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Arbeitskreis Software-Qualität und -Fortbildung e.V.

Arbeitskreis Ausgabe 31 |Software-Qualität Juni 2014 und -Fortbildung e.V.

Im Vorteil: Wie Planung, Organisation und Steuerung den Erfolg von SoftwareProdukten beeinflussen

Im Gespräch: Jens Koeppen über seine Arbeit im Bundestagsausschuss „Digitale Agenda“

Seite 13

Seite 26

Im Fokus: Industrie 4.0 – Wie reif ist die deutsche IT für das Business? Seite 32


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Editorial

Ausgabe 31  |  Juni 2014

Pilawa und der Flughafen BER Österreicher, Schweizer und Deutsche sind besonders skeptisch, wenn es um den Einsatz neuer Technologien geht. In Europa belegen alle drei Nationen hintere Plätze, wenn es um das Vertrauen in innovative (Informations-) Technologien geht. So das Ergebnis einer öffentlichen Meinungsumfrage der EU. Keine Frage, eine Technologieskepsis ist nicht neu. Umwälzende Veränderungen ängstigten schon immer den Menschen. Umso wichtiger ist es, sein Vertrauen für Innovationen zu gewinnen. Doch in Deutschland versucht man scheinbar alles, um genau das zu verhindern. Über die beliebte Smartphone-App „Quizduell“ sollten die heimischen Zuschauer bei der Spielshow von Moderator Jörg Pilawa im deutschen Fernsehsender ARD gegen ein Vierer-Team im Studio Quizfragen beantworten und Geld gewinnen können. Die Idee, einem breiten, vor allem älteren, Publikum die neue App-Technologie näher zu bringen war eigentlich löblich. Doch durch Software-Pannen in den ersten Sendungen und die Nachricht von einem Datenleck innerhalb der App geriet die Show zum regelrechten Desaster und neue nutzbringende Technologien wieder einmal in den Verruf. Das mühsam aufgebaute Vertrauen der Menschen in den technologischen Fortschritt – vernichtet innerhalb von ein paar Minuten Sendezeit. Selbst nach der dritten Sendung konnte das Problem nicht behoben werden. Da drängen sich die Fragen auf: Hat das keiner vorher getestet? Warum war das Szenario nicht vorhersehbar? Ist die Aufgabe wirklich nicht zu lösen? Genügend Zeit zum Testen der fehlerhaften Software hat man beim bisher still stehenden Flughafen Berlin Bran-

denburg (BER). Einen neuen Eröffnungstermin gibt es immer noch nicht – dafür aber reichlich Spott und Häme überall auf der Welt. Der BER „Made in Germany“ ist im Ausland nur noch eine Lachnummer, deutsche Wertarbeit wird das bald auch sein. Bereits vor zwei Jahren (!) warnte ich vor der Rufschädigung für das Qualitätssiegel. IT-Fachverbände wie BITKOM und VDI beschwichtigten damals: das deutsche Renommee sei nicht gefährdet, genügend erfolgreiche Großprojekte vorhanden. Was sagen sie heute dazu? Kann Deutschland noch Großprojekte? Sicherlich kennen auch Sie, liebe Leser, Beispiele gescheiterter Projekte. Massenrückrufe von Automobilherstellern fallen mir spontan ein. Zugegeben, die Komplexität von Projekten steigt und damit die Fehleranfälligkeit. Das eigentliche Problem aber ist, dass jedes große Scheitern den Skeptikern recht gibt. Die Liste der Software-Pannen wird immer länger und das Zutrauen der Verbraucher nimmt ab. Statt aber resignierend die Schultern zu heben, sollte man investieren und zwar kräftig. Nur gut ausgebildetes Personal hilft, genau solche Pannen zu verhindern. Die Lösung ist, mehr Wert auf Software-Qualität und Sorgfalt zu legen, indem man in die Qualifikation der Projektbeteiligten investiert. Das mag anfangs teuer sein, am Ende ist es aber günstiger als ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt ist.

In diesem Sinne, Ihr Stephan Goericke

Stephan Goericke, Hauptgeschäftsführer ASQF e.V.


Inhalt 3 EDITORIAL 6

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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28 BEST PRACTICE Qualität im agilen Umfeld: Muster statt

ASQF-NEWS

Branchenreport: ASQF stellt Umfrage auf

„verordnete“ Standards – Ein Praxisbericht

der iqnite Europe 2014 vor // ASQF® CPPM

30 MIT QUALITÄT DURCHSTARTEN

mit englischem Prüfungs-Set // Frischer

ORGANISATION

Wind: Mobile Quality Crews in Berlin und

30 Mehr Qualität durch Managed Teams

Wien starten durch // Neu im ASQF: Fachgruppe Software Product

32 IM FOKUS

Management // ASQF Days 2014 // Aufruf:

Industrie 4.0 – Wie reif ist die deutsche

Deutscher Preis für Software-Qualität //

IT für das neue Business?

Zuwachs: Neue Mitglieder

10 ASQF-UMFRAGE 2014 Qualitätstrends in der Software-Entwicklung

12 MIT QUALITÄT DURCHSTARTEN

34 iSQI-NEWS iSQI gibt erste Geschäftszahlen bekannt // Auszeichnung mit „Best Of“-Prädikat // Neue Marktpräsenz in den USA // Erfolgreicher mit Agile Business Analysis //

PLANUNG

iqnite – Konferenz mit Schwerpunkt

13 Qualität ist, was man daraus macht

Software-Qualität und -Testen

16 Mensch. Verschätz dich nicht. 20 Einsatz von Business Intelligence und

36 MIT QUALITÄT DURCHSTARTEN

Data Analytics in Software-Projekten

DURCHFÜHRUNG

38 Testdatenmanagement – eine

36 Software-Architektur mit Qualität –

Prozessbeschreibung in sieben Schritten

Gebaut für den beständigen Wandel

25 BUCHBESPRECHUNG

40 BRANCHENTICKER

„Handbuch IT-Management“

Unternehmensszene –

Wertvolle Informationen für die IT-Praxis

Wichtige Wechsel und Ereignisse seit der vergangenen Ausgabe

40 FACHGRUPPEN TERMINE Juni - August 2014

26 IM GESPRÄCH „Wir sind wie eine Klammer“ Im Gespräch mit Jens Koeppen, MdB


Das ASQF-Karriereportal Wir haben den passenden JOB für Sie. (Senior-) Consultant Testmanagement (w/m) BridgingIT GmbH, Mannheim Agile Tester - Mobile Infrastructure (m/f) XING AG, Hamburg / bundesweit Juniorberater und -trainer (m/w) SOPHIST GmbH, Nürnberg Berater und -trainer (m/w) SOPHIST GmbH, Nürnberg Testingenieur (w/m) Last und Performancetest BITMARCK Holding GmbH Hamburg

Testingenieur (w/m) Testarchitektur BITMARCK Holding GmbH

Junior Consultant: Software Tester (m/w) Proventa AG, Frankfurt Tester (m/w) QualityMinds GmbH Nürnberg, München

Software-Entwickler (m/w) AFRA GmbH, Erlangen Embedded SoftwareEntwickler (m/w) AFRA GmbH, Erlangen

Hamburg

Softwareentwickler C#/. net (m/w) ASTRUM IT, Erlangen

Softwaretester - Testautomatisierung (m/w) affilinet GmbH, Hannover

Softwareentwickler (m/w) C++/Linux für Medizintechnik ASTRUM IT, Erlangen

Professional Technical Tester (m/w) CGI (Germany) GmbH & Co. KG

Offenburg

International Software Quality Institute

Berlin

Konfigurationsmanager (m/w) CMCS GmbH, Erlangen, Nürnberg

Pre-Sales Engineer / Supportmitarbeiter (m/w) Verifysoft Technology GmbH

International Software Quality Institute

Entwicklungsingenieur (m/w) BIOTRONIK SE & Co. KG

Buchhalter/in iSQI GmbH, Potsdam Referent (m/w) Produktmarketing & Produktkommunikation iSQI GmbH, Potsdam

Berlin; Düsseldorf; Erfurt; Hamburg; Hennef; Karlsruhe; München; StuttgartEchterdingen; Sulzbach

Professional Tester (m/w) CGI (Germany) GmbH & Co. KG

Berlin; Düsseldorf; Erfurt; Hamburg; Hennef; Karlsruhe; München; StuttgartEchterdingen; Sulzbach

Senior Testmanager (m/w) CGI (Germany) GmbH & Co. KG Berlin; Düsseldorf; Erfurt; Hamburg; Hennef; Karlsruhe; München; StuttgartEchterdingen; Sulzbach

Senior Consultants IT Management & Quality Services Díaz & Hilterscheid Unternehmensberatung GmbH Berlin

Testers, Developers, Consultants or Senior Consultants Díaz & Hilterscheid Unternehmensberatung GmbH Berlin

Software Tester - Mobile Applikationen (m/w) SOGETI Deutschland GmbH

Düsseldorf; Frankfurt; München; Hamburg; Stuttgart

Software Tester (m/w) SOGETI Deutschland GmbH

Düsseldorf; Frankfurt; München; Hamburg; Stuttgart

Software Tester - Last & Performance (m/w) SOGETI Deutschland GmbH

Düsseldorf; Frankfurt; München; Hamburg; Stuttgart

Software Tester - Testautomatisierung (m/w) SOGETI Deutschland GmbH

Düsseldorf; Frankfurt; München; Hamburg; Stuttgart

Software Tester - Testmanager (m/w) SOGETI Deutschland GmbH Düsseldorf; Frankfurt; München; Hamburg; Stuttgart

Test- und Qualitätsingenieur Elektronik (m/w) ERCO GmbH Lüdenscheid

International Software Quality Institute

International Software Quality Institute

International Software Quality Institute

Mitarbeiter/in Prüfungsorganisation iSQI GmbH, Potsdam Software Entwickler (m/w) Software Quality Lab GmbH München, Wien, Linz,Graz, Lustenau

International Software Quality Institute

Trainer und Berater (m/w) Software Quality Lab GmbH

Test Automation Architect (m/w) CGI (Germany) GmbH & Co. KG Berlin; Düsseldorf; Erfurt; Hamburg; Hennef; Karlsruhe; München; StuttgartEchterdingen; Sulzbach

Test Data Manager (m/w) CGI (Germany) GmbH & Co. KG

München, Wien, Linz, Graz, Lustenau

Berlin; Düsseldorf; Erfurt; Hamburg; Hennef; Karlsruhe; München; StuttgartEchterdingen; Sulzbach

IT-Consultant (m/w) Loyal Team GmbH, Berlin

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Bankkaufmann (m/w) als Test Professional Finance macros Consult GmbH, Ottobrunn

Köln

Leiter (m/w) Quality Assurance / Testing netcare Business Solutions GmbH Neustetten

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Software Testmanager (m/w) imbus AG

Möhrendorf; München; Hofheim; Köln

Die ausführlichen Stellenangebote finden Sie auf www.asqf.de/stellenangebote.html


ASQF NEWS

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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Branchenreport: ASQF stellt Umfrage auf der „iqnite Europe 2014“ vor Im Rahmen der „iqnite Europe 2014“ hat der ASQF seinen aktuellen Branchenreport für die deutschsprachige ITBranche vorgestellt. Die im Zeitraum von März bis Anfang Mai durchgeführte Umfrage unter den über 1.240 ASQFMitgliedern und Kunden des iSQI zeichnet ein weiterhin positives Bild der gesamtwirtschaftlichen Lage in der ITBranche. Neben aktuellem Fachwissen hat das Fachpublikum der iqnite somit die neuesten Wirtschaftsdaten aus der Branche mit im Gepäck. Einen ausführlichen Bericht zu den Umfrageergebnissen finden Sie in dieser Ausgabe auf S. 10 oder auf www.asqf.de.

ASQF Geschäftsführer Felix Winter erläutert am ASQF-Stand auf der iqnite die Ergebnisse der Umfrage.

ASQF® CPPM mit englischem Prüfungs-Set Frischer Wind: Mobile Quality Crews in Berlin und Wien starten durch Die beiden im Frühjahr 2014 gegründeten neuen ASQF-Fachgruppen „Mobile Devices & Apps“ sind in den Städten Berlin und Wien erfolgreich gestartet. Neben den gewohnten regionalen Treffen etabliert die Gruppe im Besonderen die mobile Form des Austauschs. Zuletzt tagten die beiden Gruppen via Google Hangout gemeinsam und virtuell zum Thema „Best Practices in Mobile App Testing“. Ziel der Fachgruppe ist es, ein Forum rund um die Standardisierung und Qualitätssicherung im mobilen Umfeld zu schaffen. Auf der Kommunikationsplattform „MeetUp“ ist die Fachgruppe unter dem Namen „Berlin Mobile Quality Crew“ und „Vienna Mobile Quality Crew“ zu finden. Interessenten und Experten mit Pioniergeist sowie Ideenreichtum sind dazu aufgerufen, in der Gruppe mitzuwirken. www.asqf.de/mobile-devices-apps.html

Seit Jahresbe­ ginn ist der AS Q F ® Certified Professional for Project Management wieder unter dem Dach des ASQF beheimatet. Um dem sehr gut ins Jahr gestarteten Schema weiter Auftrieb zu verleihen, stehen ab dem zweiten Halbjahr auch englischsprachige Prüfungsfragen zur Verfügung. Der ASQF baut damit die Reichweite des Schemas aus. Ziel

des Zertifikatslehrgangs ist es, praxiserprobtes Methodenwissen für die Umsetzung und das Management von Software-Projekten zu vermitteln. Der Lehrplan des Zertifikatslehrgangs deckt sowohl klassische Projektmanagementaktivitäten, sowie das Qualitäts- und Risikomanagement für Software-Projekte ab und legt dabei besonderen Wert auf den Erfolgsfaktor Mensch. www.asqf.de/fortbildung.html

Neu im ASQF: Fachgruppe Software Product Management Hervorragendes Software Product Management (SPM) ist der anerkannte Erfolgsfaktor für IT-Unternehmen. Immer relevanter wird SPM für Unternehmen anderer Branchen, bei denen Software wesentlicher Bestandteil ihrer Produkte und Dienstleistungen ist. Das SPM beeinflusst dabei unter anderem die Software-Entwicklung. Das Thema Qualität spielt in diesem Zusammenhang eine ausschlaggebende Rolle. Die erfolgreiche technische Entwicklung von Software allein führt nicht zwangsweise zum Markt- und Unternehmenserfolg. Mindestens ebenso wichtig ist ein wirtschaftlich tragendes und nachhaltiges Konzept sowie eine kontinuierliche Steuerung unter wirtschaftli-

chen Gesichtspunkten. Der Software Product Manager (SPM) ist für den ökonomischen Erfolg eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus verantwortlich. Für den ASQF ist das Thema SPM folgerichtig ein weiterer wichtiger Baustein in der Fachgruppenarbeit. Die Gruppe will sich zukünftig vor allem Themen der Software-Produktstrategie, Software-Produktplanung und konkret mit der Rolle des Software Product Managers auseinandersetzen. Dabei wird sie überregional mit einer Vortragsreihe in Köln, München und Zürich aktiv sein. www.asqf.de/ software-product-management.html


ASQF NEWS

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ASQF Days 2014

2014

Deutscher Preis für Software-Qualität

Zuwachs: Neue Mitglieder AVABIS GmbH Castrop-Rauxel www.avabis.de

Safety Day, 24. Juni 2014 Flörsheim THEMA Umsetzung von funktionaler Sicherheit in unterschiedlichen Industrieprodukten

SAFETY DAY

RHEIN-MAIN 24/06/2014 WWW.ASQF.DE

Medical Device Day 09. Juli 2014 Erlangen THEMA Medizinische Software ohne Grenzen. In sechs Stunden um die Welt

Automation Day 16. Juli 2014 Nürnberg THEMA Security in der Automatisierung

16/07/2014

WWW.AUTOMATIONDAY.DE

Aufruf: Deutscher Preis für Software-Qualität Der ASQF ruft seine Mitglieder und Partner auf, Vorschläge zur Auszeichnung mit dem „Deutschen Preis für Software-Qualität“ einzureichen. Mit dem Preis werden alljährlich diejenigen Personen, Firmen, Initiativen oder Institute geehrt, die sich in besonderer Weise dem Erhalt, der Weiterentwicklung oder der Forschung auf dem Gebiet der Software-Qualität verdient gemacht haben. In seiner nachhaltigen Auseinandersetzung mit dem Thema SoftwareQualität hat der Preisträger insbesondere dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Bedeutung von Software-Qualität in der Öffentlichkeit zu steigern, die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Software-Qualität zu fördern, die Fortbildung zum Thema Software-Qualität zu forcieren, die Bildung von Standards und Normen im Software-Qualitätsbereich zu unterstützen, sowie gezielte Anstöße zur Verbesserung des Software-Entwicklungsprozesses zu geben

HiQ Projects GmbH Köln www.hiq-projects.de Novatec Consulting GmbH Leinfelden-Echterdingen www.novatec-gmbh.de Six Offene Systeme GmbH Stuttgart www.six.de Softplant GmbH Ingolstadt www.softplant.de softScheck GmbH Sankt Augustin www.softscheck.com Trimetis Software Testing GmbH Stuttgart www.trimetis.eu XING AG Hamburg www.xing.com Zuken E3 GmbH Ulm www.zuken.com

Werden Sie Mitglied im ASQF! www.asqf.de/mitgliedschaft-vorteile.html

In diesem Jahr wird der Preis bereits zum vierten Mal verliehen. Vorschläge können noch bis zum 30. September 2014 unter Beilage eines maximal zweiseitigen Empfehlungsschreibens (inklusive Referenzen) per Mail an felix.winter@asqf.de eingereicht werden. Der Preisträger wird von einem unabhängigen Kuratorium nominiert. www.asqf.de/der-deutsche-preis-fuer-software-qualitaet.html

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Verein

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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ASQF-Mitgliederversammlung:

Internationale Ausrichtung des Vereins beschlossen. Aktives Mitwirken und Mehrwehrt für die Mitglieder sind besonderere Schwerpunkte Der Arbeitskreis für SoftwareQualität und –Fortbildung will sich in den nächsten Jahren verstärkt international ausrichten. Hierzu kündigte der Verband ein Maßnahmenpaket an. Unter anderem soll die öffentliche Präsenz des Fachverbandes gestärkt werden, sagte Präsident Rudolf van Megen auf der jüngsten Mitgliederversammlung Mitte Mai in Erlangen. Besonderen Wert lege man weiterhin auf die direkte Einbindung und das aktive Mitwirken der Mitglieder im Verein, so van Megen weiter. Während der zweitägigen Versammlung diskutierten Mitglieder des Präsidiums, des Beirates, die Fachgruppenleiter und Mitglieder der Geschäftsführung unter dem Motto „Den ASQF gestalten“ über Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Weiterentwicklung des Verbandes. In vier gleichzeitig stattfindenden Workshops zu den Themengruppen „Benefits und Mehrwerte für Mitglieder“, „Fachgruppenexpansion“, „Hochschulzusammenarbeit“ und „Internationalisierung“ wurden neue Ideen entwickelt. Im Ergebnis präsentierten die Teilnehmer verschiedene Konzepte unter dem Leitbild einer „maßvollen“ Internationalisierung des Verbandes. „Dieses Leitbild flankieren wir durch eine Reihe anspruchsvoller Maßnahmen, um den Mehrwert für Mitglieder zu erhöhen“, kündigte ASQF-Geschäftsführer Felix Winter an. In einer anspornenden Rede stimmte Vereinspräsident Rudolf van Megen die versammelten Mitglieder auf die anstehende Expansion des ASQF

Vereinspräsident Rudolf van Megen

ein und verwies gleichzeitig auf ein hervorragendes Ergebnis für das Geschäftsjahr 2013. ASQF-Hauptgeschäftsführer Stephan Goericke konnte in seinem Bericht über die Tochtergesellschaft iSQI GmbH mit einer herausragenden 10-jährigen Erfolgsbilanz beeindrucken: In über 90 Ländern auf sechs Kontinenten ist das iSQI heute als Zertifizierungsstelle aktiv. Über 70.000 Zertifizierungen von IT-Fachkräften aus allen Bereichen der Software-Qualitätssicherung sprechen eine deutliche internationale Sprache. Mit der Gründung eigener Tochterunternehmen in den USA, Niederlanden und Großbritannien geht das iSQI seinen internationalen Weg konsequent weiter.

