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Zeitschrift f端r die Mitarbeitenden des Inselspitals Heft 2 | Mai 2013

Gemeinsam.


Inhalt | Gemeinsam Care Team Das Care Team betreut Angehörige von Unfallopfern, die im Seite 8 ­Inselspital hospitalisiert wurden.

Personalberatung vernetzt Eine umfassende Betreuung der Hilfesuchenden bedingt die KoSeite 10 operation mit Fachstellen. 

Charta für Chirurgen Die Schweizerische Gesellschaft für Chirurgie SGC lanciert eine Seite 13 Charta gegen unzulässige finanzielle Anreize.

Impressum

Alfa-Pumpe

Herausgeberin:

Alfa-Pumpe für Leber-Patienten: mehr Lebensqualität und eine Seite 15 Win-win-win-Situation.

Inselspital Bern

Finanzielle Perspektiven

Redaktion & Gestaltung: marianne.kaiser@insel.ch (mak)

Der Finanzplan für den Zusammenschluss des Inselspitals (ISB) mit Seite 16 der Spital Netz Bern AG (SNBe).

markus.haechler@insel.ch (hac)

Fachstelle Klinische Ethik

Abonnemente & Adress­

Inselspital und Spital Netz Bern AG erarbeiten gemeinsame StrukSeite 18 turen.

verwaltung:

annemarie.glaser@insel.ch (ag)

redaktion@insel.ch oder via Intranet Inserate: rubmedia, Wabern/Bern Telefon 031 380 14 90 zeitschriftenverlag@rubmedia.ch Bilder: Susi Bürki, Pascal Gugler, FGZ Druck:

Ausserdem

Rubriken

4 Zentrum Herz/Gefäss

25 Berufe

4 Masterplan

27 EigenART

6 Raphaël Vorpe am GP

27 Kolumne

7 Nuklearmedizin

28 Fundsache/Gesundheitstipp

20 Nachdiplomstudien Pflege

29 Es war einmal

21 Das «Hegeloch»

31 Personelles

23 Tag Klinische Forschung

34 Die Box/Wettbewerb

23 Buchtipp

35 Cartoon

24 Forschen am Himalaya

36 Kulinarische Begegnung

26 Gesundheitstage 30 Efeu und Seidenbiene

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rubmedia, Wabern/Bern www.rubmedia.ch Druck auf FSC-Papier Erscheinungsweise: 5 Ausgaben pro Jahr Auflage: 8000 Exemplare Redaktionsschluss: Nr. 3/2013: 27.05.2013 © 2013 Inselspital


Editorial | Dr. Urs Birchler, Direktionspräsident

Warum gemeinsam?

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in Spital ist eine Unternehmung, die nur erfolgreich sein kann, wenn die verschiedenen Individuen und Berufsvertreter, die unterschiedlichen Funktionen und Fachdisziplinen aktiv zusammenarbeiten. Das gilt für ein grosses Zentrumsspital mit einer Grosszahl von Spezialdisziplinen noch vermehrt. Und für ein Universitätsspital, in dem die Patientenversorgung (medizinische Dienstleistung) sowie Lehre und Forschung Hand in Hand gehen müssen, ganz besonders. Ich weiss, das sind Allgemeinplätze. Trotzdem weise ich darauf hin. Denn im Alltag müssen wir diesem Erfolgsfaktor immer wieder zum Durchbruch verhelfen, weil das Hand-in-HandArbeiten über Berufsgruppen und Spezialdisziplinen hinweg zeitlich und mental oft aufwändig ist und gegenseitige Rücksicht

verlangt. Wir sind gezwungen, nicht nur menschlich und qualitativ hervor­ragende Leistungen zu erbringen, sondern auch den Kriterien der Wirtschaftlichkeit besondere Beachtung zu schenken. Wir haben am Inselspital mit der Einführung der SwissDRG das System der finanziellen Führung weiterentwickelt (Projekt WEFF). Ziel ist, das wirtschaftliche Ergeb-

um: Wenn jede Einheit ihr wirtschaftliches Ergebnis optimiert, ist das auch das Optimum für das ganze Spital? Auf der anderen Seite können wir die einzelnen Einheiten nicht aus der Pflicht entlassen, möglichst wirtschaftlich zu handeln! Die Spitalleitung und die erweiterte Spital­ leitung beschäftigen sich im Rahmen der Budgetvorgaben 2014 mit der Frage: Wie

«Das Hand-in-Hand-Arbeiten ist mental aufwändig und verlangt gegenseitige Rücksicht.» nis für jede Einheit bzw. für jedes Ergebniscenter im Budget als Soll-Grösse vorzugeben. Jedes Ergebniscenter optimiert sein Wirtschaften. Folgende Frage treibt mich

gelingt der gemeinsame Spagat von der Optimierung im Einzelnen zur Gesamt­ optimierung? o

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Aktuell

Zentrum für Herz- und Gefäss­ patienten Ab 2020 erhalten die Herz- und Gefässpatienten des Inselspitals ihre Behand­ lung aus einer Hand unter einem Dach: Das Schweizerische Herz- und Gefässzentrum schafft kürzere Wege und bindet die Forschung noch besser in den Klinikalltag ein.

Erfolgszahlen Das Inselspital führt bereits heute das grösste Herzund Gefässzentrum der Schweiz mit folgenden Eckzahlen: »» Pro Jahr rund 1300 grosse Operationen am offenen Herzen. »» Über 400 Operationen an der Hauptschlagader. »» 5200 Herzkatheteruntersuchungen und über

2012 betreute das Inselspital Bern knapp 30 000 Herz- und Gefässpatienten aus der ganzen Schweiz – und führt damit das landesweit grösste Zentrum dieser Art. Ab 2020 werden die drei Universitätskliniken für Angiologie (Gefässmedizin), für Kardiologie (Herzmedizin) und für Herz- und Gefässchirurgie ihre Patienten gemeinsam im Neubau des Schweizerischen Herz- und Gefässzentrums (SHGZ) betreuen. Das SHGZ ist der erste Neubau im Rahmen des Jahrhundertprojekts «Masterplan», das die Entwicklung des Inselspitals für die nächsten 50 Jahre stadtplanerisch und baurechtlich sichert.

2500 kathetergestützte nichtchirurgische Interventionen, wie Herzkranzgefässdilatation (Stenting), Herzfehlerkorrektur und Herzklappenersatz. Damit bewegt sich Bern in der Grössenordnung von München oder Rotterdam. Beim PFO-Verschluss (Verschluss des Lochs in der Scheidewand zwischen linkem und rechtem Vorhof des Herzens als Hirnschlag-Prophylaxe)

Neubau ist unerlässlich Das Inselspital baut das SHGZ unabhängig vom politischen Entscheid über die Herztransplantationen und mit eigenem Geld. Prof. Andreas Tobler, Ärztlicher Direktor des Inselspitals: «Wir wollen in die Zukunft investieren.» Der Neubau ist zwingend; eine teure Sanierung des über 40-jährigen Bettenhochhauses bei laufendem Betrieb ist keine Alternative. Die Grobkostenschätzung für den Neubau – wo das SHGZ 60 Prozent der Fläche belegen wird – beläuft sich auf rund 440 Millionen Franken inklusive Kostenanteil für den geplanten Abriss des Bettenhochhauses ab 2025. Weltweit geht der Trend in die Berner Richtung: Zentrenbildung, um die nötigen Fallzahlen und Qualitätsergebnisse und die Auslastung der kostenintensiven Infrastruktur zu gewährleisten.

und Verschluss des «Vorhof-Ohrs» (Alternative zur Blutverdünnung bei Vorhofflimmern) ist das Inselspital weltweit führend. »» 12 800 Behandlungen bei Gefässkrankheiten; Jahreswachstum 10 bis 15 Prozent. Bei der Behandlung von Beinvenen-Thrombosen, Lungenembolien und Gefässmissbildungen beträgt der Anteil der ausserkantonalen Patienten über 55 Prozent. »» In der Herz- und Gefäss-Forschung publizierten Berner Forscher 2009/2010 245 Originalarbeiten, die bis Ende 2012 4545-mal international zitiert

Alles aus einer Hand SHGZ-Projektleiter Prof. Paul Mohacsi, Leiter Herzinsuffizienz und Herztransplantation, nennt die Vorteile des neuen Zentrums für die Patienten: «Bereits heute bekommen sie die Behandlung aus einer Hand, aber räumlich verzettelt. Mit dem Neubau können wir die interdisziplinären Behandlungen zusammenführen, die Wege und Behandlungs­ zeiten verkürzen und Kosten sparen.» Mit der Schaffung zusätzlicher Forschungsplätze in Patientennähe wird zudem dafür gesorgt, dass die Patienten noch schneller von den Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung profitieren und das SHGZ die fähigsten Nachwuchskräfte rekrutieren kann. (hac)

wurden. Zusammen mit dem Forschungszentrum Artificial Organs (ArtOrg) der Universität Bern betreut das Inselspital den zukunftsträchtigen Schwerpunkt der Kunstherz-Entwicklung. »» Dank systematischer Nachwuchsförderung versorgt das Inselspital zudem grosse Teile der Schweiz mit medizinischen und operationstechnischen Fachleuten.

Mit dem Masterplan in die Zukunft

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Wie sich das Areal des Berner Inselspitals in den nächsten 50 Jahren entwickeln soll, beantwortet der Masterplan.

Filmbeitrag unter www.insel.ch Insel­ spital / Über das Inselspital / Hauszeit­ schrift

In einem Filmbeitrag sind die Entwicklungen und nächsten Schritte dargestellt. Zudem äussern sich der Stadtpräsident von Bern, Alexander Tschäppät, und der Projektleiter Masterplan des Inselspitals, Andreas Walter. (mak)

Scannen Sie den Code ein, und Sie gelangen zum Film.


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Aktuell

Verstärkung für das Insel-Grand-Prix-Team Raphaël Vorpe, technischer Bioanalytiker in der morphologischen Hämatologie, hat sich für den diesjährigen Ironman in Hawaii qualifiziert. Wie kommt man zu diesem Meilenstein des Triathlons? Von Simone Wegmüller

Herr Vorpe, Sie haben dieses Jahr grosse Pläne. Daneben arbeiten Sie 100% im ­Inselspital als technischer Bioanalytiker. Wie bekommen Sie das Training und die Arbeit unter einen Hut?

Die unregelmässigen Arbeitszeiten im Labor kommen mir für das Training entgegen, ich kann die Trainingseinheiten neben den Arbeitseinsätzen einplanen. Im Winter arbeite ich etwas mehr, trainiere dafür etwas weniger. Diese vorgeholte Zeit nutze ich dann im Sommer für längere Trainings und Auslandwettkämpfe. Wie qualifiziert man sich für den IronmanTriathlon in Hawaii?

Die Qualifikation läuft über 28 Wettkämpfe auf der ganzen Welt, bei denen anteilsmässig alle Altersklassen Startplätze gewinnen können. Ich habe mich damit letztes Jahr in Wales qualifizieren können. Für mich, wie für die meisten Triathleten, ein Traum, der in Erfüllung ging. Ein Triathlon braucht auch immer viel Equipment, eine kostspielige Angelegenheit. Wie finanziert sich das?

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Das stimmt, ja. Auch wenn ich daneben arbeite, brauche ich immer wieder Sponsoren für Verschleissmaterial, wie das Fahrrad, die Kleidung oder den Helm. Auch die Reisen und die Verpflegung vor Ort sind oft kostspielig. Sie laufen dieses Jahr für das Inselspital den Grand Prix Bern, das freut uns sehr!

Ich habe mit dem Grand Prix eine gute weitere Standortbestimmung über meine Leistung. Das ist wichtig im Hinblick auf den Ironman in Kona, Big Island, Hawaii, der einer der anstrengendsten ist. Ich werde mich weiter im Sommer bei Trainings in Italien an die Hitzebedingungen gewöhnen und noch weitere Einzelwettkämpfe und Triathlon bestreiten. Gleichzeitig werden wir für Sie an unserem GP-Stand einen Platz freihalten für Ihre Sponsoringanfrage, so können wir uns für Ihren Einsatz für die Insel erkenntlich zeigen.

Ich freue mich, in diesem Rahmen vielleicht den einen oder andern Sponsor kennenzulernen, der mich für den Ironman in Hawaii unterstützt. Es gibt verschiedene

Werbeflächen, zwischen 500 und 2000 Franken, auf der Brust, auf der Körper­seite oder dem Oberschenkel.  o

Infobox Name: Raphaël Vorpe Ziel: Ironman Hawaii Ein Sponsoring finanziert: Material, Verpflegung Details und Kontakt: http://raphaelvorpe.weebly.com Der Ironman Hawaii: findet seit 1978 jedes Jahr in Kona auf dem Big Island der Inselgruppe Hawaii statt und gilt als einer der schwierigsten Ausdauerwettkämpfe der Welt. Er ist der älteste und gleichzeitig spektakulärste Triathlon der Welt und damit das höchste Ziel der meisten Triathleten. 4 km Schwimmen, gefolgt von 180 km Velofahren und 42 km Laufen gilt es zu absolvieren. Qualifizieren können sich die Athleten an 28 verschiedenen Ironman-Ausscheidungswettkämpfen weltweit, einige davon führen nur über die halbe Distanz (Ironman 70.3).


Aktuell

Nuklearmedizin und PET Diagnostik profitieren Zwischen Juni und Juli beziehen die Universitätsklinik für Nuklearmedizin und die PET Diagnostik Bern AG ihre neuen Räumlichkeiten im INO B. Der Umzug führt zu verschiedenen Verbesserungen für Patienten, zuweisende Kliniken sowie Mitarbeitende. Welche Dienstleistungen bieten die Universitätsklinik für Nuklearmedizin und die PET AG?

