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JAHRESBERICHT

2019


Inhalt 03

Vorwort

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Was wir machen

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Wer wir sind

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Wissenswertes

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NROs im Rampenlicht

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RĂźckblick 2019

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Einblicke in die Ausbildung

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Stets einsatzbereit

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Die Kompetenz Rettungshund

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Finanzen

IRO Internationale Rettungshunde Organisation

T.: +43 662 82 65 26 10 F.: +43 662 82 65 26 20

MoosstraĂ&#x;e 32 5020 Salzburg, AUSTRIA

office@iro-dogs.org www.iro-dogs.org


Vorwort

Liebe Freunde und Unterstützer,

die Internationale Rettungshunde Organisation (IRO) darf, gemeinsam mit ihren Mitgliedern und Hundeführern, auf ein spannendes, arbeits- und erfolgreiches Jahr zurückblicken. Was hat die IRO 2019 geschafft? Wo konnten wir uns verbessern, was konnte erreicht oder weiterentwickelt werden? All das und noch viel mehr erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Rettungshunde, die durch Organisationen der IRO ausgebildet wurden oder eine vertiefende Ausbildung durch die IRO erfahren haben, standen auch 2019 regelmäßig im Einsatz. Eine Tatsache, die uns in unserem Motto „Standards setzen. Leben retten.“ bestärkt. Die IRO setzte auch 2019 zahlreiche kleine und größere Schritte, um diese Prämisse umzusetzen, die Hundeführer und Mitgliedsorganisationen bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig die Bekanntheit der IRO weltweit zu fördern. So trat etwa mit 01.01.2019 eine neue Prüfungsordnung in Kraft, die nun auch in der Sparte Mantrailing Standards vorgibt. Das Interesse an dieser Disziplin ist groß, und viele IRO Mitgliedsorganisationen haben sich bereits mit Mantrailing auseinandergesetzt. Bei der Weltmeisterschaft 2019 in Villejust, Frankreich, welche die nationale Rettungshunde Organisation CSP France großartig ausgerichtet hat, war es erstmals für Besucher möglich, in der Flächensuche live dabei zu sein. Das neue Angebot wurde sehr gut angenommen und verspricht, die tollen Leistungen von Rettungshundeteams besser erlebbar zu machen. Im Mai 2019 wurde unter Involvierung der ansässigen nationalen Rettungshunde Organisationen (NROs) der erste Deputierte für Amerika ernannt: Julio Velazquez (PMPBR-UNAM) ist seitdem als Bindeglied der NROs in Nord- und Südamerika aktiv. Und im November wurde mit dem erst 3. Einsatztest Trümmer in Asien, den sieben Teams bestanden, ein wichtiger Schritt gesetzt. Viele Aktivitäten förderten auch 2019 die Bekanntheit der IRO. Wichtige Meilensteine waren der Launch des IRO Onlineshops, der im Juni erfolgte, sowie die Überarbeitung des IRO Logos mit Anfang des Jahres. In den Design- und Auswahlprozess waren alle NROs und Hundeführer eingebunden, sodass letztlich ein neues, zeitgemäßes Logo zustande kam. Im Frühling wurde der erste Tag der offenen Tür in der Geschäftsstelle in Salzburg veranstaltet, bei dem die Möglichkeit geboten wurde, Rettungshunde hautnah zu erleben. Ein schöner Erfolg, der auf sehr großes Interesse seitens der Besucher stieß und auch medial regen Anklang fand. Wir freuen uns über die großen und kleinen Erfolge unserer Mitglieder und Hundeführer, die 2019 zu einem bedeutenden und schönen Jahr für die IRO gemacht haben. Bei Ihnen, geschätzte Rettungshundeführer und Unterstützer der IRO, möchte ich mich herzlich für Ihren unermüdlichen Einsatz im Jahr 2019 bedanken. Ich danke Ihnen für Ihre Treue und hoffe darauf, dass Sie die IRO auch weiterhin, sei es in der Rettungshundearbeit oder auf anderem Wege, unterstützen. Mit besten Grüßen,

Markus Bock Präsident der Internationalen Rettungshunde Organisation

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Was wir machen

UNSERE MISSION Die internationale Rettungshunde Organisation ist eine gemeinnßtzige Organisation, die einheitliche, globale Qualitätsstandards in der Ausbildung von Rettungshunden sicherstellt.


2019 in Zahlen 51

Trainings- und PrĂźfungsveranstaltungen

36

Neue einsatzzertifizierte Hunde

1.247

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Einsätze weltweit

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Wer wir sind

Unser Vorstand Als Führungsorgan erfüllt der Vorstand der Internationalen Rettungshunde Organisation die Aufgaben im Rahmen sowie im Sinne der Satzung, der Ordnungen und der Beschlüsse der Delegiertenversammlung. Der Präsident vertritt die IRO nach innen und außen und bildet mit den beiden Vizepräsidenten das Präsidium. Die Referatsleiter sind verantwortlich für Agenden rund um Einsatzfragen, die Ausbildung und Leistungsrichter, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Finanzen. Einberufene Stellvertreter ergänzen und unterstützen die Vorstandsmitglieder in ihrer Arbeit.

1. Vizepräsidentin

2. Vizepräsident

Ida Bårris - DK

Dr. vet. med. Vedran Babić - HR

Ida Bårris hat viel Erfahrung in der Ausrichtung von Großveranstaltungen und organisierte sehr erfolgreich die IRO Weltmeisterschaft der Rettungshunde 2015 in Aalborg (DK). Neben ihrer Tätigkeit als Vizepräsidentin leistet sie als zertifizierte IRO Trainerin einen wertvollen Beitrag für die Organisation.

Als praktizierender Veterinärmediziner, USAR-Team-Mitglied, IRO Trainer und erfolgreicher Absolvent von zahlreichen IRO Wettbewerben, Prüfungen und Trainings, darf Vedran Babić zurecht als ausgewiesener Experte der IRO Standards bezeichnet werden.

Repräsentant für Asien Hidehiro Murase – JP Repräsentant für Amerika Julio Velazquez Rodriguez – MX

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Einsatzreferent Das Einsatzreferat wird derzeit interimistisch von der 1. Vizepräsidentin Ida Bårris betreut.

Stellvertretende Einsatzreferenten Linda Hornisberger - CH Marcel Versterre - NL

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Präsident Markus Bock - AT Als Senior Instruction Officer USAR (Urban Search and Rescue) und Kommandant der AFDRU (Austrian Forces Disaster Relief Unit) konnte Markus Bock seine Expertise bereits bei zahlreichen Einsätzen, wie z. B. in der Türkei, im Iran oder in Sri Lanka unter Beweis stellen. Als IRO Delegierter kooperiert er eng mit der INSARAG und arbeitet mit der DACH-Arbeitsgruppe zur Rettungshundeplanung zusammen. Mit Markus Bock hat die Internationale Rettungshunde Organisation einen ausgewiesenen Experten im Katastropheneinsatz an Bord.

Öffentlichkeitsreferent

Finanzreferentin

Daniel Sedlák - CZ

Vedran Vukomanović - HR

Charlotte Kranz - AT

Der internationale IRO und FCI Richter Daniel Sedlák gibt seit 2000 sein Wissen an die Mitglieder der Internationalen Rettungshunde Organisation weiter. Doch nicht nur in der Theorie glänzt der Ausbildungsreferent. Er hat auch bereits zahlreiche nationale und internationale Einsätze absolviert.

Vedran Vukomanović verfügt neben seiner langjährigen Erfahrung als aktiver Hundeführer über ausgewiesene Kompetenz in den Bereichen Marketing, Eventmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Den kreativen Querdenker zeichnen vor allem seine Expertise in New und Social Media sowie seine hervorragenden Kontakte im Medienumfeld aus.

Die MRT-zertifizierte IRO Richterin und Beurteilerin für AFDRU Rettungshunde ist über die Grenzen Österreichs hinweg im Bereich der Flächensuche aktiv. Der Umgang mit Zahlen ist ihr als Finanzexpertin ein Leichtes. Sie verantwortet die finanziellen und personellen Angelegenheiten der Internationalen Rettungshunde Organisation.

Ausbildungsreferent

Stellvertretende Ausbildungsreferenten Arnold Landauer - AT Jerneja Ternovec - SI

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Stellvertretende Finanzreferentin Monja Raich - AT

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Generalsekretärin Dr. Andrea Thuma Als studierte Politikwissenschaftlerin und erfahrene Projektmanagerin konnte sich Andrea Thuma umfangreiche Erfahrung im Ausbildungs- und Veranstaltungsbereich sowie in der Koordination von Teams aneignen. Zu ihren Aufgaben gehört die operative und strategische Leitung der Organisation und der Geschäftsstelle.