Folgerichtig baut auch der ASQF seine Kernkompetenzen im Bereich Fortbildung weiter aus und forciert die Weiterentwicklung der seit Jahresbeginn im Verband angesiedelten Weiterbildungsprogramme ASQF ® Certified Professional for Project Management, Certified Professional for Configuration Management und das Programm „Quality Assurance Management Professional“ – kurz QAMP. Im Bereich der Fachgruppenarbeit konzentriert sich der ASQF verstärkt auf den Ausbau in den Themenfeldern Qualitätssicherung für mobile Apps, agile Methoden, Software-Test, Requirements Engineering und Projektmanagement für Software-Entwicklungsprojekte.


Verein

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In seinem Rückblick auf das Vereinsjahr 2013 bedankte sich ASQF-Geschäftsführer Felix Winter vor allem bei den über 64 Fachgruppenleitern für deren großes, ehrenamtliches Engagement. 100 Veranstaltungen mit über 2.800 Teilnehmern war das Ergebnis eines erfolgreichen Fachgruppenjahrs 2013. „Im Ergebnis steht für mich fest, dass immer wieder neue Impulse und Ideen im ASQF Platz haben und benötigt werden. Das aktive Mitwirken der Mitglieder bleibt dabei von zentraler Bedeutung für die Entwicklung unseres Verbandes“, betonte Felix Winter mit Blick auf die guten Ergebnisse.

Workshop während der zweitägigen ASQF-Mitgliederversammlung

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Wissen für Tester

Umfrage

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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M. Tamm

JUnit-Profiwissen Effizientes Arbeiten mit der Standardbibliothek für automatisierte Tests in Java 2014 · 370 Seiten E 34,90 (D) ISBN 978-3-86490-020-4

T. Linz

Testen in Scrum-Projekten Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt 2013 · 248 Seiten E 34,90 (D) ISBN 978-3-89864-799-1

M. Gärtner

ATDD in der Praxis Eine praktische Einführung in die Akzeptanztest-getriebene Softwareentwicklung mit Cucumber, Selenium und FitNesse 2013 · 224 Seiten E 32,90 (D) ISBN 978-3-86490-046-4

H. Stauffer, B. Honegger, H. Gisin

Testen von Data-Warehouseund BusinessIntelligence-Systemen Vorgehen, Methoden und Konzepte 2014 · 268 Seiten E 69,90 (D) ISBN 978-3-86490-072-3 S. Grünfelder

Software-Test für Embedded Systems Ein Praxishandbuch für Entwickler, Tester und technische Projektleiter 2013 · 390 Seiten E 42,90 (D) ISBN 978-3-86490-048-8

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ASQF-Umfrage 2014 / Qualitätstrends in der Software-Entwicklung KEY MESSAGES: Über drei Viertel der Unternehmen bewerten die gesamtwirtschaftliche Lage positiv Drei von fünf Unternehmen planen Neueinstellungen Fachkräftemangel bleibt größtes Marktund Wachstumshemmnis Unternehmen investieren mehr in Software-Qualität und Fortbildung Das Bewusstsein für Software-Qualität und Weiterbildung gewinnt auch in anderen Branchen an Bedeutung Durchweg positive Stimmung über die gesamtwirtschaftliche Lage im deutschsprachigen Raum herrscht derzeit in den IT-gestützten Branchen. Mehr als 80% der Unternehmen bewerten sowohl die momentane wirtschaftliche Situation, als auch die weiteren Aussichten für 2014 als gut (72%) bis sehr gut (10%). Von der positiven Geschäftserwartung dürfte auch der Arbeitsmarkt profitieren. 60% der Befragten gaben an, dass in ihren Unternehmen 2014 weitere Personaleinstellungen geplant sind. Das Potential des „IT-Jobmotors“ wird allerdings durch die immer noch eklatante Fachkräftesituation gedrosselt. Acht von zehn Befragten empfinden den Mangel an Fachkräften als größten Hemmnisfaktor für die Entwicklung ihres Unternehmens. Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen hingegen werden als weniger hinderlich für die eigene Unternehmensentwicklung betrachtet. Bei den Finanzierungsmöglichkeiten von Investitionen sehen sogar 70% der Befragten derzeit kaum Schwierigkeiten. Neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und einem allgemeinen Branchentrend in der deutschspra-

chigen IT- und Software-QualitätsLandschaft widmete sich die ASQFUmfrage 2014 der Analyse eines Qualitätstrends und der allgemeinen Qualitätsentwicklung. Dabei war der ASQF vor allem auf die Umfragewerte der folgenden drei Fragestellungen gespannt: Sind sich die Unternehmen der Bedeutung von Software-Qualität und Fortbildung bewusst? Die Qualitätssicherung spielt für die Unternehmen eine immer größere Rolle, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Rückbetrachtung auf die vergangenen zehn Jahre haben, laut 70% der Befragten, die Investitionen in die Qualitätssicherung ihrer Unternehmen erheblich zugenommen. In der Bewertung, dass sich die „Qualität der Qualität“ in den vergangenen zehn Jahren erhöht hat, stimmen ebenfalls 70% der Befragten zu. Auf welche Weise und in welchem Umfang investieren Unternehmen in die Qualität ihrer Software-Entwicklung und -Wartung? Das Bewusstsein für „lebenslanges Lernen“ ist hoch. Neben Testautomatisierungen und der konsequenten Umsetzung der definierten Prozesse setzen die Unternehmen in verstärk­ tem Maße auf die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. 82% der Befragten gaben an, im Jahr Weiterbildungen zu absolvieren, fünf von zehn Befragten sogar mehrmals im Jahr. Von einer Weiterbildung mit international anerkanntem Zertifikat als Abschluss erwarten die Befragten, das eigene Fachwissen aufzufrischen und zu festigen sowie eine Vergleichbarkeit des Fachwissens, sowohl bei der Projekt-, als auch bei der Mitarbeiterakquise, herzustellen. Einige Unternehmen erhoffen sich von sol-


Umfrage

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Wie schätzen Sie die Geschäftsentwicklung Ihres Unternehmens für 2014 ein?

Wie haben sich die Investitionen in die Qualitätssicherung in Ihrem Unternehmen in den letzten zehn Jahren entwickelt?

chen Weiterbildungsmaßnahmen zusätzlich auch einen Motivationsschub der eigenen Mitarbeiter und somit die Förderung und Stärkung der Anerkennungskultur im Unternehmen. Aus der Erkenntnis dieses Mehrwertes für die Unternehmen bleibt die Investitionsbereitschaft im Bereich „Weiterbildung“ konstant hoch. Wie schon in den beiden Jahren zuvor sind mehr als 70% der Befragten bereit, Zeit und Geld in Weiterbildungsmaßnahmen zu investieren. Wie effektiv bewerten die Unternehmen ihre Qualitätssicherungsmaßnahmen? Diese Investitionen in die Qualitätssicherungsmaßnahmen sind effektiv und zahlen sich für die Unternehmen aus: Laut Umfrage traten bei mehr als der Hälfte der Befragten deutlich weniger bis gar keine „Qualitätskatastrophen“ auf, nachdem die QS-Maßnahmen in den Unternehmen abgeschlossen waren. Als gute Indikatoren für eine Qualitätssteigerung gelten bei knapp der Hälfte der Befragten die Einführung von Personalzertifikaten, aber auch eine verbesserte Fach- und Hochschulausbildung. Die ASQF-Umfrageresultate weisen auch darauf hin, dass sich nicht nur die IT-Branche, sondern im Besonderen auch die IT-nutzenden Unternehmen zunehmend der Verantwortung und Notwendigkeit für die Sicherung und Steigerung von Software-Qualität und Fortbildung bewusst sind.

Personalplanung: Planen Sie im laufenden Jahr weitere Einstellungen?

Eine vollständig grafisch aufbereitete Version der ASQFUmfrage kann kostenfrei unter www.asqf.de/mitglieder-umfragen.html heruntergeladen werden.


Titelthema

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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Qualität

Mit durchstarten. Fehlerfrei, funktional und zuverlässig – das sind nach Einschätzung zahlreicher IT-Experten besonders wichtige Kriterien guter Software-Qualität. Unlängst fasste Branchenkenner Helmut Biely das Ziel in einem knappen, dafür aber nicht weniger wahren Ausspruch zusammen: „Qualität ist, wenn der Kunde zurückkehrt, nicht das Produkt.“ Recht hat er. Doch in den meisten Fällen ist das für die Unternehmen leichter gesagt als getan. Sie sehen sich im Entwicklungs- und Testprozess von Software immerwährend mit neuen Herausforderungen und Kundenwünschen konfrontiert. Software als immaterielles Gut kennt keine Abnutzungserscheinungen. Gleichwohl unterliegt sie aber einem Alterungsprozess, der sich mit einer vielfach höheren Geschwindigkeit vollzieht als bei materiellen Gütern.

Und: Sie ist um ein vielfaches komplexer. Hauptproblem für schlechte Software-Qualität, so die Experten, ist die unrealistische Aufwandsschätzung bei der Planung und Umsetzung des Entwicklungsprozesses. Große Unternehmen wie Microsoft geben deshalb fast die Hälfte ihres Projektbudgets für das Qualitätsmanagement aus. Mangelnde Software-Qualität bleibt meist nicht ohne schwerwiegende Konsequenzen, wesentliche Umsatzeinbußen sind die Folge. Imageverlust und gar der Verlust von Geschäftspartnern sind weitere mögliche Konsequenzen. Studien zeigen, dass Software-Unternehmen nur dann langfristig am Markt bestehen können, wenn sie das Thema Qualität als ein strategisches Unternehmensziel begreifen. Was Unternehmen alles tun können, um die Qualität ihrer

entwickelten Software-Produkte auf Planungs-, Organisations- und operativer Ebene erfolgreich zu gewährleisten, erklären unsere Experten auf den nächsten Seiten.

AUS DEM INHALT Wie Planung, Organisation und Steuerung die Qualität von Software-Projekten beeinflussen Seite 13 Planung Mensch. Verschätz dich nicht. Vier große Variablen beeinflussen eine gute Aufwandsschätzung von Software-Projekten Seite 16 Organisation Qualität im agilen Umfeld: Muster statt „verordnete“ Standards Seite 28 Mehr Qualität durch „Managed Teams“ Seite 30 Durchführung Software-Architektur mit Qualität – Gebaut für den beständigen Wandel Seite 36


Titelthema

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Qualität ist, was man daraus macht

Wie Planung, Organisation und Steuerung den Erfolg von Software-Produkten beeinflussen von Sebastian Schneider

Monate oder Jahre kann es dauern bis eine Software reif für den Markt ist. Wenige Minuten braucht es lediglich, mit einer fehlerhaften Software eine ganzes Unternehmen an den Rand des Ruins zu bringen. Spektakuläre Fälle wie der eines amerikanischen Börsenhandelsunternehmens, das aufgrund einer Softwarepanne in 45 Minuten rund 440 Millionen Dollar Verlust machte, sind zwar nicht die Regel, sie zeigen aber umso eindrucksvoller, wie sich ein unzureichendes Qualitätsmanagement bei der SoftwareEntwicklung auswirken kann.

Man sieht sie nicht immer, aber jeder ist in der Lage zu sagen, ob ein Produkt seinen Vorstellungen von Qualität entspricht. Genauso vielfältig wie die individuellen Ansprüche sind auch die meisten Software-Produkte. Sie sind komplex und müssen immer wieder neu an die veränderten Bedürfnisse der Kunden angepasst werden. Eine gute Qualität der Software ist dabei wichtig und trägt entscheidend zum Erfolg des Produkts bei. Das Verständnis darüber, was Qualitätskriterien sind, kann sich durchaus im Projektverlauf ändern – und das in vieler Hinsicht. Deshalb muss eine Erhöhung der Software-Qualität über einen iterativen Ansatz geschehen, der die Realität betrachtet, die Rahmenbedingungen ständig kontrolliert und in der Lage ist, auf solche Veränderungen auch zu reagieren. Doch das gelingt nicht immer. Enttäuschte Nutzer sind die Folge. Im schlimmsten Fall droht ein Umsatzverlust. Mit gut durchdachten Maßnahmen bei der Planung, Organisation und Steuerung des Entwicklungsprozesses lässt sich das verhindern. Planung schafft Fakten Verabschieden wir uns für einen Moment von allem, was wir über gute Planung wissen. Wir können heute nicht abschätzen, was wir in fünf Monaten und drei Wochen am Vormittag machen werden. Ebenso ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir dort ein Versprechen oder eine Zusage zu einer bestimmten Arbeit realistisch halten können. Trotzdem wird noch immer versucht, genau dieses zu tun. Doch wir brauchen in gewisser Weise immer eine Planung. Sei es für ein Software-Produkt, welches auf dem Markt einge-

führt werden soll oder zur Erfüllung von Vertragspflichten im Kunden-Zulieferer-Verhältnis, das eine konkrete Konzeption erzwingt. Ein häufiges Problem ist, dass weit in die Zukunft hinein formulierte Pläne mit der Zeit gerne vernachlässigt werden. Ein Grund hierfür ist, dass sie weder die Realität widerspiegeln noch einen Nutzen für die Anwender bringen. Dennoch brauchen Sie eine Planung und eine Richtung, wohin Sie sich entwickeln möchten. Was können Sie in den nächsten zwei oder drei Wochen erledigen? Davon haben Sie bestimmt eine recht gute Vorstellung. Das kennen Sie aus dem Privatleben, ebenso aus dem Berufsalltag. Termine und Treffen mit Freunden und Kollegen planen Sie in der Regel in einem überschaubaren Zeitrahmen. Dazu machen Sie meist recht konkrete Termine für einen Zeitraum aus, der in den seltensten Fällen weiter in der Zukunft liegt als einen Monat. Einige Ereignisse (wie der runde Geburtstag) haben ein anderes Gewicht, da hier bestimmte Abhängigkeiten zusammentreffen („Halte dir den Termin mal frei, ich weiß noch nicht genau was ich mache, aber ich feiere ganz groß!“). Was Sie hier machen ist die klassische Unterscheidung in eine Grob- und Feinplanung. Die grobe Planung sagt noch nichts über die Details aus. Dennoch beinhaltet sie bereits eine erste organisatorische Ebene. Sie zeigt auf, was schon bekannt ist und gemacht werden muss. Das, was Sie im privaten Umfeld fast intuitiv richtig machen, sollten Sie auch für den Beruf adaptieren. Eine detaillierte Projektplanung in einem überschaubaren Zeitrahmen sollte immer erfolgen. Damit halten Sie sich auch die Option offen, gegen Fehlentwicklungen anzusteuern. Für alles weitere, das in der Zukunft liegt, brauchen Sie eine gewisse Grobplanung. Wie grob oder fein die entsprechende Konzeption aussehen muss, hängt maßgeblich davon ab, wie weit Anforderungen und Technologie sich ändern können. Der zweite entscheidende Punkt ist, ob Sie durch den Kunden, Normen oder Ähnliches zu einem bestimmten Verfahren „gezwungen“ werden. Je geringer die Komplexität des Produktes ist (siehe Grafik „Stacey Landscape Diagramm“), desto besser lassen sich Anforderungen in einem Technologiebereich bestimmen und damit früher genauer planen. Es gibt also auch für den Aspekt der Planung eine gewisse Qualität. Das könnte zum Beispiel sein, wie realistisch diese ist. Eine Planung ist dann qualitativ hochwertig, wenn sie das hält, was sie verspricht.


Titelthema

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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Form explizit zu dokumentieren, nimmt bei den meisten Ansätzen deutlich mehr Zeit in Anspruch. Zusätzlich brauchen Sie noch eine Taktung, in der Sie die Arbeit erledigen. Diese Taktung ist wichtig, um Arbeitsergebnisse zu präsentieren, das Erlebte zu reflektieren und sich zu überlegen, in welcher Art und Weise der Prozess verbessert werden kann. Wichtig ist hierbei, dass die Taktung (gerade der Anfang und das Ende) fest ist. Es muss „geliefert“ werden, auch wenn der Umfang nicht zu 100% erreicht wurde.

