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Internationale RETTUNGSHUNDE ORGANISATION

JAHRESBERICHT

2017


Inhalt 03

Editorial

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Die IRO stellt sich vor

von IRO Präsident Markus Bock

IRO Mitglieder weltweit Der IRO Vorstand Die IRO Geschäftsstelle (Salzburg/Österreich)

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¡Hola! IRO-Mitglied RESCATE K-SAR

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Ausbildung, Prüfungen, Wettbewerb & Kurse

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Ausbau der Trainingsanlage

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IRO Termine 2017 im Überblick

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Veranstaltungen 2017 im Fokus

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IRO Teams im Einsatz

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IRO und INSARAG – eine starke Partnerschaft

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So setzt die IRO Standards

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Der IRO Finanzbericht

IRO-Deputierter Francisco Gomez von der “Fundacion para la Gestion del Riesgo RESCATE K-SAR” im Interview

IRO Internationale Rettungshunde Organisation

T.: +43 662 82 65 26 - 0 F.: +43 662 82 65 26 - 20

Moosstr. 32 5020 Salzburg, AUSTRIA

office@iro-dogs.org www.iro-dogs.org


Vielen Dank Liebe Rettungshundeführer, geehrte Unterstützer der internationalen Rettungshundeorganisation, vor mittlerweile 25 Jahren wurde als Reaktion auf das schreckliche Erdbeben von Armenien 1986 die Internationale Rettungshunde Organisation gegründet. Eine Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, für verschiedenste Fälle bestausgebildete Rettungshundeteams zur Verfügung zu stellen. Dieses Ziel hat sich über die letzten 25 Jahre zu einer Erfolgsgeschichte gemausert; begann die IRO in ihrer Gründungszeit hauptsächlich mit europäischen Partnern zu arbeiten, hat sie sich im Laufe der Zeit in eine wahrhaftig internationale Organisation entwickelt. Aufgrund der rasanten Entwickung der IRO sind innerhalb der Organsation neue Wege zu beschreiten, die dieser Internationalität auch Rechnung tragen. Seitens ihrer Organisationsstruktur ist die IRO neu auszurichten, wobei natürlich Bewährtes nicht über Bord geworfen werden soll, sondern mit Maß und Ziel die Organisation so weiter zu entwickeln ist, dass sie die selbst gesteckten Ziele auch in Zukunft erfüllen kann. Ich bin als Präsident der IRO dankbar, dass sowohl innerhalb des Vorstandes als auch durch die Mitgliedsorganisationen dieser Weg mitgetragen, Kritik sachlich und konstruktiv angebracht wird und damit weitgehend konsensual die Entwicklung der IRO vorangetrieben werden kann. Im Zentrum dieser Entwicklung soll natürlich die Effizienz in Ausbildung und Einsatz stehen. Gerade im Bereich der Vorbereitung zum Einsatz sind bestehende Wege und Strukturen zu überdenken, neu zu beurteilen und eventuell zu überarbeiten. Auch hinsichtlich der Aufbringung der finanziellen Mittel wurden bereits erste Überlegungen angestellt, der IRO zumindest ein zweites Standbein zu geben. Ein Shop, der sowohl für Rettungshundeführer als auch für andere Einsatzkräfte und natürlich für Förderer ein attraktives Angebot stellt, ist zur Zeit in Entwicklung. Dies läuft Hand in Hand mit der Neugestaltung der IRO Webseite, welche nunmehr seit einem halben Jahr online ist und bis jetzt durchwegs positive Rückmeldungen erzielt hat. Gerade ein professioneller Internetauftritt wie auch die Präsenz in sozialen Medien stellen heute mehr den je ein absolutes Muss dar und tragen wesentlich zur Finanzierung der Organisation bei. Dies war auch der Grund, eine weitere Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle in Salzburg zu beschäftigen. Ein Jahresbericht dient aber neben der Möglichkeit einen Ausblick auf die Zukunft zu geben auch dem Zweck, das vergangene Jahr zu beleuchten. Als Highlight möchte ich die 23. IRO WM in Ebreichsdorf herausheben. Eine Veranstaltung, die hinsichtlich ihrer Gestaltung und Professionalität in der Durchführung keine Wünsche offenließ. Es ist mir ein tief empfundenes Bedürfnis, mich beim ÖGV auch auf diesem Weg noch einmal herzlich zu bedanken. Abschließend möchte ich mich bei Ihnen, geschätzte Rettungshundeführer und Förderer der IRO, für Ihren unermüdlichen Einsatz bedanken, und hoffe auch in Zukunft auf Sie zählen zu können. Wie oben dargestellt liegt ein langer Weg vor uns. Ich bin aber überzeugt, dass wir auch alle Schwierigkeiten, die möglicherweise auf uns zukommen, bewältigen werden. Dies kann nur in Zusammenarbeit mit Ihnen erfolgen. Ich ersuche Sie, der IRO auch weiterhin die Treue zu halten und die Organisation auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen. Mit respektvollen Grüßen

Markus Bock Präsident des IRO Vorstands

IRO Jahresbericht 2017

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IRO Mitglieder weltweit

117 nationale Mitgliedsorganisationen aus

42 Ländern

Seit ihrer Gründung ist die IRO stetig gewachsen und zählte mit 31.12.2017 insgesamt 117 nationale Rettungshundeorganisationen in 42 Ländern weltweit. Die Vielfalt der unterschiedlichen Organisationen erstreckt sich von kleinen Vereinen bis hin zu professionellen, staatlich geführten und eingebundenen Fachorganisationen.

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AMERIKA Argentinien Brasilien Chile Kanada Kolumbien Mexiko Uruguay USA

Seit 2017 dürfen wir auf drei weitere hochspezialisierte Mitgliedsorganisationen vertrauen: »» Društvo reševalnih psov Nova Gorica – DRPNG (SI) »» Društvo enota vodnikov reševalnih psov Ljubljana – EVRPL (SI) »» Sirius, z.s. (CZ)

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EUROPA

ASIEN

Belgien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Italien Kroatien Niederlande Norwegen Österreich Polen Rumänien Schweden Schweiz Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Türkei Ukraine Ungarn Vereinigtes Königreich

China Japan Malaysien Russland Saudi Arabien Südkorea Taiwan Thailand Vereinigte Arabische Emirate

AFRIKA Südafrika

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AUSTRALIEN

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Ehre, wem Ehre gebührt Die weltweit ambitioniertesten Länder 2017 Die IRO bietet ihren Mitgliedsorganisationen ganzjährig die Möglichkeit, ihre Kompetenzen und Qualitäten bei Prüfungen, Einsatztests und Wettbewerben unter Beweis zu stellen. Nach einem strikten Leistungsprinzip werden die IRO Fördermittel an die NROs ausgeschüttet. So wird sichergestellt, dass IRO Fördergelder zweckgebunden verwendet und entsprechend den hohen Qualitätsansprüchen der IRO eingesetzt werden.

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Assoziierte Mitgliedsorganisationen

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Im zweijährigen Rhythmus erfolgt die Einstufung der IRO Mitgliedsorganisationen. Dabei wird anhand der geforderten Kriterien geprüft, ob es sich bei der jeweiligen Organisation um eine nationale Rettungshunde-Einsatzorganisation, eine nationale Rettungshundeführende Organisation oder eine assoziierte Mitgliedsorganisation handelt. Mit Abschluss der Prüfung 2017 gliedert sich die IRO in:

Nationale Rettungshundeführende Organisationen

*Die IRO-Points dienen der Veranschaulichung erbrachter Leistungen eines Landes innerhalb eines Jahres. Die Anzahl der IRO-Points errechnet sich auf Basis des Verteilungsschlüssels, der auch bei der Fördergeldberechnung zur Anwendung kommt.

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Nationale Rettungshunde Einsatzorganisationen

über 400 IRO-Points* 150-400 IRO-Points* bis 150 IRO-Points*

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Der IRO Vorstand Als Führungsorgan erfüllt der Vorstand der IRO die Aufgaben der Satzung, der Ordnungen und der Beschlüsse der Delegiertenversammlung. Der Präsident vertritt die IRO nach innen und außen und bildet mit den beiden Vizepräsidenten das Präsidium. Die Referatsleiter sind verantwortlich für Agenden rund um Einsatzfragen, die Ausbildung und Leistungsrichter, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Finanzen. Einberufene Stellvertreter ergänzen und unterstützen die Vorstandsmitglieder in ihrer Arbeit.

1. Vizepräsidentin

2. Vizepräsident

Einsatzreferent

Ida Bårris - DK

Dr. vet. med. Vedran Babić - HR

Denny Stübling - DE

Ida Bårris hat viel Erfahrung in der Ausrichtung von Großveranstaltungen und organisierte sehr erfolgreich die 21. IRO-Weltmeisterschaft der Rettungshunde in Ålborg (DK). Als zertifizierte IRO-Trainerin leistet sie einen wertvollen Beitrag für die Organisation.

Praktizierender Veterinärmediziner, USAR-Team-Mitglied, IRO-Trainer und erfolgreicher Absolvent von zahlreichen IRO Wettbewerben, Prüfungen und Trainings - Vedran Babić darf zurecht als Experte und authentischer Vertreter der IRO-Standards bezeichnet werden.

Mit seinem äußerst vielseitigen Background in den Bereichen der Suchhundearbeit und Gefahrenabwehr erfüllt Denny Stübling nicht nur wegen seiner zahlreichen Einsätze, sondern auch aufgrund seiner USAR Expertise alle Anforderungen, die seine Position mitbringt.

Deputierter Asien Hidehiro Murase - JP Deputierter Lateinamerika Francisco Gómez - CO

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Stellvertretende Einsatzreferentin Linda Hornisberger - CH

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Präsident Markus Bock - AT Als Sen. Instruction Officer USAR Austrian Armed Forces und Team Leader der “Austrian Forces Disaster Relief Unit” (AFDRU) konnte Markus Bock seine Expertise bereits bei zahlreichen Einsätzen, wie z.B. in der Türkei, im Iran oder in Sri Lanka unter Beweis stellen. Als IRO Delegierter kooperiert er eng mit der INSARAG und arbeitet mit der DACH-Arbeitsgruppe zur Rettungshundeplanung zusammen. Mit Markus Bock hat die Internationale Rettungshunde Organisation einen ausgewiesenen Experten im Katastropheneinsatz an Bord.