Office Management & Mitgliedsorganisationen

Einsatzreferat

Ausbildungsreferat

Dipl.-Ing. (FH) Kathrin Schiestl

Mag. Claudia Kammerer

Verena Herbst

Event- und Projektmanagement sowie Fundraising und Sponsoring sind die Spezialgebiete der studierten Betriebswirtin Claudia Kammerer. Im Einsatzreferat bringt sie ihr Wissen bei der Organisation von Großveranstaltungen wie den MRT ein, und sorgt für die weitere Professionalisierung des Einsatzbereiches.

Die gelernte Tourismuskauffrau und erfahrene Hundeführerin Verena Herbst verantwortet das Ausbildungsreferat, unterstützt NROs bei der Durchführung von Prüfungen und Kursen, und hat stets ein offenes Ohr für Freiwillige, Trainer und Mitgliedsorganisationen.

Als wahres Organisationstalent kümmert sich Medientechnikerin Kathrin Schiestl um die Betreuung der Mitgliedsorganisationen, die Spendenverwaltung und behält zudem den Überblick über die Finanzen. Auch bei Veranstaltungen ist auf ihre tatkräftige Unterstützung zu zählen.

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Unsere Mitarbeiter Die IRO Geschäftsstelle wurde zur organisatorischen und inhaltlichen Unterstützung des Vorstandes und der Delegierten in Salzburg (AT) eingerichtet. Das Team setzt sich aus Wirtschafts-, Politik-, Medien- und Kommunikationsexperten zusammen und organisiert Ausbildungsprogramme, Prüfungen und Zertifizierungen. Die Geschäftsstelle ist Anlaufstelle für Anfragen von Spendern sowie NROs, bearbeitet Förderanliegen und verwaltet Spendengelder. Als Kommunikationsleitstelle repräsentiert sie die Internationale Rettungshunde Organisation nach innen und außen.

Referat für Marketing & PR

Fördererbetreuung

Assistenz

Daniela Rupp, MA

Mag. Belinda Simon

Luise Badergruber, BA

Als studierte Event- und Kulturmanagerin verfügt Daniela Rupp über vielfältige Erfahrungen im internationalen Marketing und strategischen Projektmanagement. Sie ist für sämtliche Marketing- und Kommunikationsaktivitäten verantwortlich und Ansprechpartnerin für die Presse.

Die studierte Archäologin Belinda Simon kümmert sich mit Herz, Hingabe und auch einer guten Portion Humor um die Fördererbetreuung. Darüber hinaus verantwortet sie die Reisebuchungen samt Spesenabrechnungen des erweiterten IRO Teams zu offiziellen Veranstaltungen weltweit.

Als Studentin der Kommunikationswissenschaft verfügt Luise Badergruber über ein weites Kompetenzfeld. Die engagierte Oberösterreicherin bringt sich vor allem im Öffentlichkeitsreferat und bei der Veranstaltungsorganisation tatkräftig ein.

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IRO Mitglieder weltweit

123 nationale Mitgliedsorganisationen aus

42 Ländern

AMERIKA Seit ihrer Gründung ist die Internationale Rettungshunde Organisation stetig gewachsen und zählte mit 31.12.2019 insgesamt 123 nationale Rettungshunde Organisationen in 42 Ländern weltweit. Die Vielfalt der unterschiedlichen Organisationen erstreckt sich von kleinen Vereinen bis hin zu professionellen, staatlich geführten und eingebundenen Fachorganisationen.

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Argentinien Brasilien Chile Kanada Kolumbien Mexiko USA Venezuela

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EUROPA

ASIEN

Belgien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Italien Kroatien Niederlande Norwegen Österreich Polen Rumänien Russland Schweden Schweiz Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Türkei Ukraine Ungarn Vereinigtes Königreich

China Japan Malaysien Saudi Arabien Südkorea Taiwan Thailand Vereinigte Arabische Emirate

AFRIKA Südafrika

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AUSTRALIEN

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Wissenswertes

Zeitreise: Die Geschichte der IRO Interessante Einblicke von vier Gründungsmitgliedern über die Anfänge und Meilensteine der Internationalen Rettungshunde Organisation. Kaum zu glauben: Die IRO wurde vor nunmehr 27 Jahren von nur sechs Organisationen aus aller Welt gegründet. In der Zwischenzeit hat sie sich zu einer weltweiten Organisation mit über 120 Mitgliedern, einem ehrenamtlichen Personal von über 100 Trainern, Richtern und Beurteilern, und einem breiten Betätigungsfeld entwickelt. Wir haben vier der an der Gründung beteiligten und damit langjährigsten Mitgliedsorganisationen befragt, wie sie die Entwicklung der IRO von den ersten Gründungstagen bis heute wahrnehmen und warum sich junge Organisationen einbringen sollen.

Wie kam es zur Gründung der IRO? SBK: Nach dem Erdbeben in Armenien 1988 kam die Idee auf, Rettungshunde Organisationen weltweit zusammen zu schließen. Nach einem Treffen in Berlin 1991 erhielt Schweden die Möglichkeit, 1993 das nächste Symposium in Rosenberg abzuhalten, wo die IRO gegründet wurde. BRH: Seit Jahren fanden einige nationale Rettungshunde Organisationen (NROs), dass es sinnvoll wäre, die landesweite Arbeit mit Rettungshunden international auszuweiten. Hierbei sollten vor allem ein Austausch über die Trainingsarbeiten stattfinden und allgemeine Prüfungsbedingungen gestaltet werden. Im Jahre 1993 trafen sich sechs ausländische Organisationen in Schweden mit dem Ziel der Gründung einer internationalen Rettungshunde Organisation. SZBK ČR: Da es für Rettungshunde Organisationen schwierig war, bei internationalen Einsätzen helfen zu

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können, entstand die Idee, die Arbeit zu koordinieren. Da SZBK ČR bereits seit 1990 bestand, war die Motivation, sich hier einzubringen, sehr groß. RHS Isar: Kurz zusammengefasst: Um Erfahrungen, Trainingseffektivität und einheitliche Ziele aller Rettungshunde Organisationen zusammenzuführen. Was war die Motivation Ihrer NRO, sich an der Gründung der IRO zu beteiligen? SZBK ČR: Sich in einer Dachorganisation einzubringen, die schnell auf internationale Hilferufe im Katastrophenfall reagieren und Hundeführer aus verschiedenen Organisationen entsenden kann. RHS Isar: Unsere Motivation bestand darin, einer Organisation anzugehören, die spezialisiert darauf ist, Rettungshundeteams für den Katastrophenschutz vorzubereiten. SBK: Der SBK wollte Teil eines internationalen Zusammenschlusses

sein, um die Kooperation bei Einsätzen nach Erdbeben zu verbessern, und somit Leben zu retten. BRH: Der BRH war zur damaligen Zeit bereits 20 Jahre im Rettungshundewesen tätig. Es bestanden Kontakte mit in Österreich und der Schweiz ansässigen Rettungshunde Organisationen. Wir begrüßten die Gründung der IRO, um Erfahrungen mit anderen internationalen Organisationen auszutauschen. Wo lagen die Schwerpunkte der frühen Jahre der IRO, auf welche Bereiche hat sich die gemeinsame Arbeit konzentriert? SBK: Einer der ersten Schwerpunkte war der grundsätzliche Aufbau der Organisation. Der IRO Vorstand entschied in seiner ersten Sitzung in Boulder, USA, dass die Organisation in Österreich beheimatet sein sollte. SZBK ČR: Ein Fokusthema waren die Prüfungen, denn es gab damals nur wenige Hundeführer mit IRO geprüften Hunden. Daher war es notwen-