Organisation lebt vom Informationsaustausch Menschen brauchen einen festen Bezugspunkt und eine gewisse Regelmäßigkeit. Gibt es weder das eine noch das andere, verlieren Informationen an Wert und haben damit keine Qualität für die entsprechende Person. Wenn Sie sich lange nicht mit einem Bekannten unterhalten und nicht zu bestimmten Terminen austauschen, dann geht Ihnen Wissen und /oder Informationen verloren („Ach, du hast eine Weiterbildung zum Grafiker gemacht? Ich habe neulich Stunden investiert, um einen passenden Designer zu finden.“) sowie der Bezugspunkt („Wie hieß der nette Ex-Kollege aus der Nachbarabteilung doch gleich?“). Sie brauchen für eine qualitative Organisation eine Synchronisierung und eine Möglichkeit, Informationen auszutauschen. Und: Diese Organisation muss auch eingefordert werden – am Besten vom Team selbst. Ist die Organisation nicht auf einen guten Informationsaustausch ausgelegt, finden wir später Probleme im Produkt, die auch die Probleme in der Organisation widerspiegeln (Conways Law). In der Praxis wird das „Wissensmanagement“ rund um die Organisation gern unterschätzt. Sie können hier große Szenarien aufbauen und versuchen mit Wissensdatenbanken zu arbeiten – all das ist nicht einfach und in der Umsetzung aufwendig. Besser ist es, das Wissen durch regelmäßige, kurze und effektive Stand-Up’s (Abstimmungsrunden) zu kommunizieren. Zudem bietet es sich an, Arbeiten immer oder so oft wie möglich paarweise durchzuführen. Das Argument, dass dann die Mitarbeiter nur halb so produktiv arbeiten, lässt sich schnell durch das verteilte Wissen und sofortige Qualitätssicherung während der Erstellung widerlegen. Zudem ist es einfacher möglich, kurze Zyklen zu dokumentieren und so Wissen bzw. Informationen (in welcher Form auch immer) abzulegen. Das Wissen in einer anderen

Eine Organisation ist dann qualitativ hochwertig, wenn die Realität und die Rahmenbedingungen der Individuen berücksichtigt werden.

Steuerung so wenig wie nötig Menschen sind komplexe Individuen. Wollen wir sie kontrollieren, dann brauchen wir eine Instanz, die noch komplexer ist als die Individuen. Das ist in der Regel schwer. Auch ein Projektleiter als Kontrollinstanz ist nicht das Maß aller Dinge. Wenn Sie also nicht in der Lage sind, komplexe Individuen zu kontrollieren und zu steuern, dann lassen Sie es! Für den Umgang mit dieser Komplexität sind hi-


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erarchische Weisung und Fremdkontrolle ungeeignet. Ein immer wieder beobachteter Fehler ist es, Menschen kein Vertrauen zuzusprechen und sie in Organisationen bevormunden zu wollen. Der entscheidende Punkt ist hier natürlich ein gutes Team. Das Team regelt und steuert sich in gewissen Rahmenbedingungen selbst. Sie können die Rahmenbedingungen für das Team ändern und so Einfluss nehmen, aber die Individuen selbst sollten Sie nicht versuchen zu steuern. Etablieren Sie stattdessen ein Qualitätsverständnis sowohl innerhalb des Teams (Wie können wir dieses oder jenes testen? Erstellen wir hier das richtige Produkt für den Kunden? Ist unser Prozess gut, um Höchstleistungen zu bringen?) als auch mit adaptierten Standards von außen (Die Norm ISO 9xxx oder Kundenanforderungen Y ist zu befolgen). Der Einwand nach dem „Ja, aber wenn die Mitarbeiter nicht wollen…“ wird in diesem Zusammenhang sehr gerne angeführt. Doch das ist ein Trugschluss. Haben Sie „schlechte“ Mitarbeiter, die gar nicht interessiert sind, an ihren Aufgaben zu arbeiten, dann haben Sie diese Probleme immer. Unabhängig davon, wie Sie vorgehen. Vertrauen müssen sich die Teams immer erarbeiten.

Titelthema des Produktes nach hinten zu verschieben. Doch das ist kaum möglich, denn oft sind weitere Variablen wie beispielsweise andere Lieferanten von unserem Produkt abhängig (Man denke nur an den „Start of Production“ [SOP] im Automobilbereich). Wir könnten mehr Ressourcen in das Projekt investieren. Doch nach Brooks’ Gesetz führt diese Maßnahme zu keinem weiteren Erfolg und ist für den Prozess eher kontraproduktiv: „Adding manpower to a late software project makes it later“. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Neues Personal muss von den Projektmitarbeitern erst eingearbeitet werden. Dadurch geht Kapazität für die eigentliche Entwicklung verloren. Jetzt könnten wir noch auf die (zugegeben schlechteste, aber doch oft praktizierte) Idee kommen, qualitative Maßnahmen zu unterlassen. Das führt jedoch in der Regel zu Rückläufern, unzufriedenen Kunden und Imageverlust. Wenn Sie also nicht den Luxus haben, Termine zu schieben, können Sie die Qualität nur halten, indem Sie a) Ihre Planung immer wieder verbessern und aus der Historie lernen und b) den Umfang der Projektgröße gemeinsam mit dem Kunden reduzieren, um überhaupt ein akzeptables (aber eben qualitativ den Erwartungen entsprechendes) Produkt zu erstellen.

Richtig priorisieren Sie brauchen eine Person, die sich mit den Kundenanforderungen bestens auskennt und die Entscheidungsfreiheit hinsichtlich Return of Invest (ROI) und Wirtschaftlichkeit hat. Diese Rolle kann ein Business Analyst oder Produkteigner bestens ausfüllen. Er muss befähigt sein, Entscheidungen zu treffen und dazu über alles nötige Wissen verfügen. Auf Basis dieses Wissens wird eine Prioritätenliste nach Mehrwert aus Sicht des Kunden mit Aufgaben bzw. Wünschen an das Produkt erstellt, die das Team in einer bestimmten Reihenfolge erarbeiten muss. Die Priorisierung beschreibt die Wichtigkeit des „Was“. Das „Wie“ ist Sache des Teams, solange gewisse Regeln eingehalten werden. Diese Regeln bzw. „Akzeptanzkriterien“ sind durch den Business Analyst oder Produkteigner vorab festzulegen. Die Priorisierung muss aus der „Sicht des Ganzen“ erfolgen und den Nutzen und Mehrwert für den Kunden herausstellen. Eine Qualität im Ganzen werden Sie nicht herstellen können, wenn Sie einzelne Teile isoliert betrachten (LeanGedanke). Den Umfang zu ändern, ist die einzige Chance, Qualität zu wahren Aus Projekten kennen wir es zu genüge: Wir haben den Kunden etwas versprochen und merken, dass wir die Zusagen nicht halten können. Wir sind zu langsam, haben uns verschätzt oder haben einen sonstigen Fehler gemacht. Doch was tun? In der Regel sind die Stellschrauben begrenzt. Das Beste wäre natürlich, den Abgabezeitpunkt

Eine Steuerung ist dann qualitativ, wenn sie ihre Befugnisse an die Personen weitergibt, die auch die entsprechenden Themen steuern können. Das kann auch bedeuten, Verantwortung abzugeben, um die Qualität zu erhöhen.

Sebastian Schneider ist Senior Consultant bei der SynSpace GmbH in Freiburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Agile / Lean Bereich, Denkprozessen der Engpasstheorie und der Business Analyse.


Titelthema

Mensch. Verschätz dich nicht.

Vier große Variablen beeinflussen eine gute Aufwandsschätzung von Software-Projekten

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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Planung

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Es existiert keine Erfahrung im Unternehmen für eine neu einzuführende Software, sodass eine Schätzung auf Basis vergleichbarer Projekte nicht möglich ist. Der genaue Umfang der Änderungen an bestehenden Systemen kristallisiert sich erst im Laufe des Projektes heraus, sodass der Aufwand im Test, vor allem für Regressionstests, laufend angepasst werden muss.

In Theorie und Praxis existiert eine Vielzahl von Ansätzen zur Aufwandsschätzung. Weit verbreitete Annahmen umfassen: Den Testaufwand im Verhältnis zum Entwicklungs- oder Projektaufwand Der Testaufwand wird mit der Anzahl verfügbarer Testpersonen und Zeit gleichgesetzt Die Expertenschätzung auf Basis früherer Projekte Eine faktorbasierte Schätzung auf Grundlage detaillierter Designs Doch ganz gleich welcher Ansatz zur Schätzung herangezogen wird, nehmen verschiedene Variablen Einfluss auf die tatsächlich formulierte Prognose. Faktoren, die die Genauigkeit von

Der Testaufwand ist abhängig von der Qualität der gelieferten Software sowie der Zuverlässigkeit der Fehlerbehebung und Test­ umgebung.

Ein wiederkehrendes Problem in der Aufwandsschätzung ist die erwartete Testabdeckung. Ohne genaue Anforderungen kann diese nicht spezifiziert werden, sodass der Testumfang eben-

Verbesserte Aufwandsschätzung

Prozess

Die Bedingungen an das System sind nur sehr grob beschrieben. Durch den schrittweisen Zugriff auf Datenstrukturen erarbeitet die Entwicklungsabteilung daraus spezifische Anforderungen, die dann einzeln umgesetzt werden müssen.

Intra-prozessrelevante Variablen Im Schätzverfahren gibt es Variablen, die prozessinhärent sind und vom Management beeinflusst werden können. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Maß an Verantwortlichkeit, das auf dem Schätzer mit seiner abgegebenen Prognose lastet. Eine These geht davon aus, dass ein Schätzer umso sorgfältiger seine Prognose trifft, je stärker er für diese zur Rechnung gezogen wird. Der dadurch ausgeübte Druck soll zur Verbesserung der Schätzgenauigkeit führen. Anderseits besteht die Gefahr für Verzerrungen, beispielsweise durch zu große Sicherheitspuffer, die das Budget eines Projektes unnötig in die Höhe schrauben. In Bezug auf den Prozess können aber auch andere, eher untypische Faktoren wie das Abfrageformat eine Rolle spielen. So gibt es zwei mögliche Varianten: „Wie viel Aufwand wird für die Fertigstellung von X benötigt?” vs. „Wie viel kann in Y Arbeitsstunden fertiggestellt werden?”. Erfahrungen zeigen, dass die erste Alternative in der Regel die realistischeren Ergebnisse liefert.

Abbildung 1 – Vier Säulen der verbesserten Aufwandsschätzung

Kontext

Die folgenden Beispiele verdeutlichen die Problematik bei SoftwareTest-Projekten, eine genaue Schätzung möglichst frühzeitig abzugeben:

Einflussvariablen bei der Aufwandsschätzung

Aufwandsschätzungen beeinflussen können, lassen sich in vier Kategorien einteilen (vgl. Abbildung 1).

Projekt

Software-Projekte sind dafür berüchtigt, dass sie ihre Zeit- und Budgetpläne in großem Maße überschreiten. Eine häufig genannte Ursache ist die ungenaue Prognose über den geschätzten Aufwand, der für die Entwicklung der Software, insbesondere SoftwareTests, benötigt wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Genauigkeit der Prognose durch verschiedene Variablen beeinflusst wird, die sich zum einem aus dem Projekt selbst und der Persönlichkeit des Schätzer ergeben.

falls nur schwer eingeschätzt werden kann. Der Entwicklungsaufwand als Bezugsgröße ist ebenfalls nur als Annäherung zu sehen, da bereits kleine Software-Änderungen einen hohen (Regressions-) Testaufwand nach sich ziehen können.

Schätzer

von D. Basten & M. Rasking


Titelthema Inter-projektrelevante Variablen Eine weitere Besonderheit ergibt sich bei der sprachlichen Formulierung in der Projektbeschreibung, die einen Einfluss auf die Genauigkeit von Schätzungen haben kann. Wertende und irrelevante Informationen sollten vermieden werden, da bereits einzelne Wörter einen entscheidenden Einfluss auf die Genauigkeit der Schätzung haben können, unabhängig von der eigentlichen Aufgabe. Die Formulierung „eine kleine Änderung” führt in der Regel zu signifikant niedrigeren Aufwandsschätzungen. Im Vergleich dazu fällt die Aufwandsschätzung wesentlich höher aus, wenn in der Projektbeschreibung das Ziel „große Änderungen” formuliert wird. Weiterhin muss berücksichtigt werden, inwieweit das Lügen im Projektumfeld möglicherweise eine Rolle spielt. Schätzungen basieren zu weiten Teilen auf den Informationen, die dem Schätzer durch Mitarbeiter im Projektumfeld zur Verfügung gestellt werden und welche in Annahmen zur Schätzung münden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Lügen im Umfeld von SoftwareProjekten allgemein und in Bezug auf Aufwandsschätzungen im Speziellen keine Seltenheit sind. Hierbei gibt es alle Abstufungen von ungenauen Annahmen, wissentlichem Auslassen von Informationen bis hin zu taktischen Lügen. Neben diesen falschen Annahmen spielen auch Erwartungen des Kunden eine Rolle. Dieser Faktor kann mit dem sogenannten Ankereffekt erklärt werden, der generell auftreten kann, wenn es um Schätzungen geht. Der Effekt beschreibt das Phänomen, dass Schätzer sich durch Informationen, wie die Budgeterwartung des Kunden, beeinflussen lassen. Als Folge dessen betrachtet der Schätzer die Information als Ausgangspunkt seiner Schätzung und justiert solange bis er hierzu eine plausible Aufwandsrechnung erhält. Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Effekt oftmals unbewusst auftritt, da er auch vor-

Ausgabe 31  |  Juni 2014

kommt, wenn explizit darauf hingewiesen wird, dass die Informationen keinerlei Grundlage haben und ignoriert werden sollen (Jørgensen and Sjøberg, 2001). Kontextrelevante Variablen Die dritte Kategorie umfasst Einflussvariablen, die mit dem externen Projektumfeld einhergehen. Damit sind Faktoren gemeint, die generell außerhalb der Kontrolle des Managements stehen, somit nicht beeinflusst werden können und als gegeben angesehen werden müssen. Die Vertragsart ist hierfür ein typisches Beispiel. Zugrunde liegt die Annahme, dass im Falle von Festpreisprojekten eher eine Überschätzung des Aufwands stattfindet, um mögliche unvorhergesehene Probleme im Budget aufzufangen. Erfahrungen weisen allerdings darauf hin, dass die Beziehung zwischen Vertragstyp und Genauigkeit der Schätzung komplizierter ist. Mischformen der Vertragsart (beispielsweise solche, bei denen Gewinne und Verluste gleichermaßen zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber geteilt werden) bieten in jedem Fall eine adäquate Alternative. Darüber hinaus muss auch der Auftraggeber in Bezug auf seine Erfahrung im Briefing des ausführenden Projektteams berücksichtigt werden. Der geschätzte Aufwand erfolgt auf Basis der vom Kunden zur Verfügung gestellten Informationen. Dieser muss im Vorfeld entscheiden, welche Daten relevant für die Schätzung sein sollen, beziehungsweise, was ihm bei der Ausführung des Projektes besonders wichtig ist. Schätzerrelevante Variablen Während die Variablen aus den bereits angeführten Kategorien in der Praxis mehrheitlich Berücksichtigung finden, wird die Person, welche die Schätzung vornimmt, oft vernachlässigt. Das ist insofern verwunderlich, als das die meisten Schätzungen auf Expertenmeinungen basieren und nicht auf parametrischen Modellen. In diesem Fall führt Diversität der

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Schätzer zu Diversität in Bezug auf die Aufwandsschätzung. Es sollte somit sorgfältig geplant werden, welche Personen für Schätzungen eingesetzt werden, um übermäßig optimistische Schätzungen zu vermeiden. Neben Faktoren wie der Sorgfalt, die Schätzer in ihre Arbeit legen und der Erfahrung, die Schätzer mitbringen (in der Regel ist eine höhere Anzahl an Projekten wichtiger als die Anzahl der Berufsjahre) existieren auch hier eine Reihe weiterer Faktoren, die hervorstechen. Dazu zählen vor allem der generelle Optimismus von Schätzern und ihre Konsistenz. In Bezug auf den ersten Punkt geht es darum, dass Schätzer, die generell zu Optimismus neigen, diese Eigenschaft auch mit in ihren Schätzprozess nehmen. Daher sollte darauf geachtet werden, wie sich der Optimismus in früheren Projekten ausgewirkt hat. In Bezug auf den zweiten Faktor wurde festgestellt, dass gleiche Projektaufgaben nur selten konsistent geschätzt werden. Wird eine Aufgabe von der gleichen Person mehrfach geschätzt, kommt es häufig zu großen Abweichungen. Darüber hinaus gilt es zu beachten, ob Schätzer für eine Aufgabe fungieren, die sie später selbst umsetzen müssen oder ob sie lediglich für andere Personen den Aufwand schätzen. Im zweiten Fall muss neben der Aufgabe zusätzlich die Arbeitsleistung einer anderen Person geschätzt werden. Neben der Gewissenhaftigkeit, Erfahrung und den charakterlichen Eigenschaften des Schätzers wirkt sich auch sein fachlicher Hintergrund auf den Schätzprozess aus. Schätzer mit Management-Erfahrungen gelten als bessere Schätzer als diejenigen mit rein technischem Hintergrund. Erklärt wird das in der Regel damit, dass eine rein technische Sicht nicht ausreichend ist, um den Gesamtaufwand zu schätzen.

Q u e l l e [ Jørgensen, M., and D. I. K. Sjøberg (2001)] „Impact of effort estimates on software project work“, Information and Software Technology, (43)16, pp. 939–948.


Planung

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Empfehlungen unserer Experten Der Schätzprozess bedarf einer Professionalisierung – gerade Test-Manager sollten frühzeitig involviert sein und iterativ eine immer genauere Prognose abgeben können.

Durch die Vielzahl an Einflussfaktoren ist es unbedingt notwendig, die während der Schätzung getroffenen Annahmen als Risiken im Projekt- oder Testplan zu hinterlegen. Jede Abweichung von diesen Annahmen wird einen Einfluss auf die Aufwandsschätzung und die Testplanung haben.

Dr. Dirk Basten ist Akademischer Rat am Seminar für Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung an der Universität zu Köln. Er verantwortet mehrere Forschungsprojekte, u.a. im Bereich Aufwandsschätzung, Organisationslernen und Projekterfolg.

Unternehmen sollten in die Rolle des Schätzers investieren – durch Schulungen, regelmäßigen Austausch zwischen unterschiedlichen Bereichen und die Bereitstellung von Ressourcen wie Werkzeugen für die Aufwandsschätzung oder eine gemeinsame Ablage von Projektschätzungen.

Die Genauigkeit der Prognose sollte laufend überprüft werden. Eine Stichprobe von Projekten und deren tatsächlichem Aufwand gegen den geschätzten Aufwand erlaubt eine Kalibrierung der Schätzverfahren und dient gleichzeitig der Schulung der handelnden Personen.

Matthias Rasking leitet bei der Accenture GmbH den Bereich Application Test Services in EALA. Sein Fokus liegt auf der Etablierung von effizienten und trotzdem pragmatischen Betriebsmodellen für weltweit tätige Unternehmen.

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Im Fokus

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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Einsatz von Business Intelligence und Data Analytics in Software-Projekten Eine quantitative Auswertung der Software-Qualität kann zu signifikanten Kosteneinsparungen im Software-Life-Cycle führen. Bereits Anfang der 1990er Jahre etablierte sich der Begriff der „Business Intelligence“. Sie bezeichnet Verfahren und Prozesse zur systematischen Analyse (Sammlung, Auswertung und Darstellung) von Daten in elektronischer Form. Ziel ist die Gewinnung von geschäftskritischen Informationen, die als Grundlage für systematische Entscheidungen verwendet werden. Doch obwohl die Unternehmensdatenanalyse bereits seit Jahren ein etabliertes und rentables Verfahren zur Verbesserung der Produktperformance ist, wird sie von Unternehmen in Software-Entwicklungsprojekten bisher verhalten eingesetzt.

