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Rate mal, wer am Telefon ist Informationen zum sogenannten „Enkeltrick“ die Zahl der vollendeten Taten. So hat sich die Beutesumme beispielsweise in Berlin innerhalb des ersten Halbjahres 2010 im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Von Januar bis Juni erbeuteten die Täter allein in Berlin 1,4 Millionen Euro.3 Auch diese Pressemeldung spricht davon, dass die Erfolgschancen gesunken sind, was völlig im Widerspruch zur Realität steht. Die mit dem Alterungsprozess einhergehenden körperlichen und geistigen Veränderungen sind individuell unterschiedlich und lassen sich nicht aufhalten. Opfer werden die, die den professionellen Betrügern nichts mehr entgegensetzen können. Das Wissen um die Tricks der Täter und die gut gemeinten Tipps nützen irgendwann nichts mehr. Und so kann auch ich im entsprechenden Alter Opfer dieser Straftaten werden. Die Opfer der Taten sind meist über 80 Jahre. Es gibt derzeit ca. vier Millionen Bürger über 80 Jahre, im Jahr 2050 werden es über zehn Millionen sein. Die Zahl der potenziellen Opfer steigt also kontinuierlich und immer mehr Menschen werden altersbedingt 3

den Zustand erreichen, wo sie den Betrügern relativ wehrlos gegenüberstehen. Da nützen auch gut gemeinte Tipps recht wenig. Verhindert werden können die Taten durch das Umfeld der Opfer. Eine Vielzahl von Taten wird durch sensibilisierte Bankangestellte verhindert, die freundlich hinterfragen, wofür die 80-jährige Kundin plötzlich so viel Geld braucht. Auch Taxifahrer, denen die Situation auf dem Weg zur Bank merkwürdig vorkam, haben schon erfolgreich Taten verhindert. Die Opfer stehen unter extremem psychischen Druck und werden am Telefon praktisch hypnotisiert. Sie müssen nur aus diesem Zustand herausgerissen werden und kurze Zeit zum Nachdenken bekommen. Grüßen Sie Ihre Nachbarin freundlich und wechseln Sie ein paar Worte mit ihr, wenn Sie ihr auf dem Weg zur Bank begegnen.

Berliner Morgenpost, 04. 08. 2010

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BDK - Sicherheit für Senioren  
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