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Ist unsere Jugend gewalttätig? angesprochen werden, ob Meinungsverschiedenheiten mit der Sprache oder mit den Fäusten ausgetragen werden. Diese Konfliktkultur prägt Kinder mehr, als so manchen Eltern bewusst ist. Kinder durchlaufen auf dem Weg zu ihrer Eigenverantwortung verschiedene Lebens- und Erfahrungsphasen, die einfach durchlebt werden müssen, wenn die Entwicklung zu einem geistig gesunden, mündigen Menschen gelingen soll. Die Eltern haben geradezu die Verpflichtung, diesen Weg mit ihren Kindern gemeinsam zu gehen und sie dabei langsam und stetig in die Eigenverantwortung zu entlassen. Auf diesem Weg gibt es immer Schwierigkeiten bis hin zur Auflehnung der Kinder. Gerade in diesen Auseinandersetzungen reifen die Kinder – und auch die Eltern. Viele aus der derzeitigen Elterngeneration sind Kinder der 68er-Revolte. Mütter und Väter ersetzen, oftmals aus eigener Hilflosigkeit, Zuwendung für ihre Kinder durch Geld und Geschenke. Statt Aufmerksamkeit erfahren diese Kinder Gleichgültigkeit. Der Fernseher, der Computer und die PlayStation ersetzen die elterliche Aufsicht. Wenn Kinder mehr Zeit mit elektronischen Medien verbringen als mit ihren Eltern, suchen sie sich auch dort ihre Vorbilder. Die Folge: · geringer Sprachschatz · Kommunikationsmuster aus der Vulgärsprache oder im Stil von SMS- und Chatroom-Mitteilungen · Neigung zu handgreiflichen Problemlösungen · Bewegungsarmut · Fettleibigkeit · fehlendes Unterscheidungsvermögen zwischen Fiktion und Realität Hierzu passt ein Zitat vom Altbundeskanzler Helmut Schmidt: “Die Eltern haben ihren Erziehungsauftrag an 25 Fernsehkanäle und die Videoindustrie abgegeben.“ Dieses Zitat hat an Aktualität nichts eingebüßt, wenn man davon absieht, dass es um die Internetnutzung ergänzt werden müsste.

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BDK - Jugendgewalt  

Mit der Broschüre "Jugendgewalt" informiert sie der BDK über eines der kriminalpräventiven Themen, die in den vergangenen Wochen und Monaten...

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