Öffentlichkeitsreferent

Finanzreferentin

Daniel Sedlák - CZ

Vedran Vukomanović - HR

Charlotte Kranz - AT

Der internationale IRO und FCI Richter Daniel Sedlák gibt bereits seit 2000 sein Wissen an die IRO-Mitglieder weiter. Doch nicht nur in der Theorie glänzt der Ausbildungsreferent. Daniel Sedlák konnte sein Know-how bereits bei zahlreichen nationalen und internationalen Einsätzen unter Beweis stellen.

Vedran Vukomanović verfügt neben seiner langjährigen Erfahrung als aktiver Hundeführer über hohe Kompetenz in den Bereichen Marketing, Eventmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Den kreativen Denker zeichnen vor allem seine Expertise in New/Social Media und seine hervorragenden Kontakte im Medienumfeld aus.

Die MRT-zertifizierte IRO-Richterin und Beurteilerin für AFDRU Rettungshunde ist im Bereich der Flächensuche nicht nur in Österreich aktiv. Der Umgang mit Zahlen ist ihr als Finanzexpertin ein Leichtes. Sie verantwortet die finanziellen Angelegenheiten der IRO.

Ausbildungsreferent

Stellvertretende Ausbildungsreferenten Arnold Landauer - AT Jerneja Ternovec - SI

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Stellvertretende Finanzreferentin Monja Raich - AT

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Generalsekretär Mag. Gunter Schobesberger, LLM.oec. Als Wirtschafts- und Rechtsexperte leitet Gunter Schobesberger die IRO-Geschäftsstelle. Seine Aufgaben sind sowohl die operative als auch die strategische Leitung und Ausrichtung der Organisation. Damit einhergehend fallen alle Geschäftsführungsagenden in seinen Verantwortungsbereich.

Office & Donor Management

Ausbildungsreferat

Dipl.-Ing. (FH) Kathrin Schiestl

Dr. Andrea Thuma

Organisationstalent und Medientechnikerin Kathrin Schiestl ist die zentrale Anlaufstelle für alle Anliegen der NROs und sonstiger Interessenten. Sie ist zuständig für Büromanagement, Mitgliedschaftsanträge, Shopbestellungen, die Betreuung der Förderer und die IRO-Trainingsanlage.

Als studierte Politikwissenschaftlerin und erfahrene Bildungs- und Projektreferentin konnte sich Andrea Thuma umfangreiche Erfahrung im Ausbildungs- und Veranstaltungsbereich aneignen. Sie verantwortet das IRO-Ausbildungsprogramm und damit sämtliche Prüfungen, Kurse und Veranstaltungen.

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Die IRO Geschäftsstelle Die IRO Geschäftsstelle wurde zur organisatorischen und inhaltlichen Unterstützung des Vorstandes und der Delegierten in Salzburg (AT) eingerichtet. Die Geschäftsstelle setzt sich aus einem interdisziplinären Team von Rechts-, Wirtschafts-, Politik-, Kommunikations-, Medien- und Sportexperten zusammen. Die Geschäftsstelle ist Anlaufstelle für Anfragen und NROs, Kommunikationsleitstelle, wickelt Fördereranliegen ab, verwaltet die Spendengelder und nimmt sich der Organisation der Ausbildungsprogramme, Module, Prüfungen und Zertifizierungen, sowie der Repräsentation nach innen und außen an.

Einsatzreferat Agnes Kraushofer, MA Österreich, Niederlande, Kanada Agnes Kraushofer, verfügt über umfangreiche internationale Erfahrung im Bereich Tourismusmanagement und Freizeitwirtschaft. Sie ist die Expertin für das IRO-Modulsystem und Großveranstaltungen wie MRT und laufende Entwicklungen des Einsatzreferates.

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Referat für Marketing / PR

IRO Trainee

Adelheid Rainer, MA

Luise Badergruber, BA

Corporate Identity, Marketing und PR - das sind die Spezialgebiete der studierten Design- und Produktmanagerin, Adelheid Rainer. Sie trägt die Verantwortung für die Marketingagenden, die Presse- und Eventbetreuung der IRO.

Als Studentin der Kommunikationswissenschaft verfügt Luise Badergruber über ein weites Kompetenzfeld. Vor allem im Einsatz-, Ausbildungs- und Öffentlichkeitsreferat bringt sich die engagierte Oberösterreicherin tatkräftig ein.

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¡Hola! IRO-Mitglied RESCATE K-SAR IRO-Deputierter Francisco Gomez der „Fundacion para la Gestion del Riesgo RESCATE K-SAR” im Interview Schon seit Jahren engagiert sich Francisco Gomez, Präsident von der „Fundacion para la Gestion del Riesgo RESCATE K-SAR” (RESCATE K-SAR) und IRO-Deputierter für Amerika, für höchste Qualitätsstandards bei der Ausbildung von Rettungshunden. Seit 2004 ist seine Organisation RESCATE K-SAR Mitglied der Internationalen Rettungshunde Organisation. Herr Gomez, Ihre Organisation wurde von einer assoziierten zu einer Rettunghunde-führenden Organisation aufgestuft. Wie haben Sie das erreicht und was bedeutet das für Sie und Ihre Organisation? Zuerst möchte ich dazu sagen, dass wir uns sehr über diese Errungenschaft freuen und dass sie uns Dank des gemeinsamen Einsatzes vieler Menschen und Organisationen in Kolumbien möglich war. Als wir vor mehr als zehn Jahren der IRO beigetreten sind, glaubten wir irrtümlich, dass eine einzelne Gruppe dieses Ziel erreichen könnte. Auf dem Weg dahin haben wir jedoch verstanden, dass wir es nur mit vereinten Kräften schaffen können. Mittlerweile trainieren die meisten Leute in meinem Land ihre Suchund Rettungshunde auf koordinierte und dezentrale Weise.

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Wie wird Such- und Rettungshundearbeit in Kolumbien geschätzt? In den letzten Jahren hat diese Arbeit in unseren Rettungsgruppen große Bedeutung erlangt. Es ist nötiger als je zuvor, dass mit Zunahme der Einsatzeinheiten, die mit Suchhunden arbeiten, ein einheitlicher Standard für die Bewertung und Zertifizierung dieser eingeführt wird. Ich kann mit Stolz sagen, dass die Kolumbianische Nationale Feuerwehr ihre Such- und Rettungshundearbeit stark auf dem IRO-Bewertungssystem basierend standardisiert hat.

Warum wurden Sie IROMitglied? Obwohl unsere Vorschriften zur Bewertung unserer Leistungen bereits sehr anspruchsvoll und weltweit akzeptiert waren, wollten wir sicher sein, dass unsere Hunde wirklich nach

internationalen Standards ausgebildet sind. Daher haben wir uns entschlossen, der IRO beizutreten.

Wie viele Such- und Rettungshunde werden im Auftrag der RESCATE K-SAR eingesetzt? Dank der Tatsache, dass Hunde aus verschiedenen Einrichtungen wie der Feuerwehr, dem kolumbianischen Roten Kreuz, der Nationalen Streitkräfte und anderen Organisationen zu dieser Zeit bewertet und zertifiziert wurden, können mehr als 20 Teams in verschiedenen Notfällen innerhalb und außerhalb des Landes eingesetzt werden.

An wie vielen Missionen pro Jahr nehmen Sie teil? Jedes Jahr bestreiten wir durchschnittlich fünf bis sechs Notfälle. In

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Wir haben definitiv einen großen Schritt vorwärts gemacht.

den meisten Fällen suchen wir nach Menschen, die sich in Wäldern verirrt haben. Auch die Folgen von Erdrutschen erfordern unsere Aufmerksamkeit, aber hier ist die Möglichkeit, lebende Menschen zu finden, extrem niedrig. Wir müssen auch erwähnen, dass unsere Region eine hohe seismische Aktivität vorweist und dass von Zeit zu Zeit Erdbeben auftreten. Also müssen wir auch auf diese Fälle vorbereitet sein.

Was ist Ihr Fokus - Flächen-, Fährten-, Trümmer- oder Lawinensuche - und warum? Kolumbien und das Andengebiet Lateinamerikas befinden sich in

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einer Zone, die historisch von starken Erdbeben betroffen sind. Aus diesem Grund liegt der Fokus unserer Suchund Rettungsteams auf der Sucharbeit nach Erdbeben. Während meiner Zeit als aktiver Hundeführer konnte ich die Suche nach zwei starken Erdbeben unterstützen - eines davon in Kolumbien und eines in Haiti.

Wie profitieren Ihre Organisation und Ihr Land von den IROStandards? Wir haben definitiv einen großen Schritt vorwärts gemacht. Die Mitgliedschaft hilft uns, härter an Bereichen zu arbeiten, die wir bei der

Ausbildung unserer Hunde als nicht so wichtig erachtet haben. Jetzt sind wir mit der Arbeit von Organisationen in anderen Ländern vertraut, da wir einen Einblick bekamen, wie weltweit gearbeitet wird. So konnten wir diese Erfahrungen zu unserem Vorteil nutzen.

Was hat sich für Sie durch die Mitgliedschaft in der IRO verändert oder verbessert? Viele Dinge, aber es gibt immer noch das große Problem, vorschnell zu glauben, dass wir unsere Suchhundearbeit bereits gut genug machen und daher keinen Austausch mit anderen

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Experten und Organisationen nötig ist. Der Beitritt zur IRO bestätigte vor allem die Notwendigkeit von Austausch mit anderen Experten. Die Ausbildung von Suchhunden bedeutet, offen zu sein, andere Arbeitsweisen zu entdecken und die für sich passenden anzuwenden.

IRO Snap shot:

Francisco Gomez

Wie sehen Sie die zukünftige Zusammenarbeit mit der IRO?

Hunde:

Ich denke, wir sind bereits auf dem Weg, den wir mit der IRO bestreiten wollen. In Kolumbien wird die Beurteilung Schritt für Schritt vereinheitlicht, unabhängig von der Art und Weise, wie Hunde ausgebildet werden. Und wenn wir bedenken, dass von uns erwartet wird, nicht nur bei lokalen Notfällen, sondern auch bei großen Katastrophen in der Region einsatzbereit zu sein, ist der Kontakt mit der IRO auch hilfreich, um mit der Art und Weise vertraut zu werden, wie die Maßnahmen in diesen Situationen gehandhabt werden.

