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Mobbing eine Analyse meistens nicht alleine, er hat Mittäter oder Mitläufer auf seiner Seite. Das Opfer ist dagegen allein den Schikanen ausgesetzt. Mobbing bei Jugendlichen „Warum machen die das?“ Dies ist eine häufig gestellte Frage, der Wunsch dahinter nur allzu erklärlich. Wir wollen den Hintergrund solcher Gewaltfor­men verstehen, um dem entgegenwirken zu können. Warum erniedrigen/quälen und misshandeln Menschen andere Menschen? Sicher lässt sich diese Frage hier nicht erschöpfend beantworten. Aus psychologischer Sicht kann man jedoch einige Kernpunkte zusammenfassen, um Wirkmechanismen identifizieren zu können, die ein solches System von Gewalttätigkeiten erst etablieren. Jeder Mensch durchläuft in seiner Entwicklung Abschnitte, innerhalb derer er bestimmte Entwicklungsaufgaben bewältigt. So wie das Laufen wird auch das soziale Verhalten schrittweise gelernt. Schon früh zeigt sich, dass das Ausloten der eigenen Grenzen eine deutliche Rolle spielt. Kleinkinder in der Trotzphase fordern massivst ihre Grenzen ein, weil diese Grenzen ihnen Sicherheit bieten in einer Welt, die sich aus ihrer Sicht immer wieder verändert. In der Pubertät ist die wichtigste Entwicklungsaufgabe das Finden der eigenen Identität. Zentrale Fragen sind hier: • Wer bin ich? • Wo gehöre ich hin? • Welche Werte sind mir wichtig? • Welche Position habe ich in der Gesellschaft/ meiner Klasse/meinem Umfeld? In dieser Phase der Orientierung, der Suche nach dem eigenen Wert und einem zuverlässigen Wertesystem, wird auch das Suchen und Erkennen der eigenen Grenzen zur Notwendigkeit. Befindet sich der Jugendliche nun in einem System (z. B. einer Schule mit Lehrkräftemangel, wenig Pausenaufsicht etc.), in dem die Grenzen und Regeln des Miteinander nur undeutlich definiert sind und Handlungen folgenlos bleiben, liegt das Bestreben nahe, ein eigenes,

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BDK - Jugendgewalt  

Mit der Broschüre "Jugendgewalt" informiert sie der BDK über eines der kriminalpräventiven Themen, die in den vergangenen Wochen und Monaten...

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