ASPICE Level 4: „Predictable while performing the defined process, detailed measurements are performed and analyzed, leading to a quantitative understanding of the process and improved predictability. Statistical methods are applied to control the defined process between upper and lower limits“.

Flexibles Echtzeit-Reporting Rund um die Entwicklung von Software-Produkten werden eine Reihe von Engineering-, Planungs- und Steuerungs-Tools eingesetzt. Häufig wird ein Teil der Daten in Spreadsheets wie Excel gepflegt oder, in einfachen Datenformaten beziehungsweise durch im Tool integrierte Dashboard-Lösungen, organisiert. Dies hat zur Folge, dass die Daten oftmals über keine einheitliche Struktur verfügen. Ferner sind sie auf verschiedene Datenbanken und Dokumente verteilt. Das Reporting ist deshalb meistens inflexibel und abhängig vom jeweiligen Tool. Eine disziplinübergreifende Übersicht ist selten vorhanden. Durch den Einsatz von Business Intelligence und Data Analytics werden die Software-Daten aus allen Datenbanken und Dokumenten zu einem Data-Mart zusammengefügt, strukturiert und konsolidiert. Durch Self-Service-Analytcis lassen sich Dashboards schnell, flexibel und ohne großen IT-Aufwand erstellen.

ASPICE Level 5: „Optimizing Quantitative process objectives are defined based on the organizations’s business goals, and are permanently tracked“.

Explorative und prädiktive Analyse der Software-Daten Die Software-Daten, die sich über Jahre in Datenbanken und Dokumenten

Business Intelligence und Software-Qualität Durch die Analyse der Software-Daten erhalten Unternehmen verwertbare Informationen zur Verbesserung ihrer Produktivität sowie der Qualität und Benutzerfreundlichkeit ihrer Produkte. Einen Anspruch auf quantitative Evaluierung der Software-Qualität wird durch Maturitätsmodelle gestellt. Das Software-Maturitätsmodell für die Automotive-Branche, ASPICE, definiert beispielsweise:

angesammelt haben, sind ein wichtiges Asset, das meistens nicht ausreichend genutzt wird. Durch Datenanalyse lassen sich wichtige Muster und Zusammenhänge erkennen, projektübergreifende Schwachstellen im Entwicklungsprozess aufdecken und lokale Software-Modelle generieren. Eine Einbindung von Analyse-Algorithmen, geschrieben in spezialisierten Sprachen wie der R-Sprache, ist in den meisten BI- und DA-Tools durchaus möglich Fazit Den Einsatz von Business Intelligence und Data Analytics in Software-Projekten bringt drei Vorteile: Flexibles Echtzeit-Reporting, vielseitige Analyse der Software-Daten und prädiktive Software-Modelle. Dieser Einsatz ist die Grundlage für eine quantitative Qualitätsevaluierung und faktenbasierte Projektentscheidungen. Dr. Marija Kopf ist Geschäftsführerin der Kopf Consulting, Dr. Kopf GmbH.


Termine to go

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Schulungen 2014

der Hef tmitt

e heraus tren

Juni 2014 bis August 2014 Certified Schulungen werden ausschließlich von akkreditierten Unternehmen durchgeführt. Das iSQI fungiert hier als Vermittler. Anmeldeformular und Preise unter www.isqi.org.

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Schulungstitel/Seminartitel

Ort

Datum (Start)

Dauer

International Software Quality Institute

Anbieter

CMAP © Mobile App Testing CMAP© Mobile App Testing - Foundation Level

Berlin

16.06.2014

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Díaz & Hilterscheid GmbH

CMAP Mobile App Testing - Foundation Level

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Díaz & Hilterscheid GmbH

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Köln

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SQS

CMAP© Mobile App Testing - Foundation Level

Berlin

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Díaz & Hilterscheid GmbH

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Frankfurt

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Loyal Team GmbH

CMAP© Mobile App Testing - Foundation Level

Berlin

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Loyal Team GmbH

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International Software Quality Institute

iSQI ® Certified Agile Essentials iSQI® Certified Agile Essentials

Berlin

05.06.2014

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Loyal Team GmbH

iSQI® Certified Agile Essentials

München

16.06.2014

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Method Park

iSQI® Certified Agile Essentials

Röttenbach

30.06.2014

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sepp.med gmbh

Frankfurt

18.08.2014

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Loyal Team GmbH

iSQI Certified Agile Essentials ®

iSQI ® Certified Agile Tester iSQI® Certified Agile Tester

Frankfurt

23.06.2014

5

Sogeti Deutschland GmbH

iSQI Certified Agile Tester

Wien

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Software Quality Lab GmbH

iSQI® Certified Agile Tester

München

30.06.2014

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Software Quality Lab GmbH

iSQI® Certified Agile Tester

Hamburg

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Sogeti Deutschland GmbH

iSQI Certified Agile Tester

Wien

30.06.2014

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ANECON

iSQI® CAT Certified Agile Tester

Berlin

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Díaz & Hilterscheid GmbH

iSQI® CAT Certified Agile Tester

Berlin

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Loyal Team GmbH

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ISTQB Certified Tester - Foundation Level ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Düsseldorf

10.06.2014

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Frankfurt

16.06.2014

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Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level

Wien

23.06.2014

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Linz

23.06.2014

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Graz

23.06.2014

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BDC IT-Engineering GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

München

23.06.2014

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Sogeti Deutschland GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Bielefeld

23.06.2014

3

Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

München

23.06.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Hamburg

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Philotech Systementwicklung und Software GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level

München

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ISARTAL akademie GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Frankfurt

30.06.2014

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Loyal Team GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Frankfurt

30.06.2014

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Loyal Team GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Cottbus

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3

Philotech Systementwicklung und Software GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Braunschweig/Hildesheim

07.07.2014

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Muth Partners GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

München

07.07.2014

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB Certified Tester - Foundation Level

Berlin

07.07.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Stuttgart

08.07.2014

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Sogeti Deutschland GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

München

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3

Philotech Systementwicklung und Software GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Röttenbach

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sepp.med gmbh

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Stuttgart

14.07.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Wien

21.07.2014

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Berlin

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Loyal Team GmbH

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STAND: Juni 2014

®


ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Köln

21.07.2014

4

SQS

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Erlangen

28.07.2014

4

Method Park

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Berlin

28.07.2014

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB Certified Tester - Foundation Level

Frankfurt

28.07.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Wien

06.08.2014

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ANECON

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

München

11.08.2014

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Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level

Wien

25.08.2014

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Berlin

25.08.2014

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Loyal Team GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Köln

25.08.2014

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB Certified Tester - Foundation Level

Stuttgart

02.09.2014

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Abilex

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Wien

08.09.2014

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level

Linz

08.09.2014

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB Certified Tester - Foundation Level

Wien

08.09.2014

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BDC IT-Engineering GmbH

ISTQB® Certified Tester - Foundation Level - Kompaktkurs

Leipzig

09.09.2014

3

Philotech Systementwicklung und Software GmbH

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ISTQB ® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Wien

11.06.2014

5

ANECON

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Braunschweig

16.06.2014

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Muth Partners GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Röttenbach

23.06.2014

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sepp.med gmbh

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Berlin

23.06.2014

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Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Frankenthal

30.06.2014

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EXCO GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Stuttgart

30.06.2014

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Frankfurt

30.06.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Linz

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Wiesbaden

21.07.2014

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Muth Partners GmbH

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Frankfurt

21.07.2014

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Sogeti Deutschland GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

München

28.07.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

München

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Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Köln

18.08.2014

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Köln

18.08.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Hamburg

01.09.2014

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Sogeti Deutschland GmbH

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Berlin

01.09.2014

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Loyal Team GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Manager

Frankfurt

08.09.2014

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Loyal Team GmbH

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ISTQB ® Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Berlin

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Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Braunschweig

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Muth Partners GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Wien

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ANECON

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Lustenau

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Köln

07.07.2014

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SQS

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Wiesbaden

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Muth Partners GmbH

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Frankfurt

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Test Analyst

Hamburg

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SQS

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Mödling

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Díaz & Hilterscheid GmbH

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ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Technical Test Analyst ®

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Technical Test Analyst

Frankfurt

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Technical Test Analyst

Linz

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Software Quality Lab GmbH

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Technical Test Analyst

Mödling

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Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Technical Test Analyst

Wien

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ANECON

ISTQB® Certified Tester - Advanced Level - Technical Test Analyst

Berlin

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Díaz & Hilterscheid GmbH

ISTQB Certified Tester - Advanced Level - Technical Test Analyst

München

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CGI (Germany) GmbH & Co. KG

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iSQI ® Certified Model-Based Tester iSQI® Certified Model-Based Tester iSQI Certified Model-Based Tester ®

Frankfurt am Main

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Method Park

Röttenbach

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sepp.med gmbh

ASQF Certified Professional for Project Management ASQF Certified Professional for Project Management ASQF Certified Professional for Project Management

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Hamburg

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Automotive SPICE ® Training - iNTACS™ Automotive SPICE® - iNTACS™ certified Competent Assessor

Kornwestheim

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Automotive SPICE® - iNTACS™ zertifizierter Provisional Assessor Automotive System Design according to ISO 26262. TÜV-Certification: Functional Safety Engineer Automotive SPICE® - iNTACS™ Certified ISO/IEC 15504 Competent Assessor

München

30.06.2014

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KUGLER MAAG CIE GmbH

Kornwestheim

08.07.2014

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KUGLER MAAG CIE GmbH

Erlangen

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TTCN-3 Training "Theory and Practice of TTCN-3"

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Testing Technologies IST GmbH

TTCN-3 Training ICPMSB Certified Professional for Medical Software ICPMSB Certified Professional for Medical Software München 01.07.2014 4 Foundation Level

Method Park

S O F T WA R E T E S T

PROJECTMANAGEMENT

SPI

SECURITY

MEDICAL

OT H E R

Seminare 2014 Juni 2014 bis August 2014 Das iSQI fungiert hier als Vermittler. Ausführliche Seminarbeschreibungen, Preise und Anmeldeformular: www.isqi.org

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Seminartitel

Ort

International Software Quality Institute

Datum (Start)

Dauer

Anbieter

Agile / Scrum Agile Testing in a Nutshell

Wien

12.06.2014

1

ANECON

Requirements Engineering

München

23.06.2014

2

SOPHIST GmbH

PSM Scrum Master Professional

Wien

25.06.2014

2

Software Quality Lab GmbH

PSM Scrum Master Professional

Linz

25.06.2014

2

Software Quality Lab GmbH

PSM Scrum Master Professional

München

25.06.2014

2

International Software Quality Institute Software Quality Lab GmbH

Agile und doch konform zu Automotive Standards

Kornwestheim

03.07.2014

2

KUGLER MAAG CIE GmbH

Requirements Engineering - Blended Learning

Nürnberg

07.07.2014

2

SOPHIST GmbH

Agiles Software-Projektmanagement

Hamburg

28.07.2014

4

oose Innovative Informatik GmbH

Agile Testing in a Nutshell

Wien

04.08.2014

1

ANECON

Requirements Engineering

Lindau

01.09.2014

2

SOPHIST GmbH

Hamburg

08.09.2014

5

oose Innovative Informatik GmbH

Systems Engineering mit SysML (inkl. OCSMP-Zertifizierung)

Automotive Automotive SPICE® - HIS-Prozesse

Cisnadioara/Michelsberg

24.06.2014

3

Method Park Consulting GmbH

Automotive SPICE® - HIS-Prozesse

München

09.07.2014

3

Method Park Consulting GmbH

Automotive SPICE® und Safety - Joint Approach

Erlangen

08.09.2014

2

Method Park Consulting GmbH

Wien

12.06.2014

2

ANECON

TPI NEXT® für Testmanager und Projektleiter

Düsseldorf

16.06.2014

2

Sogeti Deutschland GmbH

TPI NEXT® für Testmanager und Projektleiter

München

23.06.2014

2

Sogeti Deutschland GmbH

TMap NEXT® Test Engineer

Düsseldorf

23.06.2014

5

Sogeti Deutschland GmbH

TPI NEXT® für Testmanager und Projektleiter

Frankfurt

30.06.2014

2

Sogeti Deutschland GmbH

TMap NEXT Test Engineer

München

30.06.2014

5

Sogeti Deutschland GmbH

Unit-Testen in der Praxis

Graz

01.07.2014

3

Software Quality Lab GmbH

Unit-Testen in der Praxis

München

01.07.2014

3

Software Quality Lab GmbH

TMap NEXT® Test Engineer

Frankfurt

07.07.2014

5

Sogeti Deutschland GmbH

TMap NEXT® Test Engineer

Stuttgart

07.07.2014

5

Sogeti Deutschland GmbH

TPI NEXT Foundation

®

München

07.07.2014

2

Sogeti Deutschland GmbH

GUI-Testautomatisierung in Theorie und Praxis

Wien

08.07.2014

2

Software Quality Lab GmbH

GUI-Testautomatisierung in Theorie und Praxis

Linz

08.07.2014

2

Software Quality Lab GmbH

GUI-Testautomatisierung in Theorie und Praxis

München

08.07.2014

2

Software Quality Lab GmbH

TMap NEXT® Test Engineer

Frankfurt

14.07.2014

5

Sogeti Deutschland GmbH

TMap NEXT Test Engineer

München

21.07.2014

5

Sogeti Deutschland GmbH

Effiziente Testautomatisierung mit TTCN-3 Grundlagen und Anwendungen

Erlangen

04.08.2014

2

Fraunhofer FOKUS

Wien

05.08.2014

2

ANECON

Hamburg

25.08.2014

2

Sogeti Deutschland GmbH

®

®

360° Testautomatisierung TPI NEXT® für Testmanager und Projektleiter

STAND: Juni 2014

Test 360° Testautomatisierung


TPI NEXT® Foundation Testautomation auf Basis von Selenium

Düsseldorf

25.08.2014

2

Sogeti Deutschland GmbH

Berlin

26.08.2014

2

QMETHODS - Business & IT Consulting GmbH

30.06.2014

2

Engineers Consulting GmbH

ISO 26262 FMEA, FMEDA & FTA

Stuttgart

FMEA

München

07.07.2014

2

Engineers Consulting GmbH

FMEDA

München

25.08.2014

2

Engineers Consulting GmbH

Hamburg

16.06.2014

5

oose Innovative Informatik GmbH

Hamburg

14.07.2014

5

oose Innovative Informatik GmbH

Hamburg

18.08.2014

5

oose Innovative Informatik GmbH

UML Objektorientierte Analyse und Design mit UML inkl. UML-Zertifizierung OCUP-F Objektorientierte Analyse und Design mit UML inkl. UML-Zertifizierung OCUP-F Objektorientierte Analyse und Design mit UML inkl. UML-Zertifizierung OCUP-F

weitere Seminare Funktionale Sicherheit

Linz

04.06.2014

2

Software Quality Lab GmbH

Service Desk und Change Management mit dem SAP Solution Manager

Berlin

05.06.2014

2

QMETHODS - Business & IT Consulting GmbH

Aufwandsschätzung in Softwareprojekten

Wien

10.06.2014

2

Software Quality Lab GmbH

Praxis-Seminar: Prof.RE & Management SPM Software Produkt Management Executive Workshop für Geschäftsführer HP ALM / HP Quality Center Advanced

Wien

10.06.2014

3

Software Quality Lab GmbH

Stuttgart

12.06.2014

1

anthares GmbH

Berlin

23.06.2014

2

QMETHODS - Business & IT Consulting GmbH

Praxis-Seminar: Prof.RE & Management

München

24.06.2014

3

Software Quality Lab GmbH

Aufwände professionell abschätzen

Erlangen

01.07.2014

2

Method Park Consulting GmbH

Regulatory Affairs für Führungskräfte

Berlin

01.07.2014

1

Method Park Consulting GmbH

Testmanagement auf Basis von HP ALM / HP Quality Center SPM Software Produkt Management Executive Workshop für Geschäftsführer AUTOSAR in der Praxis anwenden

Berlin

03.07.2014

2

QMETHODS - Business & IT Consulting GmbH

Düsseldorf

08.07.2014

1

anthares GmbH

Erlangen

16.07.2014

3

Method Park Consulting GmbH

Erlangen

16.07.2014

2

Method Park Consulting GmbH

Frankfurt

22.07.2014

1

anthares GmbH

München

23.07.2014

3

Method Park Consulting GmbH

Berlin

28.08.2014

2

QMETHODS - Business & IT Consulting GmbH

Wien

03.09.2014

2

Software Quality Lab GmbH

Aufwandsschätzung in Softwareprojekten

Lustenau

03.09.2014

2

Software Quality Lab GmbH

Aufwandsschätzung in Softwareprojekten

München

03.09.2014

2

Software Quality Lab GmbH

online

08.09.2014

3

Maud Schlich, THE QUALITEERS

Hamburg

08.09.2014

4

oose Innovative Informatik GmbH

online

10.09.2014

2

Maud Schlich, THE QUALITEERS

Berlin

11.09.2014

2

QMETHODS - Business & IT Consulting GmbH

München

11.09.2014

1

Software Quality Lab GmbH

AUTOSAR in der Praxis für Software-Entwickler SPM Software Produkt Management Executive Workshop für Geschäftsführer Grundlagen des Systems Engineering Nachhaltiges Anforderungsmanagement mit dem IBM Rational Requirements Composer Aufwandsschätzung in Softwareprojekten

Prozesse visualisieren und zum Leben erwecken Software Craftsmanship Erfolgreich im Reviewteam mitarbeiten IT-Kennzahlen als Steuerungsinstrument für Prozesse und Projekte CI Continuous Integration and Delivery

AGILE / SCRUM

TEST

S O F T WA R E A R C H I T E C T U R E

A U TO M OT I V E

V-MODEL XT

UML

CMMI

ISO 26262

WEITERE SEMINARE

Zusätzliche Schulungs- und Seminartermine finden Sie auf www.isqi.org! Irrtümer, Termin- und Preisänderungen vorbehalten. Es gelten die allgemeinen Geschäfts- und Preisbedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Alle Themen auch als Inhouse-Angebot buchbar!

iSQI GmbH | www.isqi.org Henkestr. 91, Haus 8, 3. OG 91052 Erlangen Tel.: +49 9131 91910-0 Fax: +49 9131 91910-10

David-Gilly-Straße 1 14469 Potsdam Tel.: +49 331 231810-0 Fax: +49 331 231810-10

Ansprechpartner: Sandy Lehmann Trainings and Seminars Tel.: +49 331 231810-44 trainings@isqi.org