Wohnort:

Welcher Fehler sollte bei der Ausbildung eines Rettungshundes nie gemacht werden? Normalerweise empfehle ich Leuten, die daran interessiert sind, sich meiner Gruppe anzuschließen, sich über diese Aktivität gut zu informieren. Und erst wenn sie alles realisiert haben, den Schritt machen sollen, einen Hund zu erwerben und mit dem Training zu beginnen. Sehr oft sehe ich Menschen, die bereits einen Hund mitbringen, deren Rasse sich häufig als nicht ideal für diese Arbeit erweist. Mit viel Enthusiasmus und überzeugt davon, dass die Ergebnisse schnell und ohne viel Aufwand zu erzielen sind, werden sie aber bald enttäuscht und hören auf zu trainieren. Manchmal müssen sie sogar ein neues Zuhause für den Hund finden, weil sie nicht einmal verstanden haben, was es bedeutet, für diesen Gefährten verantwortlich zu sein.

Welchen Rat können Sie Leuten geben, die Rettungshundeführer werden möchten? Es handelt sich auf jeden Fall um eine Tätigkeit, die Engagement, Geduld, Überzeugung, Liebe, viel Zeit und vor allem viel Professionalität verlangt. Aber nicht nur die Arbeit mit einem großartigen Wesen, wie dem Hund, sondern auch der Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt, die das gleiche Interesse teilen, und zusätzlich die Möglichkeit, in Situationen helfen zu können, in denen nur sehr wenige Menschen einbezogen werden, schafft große Zufriedenheit.

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Fünf in 25 aktiven Jahren

Bogota, Hauptstadt Kolumbiens Familienstand: Verheiratet Beruf: Berater in der Notfallprävention in vielen Unternehmen und der Freiwilligen Feuerwehr. Welche Hunderassen haben Sie bereits geführt? Einen Mischling, einen Labrador Retriever, einen Golden Retriever und zwei Border Collies. In welchen Disziplinen haben Sie mit Ihren Hunden gearbeitet? Trümmer- und Flächensuche Möchten Sie einen Hund besonders erwähnen? Banzai war mein erster Border Collie und er ist erst vor kurzer Zeit gestorben. Er war lange Zeit mein Partner, mit dem ich die meisten Zertifizierungen und Einsätze in echten Notfällen absolvierte. Er war ein großartiger Lehrer und mein bedingungsloser Begleiter für dreizehn Jahre. Was war Ihre beste Erfahrung als Rettungshundeführer? Der Zugang zu Erfahrungen, Menschen und Orten, die ich mit meiner Arbeit als Industrial Designer nie hätte erreichen können.

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Internationaler Besuch in der Geschäftsstelle

März - Japan Am Mittwoch, 29. März erhielten wir Besuch von einer Gruppe von Abgeordneten des Landesparlaments der Präfektur Kanagawa (Japan). Wir informierten über die Struktur und Arbeit der IRO, das Rettungshundewesen allgemein und zeigten auch eine kurze Live-Demonstration der Rettungshundearbeit.

Juni - Kanada Am 2. Juni durften wir das Team unserer kanadischen Mitgliedsorganisation CASDDA in der IRO-Geschäftsstelle in Salzburg (AT) willkommen heißen.

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August - Singapur Zwischen 10. und 15. August freute sich die IRO über den Besuch einer Trainer-Einheit des staatlichen Zivilschutzes aus Singapur. Nach dem Training auf der IRO-Anlage Schöneben (AT) erhielten die Trainer eine Theorie-Schulung in der IRO Geschäftsstelle in Salzburg.

September -Südkorea Am 14. September - kurz vor der 23. IRO Weltmeisterschaft in Ebreichsdorf - erfreute uns die südkoreanische Mitgliedsorganisation NRHQ 119 mit einem Kurzbesuch in der IRO-Geschäftsstelle in Salzburg (AT).

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Ausbildung, Prüfung, Wett- Ausbildung Die IRO legte 2017 einen besonderen Fokus auf das Thema Ausbildung und Training. Das regelmäßige Training ist essenziell, um die hohen Anforderungen, die an Rettungshundeteams gestellt werden, zu bewältigen. Mitgliedsorganisationen können IRO Kurse beantragen, um ihren Mitgliedern eine Trainingsmöglichkeit mit IRO Trainern zu bieten. Kurse dauern in der Regel ca. drei Tage und werden, je nach Teilnehmeranzahl, von ein bis drei TrainerInnen der IRO abgehalten. Mit neun Internationalen IRO Kursen, unter anderem in den Niederlanden, Österreich, Russland und Argentinien, wurde 2017 ein Spitzenwert an Trainingsangeboten erreicht. Die Kurse fanden in den Sparten Fläche, Trümmer, Lawine und Wasser statt. Sie boten RH-Teams auf unterschiedlichem Ausbildungsstand ein Training auf IRO Niveau mit Internationalen IRO Trainern. 2017 wurde zur Weiterentwicklung des Trainingsangebots sowie der Trainerausbildung die Arbeitsgruppe „Train the Trainers“ gegründet.

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Sie bestand mit Rolf Häusermann (CH), Sara Marevic (HR), Arnold Landauer (AT) und Hermann Kranz (AT) aus langjährigen nationalen und internationalen Trainern. Im Rahmen der Arbeitsgruppe wurde das IRO Trainingssystem überarbeitet und modernisiert, und ein Fokus auf die Ausbildung der Trainer gelegt.

Die Arbeitsgruppe erarbeitete unter anderem ein neues Trainer-System: »» Lead Trainer:

Sie sind für die Aus- und Weiterbildung der IRO Trainer verantwortlich und unterstützen das Ausbildungsreferat in der Weiterentwicklung der Trainingsangebote.

»» Internationale IRO Trainer: Sie werden bei Internationalen IRO Kursen weltweit eingesetzt und erhalten regelmäßige Weiterbildungen durch das IRO Ausbildungs referat.

»» Nationale IRO Trainer:

Sie werden als Co-Trainer bei IRO Kursen in ihrem Land eingesetzt und verbreiten die IRO Standards in ihrer NRO und Region. Durch die Absolvierung von speziellen Ausbildungsangeboten können sie zu Internationalen IRO Trainern aufsteigen.

Bei einer Auswahlprüfung im September 2017 konnten sich bereits die ersten sieben Nationalen IRO Trainer qualifizieren und ihre Weiterbildung zum Internationalen IRO Trainer starten. Aufbauend auf das Konzept der Arbeitsgruppe „Train the Trainers“ wurden außerdem vom IRO Vorstand drei neue Lead Trainer ernannt, die ab 2018 gemeinsam mit dem Ausbildungsreferat an der Weiterentwicklung des Trainingssystems arbeiten.

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bewerb und Kurs Prüfungen IRO Prüfungen qualifizieren Rettungshunde-Teams in den Sparten Trümmer, Fläche, Fährte, Lawine oder Wasser. Um die hohen Qualitätsansprüche der IRO sicherzustellen, werden Internationale IRO Leistungsrichter zur Abnahme der jeweiligen Prüfung entsandt. 2017 verfügte die IRO über 25 aktive Leistungsrichter aus aller Welt, darunter Brasilien, Japan, den Niederlanden, Tschechien oder Italien, die insgesamt 60 Richtereinsätze für die IRO weltweit absolvierten. Alle internationalen IRO Prüfungen werden nach der Internationalen Prüfungsordnung Rettungshund (IPO-R), die von der IRO gemeinsam mit der FCI ausgearbeitet wurde und einer laufenden Weiterentwicklung unterliegt, beurteilt. Diese wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe IPO-R überarbeitet. 2017 wurden 27 Int. IRO Prüfungsveranstaltungen, davon 18 in Europa, 5 in Amerika und 4 in Asien abgehalten. Es wurden insgesamt 999 Prüfungen abgenommen. Eine ausgezeichnete Erfolgsquote von 48,25 % zeugte dabei von der steigenden Qualität der Rettungshunde-Teams weltweit.

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Ausbau der IRO Trainingsanlage Seit 2010 nutzen Mitglieder und Interessenten die IRO Trainingsanlage in Ulrichsberg/Schöneben (AT), die sich aufgrund der leichten Abgeschiedenheit und der Geländesituation hervorragend für die Rettungshundearbeit eignet.

Um die Skills der Teams zu professionalisieren, ist eine umfangs- und abwechslungsreiche Umgebung notwendig. Aus diesem Grund wurde das Trümmergelände von Juni bis Oktober 2017 mit ca. 200m³ Natursteinmaterial erweitert. Das entspricht 25 LKW-Ladungen. Außerdem wurden 12 Schachtringe aus Beton für neue Verstecke verbaut. Dank der Erfahrung der Firma Resch, die die Trümmeranlage bereits 2010 mitgestaltete, konnten die neuen Verstecke nach Anweisung von IRO Ehrenpräsident Dr. Wolfgang Zörner und SVÖ Rohrbach/Berg Obmann Rudi Klein Stein für Stein konstruiert werden. 55,5 LKW- und 81 Bagger- und Dumperstunden wurden investiert, um beim Bau der Anlage nicht nur für Verste-

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cke mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu sorgen, sondern auch diverse Herausforderungen wie etwa „unsicheren Stand für den Hund“ miteinzubinden. Doch das war noch nicht alles. 2018 geht der Ausbau weiter. Ein 20-Fuß großer Container ist als „Dunkelraum-Versteck“ geplant. Außerdem werden zahlreiche Europaletten für den variablen Einsatz bei der Trainingsanlage deponiert. Wir danken allen Mitwirkenden, die Ihre Erfahrung, Expertise, Zeit und Energie in den Ausbau der Trainingsanlage gesteckt haben. Viele Organisationen profitieren nun von der Aufrüstung.

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Neue Website, neue Möglichkeiten

Als weltweiter Dachverband beschäftigt sich die IRO mit aktuellen globalen Trends und Themen im Rettungshundewesen. Um die Inhalte nicht nur für Mitglieder, sondern auch für Förderer und Interessenten informativ und aufschlussreich kommunizieren zu können, wurde 2017 der Relaunch der IRO-Website von der Öffentlichkeitsreferentin Carolin Scheiter initiiert. Der neue Internetauftritt erfüllt nun seine Rolle als

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Schnittstelle zwischen der IRO Geschäftsstelle, den weltweit vertretenen Mitgliedsorganisationen, unseren Spendern, Interessenten und potenziellen Partnern. Außerdem konnte auf Basis der Google Analytics Auswertung festgestellt werden, dass die Hälfte unserer User die Website mobil nutzt. Bei der Umsetzung wurde besonders auf die Benutzerfreundlichkeit auf mobilen Geräten geachtet.