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dig, Leistungsrichter auszuwählen und auszubilden, die diese Prüfungen richten können. Auch die Ausweitung der Disziplinen von Fährte und Fläche auf Trümmer war ein wichtiger Schritt. Entscheidend war auch, dass die IRO selbstständig Einnahmen generiert, und damit Großveranstaltungen wie WM oder MRT (Mission Readiness Test) organisieren kann. BRH: Ein wesentlicher Schwerpunkt bestand in der Durchführung einer jährlichen Rettungshunde Weltmeisterschaft mit dem Hintergrund, dass sich die Hundeführer gegenseitig in den Ausbildungsmaßnahmen austauschen. Was war einzigartig in den frühen Jahren der IRO, und welche Fortschritte sehen Sie bei der Weiterentwicklung der IRO in den letzten 27 Jahren? RHS Isar: Die Idee, für den Katastrophenschutz zu trainieren, war bestimmend für die frühen Jahre. Ich habe aber auch das Gefühl, dass sich die IRO sportlich sehr gut entwickelt hat, was auch gut ist. SZBK ČR: Für unsere NRO ist es eine große Ehre, als Organisation der ersten Stunde bei der IRO dabei zu sein. Durch den Zuwachs an Mitgliedern können sich jetzt viele Menschen auf der ganzen Welt in die IRO als Sport- und als Einsatzorganisation einbringen. BRH: Die Gemeinschaft, die Kameradschaft und die gegenseitige Hilfe. Die IRO hat sich zu einer weltweit umspannenden Organisation entwickelt, die nationale Rettungshunde Organisationen unterstützt. Nicht zuletzt mit der Durchführung von Rettungshunde-Symposien, die Wissen vermitteln und Gemeinschaft fördern. SBK: Zusammenarbeit und Zusammengehörigkeit, Freundschaften und wertvolle Errungenschaften. Welche Aspekte der IRO Mitglied-

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schaft schätzen Sie als Mitgliedsorganisation der ersten Stunde ganz besonders? BRH: Das Kennenlernen vieler ausländischer Kollegen und den Austausch über die unterschiedlichsten Trainingsmethoden. SZBK ČR: Als aktive NRO haben wir viele Hundeführer, die bei Weltmeisterschaften sehr erfolgreich waren, früher auch bei MRTs. Derzeit haben wir jüngere Hunde und wir hoffen, dass wir bald wieder als Einsatzorganisation eingestuft werden können, denn unsere Hundeführer waren auch bei vielen internationalen Einsätzen dabei. Wie beurteilen Sie die Bedeutung der Rettungshundearbeit in Zukunft und welche Aufgaben halten Sie für die zukünftige Entwicklung der IRO als besonders wichtig? RHS Isar: Die IRO sollte im Rahmen ihrer Möglichkeiten vermehrt an der Standardisierung des Trainings und der Vorbereitung der Rettungshundeteams in allen Verbänden mitwirken. Hier in Deutschland sollte die IRO Prüfungsordnung in allen Rettungshundeorganisationen durchgesetzt werden, damit sich auch private Vereine mit jahrelanger Erfahrung im Katastrophenschutz beteiligen können. Es werden vermehrt nur größere Organisationen zum Einsatz gerufen. SBK: Es wird wichtig sein, Techniken und Methoden sowohl für den Einsatz als auch den Sport zu entwickeln sowie die IRO außerhalb der eher engen Rettungshundeszene sichtbarer zu machen. SZBK ČR: Keine Technik ist so gut wie die Nase des Rettungshundes. Das bleibt auch in Zukunft so. Für die IRO ist es wichtig, dass wir sofort helfen können, wenn es notwendig ist. Auch in der momentan schwierigen Situation muss die Finanzierung sichergestellt werden. Das ist eine große Aufgabe.

BRH: Schwere Katastrophen im Ausland sind in den letzten Jahren rückläufig. Jedoch bleibt ein großer Bedarf im nationalen Bereich bei der Suche nach hilfsbedürftigen Personen. In Deutschland wächst seit Jahren die Einsatzhäufigkeit im lokalen Umfeld, wobei bei uns mehrfach täglich Mantrailer angefordert werden. Hier sollte die IRO nationale Organisationen in der Weiterbildung unterstützen, indem sie z. B. Trainingsangebote auf nationaler Ebene anbietet. Gibt es etwas, dass Sie den „jungen“ Mitgliedsorganisationen der IRO aus Ihrer Erfahrung sagen möchten? BRH: Nehmt die Angebote der IRO an und beteiligt euch an der Arbeit der Internationalen Rettungshunde Organisation. RHS Isar: Die IRO ist eine tolle Organisation. Unser Wunsch wäre, das nationale und internationale Ziel der Rettungshundearbeit weiter zu verfolgen und dass die IRO über allen Rettungshunde Organisationen steht. SZBK ČR: Die beiden wichtigsten Aspekte für uns: Gute Hundeführer mit gut ausgebildeten Hunden zu haben. Immer freundschaftlich, kameradschaftlich und respektvoll sein, und die Arbeit mit dem Herzen machen, egal ob am Gelände oder in einer Sitzung. Dann kann sich die Idee der IRO Familie erfüllen, dass gut ausgebildete Hundeführer und Hunde Leben retten können.

BRH

Bundesverband Rettungshunde e.V. (DE)

RHS Isar

Rettungshundestaffel Isar e.V. (DE)

SBK

Svenska Brukshundklubben (SE)

SZBK ČR

Svaz záchranných brigád kynologů ČR (CZ)

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NROs im Rampenlicht

Helden im Einsatz: Gasexplosion Österreich, Juni 2019 – Am 26. Juni 2019 stürzte ein Wohnhaus in Wien-Wieden aufgrund einer Gasexplosion teils ein. Es kamen vier Rettungshundeteams der IRO Mitgliedsorganisation SKV-KHD zum Einsatz.

DIE HELDEN DER PRESSGASSE So lautete eine Schlagzeile nach der verheerenden Gasexplosion 2019 in Wien, Österreich. Gemeint waren damit die vielen Helfer des Katastrophenhilfsdienstes, die sich nach solch fatalen Ereignissen ehrenamtlich großer Gefahr aussetzen. An dem Einsatz nach dem teilweisen Hauseinsturz beteiligt war auch eine langjährige IRO Mitgliedsorganisation, der Sport- und Kultur-Verein der Berufsfeuerwehr Wien (SKV-KHD). Am 26. Juni 2019 um etwa 16.30 Uhr stürzte ein Wohnhaus in Wien-Wieden infolge einer Gasexplosion teils ein. Es kamen vier Rettungshundeteams von SKV-KHD zum Einsatz, um unter den Trümmern nach Überlebenden zu suchen. Auch der Präsident der Internationalen Rettungshunde Organisation Markus Bock war an den Sucharbeiten mit seinem Hund Egmont beteiligt. Die Bedingungen waren schwierig: Es herrschte sengende Hitze und überall verteilt lagen Glasscherben und Trümmerteile. Die Rettungskräfte waren die ganze Nacht und den darauffolgenden Tag vor Ort, um den tonnenschweren Schuttkegel nach Verschütteten abzusuchen. Die traurige Bilanz: mehrere Schwerverletzte und zwei Todesopfer.

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Fotos: Peter SchĂźler / SKV-KHD

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Helden im Einsatz: Vermisstensuche Finnland, Juni 2019 – Ein 70-jähriger an Alzheimer erkrankter Mann wurde als vermisst gemeldet, als er von einem Ausflug nicht zurückkehrte. Nach zwei Tagen erfolgloser Suche wurden Rettungshundeteams der IRO Mitgliedsorganisation FRF K9 zur Hilfe gerufen.

Wenn Unfälle oder Katastrophen passieren und Menschen in Not geraten, sind professionell ausgebildete Rettungshundeteams oftmals die einzige Hoffnung. Das zeigte sich auch bei einem Einsatz der IRO Mitgliedsorganisation Finn Rescue K9 Association (FRF K9). Im Juni 2019 war ein 70-jähriger an Alzheimer erkrankter Mann zu einer Radtour aufgebrochen und nicht mehr heimgekehrt. Da es nach zwei Tagen immer noch keine Spur zu dem Vermissten gab, wurden Rettungshundeteams der FRF K9 zur Hilfe gerufen, darunter Ritva Holmström mit Hund Ruu. Das Suchgebiet wurde aufgeteilt und es wurden zwei Einheiten gebildet. Die Suche in Ritvas zugewiesenem Bereich blieb erfolglos. Sie entschloss sich daher, gemeinsam mit Ruu, die Trupps im zweiten Suchgebiet zu unterstützen. Bereits kurze Zeit später fand der Hund die Geldbörse des Mannes sowie einen Schuh. Dank dieser Spur gelang es der Polizei und der Rettungshundestaffel, den Mann wohlbehalten aufzufinden. Nur drei Monate nach dem Einsatz stellten Ritva und Ruu ihr Können bei den IRO Weltmeisterschaften in Villejust (FR) unter Beweis. In der Einzelwertung Trümmersuche platzierten sich die beiden unter den Top 15 und in der Teamwertung holten sie mit FRF K9 sogar den Weltmeistertitel.