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Buchbesprechung

25

„Handbuch IT-Management“ Wertvolle Informationen für die IT-Praxis Das erstmals 2006 im Hanser-Verlag erschienene „Handbuch IT-Management“ hat in der Fachwelt bereits einen allseits anerkannten Spitzenplatz erworben. Es bereitet das nötige Wissen zu den verschiedenen Handlungs- und Kompetenzfeldern des IT-Managements in systematischer Form praxisnah und anschaulich auf, stellt die für ein erfolgreiches IT-Management notwendigen Methoden und Instrumente bereit und gibt zahlreiche Anregungen, wie diese auf unternehmensspezifische Praxissituationen transferiert werden können. Der Herausgeber Ernst Tiemeyer ist – neben seiner Tätigkeit als Consultant, Hochschullehrer und Fachautor – auch langjähriger Leiter von zahlreichen Seminaren, Tagungen und Lehrgängen. Gemeinsam mit 16 weiteren renommierten Experten aus der Industrie, von Consulting-Unternehmen und Hochschulen hat er auch mit der aktuell bereits in der fünften Auflage erschienenen Handbuch-Aus­gabe wieder ein gelungenes Gesamtwerk zusammengestellt. Alle Autoren vermitteln dem Leser fundiertes Wissen zu den wesentlichen strategischen und operativen Management-Themen und Führungsaufgaben. So erhält der Leser vielfältiges, fundiertes Anwendungswissen zu zahlreichen Management-Themen der „IT-Welt“ (IT-Projektmanagement, IT-ServiceManagement, IT-Qualitätsmanagement, IT-Risiko- und Security-Management, IT-Compliance) und kann Führungs- und Controllingkompetenz sowie unerlässliche Kenntnisse zu wichtigen IT-Rechtsgebieten erwerben. Außerdem kann der Leser mit dem Durcharbeiten des Handbuchs die Fähigkeit zur Entwicklung von ITStrategien, die nachhaltige Konzipierung von leistungsfähigen EnterpriseArchitekturen sowie Know-how zur

nachhaltigen Steuerung der IT-Landschaften erwerben (Stichwort „ITGovernance“). Das Handbuch richtet sich primär an angehende und erfahrene Fach- und Führungskräfte im IT-Bereich; beispielsweise IT-Manager, IT-Leiter, CIOs, IT-Bereichsleiter (z.B. Leiter System- und Anwendungsentwicklung, Leiter Rechenzentrum, IT und Datenverarbeitung etc.), IT-Projektleiter, Leiter Client- / Servermanagement, Prozess- und Qualitätsmanager sowie Informationsmanager und Unternehmensberater. Eine höchst interessantes Add-on, wodurch die Nutzungspotenziale des Handbuchs in der Praxis weiter expandieren dürften, sei zum Schluss noch herausgestellt: Jeder, der das „Handbuch IT-Management“ in der Print-Fassung erwirbt, erhält gleichzeitig die Berechtigung, das gesamte Buch als E-Book kostenlos downzuloaden. So kann das gesamte dokumentierte Know-how nun auch mobil mit einem Tablet-PC (z.B. einem iPad) genutzt werden – sei es beim Durcharbeiten eines Kapitels im Flugzeug oder auf der Terrasse, aber auch zum gezielten Recherchieren während eines Meetings.

Handbuch IT-Management. Konzepte, Methoden, Lösungen und Arbeitshilfen für die Praxis. (5. Auflage) von Ernst Tiemeyer (Hrsg.) Seiten: 830 Preis: 59,99 EUR Hanser-Verlag, München 2013 ISBN 978-3-446-43557-5

Fazit Nach Durcharbeiten dieses umfangreichen Handbuchs besitzt der Leser das fachliche und methodische Knowhow, um IT-Managementaufgaben erfolgreich wahrzunehmen. Gleichzeitig erweitert das Buch integrativ die sozialen und personellen Kompetenzen, die beim Entwickeln, der Entscheidungsfindung und dem Durchsetzen von IT-Lösungen notwendig sind. Ernst Tiemeyer ist als IT- und ManagementConsultant, Management-Trainer und Fachjournalist tätig.


Im Gespräch

Ausgabe 31  |  Juni 2014

26

„Wir sind wie eine Klammer“ Der brandenburgische CDUBundestagsabgeordnete Jens Koeppen setzt sich im neuen Bundestagsausschuss „Digitale Agenda“ für den digitalen Netzausbau und ein sicheres Internet ein. Im SQ-Gespräch spricht er über seine Arbeit im Parlament und wie Unternehmen künftig von den Maßnahmen der Bundesregierung profitieren könnten.

WCSQ A5 Advert Print File.pdf

1

22/05/2014

Herr Koeppen, neben Ihren zahlreichen politischen Ämtern sind Sie auch Vorsitzender des neuen Bundestagsausschusses „Digitale Agenda“. Worum geht es? Die Entwicklung des Marktes und die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung für nahezu alle Lebensbereiche verlangt ganz eindeutig eine ganzheitliche parlamentarische Betrachtung. In der letzten Legislaturperiode hat eine Enquete-Kommission – deren Mitglieder zur Hälfte aus dem Kreis der Abgeordneten kam und zum Anderen aus dem Kreis anerkannter Experten – wichtige parlamentarische Grundlagenarbeit übernommen. Eine ihrer Empfehlungen war die Einsetzung eines eigenen Parlamentsausschusses nach der Bundestagswahl.

Ich gebe gern ein Beispiel: E-Health ist nicht nur eine Frage für die Gesundheitspolitiker. Genauso wichtig sind hier Fragen des Netzausbaus, des Datenschutzes, der Regionalpolitik oder auch Fragen, die in den Bereich der Wirtschafts- oder Forschungspolitik fallen. Wir sind quasi die „Klammer“, damit die Themen umfassend behandelt werden und so das Innovationsund Entwicklungspotential bestmöglich genutzt wird. Was wird gegenwärtig im Ausschuss diskutiert? Ein Schwerpunkt ist gegenwärtig ganz klar die Datensicherheit. Unser erstes Fachgespräch im neuen Ausschuss mit Experten wurde zum Thema IT-Sicherheit geführt. Daten-

14:34

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6th World Congress for Software Quality 1st - 3rd July 2014 Hilton Metropole, Edgware Road, London On the 1st of July London's Hilton Metropole Hotel will be the venue for the 6th World Congress for Software Quality. Delegates from around the world will be assembling for what promises to be another stimulating and illuminating gathering of the world’s leading software professionals. Since the inaugural event in 1995 this Congress has become the ‘must attend’ event of the software engineering calendar. This not to be missed event combines contributions from thought leaders, experts, innovative practitioners and inspiring speakers from industry and academia, from around the world. The Congress will combine 3 days of not to be missed key notes, tutorials and workshops, EXPO and a unique networking event.

“Shift left inspiration and innovation for software quality”

Bringing together the world‘s leading experts in software quality in one of the world’s most iconic cities

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Im Gespräch

27

Jens Koeppen

Als Ausschussvorsitzender steht Jens Koeppen im regelmäßigen Austausch mit Bundesinnenminister Lothar de Maizière.

sicherheit und Verschlüsselung sind untrennbar. Genauso wichtig ist aber auch der sorgsame Umgang jedes Einzelnen mit seinen Daten. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

vielversprechende Ideen, gerade um die Fachärztebetreuung zu verbessern. Das gilt es konsequent voranzutreiben. Kurz zusammengefasst: Für mich heißt „Digitale Agenda“ nicht, dass jedes Ministerium Einzelmaßnahmen auflistet, sondern das wir digitale Projekte definieren, die fachübergreifend vorgetrieben werden.

Was steht auf der „Digitalen Agenda“ für Deutschland? Noch vor der Sommerpause will die Bundesregierung ihre „Digitale Agenda“ vorlegen. Dann werden die konkret anstehenden Entscheidungen deutlich. Industrie 4.0 beispielsweise ist in aller Munde, jedoch noch nicht mit Leben gefüllt. Mein Ausschuss will aber nicht nur zuschauen was die Bundesregierung vorhat. Wir sehen uns als Impulsgeber. Für mich ist beispielsweise ganz wichtig wie wir die Digitalisierung nutzen, um die Energiewende und die Energieeffizienz voranzubringen. Viele Fragen der Standards sind ungeklärt, genauso wie Fragen des Datenschutzes. Weit oben auf die Agenda gehört für mich auch der Nachteilsausgleich der ländlichen Regionen durch die Digitalisierung. Wir können den Menschen in den Dörfern ganz neue Bildungsperspektiven eröffnen. Die Bekämpfung des Ärztemangels in diesen Regionen wird aus meiner Sicht nur mit der Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten erfolgreich sein. Hier gibt es

Auf welche neuen rechtlichen Regelungen oder Richtlinien werden sich die Unternehmen einstellen müssen? Oh, Ihre Frage klingt negativ. Wir wollen die Digitalisierung auf keinen Fall nutzen, um eine neue Bürokratiewelle loszutreten. Ganz im Gegenteil. Das kann ich zusichern. Wir wollen die Herausforderung als Staat annehmen, damit die Chancen, die mit der Digitalisierung und dem Internet verbunden sind, bestmöglich genutzt werden können. Grundvoraussetzung ist, dass wir mit dem Breitbandausbau schnell vorankommen. Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung ist für mich aber auch, dass man sich im Netz sicher fühlt. Unsere Rechte und unsere Werte, die auf der Straße gelten, dürfen im Netz nicht in Frage gestellt werden. Wofür setzen Sie sich noch ein? Wenn es dem Mittelstand gut geht, geht es den Menschen gut! Wirt-

schaftspolitik ist mein Interessensfeld. Energiepolitik, Entscheidungen zur Verkehrsinfrastruktur und unsere „Digitale Agenda“ sind aus meiner Sicht die entscheidenden Zukunftsfelder. Die Weichenstellungen hier entscheiden, welche Wertschöpfung in Zukunft in Deutschland möglich ist, wie sich die Beschäftigung entwickelt und ob wir die Wünsche, die von den Sozialpolitikern eingefordert werden, erfüllen können. Bei meiner Arbeit habe ich aber immer meinen Wahlkreis im Blick, die dünnbesiedelte brandenburger Region Uckermark / Barnim. Meine Themen sind alle von großem Interesse für meine Heimatregion. Mit der Digitalisierung haben wir endlich ein Instrument, damit ein echter Nachteilsausgleich für die ländlichen Gebiete in Deutschland entsteht. Vielen Dank für das Gespräch.

Jens Koeppen, 51 Jahre ist Unternehmer, CDU-Bundestagsabgeordneter für die Region Uckermark und Barnim im Land Brandenburg, Chef des neuen Bundestagsausschusses „Digitale Agenda“, Mitglied für die Union im Wirtschafts- und Energieausschuss und für Verkehr und Digitale Infrastruktur, Mitglied im Ältestenrat des Deutschen Bundestages und Mitglied im Vorstand des Parlamentskreises Mittelstands der CDU / CSU-Fraktion.


Best Practice

Ausgabe 31  |  Juni 2014

28

Qualität im agilen Umfeld: Muster statt „verordnete“ Standards Ein Praxisbericht

Jeder Software-Produzent steht vor der Herausforderung, seine Projekte möglichst einheitlich durchzuführen und nachvollziehbar zu machen. Nur so besteht die Chance, Schwächen der Organisation zu erkennen und die Prozesse im Hinblick auf mehr Lösungsqualität zu verbessern. Für viele Unternehmen ist dafür die Einführung unternehmensweiter Standards das Mittel der Wahl. Aber ist es in jedem Fall Erfolg versprechend? Was ist, wenn die Unternehmenskultur durch agile Software-Entwicklung geprägt ist? Können agile, selbstorganisierende Teams dazu bewegt werden, von „oben“ vorgegebene Standards zu akzeptieren und einzuhalten? Um die Kluft zwischen den Interessen der Organisation und denen der Teams zu überbrücken, hat die Berliner microTOOL GmbH einen neuen Weg eingeschlagen: Die Verwendung von Mustern.

TOOL vor mehr als zehn Jahren agile Entwicklung eingeführt. Heute ist Scrum in den Teams etabliert. Aus Unternehmenssicht blieben aber zwei Probleme ungelöst: Trotz des gleichen Ablaufs waren die Projekte schwer vergleichbar. Und der Weg von den Kundenanforderungen zu lieferfähigen Produkt-Features konnte nur mühsam nachvollzogen werden. Ursachen waren das im Detail abweichende Vorgehen der Teams und die unterschiedlichen ArtefaktTypen, die die Projekte erzeugten. Was tun? Ein umfassendes Regelwerk für Vorgehen und Artefakte erstellen und vorgeben? In der von Selbstorganisation geprägten Kultur wäre das kaum durchsetzbar gewesen. Folgende Beobachtung führte auf einen anderen Weg: Seit Langem benutzen die Entwickler ganz selbstverständlich Software-Entwurfsmuster, wie die der „Gang of Four“, um die vier Autoren von „Design Patterns: Elements of Reusable ObjectOriented Software“ (vgl. [Gamma et al., 1994]).

griffsbildung, die auf den US-amerikanischen Architekten Christopher Alexander zurückgeht, vgl. [Alexander, 1980]) bildet eine Lösung für ein wiederkehrendes Problem ab, das in einem speziellen Kontext auftritt. Es dokumentiert erprobtes Wissen und bietet es zur Wiederverwendung an. Warum also nicht das Konzept der Muster aufgreifen? Warum, statt umfangreiche Standards vorzugeben, nicht viele kleine kombinierbare Muster vorschlagen?

Die Ausgangssituation

Kleine Karos

Mit dem Ziel, das Vorgehen in Projekten zu vereinheitlichen, hat micro-

Der Nutzen von Mustern ist offensichtlich: Ein Muster (so die Be-

Zu jeder Regel wurde ein Muster erstellt. Mit Mustern können neue Elemente erzeugt und vorhandene erweitert oder verfeinert werden.

von Ursula Meseberg

Das Spielfeld abstecken Gesagt, getan: Zunächst wurden – in Hinsicht auf Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Projekte – verbindliche Unternehmensregeln formuliert. Sie stecken das „Spielfeld“ ab, in dem sich die Teams bewegen. Hier zwei einfache Beispiele: „Keine Kundenanforderung (Epic oder User Story) ohne Beziehung zu mindestens einem Stakeholder“ und „Keine Anforderung ohne Testfall und Testaktivität“.


Best Practice

29

Die Anwendung eines Musters sorgt dafür, dass die zugrunde liegende Regel automatisch erfüllt ist. Hier klingt mit: Muster sind ein Thema für Tools. Folglich wurde die unternehmenseigene Entwicklungsumgebung um Funktionen für das Definieren und Anwenden von Mustern erweitert. Aus technischer Sicht sind Muster Kopiervorlagen für Elemente mit Eigenschaften und Strukturen. Elemente können Aktivitäten mit Verfeinerungen, Ein- / Ausgaben und Vorgänger- / Nachfolgerbeziehungen für die Projektplanung sein, aber auch Artefakte. Zu den Artefakten gehören Stakeholder, Anforderungen, Testfälle sowie UML / SysML-Diagramme, Konfigurationen, Ordnerstrukturen, Reports, Abfragen, Textdokumente und vieles mehr. Das Verständnis von Mustern geht damit über das von Process Patterns als zeitlich geordnete Menge von Aktivitäten (vgl. [Gnatz et al.]) hinaus. Quick-Wins Eine Eigenschaft von Mustern nehmen die Teams als besondere Arbeitserleichterung wahr: Muster sorgen dafür, dass die in den Unternehmensregeln geforderten Beziehungen zwischen Elementen „wie von allein“ entstehen. Ein Beispiel dafür ist das Muster Anforderung an Komponente (vgl. Bild 1). Es unterstützt das Einplanen von Anforderungen in Releases oder Iterationen. Gleichzeitig stellt es sicher, dass die Regel „Keine Anforderung an eine Komponente ohne Beziehung zwischen beiden“ eingehalten wird. Zwischen der Anforderung und der zu erweiternden Komponente wird automatisch eine Beziehung der Art „satisfy“ angelegt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu hoher Nachvollziehbarkeit. Der Ball geht ans Team „Ich habe neue Muster für «Keine Anforderung ohne Testfall und Testaktivität» angelegt. Sie helfen auch

Muster anwenden – Auswahl des passenden Musters. Es werden nur Muster angeboten, die im Kontext sinnvoll sind.

gleich, Regressionstests zu planen.“ – Schnell kamen von den Entwicklern Vorschläge wie dieser. Sie waren der Auslöser dafür, die Verantwortung für Erstellung und Pflege der Muster in die Teams zu verlagern. Mit Blick auf die Selbstorganisation der Teams ein natürlicher Schritt. Aber untergräbt dieser Schritt nicht das Ziel eines einheitlichen Vorgehens? Und entsteht so nicht eine unüberschaubare Flut von Mustern? Damit Muster schnell gefunden, leicht verstanden, richtig angewendet und nicht immer neu erfunden werden, wurde ein zentraler Musterkatalog eingerichtet. Er ist hierarchisch nach Prozessgebieten (Projektmanagement, Requirements Engineering, Entwicklung, Test etc.) gegliedert. Jedes Muster muss darin nach einem festen Schema beschrieben werden. Zur Beschreibung gehören die unterstützte Unternehmensregel, die Wirkung, der Workflow, in den die Anwendung des Musters eingebettet ist und mögliche Folgemuster.

Ermutigende Erfahrungen Die Muster wurden schnell akzeptiert. Denn sie bedeuten für ein Team einfacheres Arbeiten, selbstbestimmte Abläufe und damit einen hohen Grad an Identifikation. Für das Unternehmen sind sie ein Fundus an erprobtem Wissen. Sie schaffen bessere Nachvollziehbarkeit und mehr Vorgehens- und Ergebnisqualität. Die Kluft zwischen den Interessen der Organisation und agilen Teams wird damit erfolgreich überbrückt.

Q u e l l e n [Alexander, 1980] Alexander, C.: The Timesless Way of Building, Oxford University Press, 1980 [Gamma et al. 1994] Gamma, E.; Helm, R.; Johnson, R.; Vlissides, J.: Design Patterns: Elements of Reusable Object-Oriented Software (Programmer‘s Choice), AddisonWesley; 1994. [Gnatz et al.] Gnatz, M.; Marschall, F.; Popp, G.; Rausch, A.; Schwerin, W.: Toward a Living Software Development Process based on Process Patterns Lecture Notes in Computer Science 2077, Springer 2001 p. 182-202

Ursula Meseberg (Dipl.-Math.) hat die Berliner microTOOL GmbH mit gegründet. Von 1984 bis April 2013 war sie als Geschäftsführerin zuständig für Methodenentwicklung & Marketing des Unternehmens, das auf Tools für Requirements Engineering und Projektmanagement spezialisiert ist. Sie ist dem Unternehmen weiterhin verbunden. Die Expertin hat an der Entwicklung zahlreicher unternehmenseigener Vorgehensmodelle mitgewirkt.


