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ZUM SCHLUSS

AUSGABE 06 | NOVEMBER 2013

HÄTTEN SIE GEWUSST, DASS

ABER HALLO!

...die Zahl der Millionäre in Spanien seit Ausbruch der Krise um 13 Prozent gestiegen ist?

Guter oder schlechter Winter?

A

J

a, ja, man glaubt es kaum. Doch tatsächlich leben in diesem Land – nach Angaben der Schweizer Kreditbank (woher wissen die das eigentlich?) – rund 402.000 Personen, deren Vermögen die Eine-Million-Dollar, rund 720.000 Euro, überschreitet. Und das sind schlappe 47.000 Millionäre mehr als noch vor fünf Jahren. „Was mache ich eigentlich falsch?“, hören wir jetzt gefühlte 99 Prozent aller INSELZEITUNGSLeser insgeheim denken. Na, da fragen Sie doch bitte mal Ihre Nicht-Millionärskollegen in den USA. Dort sollen nämlich gleich unglaubliche zwei Millionen Millionäre mehr wohnen als 2008. Oder in Frankreich (plus 250.000 Millionäre), Deutschland (plus 180.000 Millionäre), China, Italien, Kanada, Belgien, der Schweiz, etc... oÉÇ~âíáçå

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uf Mallorca dreht sich mal wieder alles um die Tourismusbranche. Von ihr hängt ab, ob die regionale Wirtschaft läuft oder eher stockt. Insbesondere im Winter, wenn in vielen Hotels die Lichter ausgehen. Erstaunlich ist, wie gegensätzlich derzeit die Prognosen in der Branche für die kommenden Wochen und Monate stehen. So verkündete Landestourismusminister Carlos Delgado Anfang Oktober, dass die Zahl der ausländischen Urlaubsgäste von November bis April 2014 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um mindestens acht Prozent steigen werde. Das hört sich doch schon mal gut an. Dumm nur, dass Hoteliers, Reiseveranstalter und Fluggesellschaften (siehe auch Seite 4 und 5) vom Gegenteil

© Catprint Media GmbH

überzeugt sind. Ihren Einschätzungen zufolge wird die Zahl an Nebensaison-Touristen in den kommenden Monaten um mindestens 9 Prozent sinken. Schuld daran tragen nach Ansicht der Hotels ausschließlich die Airlines, die ihre Winterflugverbindungen auf die Insel in diesem Jahr erneut zusammengestrichen hätten. Vertreter der Fluggesellschaften schieben wiederum den Hoteliers die Schuld an der lauen Wintersaison auf Mallorca in die Schule. Denn ohne offene Urlaubsunterkünfte, bräuchte man auch keine Touristen auf die Insel zu transportieren. Vergessen haben alle Beteiligten bei der Streiterei jedoch, dass sie nur gemeinsam eine Lösung für die längst überfällige Saisonentzerrung auf der Insel finden können. fw

ARRIBA & ABAJO

Spritsteuer illegal?

HOHN-SPIEGEL

Nirgendwo sonst in Spanien müssen Autofahrer beim Tanken so tief in die Tasche greifen wie auf Mallorca. Schuld daran trägt neben der Insellage vor allem der von der Landesregierung im vergangenen Jahr eingeführte “Solidaritätscent”, eine Sondersteuer auf den Benzinpreis, mit der die Regierung Bauzà das marode Gesundheitswesen sanieren will. Doch die scheint gegen bestehendes EU-Recht zu verstoßen. So untersucht man derzeit in Brüssel, ob die Spritsteuer auf den Balearen mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müsste Landespremier Bauzá die Abgabe kippen.

¡S I!

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Glotzen statt Klettern

ie mit der Verwaltung der Burg von Alaró beauftragte Stiftung erweitert ihr Angebot um ...eine WebCam“, titelte die Zeitung “Ultima Hora” am 8. Oktober in ihrer Online-Ausgabe. Was für eine – auf den ersten Blick – gähnend langweilige Schlagzeile ist das denn? Dass man in einer Zeit, in der jeder dritte Smartphone-Besitzer bereits ein einfältiges Video von der Temperaturanzeige seines Ford Fiesta ins Facebook

stellt, überhaupt noch über unscharfe Standbild-Streaming-Anlagen berichtet, sei einmal dahin gestellt. Wir fragen uns ja auch eher, was die Verwalter der Burgruinen von Alaró mit ihrem LiveView-Angebot eigentlich bezwecken. Schließlich gilt das Castell insbesondere unter ausländischen Wanderstiefel-Freaks seit Jahren als Art Trekking-Mekka für sonst eher langweilige Sonntagnachmittage. Die Antwort liegt, der Insel-kundige

Leser ahnt es schon, etwa 100 Meter unter dem Castell. Dort, in dem Restaurant “Es Verger” versacken nämlich geschätzte 80 Prozent aller Bergsteiger auf ihrem Weg zur Burg gewöhnlich bei Lammschulter, Hierbas und billigem Tischwein. Die können jetzt dank der Web-Cam zumindest mit ihrem Handy einen Blick auf die unerreichten Höhen werfen, während sie mit dickem Bauch und rotem Kopf wieder nach Hause stolpern.

Arme Balearen-Bürger

Nach jüngsten Studien leben rund 18,5 Prozent der Einwohner auf den Balearen an der Armutsgrenze. Grund dafür ist vor allem die beunruhigend hohe Zahl von Langzeit-Arbeitslosen, die keine finanzielle Unterstützung mehr vom Staat erhalten. Von dieser dramatischen Situation betroffen sind derzeit etwa rund 100.000 auf den Inseln lebende Menschen. Karitative Verbände und Organisationen suchen daher dringend nach Unterstützung in Form von Sach- und Geldspenden.

¡N O!

Die Inselzeitung November 2013  

Die Inselzeitung für Mallorca im November 2013 Lesen Sie was auf Mallorca so los ist, Golf, Nautik, Mode, Inselgeschichten und vieles mehr.

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