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IRO Termine 2017 im Überblick Kurse & Trainings 15. - 19.01. Pitztal (AT)

Int. Prüfungen

IRO Kurs Lawinensuche

03. - 05.03. Siegen (DE)

Int. Prüfungen

F - E, A, B; FL - E, A, B; T - E, A, B

20. - 21.01. Pitztal (AT)

Feb.

L - E, A, B

Modulsystem 04. - 05.03. Salzburg (AT) Theoretische Grundlagen

Veranstaltungen

Jan. Kurse & Trainings

25. - 26.03. Cesky Krumlov (CZ) IRO Richtertagung

03. - 05.02. Teneriffa (ES) IRO Kurs Flächensuche

Veranstaltungen

Mär.

19. - 24.02. Johannesburg (ZA) IEC: USAR South Africa

Apr.

25.02. Salzburg (AT) Vorstandssitzung

Int. Prüfungen 01. - 02.04. Ålborg (DK) FL - A, B; T - A, B

04. - 06.04. Seoul & Namyangchu (KR) FL - E, A, B; T - E, A, B

08. - 09.04. Almere (NL) FL - E, A, B; T - E, A, B

21. - 23.04. Budapest (HU) FL - E, A, B; T - E, A, B

Modulsystem 07. - 09.04. - Hensies (BE)

Vorbereitung Einsatztest Fläche

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27. - 29.04. Xanxere (BR) FL - A, B; T - A, B

28. - 30.04. Marco di Rovereto (IT) FL - A, B; T - A, B

29.04. - 01.05. Herne (DE) P & St; F - B; FL - B; T - B

29.04. - 01.05. Brno (CZ)

F - E, A, B; FL - E, A, B; T - E, A, B

Veranstaltungen 26.04. - 01.05. USA IER: TF 2 - Heavy

IRO Jahresbericht 2017


Int. Prüfungen 02. - 04.06. Zagorje (SI) FL - E, A, B; T - E, A, B

09. - 11.06. Romny (UA) F - A, B; FL - A, B; T - A, B

Jan. - Jun.

10. - 11.06. Porvoo (FI) FL - E, A, B

23. - 25.06. Lyskovo/Moskau (RU) F - A, B; FL - A, B; T - A, B

Kurse & Trainings 09. - 11.06. Schöneben (AT) IRO Kurs Flächensuche

30.06. - 02.07. Schöneben (AT) IRO Kurs Trümmersuche Anfänger

Veranstaltungen 11.06. Salzburg (AT) Vorstandssitzung

Jun.

Mai

Modulsystem

Int. Prüfungen

17. - 19.05. Ljubljana (SI)

06. - 08.05. Predni Vyton/Spaleniste (CZ)

19. - 21.05. Ljubljana (SI)

12. - 14.05. Fujimi (JP)

22.05. Helsinki (FI)

20. - 21.05. Frutigen (CH)

22. - 26.05. Helsinki (FI)

27. - 28.05. Chastre (BE)

Reklass. Fläche MRT Fläche

Tierärztliches Training Vorbereitung Einsatztest Trümmer

P & S; F - B; FL - B; T - B FL - E, A, B; T - E, A, B FL - A, B; T - A, B

F - E, A, B; FL - E, A, B; T - E, A, B

Kurse & Trainings 26. - 28.05. Moskau (RU) IRO Kurs Trümmersuche

Veranstaltungen 08. - 10.05. Genf (CH)

IER: THW, ISAR Germany - Medium, Heavy

15. - 18.05. Budapest (HU) IER: HUNOR - Heavy

Abkürzungen: F: Fährte FL: Fläche T: Trümmer L: Lawine E: Eignungstest A: A-Prüfung B: B-Prüfung P&St: Prüfung & Staatsmeisterschaft MRT: Mission Readiness Test (Einsatztest) Reklass.: Reklassifizierung

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IRO Termine Jul. 2017 im Überblick Jul.

Aug.

Modulsystem

Int. Prüfungen

07. - 09.07. Tritolwerk (AT)

07. - 08.08. Bariloche (AR)

Beurteiler-Training

Kurse & Trainings

L - E, A, B

11. - 13.08. Rohrbach/ Spaleniste (AT/CZ)

P & St; FL - B; F - B; T - B

07. - 09.07. Tritolwerk (AT) Freies NRO Training

14. - 16.07. Regau (AT)

IRO Kurs Trümmersuche Fortgeschrittene

Modulsystem 19. - 21.08. Budapest-Szentendre (HU) MRT FL, T, IRO Modul 6

30.08. - 03.09 Ålborg (DK)

Einsatztest und Reklass. Trümmer

Kurse & Trainings 05. - 06.08. Bariloche (AR) IRO Kurs Lawinensuche

25. - 27.08. Almere & Amsterdam (NL) IRO Kurs Wasserrettung

Veranstaltungen 28.08. - 01.09. AU

IER: NSW TF1 - Heavy

29.08. - 01.09. AT

IER: AFDRU - Heavy

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IRO Jahresbericht 2017


Int. Prüfungen

Dez.

07. - 08.10. Harju County (EE)

F - E, A, B; FL - E, A, B

13. - 15.10. Asturias (ES)

FL - E, A, B; T - E, A, B

14. - 16.10. Envigado (CO)

FL - E, A, B; T - E, A, B

Int. Prüfungen

25. - 27.10. Nantou County (TW)

FL - A, B; T - A, B

01. - 03.12. Mexico City (MX) FL - E, A, B; T - E, A, B

Kurse & Trainings

Dez.

27. - 29.10. Tinglev (DK) Freies NRO Training

Veranstaltungen 21. - 22.10. Ebergassing (AT)

Fortbildungswochenende für IRO Trainer

Okt.

Nov. Modulsystem 22. - 26.11. Nantou County (TW) IRO Modul - Einsatztest Trümmer

Kurse & Trainings 04. - 05.11. Ålborg (DK) IRO Kurs Trümmersuche

Veranstaltungen 13. - 18.11. Santiago (CL)

IEC: USAR Bomberos de Chile - Medium

Sep.

25. - 26.11. Salzburg (AT) Vorstandssitzung

Int. Prüfungen 01. - 03.09. Donovaly (SK) FL - E, A, B; T - E, A, B

15. - 17.09. Edmonton (CA) FL - E, A, B; T - E, A, B

Veranstaltungen 19. - 24.09. Ebreichsdorf/Tritolwerk (AT)

IRO Weltmeisterschaft für Rettungshunde WM

09. - 10.09. Salzburg (AT) Vorstandssitzung

IRO Jahresbericht 2017

Abkürzungen: F: Fährte FL: Fläche T: Trümmer L: Lawine E: Eignungstest A: A-Prüfung B: B-Prüfung P&St: Prüfung & Staatsmeisterschaft MRT: Mission Readiness Test (Einsatztest) Reklass.: Reklassifizierung

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Veranstaltungen im Fokus IRO Einsatztest für Flächensuche in Ljubljana (SI) Der „MRT Fläche“, welcher vom 17. - 21. Mai in Ljubljana stattfand, war der dritte Einsatztest seiner Art. Dabei stellten 24 Teilnehmer aus Belgien, Slowenien, Österreich, Kroatien, Tschechien, Ungarn, der Schweiz und den Niederlanden ihr Können unter Beweis. Zu bewältigen waren die Pfadsuche sowie die Tag- und Nachtsuche. Darüber hinaus stellte der Nachtmarsch eine Herausforderung dar. GPS und tierärztliche Kenntnisse waren zusätzliche Kriterien, um beim Einsatztest erfolgreich zu sein. Neun Starter schlossen alle Aufgaben positiv ab und durften sich von diesem Zeitpunkt an „IRO einsatzfähig“ nennen. Das Organisationsteam von ERPS unter der Leitung von Sebastijan Strašek zeigte große Einsatzbereitschaft und leistete tolle Arbeit. Wir gratulieren allen Teilnehmern für ihre Leistungen und bedanken uns bei den Beurteilern und allen Helfern, ohne deren großer Einsatz ein MRT nicht möglich wäre.

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IRO Jahresbericht 2017


2017 Zertifizierte und rezertifizierte RH Teams - T

IRO Modul Beurteiler Training Ähnlich der alljährlichen Richtertagung fand von 08. -09. Juli das erste Beurteiler Training im Tritolwerk (AT) statt. Das neu überarbeitete Modul widmet sich vor allem dem IRO Beurteilungssystem und den Grundlagen des IRO MRT T. Zudem werden die Beurteiler über administrative Details und Neuerungen im Einsatzreferat informiert. Die Teilnahme an diesem Modul ist für alle IRO Beurteiler in einem Drei-Jahres-Rhythmus verpflichtend. 20 IRO Beurteiler aus elf Ländern fanden sich im Juli im Tritolwerk ein, um durch theoretischen Input, praktisches Bewerten an unterschiedlichen Schadstellen sowie intensiven Austausch ihre gemeinschaftlichen, objektiven Beurteilungskriterien weiter zu schärfen. Zudem erhielten sie einen detaillierten Einblick in das Cockpit-System, welches zur Auswertung der einzelnen Beurteilungen verwendet wird.