Die Nuklearmedizin führt Untersuchungen und Behandlungen an Patienten mit radioaktiven Medikamenten durch. Dazu gehört auch der Strahlenschutz mit seinen medizinischen, physikalischen und biologischen Grundlagen. Eine wesentliche Aufgabe ist die Funk­ tionsbeurteilung von Organen und Geweben, z.B. des Herzens oder des Knochens. Nuklearmedizinische Untersuchungen stellen verschiedene Körperfunktionen, z.B. verschiedene Stoffwechselwege oder die Durchblutung, bildlich dar. Die dazu verwendeten Untersuchungssubstanzen werden in äusserst geringen Mengen verabreicht und beeinflussen somit die natürliche Funktion der Organe praktisch nicht. Jährlich werden weltweit millionenfach nuklearmedizinische Untersuchungen durchgeführt. Sie sind sicher und mit wenig Unannehmlichkeiten verbunden. Neben normalen Szintigrammen führt die Nuklearmedizin Untersuchungen in Schnittbildtechnik als SPECT bzw. SPECT-CT oder PET-CT durch und bietet UltraschallUntersuchungen des Halses, insbesondere der Schilddrüse, an.

flow anderer Kliniken, so z.B. die Lungen­ szintigraphie als Notfalluntersuchung bei Verdacht auf Lungenembolie. Durch die Anordnung der Räume und die Ausrüstung mit neuester Gerätetechnik werden optimierte Patientenabläufe und geringere Wartezeiten zwischen den Untersuchungsabschnitten möglich. Welche Qualitäts- und Leistungs­ verbesserungen sind im INO geplant?

Die gesamte Abteilung erhält eine neue Infrastruktur und wird dadurch erheblich modernisiert. Stationäre Patienten können im INO besser betreut werden. Die Schilddrüsen-Ambulanz erhält deutlich mehr Platz und ist näher bei den Patienten. Mit dem INO-Bezug werden auch drei neue Geräte in Betrieb genommen. Somit können die modernsten Untersuchungsmethoden eingesetzt werden. Die PET-Patienten erhalten eigene Wartekojen

und dadurch mehr Privatsphäre. Darüber hinaus wurde der Laborbereich modernisiert und erweitert. Nach dem Bezug wird die Nuklearmedizin am Inselspital über einen der modernsten Geräteparks der Schweiz verfügen. Auch den Belangen des Strahlenschutzes für Patienten und Personal trägt die neue Infrastruktur Rechnung. Durch die speziell auf die nuklearmedizinischen Untersuchungen abgestimmte Belüftungsanlage und Bleiabschirmungen in den Wänden sowie den Anschluss der Sanitäranlagen an die Abwasser-Abklinganlage wird der Strahlenschutz in allen Aspekten den heutigen Erkenntnissen und Anforderungen entsprechen.  o Autoren: Prof. Dr. med. Thomas Krause, Klinikdirektor und Chefarzt Universitätsklinik für Nuklearmedizin Sarah Goetschi, Betriebswirtschaftliche Mitarbeiterin Fachteam DRNN

Differieren die Prozesse im INO zu den heutigen Prozessen?

Durch die räumliche Nähe der neuen Nuklear­medizin im INO direkt neben dem Universitätsinstitut für diagnostische, interventionelle und pädiatrische Radiologie verkürzen sich die Wege der Patienten aus dem Bettenhochhaus erheblich. Der umständliche Transport zur Nuklearmedizin über die Aussenfläche entfällt. Die Nähe zu den Einrichtungen im INO erlaubt auch eine bessere Integration von nuklearmedizinischen Untersuchungen in den Work-

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Gemeinsam

Care Team: Die guten Geister vom S1 Von einer solchen Katastrophenübung träumt jeder Krisenmanager: positive Rückmeldungen im Totalbereich. So geschehen beim Ersteinsatz des inseleigenen Care Teams. Von Markus Hächler

Z

uerst explodiert ein Industr iegebäude. Die Sanitätspolizei transportiert Dutzende Verletzter in die Spitäler. Manche liefern sich gleich selber im Universitären Notfallzentrum UNZ ein. Der Notfall-Empfang quillt über vor Verletzten, Sanitätern, Angehörigen, Ärztinnen und Pflegenden. Optisch das totale Chaos. So wäre es im Ernstfall. Am 13. Juni 2012 ging es «nur» um eine Übung von Insel­ spital und Sanitätspolizei im neuen Intensiv-, Notfall- und Operationszentrum INO kurz vor dessen Inbetriebnahme. In der neuen Umgebung betraten alle Neuland. Insbesondere das Care Team des Kataplans, der spitalinternen Organisation für den Katastrophenfall: Es war erstmals im Einsatz.

Seelsorger Pascal Mösli um die Fragen, Sorgen und Nöte der Angehörigen. Sie hörten ihnen zu, beschafften Informationen und sorgten auch für ihr leibliches Wohl. Die Angehörigen wurden von Figuranten gespielt. Im Gegensatz zu den schauspielernden «Patienten» waren sie nicht furchterregend wie Zombies geschminkt, verhielten sich aber durchaus situationsgerecht. Care-Team-Chef Pascal Mösli: «Wir waren gefordert!» Dabei zeigte sich sehr schnell: Das Care Team des Inselspitals ist in der Lage, in einer Krisensituation sehr viele Angehörige zu betreuen. Die Grossübung half zudem, erste Verbesserungen in der Infrastruktur und Organisation einzuleiten. So erhält die Einsatzleitung des Care Teams im Ernstfall im S1 einen separaten Raum für die Rapporte.

Zuhören, informieren, verpflegen

Hohe Zufriedenheit

Seine Aufgabe: Notfallpsychologische Betreuung der An­ gehörigen von Unfallopfern, die im Inselspital hospitalisiert wurden, und dadurch Entlastung des medizinisch-pflegerischen Notfallbetriebs. Im S1, dem obersten Stock des Bettenhochhauses – in INO-Nähe, aber doch an einem geschützten Ort – kümmerten sich 40 Spezialisten und Freiwillige unter der Einsatzleitung von

Zur Auswertung des Erst­ einsatzes liess Pascal Mösli die «Angehörigen», die Mitglieder des Care Teams sowie drei externe Beobachter (Helmut Paula, Projektleiter Riskmanagement in der Ärztlichen Direktion, Franz Bucher von Care Link und Lucia Hauser, Seelsorgerin des Universitätsspitals Basel) Fragebögen ausfüllen. Das Ergebnis ist eindrücklich:

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»» 89 Prozent der Figuranten fühlten sich gut betreut, die restlichen 11 Prozent zumindest teilweise. »» 86 Prozent der an der Übung beteiligten Kataplan-Mitglieder erlebten die Zusammenarbeit mit dem Care Team als reibungslos. »» 80 Prozent der Team-Mitglieder empfanden die Aufträge als klar und die Abläufe als gut funktionierend.

ein inselinterner Arzt zugeteilt. Denn auch die Angehörigen können in dieser Situation regelrecht zusammenklappen und brauchen dann medizinische Hilfe. »» Auftragserteilung und Wording werden soweit möglich standardisiert.

Erste Lehren gezogen

Jedes Jahr ein «WK»

Gestützt auf die Übungsauswertung gab es erste Änderungen im Ablauf und in den Zuständigkeiten:

Jedes Jahr findet eine halb­ tägige Fortbildungsveranstaltung für Inselmitarbeitende und Freiwillige statt. Ziel: die Kompetenzen in der Betreuung und der Organisation vertiefen und den Zusammenhalt im Team pflegen. Neu eintretende Mitglieder des Care Teams werden in einer Einführungsveranstaltung in die Aufgaben und die Organisation eingeführt. o

»» In den Eingangsbereichen des Erwachsenen- und des Kinder-Notfalls wird je ein Stützpunkt für das Care Team eingerichtet, damit seine Präsenz im Notfall verstärkt und der Kommunikationsfluss erleichtert werden kann. »» Die Personalien der Angehörigen werden via Fragebogen erfasst. Das strukturiert die Anfangssituation und erleichtert die administrativen Abläufe. Pascal Mösli: «Struktur ist in einer solchen Ausnahmesituation enorm wichtig.» »» Dem Betreuungszentrum des Care Teams im S1 wird für die medizinische Betreuung von Angehörigen

Weitere Erkenntnisse werden in die Fortbildungen für das Care Team und dessen Einsatzleitung einfliessen.

Mitarbeit? Interessiert an der Mit­ arbeit im Care Team? Pascal Mösli gibt gerne Auskunft: pascal.moesli@insel.ch, Tel. intern 2 28 44


Stimmen aus dem Care Team

Liliane Jeangros, Sozialarbeiterin: «Mein Beruf bedeutet, in beratender und unterstützender Form tätig zu sein, deshalb bin ich gerne auch im Care Team mit dabei. Die Kata-Übung vom Juni 2012 war ein wichtiges Training, wo ich das Gelernte erstmals praktisch anwenden konnte. Es fühlt sich ganz anders an, wenn man nicht nur diskutiert, sondern übt. Ich bin aber sicher: Das echte Ereignis wird noch viel hektischer sein.»

André Flury, Spitalseelsorger: Als Seelsorgende erleben wir täglich kleinere Katastrophen: ein schwerer Unfall, ein Hirntumor, Arbeitsverlust wegen psycho­ somatischen Schmerzen, ein Sui­ zidversuch… Es ist wichtig, dass auch die Angehörigen eine professionelle Unterstützung erhalten. Das hilft ihnen, die Krise auszuhalten und zu überwinden, und vermindert die Gefahr posttraumatischer Belastungsstörungen.»

Mischa Anja Oesch, Notfallpsychologin: «Ich bin schon lange für CareLink tätig und gebe Schulungen beim Care Team Kanton Bern. Daher ist es nur logisch, auch beim Care Team der Insel mitzumachen. Meine wichtigste Erfahrung aus meinem ersten Care-Einsatz vor sieben Jahren: Vergiss das HandyLadegerät nicht!»

Marie-Therese Sommer, Leitende Pflegefachfrau: «Ich finde es toll, dass das Inselspital seit einem Jahr über ein eigenes Care Team verfügt, in dem ich als ausgebildete Betreuerin einen freiwilligen Einsatz leisten kann. Ein sinnvoller Beitrag unseres Unispitals für die Gesellschaft!»

Lob vom Fachmann Franz Bucher ist Geschäfts­ führer von CareLink* und war am 12. Juni 2012 externer Beobachter.

Herr Bucher, sind Sie ­zufrieden? Ja, das Care Team des Insel­­ spitals hat die Aufgabe gut gemeistert.

Warum? Die Betreuerinnen und Betreuer gingen gut auf die Bedürfnisse der Angehörigen ein. Auch an Getränke und Sandwiches wurde gedacht! Die Führung war trotz ungünstiger räumlicher Verhältnisse sicht- und spürbar. Und die Begleitung der Betreuten von einem Ort zum andern funktionierte trotz Bauarbeiten.

Weshalb ist die gute Betreuung von Angehörigen in der KataSituation besonders wichtig? Koordinierte Informationen vermindern die Verunsicherung bei Betroffenen und Betreuern. Koordinierte Care-Massnahmen statt Einzelaktionen reduzieren den Aufwand und den Wirrwarr für die Angehörigen. Die kundenorientierte Haltung im Alltag wird auch in schwierigen Situationen aufrechterhalten. Das ist erst recht wichtig! Und last but not least: Angehörige fühlen sich ernst genommen, haben auf Wunsch Gesprächspartner und finden Orientierung, also Struktur. Sie finden dadurch meist selbst Wege, wie es weitergehen soll. *Der Spin-off der ehemaligen Swissair unterstützt Unternehmungen bei der Krisenvorsorge; er unterhält eine Krisen-Hotline.

Ich war gesamthaft zufrieden mit der  Betreuung

Stimmt zum Teil 11% Stimmt 58% Stimmt sehr 31%

Fakten und Zahlen »» Innerhalb von sechs Stunden können 12 schwerverletzte Patienten aufgenommen werden. »» Pro Patientin ist mit fünf Angehörigen zu rechnen, innerhalb von sechs Stunden also mit rund 60 Angehörigen. »» Die Betreuung von 60 Angehörigen erfordert rund 15 Betreuende. »» Um im Ernstfall 15 Betreuende rekrutieren zu können, muss das Care Team rund drei Mal so gross sein, also etwa 45 Personen.

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Gemeinsam

Personalberatung eng vernetzt Die Personalberatung des Inselspitals (PBI) arbeitet mit unterschiedlichsten Organisationen der Stadt und Region Bern zusammen. Eine umfassende Betreuung der Hilfesuchenden bedingt Kooperation und Zusammenarbeit mit Fachstellen. Von Ilana Ganzfried und Sylvia Pürro, Personal­ beratung Inselspital

N

eben vielen Kurz­ i n ­t e r v e n t i o n e n ist die Personalberatung des Inselspitals als vertrauliche Anlaufstelle immer wieder mit äusserst komplexen Problemstellungen von Angestellten konfrontiert. Dabei sind meistens verschiedene Lebensbereiche betroffen, die sich wechselwirkend beeinflussen: Probleme am Arbeitsplatz, Schwierigkeiten im Privatleben, aber auch gesundheitliche Beschwerden. Die PBI ist bestrebt, zusammen mit den Betroffenen die Promleme möglichst nachhaltig zu lösen. Das Vorgehen wird auf die Bedürfnisse und Ressourcen der Mitarbeitenden abgestimmt mit dem Ziel, sowohl die Gesundheit wie auch die Leistungsfähigkeit der Hilfe­suchenden zu erhalten. Die enge Zusammenarbeit mit inselinternen Stellen (HR Business Partner, Personalärztlicher Dienst, Rechtsdienst, Case Management, Vorgesetzte) ist für eine lösungsorientierte Arbeitsweise von grosser Bedeutung – selbstverständlich nur in Absprache mit den betroffenen Mitarbeitenden. Daneben muss aber auch oft die Zusammenarbeit mit externen Fachstellen koordiniert werden.