Ritva und Ruu beim Trümmertraining

Foto: Ritva Holmström

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IRO Jahresbericht 2019


SET STANDARDS. SAVE LIVES. IRO Jahresbericht 2019

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Rückblick 2019

Das Jahr 2019 in 60 Sekunden Januar 5 Sek.

Seit 15.01.2019 ist das neue IRO Logo weltweit im Einsatz. Der IRO Logowettbewerb verzeichnete 200 Einreichungen von 43 Designern aus aller Welt.

Februar 7 Sek.

Im Februar wurde mit Belinda Simon eine neue Stelle im IRO Team besetzt. Sie verantwortet die Betreuung der Förderer und bietet administrative Unterstützung für die Referate Ausbildung und Einsatz.

März 7 Sek.

Die Arbeitsgruppen „NROs“ und „Experten“, welche sich aus NRO Mitgliedern zusammensetzen, wurden ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Kooperation zwischen NROs und die Standards unserer Experten weiterzuentwickeln.

April 7 Sek.

Anlässlich des „Internationalen Tag des Rettungshundes“ öffnete die IRO Geschäftsstelle in Salzburg erstmals ihre Türen für Interessierte. Über 100 Besucher konnten die Vierbeiner hautnah beim Training beobachten.


Mai Auf die Plätze, fertig, MRT! hieß es vom 22. bis 27. Mai 2019 beim 5. IRO Einsatztest in der Sparte Fläche in Wiener Neustadt / Hohe Wand (AT). 14 Teams dürfen sich seither „IRO einsatzfähig“ nennen.

10 Sek.

Mit Julio Velazquez (PMPBR-UNAM) wurde der erste Deputierte für Amerika (Nord- und Südamerika) ernannt.

Juni Am 17.06.2019 ging der neue IRO Shop online. Parallel wurden auch die IRO Beurteiler, Richter, Trainer und Tierärzte vollständig, und einheitlich mit der neuen Kollektion ausgestattet.

5 Sek.

September 7 Sek.

116 Starter, 24 Nationen, 6 Tage – die IRO Weltmeisterschaft stellte 2019 ein absolutes Highlight dar. Die Mitgliedsorganisation CSP France veranstaltete eine tolle Meisterschaft für Starter, Fans und Besucher. Foto: CSP France

Oktober 5 Sek.

Erstmals richtete die kroatische IRO Mitgliedsorganisation CRDA einen Einsatztest in der Trümmersuche aus. 31 Teams von 16 nationalen Rettungshunde Organisationen reisten nach Zagreb und stellten ihr Können unter Beweis. 15 Teams haben den MRT bestanden. Foto: JDarja

November 7 Sek.

18 Teilnehmer trafen in Wiener Neustadt (AT) zusammen, um das Modul I der nationalen IRO Trainerausbildung zu absolvieren. Im Mittelpunkt standen die Trümmerarbeit und das Lernverhalten des Hundes.


Neues Logo: Beginn einer neuen Ära Unter 200 Einreichungen von 43 Designern aus aller Welt setzte sich das Gewinnerlogo durch. Die Internationale Rettungshunde Organisation leitet mit dem neuen Logo eine neue Ära ein. 2018 entschied der IRO Vorstand, das Design der weltweit größten Dachorganisation für Rettungshunde vollständig zu erneuern und einen internationalen Logowettbewerb zu veranstalten. Dadurch konnten alle engagierten Mitglieder in diesen wichtigen und kreativen Prozess involviert werden. „Die Entscheidung, das Logo nicht nur leicht abzuändern, sondern komplett neu zu gestalten, erforderte zwar etwas Mut, jedoch sind wir äußerst zufrieden mit dem Ergebnis und möchten den vielen Designern für ihren unglaublichen Einsatz danken“, so Vedran Vukomanović, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Seit 15.01.2019 ist das Gewinnerlogo weltweit im Einsatz. Der dynamische IRO Schriftzug mit integriertem Hund ist ein Symbol für die stetige positive Weiterentwicklung des Rettungshundewesens. Die Weltkugel steht für internationale Vernetzung und den Austausch zwischen Rettungshundeorganisationen aus aller Welt.

Oben links: IRO Geschäftsausstattung Oben rechts: IRO Merchandise Linie

Unten: IRO Postkarten

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Erfolgreicher Launch des Onlineshops Nachdem Anfang Januar 2019 das neue IRO Logo präsentiert wurde, ging nur wenige Monate später der überarbeitete IRO Webshop online. Seit Juni 2019 können hochwertige Produkte erworben werden, die das Herz eines jeden Hundeführers und Outdoorbegeisterten höherschlagen lassen. Das Sortiment erstreckt sich von wetterfesten, atmungsaktiven Jacken über robuste Arbeitshosen bis hin zu bequemen Shirts und Hoodies. Alle Produkte tragen das neue IRO Logo und wurden gemäß den Farben des IRO Corporate Designs entwickelt. Erstmals wurden auch die Beurteiler, Richter, Trainer und Tierärzte der Internationalen Rettungshunde Organisation vollständig, und einheitlich mit der neuen Kollektion ausgestattet. Und das beste dabei ist der WAU-Faktor! Jeder Einkauf ist automatisch eine Spende zur Ausbildungsförderung unserer vierbeinigen Lebensretter.

Shoppen und dabei Gutes tun? Das geht! QR Code scannen und auf geht‘s zum IRO Onlineshop!

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25. IRO Rettungshunde Weltmeisterschaft Villejust/Paris, Frankreich – Die IRO Weltmeisterschaft ist für viele Rettungshundeteams das Highlight des Jahres. Sie bietet die perfekte Gelegenheit, Gleichgesinnte aus unterschiedlichen Nationen zu treffen und gleichzeitig den aktuellen Leistungsstand auf internationalem Niveau zu überprüfen.

Vom 17. bis 22. September 2019 wurde die 25. IRO Weltmeisterschaft von der IRO Mitgliedsorganisation Cynotechnie Sapeurs Pompiers France (CSP France) in Villejust/Paris (FR) ausgetragen.

Leider konnte in diesem Jahr kein Fährtensieger gekürt werden; dies und auch die geringe Startzahl sind ein Ansporn, die Fährtensuche in der IRO beziehungsweise bei der IRO WM zukünftig neu zu denken.

116 Starter aus 24 Nationen stellten ihr Können in der Fährten-, Flächenund Trümmersuche unter Beweis. Die herausfordernden Prüfungen fanden auf sehr guten Geländen, darunter dem ausgezeichneten Trümmergelände von CSP France, statt.

Im Rahmen der Siegerehrung wurde die Wandertrophäe für die Veranstalter von IRO Weltmeisterschaften von Marc Courtois an Liviu Ionescu, Präsident von CNEC (RO) und Ausrichter der nächsten WM, überreicht.

Viele Besucher aus der umliegenden Region und sogar über die Grenzen Frankreichs hinaus nahmen die WM zum Anlass, Rettungshunde einmal hautnah bei der Arbeit zu erleben. Das großartige Team von CSP France organisierte eine tolle Veranstaltung für die Starter, ihre Fans und alle Besucher. Mehrere Ehrengäste, darunter der österreichische Botschafter in Frankreich Michael Linhart und José Buggenhout, Präsident der Rettungshundekommission der FCI, wohnten der Siegerehrung bei und zeigten sich beeindruckt von den Leistungen der diesjährigen Starter. In einer berührenden Abschlusszeremonie wurde auch der Abschied von Marc Courtois, Präsident von CSP France, gewürdigt.

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Wir bedanken uns herzlich beim großartigen Team von CSP France für eine tolle Weltmeisterschaft sowie bei allen Startern, ihren Fans und den Besuchern dieser „Jubiläums“-WM!