IRO Jahresbericht 2017

Laszlo Balazs mit Symba (PMA/HU) – reklassifiziert Claudio Bötschi mit Penny vom Goldberg (Tschinni) (HSF/CH) Andre Bouman mit Raskan (NRHB/NL) – reklassifiziert Karina Højer mit Skjernå Bordercollie Disco (RDA/DK) Tamara Jager mit Tia (ERPS/SI) – reklassifiziert Astrid Laner mit Oki Doki of Flying Porkies (ACCK9t/IT) Denis Laus mit T’Sheeva de l’Origine de Faucon Rouge (@fire/DE) Sarolta Leczki mit Bosco (MAK-PHA/HU) Sebastian Mohorič mit Aika Leomegy (KVRPK/SI) Diána Pinkóczi mit Firefox Koda MANGÓ (MAK-PHA/HU) – reklassifiziert David Pogačnik mit Flesh Jutta’s Point (KVRPK/SI) – reklassifiziert Tilen Škraba mit Ilvie (ERPS/SI) – reklassifiziert Roman Starman mit Blackthorn Idunn (DRPB/SI) Jerneja Ternovec mit Finn Leomegy (Fly) (CRDA/HR) Joakim Toftby mit Nessiestriton “Triton” (SBK/SE) Dušan Weber mit Alyeen von Kapinberg/Lili (DVRPS/SI) – reklassifiziert Andrej Žunič mit Blisk Jutta’s Point (KVRPK/SI) Chan Tian-Wen mit Le-Le (TSSRT/TW) Chen Meng-Hung mit Colin (TSSRT/TW) Hung Jui-Hung mit Melody (TSSRT/TW) Kao Chien-Tai mit Lan (TSSRT/TW) Ko Hung-Ju mit Jian-Kang (TSSRT/TW) Li Chun-Sheng mit Tie-Shiung (TSSRT/TW) Lin You-Zhun mit Tuei-Tuei (TSSRT/TW)

Zertifizierte RH Teams - FL Matjaz Bolka mit Colourful Iris – Ira (KVRPK/SI) Stefano Mozzettini mit Willi Wilson vom Fichtenhorst (XRD/CH) Jure Povnikar mit Adri (ERPS/SI) Tilen Škraba mit Ilvie (ERPS/SI) Sara Smerdel mit Kornay Hunting Talis Ora (EVRPL/SI) Roman Starman mit Think Twice Pump Up the Jam (DRPB/SI) Nevenka Štor mit Neli Paris Black Wind of Varaždin (ERPS/SI) Aleš Udovč mit Brinca (ERPS/SI) – reklassifiziert Tomislav Zdenčar mit Mawlch Witch (KOSSP/HR)

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Veranstaltungen im Fokus IRO Einsatztest für Trümmersuche in Ålborg (DK) Zum allerersten Mal veranstaltete die RDA - Redningshunden Danmark den herausfordernden IRO MRT und Reklassifizierung Trümmer. Von 30. August bis 03. September gingen im hohen Norden in Ålborg 31 Teams aus den 11 Nationen Argentinien, Belgien, Dänemark, Italien, Kroatien, Niederlande, Schweden, Schweiz, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn an den Start. Auf die Teilnehmer warteten sieben unterschiedliche Schadstellen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit mussten die Starter bereit sein und unter der strengen, aber immer fairen Aufsicht der Beurteiler ihre Leistungen zeigen. Da die Gesundheit des Hundes von den Hundeführern im Einsatz immer richtig eingeschätzt werden sollte, absolvierten die Teams ebenso eine tierärztliche Übung. Wir freuen uns über viele gelungene Suchen und besonders über sieben erfolgreiche Reklassifizierungen sowie sieben bestandene MRTs. Die gastgebende NRO rund um die 1. Vizepräsidentin Ida Bårris leistete großartige Arbeit und wickelte den Einsatztest organisatorisch hervorragend ab. Unser Dank geht an RDA, die Teilnehmer, die tolle Leistungen zeigten, sowie die Beurteiler und Helfer.

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IRO Jahresbericht 2017


2017

IRO bei der AFDRU IER

IRO Einsatztest Asien

Am 27. September nahmen Gunter Schobesberger und Agnes Kraushofer von der IRO Geschäftsstelle am Besuchertag der INSARAG International External Reclassification (IER) der Austrian Forces Disaster Relief Unit (AFDRU) teil. Das umfassende Programm erlaubte einen guten Einblick in die Arbeitsweise eines USAR Teams sowie in den INSARAG (Re-) Klassifizierungs Prozess. In der Jansa Kaserne in Großmittel (AT) besichtigten wir das Base of Operations (BoO) und erhielten Informationen zu dessen Aufbau, sowie kurze Vorträge der Team Leader, Psychologen, des Tierarztes, des Wasseraufbereitsverantwortlichen und OSOCC (Onsite Operations and Communications Center) Teams. Die praktische Arbeit an der Schadstelle konnte nach einer kurzen Einführung in das Szenario der Übung im Tritolwerk beobachtet werden. Dabei war auch ein Austausch mit IRO INSARAG Classifier John Ball möglich. Herzlichen Glückwunsch nochmals an die AFDRU zur erfolgreichen INSARAG IER als Heavy Team.

Nach 2008 wurde im November 2017 nun bereits zum zweiten Mal ein IRO MRT von einer IRO NRO (TSSRT) im asiatischen Raum ausgetragen. 16 Teams stellten sich der Herausforderung und absolvierten sieben anspruchsvolle Schadstellen. Zwei der Schadstellen wiesen dabei ein besonders realistisches Szenario auf: Beim JiJi Wuchang Collapsed Temple und dem 921 Earthquake Museum of Taiwan handelt es sich um tatsächliche Ruinen des Erdbebens vom September 1999. Sieben Starter gingen positiv aus dem Einsatztest hervor und durften sich „IRO einsatzfähig“ in den Trümmern nennen. Die gastgebende Organisation TSSRT (Taiwan Special Search and Rescue Team) organisierte ein umfassendes Beobachter-Programm. Dabei erhielten 12 Beobachter aus Taiwan, Hong Kong, Thailand, Australien und Japan einen detaillierten Einblick in den Ablauf eines IRO MRT. Damit trug der IRO MRT Trümmer in Taiwan nicht nur zur

IRO Jahresbericht 2017

Stärkung der lokalen Kapazitäten bei, sondern auch zur Vertiefung internationaler Beziehungen. Beides sind wichtige Anliegen der IRO, um das Rettungshundewesen fortwährend zu professionalisieren.

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Veranstaltungen im Fokus „Engagier dich für Sicherheit“ - Tag der Freiwilligenarbeit und des Katastrophenschutzes in Salzburg (AT) Der Aktionstag für Freiwilligenarbeit und Katastrophenschutz in Salzburg stand im Zeichen von “Helfen, Retten, Schützen”. Rettungsganisationen wie Polizei, Rotes Kreuz, Bundesheer uvm. präsentierten sich und stellten Ihre Kompetenzen zur Schau. Ein großes Highlight war die Simulation eines Katastropheneinsatzes. Die IRO-Mitgliedsorganisation Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg (LVHS) stellte dabei ihr Können u.a. bei einer Abseilübung aus einem Helikopter unter Beweis. Die IRO präsentierte sich vor Ort mit einem der neuen Einsatzzelte.

Bild v. li. n. re.: Mag. Gunter Schobesberger (Generalsekretär IRO), Adelheid Rainer (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit IRO), Andreas Santner (Präsident der LVHS), Carolin Scheiter (LVHS Mitglied und IRO Vorstand bis Juli 2017)

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2017 Internationaler Tag des Rettungshundes Seit 2008 steht der letzte Sonntag im April jedes Jahres im Zeichen der Rettungshundearbeit. Diesen von der IRO ausgerufenen Tag nutzen viele Rettungshundeorganisationen, um auf die besonderen Fähigkeiten und Leistungen der Teams aufmerksam zu machen. 2017 jährte sich der internationale Tag des Rettungshundes am 30. April zum zehnten Mal. Unter dem Motto „365 Tage im Jahr für Sie einsatzbereit“ wurden bei Veranstaltungen weltweit Vorführungen, Informationsveranstaltungen und Probetrainings organisiert. Die anwesenden Zuschauer zeigten sich begeistert von den Leistungen der Rettungshundeteams.

Thai-RDA & Royal Thai Military (TH)

RHZ-Thüringen, Thüringen (DE)

Kinologen-Samariter-Bund der Ukraine (KSBU), Kiev (UA)

Austrian Mantrailing Academy, Leoben (AT) Kinologen-Samariter-Bund der Ukraine (KSBU), Pavlograd (UA)

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23. IRO Rettungshundein Ebreichsdorf (AT) Die IRO Weltmeisterschaft ist für viele Rettungshunde-Teams das Highlight des Jahres. Sie ist Treffpunkt für die besten RH-Teams, die ihren aktuellen Leistungsstand auf internationalem Niveau überprüfen können.

Zur 23. IRO WM in Ebreichsdorf (AT) durfte die IRO 149 Rettungshunde-Teams von 65 NROs aus 25 verschiedenen Ländern begrüßen. Die auf Wunsch der NROs erhöhte Starterzahl wurde durch die neue Option der Verlängerung der WM um einen Tag möglich. Unter anderem dienten die Reitsportanlage Magna Racino sowie das Tritolwerk zu den hervorragenden Arbeitsplätzen zur Austragung der Prüfungen. Das Richterteam unter Oberrichter Daniel Sedlák gestaltete einen anspruchsvollen und fairen Wettbewerb für alle Teilnehmer, die in der Flächen-, Fährten- und Trümmersuche ihr Können zeigten. Mit hohen 49 % konnte sich gut die Hälfte der Starter über ein positives Ergebnis und eine Reihung unter den besten Rettungshunde-Teams der Welt freuen. Ein besonderer Dank geht an die gastgebende NRO Österreichischer Gebrauchshundesport Verband (ÖGV) für die ausgezeichnete Vorbereitung und Durchführung dieser Großveranstaltung. Für Vorstandspräsident Markus Bock war es eine große Freude, im Rahmen der feierlichen Abschlusszeremonie die neue IRO WM-Trophäe an ÖGV Präsident Rudolf Wernisch zu überreichen. Die zweiteilige Trophäe wird ab 2017 an die Veranstalter der jeweiligen IRO WM übergeben, wobei der zweite Teil als “Wandertrophäe“

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während des Vorbereitungsjahres bei der ausrichtenden NRO verbleibt und danach an die nächsten WM-Ausrichter weitergegeben wird.

WM-Ergebnisse Fährten-Weltmeister: 1. Christa Steinborn mit Djuma (RHS Isar), DE

Richter und Beirichter

2. Denise Neumann mit Sharia (SV), DE 3. Wolfgang Ebner mit Orka (ÖVD), AT

Oberrichter

Flächen-Weltmeister:

Trümmer Hauptrichter

1. Pascal Beatse mit Flash (CSP), FR

Beirichter Trümmer

2.

Hauptrichter Fläche

3. Jenniefer Ericsson mit Troja (SBK), SE

D. Sedlák (CZ) R. Gerritsen (NL) D. Kühn (DE)

J. Ternovec (SI)

Beirichter Fläche C. Kranz (AT)

Hauptrichter Fährte W. Hoffmann (DE)

Beirichter Fährte P. Šabacký (CZ)

Hauptrichter Unterordnung und Gewandheit K. Sawada (JP)

Beirichter Unterordnung und Gewandheit H. Hiltpolt (AT)

Sebastijan Strasek mit Thor (ERPS), SI

Trümmer-Weltmeister: 1. Dr. Isabella Kühn mit Spark (RHS Isar), DE 2. Beatrix Belenyi mit Zen (KEA), HU 3. Astrid Laner mit Oki Doki (AccK9t), IT

Team-Weltmeister: 1.