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Spezialisierte Fachstellen Der Fall von M.D. kann als Beispiel dienen. Der 38-jährige angolanische Pflegeassistent ist von seiner Vorgesetzten wegen Konzentrationsschwierigkeiten auf die interne Anlaufstelle aufmerksam gemacht worden. Der seit 14 Jahren mit einer Schweizerin verheiratete Vater von zwei Kindern berichtet der PBI von finanziellen Sorgen, Konflikten mit der Ehefrau sowie Schulschwierigkeiten des älteren Sohnes. Herr D. leidet seit einigen Monaten an Schlafstörungen. Eines der im letzten MAG festgehaltenen Ziele, die Verbesserung seiner Deutschkenntnisse, konnte er immer noch nicht umsetzen. Er fühlt sich unter Druck und hat Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Bei einer komplexen Schuldensituation wie derjenigen von Herrn D. und dessen Familie arbeitet die PBI eng mit der Schuldenberatung Bern zusammen. Mit dieser besteht seit 2013 ein Kooperationsvertrag für die Mandatsübernahme bei besonders aufwendigen Fällen. M.D. hat sich nach eingehenden Gesprächen in der PBI entschieden, zusammen mit seiner Frau eine weitere externe

Stelle zu besuchen, um mit professioneller Hilfe die Konflikte in der Ehe anzugehen. Hier kommt die langjährige Zusammenarbeit der PBI mit den Paar- und Familientherapeuten der Ehe- und Fami­ lienberatung Bern ins Spiel. Sollte es zu einer Trennung von M.D. und seiner Frau kommen, wird die PBI mit der Frabina Kontakt aufnehmen, der Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare. Dort können die Eheleute bei einer Trennungsvereinbarung auch in Herrn D.s Muttersprache beraten werden, was für die Akzeptanz einer gemeinsamen Vereinbarung nicht zu unterschätzen ist. Daneben muss Herr D. den Anforderungen der Abteilung gerecht werden und die Verbesserung der Sprachkompetenz angehen. Es gilt, einen qualitativ hochstehenden, den Arbeitszeiten angepassten Deutschkurs zu organisieren. Hier hat sich die Zusammenarbeit der PBI mit der Informationsstelle für Ausländerinnen- und Ausländerfragen (isa) bewährt. Ihre Kurse sind dank kantonalbernischen Subventionen relativ günstig und könnten bei Bedarf auch noch durch Drittmittel oder den

i­ nternen Sozialfonds mitfinanziert werden. Ohne diese langjährige gute Zusammenarbeit mit den oben erwähnten, aber auch mit zahlreichen anderen kommunalen und regionalen Institutionen wäre es der PBI mit 130 Stellenprozenten nicht möglich, ihr breites Angebot für rund 7500 Mitarbeitende aufrechtzuerhalten. o

Personalberatung »» Unterstützung und Beratung bei persönlichen Fragen und Problemen »» Anlaufstelle bei Verdacht auf Mobbing, sexuelle Belästigung oder Diskriminierung iww.insel.ch/personalberatung.html personalberatung@insel.ch Tel. 031 632 10 17 / 031 632 37 34 Montag bis Freitag zu Bürozeiten


Susanna Paoletti (isa): «Unsere diversen Kurse finden zum Teil inkluisve Kinderhütedienst zu ver­ schiedenen Zeiten und in verschiedenen Stadtteilen statt, was den InselAngestellten entgegenkommt. Die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Personalberaterinnen schätzen wir sehr.» Noemi Zürn (Schuldenberatung): «Viele unserer Klienten und Klientinnen verdienen ihren Lohn im Inselspital, dem grössten Arbeitgeber des Kantons. Umso wichtiger ist es darum, mit der PBI einen pragmatischen Weg gefunden zu haben, um verschuldete Ange­ stellte beraten und begleiten zu können. Dass die Insel in bestimmten Fällen auch zinslose Darlehen gewährt, erleichtert die Klientenarbeit sehr.» Andreas Widmer (Ehe- und Familienberatung Bern): «Das Inselspital ist wie eine kleine Stadt, bevölkert von Menschen mit ihren Freuden und Leiden. Dazu gehören auch Spannungen in der Partnerschaft oder Familie. Wenn uns die PBI Problemfälle zuweist, können wir vielleicht mithelfen, dass die privaten Sorgen nicht zu sehr an den Arbeitsplatz mit­ genommen werden müssen.» Tanja Oliveira (Frabina): «Ein relativ grosser Anteil Spitalangestellter stammt aus Portugal. Die beiden Kolleginnen der Personalberatung decken zwar etliche Fremdsprachen ab, für komplexe portugiesische Beratungen verweisen sie die Betroffenen aber auf unser Angebot, welches sich in der Nähe des Inselareals befindet.» 11


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Gemeinsam Exotisch

Chirurgen fordern Charta Die Schweizerische Gesellschaft für Chirurgie SGC lanciert für ihre Mitglieder eine Charta gegen unzulässige finanzielle Anreize. Dies vor allem zum Schutz der Patienten. Die Fachgesellschaft wird heuer 100 Jahre alt. Von Marianne Kaiser

Mit Charta Tabuthema aufgreifen «Die Schweizer Chirurgen greifen mit ihrer Initiative ein Tabuthema auf», sagt Ralph Alexander Schmid und fordert Mitglieder und Spitäler auf, die Charta zu unterzeichnen. Schmid erläutert: «Sie verpflichten sich zu ausschliesslich chirurgisch begründeten Eingriffen und keinen mengengesteuerten Behandlun-

gen.» Die Weitervermittlung und Zuweisung von Patienten dürfe nicht durch finan­ zielle Interessen motiviert sein. Das Honorar müsse der effektiv erbrachten medizinischen Leistung entsprechen. Mit der Charta will die SGC Patienten und auch ihre eigenen Mitglieder schützen. Ein Arzt soll beispielsweise nicht mit einer Provision von der ­Zuweisung eines Patienten an einen anderen Arzt profitieren. Dies würde die freie Arztwahl untergraben, ohne dass der Patient dies bemerkt. Die SGC publiziert die Namen der Chirurgen und Institutionen, welche die Charta unterzeichnen, auf der Website. Die Regeln der Charta lehnen sich an die Standesordnung der Ärztevereinigung FMH an.

sagt Schmid. Die Titel­herkunft wird im Mitgliederverzeichnis auf der SGC-Website publiziert. Mit diesem freiwilligen Schritt soll das Vertrauen der Patienten ­erhalten und gestärkt wero den.

Ralph Schmid über ChirurgenBesteck und andere Geschichten

SGC Charta Die SGC fordert Mitglieder und Institutionen zur Unterzeichnung der Charta auf. »» Chirurgische Eingriffe erfolgen aus medizinischen ­Gründen. »» Keine Weitervermittlung oder Zuweisung von Patienten aufgrund finanzieller Vorteile und keine Vergütungen an Zuweiser. »» Das Honorar muss der erbrachten medizinischen Leistung entsprechen. »» Keine Behandlungen aufgrund mengengesteuerter, ­f inanzieller Anreize.

Hubert Steinke, Eberhard Wolff, Ralph Alexander Schmid (Hg.)

Schnitte, Knoten und Netze – 100 Jahre Schweizerische Gesellschaft für C Incisions, noeuds et réseaux – Les 100 ans de la Société Suisse de Chirurgi

Jubiläumsband gewinnen Herkunft akademischer Titel veröffentlichen Die SGC verlangt von ihren Mitgliedern, dass sie die Herkunft ihrer Titel angeben. «Unsere Chirurginnen und Chirurgen reagieren äusserst positiv»,

Vom nobelpreis für die Schilddrüsenoperation zur osteo­ synthese als weltweit praktizierter technik: die chirurgie in der Schweiz der letzten einhundert Jahre kann als erfolgs­ geschichte gelesen werden. der Sammelband zum 100­Jahr­ Jubiläum der Schweizerischen Gesellschaft für chirurgie geht tiefer und analysiert in vier medizinhistorischen detailstudien die hintergründe von medizinischen erfolgen und organisatorischen herausforderungen. einige reflexionen beleuchten zudem die heutige chirurgie von der Ökonomisierung bis zur neueren Sakralisierung des von chirurgen behandelten Körpers. Beiträge aus der chirurgischen Praxis skizzieren technisch­therapeutische trends dieses Faches von der organtransplantation bis zur «Schlüsselloch­chirurgie».

Vom Nobelpreis für die Schilddrüsenop

Schnitte, Knoten und netze inciSionS, nœudS et réSeaux

B

ei der Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie SGC im Jahr 1913 forderte ihr erster Präsident, Prof. Theodor Kocher: «Die Medizin muss chirurgischer werden!» 100 Jahre später ist die aktuelle Herausforderung an die Fachgesellschaft «das Durchsetzen der ärztlichen Anliegen im heutigen politischen und ökonomischen Umfeld», so Prof. Ralph Alexander Schmid, Präsident der SGC sowie Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie am Inselspital Bern.

Wettbewerb Die Fachgesellschaft der Schweizer Chirurgen Knoten stiftet zum 100-Jahr-Jubiläum fünf Mal einen Schnitte, und netze inciSionS, nœudS Jubiläums­b and «Schnitte, Knoten und et réSeaux Netze». Über 20 Autorinnen und Autoren geben einen eindrücklichen Überblick über die Schweizer Chirurgie: historisch, aktuell, zukunftsgerichtet, wissenschaftlich, humorvoll und selbstkritisch. Erschienen im Chronos Verlag, erhältlich im Buchhandel. Herausgeber: Medizinhistorisches Institut, Universität Bern, Hubert Steinke, Eberhard Wolff, Ralph Alexander Schmid. Wettbewerbsfrage: «Wann erhielt Theodor Kocher den Nobelpreis für Medizin und Physiologie?» Beantworten Sie die Frage bis 10. Juni 2013 per E-Mail an ­redaktion@insel.ch. du prix nobel pour l’opération de la thyroïde à l’ostéosynthèse en tant que technique pratiquée dans le monde entier: ce dernier siècle, l’histoire de la chirurgie en Suisse peut être considérée comme celle d’une réussite. Le recueil consacré aux cent ans de la Société Suisse de chirurgie va plus loin et analyse le contexte des succès médicaux et des défis organisationnels, dans le cadre de quatre études détaillées de l’histoire de la médecine. Quelques réflexions expliquent en outre la chirurgie actuelle, considérant l’aspect économique du corps traité par le chirurgien et sa plus récente sacralisation. Quelques articles sur la pratique chirurgicale présentent des tendances de techniques thérapeutiques de cette discipline, de la transplantation d’organes à la chirurgie minimale invasive.

100 JAHRE SCHWEIZERISCHE GESELLSCHAFT FüR CHIRURGIE LES 100 AnS dE LA SoCIéTé SUISSE dE CHIRURGIE

ISBN 978-3-0340-1167-9

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zur Osteosynthese als weltweit praktiz

ter Technik: Die Chirurgie in der Schwe

letzten einhundert Jahre kann als Erfol geschichte gelesen werden.

Der Sammelband zum 100-Jahr-Jubiläu Schweizerischen Gesellschaft für Chirur tiefer und analysiert in vier medizinhist Detailstudien die Hintergründe von med schen Erfolgen und organisatorischen H forderungen. Einige Reflexionen beleuc zudem die heutige Chirurgie von der Ö misierung bis zur neueren Sakralisierun von Chirurgen behandelten Körpers. Be aus der chirurgischen Praxis skizzieren nisch-therapeutische Trends dieses Fach der Organtransplantation bis zur «Schlü loch-Chirurgie».

Du prix Nobel pour l’opération de la thyroïde à l’ostéosynthèse en tant que techniq 11.02.13 16:43

pratiquée dans le monde entier: ce dernier siècle, l’histoire de la chirurgie en Suiss être considérée comme celle d’une réussite.

Die SGC Schweizer Chirurginnen und Chirurgen Mit rund 1300 Mitgliedern ist die SGC die Vereinigung aller Fachärzte FMH für Chirurgie und anerkannte Fachgesellschaft der FMH. Sie ist verantwortlich für die Förderung der wissenschaftlichen Tätigkeit und des Nachwuchses im Fachgebiet Chirurgie, für die Fortbildung und für die Qualitätssicherung. 2013 feiert die SGC ihr 100-Jahr-Jubiläum mit einer breit angelegten, nationalen Kampagne.

Le recueil consacré aux cent ans de la Société Suisse de Chirurgie va plus loin et anal contexte des succès médicaux et des défis organisationnels, dans le cadre de quatre é détaillées de l’histoire de la médecine. Quelques réflexions expliquent en outre la chi actuelle, considérant l’aspect économique du corps traité par le chirurgien et sa plus sacralisation. Quelques articles sur la pratique chirurgicale présentent des tendances techniques thérapeutiques de cette discipline, de la transplantation d’organes à la chi minimale invasive.

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Gemeinsam

«Piepser» im Bauch Alfa-Pumpe für Leber-Patienten: eine Win-win-win-Situation, sagt Andrea De Gottardi, Leitender Arzt an der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin. Von Markus Hächler

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as Gerät ist so gross w ie der ora nge «Piepser » der Ärzte und Pflegenden. Seit Anfang 2013 wird es bei Patienten mit einem refraktären Aszites eingesetzt, einer Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, die etwa bei chronischen Leberleiden auftritt. Die Alfa-Pumpe ist ein Erfolgsbeispiel für die Zusammen­ arbeit von Medtech-Industrie und Unispital als Pionier für neue Verfahren. Privatdozent Andrea De Gottardi, Hepatologe (Leberspezialist) und Leitender Arzt in der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin, gibt Auskunft:

eiweiss-Infusionen behandelt werden. Das ist teuer. Bezahlen die Krankenversicherungen das neue Verfahren?

Die Kosten sind am Anfang höher. Nach sechs bis zwölf Monaten wird die Behandlung mit der Pumpe aber günstiger, da keine Punktionen und Infu­ sionen mehr nötig sind. Bei jedem Patienten wird eine Kostengutsprache eingereicht. Die Mehrheit der Krankenversicherungen ist bereit, zumindest einen Teil der Kosten zu übernehmen. Die Aufnahme als obligatorische Versicherungsleistung ist in Bearbeitung.