Titelthema

Ausgabe 31  |  Juni 2014

30

Mehr Qualität durch

Managed Teams Ein neuer Ansatz für die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern

von Michal Schmid

auf der Prozess- als auch auf der Ergebnis-Ebene.

Bei der Durchführung von SoftwareEntwicklungsprojekten mit anspruchsvollen normativen Anforderungen stellt sich die Frage, durch welchen organisatorischen Ansatz sich eine hohe Qualität erzielen lässt – sowohl

Die meisten Unternehmen setzen bei der Umsetzung ihrer Projekte auf eine individuelle Mischung aus internen und externen Fachkräften. Arbeitnehmerüberlassung, Werk- und Dienstverträge sind hierbei häufig ge-

nutzte Formen. Erfahrungen aus über einem halben Jahrzehnt zeigen, dass der neue organisatorische Ansatz der „Managed Teams“ eine vielversprechende und erfolgreiche Alternative zu etablierten Formen der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ist. Doch was steckt dahinter?

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SCHLECHTE SOFTWARE IST IMMER ZU TEUER Mangelnde Softwarequalität und ausufernde Kosten? Das muss jetzt nicht mehr so sein: Wir, die BDC IT-Engineering GmbH, sind seit über 16 Jahren auf die professionelle Freigabetestung von Softwaresystemen spezialisiert. Deshalb können wir allerhand für Sie tun, auch wenn die Zeit drängt und das Budget langsam knapp wird. Wir passen uns flexibel an Ihre Anforderungen an, und bieten Ihnen die gesamte Bandbreite des Testings. Egal, zu welchem Projektzeitpunkt Sie auf uns zählen, wir holen das Maximum für Sie heraus! Mehr dazu: www.bdc.at


Organisation

31

Bisherige Lösung mit Nachteilen:

Neuer Lösungsansatz:

Arbeitnehmerüberlassung

Managed Teams

Das Modell der Arbeitnehmerüberlassung bietet eine nahezu vollständige Integration von externen Kräften in die bestehende Struktur eines Unternehmens. Man verspricht sich davon direkten Zugriff auf die Ressourcen und bestmögliche Kontrolle. Auch kann Personal projektbezogen nach Bedarf aufgebaut werden. Allerdings stehen dem auch einige Nachteile gegenüber: Mangelnde Identifikation von „Leiharbeitern“ mit dem Projekt durch fehlende oder unklare Zugehörigkeit, weder zum Kunden- noch zum Lieferanten-Unternehmen. Diese „Entfremdungseffekte“ spiegeln sich früher oder später auch in der Qualität wider. Signifikante Know-how-Lücken, wenn Ressourcen z. B. durch Elternzeit ausfallen. Aufwändiger Auf- und Abbau-Prozess von Personal je nach Auftragslage. Zusätzliche Kapazitäten der Projektleitung zur Steuerung der AÜ-Ressourcen nötig.

Bisherige Lösung mit Nachteilen: Werk- und Dienstvertrag Bei den Modellen des Werkvertrages und des Dienstvertrages bleiben die Grenzen zwischen Auftraggeber und Lieferant klar erhalten. Bei Werkverträgen braucht es von vornherein eine genaue Definition der Aufgaben und Abschätzung der Aufwände – mit entsprechendem Risiko sowohl für den Auftraggeber, als auch für den Auftragnehmer. Eine Detailplanung, die sechs Monate übersteigt, wird von Fachexperten als unrealistisch betrachtet. Der Lieferant landet bei falscher Einschätzung wirtschaftlich schnell im roten Bereich. Der Auftraggeber wiederum wird über die bald einsetzende Flut von Change-Requests nicht glücklich sein. Man kann sogar sagen, dass ein ursprünglicher Werkvertrag durch die Anzahl der Change-Requests ohnehin früher oder später in einen „Quasi-Dienstvertrag“ übergeht.

Bei der Projektplanung, dem Ressourcen- und Qualitätsmanagement sowie an Schnittstellen zu anderen Feldern wie Hardware, Mechanik oder Produktmanagement werden so genannte „Managed Teams“ eingesetzt. Ein strukturierter, interner Entwicklungsprozess mit eigenem Qualitätsmanagement-System stellt sicher, dass auch höchste Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Der Prozess und das Team sind damit tatsächlich „gemanaged“. Auch zunächst unklare Vorgaben (z. B. sehr grobe Anforderungen oder fehlende Angaben im Lastenheft) können aufgefangen und durch das Team-Know-how in Zusammenarbeit mit dem Kunden Schritt für Schritt in ein klares Vorgehen umgewandelt werden. Der Entwicklungsauftrag wird somit in ein strukturiertes Projektumfeld überführt – mit Arbeitsergebnissen, die auf das Qualitätsmanagement-System des Kunden angestimmt ist. Eines der wesentlichen Charakteristika der „Managed Teams“ ist, dass die Arbeiten weitgehend intern beim Auftragnehmer erfolgen. Abstimmungsgespräche und einzelne Tätigkeiten finden auch weiterhin beim Auftraggeber statt. Dieses Vorgehen trägt dazu bei, dass der Kunde tatsächlich spürbar entlastet wird. Er muss sich um viele Details der alltäglichen Software-Entwicklungsarbeit nicht mehr kümmern und wird von Planungs- und Steuerungsaufgaben bezüglich seiner Ressourcen komplett entlastet. Auf Lieferantenseite hat er im Wesentlichen einen einzigen Ansprechpartner. Dieser kümmert sich kontinuierlich um die passende Größe und Zusammensetzung des Entwicklungs-Teams. Das Risiko bei einem Ausfall von Ressourcen verschwindet somit nahezu vollständig.

Das „Managed Team“ wird dynamisch an unterschiedliche Auftragslasten anpasst. Je nach Situation beim Kunden wird die Anzahl der eingesetzten Entwickler entsprechend erweitert oder verkleinert. Der Kunde hat somit bei maximaler Flexibilität gleichzeitig eine hohe strategische Planungssicherheit und dauerhafte Verfügbarkeit des projektspezifischen Know-hows.

Michael Schmid ist Geschäftsführer von ISCUE. Studium der Elektrotechnik, Fachrichtung Automatisierungstechnik. Selbstständig im Bereich Embebbed Software-Entwicklung seit 1998. Umsetzungsorientierte Beratung zu Automotive SPICE und Functional Safety (ISO 26262).


Im Fokus

Ausgabe 31  |  Juni 2014

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Industrie 4.0

e IT Wie reif ist die deutsch ? für das neue Business

von Annette Koßmann Um den Standort Deutschland konkurrenzfähig zu halten, hat die Bundesregierung eine Hightech-Strategie verabschiedet, der das Ziel von Smart Factories (intelligente Fabriken) zugrunde liegt (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2013). Ihr Kennzeichen ist eine hohe Effizienz, die durch eine weitreichende Informatisierung aller unternehmensinternen Prozessabläufe erreicht wird. Das weit verbreitete Schlagwort in diesem Zusammenhang ist „Industrie 4.0“ – die vierte industrielle Revolution im Sinne der Vernetzung aller Maschinen, Produkte und Prozesse mit dem Ziel, effizienter, ergonomischer und wandlungsfähiger zu werden. Aktuell ist auf dem IT-Sektor – einer auf jeden Fall beteiligten Disziplin – jedoch noch nicht viel von dieser Revolution zu spüren. Und: Auch wenn das Ausmaß des Konzeptes in einem Großteil der Unternehmen als unverzichtbar eingestuft wird, so haben doch nur eine Handvoll Unternehmen bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet (Fischer, 2014). Doch was hemmt die IT-Unternehmen im Wandel zur Smart Factory? Sind sie mit ihren aktuellen Methoden und Prozessen überhaupt schon reif für die neue Hightech-Strategie? Oder sind sie noch mit der Vorstufe, der klassischen Industrialisierung

und deren Phasen Modularisierung, Standardisierung, Automatisierung und Wiederverwendung beschäftigt? (BITKOM, 2010) Deutschlands größter Verband für Informations- und Telekommunikationstechnologie, der BITKOM e.V., hat zu diesem Thema gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM), der Software Quality Systems AG und der Gesellschaft für Informatik (GI) eine Umfrage im Bereich der Projekt- und Prozessverantwortlichen in deutschen IT-Unternehmen durchgeführt. (Simon, et al., 2014) Ziel der Umfrage war es, einen Blick hinter die Kulissen der deutschen SoftwareUnternehmen zu werfen und mehr über deren Prozess- und Managementmethoden zu erfahren. Mit den konsolidierten Ergebnissen lässt sich ferner auch besser verstehen, warum die Digitalisierung der klassischen Industrie zumindest aus Sicht der IT wohl noch einen „Marathon“ bis zur „Industrie 4.0“ vor sich hat. Die Umfrage wurde mit Hilfe eines elektronischen Fragebogens im Zeitraum Oktober bis Dezember 2012 durchgeführt. Je nach Setting wurden die Fragen von 38 bis 103 Teilnehmern beantwortet. Neben den Meta-Daten enthielt die Umfrage knapp 30 Fragen zu den folgenden Themenbereichen: Entwicklungsprozesse Testprozesse (im Sinne der Qualitätssicherung) Projektmanagementprozesse

Anhand der Analyseergebnisse dieser drei Bereiche lassen sich Rückschlüsse auf den Reifegrad und somit den noch bevorstehenden Weg der beteiligten Unternehmen hin zur Smart Factory ziehen. Kluft zwischen Vision und Wirklichkeit Die gemessene Grundeinstellung der IT gegenüber dem generellen Einsatz von Projektmanagement und systematischen Prozessen für Entwicklung und Testen stimmt dabei für die Vision der „Industrie 4.0“ ganz positiv: Mit 84 Prozent (Projektmanagement) sowie mit 90 Prozent (Entwicklungs- und Testprozesse) ist eine gewisse Wichtigkeit für den Projekterfolg zumindest im Bewusstsein der Teilnehmer bereits zu erkennen. Allerdings sieht die aktuelle IT-Praxis, gemessen am Status Quo, in den oben genannten Bereichen noch deutlichen Verbesserungsbedarf. So sehen 68 Prozent der Teilnehmer noch deutlichen Optimierungsbedarf im Bereich Projektmanagement; bei den Entwicklungsund Testprozessen sind es jeweils 72 Prozent. Da alle drei Disziplinen nicht nur für den jeweiligen Projekterfolg bedeutend sind, sondern auch essentielle Grundlage eines erfolgreichen Smart Factory-Betriebs darstellen, sollten hier der Erkenntnis Taten folgen. Im Bereich der Software-Entwicklung sowie im Bereich der Testprozesse zeigt die Umfrage eine bis


Im Fokus

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dato hohe Anwendung individueller und nicht-standardisierter Lösungen. So entscheidet beispielsweise im Falle des Entwicklungsprozesses immer noch der Projektleiter bei 40 Prozent der Projekte über die konkrete Auswahl, Form und Anpassung des Prozesses.

sammenführung und Interpretation grundlegende Vorbedingungen, um Projekte mess- und steuerbar zu machen sowie entsprechende Verbesserungsinitiativen anzustoßen.

Individuelle Lösungen noch vorherrschend

Die Zahlen der Umfrage lassen erkennen, dass in diesem Hinblick noch Einiges zu tun ist. So wird aktuell in immer noch fast 40 Prozent der Projekte eine manuelle Dateneingabe, Analyse und Aggregation der Daten im Kontext eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) praktiziert. Noch dramatischer stimmen die knapp 15 Prozent, die Daten für den KVP überhaupt nicht erfassen oder auswerten. Es ist also auch nicht weiter verwunderlich, wenn knapp zwei Drittel der Befragten angibt, dass es nur „sporadisch“ bzw. überhaupt keinen kontinuierlichen Verbesserungsprozess gibt.

Auch im Kontext der Testprozesse kann von einem unternehmensweiten Standardprozess noch nicht die Rede sein. Über die Hälfte der Unternehmen lässt seine Projektteams individuell darüber entscheiden, ob und wenn ja, welcher Testprozess angewendet werden soll. Für die Zukunft positiv stimmt da lediglich die Einsicht über die grundsätzliche Notwendigkeit eines standardisierten Testprozesses und die mit ihm verbundenen, positiven Effekte: Verkürzte Projektlaufzeit (50 Prozent), reduzierte Projektkosten (50 Prozent), Verbesserung der Kommunikation innerhalb und zwischen Projekten (55 Prozent) sowie eine Erhöhung der Produktqualität (85 Prozent). Ohne eine Standardisierung der Prozesse im Software-Lebenszyklus können jedoch viele Synergien nur sehr schwer oder gar nicht genutzt werden, was den Level an Effektivität und Effizienz verschwindend gering hält. Ziel einer Smart Factory ist jedoch genau besagte Effizienz und Ergonomie zu gewährleisten. (Wikipedia, 2014) Folglich ist eine Standardisierung aller Geschäftsprozesse auf dem Weg zur „Industrie 4.0“ unumgänglich. Um die Reife zu erlangen, die für den Übergang zu einer Smart Factory notwendig ist, sollten sich die ITUnternehmen bereits am Ende ihrer Industrialisierungsentwicklung befinden. Besonders in dieser letzten Phase (Automatisierung und Wiederverwendbarkeit) sind eine lückenlose Dokumentation von Daten, deren Zu-

Großes Potenzial bei der Verbesserung von Prozessen

Als ein starker Hinweis auf eine Ausrichtung hin zur Smart Factory kann das Ergebnis der Frage „Welche Entwicklungsprozesse finden bei Ihnen Anwendung?“ gewertet werden. Knapp 40 Prozent der Teilnehmer verwenden bereits heute ein agiles Vorgehen und binden damit ihre Kunden direkt und zeitnah in Feedback-Schlaufen ein. Genau diese unmittelbare Integration von Kunden- und Geschäftspartnern in Produktions- und Geschäftsprozesse ist ein erklärtes Ziel auf dem Weg zur „Industrie 4.0“. Zusammenfassend lässt sich auf Basis der Umfrageergebnisse feststellen, dass sich die beteiligten ITUnternehmen noch mitten in der Industrialisierung, der Vorstufe zur „Industrie 4.0“ befinden. Sie modularisieren zwar überwiegend ihre Prozesse (Test- und Entwicklungsprozess, Projektmanagement), bereits beim Thema Standardisierung ist

jedoch in vielen Bereichen deutlich zu erkennen, dass noch keinerlei Einheitlichkeit im Sinne von Standards herrscht. Fehlende Kennzahlen, individuelle Auswahl von Werkzeugen und Methoden, intraprojektspezifische Lösungen und qualitative Freiheiten lassen darauf schließen, dass ein Großteil der Prozesse noch nicht automatisierbar ist. Im Bereich der Wiederverwendbarkeit könnte das nur sehr selten zur Anwendung kommende Konzept der kontinuierlichen Verbesserung sicherlich ein guter Indikator für einen entsprechenden Handlungsbedarf sein. Als Folge lassen sich nun mindestens zwei mögliche Szenarien auf dem Weg zur „Industrie 4.0“ erkennen. Ausgehend davon, dass die klassischen Industrien ihre eigene Reife zur „Industrie 4.0“ bereits erreicht haben, sollten sich die IT-Unternehmen vorzugsweise auf ihre interne Umorganisation und ihren Industrialisierungswandel konzentrieren. Sieht man den Reifegrad auf beiden Seiten eher nivelliert, wäre die Überlegung, den Reifeprozess zur „Industrie 4.0“ Hand in Hand zu gehen, als zweites Szenario durchaus vorstellbar.

Annette Koßmann, Dipl.-Betrw., arbeitet bei der SQS AG im internen Projektmanagement und ist für den fachlichen Austausch mit Universitäten verantwortlich.


iSQI NEWS

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iSQI gibt erste Geschäftszahlen bekannt Das International Software Quality Institute ist mit einem guten Ergebnis in die erste Hälfte des Jahres 2014 gestartet. Für das weitere Geschäftsjahr geht das Unternehmen unverändert von einem konstanten Wachstum aus. Bereits im ersten Jahresquartal verzeichnete iSQI ein Umsatzplus von 25 Prozent. Damit sei eine solide Basis für die zweite Jahreshälfte geschaffen, sagte CEO Stephan Goericke. Den Erfolg führt er auf überzeugende Produkte, verbesserte Prozesse im hausinternen Qualitätsmanagement und die Investition in neue Tochterunternehmen zurück. „Wir sind mit der Entwicklung in der ersten Jahreshälfte zufrieden und gehen unverändert von der Erreichung unserer Ziele für 2014 aus“, sagte Stephan Goericke zuversichtlich.

2013

15000

14376

13196

2012

12000 11412

2011

9000 8582

2010

7149

6000

6715

2008

2009

Anzahl der vorgenommenen Zertifizierungen pro Jahr

Auszeichnung mit „Best Of“-Prädikat Nur wenige Monate nach der Markteinführung hat das iSQI-Produkt FLEX© – The Flexible Exam auch die Experten überzeugt. Eine 100-köpfige hochkarätig besetzte Jury zeichnete das Produkt des International Software Quality Institute (iSQI GmbH) mit dem Prädikat „INNOVATIONSPREIS-IT ‚Best of 2014“ in der Kategorie „E-Learning“ aus. Damit erhält die Zertifizierunsgeinrichtung bereits zum wiederholten Mal diese Auszeichnung. Im Jahr 2009 konnte sich iSQI mit Certified Agile Tester® gegen tausende Mitbewerber durchsetzen. Auch in diesem Jahr konnte iSQI mit seiner Arbeit überzeugen. Die Jurymitglieder würdigten vor allem den hohen Innovationsgehalt des Produkts. „Die Bedürfnisse der Kunden sind Treiber von Innovationen und damit Basis für den Erfolg am Markt. Die Auszeichnung von FLEX© – The Flexible Exam mit dem „Best of 2014“-Prädikat bestätigt die Qualität unserer Arbeit“, freut sich iSQI-Geschäftsführer

Stephan Goericke über den Erfolg. Der INNOVATIONSPREIS-IT wird von der Initiative Mittelstand vergeben, um innovative IT-Lösungen mit einem hohen Nutzwert für den Mittelstand zu würdigen. Kunden, die sich für FLEX© – The Flexible Exam entscheiden, erhalten daher nicht nur ein innovatives Produkt, sondern fördern auch die Kreation neuer Entwicklungen mit einem hohen Mehrwert. Damit investieren sie im doppelten Sinn: In ihre eigene und die Zukunft von morgen. Das International Software Quality Institute zählt seit Jahren zu den innovativen Vorreitern im Bereich Personalzertifizierungen für Groß- und mittelständische Unternehmen. Als Deutschlands Marktführer ist das Potsdamer Institut vielgefragter Ausbildungspartner sowohl für Global Player als auch mittelständische Firmen in über 90 Ländern auf 6 Kontinenten in 10 Sprachen. Drei Viertel der DAX-

30-Unternehmen vertrauen auf die Expertise des iSQI. Das Institut setzt sich für die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung der Personal-Industriestandards ein, indem es als „Think Tank“ aktuelle Forschungsergebnisse mit Best-Practice-Erfahrungen verbindet. Hierfür pflegt das iSQI rund 100 internationale Partnerschaften und Kooperationen und arbeitet aktiv in internationalen Organisationen wie der ISO (International Organization for Standardization) mit. www.imittelstand.de/innovationspreis-it/2014


iSQI NEWS

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Neue Marktpräsenz in den USA Noch mehr Kundennähe, Leistungen und Zertifizierungs-Know-how vor Ort: Das International Software Quality Institute hat eine neue Tochtergesellschaft in den USA gegründet. Das Unternehmen iSQI Inc. mit Sitz in Boston ist damit bereits die dritte erfolgreiche Ausgründung des Potsdamer Instituts. „Wir sehen in den Niederlanden und UK, dass die Präsenz vor Ort große Vorteile bringt. Wir können dadurch unser Geschäft mit den Bestandskunden erweitern – für Neukunden kann es ein Entscheidungskriterium sein, mit uns zusammen zu arbeiten“, sagt iSQIs langjähriger CEO Stephan Goericke. Amerika bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, viele Kunden aus Europa und Deutschland sind dort bereits präsent. Wir möchten da anknüpfen, wo wir z.B. mit Siemens, CGI oder Method Park in Deutschland schon sind.

