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taten, von Beleidigungen über Nachstellung und üble Nachrede bis hin zu Bedrohung, Nötigung oder Ähnlichem. Viele Schulen verfolgen den „No Blame“Ansatz, demzufolge der Täter nicht zu sehr an den Pranger gestellt werden soll. Das ist bei Kindern und Jugendlichen durchaus richtig. Wir als Gesellschaft müssen deutlich zeigen: Du bist nicht alleine, wir helfen dir und wir kommen gemeinsam aus dieser misslichen Lage heraus. Letzteres kann und darf auch durchaus mithilfe von Profis geschehen – scheuen Sie sich nicht, einen Psychologen zurate zu ziehen, wenn Sie merken, dass Ihre Angehörigen mit einer solchen Situation überfordert sind. Wichtig ist es, die Situation zu erkennen – was passiert mit meinem Kind, mit meinem Partner? Verändert sich sein Leben gerade, treten häufig Krankheiten wie Kopf- oder Magenschmerzen auf? Schwindet die Lust, am normalen Leben teilzunehmen? Wir müssen auf die Anzeichen in unserem unmittelbaren Umfeld achten! Sexting wiederum ist ein durch die digitale Welt entstandenes neues Phänomen. Sexting bedeutet nichts anderes, als erotische Bilder von sich selbst zu machen und der oder dem Liebsten zu schicken. An diesem Verhalten ist erst mal überhaupt nichts Verwerfliches, insbesondere dann nicht, wenn sowohl Sender als auch Empfänger über 18 Jahre alt sind. Problematisch wird Sexting, wenn es sich bei Sender und Empfänger um Kinder handelt. Dann ist es in der Regel nicht mehr privat, sondern erfüllt mehrere Straftatbestände.Das Grundproblem beim oder durch Sexting ist ein in der Zukunft liegender möglicher Vertrauensbruch der Teilnehmer. Wenn diese Freundschaft, diese Partnerschaft irgend-

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wann mal keine Freundschaft mehr ist, wenn sie vielleicht im Bösen endet, dann kann es schon mal vorkommen, dass aus Rache oder aus verschmähter Liebe diese Bilder weiter versendet werden. Hierdurch entsteht in vielen Fällen eine neue Form des Cybermobbings. Es ist in diesem Zusammenhang ganz wichtig, die Begriffe Medienkompetenz, Umgang mit Medien und Mediensicherheit zu kennen und ihre Grundsätze umzusetzen: Muss ich wirklich so ein Bild machen? Wenn ich diese Frage mit Ja beantworte: Weiß ich um die Gefahren? Wie kann ich diese Gefahren minimieren? Was mache ich, wenn es zu Erpressungen mit sexuellem Hintergrund kommt? Das ehemals freiwillig und selbst angefertigte Foto wird dann gegen den Willen des Dargestellten als Erpressungsgegenstand benutzt. Sextortion, also die Erpressung auf sexueller Basis mit dem Tatmittel Internet, gilt als eine Sonderform. Unabhängig davon, ob der Täter jung oder alt, männlich oder weiblich ist, das Opfer wird durch die reine empathische Ausstrahlung des Täters dazu gebracht, sich vor einer Webcam zu entkleiden oder tatsächlich auch Manipulation an sich selber durchzuführen. Zahlreiche Opfer beschreiben die Täter als absolut empathisch. Die anscheinend so sympathischen Täter sind aber Kriminelle, die durch ihr Handeln und Tun das Opfer häufig in eine sehr beklemmende Situation bringen. Eine neue, aber nicht weniger perfide Art der Erpressung geht noch weiter in den Lebensbereich der Betroffenen.„Ich habe dein Nacktbild, ich versende es an deinen Arbeitgeber (an deine Mitschüler), wenn du nicht bezahlst!“ E-Mails wie diese sowie mit anderen und auch weitergehenden Vorwürfen werden in Wellen wahllos ver-

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