Die Alfa-Pumpe saugt das Bauchwasser über den blauen Katheter automatisch ab und führt es über den gelben Katheter der Blase zu. (Grafik: zvg)

Neu: Bauchzentrum Herr De Gottardi, was nützt die

Wie funktioniert die Zusam-

Alfa-Pumpe dem Patienten?

menarbeit mit der Industrie?

Er erhält mehr Lebensqualität zu einem tieferen Preis. Normalerweise setzen wir Medikamente ein, die die Wasserausscheidung in der Niere anregen. Genügt das nicht, müssen wir regelmässig punktieren, also in den Bauch stechen und die Flüssigkeit absaugen. Das Risiko: Blutungen, Verletzungen der inneren Organe oder ungenügende Nieren­ leistung. Zudem müssen die Patienten jedesmal einige Stunden in der Tagesklinik überwacht und mit Blut­

Als Win-win-win-Situation: Von den Vorteilen profitieren die Patienten, das Inselspital als Forschungszentrum und Anbieter neuer Behandlungen sowie die Schweizer Industrie. Bei der Implantation der Pumpe ist immer auch ein Experte der Industrie dabei, damit eventuelle technische Probleme schnell gelöst werden können. Für die Nachbetreuung der Patienten können wir ebenfalls jederzeit mit der Hilfe der Herstellerfirma rechnen. o

Seit 15. April bietet das Bauchzentrum den ambulanten BauchPatienten (Gastroenterologie, Hepatologie, Viszerale Chirurgie) alle Behandlungen aus einer Hand an einem Ort. Behandlungsstationen und Arbeitsplätze sind nahe beieinander. Patienten und Mitarbeitende sparen Zeit und Geld. Das Zentrum befindet sich im Parterre des INO. Notfallpatienten werden weiterhin im Notfallzentrum einen Stock höher betreut.

Zufriedener Patient Die Alfa-Pumpe wird im Technopark Zürich hergestellt und wurde 2011 europaweit zugelassen. In drei klinischen Studien wird die Effizienz getestet. Dank Innovationsfonds ist das Inselspital Leitzentrum einer der Studien. Bis im April 2013 erhielten acht Patienten die Pumpe. Patient R.L., Kanton Solothurn: «Ich fühle mich erleichtert, habe weniger Spannung im Bauch und kann mich besser ernähren.»

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Stärkung des Medizinalstandorts Bern

Finanzielle Perspektiven 2013–2017 Der Zusammenschluss des Inselspitals (ISB) mit der Spital Netz Bern AG (SNBe) ist von zentraler Bedeutung, um den finanziellen Herausforderungen durch die neue Spitalfinanzierung zu begegnen und die Finanzierung der notwendigen Investitionen sicherzustellen. Von Gerold Bolinger, Direktor Dienste, Inselspital

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m Rahmen des Projekts Stärkung des Medizinalstandorts Bern (SMSB) wurde ein Finanzplan des neu zusammengeschlossenen Unternehmens für die Jahre 2013–2017 erarbeitet. Dieser wurde als integrierter Bestandteil des Schlussberichts zum Hauptprojekt vom Regierungsrat im März 2013 zuhanden des Grossen Rates verabschiedet.

Ausgangslage: Zwei finanziell gesunde Unternehmen Das Zusammenschlussprojekt startet auf einer guten Ausgangslage mit zwei finanziell gesunden Unternehmen. Sowohl das ISB als auch die SNBe konnten im vergangenen Jahr einen Gewinn ausweisen. Dieser Gewinn ist allerdings zu relativieren, da abgesehen von wenigen Ausnahmen weder im Bereich der stationären noch im Bereich der ambulanten Tarife Verträge abgeschlossen

werden konnten und deshalb auf der Ertragsseite wesentliche Unsicherheiten bestehen.

Perspektiven: Grosse Herausforderungen durch die neuen gesetz­ lichen Rahmenbedingungen Die Herausforderungen der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen sind gross. Die neue Spitalfinanzierung konfrontiert die Unternehmen erstmals mit einer vollen Ergebnisverantwortung (einschliesslich die Investitionsfinanzierung) und setzt sie einem verstärkten Wettbewerbsdruck aus.

Getroffene Annahmen Um der durch die neue Spitalfinanzierung erhöhten Unsicherheit gerecht zu werden, wurden zur Erstellung des Finanzplans drei Szenarien definiert (realistisch, optimistisch, pessimistisch). Dem realistischen Szenario wurden die

folgenden wichtigsten Annahmen zugrunde gelegt: Leistungsentwicklung Für das ISB wird sowohl im stationären wie im ambulanten Bereich von einem moderaten jährlichen Wachstum von 1,5% bzw. 2% ausgegangen. Für die SNBe werden eine Stag­nation im stationären Bereich und ein starkes Wachstum von mindestens 5% p.a. im ambulanten Bereich angenommen. Tarife Besonders ausgeprägt ist die Unsicherheit bezüglich der Entwicklung der für die Fallpauschalen im stationären Bereich grundlegenden Baserates. Im realistischen Szenario wird für beide Spitäler mit einem jährlichen Rückgang um 1% bis 2% gerechnet. Dabei ist beim ISB insbesondere die Berücksichtigung der Kosten für Lehre und Forschung ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Der Taxpunktwert TARMED

für den ambulanten Bereich wird als konstant angenommen (CHF 0.91). Kostenstrukturen Die Planung beruht weitgehend auf den heutigen Kostenstrukturen. Für beide Spitäler wurden jährliche Effizienz­ steigerungen von rund 1% ­eingeplant.

Ergebnisse Die Ergebnisse des Finanzplans im Szenario realistisch zeigen das folgende Bild: Die aktuell gute Ausgangslage verdüstert sich rasch. Massgeblich hierfür ist der angenommene Rückgang der Baserate um CHF 100 bis 200 p.a., welcher den Ertrag im stationären Bereich jedes Jahr um rund CHF 15 Mio. schmälert. Diese massive Belastung kann durch das eingeplante Wachstum der Leistungen im stationären und ambulanten Bereich die Umsatzausfälle zwar kompensieren, die Steigerungen auf der


Aufwandseite (insbesondere im Personalaufwand) können jedoch nicht gedeckt werden. Ergebnis dieser Entwicklung ist eine kontinuierliche Verschlechterung der Jahresergebnisse. Am Ende des Planungshorizonts (2017) resultieren ein Jahresverlust von CHF 50 Mio. und ein negativer Free Cashflow von CHF 95 Mio.

Verbesserungsbedarf von CHF 112 Mio. Soll die Erneuerung und Weiterentwicklung der Infra­ struktur der SNBe nicht aufgeschoben und das Investitionsprogramm des ISB nicht durch Verschuldung finanziert werden, muss die Ertragskraft des zusammengeschlossenen Unternehmens wesentlich gestärkt werden. Gerechnet auf das Ende der Planungsperiode (2017) ist basierend auf den Finanzplänen mit einem Verbesserungsbedarf von CHF 112 Mio. zu rechnen. Davon sind rund CHF 19 Mio., welche vor

allem durch die Optimierung der Beschaffung eingespart werden sollen, bereits ins Zahlenwerk des gemeinsamen Finanz­p lans eingerechnet, da sie mit konkreten Massnahmen hinterlegt sind. Vom verbleibenden Verbesserungsbedarf von CHF 93 Mio. sind CHF 66 Mio. quantifiziert, jedoch noch nicht mit konkreten Massnahmen hinterlegt. Es handelt sich um Potenziale hinsichtlich Prozessoptimierungen, Konzentration der Investitionstätigkeit und Optimierung des Geräteparks in der Medizintechnik.

Finanzielles Fazit Als finanzielles Fazit sind folgende vier Punkte festzuhalten: 1. Das Gesamtunternehmen steht mittelfristig vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Diese sind nicht Folge des Zusammenschlusses, sondern weitestgehend der neuen

(gesetzlichen) Rahmenbedingungen. Sowohl das SNBe als auch das ISB sind auch im Referenzszenario des Alleingangs mit einer wachsenden Finanzierungslücke konfrontiert. 2. Das Verbesserungsziel von CHF 112 Mio. muss als ehrgeizig bezeichnet werden. Es ist sowohl im medizinischen Kernbereich als auch in der Supportorganisation zu erbringen; entsprechende Massnahmen sind im Rahmen des Zusammenschlussprojekts und darüber hinaus anzugehen.

leneffekte, die nur durch einen Zusammenschluss realisiert werden können. 4. Bei der Erschliessung zusätzlicher finanzieller Verbesserungen werden auch die bestehenden Kostenstrukturen im Kerngeschäft und in der Supportorganisation zu hinterfragen sein. Als Vorgabe gilt dabei eine Reduktion der negativen Deckungsbeiträge, damit das Unternehmensergebnis breiter abgestützt werden kann. o

3. Die aus heutiger Sicht quantifizierbaren Verbesserungspotenziale sind mit einem Volumen von CHF 85 Mio. beachtlich. Von den mit konkreten Massnahmen hinterlegten Verbesser ungspotenzia len (CHF 19 Mio.) und den noch nicht mit konkreten Massnahmen hinterlegten Potenzialen (CHF 66 Mio.) entfallen CHF 48 Mio. auf Synergien und Ska-

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Gemeinsam

Ethikstrukturen gemeinsam entwickeln Die Fachstelle Klinische Ethik des Inselspitals arbeitet schon seit über einem Jahr mit der Spital Netz Bern AG zusammen. Ziel ist es, gemeinsam tragfähige Strukturen zur ethischen Unter­ stützung aufzubauen. Aktuell findet auch eine gemeinsame Weiterbildung in Ethik statt. Von Dr. Rouven Porz, Leiter Fachstelle Klinische Ethik

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ie Fachstelle Klinische Ethik (vormals «Ethikstelle») steht im Inselspital – und seit einem Jahr in einem Mandatsauftrag auch für die Spital Netz Bern AG – dann zur Verfügung, wenn z.B. ethische Wertekonflikte dazu führen, dass klinische Handlungsroutinen nicht mehr durchgeführt

werden können, sei es weil die Wertvorstellungen der Patienten konträr zu denen des Behandlungsteams erscheinen oder weil unterschiedliche Zielvorstellungen innerhalb des Teams zu schwierigen Entscheidungssituationen führen. Die Fachstelle wirkt in solchen Situationen beratend, entweder in Einzelgesprächen oder

im Rahmen von Ethikbesprechungen im Team. Darüber hinaus bietet die Fachstelle auch eine Vielzahl von Weiterbildungen in ethischen Themengebieten an.

Netzwerk aufbauen Der Aufbau solch unterstützender Ethikstrukturen ist relativ neu in unserem Ge-

Annina Sahli (Pflegefachfrau UPD Bern und Studentin BFH Master of Nursing) «Da es in der Psychiatrie noch wenig systematische Angebote gibt, um der Ethik ihren Raum zu geben, bin ich äusserst froh, mich hier im Inselspital damit beschäftigen zu können. Von der Fallbesprechungsmethode bin ich begeistert; ich will sie auch in meinem Fachbereich implementieren.» Elsbeth Lanz (Sozialarbeiterin Spital Netz Bern AG, Aarberg) «Der ökonomische Druck nimmt zu. Strukturen werden grösser und komplexer bei gleichzeitiger Vereinheitlichung der Abläufe. Daher braucht es in ethisch-moralisch schwierigen Situationen Raum zur (interdisziplinären) Reflexion des beruflichen Handelns und Kommunizierens. Unsere entsprechenden Bemühungen im Spital Aarberg ­werden erfreulicherweise bereits seit einem Jahr regelmässig durch die Fachstelle Klinische Ethik des Inselspitals unterstützt.»

Hubert Kössler (Co-Leiter Seelsorge, stv. Leiter Fachstelle Klinische Ethik, Inselspital) «Die Durchführung ethischer Fallbesprechungen stärkt die Teams in den Kliniken und kommt den Spitalmitarbeitenden, den Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen zugute.»

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sundheitssystem. Die Schweizerische Akademie für medizinische Wissenschaft hat gerade letztes Jahr erstmals Empfehlungen veröffentlicht, wie man solche Ethik-Support-Systeme auf- und ausbauen kann (www. samw.ch). Eine Möglichkeit des Aufbaus ist es, ein Netzwerk an Ethik­b eauftragten zu etablieren, um nach Mög-

Fachstelle Klinische Ethik Die Fachstelle unterstützt und berät Mitarbeitende des Inselspitals und der Spital Netz Bern AG bei ethischen Wertekonflikten im klinischen Alltag.

Tel. 031 632 19 56 E-Mail: rouven.porz@insel.ch


lichkeit in jeder Klinik (oder gar auf jeder Station) eine Ansprech­partnerin für Fragen der klinischen Ethik zu haben. Auch die Fachstelle Klinische Ethik verfolgt das Ziel, solch ein Netzwerk im Insel­spital und in der Spital Netz Bern AG zu etablieren. Um als Ethikbeauftragte(r) in diesem Netzwerk zu wirken, bedarf es aber (neben einer Absprache mit den Vorgesetzten und dem Leiter der Fachstelle) auch einer Weiterbildung in Ethik.

Weiterbildung in Ethik Zurzeit findet im Inselspital – gemeinsam mit der Spital Netz

Bern AG – gerade eine solche Weiterbildung in klinischer Ethik statt. In Zusammenarbeit mit den Freien Universität Amsterdam (Niederlande) hat die Fachstelle Klinische Ethik einen Moderationskurs ins Leben gerufen, der den insgesamt 23 Teilnehmenden die Grundlagen zur Moderation ethischer Fallbesprechungen vermittelt. Die Teilnehmenden kommen zu ungefähr gleichen Anteilen aus dem Inselspital, aus der Spital Netz Bern AG und aus externen Institutionen des Schweizer Gesundheitssystems. Die Weiterbildung versetzt die Teilnehmer und

Teilnehmerinnen auch in die Lage, nach Abschluss des Kurses selbst als Ethikbeauftragte in ihrem täglichen Arbeitsumfeld wirken zu können.  o

Interesse geweckt? Verfügen Sie vielleicht schon über eine Weiterbildung in Ethik? Oder haben Sie In­ te­resse, sich hier kundig zu ­machen und vielleicht selbst einmal als Ethikbeauftragte in Ihrem Arbeitsumfeld mit­ zuwirken? Dann melden Sie sich doch bei Rouven Porz, ­L eiter Fachstelle Klinische Ethik.

