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se ausgeklügelten Marketingstrategien rund um die Uhr zum Konsum verführen. Es sollte jedem klar sein, dass nicht alles, was der beliebte Blogger, YouTuber oder Influencer bewirbt oder zeigt, tatsächlich die behauptete Qualität hat. Es ist schlichtweg Werbung! Gefährlich kann es werden, wenn diese „Vorbilder“ politische Statements von sich geben. Dann geht es darum, genau hinzuhören und zu unterscheiden, ob hier reine Demagogie am Start ist oder einfach nur Werbung. Viele Jugendliche werden im Internet tatsächlich verführt. Verführt zum Radikalismus, sich bestimmten Szenen oder Gedanken zuzuwenden. Radikale Gruppierungen versuchen gezielt, Jugendliche zu erreichen. Die Möglichkeiten der digitalen Medien, bestimmte Inhalte breit zu streuen, werden auch für radikale Propaganda genutzt. Der Erstkontakt mit extremistischen Gedankengut findet immer öfter über soziale Medien statt. Wenn Sie als Person mit Erziehungsverantwortung mit dieser Situation konfrontiert werden, führen Sie vertrauliche Gespräche, versuchen Sie das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zurückzugewinnen!

2.4 Cybermobbing, Sexting und Sextortion Bei Cybermobbing, Sexting und Sextortion handelt es sich um die offensichtlich zurzeit häufigsten Probleme, die Kinder, Jugendliche, aber auch viele Erwachsene im Umgang mit dem Internet haben. Das Phänomen „Mobbing“ ist in der realen Welt schon seit Jahrzehnten bekannt. Durch die Digitalisierung und den sprichwörtlichen Computer in der Hosentasche ist es nur eine logische Folge, dass die Intensität

zugenommen hat und der Verbreitungsgrad enorm angestiegen ist. Diese oft perfide Art, jemanden „runterzumachen“, körperlich zu schädigen oder – wie leider schon passiert – in den Suizid zu treiben, ist eine der angstmachenden Folgen der Digitalisierung. Einmal ein Bild hochgeladen und der alte Spruch „das Internet vergisst nie“ wird wahr. Einmal ein Bild mit einem menschenverachtenden Kommentar versehen und die Welle ist losgetreten, wie ein kleiner Stein, der in einen ruhenden See fällt. Wie aber können wir dagegen vorgehen? Es gelten die gleichen Grundsätze, wie sie anfangs schon erwähnt wurden: Möglichst wenig private Daten von sich preisgeben und genau überlegen, welches Bild man von sich einstellt. Allerdings sollte man wissen, dass mittlerweile jeder mithilfe einfachster Apps in der Lage ist, u. a. Videos von einer gewünschten Person zu erstellen, Bilder nachzuahmen und aus den normalsten und unverfänglichsten Bildern andere zu gestalten. Ist dies erst einmal geschehen, ist etwas ganz anderes gefordert! Hier muss die Botschaft sein: Kein Mobbing-Opfer ist alleine! Wenn so etwas vorkommt, müssen wir unseren Mitmenschen und unseren Familienangehörigen deutlich klarmachen, sich nicht zu grämen. Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern offen damit umgehen. Die betroffene Person sollte sich jemandem anvertrauen! Dies kann der Partner, die Eltern, eine Person in der Schule, aber auch der Freund oder die Freundin sein. Das Wichtige ist, darüber mit jemanden zu sprechen – denn nur so kann Hilfe wirksam werden. Es gibt zahlreiche Opferschutzstellen und Hilfsorganisation, z. B. „Der Weiße Ring“. Mobbing ist zwar keine eigene Straftat, aber Cybermobbing beinhaltet viele Straf-

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