Erfolgreicher mit Agile Business Analysis Erfolg hat eine Formel: Agile + Business Analysis = Success. Mit dem neuen Trainings- und Zertifizierungsprogramm iSQI ® Certified Agile Business Analysis (CABA) des International Software Quality Institute sind Unternehmen noch erfolgreicher. Das zweitägige Programm mit aktuellem Praxisbezug richtet sich an Business Analysts in agilen Software-Projekten und im Projektumfeld tätige Mitarbeiter. Sie erwerben durch gezielten Know-how-Transfer neues Spezialwissen zu agilen Arbeitsweisen und erhöhen damit die Effizienz ihrer Arbeit. Das iSQI-Prüfungsverfahren ist weltweit anerkannter Standard und garantiert damit einen international akzeptierten Zertifizierungsnachweis für die Absolventen. Mehr Informationen auf www.isqi.org

Beliebter Treffpunkt auf der iqnite: Der iSQI-WM-Kicker.

iqnite – Konferenz mit Schwerpunkt Software-Qualität und -Testen Personalzertifizierungen in den Bereichen Testing und Agile sind besonders gefragt Um Erfolgsfaktoren, bewährte Methoden und Innovationen im Bereich der Qualitätssicherung drehte sich alles auf der diesjährigen IT-Fachmesse „iqnite Europe 2014“ Ende Mai im Düsseldorfer Congress Center. Mit Keynotes, Vorträgen und Workshops verfolgten die Veranstalter ein Ziel: den Teilnehmern einen Kompass auf dem Weg in Richtung Qualität mitzugeben. Das iSQI präsentierte sich gemeinsam mit dem IT-Branchenverband ASQF sowie dem International Requirements Engineering Board (IREB®) einem interessierten Fachpublikum. IT-Systeme und Infrastrukturen werden in immer kürzeren Zeitabständen zunehmend komplexer und sind damit kaum mehr überschaubar. Gut ist, wenn man sich als Unternehmer auf ein ausreichend geschultes Fachpersonal verlassen kann. Doch nicht nur Unternehmen sondern auch jeder Mitarbeiter sollte sich im eigenen Interesse mit dem Fachwissen auf dem laufenden Stand halten. Viele Messeteilnehmer ließen sich deshalb im ausführlichen Gespräch mit den

iSQI-Experten über die Zertifizierungsmöglichkeiten von (IT-) Fachkräften beraten. Besonders beliebt war auch der „iSQIWM-Kicker“. Wer wollte, konnte eine kurze Auszeit vom Messegeschehen nehmen und in einem Match den einen oder anderen Konkurrenten vom Feld spielen. Sportlich im geistigen Sinn ging es dann im gemeinsamen Fachaustausch über mögliche Verbesserungen der Qualität in der Software-Entwicklung weiter. Neben der Neuorganisation von Arbeitsprozessen steigt die Komplexität der Aufgaben im Bereich der Qualitätssicherung stetig. „Besonders nachgefragt war in diesem Zusammenhang der Bereich Testing, insbesondere Mobile App Testing, und die Integration agiler Methoden“, berichtet Key-Account-Managerin Britta Mühlenberg. Sie zieht ein positives Fazit unter die drei abwechslungsreichen Veranstaltungstage in Düsseldorf. Vor allem der Austausch mit bestehenden und potentiellen Kunden habe einen neuen Input gebracht.


Titelthema

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Software-Architektur mit Qualität Gebaut für den beständigen Wandel Frank Pientka ist seit mehreren Jahrzehnten in der professionellen Software-Entwicklung tätig. In seinem Berufsleben hat er bereits die ein oder andere „Software-Krise“ miterlebt. „Sie wird vor allem dann ausgerufen, wenn Neuentwicklungen auf dem Plan stehen, die zur Aktualisierung von Software-Architekturen drängen. Projektverantwortliche stehen dann vor der Frage, wie sie die neuen Komponenten in bereits bestehende Systemstrukturen einbinden können“, erklärt der Experte.

Die mögliche Wiederverwendung von Komponenten und eine saubere Schichtenarchitektur galten lange Zeit als Qualitätskriterium für gute Software. Inzwischen zählen aber selbst objekt-orientierte Java-Systeme als Legacy zu den ungeliebten Altlasten. Diese werden jedoch immer noch dringend benötigt, da reibungslos funktionierende IT-Produkte der Motor von modernen Unternehmen sind. Deswegen sollte ein gut aufgebautes Wartungsdesign bei langfristigen und kritischen Software-Produkten oberste Priorität haben. Statt auf eine möglichst hohe Wiederverwendbarkeit zu hoffen, sollte eine möglichst einfache Ersetzbarkeit angestrebt werden, um größere Migrations- und Modernisierungsaufwände zu vermeiden und Integrationsaufwände zu reduzieren. Frank Pientka beschreibt Schritte weg vom schwer wartbaren „SoftwareMonolithen“ hin zu ersetzbaren Microservices. Randbedingungen können sich ändern Anwendungen, die auch in anderen Bereichen als nur in der ursprünglichen Entwicklungsumgebung laufen sollen, müssen unabhängig von der benutzten Plattform sein. Eine unterstützte Internationalisierung und Lokalisierung sind gute Voraussetzungen, damit eine Anwendung einwandfrei läuft. Diese Eigenschaften müssen jedoch auch in mindestens jeweils zwei Ausprägungen umgesetzt und vor allem permanent getestet werden, um hier keine bösen Stolperfallen für später einzubauen. Gute Strukturen und das Einhalten von einheitlichen Regeln sind für die Wartbarkeit der Software nützlich. Oft wurde die Software auf Plattformen und mit Werkzeugen

entwickelt, die heute gar nicht mehr existieren. Hier ist es hilfreich, wenn alle für den Bau benötigten Sourcen vorhanden sind und mit einem Build-Werkzeug gebaut werden können. Dabei wird jedoch vergessen, dass eine Software implizierte Abhängigkeiten vom benutzten Betriebssystem mit seinen Werkzeugen hat. Deswegen sollten alle Abhängigkeiten explizit gemacht werden. In der Konsequenz müssen die benötigten externen Werkzeuge mitversioniert und in Produktion als Teil der Anwendung ausgeliefert werden. Design for Maintenance In vielen Firmen sind die benutzten Technologien historisch gewachsen. Es braucht viele Spezialisten, um diese zu pflegen. Systemarchitekturen sind meist am Wissen der Projektbeteiligten ausgerichtet. Typischerweise führte das zu der berühmten Schichtenarchitektur aus Oberfläche, Geschäftslogik und Datenhaltung. Hinsichtlich der Arbeitsteilung hat diese Architektur Vorteile, da jeder sein Spezialwissen gezielt einbringen kann. Allerdings entsteht dadurch ein „second system effect“, der darin besteht, dass sich ursprünglich erfolgreiche Designprinzipien unter falscher Anwendung zu „Bad-Practices“ entwickeln können. So führt eine Schichtenarchitektur dazu, dass oft ein „Monolith“ heranwächst, der nur als Ganzes aktualisiert werden kann. Selbst kleinere Anpassungen müssen demzufolge in allen Schichten von unterschiedlichen Leuten vorgenommen werden. Neben Kommunikations- und Abstimmungsproblemen wird durch den Engpass bei der Verfügbarkeit von Spezialisten die Entwicklung unnötig verlangsamt und verteuert.


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Kleine abgeschlossene Dienste und Einheiten statt große Monolithen Ein Ansatz, der vor allem durch SCRUM populär wurde, sind fachübergreifende Teams, in denen das gesamte benötige Wissen für die Erstellung und den Betrieb der Anwendung vorhanden ist. Dieser eher produktorientierte Ansatz reduziert nicht nur den Aufwand bei der Abstimmung. Gleichzeitig wird versucht, das Anforderungsproblem ganzheitlich von der Erstellung bis zum Betrieb in kleinen Schritten angemessen zu lösen. Entscheidungen können dezentral getroffen, Fehler schneller und pragmatischer behoben werden. Design-for-Replacement statt Design-for-Reuse Kleine unabhängige Softwarekomponenten haben den Vorteil, dass sie einfacher zu ändern oder zu ersetzen sind. Hier gilt der Grundsatz, dass Design-for-Replacement wichtiger ist als Design-for-Reuse. Um sicherzustellen, dass ein Austausch möglich ist, sind Regeln wichtig, die kontinuierlich überprüft werden sollten. Es empfiehlt sich, neben der eigentlichen Zielumgebung im automatischen Build- und Deploymentprozess alternative Versionen oder Umgebungen mitzutesten, selbst wenn diese aktuell nicht produktiv verwendet werden. Die kontinuierliche Überprüfung der Ersetzbarkeit vermeidet später größere und riskantere Migrations- und Modernisierungsschritte. Risiken für spätere Investierungen werden minimiert. Ein weiterer nützlicher Nebeneffekt: Neuere Versionen können schneller eingetauscht werden, um z.B. bei Sicherheitslücken oder Fehlern in Fremdkomponenten in der Produktion zu beheben. So bleibt die Anwendung in der Produktion länger stabil und durch die neuen eingesetzten Versionen aktuell, um mit wachsenden Anforderungen Schritt halten zu können. Kosten vermeiden Alle wichtigen Informationen zur Software sollten an einer Stelle transparent und permanent für die projektrelevanten Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Das hilft, Kosten zu sparen, die durch unnötige Barrieren in der Bearbeitungsphase entstehen. Webbasierte Wiki-Systeme mit entsprechenden Erweiterungen haben sich hierbei bewährt. Vor allem bei Wartungsprojekten ist es wichtig, „Kopfmonopole“ zu vermeiden. Deswegen sollten Änderungen immer von einem Paar durchgeführt werden. Oft entsteht so eine bessere Lösung und das Wissen darüber ist verdoppelt, was das Personen-Risiko reduzieren hilft. Trennung von Form und Inhalt bei Schnittstellen und Microservice Änderungen in der Form der Software sind teurer als Strukturänderungen. Software sollte deshalb möglichst einfach, ohne viel Zusatzaufwand anpassbar sein. Langfristig sollte man Wert auf die Erfüllung der nicht-funktionalen Anfor-

Durchführung derungen legen, denn eine Investition in Qualität zahlt sich hier aus. Nach Postels Gesetz sollte beim Design von Schnittstellen der Grundsatz gelten „sei streng bei dem was du tust und offen bei dem, was du von Anderen akzeptierst“. Für die Schnittstellen nach außen ist es hilfreich, eher weniger und kleinere Stellen über einfache Webprotokolle wie REST als Microservice anzubieten. Im Gegensatz zu gemeinsamen Bibliotheken, die im gleichen Prozessraum wie die Anwendung ablaufen, können verteilte Webdienste separat entwickelt, installiert und getestet werden.

Time to say Goodbye – continuous change for running system Alles hat seine Zeit. Deshalb sollte man sich rechtzeitig von Dingen trennen, die auf einer früheren falschen Annahme oder Umsetzung beruhen. Können sie nicht mit überschaubarem Aufwand und Risiko repariert werden, sollte man sie aussortieren. Eine gezielte regelmäßige Aktualisierung der Software verringert den Aufwand bei späteren Updates. Oft lassen sich damit größere Migrations- und Modernisierungsschritte vermeiden. Das Problem der Altsoftware sollte von seiner Entstehung her gesehen werden (ad fontes). Die Kommunikationsform im Unternehmen beeinflusst dabei die gesamte Systemstruktur. Statt die Architektur an künstlichen Technologien und Wissensgrenzen aufzubauen, sollte alles Wissen für die Erstellung und den Betrieb der Software im Projektteam hinreichend vorhanden sein. Dezentrale Entscheidungen gelangen zu schnelleren und näher am Problem orientierten Lösungen.

Frank Pientka ist seit mehreren Jahrzehnten in der professionellen Softwareentwicklung tätig, aktuell als Senior Software Architect bei der MATERNA GmbH in Dortmund. Als Gründungsmitglied des iSAQB liegt ihm das Lernen und Vermitteln von guten Design-Prinzipien für mehr Qualität in der Software am Herzen.


Im Fokus

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Testdatenmanagement – eine Prozessbeschreibung in sieben Schritten Zu den bestimmenden Anforderungen an Tests gehört die Definition, mit welchen Daten einzelne Szenarien abgebildet werden sollen. Oftmals wird hierbei auf das Wissen und die Erfahrung der Tester vertraut, die richtigen Testdaten auszuwählen. Allerdings gibt es auch schon weiterentwickelte Ansätze zur Auswahl und Bereitstellung von Testdaten. Nicht selten jedoch werden dabei nur einzelne Aspekte betrachtet. Relevante Themen wie Vervielfältigung, Anonymisierung, Archivierung oder Versionierung von Testdaten werden dabei nur am Rande betrachtet. Ferner gilt es, regulatorische / rechtliche Anforderungen gegen die Nützlichkeit von Testdaten abzuwägen, um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden. Ein durchgängiger Prozess von der Auswahl bis zur Nutzung von Testdaten ist daher notwendig. Erste Hersteller versprechen schon die „Lösung des Testdaten-Problems“ – doch welche Herausforderungen existieren eigentlich im Bereich Testdaten und was gibt es dabei zu beachten? Zu diesem Zweck hat sich eine Arbeitsgruppe innerhalb des ASQF formiert, welche in regelmäßigem Turnus den Umfang von Aufgaben, Rollen und Anforderungen im Bereich Testdatenmanagement diskutiert, konsolidiert und einem Definitionsprozess zuführt. Ziel der Arbeitsgruppe Testdatenmanagement ist es, Grundlagen zu den Anforderungen, Motivation, regulatorische Hintergründen, der Organisation (Prozesse, Beteiligte, Rollen, Aufgaben und Skills), Lösungsansätzen und der Werkzeugunterstützung des Testdatenmanagements zu schaffen, um wiederverwendbare Ansätze und Innovationen für die tägliche Arbeit öffentlich verfügbar zu machen. Hierbei baut die Arbeitsgruppe auf der breiten

Erfahrung der freiwilligen Mitglieder auf, die aus unterschiedlichsten Industrien und Arbeitsgebieten kommen, und bindet Referenzen wie ISTQB®, ITIL oder TMMi® ein. In diesem Artikel stellt die Arbeitsgruppe eines der ersten Arbeitsergebnisse vor: Eine Prozessbeschreibung für Testdatenmanagement. www.asqf.de/ag-testdatenmanagement.html

Prozessbeschreibung Testdatenmanagement Planung (TDM)

1

In der Planung erfolgt die Festlegung der Ziele, der Strategie (sofern nicht übergeordnet vorhanden), der benötigten Ressourcen, der Infrastruktur, der Zeitplanung sowie eine Priorisierung der Testdaten und Festlegung der Werkzeugunterstützung. Es werden die vorgegebenen Verfahren des Testdatenmanagement-Systems angepasst. Es werden die Randbedingungen aus dem Testkonzept und den Qualitätszielen des Unternehmens untersucht. Das Ergebnis ist ein Testdatenkonzept bzw. eine Anlage zum Testkonzept.

Steuerung (TDM)

2

Die Steuerung umfasst die fortwährende Überwachung der aktuell durchgeführten Testdatenaktivitäten im Vergleich zur Planung sowie die Berichterstattung der ermittelten Abweichungen und die Durchführung der notwendigen Aktivitäten, um so die geplanten Ziele auch unter den veränderten Situationen erreichen zu können. Die Aktualisierung der Planung muss auf Grundlage der veränderten Situation erfolgen. Nach der Qualitätsprüfung wird in dieser Phase der Testdatenabschlussbericht final freigegeben.

3

Testdaten spezifizieren

Dieser Teilprozess beinhaltet die Analyse der Anforderungen an die zu erstellenden Testdaten sowie die Untersuchung der betroffenen Datenquellen / Datensenken. Hauptaktivität in dieser Stufe ist die Festlegung des Designs der Testdaten in den notwendigen und geforderten Ausprägungen. Eingangsdokumente: - Testfälle (abstrakte und logische) - Testdatenkonzept - Anforderungsspezifikation Ergebnistypen: Testdatenspezifikation

4

Testdatenerzeugung konzipieren

Auf Basis der Testdatenspezifikation wird in diesem Teilprozess die Erzeugung der Testdaten konzipiert. Je nach Ergebnis der Analyse wird für die verschiedenen Datenquellen und -ziele die passende Erzeugungsstrategie (bspw. synthetische Erzeugung, Subsetting und Anonymisierung von Produktionsdaten etc.) festgelegt. Eingangsdokumente: - Testdatenkonzept - Testdatenspezifikation Ergebnistypen: - Testdatenbereitstellungsroutinen - Testdatenbereitstellungsplan

5

Testdaten bereitstellen

Im Teilprozess „Testdaten bereitstellen“ werden die notwendigen Schritte zur Bereitstellung der erzeugten Testdaten festgelegt. In der Regel wird hierbei das Deployment vorhandener Daten in die Zielsysteme sowie die Aktualisierung von Zeitstempeln bzw.