Richter und Beirichter Oberrichter D. Sedlák (CZ) Hauptrichter Fährte W. Hoffmann (DE) Beirichter Fährte H. Hiltpolt (AT) Hauptrichter Fläche P. Śabacký (CZ) Beirichter Fläche D. Kühn (DE) Hauptrichter Trümmer A. Russegger (AT) Beirichter Trümmer K. Sawada (JP) Hauptrichter Unterordnung und Gewandtheit J. Ternovec (SI) Beirichter Unterordnung und Gewandtheit R. Gerritsen (NL)

Fotos: CSP France

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WM-Ergebnisse Flächen-Weltmeister

Andrea Otto mit Bugatti

1. Andrea Otto mit Bugatti vom Scheidgraben, BRH (DE) 2.

Johann Höttinger mit Wauhti-Wiivan Celeborn, ÖGV (AT)

3. Dagmar Banarova mit Cir od Vrzalky, SKJ ZKZ SR (SK)

Trümmer-Weltmeister 1. Beatrix Belenyi mit Zen, FKI (HU) 2. Barbara Pietrusky mit Wanjeena‘s Birgit, DVG (DE)

Beatrix Belenyi mit Zen

3. Denis Laus mit T‘Sheeva de l‘Origine de Faucon Rouge, @fire (DE)

Team-Weltmeister 1.

FRF K9 (FI)

Das Team von FRF K9

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Marc Courtois, CSP France

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Internationaler Tag des Rettungshundes Der Internationale Tag des Rettungshundes ist eine von der IRO ins Leben gerufene Initiative, welche Rettungshundeorganisationen weltweit die Möglichkeit bietet, sich zu präsentieren und gleichzeitig einen Einblick in die wertvolle Arbeit mit Rettungshunden zu geben.

Seit 2008 steht jährlich der letzte Sonntag im April traditionell im Zeichen der Rettungshundearbeit. Am 28. April 2019 fand der Aktionstag nun mehr zum zwölften Mal statt. Unter dem Motto „365 Tage im Jahr einsatzbereit“ wurden auf der ganzen Welt Vorführungen, Informationsveranstaltungen und Probetrainings organisiert. Für die Zuseher war es eine einzigartige Gelegenheit, die Retter auf vier Pfoten und ihre Hundeführer hautnah in Aktion erleben zu dürfen.

FRF K9

Die Arbeit im Rettungshundewesen ist nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebensweise. Mehr als 1.000 Mal im Jahr rücken Teams der Internationalen Rettungshunde Organisation weltweit aus, um Leben zu retten. Sie finden Menschen, die unter Lawinen verschüttet wurden, suchen nach Kindern oder älteren Personen, die sich verlaufen haben. Manche Hunde gehen sogar in den internationalen Einsatz, nach großen Naturkatastrophen wie etwa einem Erdbeben oder einer Flutwelle.

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Cinofili Polizia di Stato

Mit dem Internationalen Tag des Rettungshundes geben wir Einblick in dieses bedeutende gesellschaftliche Engagement.

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Tag der offenen Tür: IRO Geschäftsstelle Anlässlich des „Internationalen Tag des Rettungshundes“ öffnete die IRO Geschäftsstelle in Salzburg am 26. April 2019 erstmals ihre Türen für eine breite Öffentlichkeit. Es war ein aufregender Tag mit spannenden Informationen für Groß und Klein.

Viele interessierte Besucher folgten der Einladung zum Tag der offenen Tür, um einen Einblick in die vielseitige und anspruchsvolle Arbeit von Rettungshunden zu erhalten. Zu diesem Zweck wurde der Garten der IRO Geschäftsstelle kurzfristig zu einem Aufgaben-Parkour mit verschiedenen Hindernissen, in welchem die Hunde vor den staunenden Besuchern ihr Können demonstrierten. Vor Ort agierten zwölf hochkarätige Rettungshundeteams aus Österreich und Japan, darunter der mehrfache Weltmeister Peter Schüler. Besonders angetan waren die Zuschauer von den Abseilübungen der Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg (LVHS) mit Junghündin Pepper. Der Präsident der Internationalen Rettungshunde Organisation Markus Bock moderierte die Veranstaltung, Geschäftsstellenleiterin Dr. Andrea Thuma führte durch das neu gestaltete IRO Haus. Neben Vertretern der Presse hatten sich auch zahlreiche Ehrengäste eingefunden, darunter der IRO Ehrenpräsident Wolfgang Zörner, der Vizebürgermeister der Stadt Salzburg Bernhard Auinger und der Veterinärdirektor des Landes Salzburg Josef Schöchl. Wir bedanken uns recht herzlich bei der Abteilung für Kultur, Bildung und Wissen der Stadt Salzburg für die Förderung der Veranstaltung.

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Einblicke in die Ausbildung

Wie wird man IRO Trainer? Eine häufig gestellte Frage, und daher Grund zum Anlass dieses spannende Thema näher zu beleuchten. Um nationaler IRO Trainer zu werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Es ist unter anderem erforderlich, Trainer in der eigenen NRO zu sein und mindestens zwei Prüfungen in den Kerndisziplinen der IRO in der höchsten Stufe zu haben (T-B, FL-B, F-B). Darüber hinaus muss jeder interessierte Hundeführer einen kynologischen Lebenslauf einreichen, in dem er seinen genauen Werdegang beschreibt. Sind all diese Unterlagen bei uns eingegangen, erfolgt die Prüfung auf Erfüllung der Voraussetzungen durch die IRO Lead Trainer. Ist diese erste Hürde geschafft, beginnt die Ausbildung zum nationalen IRO Trainer mit Modul I, welches vier Tage dauert. In diesem werden unter anderem die Themen Kommunikation, Lernverhalten des Hundes und der Aufbau der Trümmersuche vermittelt. Modul I schließt mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab. Wer diese besteht, darf das Modul II besuchen. Bei Modul II dreht sich alles um die Flächensuche, Anzeigearten, sowie um Gewandtheit und Unterordnung. Nach drei Tagen intensiver Schulung bekommen die Trainerkandidaten einen Monat Zeit, um sich auf die themenübergreifende praktische Prüfung vorzubereiten. Wird auch dieser Teil erfolgreich absolviert, steht einer Laufbahn als nationaler IRO Trainer nichts mehr im Wege.

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Für nationale IRO Trainer ist es anschließend möglich, als Co-Trainer eines Lead Trainers bei einer IRO Ausbildungsveranstaltung mitzuwirken, um so das eigene Wissen zu vertiefen und bei internationalen Trainings Erfahrungen zu sammeln. Nationale IRO Trainer werden zu IRO Trainerfortbildungen eingeladen, um stets auf dem neuesten Stand zum Thema Rettungshundeausbildung zu bleiben. Ziel der Garde nationaler IRO Trainer ist es, den Ausbildungsstandard in den eigenen NROs und ihrem Herkunftsland zu heben, um eine weltweit standardisierte Ausbildung unserer Rettungshunde zu ermöglichen.

Gemäß unseres Mottos „Set Standards. Save lives.” gilt es auch für internationale IRO Trainer, immer am Ball zu bleiben. So müssen internationale IRO Trainer mindestens alle drei Jahre die IRO Trainerfortbildung besuchen, über sehr gute Deutschoder Englischkenntnisse verfügen und aktiv einen Hund bei IRO Prüfungen führen, oder geführt haben. Internationale IRO Trainer sind darüber hinaus verpflichtet, sich aktiv und nach IRO Standards und Leitlinien an Wissensaufbau und -verbreitung innerhalb der IRO und der IRO NROs zu beteiligen.

Der nächste Schritt im IRO Trainersystem ist der zum internationalen IRO Trainer. Diese Trainer werden von der IRO weltweit als Instruktoren entsendet. Um internationaler IRO Trainer zu werden, muss zuvor mindestens einmal ein Lead Trainer bei einem IRO Training unterstützt und eine Trainerfortbildung besucht worden sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann eine begründete Empfehlung seitens der Lead Trainer über die Ernennung eines nationalen Trainers zum internationalen Trainer an den Vorstand ausgesprochen werden. Der Vorstand entscheidet über die Ernennung zum internationalen Trainer.

T-B

Höchste Prüfungsstufe – Trümmer

FL-B

Höchste Prüfungsstufe – Fläche

F-B

Höchste Prüfungsstufe – Fährte

IRO Jahresbericht 2019


IRO Trainer Ausbildung Modul I Vom 21. bis 24. November 2019 trafen sich 18 Trainer unserer NROs aus sechs Nationen in Wiener Neustadt (AT), um das Modul I der nationalen IRO Trainerausbildung zu absolvieren. Im Mittelpunkt dieses Moduls standen die Trümmerarbeit und das Lernverhalten des Hundes, sowie die Kommunikation des Trainers mit der Gruppe. Neben der Theorie stand vor allem viel praktische Arbeit auf dem Trümmergelände des RHVÖ auf dem Ausbildungsplan. Vielen Dank an Hermann Kranz und den RHVÖ, die das Gelände zur Verfügung gestellt haben. Nach drei fordernden Tagen, an denen die IRO Lead Trainer tatkräftig durch Vorträge von Andrej Zunic und Jeremias Janki unterstützt wurden, fand die theoretische und praktische Prüfung statt. Wir gratulieren allen Teilnehmern, die die Prüfung bestanden haben und freuen uns auf Modul II!