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Gemeinsam

Für die Zukunft Als Nachdiplomstudien Höhere Fachschule (NDS HF) sind die drei Weiterbildungen Anästhesiepflege, Intensivpflege und Notfallpflege (AIN) im Tertiärbereich der Höheren Berufsbildung der Schweizer Bildungssystematik angesiedelt. Von Marianne Kaiser

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ermanentes Aneignen von neuen Kompetenzen durch Ausund Weiterbildung ist nötig. Die knappen Ressourcen an diplomierten Pflegefachleuten verlangen nach Weiterbildungsmöglichkeiten, welche auf weitere berufliche Herausforderungen und Spezialisierungen vorbereiten. Dem tragen die Berner Fachhochschule, das Berner Bildungszentrum Pflege und das Inselspital gemeinsam Rechnung; sie ermöglichen Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildungen AIN den Übergang an die Berner Fachhochschule.

Mit Passerelle zum DAS Seit 2013 haben erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen eines NDS HF AIN erstmals die Möglichkeit, an

der Berner Fachhochschule das Diploma of Advanced Studies (DAS) «Spezialisierte Pflege» abzuschliessen. Diese in der Schweiz einmalige Passerelle hat – auf Initiative und unter Mitarbeit des Inselspitals, Universitätsspital Bern – die Berner Fachhochschule gemeinsam mit dem Berner Bildungszentrum Pflege entwickelt. Das für einen Hochschulabschluss notwendige wissenschaftliche Modul mit der entsprechenden Abschlussarbeit absolvieren Interessierte nach bestandener Weiterbildung NDS HF AIN an der Berner Fachhochschule; dieselbe Möglichkeit steht auch allen altrechtlich weitergebildeten Pflegefachleuten AIN offen. Dazu Ulrich von Allmen, Direktor Pflege/MTT des Inselspitals: «Die Bereiche Notfall-, Anästhesie- und Intensivpflege

sind Schlüsselbereiche in einem Spital. Mitarbeitende, die dort arbeiten, müssen in höchstem Mass Eigenverantwortung übernehmen, komplexe und hochakute Situatio­ nen einschätzen und schnell richtig handeln können. Dies erfordert eine für die Bereiche hochspezialisierte Aus- und Weiterbildung.»

Verbindung von Theorie und Praxis, wobei die entsprechenden Kliniken des Inselspitals sowohl als Arbeitsplatz der Studierenden wie auch als Anbieter von Dozentinnen und Dozenten von grösster Bedeutung sind. «Die Praxis benötigt quali­ fizierte und spezialisierte Pflegefachleute», sagt auch Hen­­riette Schmid, Bereichslei-

«Die Praxis benötigt qualifizierte, spezialisierte Pflegefachleute.» Die Nachdiplomstudiengänge NDS HF AIN richten sich an diplomierte Pflegefachpersonen. Sie erfolgen berufsbegleitend, dauern zwei Jahre und umfassen rund 1500 Lernstunden. Die Studiengänge sind geprägt durch die hohe Praxisrelevanz und die enge

terin Aus- und Weiterbildung, Direktion Pflege MTT. «Das Passerelle-Programm ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, um diese Lernleistung im Bologna-System mit ECTS-Punkten anerkennen zu lassen und sich damit für weitere Schritte auf der Hochschulstufe zu qualifizieren.» Seit 2009 liegt die Verantwortung für die Studiengänge AIN bei der nationalen DachOrganisation der Arbeitswelt Gesundheit, OdA Santé, welche den Rahmenlehrplan ausgearbeitet hat. Dieser wurde vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI genehmigt.  o

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Historische Briefe und Rechnungen dokumentieren den Tunnelbau.

Bauern und Inselspital bauten im 19. Jh. das «Hegeloch» Mit einem gewieften System zur finanziellen Absicherung des Berner Inselspitals legte dessen Gründerin Anna Seiler die Grundlage für einen der ersten Strassentunnel der Schweiz. Ein halbes Jahrhundert später konnten Emmentaler Bauern deshalb das Hegeloch bauen. Von Rémy Kappeler, WANDERN.CH

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ie kinderlose, vermögende Burgerin von Bern sicherte ihrem «Spital vor den Predigern» die längerfristige Existenz, indem sie weitherum Höfe und Landstücke kaufte und nach ihrem Tod 1360 dem heute grössten Berner Spital vermachte. Dazu gehörten auch die Höfe «Blappach», «Surmettle» und «Grosshorbe», die – gemeinsam mit einer Handvoll anderer Höfe – durch einen langen Grat oder durch eine steil abfallende, gefährliche Strasse von Langnau abgeschnitten waren. Das damalige wirtschaftliche Zentrum war nur über einen Fussweg über den Grat oder über eine 20 Kilometer lange Strasse durchs Tal erreichbar. Das wollten die Bauern im­ 19. Jahrhundert ändern und stiessen auf gleiches Interesse des Inselspitals. Ulrich ­L ehmann, Regierungsstatthalter des Amtes Signau und damals Besitzer der «Gyrsgratalp», dem Hof unweit des Hegelochs, war federführend beim kühnen Projekt, dessen

Vorbild das «Urnerloch» gewesen sein dürfte. In einem Brief vom 17. April 1838 bat Lehmann die Verwaltung der Inselkooperation um finanzielle Unterstützung für den bereits lange gehegten Tunnelwunsch: «Der Unterzeichnete ist nun Vorhabens dieses zu tun, sofern andere damit Begünstigte in einem billigen Verhältnis daran sich beteiligen wollen.»

Umzug sei Dank Der Brief ist heute noch erhalten und im Besitz der Familie Wyss, die Lehmanns ehemaligen Hof übernommen hat. Die Familie hat im «Stöckli» des Vorderen «Girsgrats» ein umfangreiches Dossier zum Tunnelbau gefunden, nachdem die Unterlagen zwischenzeitlich als verschollen galten. Auf insgesamt 400 Pfund habe ein Steinhauer «die Kosten des Durchbruchs durch den Kamm der Nagelfluh mittels Sprengung derselben» veranschlagt, argumentierte der damalige Regierungsstatthalter Lehmann in seinem Brief ans

785½ Tagewerke

hang hinunter. Bis Ende Mai 1840 dauerten die Arbeiten, und sie kamen viel teurer als vorgesehen. Der Tunnel galt als krummes, finsteres Loch, in dem die Schulkinder auf Ausf lügen mit viel Gekreisch das Gruseln lernten. Und beim Milchführen schlitzten hervor­stehende Steine das Verdeck des Militärjeeps der Familie Wyss immer wieder auf. Diese Probleme entschärften sich Anfang der 1970er-Jahre mit dem Bau­ der Blappachstrasse. Das Hege­ loch wurde begradigt, auf seine ­jetzigen Ausmasse erweitert und damit auch beidseitig verkürzt.  o

Im Herbst 1839 begann der Tunnelbau. Mit grossen Hämmern schlugen die Tagelöhner Spitzeisen in die harte, mit zentnerschweren Steinen durchsetzte Nagelfluh. In die langen Löcher stopften sie Schiesspulver, das vom kantonalen Pulvermagazin in Bern stammte. Den herausgebrochenen Schutt kippten die Arbeiter auf beiden Seiten des Tunnels den bewaldeten Ab-

Der Artikel über das Hegeloch stammt aus dem Magazin WANDERN.CH. Das Wanderheft des Verbands Schweizer Wanderwege ist im Frühling erstmals mit neuem Konzept und Layout erschienen. Das Magazin ist unter www. wandern.ch oder an den grösseren Kiosken erhältlich.

Spital. Die Hälfte davon sei er bereit, selber zu berappen. Für 100 Pfund solle das Spital aufkommen, für weitere 100 Pfund die «übrigen weniger Beteiligten». Der Federführer Lehmann hatte Erfolg; die ­Direktion der Inselkooperation stimmte im Juni 1838 zu. Mehr noch: Der kantonale Bauingenieur riet den Bauern, statt ­eines Einschnitts in die Fluh einen Tunnel durchzubrechen, was bauliche Verbesserungen und eine wintersichere Traverse zur Folge hatte. Die Insel war auch damit einverstanden und erhöhte ihren Beitrag.

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Aktuell

Buchtipp

Ausschreibung Tag der Klinischen Forschung

Körperorientierte Methoden für den Um­ gang mit Belastungen

Das Departement Klinische Forschung (DKF) ist Träger der Klinischen Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Bern. Der Tag der Klinischen For­ schung bietet Forschenden die Möglichkeit, eigene Projekte auszustellen und Einblick in andere zu gewinnen.

Höhepunkt des Anlasses werden neben den Preisverleihungen (Johanna Dürmüller-Bol DKF Forschungspreis 2013 und Förderpreise DKF) die Referate bedeutender Gastreferenten sein. Johanna Dürmüller-Bol DKF For­ schungspreis 2013 (CHF 30 000) Dieser Preis dient der Nachwuchsförderung in der Klinischen Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Bern und richtet sich an jüngere Forscherinnen und Forscher. Mit diesem Preis wird ein Projekt ausgezeichnet, mit dem Ziel der Weiterfinanzierung durch kompetitiv eingeworbene Drittmittel. Ausschreibung unter: www.dkf.unibe.ch > Seminare und Veranstaltungen > Tag der Klinischen Forschung 2013 Förderpreise DKF (je CHF 2 000) Auch in diesem Jahr sind alle forschenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Doktorandinnen und Doktoranden der Institute und Kliniken der Medizinischen Fakultät eingeladen, ihre Arbeit in Form eines Abstracts einzureichen und ihr Poster zu präsentieren. Aus den eingereichten Arbeiten werden drei Abstracts und Präsentationen ausgewählt und ausgezeichnet als: »» die beste laborbezogene Arbeit »» die beste patientenbezogene Arbeit »» die beste Arbeit einer Medizinstu­ dentin / eines Medizinstudenten (für diesen Preis muss eine Anmeldung mit einem Brief der Tutorin / des Tutors so­wie einer Kopie des Immatrikulationsausweises als Medizinstudent / in zusätzlich per Post nachgereicht werden)

Ausschreibung unter: www.dkf.unibe.ch > Seminare und Veranstaltungen > Tag der Klinischen Forschung 2013 Aus den eingereichten Abstracts zeichnet die Alumni MedBern die beste brückenschlagende Arbeit mit dem Forschungspreis Alumni MedBern (CHF 2 000) aus. Berücksichtigt wird die: »» Zusammenarbeit universitäre/nicht­ universitäre Partner »» Zusammenarbeit Grundlagenforschung/klinische Forschung »» Zusammenarbeit interdisziplinär »» Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fakultäten der Universität Bern Spätester Einreichungstermin für Be­ werbungen und Abstracts ist Montag, 26. August 2013 English Version: www.dkf.unibe.ch > Events and Seminars > Day of Clinical Research 2013

Der Lebensstil in westlichen Indus­ trienationen ist ­do­miniert von Zeitund Leistungs­druck, Bewegungsmangel, Konsum- und Schön­heitsidealen und der damit einhergehenden Entfremdung von einem schlichten Alltag mit sinnlich nährenden Bezügen. Immer mehr Menschen versuchen, emotionale Schwierigkeiten und konfliktreiche Beziehungen zu bewältigen, indem sie ihren Körper manipulieren oder versuchen, ihre körperliche Befindlichkeit zu ignorieren. Sie pendeln zwischen zu viel und zu wenig Kontrolle, werden ängstlich, zwanghaft oder süchtig. Hier sind Therapien gefragt, die sowohl auf der körperlichen als auch auf der emotionalen Ebene ansetzen und Betroffene wieder in achtsamen Bezug zu sich und ihrer Umwelt bringen. In diesem Buch schildern zehn erfahrene Therapeutinnen, wie sie in klinischen Gruppensettings Körperpsychotherapien in der Behandlung von Menschen mit Essstörungen und Adipositas anwenden. Sie vertreten die Vielfalt der aktuell wichtigsten körperorientierten Methoden. Darüber hinaus bieten sie Modelle an, wie Akzeptanz verkörpert wird. Ihre therapeutische Arbeit ist von Respekt für die Patientinnen und Patienten und wohlwollender Präsenz getragen. Nicht zuletzt dadurch können psychisch und körperlich belastete Menschen neue Wahrnehmungsund Handlungsspielräume entdecken, destruktive Bewältigungsmuster ablegen und sich Schritt für Schritt auf einen Weg der Selbstfürsorge begeben. Von Thea Rytz und Silvia Wiesmann Essstörungen und Adipositas: Akzeptanz verkörpern. Formen körperorientierter Gruppentherapien

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Forschen am Himalaya Medizinische Forschung unter Extrembedingungen: Am Inselspital bereiten sich Forscher und Probanden auf eine grosse höhenmedizinische Expedition vor. Von Markus Hächler

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ie med izi n ische Gross-Expedition des Vereins SwissExped mit total 100 Teilnehmenden findet im September/Oktober 2013 am 7123 Meter hohen Himlung Himal statt, einem nepalesischen Himalaya-Gipfel östlich der Annapurna-Kette. Die Vorbereitungen laufen seit 2011.

Inselspital ist Partner Das Inselspital, Universitäts­ spital Bern unterstützt die Expedition aus medizinischem Interesse als Partner. Mit Tests der Hirn-, Herz- und Lungenfunktionen auf verschiedenen Höhenstufen bis auf 7000 Meter wollen die Forschenden physiologische Anpassungsvorgänge und Veränderungen der Funktion des Hirns, des Herz-Lungen-Systems, des Immunsystems und der Hormone erforschen. Die Erkenntnisse sollen unter anderem Lungenkranken und anderen schwerkranken Menschen im Tiefland zugutekommen. Die Auswertung einiger Hundert gesammelter Blutproben und Forschungsdaten wird nach der Expedition ein bis zwei Jahre dauern.

