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Sichere soziale Netzwerke? Soziale Netzwerke sind nicht frei von Straftaten. Wie auf der Straße, im Schulhof oder in der Eckkneipe kommt es ebenso in Communitys­ zu strafrechtlich relevanten Vorkommnissen. Verstöße gegen das­­­ Kunsturhebergesetz, Verbreitung pornografischer Schriften, Beleidigungen, Verleumdungen, Ausspähen von Daten, Stalking, Bedrohungen, Suizidankündigungen, Amokandrohungen usw. – die­­ Liste möglicher Straftaten ist lang. Dies kann auch nicht vermieden werden, denn auch im Internet gibt es schwarze Schafe, die ihr Unwesen treiben. Doch auch hier gibt es ein paar Verhaltensgrundregeln. Wenn Sie meinen, strafrechtlich relevante Dinge in einem Netzwerk entdeckt­zu haben, dann informieren Sie die Polizei. Beamte sind gut geschult und wissen, welche Schritte wann zu tun sind. Informieren Sie nicht zu viele

Kanäle parallel. Ihr erster Schritt sollte der zur Polizei sein. Wenn Sie den Betreiber parallel informieren, können wertvolle Daten­ evtl. verloren gehen. Anders sieht­­es aus, wenn Ihr Persönlichkeitsrecht verletzt wur­­ ­de oder keine dringliche Straftat vorliegt. Dann können Sie sich auch direkt an den Betreiber wenden. Viele Netzwerke bieten hierfür entsprechende Meldefunktionen an. Deutsche Netzwerke unterliegen dem Telemediengesetz und sind verpflichtet, nachdem Sie sie auf einen Rechtsverstoß hingewiesen haben, entsprechend zu rea­gieren. Tun sie das nicht, dann machen sie sich möglicherweise mit haftbar. Schwieriger wird das Ganze bei Netzwerken im Ausland wie Facebook und Google+. Im Zweifelsfall steht aber auch hier die Polizei mit Rat und Tat zur Seite.

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BDK - Internet aber sicher!