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Der Weg in eine Drogenkarriere …und wie man ihn verhindern kann programme nicht bezahlen müssen. Sie sollen so nach und nach in die Gesellschaft und das Arbeitsleben integriert werden und feste familiäre und soziale Beziehungen aufbauen können, die nicht mehr wie früher von der Sucht bestimmt sind. Leider ist bei Heroinkonsumenten der Wille zur Therapie ähnlich wenig ausgeprägt wie bei Alkoholikern. Oft können sie nur durch neue Lebensperspektiven, neue Lebenspartner, eigene Kinder oder berufliche Perspektiven davon überzeugt werden, dass für sie der einzige Ausweg in einer mehrmonatigen und möglicherweise auch zu wiederholenden stationären Therapie besteht. Aber auch hier müssen Eltern, Geschwister und Freunde Geduld haben. Ähnlich wie bei einem Alkoholiker, bei dem auch häufig nicht die erste Entziehungskur allein reicht, um Rückfälle zu vermeiden, muss die Gesellschaft einem Heroinkonsumenten und Konsumenten anderer illegaler Drogen auch die Chance geben, mehrere Therapien mit der dabei unverzichtbaren Entgiftung in der Hoffnung anzutreten, dass die letzte

Therapie der Schlüssel zu einer drogenfreien Zukunft ist. Die Hoffnung stirbt hier wirklich zuletzt. Drogenkonsumenten müssen von ihrem sozialen Umfeld aufgefangen werden. Wichtig ist es, alle Konsumenten von illegalen Drogen wie auch Alkoholabhängige in ihrem verwandtschaftlichen Umfeld z. B. der Eltern, Geschwister, der noch verbliebenen Freunde außerhalb der Drogenszene aufzufangen. Oft bieten Ortswechsel, die z. B. im Rahmen der Therapie angeboten werden, eine Chance auf Neuanfang. Ausstiegsszenarien enthalten deshalb auch einen Orts- und Perspektivenwechsel für die betroffenen Süchtigen, der es ihnen ermöglicht, in einer anderen Umgebung einen neuen Bekanntenkreis zu gewinnen, der suchtfrei ist. Die Suchtgefährdung hält allerdings auch nach einer erfolgreichen Therapie ähnlich wie bei einem Alkoholiker an. Für die Drogenabhängigen ist es sehr bedeutsam, dass sie auch während ihrer Drogentherapie nicht von ihren Eltern, Geschwistern, Verwandten und Bekannten sowie Freunden „alleingelassen“ werden.

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BDK - Drogen und Sucht  

Mit Schlagzeilen wie „Kiffen ist cool“ oder „Saufen bis der Arzt kommt“ sehen viele Eltern Gefahren auf ihre Kinder zukommen, die Ängste wec...

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