RHS Isar (DE)

2.

SV (DE)

3.

SBK (SE)

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Weltmeisterschaft Die Fährten-Weltmeiser 2017

Die Trümmer-Weltmeiser 2017

IRO-Tierärztin Dr. Ellen von Czapiewski Die Team-Weltmeiser 2017 IRO Leistungsrichter v. li. n. re.: Daniel Sedlák, Kazuhiro Sawada, Hannes Hiltpolt Die Flächen-Weltmeiser 2017

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IRO Staatsmeisterschaften IRO-Staatsmeisterschaft in Herne (DE) 29.04. - 01.05.2017

Staatsmeisterschaft in Herne (DE)

Die besten Spürnasen im Rettungshundesport wurden auf der zwölften offenen VDH-Meisterschaft (Verband für das Deutsche Hundewesen) für Rettungshunde vom 29. April bis 01. Mai in Herne (DE) ermittelt. Dem eingespielten Team des SV um Walter Hoffmann gelang es zum nunmehr dritten Mal, den 49 teilnehmenden Teams aus vier Ländern und den Zuschauern eine gut organisierte Veranstaltung zu bieten. Unterstützt wurden sie durch den BRH, der Manpower und seine Trümmeranlage in Wesel zur Verfügung stellte, durch das Essener Rettungshunde Team, das für ein adäquates Fährtengelände in Velbert und die Betreuung der

v. li. n. re.: W. Hoffmann, H.-C. Grube, C. Kranz, P. Šabacký

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Teams in der Fährte sorgte, und dem DVG, der die Flächensuche in einem anspruchsvollen Gelände in Bottrop organisierte. Zentrale Anlaufstelle und Prüfungsgelände für U/G war die großzügige Platzanlage der OG Wanne-Nord des SV. In der Stufe B richtete Charlotte Kranz (AT) in der Fährte und den Trümmern, Pavel Šabacký (CZ) in der Flächensuche und Walter Hoffmann (DE) in der Unterordnung und Gewandtheit. Dies tat der feierlichen Stimmung aber keinen Abbruch. Die VDH RHDM 2017 war eine rundum gelungene Veranstaltung, die durch eine gute Zusammenarbeit der genannten Verbände geprägt war.

Die Fährtensieger

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Richter Detlef Kühn

IRO-Staatsmeisterschaft in Rohrbach-Berg (AT) 11. - 13.08.2017

Staatsmeisterschaft in Rohrbach -Berg (AT)

IRO Jahresbericht 2017

Nach 2014 durfte die SVÖ Ortsgruppe Rohrbach-Berg in diesem Jahr wieder die internationale ÖKV (Österreichischer Kynologenverband) Rettungshunde Staatsmeisterschaft austragen. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung auszurichten, ist auch für ein so erfahrenes Organisationsteam immer wieder eine Herausforderung. Die Vorbereitungen liefen seit fast einem Jahr – denn es sollte den Startern an nichts fehlen. Viele große und kleine Aufgaben mussten erfüllt werden, damit Mitte August alles perfekt ist. Ohne die helfenden Hände vieler Freiwilliger wäre das alles nicht möglich gewesen. Knapp 90 Teams aus verschiedenen Nationen (u. a. Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Rumänien, Finnland und Niederlande) starteten in den Sparten Fläche, Fährte und Trümmer. Das Flächen- und Fährtengelände war in unmittelbarer Umgebung zu unserem Ausbildungsplatz gelegen. Die Trümmersuchen wurden in Spáleniště (CZ) abgenommen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Kollegen aus Tschechien, die ihr Trümmergelände zur Verfügung gestellt haben! Leistungsrichter auf der Fläche war Taewon Lee (KR), auf der Fährte richtete Daniel Sedlák (CZ) und die Trümmerprüfungen beurteilte Leistungsrichter Jaroslav Sedlák (CZ). Die Unterordnungen für alle Sparten

richtete Detlef Kühn. Eine besondere Herausforderung an diesem Wochenende war das Wetter. Vor allem der Freitag machte den Rettungshunde-Teams zu schaffen: Unwetter, Starkregen, Gewitter und Sturm machten die Prüfungen noch schwieriger, als sie ohnehin schon waren. Wetterbedingungen, bei denen eigentlich niemand freiwillig draußen ist. Aber im Sinne von „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung“ wurden dennoch tolle Arbeiten abgeliefert. Samstag und Sonntag war das Wetter dann endlich besser. Pünktlich zur Siegerehrung am Sonntag Nachmittag kam auch die Sonne hervor, um mit den Staatsmeistern um die Wette zu strahlen. Vielen Dank an alle, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Täglich waren über 50 freiwillige Helfer im Einsatz, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten! Ein besonderer Dank gilt daher der Turnierleitung, den Prüfungsleitern, den Fährtenlegern, den Gruppenpersonen mit ihren Hunden, den Versteckpersonen, dem Küchenpersonal, dem Empfang auf der Fläche und auf den Trümmern, der Schriftführung und allen anderen, die während dieser arbeitsreichen Tage im Einsatz waren.

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IRO Staatsmeisterschaften

IRO-Staatsmeisterschaft in Spáleniště (CZ) 29.04. - 01.05.2017

Staatsmeisterschaft in Spáleniště (CZ)

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36 Hundeführer aus verschiedensten europäischen Ländern, wie Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Polen, Dänemark, Ungarn, Österreich und Deutschland, nahmen von 29. April bis 01. Mai am Intercup Humanity, einer Veranstaltung mit langjähriger Tradition, teil. Sie führten ihre Hunde vor den strengen Augen der IRO LR Astrid Laner (IT) und Kazuhiro Sawada (JP) vor. Das Event war von Aprilwetter gekennzeichnet, denn blickte die Sonne kurz hervor, so folgten gleich darauf heftige Regenschauer. Dank der einwandfreien Organisation seitens der IRO Mitgliedsorganisation JČZBK lief die Veranstaltung reibungslos ab.

Eindrücke von Startern „Danke für die großartigen Tage! Wir haben uns sehr gefreut, hier zu sein und genossen einen tollen Wettkampf. Ich hoffe wir sehen uns alle nächstes Jahr wieder.“ „Ich möchte Ihnen für Ihre Hilfsbereitschaft und generell beim freundlichen Team bedanken. Das Event war sehr gut organisiert und ich konnte viele gute Erfahrungen sammeln. Die Veranstaltung wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.“ „Danke an die JČZBK für die Organisation des Events, welches wieder einmal großartig war. Es war ein harter, aber fairer Wettkampf – so soll es ein.“

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„Es war ein sehr angenehmes Wochenende mit wundervollen Menschen. Kuba hat in der FL die Qualifikation für die IRO WM geschafft (Nase 188s, U7G 90, gesamt 278). Danke an alle, die mit uns trainieren und uns dabei zur Seite stehen. Ohne sie wäre dies nicht möglich. Danke auch an all unsere Fans, die in ihren Gedanken bei uns waren und uns Glück gewünscht haben. Ein großes Dankeschön kommt auch den Organisatoren und Helfern zu, einfach allen bei JČZBK, die die Veranstaltung perfekt vorbereitet und für eine freundliche Atmosphäre gesorgt haben, bei der man sich wie zuhause fühlte.“

v. li. n. re.: Richter A. Laner und K. Sawada mit J. Smidova

Die Flächensieger mit Richtern und H. Sabatova für SZBK CR

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IRO Teams im Einsatz - Schweiz DIE SCHWEIZER ALPEN BRÖCKELN Bergsturz in Bondo, Felssturz im Bisistal, Erdrutsch im Illgraben: Die IRO Mitgliedsorganisation REDOG Suchund Rettungshunde waren 2017 im Gelände, auf Schlamm, zwischen Geröll und aus der Luft mehrmals im Einsatz. Der Permafrost löst sich auf, die Gletscher schmelzen, Schlammlawinen gehen auf Dörfer und Verkehrswege nieder. Die Alpen sind ein äußerst sensibles Ökosystem und leiden besonders unter der Klimaerwärmung. Die Katastrophe in Bondo machte dies einmal mehr bewusst. Der Bergsturz im südbündnerischen Bergell war einer der gewaltigsten in der Schweiz seit mehr als 100 Jahren. Schätzungsweise vier Millionen Kubikmeter Gesteinsmaterial donnerten am 23. August 2017 im unteren Bergell zu Tal und begruben auch die Zustiege zu zwei Hütten des Schweizer Alpen Clubs, die in dem beliebten Wandergebiet liegen, unter sich. Was zuerst nur vermutet wurde, bestätig-

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te sich später: Zur Zeit des Felssturzes war dort eine Wandergruppe mit acht Menschen unterwegs. Entsprechend schwierig und anspruchsvoll gestaltete sich für alle Beteiligten die Suche. Es bestand die Gefahr weiterer Felsstürze, was mit einem zweiten Murgang auch eintraf. Das verwüstete Gebiet war sehr groß, sodass weite Teile aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden konnten. Die intakten Wege wurden zu Fuss oder mit dem Helikopter abgesucht. Die REDOG Katastrophen-Suchhunde wurden auf dem Schuttkegel des Felssturzes eingesetzt. Zwei Tage hintereinander waren drei Mannschaften, je bestehend aus drei Hundeteams und einem Mannschaftsführer, im Einsatz. Jedes Hundeteam, Mensch und Hund, musste per Helikopter in das Schadensgebiet ein- und ausgeflogen werden. Die vermisste Wandergruppe konnte in diesem Gebiet leider nicht gefunden werden. REDOG war vom Kantonalen Füh-

rungsstab von Graubünden alarmiert worden und arbeitete vor Ort in Bondo eng mit der Kantonspolizei Graubünden und der Alpinen Rettung Schweiz zusammen. Die Alpine Rettung Schweiz war für die Suchaktion und die Sicherheit im Gelände verantwortlich und organisierte den Transport ins Schadensgebiet. Naturkatastrophen vor der Haustür, Bergstürze, Murgänge – all dies wird uns wohl leider in Zukunft vermehrt beschäftigen. Dadurch steigt auch der Bedarf an gut ausgebildeten Suchhundeteams, die auf diesen zum Teil sehr anspruchsvollen Schadenlagen arbeiten können. Dieser Situation sind sich sowohl Verantwortliche bei REDOG als auch der IRO bewusst. Deshalb ist es den Verantwortlichen ein Anliegen, dass der Geländegängigkeit des Teams und dem Sicherheitsbewusstsein des Hundeführers ein großer Stellenwert in Ausbildung und der Überprüfung beigemessen wird.