High five an alle Beteiligten!

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Stets einsatzbereit

Auf die Plätze, fertig, MRT! IRO Einsatztest für Flächensuche Wiener Neustadt / Hohe Wand (AT) Der 5. IRO Einsatztest (MRT) Fläche fand vom 22. bis 27. Mai 2019 in Wiener Neustadt / Hohe Wand (AT) statt und wurde von der IRO Mitgliedsorganisation Rettungshunde Verband Österreich (RHVÖ) ausgerichtet. 24 Teams aus neun Nationen – Italien, Kroatien, Dänemark Slowenien, Österreich, Ungarn, Belgien, Niederlande und Russland – stellten sich den Herausforderungen des IRO MRT Fläche. Unter ihnen waren fünf Teams, die ihre Einsatzfähigkeit in der Reklassifizierung verlängern wollten. Die Teams mussten zwei Tages- und eine Nachtsuche in sehr herausfordernden Suchgebieten bewältigen und darüber hinaus eine GPS und eine tierärztliche Aufgabe bestehen, um beim Einsatztest erfolgreich zu sein. Wir freuen uns sehr über die gelungene Reklassifizierung von vier Teams sowie das erfolgreiche Bestehen des MRT FL von zehn Teams. Das Organisationsteam des RHVÖ unter der Koordination von Charlotte Kranz hat großartige Arbeit geleistet. Wir gratulieren allen Teilnehmern und bedanken uns bei den Beurteilern sowie sämtlichen Helfern, ohne deren großen Einsatz ein MRT nicht möglich wäre, ganz herzlich.

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IRO Jahresbericht 2019


IRO Einsatztest für Trümmersuche Zagreb (HR) Zum allerersten Mal veranstaltete die IRO Mitgliedsorganisation Croatian Rescue Dog Association (CRDA) den herausfordernden IRO Einsatztest (MRT) Trümmer. Vom 16. bis 18. Oktober 2019 gingen in Zagreb (HR) 31 Teams von 16 nationalen Rettungshunde Organisationen aus acht Nationen (Dänemark, Italien, Kroatien, Österreich, Deutschland, Slowenien, Schweiz und Ungarn) an den Start – darunter fünf Teams, die ihre Einsatzfähigkeit in der Reklassifizierung verlängern wollten. Die Teilnehmer mussten zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit sein, um auf den sehr anspruchsvollen Schadstellen ihr Können zu beweisen. Darüber hinaus musste eine tierärztliche Übung erfolgreich absolviert werden. Wir freuen uns sehr über vier erfolgreiche Reklassifizierungen, sowie elf weitere Teams, die sich nun „IRO einsatzfähig in der Trümmersuche 2019“ nennen dürfen.

Fotos: JDarja

Das Organisationsteam von CRDA unter der Koordination von Vedran Babić hat tolle Arbeit geleistet. Wir gratulieren allen Teilnehmern zu der großartigen Leistung und bedanken uns vielmals bei den Beurteilern sowie allen Helfern.

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365 Tage im Jahr einsatzbereit

IRO Einsatztest für Trümmersuche Nantou County (TW) Nantou County (TW) war nach 2017 bereits zum zweiten Mal Austragungsort des IRO Einsatztests (MRT) Trümmer in Asien. Dieser wurde vom 05. bis 07. November 2019 von der IRO Mitgliedsorganisation Taiwan Special Search and Rescue Team (TSSRT) ausgerichtet. 18 Teams aus Taiwan und Japan – darunter vier Teams, die ihre Einsatzfähigkeit in der Reklassifizierung verlängern wollten – kamen nach Nantou County. Die Schadstellen am MRT-Gelände, die zum Teil tatsächliche Ruinen des Erdbebens vom September 1999 sind, boten den Teams perfekte Voraussetzungen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Wir freuen uns sehr, dass sich nun insgesamt sieben Teams „IRO einsatzfähig in der Trümmersuche 2019“ nennen dürfen, wovon einem Team die Reklassifizierung gelungen ist. Wir gratulieren herzlich.

Fotos: TSSRT

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Zertifizierte & rezertifizierte Rettungshundeteams – FLÄCHE Ida Bårris mit Sostack’s Ori, RDA (DK) Hermann Kranz mit Enzo vom schwarzen Habicht, RHVÖ (AT) Claudia Krhla mit Brisko le petit Esprit, JUH (AT) Borut Modic mit Ray of Light, EVRPL (SI) Walter Rammerstorfer mit Unja von der Wenzelskirche, SVÖ (AT) Uroš Sečkar mit Capone, ERPS (SI) Marco Schmitt mit Apollo vom Schopperweg, RHVÖ (AT) Raffaele Luca Telese mit Arrack’s Home Pepsi, KVRPP (SI) Cara Tutschek mit Fini die vom Ennstal, SKV-KHD (AT) Sava Zibler mit Wildclover’s Boundless Joy, EVRPL (SI)

Laszlo Balazs mit Symba, PMA (HU) – Reklassifizierung Matjaz Bolka mit Colorful Iris, KVRPK (SI) – Reklassifizierung

Beurteiler-Training 2019 Bereits zum dritten Mal veranstaltete die IRO vom 27. bis 28. April 2019 das Beurteiler-Training. IRO Beurteiler aus sechs Nationen fanden sich am Gelände des Tritolwerks in Eggendorf (AT) ein – neben Beurteilern aus Japan, den Niederlanden, Slowenien und Österreich waren auch Gäste aus Australien und Taiwan zu der besonderen Fortbildung gekommen. Die Teilnahme ist für alle IRO Beurteiler in einem Dreijahresrhythmus verpflichtend und bietet den Beteiligten optimale Voraussetzungen, um ihr Verständnis für das IRO MRT Trümmer Beurteilersystem – sowohl in Theorie (Vorträge und Diskussionen) als auch in der praktischen Sucharbeit – zu vertiefen. Zusätzlich zu administrativen Informationen und einer tierärztlichen Schulung ist der persönliche Austausch zwischen den Beurteilern aus aller Welt ein wichtiger Teil dieses Trainings. Die regelmäßige Teilnahme gewährleistet eine bestmögliche Unterstützung der Beurteiler bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe.

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Roman Starman mit Think twice Pump up the Jam, DRPB (SI) – Reklassifizierung Tomislav Zdencar mit Mawlch Witch, KOSSP (HR) – Reklassifizierung

Zertifizierte & rezertifizierte Rettungshundeteams – TRÜMMER Tomislav Zdencar mit Mawlch Witch, KOSSP (HR) Igor Goreta mit Django, KOSSP (HR) Diána Pinkóczi mit Elsamere Nasiir Kevlar, Paw in Hands (HU) Viktória Orosz mit Never Never Land N‘enter the Ninja, Paw in Hands (HU) Beatrix Belényi mit Zen, FKI (HU) Sarolta Leczki mit Karma, FKI (HU) Matteo Romano mit You Dinamite Ballacoilupi, La Piota (IT) Raffaele Luca Telese mit Arrack’s Home Pepsi, KVRPP (SI) Luca Migliavacca mit Xavier, XRD Italy (IT) Anna Maria Bellenzier mit Venere, XRD Italy (IT) Dejan Osolnik mit Bolt Jutta’s Point, KVRPK (SI) Chin-Lung Chung mit Eva, TSSRT (TW) Yann-Hwang Liu mit Kathy, TSSRT (TW) Yu-Pin Tseng mit Paul, TSSRT (TW) Ying-Jui Lai mit Kenna, TSSRT (TW) Kuo-Chih Ling mit Beta, TSSRT (TW) Hidehiro Murase mit Bunjiro de la Bruyere Blanche, RDTA (JP)

Denis Laus mit T‘Sheeva de l‘Origine de Faucon Rouge, @fire (DE) – Reklassifizierung Tilen Škraba mit Dakota Spirit FlatXP (Ilvie), ERPS (SI) – Reklassifizierung Claudio Bötschi mit Tschinni, HSF (CH) – Reklassifizierung Andrej Zunic mit Blisk Juttas Point, KVRPK (SI) – Reklassifizierung Chun-Shen Li mit Tie-Shiung, TSSRT (TW) – Reklassifizierung

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Die Kompetenz Rettungshund

Wussten Sie, dass ... Zehn wissenswerte Fakten über Rettungshundearbeit Aufgeschlossen, gehorsam & lernfreudig. Grundsätzlich kann fast jeder Hund unabhängig von Rasse zum Rettungshund ausgebildet werden. Er muss gesund, belastbar, lernwillig, nervenstark und an der Lösung von Aufgaben interessiert sein. Darüber hinaus sollte der Hund von mittlerer Größe sein und über ein nicht zu hohes Eigengewicht verfügen, da er streckenweise von seinem Hundeführer getragen werden muss.