Auf eigene Rechnung Das Inselspital übernimmt via Forschungsbudget die Kosten für einen Teil der medizinischen Untersuchungen und die Salärkosten von zwei Forschenden während der Expedition. Die Inselspital-Stiftung unterstützt die Expedition mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag. Die Kassenpatienten

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werden also nicht zur Kasse gebeten. Die meisten Forschenden führen die Expedition in ihren Ferien durch. Forschende und Probanden zahlen die Reisekosten (rund CHF 9500) und die persönliche Ausrüstung selber.

1,3 Tonnen Material Wegen der Extrembedingungen im Himalaya wird die Forschungs-Ausrüstung sicher­ heitshalber teilweise doppelt geführt. Der Materialpark wiegt insgesamt 1,29 Tonnen und wird von 30 erfahrenen Sherpas in die verschiedenen Lager und Biwaks getragen. Ein komplettes Labor auf­ 7000 Meter Höhe erfordert ein Maximum an Planung und Organisation. Lungenärztin ­Jacqueline Pichler Hefti von der Universitätsklinik für Pneumologie: «Die starken Minustemperaturen lassen die Geräte teilweise einfrieren, helfen uns aber dafür beim Aufrechterhalten der Kühlkette für die Blutproben.» Dazu kommen die äusserst schwierigen Arbeitsbedingungen für die Forscher. Forschungsleiter Tobias Merz von der Universitätsklinik für Intensivmedizin: «Die langen Arbeitstage in der dünnen Luft werden physisch und mental sehr anstrengend sein.»

Forschung ist Teamarbeit An den Forschungsprojekten sind mehrere Einheiten des Inselspitals beteiligt. Neben den federführenden Kliniken für Intensivmedizin und für Pneumologie werden Teile der

Blutdruckmessen am Berg, hier bei einer früheren Expedition am Pik Lenin. (Fotos: zvg)

Sie forschen in dünner Luft nach allen Regeln der Kunst: Die Insel­spitalÄrzte David Berger, Tobias Merz und Jacqueline Pichler Hefti.

Studien auch in der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und in den Universitätsinstituten für Neuroradiologie und für Klinische Chemie durchgeführt. Daneben besteht eine Kooperation mit der Universitätsklinik Leipzig. Das Kantonsspital Aarau ist ebenfalls Partner der Expedition. Die Teamarbeit unter Forschenden ist nicht nur am Berg ein Muss.

Tobias Merz: «Profes­sionelle Forschung ist Teamarbeit – die Zeiten des einsamen Forschers im stillen Kämmerlein sind vorbei.» Website der Expedition: http://www.pichler.ch/enc/  o


Berufe

Fotografin Endlich vor der Kamera. Seit 38 Jahren fotografiert Susi Bürki für das Inselspital. Die Arbeit ­ ist vielfältig und kreativ, 30–40 % sind medizinische Bilder, der Rest Atelier, Events, Menschen. Von Annemarie Glaser

S

ie fotografiert Patienten, bei denen sie Wunden für die Pflege abbildet, oder Krankheitsfälle mit Detailaufnahmen, welche beispielsweise von Ärzten für Vorträge benötigt werden. Bei Sachaufnahmen erstellt sie Bilder für das Inselmagazin, für die Gastronomie, die Ernährungsberatung oder für alle Broschüren oder Flyer, die Titelbilder benötigen, zum Beispiel kleine Fläschchen aus der Pflege, die als Symbolbilder benutzt werden können. Diese Aufnahmen werden im Atelier gemacht wie auch die Porträts von Mitarbeitenden für die InternetAuftritte. Es gilt, Reportagen von Anlässen zu machen: Apéros, Abschiede, Feste, wichtige Persönlichkeiten, die das Inselspital besuchen und mit unseren Ärzten ein Gruppenfoto wünschen. Immer wenn sie weniger ausgelastet ist und das Licht stimmt, macht sie Architekturbilder, denn Gebäudefotos sind immer gefragt. Im Alltag geht es ziemlich hektisch zu und her, denn Susi Bürki ist stets auf «Ab-

ruf», via Sucher bereit für einen Einsatz, der spontan zustande kommt. Plötzlich «piepst» es wieder, und sie muss springen, um einen Patienten im Operationssaal zu fotografieren. Es gibt Tage, an denen Susi Bürki abends denkt: «Was habe ich heute alles gemacht!». Als Kind hatte sie ein Besuch im Spital so fasziniert, dass sie sich sagte: «Wenn ich gross bin, will ich in einem Spital arbeiten». Sie absolvierte die Fotografen-Lehre, war dann in der Werbebranche und beim Berner Tagblatt tätig. Nach einer Weiterbildung für Farbfotografie (als sie 1971 aus der Lehre kam, gab es noch kaum Farbfotos) arbeitete sie in einem Fotogeschäft. Als sie die ausgeschriebene Stelle im Inselspital sah, wusste sie, dass dies ihre Zukunft war. Damals gab es noch keine Digitalfotografie. Sie ist eine grosse Bereicherung, besonders was die Geschwindigkeit betrifft, man kann sofort sehen, wie ein Bild aussieht. Reizvoll an der Arbeit sind die Perspektiven der Fotografie und die Kreati-

«Im Spital sind Menschen ganz anders als sonst.»

vität. Höchst faszinierend ist der Kontakt zu den Patienten. Im Spital sind Menschen ganz anders als sonst, so frei und offen. Auch die Arbeitsatmosphäre ist anders als an andern Orten, denn es geht um Leben und Tod, im Operationssaal gibt es nie böse Worte, man ist hoch konzentriert auf die eigene Aufgabe. In besonderer Erinnerung ist Susi Bürki ein Erlebnis mit einem älteren Patienten, der geweckt werden musste, damit sie ihn fotografieren konnte. Susi Bürki war noch sehr jung, mit langen blonden Haaren.­ Als er aufwachte, sah er sie an und sagte: «Ängeli, bin i im Himu?» o

Zur Person Susi Bürki Fotografin Direktion Betrieb FotoGrafikZentrum

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Aktuell

Vereinbarkeit von ­Beruf und Familie / ­Angehörigenbetreuung

Gesundheitstage im Juni 2013 Der Alltag prägt unsere Gesundheit; tragen Sie mit neuen Gewohnheiten im Arbeitsleben zu einer gesunden Lebensweise ohne Extra-Aufwand bei. Betriebliches Gesundheitsmanagement

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auf / 3 ru 2r nt

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Treppe anstatt Lift: 2 rauf / 3 runter – es lohnt sich! 2 Stockwerke rauf oder 3 Stockwerke runter die Treppe zu nehmen lohnt sich: Sie sind schneller und schonen erst noch ihre Nerven. Erwiesen ist eben­­falls, dass dieses alltägliche Treppensteigen das Risiko für es lohnt si c r– e Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt: Sie verbessern Ihre Fitness und reduzieren Ihren Hüftumfang, Ihr Körpergewicht, den Fettanteil im Gewebe und Ihren LDL-Cholesterinspiegel. Bauen Sie diesen Effekt in Ihren Alltag ein. Aufkleber an Aufzügen erinnern Sie daran, dass man den Fahrstuhl nur ge na ma G e s u n d h eits dann benutzen sollte, wenn es wirklich notwendig ist. Entspannung vor dem Drucker Wer die neue Druckergeneration mit dem Badge nutzt, hat bemerkt, dass bei jedem Ausdruck etwas Zeit vor dem Drucker stehend verstreicht. Gerne laden wir Sie ein, in dieser Wartezeit die eine oder andere Entspannungsübung zu machen. Übungen, die sich in der Situation zum Beispiel eignen (Sie finden weitere Vorschläge bei Ihrem Grossdrucker):

Beim Einatmen die Schultern hochziehen, Luft kurz anhalten, dann Schultern loslassen und ausatmen.

Auf die Zehenspitzen stehen und langsam wieder flach auf den Boden zurück sinken, anschliessend auf Ferse stehen und Zehen hochziehen usw.

Zur Vereinbarkeit von Beruf und Fa­ milie stehen allen Mitarbeitenden die internen Angebote und die Beratung der Kindertagesstätte und der Perso­ nalberatung zur Verfügung. Wir sind aber auch Mitglied von Profawo (ehemals Childcare Service), und Sie können sich kostenlos und unbeschränkt zu den folgenden Fragen informieren und beraten lassen: »» Werden Sie bald Eltern und suchen eine familienspezifische Fach­ beratung? »» Wünschen Sie Informationen zu bestehenden Betreuungsmöglichkeiten? »» Suchen Sie ein Ferienangebot für Ihre Kinder bis zur 6. Klasse? »» Suchen Sie eine erfahrene Kinderfrau/Nanny? »» Suchen Sie eine Nanny für die Kinderbetreuung im Notfall (z.B. Krankheit/ Termin)? »» Brauchen Sie Unterstützung in Sachen Eldercare (Angehörigenbetreuung)? »» Würde Ihnen die Vorselektion nützlicher Angebote in der Betreuung von betagten Angehörigen weiterhelfen?

Mammographie ab 50 Jahren Der Kanton Bern übernimmt ab diesem Jahr einen grossen Teil der Kosten für das Mammographie-Screening. So unterstützt er alle Frauen ab dem 50. Altersjahr bei der Früherkennung von Brustkrebs. Den Kommunikationsauftrag an die Zielgruppe hat die Krebsliga Bern. Das Universitätsinsti-

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tut für Diagnostische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie ist ein Partner für die Durchführung des Screenings. Inselmitarbeiterinnen ab 50 können die halbstündige Untersuchung inkl. Vorbesprechung in unserer Radiologie während der Arbeitszeit durchführen. Der Ort der Folgeuntersuchung oder einer allfälligen Behandlung kann selbstverständlich frei gewählt werden. Hotline zur Anmeldung ab 3. Juni 2013: 031 632 54 76 oder via http://www.radiologie. insel.ch/de/radio-patienten/radio-roentgen/ screening-mammographie/

Kontakt www.profawo.ch Login für alle Mitarbeitenden (für Zusatzinfos, Merkblätter usw.): »» Benutzername: insel »» Passwort: dokcop E-Mail: bern@profawo.ch Tel. 0800 FAMILY (0800 326 459) Nach Absprache sind auch persönliche Beratungen möglich, auch über Mittag und zu Randzeiten.


EigenART | Esther Leupi, Kunstbeauftragte Das Besondere an Sara Gassmanns Arbeiten, wie dem hier abgebildeten «Vals», sind ihre eigenständigen Farb- und Formenkompositionen. Ebenen mit unterschiedlicher Intensität und unterschiedlichem Rhythmus werden zusammengebracht, beeinflussen sich gegenseitig. Es ist die Simultanität unterschiedlicher Welten, die Sara Gassmann interessiert: «Es geht um Vermischungen, um diese fragilen Zonen, in denen sich Farben und Ideen treffen, um sich zu mischen und zu neuen Konstellationen zu formen. Es ist eine Suche nach den Wurzeln, die sich hinter der sichtbaren Welt verbergen. Linien setzen sich wie Haare nach innen fort, verfolgen, teilen und legen sich aus. An dieser Linie verfängt sich die Zeit. Dabei verbinden sich Erinnerungen mit Aktualität, Träumen und Sehnsüchten – mehrere gleichzeitig existierende Wirklichkeiten.» Diese Gleichzeitigkeit der Polaritäten, auch des Perfekten und Unperfekten, spiegelt sich in der Kombination der Farben und­ in den geometrischen und organischen Formen. o

Vals, 2012 Acryl auf marmorierter Baumwolle, 90 x 90 cm

Sara Gassmann (*1980) lebt und arbeitet in Bern. Nach Aufenthalten in Bologna, Köln und dem Bachelor of Arts in Genf beendet Sara Gassmann im kommenden Sommer ihr Masterstudium an der Hochschule der Künste in Bern. Ausstellungen in der Schweiz und in Deutschland, unter anderem an der Cantonale Berne Jura, im PROGR und im Schaufenster der Galerie Kretlow, Bern.