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Photo credit: REDOG

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IRO Teams im Einsatz - Mexiko SCHWERE ERDBEBEN ERSCHÜTTERN MEXICO CITY UND UMGEBUNG Gerade an dem Tag, an dem die Gedenkfeier an das Erdbeben von 1985 stattfand, bebte die Erde in der Stadt Mexiko erneut. Am 19. September 2017 nahmen auf Anfrage der Regierung drei Mitglieder des Rettungshundeteams UNAM mit zwei Hunden an der Gedenkfeier teil. Nicht einmal zwei Stunden nach Ende der Feier, Ortszeit 13:14 Uhr, begann das Erdbeben. Als erstes wurde geholfen, Menschen aus Restaurants und anderen öffentlichen Räumen zu evakuieren. Anfangs war es aufgrund der mangelnden Kommunikation sehr schwierig, aber später erfuhr das Team via Funk von eingestürzten Gebäuden in der Nachbarschaft, in der sie sich bereits befand. Ein großes Problem stellten die vielen Bewohner dar, die mit guter Absicht versuchten zu helfen, aber keine Strategie verfolgten. Die Mobilfunkverbindung war sehr dürftig, aber das Funknetzwerk der Universität diente als Hilfe. Eine Grundschule im Süden der Stadt wurde

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besonders schwer vom Erdbeben beschädigt. Der Einsatz war umso dringlicher, da sich Kinder in dem Gebäude befanden. Einige Mitglieder von UNAM durchsuchten mit ihren Hunden die eingestürzte Schule. Zu diesem Zeitpunkt war einer davon bereits IRO zertifiziert, während ein anderer Hund, der an dem Einsatz teilnahm, im Dezember 2017 als IRO einsatzfähig erklärt wurde. Die Hunde schlugen an drei verschiedenen Stellen Alarm. Da UNAM eng mit der Universität zusammenarbeitet und so eine Verbindung zum Monitoring Center der Stadt bestand, erhielt die Organisation viele Informationen von dort aus. UNAM arbeitete bei neun verschiedenen Gebäuden und es traten sechs Alarmierungen auf. Insgesamt wurde in 35 bis 40 Gebäuden Rettungshundearbeit durchgeführt. Die Zahl der Opfer liegt ungefähr bei 200. Da es sich um ein Erdbeben mit größerem Ausmaß handelte, wurden gegen Ende des Einsatzes noch kanadische und argentinische IRO Teams hinzugezogen.

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Photo credit: UNAM

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IRO und INSARAG – eine starke Partnerschaft IRO-INSARAG Beurteiler Chris Pritchard von der „United Kingdom International Search & Rescue” (UKISAR) im Interview

Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen der IRO und der INSARAG (International Search and Rescue Advisory Group) entwickelt und wie lange arbeiten sie bereits zusammen? Die Zusammenarbeit mit INSARAG entstand in den letzten 25 Jahren mit der Teilnahme an INSARAG Veranstaltungen und dem Aufbau von beruflichen und persönlichen Beziehungen innerhalb der INSARAG Community.

Was leistet die IRO für das INSARAG-Netzwerk? Die IRO hat Mitgliedsorganisationen mit Experten, die über umfassende Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich von humanitären Katastrophen weltweit verfügen. Diese Personen unterstützen das INSARAGNetzwerk in folgenden Bereichen: »» Teilnahme an globalen und regionalen Treffen »» Teilnahme an Treffen der Teamleader »» Teilnahme in technischen Arbeitsgruppen

»» setzt die Fähigkeit voraus, an einer Schadstelle arbeiten zu können. »» setzt das Potenzial von Suchhunden und/oder technischer Suche voraus. »» muss ausreichend besetzt sein, um einen 24-Stunden Betrieb an einem Standort für bis zu sieben Tage zu ermöglichen. »»

muss in der Lage sein, seine Teammitglieder (einschließlich Suchhunde, falls vorhanden), sowie aufgefundene Opfer medizinisch behandeln zu können, wenn dies von der Regierung des betroffenen Landes erlaubt ist.

Ein USAR Heavy Team »» setzt ausrüstungs- und arbeitsleistungstechnisch die Fähigkeit voraus, auf zwei unterschiedlichen Schadstellen gleichzeitig arbeiten zu können. »» setzt das Potenzial von Suchhunden und/oder technischer Suche voraus.

»» Entsendung von Mitgliedern als Beurteiler bei INSARAG externen Klassifikationen (IECs) und Reklassifikationen (IERs) von internationalen USAR-Teams

»»

setzt die technische Fähigkeit voraus, Baustahl, welcher typischerweise für die Konstruktion und Verstärkung im mehrstöckigen Gebäuden verwendet wird, zu schneiden.

»» Unterstützung der INSARAG und des Sekretariats als Anlaufstelle für technische Informationen

»»

muss angemessen besetzt und logistisch ausreichend sein, um einen 24-Stunden-Betrieb an zwei unabhängigen Schadstellen für bis zu zehn Tage zu gewährleisten.

»»

muss in der Lage sein, seine Teammitglieder (einschließlich Suchhunde, falls vorhanden), sowie aufgefundene Opfer medizinisch behandeln zu können, wenn dies von der Regierung des betroffenen Landes erlaubt ist.

Wie ist ein Urban Search and Rescue (USAR) Team aufgebaut? Es kann zwischen Medium und Heavy USAR-Teams unterschieden werden (siehe Infoboxen).

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Ein USAR Medium Team

IRO Jahresbericht 2017


Die IRO hat großen Einfluss auf die Entwicklung von RettungshundeOperationen im INSARAG-System.


Welche Schritte müssen von einem USAR-Team auf dem Weg zu einer International External Classification/Reclassification (IEC/R) unternommen werden? Wie können wir uns den IEC/R-Prozess vorstellen? Das externen Bewertungssystems der INSARAG (IEC) verfolgt die Intention ein besseres Verständnis über die einzelnen Fähigkeiten der USAR-Teams zu gewinnen, die sich für internationale Einsätze zur Verfügung stellen. Wenn Teams nach einem bestimmten Standard klassifiziert werden, können die von einer Katastrophe betroffenen Länder besser entscheiden, welches USAR-Team die nationalen Kapazitäten am besten verstärken kann. Beim IEC handelt es sich um einen unabhängigen, nachprüfbaren, freiwilligen Prozess, welcher von der INSARAG die volle Zustimmung erhielt. Das Ziel des IEC/R Prozesses ist es, einen Mindeststandard für internationale USAR-Teams zu definieren, aufbauend auf dem INSARAG-Mandat, um eine effektivere Notfallvorsorge und -reaktion zu ermöglichen und somit mehr Leben zu retten, Leiden zu reduzieren und negative Folgen zu minimieren. Der INSARAG-Mindeststandard für USAR-Einsätze erwartet von den Teams, dass sie diese international entwickelten Verfahren und Systeme nutzen. Die Zusammenarbeit zwischen nationalen USAR-Teams, die ebenso international tätig sind, wird dadurch ermöglicht, um ihr Mandat zu erfüllen. Die IEC/R ist ein anspruchsvoller Prozess, der nicht zu unterschätzen ist. Er erfordert administratives, finanzielles und operatives Engagement der Sponsoring-Organisation, des USAR-Teams, seines Mentors sowie anderer Interessengruppen. Nur so kann diesem zweijährigen Prozess ein Erfolg sichergerstellt werden.

Wie gehen Sie mit Ihrer Verantwortung als IEC / R-Beurteiler um? Als INSARAG-Bewerter übernimmt man eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe. Es braucht Zeit und Hingabe, um diese Rolle zu erfüllen und erfordert Engagement auf höchstem Niveau. Die Kompetenzen des eigenen Fachgebietes müssen stets aufrechterhalten werden und ein umfassendes Verständnis der INSARAG-Methodik ist notwendig. Darüber hinaus ist es erforderlich immer am Laufenden zu sein und über alle Neuerungen Bescheid zu wissen. Dies mit meiner

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Vollzeitfunktion beim Feuerwehr- und Rettungsdienst sowie persönlichen Verpflichtungen in Einklang zu bringen, ist manchmal eine Herausforderung. Es ist die Mühe jedoch wert, denn ich persönlich bin vom INSARAG-System und davon, was es seit seiner Gründung erreicht hat, überzeugt.

Auf welche Momente Ihrer Karriere als Beurteiler schauen Sie gerne zurück? Ich habe mit so vielen tollen Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammengearbeitet. Da gibt es viele schöne Erinnerungen, auf die ich auch noch nach Jahren zurückschauen werde. Jede IEC/R an der ich teilgenommen habe, war ein Erfolg und ich fühle mich geehrt ein Teil des Teams des IEC/R-Bewertungssystems zu sein.

Welche Parallelen ergeben sich bei Ihrer Arbeit als IRO MRT-Beurteiler und als INSARAG IEC/R Beurteiler? Beide Rollen erfordern Diplomatie, Kompetenz und Engagement, um sie gut auszuführen. Die Hauptunterschiede liegen bei den Themen und der Anforderung mit verschiedenen Regierungsabteilungen, etwa auf politischer, strategischer, taktischer und operativer Ebene, zusammenzuarbeiten.

Wie würden Sie die Entwicklung der Rettungshundearbeit in den vergangenen Jahren bewerten und wie sehen Sie die Zukunft? Ich konnte eine privilegierte Position einnehmen und fühle mich sehr geehrt, in den letzten zehn Jahren die IRO als ehemaliges Vorstandsmitglied, Beurteiler und INSARAG-Vertreter repräsentiert zu haben. In dieser Zeit habe ich beobachten können, wie die IRO gewachsen ist, sich weiterentwickelt hat und nun auf der ganzen Welt präsent ist. Die IRO hatte großen Einfluss auf die Entwicklung von Rettungshunde-Einsätzen im INSARAG-System, entweder direkt oder indirekt. Die Kapazitäten wurden ausgebaut und so Einsätze auf der ganzen Welt ermöglicht. Ich wünsche der IRO und all ihren Mitgliedsorganisationen weitere erfolgreiche 25 Jahre.

