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POLITIK

Spitzenstandort Litauen

Während die Eurozone insgesamt nur langsam wächst, kann Litauen im abgelaufenen Jahr mit einem BIP-Wachstum von 3,4 Prozent punkten. Inwieweit Litauen diese wirtschaftliche Dynamik einer gezielten Standortpolitik zu verdanken hat, erklärt Milda Darguzaite, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsagentur Invest Lithuania.

Die Weltbank setzt den Wirtschaftsstandort Litauen auf Platz 1 in Mittel- und Osteuropa. 32

Der Wirtschaftsstandort Litauen übt auf deutsche Investoren eine zunehmende Anziehungskraft aus. So entfallen von den kumulierten ausländischen Direktinvestitionen am Standort Litauen in Höhe von 12,1 Milliarden Euro rund zehn Prozent auf deutsche Unternehmen. Deutschland gehört damit schon heute zu den wichtigsten Investorenländern in Litauen. Denn Litauen hat seine Wettbewerbsfähigkeit und damit seine Attraktivität für deutsche Betriebsansiedler in nur wenigen Jahren enorm verbessert. Die Weltbank setzt daher den Wirtschaftsstandort Litauen auf Platz 1 in Mittel- und Osteuropa. Kriterien sind die Abwesenheit staatlicher Barrieren bei der Entfaltung unternehmerischer Aktivität sowie Geschäftsklima und Investitionsbedingungen. Im Vergleich der EU 28 rangiert Litauen auf dem sechsten Platz.

Der Mittelstand. | 2 | 2014

Foto: Andrius Gruzdaitis - Fotolia.com

Deusche Investoren schätzen Schnittstelle zwischen Ost und West


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1.200 deutsche Unternehmen in Litauen vertreten Laut Informationen des Auswärtigen Amts sind rund 1.200 Unternehmen mit deutschem Kapital in Litauen registriert, darunter eine Vielzahl deutscher Mittelstandsbetriebe. Seit seinem EUBeitritt konnte das Land den Anteil der Auslandsinvestitionen, die ins Land geholt wurden, jährlich um durchschnittlich 13 Prozent steigern. Für deutsche Unternehmen, die Auslandsengagements planen, ist sicherlich die wirtschaftliche Struktur der Märkte, die sie erschließen wollen, von entscheidender Bedeutung. So sind mit einem Anteil von 99 Prozent aller Unternehmen die kleinen und mittleren Unternehmen der bedeutendste Wirtschaftsmotor in Litauen. Ein großer Vorteil Litauens sind die niedrigen Lohnkosten. Die Personalkosten betragen nur etwa 20 Prozent des Durchschnitts in Deutschland. Die Körperschaftsteuer in Litauen ist sowohl für KMU als auch für Konzerne attraktiv: Sie beträgt pauschal 15 Prozent und reduzierte fünf Prozent für Kleinstbetriebe und gehört damit zu den niedrigsten innerhalb Europas. Genehmigungsverfahren für Unternehmensgründungen erfolgen in Litauen innerhalb von durchschnittlich sechs Tagen. Die Weltbank setzt Litauen dafür im Vergleich von 189 Volkswirtschaften auf Platz elf. Gut ausgebaute Logistiknetzwerke Ein weiterer Vorzug des Wirtschaftsstandorts Litauen ist die geografische Lage des Landes. Gut ausgebaute Logistiknetzwerke ermöglichen die Sicherstellung einer nachhaltigen Lieferkette und kostengünstige Transporte sowohl nach Westeuropa und Skandinavien, als auch nach Osten, etwa nach Russland oder in die GUSStaaten. Unternehmen haben von hier Zugriff auf einen Absatzmarkt mit über 750 Millionen potenziellen Konsumenten. Der Anteil des Logistik- und Transportsektors am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund zehn Prozent. Das Land verfügt über vier internationale Flughäfen, von denen aus die meisten europäischen Metropolen binnen drei Stunden erreicht werden können, sowie über zwei Abschnitte internationaler Trans-Europa-Routen, auf denen 80 Prozent des europäischen Frachttransportes stattfinden. Für den Seehandel hat sich der eisfreie Hafen in Klaipeda (Memel) an der Ostküste des Baltischen Meeres mit einem jährlichen Frachtumsatz von mehr als 32 Millionen Tonnen etabliert. Auf dem Schienennetzwerk werden jährlich 48 Millionen Tonnen Cargo-Güter transportiert.

Litauen gehört zu den unternehmerfreundlichsten Regionen mit dem höchsten Bildungsniveau und der höchsten Lebensqualität innerhalb Europas. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen neben der Logistik- und Transportbranche gehören das produzierende Gewerbe sowie der Groß- und Einzelhandel. Aber auch bei hochwertigen Dienstleistungen sowie Wissenschafts- und Technologiethemen ist Litauen mittlerweile global konkurrenzfähig: Wissensintensive Bereiche wie Informationstechnologie, Finanzwesen und Versicherungen sowie Personaldienstleistungen sind in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen und repräsentieren heute 44 Prozent aller neuen Betriebsansiedlungsprojekte im Land. Laut World Competitiveness Yearbook gehört Litauen zu den unternehmerfreundlichsten Regionen mit dem höchsten Bildungsniveau und der höchsten Lebensqualität innerhalb Europas. Zudem wird Unternehmertum im Rahmen der Standortpolitik gezielt gefördert, zum Beispiel durch Investitionsanreize für Forschungsund Entwicklungsaktivitäten. Vor dem Hintergrund der Wachstumsperspektiven wird mit weiteren Direktinvestitionen aus den europäischen Partner­ ländern gerechnet. Besonders deutsche Unternehmen sind herzlich willkommen.

Milda Darguzaite Geschäftsführerin, Invest Lithuania www.investlithuania.com

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