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AUSSTELLUNGEN


Ausstellungen Glasgow / The Barras_______________S. 4-15 Auf zwei Zigaretten___________________S. 16-25


Bridgetown / Glasgow, März 2010 Wir kommen zu spät. Mit dem Auto sind wir von Edinburgh nach Glasgow gefahren, um uns „The Barras“ anzuschauen. Ein Wochenendmarkt mit kleinen Geschäften und Marktständen, die in einer Art Garagenkiosken mit Rolltor angesiedelt sind. Flohmarktflair und Schnäppchen haben wir uns erhofft und sahen uns schon siegesgewiß mit vollen Tüten und Raritäten die Straße entlangschländern. Doch wie es häufig bei Flohmärkten der Brauch ist, wird früh angefangen und auch früh wieder aufgehört. Nichts also für Langschläfer, die sich durch den Linksverkehr durch ein fremdes Land ihren Weg bahnen müssen. Die Garagen sind geschlossen und statt einer Fülle von potentiellen Erwerbsgütern erwarten uns leicht zwielichtige Gestalten, die mit funkelnden Augen auf meine Kamera schielen. In den Straßen liegt der Verpackungsmüll von Essen, umgestürzte Einkaufswagen und zu dem Grau der Häuserfronten gesellt sich nur das Grau des Himmels. Wo wir herkommen, wollen sie wissen und Clara versucht höflichdas Gespräch so kurz wie möglich ausfallen zu lassen, während ein Kampfhund um unsere Beine streicht. Ich kann nicht anders, ich nehme meine Kamera und versuche so viel wie möglich von dieser Tristesse einzusaugen und auf meinen Rollfilmzu bannen. Gleichzeitig schleicht sich das Gefühl ein: wir müssen hier weg! Nur wenige Minuten später sitzen wir erleichert in unserem Auto, nachdem wir die Türen von Innen verriegelt haben und fahren zurück nach Edinburgh.


Auf zwei Zigaretten / Hamburg, 2011 Nur eben auf eine Zigarette noch bleiben, sag ich mir. Meistens werden es dann zwei. Ich treffe mich mit den Menschen, die ich porträtiert habe und bringe ihnen die entwickelten Fotos vorbei. Dabei unterhalten wir uns. Sie erzählen mir Passagen aus ihrem Leben. Ein kurzes Zusammensitzen - zusammen Rauchen bringt Gemeinsamkeit. So erfahre ich zum Beispiel, dass Peter früher zur See gefahren ist, als Matrose die Welt kennengelernt hat und sich in Rio vor Messerstechern retten musste. Oder, dass der Friseur aus dem Salon Harry damals den Beatles in seinem Friseursalon die Haare geschnitten hat. Stolz zeigt er mir Fotos mit Autogrammen und gibt Short-Stories aus den 50gern zum Besten. Der Kiez kann Geschichten erzählen, er zieht die Menschen magisch an und diejenigen, die nicht zur abends zum Feiern und Trinken kommen, sondern auch tagsüber das Pflaster ihr Eigen nennen, sind die Menschen, die auf St. Pauli ihre Heimat gefunden haben. Ich habe mich auf die Suche gemacht und mich durch die Strassen parallel zur Reeperbahn begeben, um einen kleinen Einblick in das Leben auf dem Hamburger Kiez zu erhaschen.


w w w. i s a b e l z e t t w i t z . d e info@isabelzettwitz.de

Isabel Zettwitz Fotografie // AUSSTELLUNGEN  

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