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IRO-INSARAG Termine 2017 Feb. IEC (INSARAG External Classification): USAR South Africa - Medium 19. - 24.02.2017 (ZA)

Apr. IER (INSARAG External Reclassification): USAID LA County Fire Dpt. USAR TF #2 - Heavy 26.04. - 01.05.2017 (US)

Mai IER: Technisches Hilfswerk (THW) - Heavy 08. - 10.05.2017 (DE)

IER: Hungarian National Organization for Rescue Services (HUNOR) - Heavy 15. - 18.05.2017 (HU)

Aug. IER: Austrian Forces Disaster Relief Unit (AFDRU) - Heavy 25. - 28.09.2017 (AT)

Sep. IER: New South Wales Task Force 2 (AUS-2) - Heavy 25. - 30.09.2017 (AU)


Fortbildungswochenende fĂźr IRO Trainer in Ebergassing

Leistungsrichtertagung 2017 Bild links: Walter Hoffmann (li.) und Resi Gerritsen (re.) Bild unten: IRO Leistungsrichter

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IRO Jahresbericht 2017


So setzt die IRO Standards IRO Leistungsrichter-Tagung 24 Richter der IRO fanden sich am 25. und 26. März zur 15. IRO Leistungsrichter-Tagung in Český Krumlov (CZ) ein. Neu im Richterteam wurde die frischgebackene Leistungsrichterin Rita Leivas Leite (AR) begrüßt. Sie erhielt von Ausbildungsreferent Daniel Sedlák die Urkunde zur Ernennung zum IRO Leistungsrichter. Die Themen Beurteilung, Bringseln, Fährtensuche und Taktik standen im Mittelpunkt und wurden, unter anderem anhand von Videos, von den IRO Richtern Astrid Laner (IT), Jerneja Ternovec (SI), Resi Gerritsen (NL), Walter Hoffmann (DE) und Gerd Thanner (AT) präsentiert. Außerdem wurden organisatorische Neuerungen vorgestellt und die engere Kooperation mit IRO Trainern besprochen.

Vorauswahl für IRO Leistungsrichter-Bewerber Auf der Basis eines neuen Auswahlsystems für Richterbewerber fand am 29. Mai eine Vorauswahl von Bewerbern für die LR-Anwartschaft in

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der IRO Geschäftsstelle in Salzburg (AT) statt. Dieser Vortest bestand aus einer theoretischen Prüfung über IPO-R, Prüfungsinstruktionen und grundlegendes kynologisches Wissen, sowie der Beurteilung von Videoclips, dieIPO-R Übungen zeigen. Vier BewerberInnen konnten den Test erfolgreich abschließen und wurden zur Richter-Anwartschaft eingeladen: »» Daniela Erasmus (AT) »» Pavla Foltynova (CZ) »» Frans Jansen (NL) »» Danielle Richards (BE)

Fortbildungswochenende für IRO Trainer Das jährliche Fortbildungswochenende für IRO Trainer fand zwischen 21. und 22. Oktober in Ebergassing (AT) statt. Für die praktischen Übungen in FL und T stand das ausgezeichnete Trainingsgelände der NRO ÖRV zur Verfügung. Neben den 18 Int. IRO Trainern konnten auch drei der sieben neuen nationalen IRO Trainer dabei sein, die

bestehenden Trainer kennenlernen und ins IRO Trainersystem eingeführt werden. Neben der praktischen Arbeit wurde eine Überarbeitung des Trainer-Handbuchs gestartet. Das Wochenende war wie üblich ein Ort der Kommunikation, des intensiven Erfahrungsund Wissensaustauschs, und der Weiterentwicklung sowohl der Trainer als auch des Trainersystems der IRO insgesamt.

Auswahlprüfung für IRO Trainer-Kandidaten 2017 wurde die 2016 gestartete Trainer-Auswahl abgeschlossen. Das Ausbildungsreferat hielt von 09. bis 10. September in Salzburg und Werfenweng (AT) eine theoretische und praktische Auswahlprüfung für neue IRO Trainer-Kandidaten ab, die von den IRO Bewertern M. Koczera (AT), A. Russegger (AT), J. Ternovec (SI) und G. Thanner (AT) beurteilt wurden. 17 Kandidaten aus Deutschland, Kanada, Taiwan, Kroatien, Slowenien und den Niederlanden nahmen daran teil. 7 Kandidaten konnten sich qualifizieren und

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So setzt die IRO Standards konnten als „nationale IRO Trainer“ in das Ausbildungsprogramm aufgenommen werden. Drei von ihnen nahmen darauffolgend bereits am Fortbildungswochenende für IRO Trainer 2017 teil.

Neue Nationale IRO Trainer:

vorschläge einzuholen. Die Arbeitsgruppe IPO-R, neben dem Leiter Frans Jansen (FCI, NL) bestehend aus Jerneja Ternovec (SI), Walter Hoffmann (DE) und Astrid Laner (IT) für die IRO und Detlef Kühn (DE), Jeremias Janki (CH) und Daniela Erasmus (AT) für den FCI, traf sich 2017 insgesamt sechs Mal.

»» Petra Čovič (HR) »» Tomaž Drazumerič (SI) »» Renate Eberts (DE) »» Pai-hsiu Tsai (TW) »» Brigitte Versterre (NL) »» Edwin de Vries (NL) »» Andrej Žunič (SI)

IPO-R Reform 2017 stand im Zeichen der Überarbeitung der IPO-R. Die Arbeitsgruppe IPO-R konnte sich nach einer intensiven Bearbeitung während des Jahres im November 2017 mit einem Entwurf an die NROs der IRO und LAOs der FCI wenden, um Rückmeldungen und Änderungs-

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Train the Trainers Das Ausbildungsreferat arbeitete 2017 intensiv an Innovationen im Trainingssystem. So wurde im Juni eine Arbeitsgruppe „Train the Trainers“, bestehend aus Rolf Häusermann (CH), Sara Marevic (HR), Hermann Kranz (AT) und Arnold Landauer (AT) eingerichtet. Die Arbeitsgruppe erarbeitete 2017 bei mehreren Online-Treffen und einer Sitzung in Wien unter anderem eine Neuformierung des Trainersystems in Lead Trainer, Internationale Trainer und Nationale Trainer sowie ein zusätzliches Angebot von IRO Kursen für regionale oder NRO Trainer.

WM Qualifikations-Modus Der IRO Vorstand beschloss im September 2017 einen neuen und vereinfachten Modus für die Qualifikation zur IRO Weltmeisterschaft. Grundlage war der Vorschlag einer von Ausbildungsreferent Daniel Sedlák geleiteten Arbeitsgruppe. Eine Reform war erforderlich, da der frühere auf Zuteilungsrunden basierende Modus auf Kritik der NROs stieß und durch die zunehmenden Meldezahlen eine faire Aufteilung der verfügbaren Startplätze immer dringender wurde. Im neuen Modus stehen Leistung und Qualität der RettungshundeTeams im Vordergrund. Als Qualifikation gelten positive Ergebnisse über 250 Punkten in der jeweiligen Sparte aus Int. IRO Prüfungen während eines Jahres vor der WM. Die besten Teams erhalten einen Startplatz für die WM. Zudem können separate Weltmeisterschaften in Lawine und Wasser ausgetragen werden.

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Auswahlprüfung für IRO Trainer-Kandidaten

Die Vorteile des neuen WM-Qualimodus im Überblick:

»» Keine Zuteilungsrunden mehr »»

Jede NRO erhält weiterhin automatisch einen Start- platz für das beste Team und max. drei Startplätze in jeder Sparte

»»

Einer der zugeteilten Startplätze kann durch die IRONRO mit einem anderen, qualifizierten Team ausgetauscht werden

»» Eine „Qualifizierten-Liste“ auf der IRO Website gibt laufend Aufschluss über die aktuelle Reihung der Teams. Damit kann jedes Team seinen Rang auf der Liste und seine Chancen auf eine WM-Teilnahme nachverfolgen

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Vielen Dank, Vladimir! Der hochgeschätzte IRO-Richter Vladimir Kuchta hat sich 2017 von seiner Rettungshunde-Richtertätigkeit zurückgezogen. Der Vorstand möchte hiermit im Namen der Internationalen Rettungshunde Organisation seine Dankbarkeit und Wertschätzung für die langjährige Unterstützung im Dienst der IRO und der Rettungshundearbeit zum Ausdruck bringen, und wünscht Gesundheit sowie das Beste für die Zukunft.

Vladimir Kuchta 47


Der IRO Finanzbericht „Durch die wachsende Zahl unserer Mitgliedsorganisationen ist die IRO gefordert, ihre Aktivitäten und Unterstützung in den Bereichen Ausbildung, Einsatz und finanzielle Förderung zu erweitern. Somit erhöht sich auch der Bedarf an Finanzmitteln. Da die Einnahmequellen in den letzten Jahren unverändert blieben, wurde die Arbeit von Werbung und Marketing intensiviert. Ein weiteres Ziel ist es, die IRO bekannter zu machen und neue Finanzierungskonzepte zu erarbeiten, um die Mittel der IRO nicht mehr nur auf österreichische und auf bewährte Finanzierungsquellen zu beschränken. Demnach konzentriert sich die IRO zukünftig nicht nur auf Förderer und Spender, sondern auch darauf, ihre finanzielle Basis auf internationale Beine zu stellen.“

Charlotte Kranz

Finanzreferentin

Was bewirken die IRO Fördergelder? So fördern wir die Rettunghundearbeit 42,5%

22,5%

€ 178.540,76

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€ 277.730,08

42,5%

€ 337.243,66

35% 22,5%

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Indirekte Unterstützung der NROs Ausbildung (Kurse, Trainings), Einsatz (Modulsystem, MRT), Prüfungen, Arbeitsgruppen (OWG, VWG, IPO-R, Train the Trainers), und vieles mehr Direkte Unterstützung der NROs Fördergeldausschüttung Verwaltung Betriebskosten, Organisations- und Reisekosten, Trainingsanlage, Marketing & PR, Personal

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Einnahmen und Ausgaben der vergangenen fünf Jahre im Vergleich

€ 120 k

€ 100 k

€ 800 k

€ 600 k

€ 400 k

€ 200 k

Einnahmen

nn ah m en 20 A us 13 ga be n 20 13

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Ausgaben

Finanzerträge

Sonstige Ausgaben

Sonstige Einnahmen

Gehälter

Veranstaltungen (Teilnahme- und Prüfungsgebühren)

Reisekosten (Prüfungen, Veranstaltungen, Sitzungen)

Spendeneinnahmen

NRO Fördergelder

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