Kolumne | Thomas Wild, Seelsorger DMLL

Jeder Tag ein Tag im All Der ehemals für die NASA tätige Astronaut Charles Farmer beschliesst eines Tages, im Alleingang eine Rakete zu bauen, um doch noch ins All fliegen zu können. Seine Nachbarn halten ihn für verrückt, seine Familie jedoch unterstützt ihn trotz finanzieller Nöte. Das Vorhaben weckt das Interesse der Medien und den Widerstand der Behörden, die im Raketenstart ein unverantwortbares Sicherheitsrisiko sehen. Nach einem ersten missglückten Versuch gelangt Farmer in den Orbit – der Mann wird zum Helden. Der Film von Micheal Polish endet im Abspann mit dem Auftritt in Jay Leno’s Show, der anfänglich ob des utopischen Vorhabens über Farmer witzelte, nun aber tief beeindruckt ist über die Kraft jener Träume, an denen wir festzuhalten vermögen. Der Film ist trotz einiger tragischer Momente ein wunderbares Feel-Good-Movie, das eine zwar einfache, aber schöne Botschaft vermittelt, ohne allzu aufdringlich zu sein. – Besteht die wahre Lebenskunst möglicherweise nicht in der so oft bemühten Work-Life-Balance? Als ob wir während der Arbeit nicht auch leben würden. Und das Leben mit seinen sich wiederholenden Mustern wie Einkaufen und Kochen, Körper- und Raumpflege nicht auch einen rechten Happen Arbeit bedeutet? Mir gefällt das Bild des ständigen In-Balance-Seins ohnehin nicht besonders. Dieser ständige Drahtseilakt ist etwas für hochbegabte Akrobaten, nicht für mich. Und obgleich ich in Kindertagen jene zweischalige Balkenspielzeugwaage meiner Grossmutter mit den verschiedenen Gewichtsstücken geliebt habe, ist mir das Bild zweier Blöcke, die im Gleichgewicht sein sollten, für eine Alltagsphilosophie zu mechanisch. Zudem: Arbeiten kann Spass machen, nicht immer zwar. Arbeiten kann Energie verzehren, setzt aber auch solche frei. Arbeiten hält vital, gibt dem Leben Rhythmus und Struktur – und öffnet dadurch wiederum Räume der Be-

reitschaft zu Chaotischem, Spontanem und Kreativem. Gottlieb Guntern, Gründer und ehemaliger Leiter des Psychia­triezentrums Brig und nun als Kreativitätsforscher tätig, vertritt die Auffassung, dass es im guten Leben darum geht, Gegensätzliches miteinander in Beziehung zu bringen. Analytisch-rationales Denken und Imagination beispielsweise. Oder in Anlehnung an den Astronauten Farmer: Der harte Alltag der bescheidenen routinemässigen Abläufe im Tages- und Wochenzyklus – und der Traum von etwas Schönem, Verrücktem, Unglaublichem schliessen sich nicht aus, sondern durchdringen und befruchten sich gegenseitig. Entgegen der Ratgeberliteratur, die uns empfiehlt, den Alltag aus den Beziehungen zu kehren (damit die Liebe bleibe …), hiesse das Motto dann vielmehr, gerade im Alltäglichen das Wunderbare zu entdecken. Mit einer Prise Lust und Fantasie nicht nur den Fest- oder Feiertag zu kredenzen, sondern alle Tage zu panschen. Jeden Tag an der Rakete bauen. Immer wieder kleine Testflüge ins All wagen. Um neue Bilder, andere Per­ spektiven und traumhafte Wirklichkeiten aufzuspüren. Schön wär’s doch!  o

Thomas Wild arbeitet als Seelsorger im Inselspital. Er studierte in Bern und Heidelberg Theologie und bildete sich als Systemtherapeut aus. 2011 hat er an der Universität Bern mit einem Master of Advanced Studies in Care and Pastoral Psychology abgeschlossen.

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Fundsache | Forschungserfahrungen im Ausland

Gesundheitstipp | 3 Fragen an die Ernährungsberatung

Blutgerinnungsaktivierung an Abnehmen? der Oklahoma Medical Research Foundation

Yvonne Haslebacher, dipl. Ernährungsberaterin HF, Klinische Ernährung/Ernährungsberatung

Viele Leute möchten gerne ein wenig ­abnehmen. Wie geht man das an?

Meine Gedanken verfolgen das Jahr 2012 zurück: Ein hochgradiges Jahr ist vergangen in Oklahoma City, der Hauptstadt des republikanischen Oklahomas. Während dieses Jahres habe ich an der Oklahoma Medical Research Foundation, im ­Coagulation Biology Laboratory von Charles und Naomi Esmon, geforscht. Beim Projekt handelt es sich um die Blutgerinnungsaktivierung bei Vorhandensein von Histones fokussiert mit dem Ziel, die Mechanismen der akzelerierten Thrombingeneration zu erklären. Histones sind Proteine, welche normalerweise im Nucleus liegen und mit DNA verbunden sind. Nach Zellschädigung werden sie freigesetzt, und in Kontakt mit Blut aktivieren sie die Gerinnungsfaktoren bis zur Bildung von Mikround Makrothromben. Ich habe einzelne sowie kombinierte Gerinnungsfaktoren oder Plättchen mit Histones gemischt und deren Aktivierung gemessen. Extrazellulare Histones tragen zur Schwere von verschiedenen Erkrankungen bei und erhöhen die Mortalität in einem Sepsis-Modell. Wir konnten zeigen, dass die Blockierung von Histones die Thrombingeneration in vitro und die Mortalität in einem Tiermodell reduziert. Neben dem Pipettieren im Labor konnten wir ebenfalls mehrmals das lokale

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Basket-Team «Thunder» sehen, verschiedene Museen besuchen, die Oper hören, bei einem Rodeo mit dabei sein … Diese Forschungsperiode war für mich ein bereicherndes Erlebnis, welches ich den in der Grund- oder klinischen Forschung interessierten jungen Kollegen nur empfehlen kann. Ich bedanke mich ganz herzlich bei all den Leuten, die mich unterstützt und mir dieses Abenteuer gestattet haben. o

Infobox Giuseppe Colucci, MD hat in Fribourg und Basel studiert. Nach der FMH-Ausbildung Innere Medizin hat er die Facharztausbildung für Hämatologie am Inselspital abgeschlossen, und seit 2009 arbeitet er als Oberarzt in der Klinik für Hämatologie und Hämatologisches Zentrallabor. 2010 hat er den Titel Spezia­list für hämatologische Analytik FAMH erhalten, und von 2012 bis 2013 hat er als «post-doctoral fellow» im Labor von Charles Esmon an der Oklahoma Medical Research Foundation gearbeitet.

Es gibt keine Pauschallösung, die für alle Menschen passt, und es kommt darauf an, ob man einfach ein paar Kilos abnehmen will oder an krankhaftem Übergewicht leidet. Einfach gesagt muss auf eine negative Energiebilanz geachtet werden, dass heisst, es müssen weniger Kalorien zugeführt als verbraucht werden. Was für eine Rolle spielt die Ernährung?

Eine sehr wichtige! Es geht aber nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu streichen, sondern darum, die Portionengrössen zu verkleinern und die Konsumhäufigkeit von kalorienreichen Speisen wie Frittiertem und Paniertem, Wurstwaren, Snacks oder Süssigkeiten anzupassen. Eine gute Grundlage ist eine ausgewogene Ernährung mit regelmässigen Mahlzeiten. Ist Bewegung unerlässlich?

Bewegung gehört unbedingt dazu! Einerseits verbrennt man damit Energie. Bewegung hat aber auf der anderen Seite auch einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel und das Wohlbefinden. Schon ein regelmässiger Abendspaziergang kann ein guter Anfang sein.


Es war einmal

Ueli Schürch, Rolf Zimmermann (beide Freiwillige), Michael Stettler (Leiter Direktionspräsidium), Prof. Hubert Steinke, Tanya Karrer (Institut für Medizingeschichte), David Sharp (Freiwilliger)

Gemeinsam Geschichte schreiben Die Museale Sammlung der Inselspital-Stiftung birgt Schätze aus der Geschichte des Spitals und der Medizin. Doch wer steht dahinter? Von Tanya Karrer Als fleissige Leser des Inselmagazins wissen Sie, dass das über 650-jährige Inselspital über eine Sammlung historischer Gegenstände verfügt. Diese wurden einst und heute von Mitarbeitenden des Spitals zusammengetragen und befinden sich an der Murtenstrasse 42. Die rund 5000 Gegenstände umfassende Sammlung wird seit drei Jahren aufgearbeitet und vermehrt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Vision: ein Begegnungszentrum mit historischen Wurzeln zur Diskussion aktueller Themen rund um Gesundheit und Medizin. Mit Einzelgängertum lässt sich diese Vision nicht verwirklichen, die Zusammenarbeit

vieler ist essenziell. Das Kernteam (Foto) besteht aus einem Vertreter des Inselspitals, zwei Mitarbeitenden des Instituts für Medizingeschichte, das den Auftrag von der Inselspital-Stiftung zur Aufarbeitung der Sammlung erhielt, sowie drei InselFreiwilligen. Aber auch Sie, liebe Leserinnen und ­Leser, können die Geschichte des Inselspitals mitschreiben. Überlassen Sie der Muse­ alen Sammlung geschichtsträchtige Gegenstände, Utensilien und Dokumente aus Ihrem Spitalalltag und erzählen Sie uns Ihre Geschichte dazu. Ob tägliche Routine, Heldenepos oder Drama: Alle Ihre Erzählungen tragen zu einer facettenreichen

Überlieferung der Insel-Geschichte bei. Die bereits gesammelten und aufgearbeiteten Gegenstände und Geschichten können an Führungen (nach Voranmeldung) erfahren werden. Lassen Sie uns gemeinsam die reiche InselGeschichte weiterschreiben! o

Infobox Zurzeit wird die Museale Sammlung der Inselspital-Stiftung aufgearbeitet. Besichtigungen sind auf Anfrage möglich.

Zahlen und Fakten

«Im Jahr 1531 zieht das ‹Seilerin-Spital› ­ mit 34 Krankenbetten in das Kloster der ­Dominikanerinnen ein. Heute werden ­ über 300 000 Patienten und Patientinnen ­ pro Jahr im Inselspital behandelt.» Aus der Geschichte des Inselspitals

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Aktuell

In Symbiose mit der Natur Das Efeu entlang der Stadtbachmauer ist ökologisch wertvoll und nicht nur während der Blütezeit von September bis November wunder­ schön anzusehen. Von Liselotte Looser, Chefarzt­ sekretärin, Universitätsklinik für Frauenheilkunde

E

feu, das für Naturfreunde, Ornithologen und Imker sehr wichtig ist, wird oft von den Bäumen abgeschnitten, obwohl es für sie nicht schädlich ist: Es steht auf «eigenen Füssen» (Wurzeln). An Mauern, Park- und Waldbäumen ist es ein Zeichen wilder Natur und erfreut Mensch wie Tier. Das Efeu ist das letzte Blütengehölz, das spät im Herbst noch blüht, und dient Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als letztes Futter vor dem Winter. Die Bienen lagern den Efeupollen in ihren Waben ein und schaffen sich so den notwendigen Proviant für ihren Nachwuchs im Frühjahr. Das Efeu ist aber auch für viele kleine Vögel von grosser Bedeutung. Im Winter, wenn alle Laubbäume kahl sind, dient es ihnen als Versteck vor Fressfeinden und bietet Schutz vor Nässe und Kälte. Zudem sind die blauen Efeubeeren, die erst im Vorfrühling reif sind, für die Vögel im Spätwinter ein wichtiges Futter. Wenn dann im Frühling hungrige Vögel, wie z.B. verschiedene Grasmückenarten, aus ihren südlichen Winterquartieren heimDas Efeu entlang der Stadtbachmauer

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kehren, sind die weichen, tei­ gigen Beeren oftmals die einzige ­Nahrung, da es zu dieser Jahreszeit noch zu wenig Insekten zum Fressen hat. Efeu an Bäumen und Felsen fördert als Nistplatz die Artenvielfalt bei Insekten und Vögeln und ist auch in Haus und Garten eine beliebte, immergrüne Holzpflanze, die mithilfe von Haftwurzeln klettert. Beliebt ist Efeu vor allem auch deshalb, weil es Wände, die es bedeckt, vor den Zerstörungen der Verwitterung schützt. Efeu blüht erst, wenn es von der Sonne beschienen wird und ein bestimmtes Alter erreicht hat – nämlich etwa ab dem 7. bis 10. Lebensjahr. Daraus lässt sich unschwer schliessen, wie alt das Efeu im Inselspitalareal ist.

Eine auf das Efeu spezialisierte Wildbiene Die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) ist eine Art aus der Gattung der Seidenbienen. Die auffälligste Eigenart dieser Biene, der sie auch ihren Namen verdankt, ist die Spezialisierung auf Efeupollen als Larven­-

nahrung. Zu den ty pischen Blütenbesuchern des Efeus zählen normalerweise neben Wespen und Schwebfliegen allenfalls Honigbienen, dagegen kaum andere Bienen. Wegen der späten Blütezeit des Efeus erscheint die Efeu-Seidenbiene erst recht spät im Jahr, ab September, teilweise noch bis in den November. Sie gehört damit zu den spätesten Stechimmen Mitteleuropas. Die Nester werden im Boden angelegt, ideale Nistplätze bilden Lösswände. Hier kann bei günstigen klimatischen Bedingungen und einem reichen Bewuchs von Efeupflanzen gelegentlich ein Massenauftreten der Efeu-Seidenbiene beobachtet werden. o


Personelles

Neuer Chefarzt für Kinderchirurgie Als Nachfolger von Zacharias Zachariou hat die Universitätsleitung Steffen Berger auf den 1. Februar 2013 zum ordentli­ chen Professor für Kinderchirurgie gewählt. Vom Verwaltungsrat des Inselspitals wurde er ausserdem zum Direktor und Chefarzt der Kinderchirurgischen Klinik bestimmt.

Steffen Berger, Chefarzt für Kinderchirurgie

Steffen Berger (48) ist in Frankfurt und Hannover aufgewachsen und hat an der Ludwig-Maximilians Universität München studiert. Dort hat er als DFG-Stipendiat von 1991 bis 1993 am Institut für Chirurgische Forschung in Grosshadern in der experimentellen Neurotraumatologie geforscht und promoviert. Seine Facharztausbildung hat er von 1993 bis 2002 in der Kinderchirurgischen Universitätsklinik Mainz absolviert. Den Facharzttitel für Kinderchirurgie erwarb er 2002 und habilitierte 2003 an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Von 2002 bis 2004 war er in Mainz als Oberarzt tätig. Ab 2004 arbeitete er als Oberarzt in der Kinderchirurgischen Klinik des Inselspitals Bern und leitete von 2006 bis Ende 2012 das Notfallzentrum für Kinder und ­Jugendliche. 2011 erfolgte die Umhabilitation nach Bern. Ab Juli 2011 leitete er die Kinderchirurgische Klinik als Chefarzt ad interim. Seine klinischen Schwerpunkte sind die Neugeborenen- und Fehlbildungschirurgie sowie die Kindertraumatologie. Seine Forschungstätigkeit konzentriert sich auf die Behandlung des schweren Schädelhirntraumas im Kindesalter, die angeborenen Innervationsstörungen des Darmes und die Früherkennung der nekrotisierenden Enterokolitis bei Frühgeborenen.

Neue Mitarbeiterin in der Spitalseelsorge Seit dem 1. Oktober 2012 ist Isabella Skuljan am Inselspital als Seelsorgerin tätig.