Planung

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die Durchführung von „Zeitreisen“ für die betroffenen Testdaten oder auch die Umwandlung der vorhandenen Daten in andere Datenformate durchgeführt.

der Testaktivitäten umfasst dabei die Konsolidierung der Testmittel und die Bewertung des Testdatenprozesses im Testdatenabschlussbericht.

umfasst die Konsolidierung (soweit noch nicht komplett erfolgt) und Archivierung der Testdatenmittel einschließlich des Testdatenabschlussberichts.

Eingangsdokumente: - Testfälle (konkrete) - Testdatenbereitstellungsroutinen - Testdatenbereitstellungsplan

Ergebnistypen: - Testdatenbewertungsbericht - Testdatenabschlussbericht

Eingangsdokumente: - Alle im Prozess erzeugten Artefakte - Archiv

Ergebnistypen: - Testdaten - Testdatenbereitstellungsbericht

6

Testdatenabschlussbericht erstellen

Während des Abschlusses der Testaktivitäten werden die gesammelten Daten aus den abgeschlossenen Aktivitäten verwendet, um die Erfahrungen, Testmittel, Fakten und Zahlen zu konsolidieren. Der Abschluss

7

Testdaten archivieren

Analog zur Testdatendokumentation ist die Testdatenarchivierung ein grundlegender Bestandteil des Testdatenmanagements hinsichtlich der wiederholten und nachvollziehbaren Ausführung zurückliegender Testszenarien, um bspw. in der Vergangenheit durchgeführte Tests unter exakt denselben Bedingungen wiederholbar zu machen (bspw. aufgrund gesetzlicher Anforderungen). Der Abschluss der Testdatenaktivitäten

Ergebnistypen: - Archiv Eine ausführliche Version der Testprozesse im Testdatenmanagement mit weiterführenden Tätigkeitsbeschreibungen finden Sie zum Download unter www.asqf.de/ag-testdatenmanagement.html Q u e l l e n [Testdatenmanagement - Aufgaben im Testprozess] hgg. von der GFB Softwareentwicklungsgesellschaft mbH, Oberursel 2011 www.q-up-data.com/fileadmin/download-area/public/WP_Testdatenmanagement_1.pdf

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Unternehmensszene – Wichtige Wechsel und Ereignisse seit der vergangenen Ausgabe SOPHIST GmbH BLENDED LEARNING – das neue Trainingsformat Die SOPHIST GmbH hat für die zwei Trainings CPRE Foundation Level und Requirements Engineering in der Praxis ein neues Trainingsformat entwickelt. Die Kombination aus online-basiertem Selbststudium und Präsenzveranstaltung sorgt für schnelleres Lernen und mehr Flexibilität. www.sophist.de/blended-learning

Six Offene Systeme GmbH Bayern setzt auf dynamisches Lehrplanmanagement mit SixCMS Bayern führt ein dynamisches Onlinesystem zur Erstellung und Bereitstellung von Lehrplänen ein – mit mehr Transparenz, Vergleichsmöglichkeiten und einem Serviceteil entspricht das neue Lehrplaninformations-System exakt den Ansprüchen der Internetnutzer. Umgesetzt wurde LehrplanPlus auf Basis des SixCMS von Six Offene Systeme.

BREDEX GmbH bietet ab sofort die CMAP© Schulungen an Trimetis Software Testing GmbH Mag. Peter Laggner wird neues Mitglied des Direktionsrats der Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein. Dies bestätigt die erfolgreiche Strategie der Trimetis-Gruppe, die in der DACH-Region Consulting, IT- und Nearshore-services sowie Testdienstleistungen anbietet. Die TrimetisGruppe ist vertreten in Wien, Hamburg, Stuttgart, Zürich sowie in Lublin in Ostpolen. www.trimetis.eu

testhub GmbH Der globale Software Testing Experte Applause (früher uTest) hat das deutsche Crowdtesting Unternehmen Testhub in einem Multi-Millionen Euro Deal übernommen. Testhub wird als Applause EU den europäischen Kunden ein breites Spektrum an Angeboten für erstklassige App Qualität anbieten, u.a. Crowdtesting, Entwickler Tools und App Analytics.

Seit Mai 2014 ist die BREDEX GmbH Trainingspartner der iSQI GmbH und erweitert ihr Schulungsportfolio um den Zertifizierungskurs zum Certified Mobile App Professional (CMAP ©). Dieser Kurs rundet die strategischen Bereiche Qualitätssicherung und mobile Entwicklung ab. www.bredex.de

imbus AG „Goldener Kinderwagen“ für die imbus-Kindergruppe Seit rund zwölf Jahren ist die Kindergruppe „Tausendsassa“ fester Bestandteil des imbus-Hauptsitzes in Möhrendorf. Mitarbeiter und Familien aus der Umgebung können Ihre Kleinen hier betreuen lassen. Für diese engagierte Personalpolitik wurde die imbus AG vom Bündnis für Familie Erlangen-Höchstadt mit dem Siegel „Goldener Kinderwagen“ ausgezeichnet.

OMNINET GmbH OMNITRACKER in Siemens Projekten Siemens Industry setzt im Kundenmanagement auf OMNITRACKER. Die erste Phase der globalen Service Plattform konnte im Februar 2014 erfolgreich in Betrieb genommen werden. Das Projekt wurde nach agilen Methoden durchgeführt. www.omninet.de

HEITEC AG Harald Preiml, Vorstand der HEITEC AG ist zum Vorsitzenden der neuen Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gewählt worden. Ziel ist es, eine Plattform rund um die Produktionsausrüstung und die Produktentwicklung für die Medizintechnik zu bieten.


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Testmanagement-Werkzeuge Worauf es ankommt! von Wolfgang Gaida Nägel schlägt man nicht mit der Zange ein, dazu hat man einen Hammer. Die richtige Werkzeugwahl gilt nicht nur für Handwerker sondern auch für Testmanager und manche versuchen immer noch, mit Excel & Co ein vernünftiges Testmanagement aufzusetzen. Als erfahrener Testmanager möchte ich hier drei Testmanagementwerkzeuge näher beleuchten. Dabei muss es nicht immer ein teures kommerzielles Produkt sein, auch günstige Lösungen oder Open-Source-Tools stehen manch „großem“ Tool nicht viel nach und können „wichtige“ Features in guter Qualität anbieten. Worauf kommt es bei einem Testmanagementwerkzeug an? In der Testplanung legt man die Werkzeuge fest, denn wir wollen das Testprojekt planen, Anforderungen verwalten, Testfälle verwalten und aus dem Testfallvorrat Testsuiten definieren und abarbeiten. Im Falle einer Abweichung soll das Fehlverhalten im integrierten Bug-Tracking-Tool dokumentiert werden. Die Verlinkung und Rückverfolgbarkeit zwischen Anforderungen zu Testfällen und Bugs hilft uns, Rückschlüsse auf die Qualität der Software zu ziehen und bietet Entscheidungsgrundlagen für notwendige Eingriffe. Diese Aussagen soll man in unterschiedlichen Darstellungen auf Knopfdruck für ein gutes Reporting bekommen. Hierzu zählen Testfortschritt, Fehlertrend und Überdeckungsgrad tabellarisch und grafisch. Wem die Out-of-the-Box-Lösungen zu wenig ansprechend sind, soll Excel verwenden, denn zum Darstellen von Grafiken ist die Tabellenkalkulation wiederum gut geeignet. Weitere wichtige Kriterien sind Zusammenarbeit mehrerer Mitarbeiter in verschiedenen Rollen und Standorten bzw. die

Historisierung der Dokumente. Das Tüpferl auf dem i ist ein Zugang über Web-Browser oder die Cloud, wo man nicht einmal eigene Serverhardware benötigt. Fein aber oft holprig realisiert sind Imports und Exports oder Anbindungen an andere Werkzeuge. HP-ALM oder IBM ClearQuest: nicht billig, aber zielführend HP-ALM bietet alle oben genannten Features und mit den entsprechenden Lizenzen noch einiges mehr, wie z.B. Business-Components oder Parametrisierung von Testfällen. Diese Funktionalitäten sind praktisch aber komplex in der Handhabung. HP-ALM ist sehr flexibel konfigurierbar, der Defect-Lifecycle ist erweiterbar. Kritische Stimmen bemerken, dass HP-ALM in manchen Bereichen aufgeblasen und überladen wirkt und kompliziert in der Bedienung ist. Der Aufbau ist aber so gestaltet, dass man nicht zwingend benötigte Module weglassen kann.

TestRail: Schlanke Lösung, ohne Rückverfolgbarkeit TestRail ist eine kommerzielle, schlanke Lösung zur Verwaltung von Testfällen, die entweder installiert oder in der Cloud verwendet werden kann. Die Testfälle lassen sich in Sections übersichtlich strukturieren. Aus dem Testfallvorrat werden auf einfache Art und Weise Testsuiten definiert, die strukturiert durchgeführt werden. Beim Zuweisen von Verantwortlichkeiten werden optional Mails versendet. Out-of-the-Box werden brauchbare Reports angeboten, die am Dashboard dargestellt oder exportiert werden können. Es gibt unterschiedliche Rollen, wie z.B. Designer, Tester, Lead und Guest. Leider fehlt ein inte­ griertes Requirementmanagement und Bug-Tracking, wodurch die Rückverfolgbarkeit nicht geboten wird.

Vorteile sind: Cloud bzw. Installation, Preismodel, ansprechende Oberfläche und intuitive Bedienung. TestLink: intuitiv aber langweiliges Layout Wer sich lieber in der Open-SourceWelt bewegt, kann zu TestLink greifen. Zum Betrieb in der eigenen Hardwarelandschaft sind ein Datenbank- und ein Webserver nötig. Installation und Konfiguration laufen reibungslos. TestLink bietet ein integriertes Requirementmanagement, aber leider kein integriertes Bug-Tracking. Im Open-Source-Bereich findet man hier Mantis oder Bugzilla. Die Verlinkung zu Testfällen muss manuell durch Erfassen des Links oder der Fehlernummer geschehen, was Disziplin der Tester erfordert. Das Reporting liefert wichtige Informationen in HTML bzw. Word oder Excel, wo man die Ergebnisse gefälliger darstellen kann. Die Bedienung von TestLink ist einfach und intuitiv, jedoch wirkt die Benutzeroberfläche in der aktuellen Version 1.9.9 mehr als veraltet, was das Gesamtbild sehr trübt. Fazit Die gemeinsamen Vorteile der hier skizzierten Werkzeuge gegenüber Excel sind gleichzeitige Zusammenarbeit mehrerer Benutzer, Web-Zugang, Rollenvergabe, Online-Reporting, Rückverfolgbarkeit und vieles mehr, was den zusätzlichen finanziellen Aufwand rechtfertigt. Bei der Tool-Auswahl muss man stark auf den Kontext achten und individuell entscheiden. Gerne berate ich Sie dabei, kontaktieren Sie mich: wolfgang.gaida@anecon.com

Wolfgang Gaida ist Software-Test Manager bei ANECON Mehr zum Thema:

www.anecon.com/blog


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Sudoku 9

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David-Gilly-Str. 1, 14469 Potsdam Tel +49 331 231810-0 Fax +49 331 231810-10 redaktion-sq@isqi.org, www.isqi.org

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REDAKTION V.i.S.d.P.: Stephan Goericke (Hauptgeschäftsführer) Redaktion: Felix Winter (Geschäftsführer) Isabel von Gustedt Christin Senftleben presse@asqf.de redaktion-sq@isqi.org

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Buchstaben: 1=N, 2=A, 3=L, 4=U, 5=E, 6=R, 7=O, 8=S, 9=M LÖSUNGSWORT

Mit explorativem Testen können unerwartete Ereignisse, Risiken und schwerwiegende Fehler in Software aufgedeckt werden. Bei dieser Technik werden kleine, schnelle Analysen durchgeführt. Dabei wird jeweils auf den Erfahrungen der letzten experimentellen Analyse aufgesetzt. Dieses Buch bietet eine Fülle konkreter und praktischer Tipps, wie Software analysiert werden kann, um ihre Möglichkeiten, Grenzen und Risiken herauszufinden. Wenn Sie eines von fünf Büchern gewinnen wollen, schicken Sie das richtige Lösungswort bis 04.08.2014 an presse@asqf.de.

№ 32

erscheint im September 2014

HERAUSGEBER ASQF e.V. Henkestraße 91, 91052 Erlangen Tel +49 9131 91910-0 Fax +49 9131 91910-10 info@asqf.de, www.asqf.de

Die Lösung des letzten Sudokus lautete „Happy Birthday iSQI“. Dem iSQI und den fünf Gewinnern wünschen wir weiterhin viel Erfolg. Die Gewinner dürfen sich über das Buch „Agiles Produktmanagement mit Scrum“, erschienen im dpunkt.verlag, freuen. Die Gewinner sind: Andreas Döring, Dresden // Bernd Pohl, Überlingen // Dietmar Eitelbuß, Stuttgart // Dr. Rainer Hübenthal, Ismaning, SCA GmbH // Lucia Margarita Leitner, Wien *Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Die Mitarbeiter der iSQI GmbH und des ASQF e.V. sowie sämtliche am Gewinnspiel beteiligten Personen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Teilnehmer erklären sich mit der Veröffentlichung Ihres Namens in der Folgeausgabe einverstanden.

Zum Erfolg von IT-Projekten trägt effiziente Kommunikation mindestens ebenso bei wie die eingesetzten Technologien. Die 32. Ausgabe des SQ-Magazins beschäftigt sich mit den Vorteilen und Bedingungen agiler Methoden.

// Thema: Agile Methoden // Anzeigenschluss: 20.07.2014 // Redaktionsschluss: 27.07.2014

SATZ / LAYOUT Frenkelson Werbeagentur, Potsdam www.frenkelson.de FOTOS ASQF e.V. und iSQI GmbH Titelbild: ©Peshkova_shutterstock.com S. 4,12,14,15 ©alphaspirit - Fotolia.com S. 42 - ©Jiri Flogel-shutterstock.com Portraitfotos Jens Koeppen: Frank Nürnberger Alle Portraits und Grafiken mit freundlicher Genehmigung der Autoren. DRUCK PRINTEC OFFSET, Kassel DRUCKAUFLAGE 4.000 Stück INTERNETAUSGABE www.sq-magazin.de MEDIADATEN Gern senden wir Ihnen unsere Mediadaten zu. Richten Sie Ihre Anfrage an redaktion-sq@ isqi.org. Weitergabe und Vervielfältigung, auch auszugsweise, ist unter vollständiger Angabe der Quelle erlaubt. Haben Sie Anregungen zu den Inhalten des SQ-Magazins, dann schreiben Sie an: presse@asqf.de oder redaktion-sq@isqi.org Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Die Redaktion behält sich das Recht auf sinngerechte Kürzung und Bearbeitung eingereichter Manuskripte vor. Wir machen darauf aufmerksam, dass Daten nicht an Dritte weitergegeben und ausschließlich zur internen Auswertung herangezogen werden können.


Termine Quiz

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Fachgruppentermine: Juni - August 2014 03.06.2014: FG Requirements Engineering, Franken

Requirements endlich ‚richtig‘: Moderne Requirements-Tools erfolgreich einführen und nutzen

05.06.2014: FG Automotive NRW, Köln 10.06.2014: FG Software-Test, Österreich

Software-Qualitätssicherung: von den Anfängen bis heute und darüber hinaus

12.06.2014: FG Agilität, NRW, Düsseldorf

Referenten: Prof. Dr. Karin Vosseberg Prof. Dr. Andreas Spillner

Testen von Applikationen für mobile Endgeräte

Referent: Björn Lemke

17.06.2014: FG Software-Test, Sachsen, Dresden

N. N.

24.06.2014: 1. Safety DAY, Rhein-Main

diverse

Usability / Accessibility

JUNI

KW

Referent: Knut Haberland-Schlösser

Traceability

Blick auf die Umsetzung von funktionaler Sicherheit in unterschiedlichen Industrieprodukten

24.06.2014: ASQF Vienna Mobile Quality Crew

Referent: FH-Prof. DI Dr. Thomas Sommer

25.06.2014: FG Agilität, Berlin

Referent: Konrad Pogorzala

25.06.2014: FG Projektmanagement, Franken, Erlangen

Referent: Andreas Carjell

26.06.2014: FG Automatisierung, Franken

Referent: Jürgen Pfeifer

26.06.2014: FG Software Test, Schwaben, Neu-Ulm

Referent: Dr. Uwe Malinowski

26.06.2014: FG Requirements Engineering, München

Referent: Joachim Pfeffer

30.06.2014: FG Agilität, Baden-Württemberg

Referent: Rolf Beck

03.07.2014: FG Software-Test, NRW, Essen

Referent: Richard Pohl

Android als Zielplattform für Cybercrime Cynefin Lego Game

Geheimnisse der Dauermotivation in Agilen Projekten Energiedatenerfassung im Rahmen der EN50001

Die Grenzen der Freiheit - Agilität braucht Führung Vorankündigung

Auf den BusinessCase kommt es an

Feature-Modelle zur Qualitätssicherung von Software-Produktlinien

09.07.2014: 5. MEDICAL DEVICE DAY Franken - Ganztagesveranstaltung Medizinische Software ohne Grenzen. In sechs Stunden um die Welt

JULI

JUNI 2014

Referent: Dr. Andreas Birk

10.07.2014: FG Software-Test, Niedersachsen, Braunschweig Testdatenmanagement

Referenten: diverse Referent: Eckehard Kruse

16.07.2014: 23. Automation DAY, Franken

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Security in der Automatisierung

17.07.2014: FG Requirements Engineering, Franken Vorankündigung

17.07.2014: FG Software-Test, BW Vorankündigung

Alle Termine und Anmeldung unter: https://www.asqf.de/veranstaltungen-termine-rund-um-den-asqf.html

Leserecho Neues Layout

Kontakt zu Autoren

„Neues Layout und Aufmachung des Magazins gefallen mir sehr gut. Weiter so!“

„Ihr Heft ist immer sehr informativ und mit interessanten Themen gestaltet. Eine Bitte an Sie: Es wäre schön, wenn man die Kontaktdaten der Autoren in einer Übersicht zusammenfassen würde, so dass man sich bei Bedarf direkt an diese wenden kann.“

Stefan S. per E-Mail aus Frankfurt/Main

Christiane B. per E-Mail

Hat Ihnen etwas besonders gut gefallen? Oder möchten Sie Kritik loswerden? Dann schreiben Sie uns. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften. Die SQ-Redaktion behält sich vor, Leserbriefe / E-Mails – mit vollständigem Namen – auch gekürzt – zu veröffentlichen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie mit einer Veröffentlichung nicht einverstanden sind. Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


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SQ Magazin  

Ausgabe Juni Nr. 31/2014

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