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Viren, Trojaner und Botnetze Die dunkle Seite des Internets Viren und Botnetze In all den Jahren seit dem ersten bekannten Computervirus „Brain“ hat sich an der Brisanz des Themas nichts geändert. Computerviren und immer mehr die sogenannten „Trojanischen Pferde“ – oder kurz „Troja­ner“­– sind nach wie vor eine re­­ale Bedrohung für jedes Computersystem, die jährlichen Schäden durch solche Schädlinge gehen in die Milliarden. Wie verbreiten sich Viren und Trojaner? Stand vor ein paar Jahren noch die Verbreitung über Datenträger an erster Stelle, werden heute die allermeisten Viren online per E-Mail oder beim Surfen als sogenannter „Drive-by-Download“ verteilt. Ein „Drive-by-Download“ funktioniert folgendermaßen: • Der Täter verschafft sich Zugriff auf eine ganz normale, seriöse Internetseite. • Die Seite wird so manipuliert, dass jedem Besucher der Seite Schadsoftware untergeschoben wird. Für die Infektion des eigenen Rechners ist dabei keine besondere Aktion („Mausklick“) oder gar die Zustimmung des Benutzers nötig, die Installation des

Schädlings erfolgt automatisch beim reinen Surfen (quasi beim „Vorbeifahren“ – „drive-by“). Bei den manipulierten Seiten han­ delt es sich in der überwiegenden Mehrzahl um seriöse Seiten, die selbst zum Opfer einer Manipulation wurden. Hier hat es nachweislich auch schon prominente Opfer getroffen, wie verschiedene bekannte Tageszeitungen oder auch das Umweltbundesamt. Die Zeiten, in denen man sich Viren nur in den „Rotlichtbezirken“ des Internets holen konnte, sind definitiv vorbei. Die Installation des Schädlings auf dem eigenen Rechner erfolgt heute also nicht mehr durch die Aktion des Benutzers und in der Regel nicht zwingend über Sicherheitslücken im eigentlichen Betriebssystem (z. B. Microsoft Windows). Microsofts Updatepolitik seit Windows Vista zeigt insofern Wirkung, als dass das wichtigste Einfallstor heute Zusatzsoftware ist, die im Browser (z. B. Internet Explorer oder Firefox) installiert ist. Der traurige Spitzenreiter bei den anfälligen Produkten ist seit geraumer Zeit das Flash-Plug-in, das zum Beispiel für die Nutzung von Youtube.com zwingend nötig und

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BDK - Internet aber sicher!