Rettungshundearbeit ist Teamarbeit. Zusammen mit seinem Hundeführer bildet der Rettungshund ein eng aufeinander abgestimmtes Einsatzteam. Gegenseitige Unterstützung und Vertrauen während der Ausbildung und im Einsatzfall sind unabdingbar in der Rettungshundearbeit. Der Hundeführer muss physisch und psychisch belastbar sein, Einfühlungsvermögen in den Hund besitzen, über Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit verfügen sowie die Körpersprache des Hundes richtig deuten können. Sachkenntnis zu den Themen Erste Hilfe Mensch und Hund sowie Einsatzlogistik sind ebenfalls erforderlich.

Ausbildung zum Lebensretter. Von der Internationalen Rettungshunde Organisation ausgebildete Einsatzteams haben eine zwei- bis dreijährige intensive Ausbildung hinter sich – sowohl die Hunde als auch ihre Hundeführer. Junghunde beginnen spielerisch mit leichten Such- und Anzeigeübungen, während sich erfahrene Hunde komplexen Szenarien in Sachen Nasen- und Gehorsamsarbeit sowie Gewandtheit stellen müssen. Unter Gewandtheit ist die Fähigkeit des Hundes zu verstehen, sich auf schwierigem Untergrund, der auch instabil sein kann, ruhig fortzubewegen und Hindernisse eigenständig zu überwinden.

600 Trainingsstunden pro Jahr. Rettungshundearbeit ist ein zeitaufwändiges, aber erfüllendes Ehrenamt. Durchschnittlich sind in manchen Monaten bis zu 50 Trainingsstunden zu leisten, um den hohen Ausbildungsstand aufrechtzuhalten. Begonnen wird die Ausbildung der Hunde oft schon ab einem Alter von acht Wochen. Die Kosten für die mindestens zweijährige Ausbildung eines einzigen Rettungshundes belaufen sich auf etwa 20.000 Euro.

Freizeit von Rettungshunden. In der Freizeit dürfen die Hunde ganz Hund sein: lange Spaziergänge im Grünen, Löcher in den Sand buddeln, schwimmen oder faul in der Sonne liegen und gar nichts tun. Natürlich werden sie auch in kleinem Maße beschäftigt, das fordern sie auch ein. Aber grundsätzlich gilt: Freizeit muss Freizeit bleiben und die Hunde sollen zur Ruhe kommen können. Ein gesundes Verhältnis von Arbeit und Erholung ist vor allem für Rettungshunde sehr wichtig.

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220 Millionen Riechzellen. Hunde besitzen etwa die 40-fache Anzahl an Riechzellen im Vergleich zu uns Menschen und sind somit aufgrund ihres ausgeprägten Geruchssinns unersetzliche Helfer bei der Vermisstensuche oder Bergung von verschütteten Personen. Mit etwa 220 Millionen Riechzellen kann ein erfahrener Lawinen- oder Trümmersuchhund Personen bis zu zehn Meter tief orten und anzeigen. Ein ausgebildeter Flächensuchhund kann menschliche Witterung in bis zu 200 Meter Entfernung ausmachen. Er ist damit der modernen Technik und dem Menschen weit überlegen.

Rasche Hilfe. Wenn Unfälle oder Katastrophen passieren und Menschen in Not geraten, sind professionell ausgebildete Rettungshundeteams oftmals die einzige Hoffnung. Meist handelt es sich bei den Einsätzen um Suchaktionen nach Abgängigen – häufig älteren, dementen oder suizidgefährdeten Personen oder Kindern. Während menschliche Sucheinheiten mehrere Stunden benötigen, um ein großflächiges Gebiet abzusuchen, braucht der Hund dank seiner feinen Spürnase manchmal nur wenige Minuten bis zum Fund.

6 Disziplinen, 1 Ziel – Leben retten. Die Internationale Rettungshunde Organisation bildet Rettungshunde in den Disziplinen Fährten-, Flächen-, Lawinen,Trümmer- und Wassersuche sowie Mantrailing aus.

365 Tage im Jahr einsatzbereit. Die mehr als 120 Mitgliedsorganisationen der Internationalen Rettungshunde Organisation stehen rund um die Uhr 365 Tage im Jahr zur Verfügung.

Wohlverdienter Ruhestand. Im Alter lässt, wie auch beim Menschen, die Leistungsfähigkeit nach und es zeigen sich altersbedingte Einschränkungen. Hier ist der Hundeführer gefragt, den Hund entsprechend seiner altersbedingten und körperlichen Verfassung einzusetzen oder ihn aus dem Einsatzgeschehen herauszunehmen und ihn nur noch im Training dosiert und altersgerecht arbeiten zu lassen. Wichtig ist, die Hunde nicht von einem Moment auf den anderen aus der Arbeit zu nehmen. Die Aufgabe als Rettungshund ist und war stets ihr Leben und sie müssen wie ein Hochleistungssportler abtrainieren beziehungsweise ihrem Alter entsprechend beschäftigt werden.

Gleich jetzt spenden, denn jeder Beitrag kann helfen, Menschenleben zu retten.

Sie möchten uns unterstützen? Scannen Sie diesen QR Code oder besuchen Sie uns auf www.iro-dogs.org

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Vom Welpen zum Helden Ausbildung eines Rettungshundes Golden Retriever Ray of Light erblickte am 25. Mai 2011 das Licht der Welt. Für seinen Besitzer Borut Modic, ein erfahrener Hundeführer unserer Mitgliedsorganisation Enota vodnikov reševalnih psov Ljubljana (EVRPL) in Slowenien, war relativ schnell klar, dass Ray of Light die Veranlagung zum Rettungshund hat. Borut züchtet selbst und hat so die Möglichkeit, die Entwicklung seiner Welpen vom ersten Tag an aufmerksam zu verfolgen. „Du kannst die Unterschiede sehr schnell feststellen“, sagt Borut über die Entwicklung der Welpen. Die für ihn wichtigsten Eigenschaften eines Rettungshundes sind: Neugier, Mut, Ausdauer, Bewegungsdrang sowie ein ausgeprägter natürlicher Futtertrieb. Ray of Light brachte all diese Charakteristika mit. Er sah Futterbelohnungen als Motivation und spielte, während seine Geschwister schliefen. Dank seiner Abenteuerlust stellte er sich stets als Erster furchtlos sämtlichen Hindernissen, die Borut für den Wurf testweise aufgebaut hatte. Und bereits als Welpe zeigte der Rüde große Loyalität gegenüber seinen Menschen. Mit zwei bis drei Spieleinheiten täglich in einem Umfang von jeweils fünf Minuten hat für Ray of Light das Rettungshundetraining bereits in den ersten Lebenswochen begonnen. „Damit sammelt der Hund positive Lernerfahrungen und zudem werden die Instinkte angeregt, die in folgenden Ausbildungsschritten genutzt werden“, beschreibt Borut den Trainingsweg. Das positive Erlebnis ist für den jungen Hund dabei das Wichtigste. Der langjährige Hundeführer verfolgt in der Ausbildung seiner Hunde die Prämisse: Besser keine Erfahrung als eine negative Erfahrung. Ziel der Ausbildung ist, dass das Suchen zum Spiel wird. Die ersten Trainingseinheiten werden demnach spielerisch durchgeführt. Zur Motivation setzt Borut unterschiedliche Mittel wie Futter, Spielzeug oder Apportieren ein. So weiß der Hund nie, was er erwarten kann und das Motivationslevel bleibt konstant hoch. Ab dem 6. Lebensmonat wird die Häufigkeit der Trainingseinheiten reduziert, dafür jedoch der Schwierigkeitsgrad gesteigert.

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IRO Jahresbericht 2019


Fotos: Borut Modic / EVRPL

Such- und Rettungshundearbeit ist mehr als Hundetraining, es ist ein Lebensstil.

