im Alter: Sind ältere Fahrer wirklich ein Risiko im Straßenverkehr? Unter welchen Bedingungen sollten Ältere mit dem Fahren aufhören? In Zukunft werden immer mehr ältere Menschen als Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen.1 Derzeit wird die erste Generation alt, die ihr Leben lang Auto gefahren ist und die ihre Mobilität auch in Zukunft nicht verlieren möchte. Die letzen aktuellen Zahlen hierzu wurden im Jahr 2002 und im Jahre 2008 unter dem Namen „MiD 2008“ bzw. „MiD 2002“ (Mobilität in Deutschland) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) durchgeführt. Von 2002 bis 2008 sind die meisten Altersgruppen mobiler geworden, ganz besonders aber die Altersgruppen der Menschen, die 60 Jahre und älter sind: Sie legen mehr Wege als früher zurück und besuchen auch mehr Ziele als früher. Die Anzahl der Wege, die diese Altersgruppe zurücklegt, nimmt überproportional zu: Der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung (Personen im Alter von 65 Jahren oder älter)

Dr. Dipl. Psych. Sebastian Poschadel Leibnitz-Institut TU Dortmund

ist zwischen 2002 und 2008 um 16 % gewachsen; der Anteil der Wege, die diese Gruppe zurücklegt, ist demgegenüber aber um 31 % gewachsen. Ältere Menschen nutzen im Vergleich zu 2002 auch verstärkt das Verkehrsmittel Pkw. Gleichzeitig nimmt die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bei den älteren Menschen ab. Das hat auch mit dem Wandel beim Führerscheinbesitz zu tun. Während Anfang der 1990er-Jahre in Deutschland nur etwa 10 % der 80-jährigen Frauen einen Führerschein besaßen, werden es im Jahr 2025 schon etwa 80 % sein. Der Führerscheinbesitz bei Männern dürfte in beiden Fällen die 90 %–Marke weit überschreiten.

1 Zur besseren Lesbarkeit wird die männliche Form verwendet. Soweit nicht anders vermerkt, sind damit im gesamten Beitrag sowohl weibliche als auch männliche Personen gemeint.

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BDK - Sicherheit für Senioren  
BDK - Sicherheit für Senioren  
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