Page 13

Der Weg in eine Drogenkarriere …und wie man ihn verhindern kann Erwerb von Drogen, Konsum von Drogen, Ausleben des Rauschzustands, strafrechtlichen Ermittlungen, Haftaufenthalten und Haftentlassung ergibt. Aus diesem Kreislauf scheint es für viele Heroinkonsumenten kein Entrinnen zu geben. Ihre Sucht ist so stark, dass sie sich selbst nach langen Gefängnisaufenthalten z. B. wegen Dealens mit Heroin mehr oder weniger am ersten Tag der Entlassung wieder einen „Schuss“ setzen. Der Kreislauf beginnt von Neuem. Oft endet er mit dem Drogentod, der manchmal bewusst mit dem sogenannten „goldenen Schuss“ herbeigeführt wird. Die Zahl der Heroinsüchtigen ist in den letzten Jahren deutlich rückläufig. Dies kann zwar auch an einem reduzierten Strafverfolgungsverhalten der Strafverfolgungsbehörden liegen. Vermutlich liegt die Ursache aber darin, dass viele Junkies mittlerweile ebenso häufig zu Crystal wie zu Heroin greifen. Crystal Meth scheint dem Heroin nicht nur bei der Verbreitung, sondern auch als Einstiegsdroge

13

für Risikokonsumenten den Rang abzulaufen. Vor allem bei Jüngeren wird Crystal zur Hauptdroge, die helfen soll, den Ansprüchen unserer Leistungsgesellschaft zu genügen. Therapie statt Strafe Einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes, die unter „Therapie statt Strafe“ zusammengefasst werden können. Auf diese völlig unbefriedigenden Entwicklungen hat der Gesetzgeber mittlerweile mit einer Veränderung des Betäubungsmittelrechtes reagiert und sogenannte Substitutionsprogramme erlaubt, in denen Heroinsüchtigen zum Beispiel Methadon oder andere Heroinersatzstoffe sowie in Einzelfällen auch Heroin in geregelten Programmen mit genauen Dosierungsvorschriften an vorgeschriebenen Orten unter medizinischer Aufsicht kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Sie sollen so ein geregeltes Leben führen können, das nicht mehr von der Beschaffung von Geld für die nächsten Drogenkonsumeinheiten bestimmt ist, da sie für die Substitutions-

BDK - Drogen und Sucht  

Mit Schlagzeilen wie „Kiffen ist cool“ oder „Saufen bis der Arzt kommt“ sehen viele Eltern Gefahren auf ihre Kinder zukommen, die Ängste wec...

Advertisement