“ IRO Jahresbericht 2019

Als erwachsener und ausgebildeter Rettungshund trainiert Ray of Light aktuell noch zweimal die Woche. Darüber hinaus finden über das Jahr hinweg immer wieder intensive Trainingscamps im Umfang von zwei bis fünf Tagen statt. Zudem absolvierte das Rettungshundeteam bisher bereits zahlreiche Internationale IRO Prüfungen, Teambewerbe und Einsatztests (MRTs) in den Bereichen Fläche und Trümmer. Nach intensiver zweijähriger Ausbildung ist Ray of Light seit dem 31. Mai 2013 ein ausgebildeter Rettungshund in den Bereichen Fläche, Lawine und Trümmer. Seither hat der Lebensretter auf vier Pfoten etwa 50 Einsätze absolviert, viele davon mit einem glücklichen Ende. „Ich sehe die Suche nach einer vermissten Person nie als Erfolg eines Einzelnen, sondern immer als Teamleistung“, so Borut über die Arbeit als Mitglied der Rettungshundestaffel EVRPL. „Nichtsdestotrotz ist es ein unbeschreibliches Gefühl, wenn der eigene Hund die vermisste oder verunglückte Person gefunden hat. Große Erleichterung, Zufriedenheit und eine unglaubliche Ruhe stellen sich ein – ein wahres Wechselbad der Gefühle.“ Ray of Light bekommt nach jedem Sucheinsatz seine verdiente Belohnung.

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Finanzen

IRO Finanzbericht Dank der harten Arbeit und Großzügigkeit so vieler, war 2019 ein erfolgreiches Jahr für die Internationale Rettungshunde Organisation. Während die Spendeneinnahmen in den letzten Jahren rückläufig waren, konnten wir 2019 wieder mehr Spenden einnehmen und dadurch unseren Mitgliedsorganisationen mehr Fördermittel zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht uns, das hohe Niveau der Ausbildung von Rettungshunden aufrechtzuerhalten. Positive Auswirkung auf die erneute Steigerung der Spendeneinnahmen hatte sicherlich, dass wir Ende 2018 den Status der Spendenabsetzbarkeit in Österreich erhielten. Das

Erreichen der Spendenabsetzbarkeit war für den Vorstand ein Fokusthema. Es ist eine weitere Anerkennung der Qualität unserer Arbeit. Wichtige Schritte in diesem Zusammenhang waren mit Sicherheit auch die Intensivierung der Spenderbetreuung durch Mitarbeiter der IRO Geschäftsstelle sowie die Ausweitung unserer Kommunikationsmaßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen lassen uns auf eine weiterhin positive Tendenz in den nächsten Jahren hoffen.

Charlotte Kranz Finanzreferentin

Einnahmen im Vergleich 2018/2019 73.679

2018 2019

43.923

Angaben in Euro

48.036

38.157

NRO Beitragsgebühren Finanzerträge Sonstige Einnahmen Teilnahme- & Veranstaltungsgebühren

24.555 14.300 13.200

NRO Beitragsgebühren

17.056

Finanzerträge

Sonstige Einnahmen

Teilnahme- & Veranstaltungsgebühren

756.198 838.162

Spenden 881.246

Einnahmen gesamt

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986.020

IRO Jahresbericht 2019


Weiters konnten wir bereits das dritte Jahr in Folge steigende Einnahmen durch Teilnahmegebühren verzeichnen. Dies zeigt eine wachsende Beliebtheit des Trainingsangebots (Kurse, Module, etc.) der Internationalen Rettungshunde Organisation. Bedeutend in diesem Zusammenhang ist die kontinuierliche Ausund Weiterbildung des IRO Stabs – Trainer, Richter und Beurteiler. Für eine langfristige finanzielle Stabilität wird es immer bedeutender, neben gewohnten Wegen der

Mittelgenerierung (Privatspenden, Sponsoring und Teilnahmegebühren) auch neue Fundraisingpfade zu beschreiten. Gleichzeitig wollen wir ergänzende Einkunftsmöglichkeiten, auch in den Ländern unserer Mitgliedsorganisationen, erschließen.

Dieser Mix aus Bewährtem und Neuem soll, wie schon in der Vergangenheit, auch weiterhin die Arbeit der Internationalen Rettungshunde Organisation und somit das globale Engagement unserer Mitgliedsorganisationen in der Rettungshundearbeit langfristig sicherstellen.

Daher sind weitere Schritte und Investitionen, wie beispielsweise in Kooperationen sowie Marketing, in den Webshop, in neue Formate der Aus- und Weiterbildung, und in die Spenderbetreuung und -gewinnung geplant.

Mittelverwendung im Vergleich 2018/2019 1.000.000 €

945.688,97 €

954.132,60 €

800.000 €

600.000 €

400.000 €

200.000 €

0€ 2018

2019

Leistungen für statutorisch festgelegte Zwecke » Fördergelder und Unterstützung Mitgliedsorganisationen » Trainings- und Prüfungsveranstaltungen

Sonstige Ausgaben

Verwaltungsaufwand » Personal » Betriebskosten Trainingsanlage & Geschäftsstelle

Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising

IRO Jahresbericht 2019

Steuer- und Rechtsberatung, Übersetzungen

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Was kostet eine IRO Prüfung? „Veranstaltungen wie internationale IRO Prüfungen, Einsatztests und die WM bieten unseren Mitgliedern die Gelegenheit, den Ausbildungsstand ihrer Rettungshunde auf weltweit einheitlichem Niveau zu testen. Sie stellen auch einen wichtigen Teil des Budgets der Internationalen Rettungshunde Organisation dar. Daher bilden wir in dieser Ausgabe des Jahresberichts die Kosten einer IRO Prüfung beispielhaft ab.“ – Charlotte Kranz, Finanzreferentin IRO Prüfungen qualifizieren Rettungshunde in einer der sechs Sparten Fährten-, Flächen-, Lawinen,Trümmer- und Wassersuche sowie Mantrailing und bieten die Möglichkeit zum internationalen Vergleich. Um die hohen Qualitätsansprüche der IRO sicherzustellen, werden pro Prüfung ein bis drei speziell geschulte Leistungsrichter zur Abnahme der jeweiligen Prüfung entsandt. Pro Jahr finden rund 30 IRO Prüfungen weltweit statt. Die Darstellung zeigt die Kosten einer IRO Prüfung im Detail. Über diese direkten Kosten hinaus ist noch der Aufwand für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer solchen Veranstaltung zu berücksichtigen. Dieser ist sowohl für die durchführende Organisation als auch die IRO ebenfalls kostenund zeitintensiv.

Durchschnittliche Kosten einer IRO Prüfung 2017-2019:

2.500,00 €

38

3%

16 % 55 % 26 %

Reisekosten IRO Leistungsrichter (Taggeld) Übernachtungskosten Diverses (Büromaterial, Branding, Ausdrucke, etc.)

IRO Jahresbericht 2019


IRO Leistungsbericht Globales Netzwerk. Geballte Kompetenz. Die IRO bietet ihren Mitgliedsorganisationen ganzjährig die Möglichkeit, ihre Kompetenzen und Qualitäten bei Prüfungen, Einsatztests und Wettbewerben unter Beweis zu stellen. Nach einem strikten Leistungsprinzip werden die IRO Fördermittel an die NROs ausgeschüttet. So wird sichergestellt, dass IRO Fördergelder zweckgebunden verwendet und entsprechend den hohen Qualitätsansprüchen der IRO eingesetzt werden. Die Weltkarte veranschaulicht anhand von IRO Points die erbrachte Leistung eines Landes innerhalb eines Jahres. Berücksichtigt werden dabei sämtliche positive Ergebnisse aus Einsatztests, Prüfungen, Mannschaftswettbewerben sowie der Weltmeisterschaft.

über 400 IRO Points 150–400 IRO Points bis 150 IRO Points

123 Mitgliedsorganisationen. 42 Länder. Fünf Kontinente. Ein gemeinsames Ziel: Leben retten. IRO Jahresbericht 2019

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Vielen Dank!

Ihr Engagement hilft, Menschenleben zu retten. Bitte unterstĂźtzen Sie uns auch weiterhin.

Spendenkonto Internationale Rettungshunde Organisation Raiffeisenbank Peuerbach IBAN: AT45 3444 2002 0000 1354 BIC: RZOOAT2L442

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IRO Jahresbericht 2019  

Jahresbericht der Internationalen Rettungshunde Organisation (IRO), mit spannenden Einblicken in die Ausbildung der Rettungshunde, die ungla...

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