Isabella Skuljan, Spitalseelsorge

Die katholische Theologin und Kunsttherapeutin M. A. hat als Kernaufgabe die seelsorgliche und spirituelle Begleitung von Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen im Bereich medizinische Kinderheilkunde in der Kinderklinik und auf den Wochenbettstationen der Frauenklinik. Ungefähr ein Mal pro Woche ist sie zuständig für den 24-Stunden-Pikettdienst im gesamten Inselspital. Aus ihrer zehnjährigen pastoralen Arbeit als Gemeindeleiterin in Zürich bringt sie vielfältige Erfahrung in der Seelsorge mit. Mithilfe der Kunsttherapie aktiviert sie die Ressourcen und fördert die Selbstregulation von Patientinnen und Patienten zur Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen (Coping). Schon als Studentin hat sie im Nachtdienst am Universitätsspital in Freiburg im Breisgau nachhaltige Ein­drücke vom medizinischen und pflegerischen Dienst erhalten. In Zürich hat sie insbesondere Familien aus ihrer Pfarrei und deren Kinder bei Spitalaufenthalten pastoral betreut. Am Inselspital engagiert sich Frau Skuljan im Seelsorgeteam/Care Team. Sie schätzt die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzten sowie Sozial- und Psychologieberatenden.

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Personelles

Jubilare

Mai 2013

Juni 2013

40 Jahre

40 Jahre

Margrith Christen, DFKE Kinderklinik, Rosa Masrour,

Maria Carmen Antelo, DB Restaurant Kinderklinik

April 2013 35 Jahre

DURN Derma Pflege, Emilia Anna Zapata, Direktion Betrieb

35 Jahre

35 Jahre

Sofia Molo, DFKE FK stv. Leit. Pflege, Mehmet Ne-

Ruth Hartmann Habegger, DINA Leitung Pflegedienst

30 Jahre

cattin Oecal, Direktion Betrieb, Susi Roth-Ris, DFKE Liliane Jakob, DHGE Kardiologie, Monika Wyss, DFKE

Margrit Holzmann, KAIM Pflege, Annegret Walther,

Frauenklinik

Kinderklinik

30 Jahre

DOLS IKC allgemeine Analytik

30 Jahre 25 Jahre

Madeleine Moser, DHGE Herz/Gefäss Marianne Berger, DINA KIM, Beatrice Bötschi, DHGE

Rolf Binz, Informatik Insel, Judith Blackburn, Control-

Herz/Gefäss, Franziska Burri, Kinderklinik, Maria

ling & Vergütung, Direktion Personal, Marion Maria

­Colangelo, Kinderklinik, Barbara Grädel Messerli, Kin-

25 Jahre

Bleckmann, Ärztl. Klinische Forschung DOLS, Maria

derklinik, Beat Hirschi, Direktion Betrieb T+S, Therese

Sigrid Ettmann, Direktion Pflege / MTT, Brigitte

Dober Kröpfli, Pflegeentwicklung DINA Pflege, The-

Hofer, DHGE Herz/Gefäss, Werner Kohler, Direktion

Giovannone, DB Medizinelektronik, Barbara Hür-

rese Gerber, DPMTT AW FaGe, Udo Kenkel, Direk-

Betrieb Gärtnerei, Markus Steck, DAIM Fachteam

limann, DMLL Thorax/Pneumo, Annalea Klainguti,

tion Dienste FICO Hauptkasse, Maria Possidente Del

KAIM, Marianne Tschumi Walther, DKNS Neuro/Re-

DOLS Transplantation, Priska Kühni, DB Patienten­

Monte, Direktion Betrieb, Vicente Rodriguez, Direk-

hab.Pflege, Regula Weber, DHGE Kardiologie

gastronomie, Hans Wüthrich, DB Gärtnerei

therapie

25 Jahre

20 Jahre

20 Jahre

Regula Dünki, DOLS Pflege Sekretariat, Zulbaiti Ha-

Irene Balmer, DD Informatik, Beatrix Blanchard,

rinto Slamet, Direktion Betrieb Gastronomie, Kaspar

DURN NEPH MTT, Verena Christen, DFKE Geburts­

Raul Acosta, DINA KIM Leitung Pflegedienst, Maria

Herren, DURN PHYS, Myriam Immler, KAIM Pflege,

station, Barbara Eggimann, DOLS Leitung Core-Lab,

Emilia Almeida de Carvalho, Direktion Betrieb, Sabina

Juan Rodriguez Galdin, Direktion Betrieb, Konstanti-

Anabela Fontelo, DB, Elisabeth Haefeli, DRNN Fach-

Ammann, DFKE Gynäkologie, Gabriella De Baptistis,

nos Stathis, Direktion Betrieb

tion Betrieb, Susanne Weiss Ulm, DINA KAS Schmerz-

DOLS Pflege Support, Marlis Gobet Krebs, DHGE Kardiologie, Fritz Leuthy, DB MT-Projekte, Nicole Martin

team Bilddokumentation, Susanne Marti, DOPH Orthopädie Pflege, Jos Nieuwenhuizen, DURN Physio

20 Jahre

Santschi, DURN Physio Pädiatrie

Neuro, Caroline Ostertag, DMLL Bettenstation, Ivanka Rajic, DFKE KKL, Miranda Schürch, DFKE Frauenklinik

Heinz Binder, DB Projektabwicklung, Stephan Mathias Jakob, DINA Leitung Intensivmedizin, Majda Krajnc, DHGE OP-Orthopädie, Markus Reber, DB Informatik, Heidi Schüpbach, DHGE Herz- und Gefässchirurgie, Jean Paul Tcheutchoua, DB Transportdienst, Daniela Karin Wyss, DMLL Pneumologie, Irène Zintel, DHGE Herz- und Gefässchirurgie

Wir danken unseren Jubilarinnen und Jubilaren für ihren lang­ jährigen Einsatz!


Pensionierungen Ernennungen Nachtrag 31. März 2013

Assoziierte Professur Diesen Titel haben erhalten:

Jacqueline Lai, Bereichssekretärin Fachentwicklung

»» PD Dr. med. J.F. Beldi

und Forschung DPMTT

»» PD Dr. med. Esther Vögelin »» PD Dr. sc. nat. Dieter Bosshardt

30. April 2013 Ursula Naegeli, DD Sozialberatung, Christine Ryser,­

Diesen Titel haben erhalten:

DKNS Akutbettenstation, Evelyn Studer, DOLS Poli-

»» PD Dr. med. Andreas Günthert

klinik Sekretariat, Marianne Theres Käser, DB HW,

»» PD Dr. med. Zsolt Szücs-Farkas

Charlotte Huggler, DKNS OP HNO, Dora Zorzi, Sozial­

»» Prof. Dr. med. Luca Remonda

beratung, Maryvonne Zürcher, DOPH Ortho­pädie,

Venia docendi

F­reiburghaus, DKNS Augenklinik, Charlotte ­Aydin,

»» PD Dr. med. Rupert Langer wurde am 21. Januar

DRNN DIPR Frauenradiologie, Rosmarie Brunner-

2013 die Venia docendi für das Fach Pathologie

Blum, Pränatalstation FK

erteilt. »» Dr. med. Christian Garzoni wurde am 25. Januar 2013 die Venia docendi für das Fach Innere Medizin, speziell Infektiologie, erteilt.

Louise Stutz, DURN Nephro, Elisabeth Bürkli, DKNS

»» Dr. med. Ermin Aghayev wurde am 26. Februar

Augenpoliklinik, Kim Ok-Soon, DINA KAS, Elisabeth

2013 die Venia docendi für das Fach Orthopädie erteilt.

çoise Poncet, DOLS APOT Klinikbetreuung, Martinus

»» Dr. med. Matthias Hänggi wurde am 26. Februar

Boleij, DURN NEPH IMC, Hyrishahe Morina, DMLL

2013 die Venia docendi für das Fach Intensiv­

Operationszentrum, Erika Steiner, DMLL VMCK, Christian Herren, Küchenchef

medizin erteilt. »» Dr. med. Marcel Menke wurde am 26. Februar 2013 die Venia docendi für das Fach Ophtalmo­

Wir wünschen unseren pensionierten Mitarbeitenden alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

erteilt. »» Dr. phil. nat. Yitzhak Zimmer wurde am 26. Februar 2013 die Venia docendi für das Fach Molekular- und »» Dr. Andreas Siegenthaler wurde am 26. März 2013 die Venia docendi für das Fach Anästhesiologie erteilt. »» PD Dr. pharm. Elisabeth Oppliger wurde am­ 26. März 2013 die Venia docendi für das Fach ­Humangenetik, speziell Hämatologie, erteilt.

­Katarina Akerholm, DKNS Neurochirurgie, ­Sylvia

Regenass, Neo FK, Fritz Bätscher, HLKS, Marie-Fran-

2013 die Venia docendi für das Fach Human­genetik

Zellbiologie erteilt.

Titularprofessur

31. Mai 2013

»» Dr. phil. nat. André Schaller wurde am 26. Februar

logie erteilt. »» Dr. med. Tobias M. Merz wurde am 26. Februar 2013 die Venia docendi für das Fach Intensiv­ medizin erteilt.

»» Prof. Dr. med. Reiner Wiest wurde am 26. März 2013 die Venia docendi für das Fach Innere Medizin erteilt.

Herzliche Gratulation!


Die Box

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Meldung «Die Insel hat einige Abstellmöglichkeiten für Velos, leider während der Hochsaison zu wenig. Zu wenig Möglichkeiten, Velos fest anzuschliessen. Daran sollte man dringend etwas ändern. Oder was auch schön wäre: sichere Veloboxen, die vor allem für Elektrovelos sehr gut wären. Ich selbst habe demnächst vor, 25 km mit meinem Elektrovelo zur Insel zu kommen. Leider habe ich in der Nähe des INO noch keinen geeigneten Platz gefunden. Wär schön, wenn sich hier mal was tut.» Stellungnahme Das Inselspital hat in den letzten Jahren die Anzahl an Veloabstellplätzen und auch die Anzahl der überdeckten Abstellplätze vergrössert. Die Arealplanung ist bestrebt, die Anzahl der Veloabstellplätze mit neuen Bauvorhaben zu verbessern und gleichzeitig neue Abstellflächen anbieten zu können. Zurzeit laufen Abklärungen mit dem Kanton über die Nutzung des Friedbühlschulhauses. Bei einem positiven Entscheid können so relativ rasch zusätzliche Abstellplätze für Motorräder und Velos angeboten werden. Leiter Arealplanung (Hansjürg Eggimann)

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BLUMENlNSEL

FÜR BLUMEN IM INSELSPITAL TEL: 031 382 35 15

Einladung zur Baumvisite Inselspital, Ökologiekommission

In den Inselgärten und zwischen den Häusern und Baustellen wachsen viele unterschiedliche Bäume. Der grosse Baumbestand auf dem Inselareal schafft Orte der Ruhe und Entspannung. Die Bäume auf dem Inselareal werden von den Mitarbeitenden der Gärtnerei gepflegt. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem schönen Baumbestand auf dem Inselareal sorgt für Ästhetik und für die Sicherheit der Menschen auf dem InselspitalGelände. Wollen Sie mehr über die Baumpflege erfahren? Wir laden Sie ein zu einem lustvollen Spaziergang durchs Inselareal – den Bäumen nach!

a) Was ist dargestellt? b) Wo ist es? Beantworten Sie die Fragen bis 24.5.2013 mit einer E-Mail an redaktion@insel.ch mit Angabe von Vorname, Name, interne oder externe Adresse, an die der Gutschein gesandt werden kann. Die Gewinner werden zufällig ermittelt und in der folgenden Ausgabe erwähnt. Teilnahmeberechtigt sind Mitarbeitende des Inselspitals. Ausgeschlossen sind Mitarbeitende der FKM und FGZ.

Auflösung aus dem letzten Heft: Frank V. ist Bankdirektor. Gewinner der Theaterbillette: Peter Lüthi, Anna Emch, Elke Bauer, Janick Christen, Ursula Brunner, Kathrin Eisenkolb, Therese Mischler, Christine Rohrer, Ursula Flükiger Meylan, Viktor Pfister, Michael Vödisch, Doris Bienz, Frank Behrensmeier, Christine Wenger, Peter Beck.

Donnerstag, 30. Mai 2013, von 16.30 bis ca. 17.30 Uhr Stefan Müller, Werkstattleiter Garten Inselspital, und Hans Mäusli, Baum­ pflegespezialist und Baumsachver­ ständiger, werden Sie von Baum zu Baum führen. Sie hören auf diesem Rundgang, was Bäume für ein gutes Gedeihen brauchen, aber auch, warum manchmal Bäume gefällt werden müssen. Treffpunkt vor dem Anna-Seiler-Haus, Eingang 2

Anmeldung bis 28. Mai 2013 an: margrit.kilchenmann@insel.ch


Cartoon | Bruno Fauser

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Kulinarische Begegnung

Lachs-Kräuterpfanne Vorgestellt von Claudia Schällibaum, Inselführungen Bei Claudia Schällibaum heisst das Rezept «Lachs à la Renata» weil es dank ihrer Schwester Renata, wohnhaft in Mailand, einen Hauch ungewohnte «italianità» ins Haus gebracht hat. Ungewöhnlich ist, dass Fisch mit Käse serviert wird. Aber Claudia Schällibaum versichert uns, es handle sich hierbei um einen Traum von Gericht, und seit sie es kenne, habe sich der Geheimtipp in Windeseile im ganzen Bekanntenkreis verbreitet. Ein grosser Vorteil dieses Rezeptes sei die Einfachheit der Zu- und Vorbereitung. Wenn man Gäste hat, kann man es sehr gut vorbereiten, mit Alu zugedeckt in den Kühlschrank stellen und dann nur noch zehn Minuten in den Ofen schieben, wenn alle da sind.

Als Käse wird im Originalrezept Fontina angegeben, in der Schweiz eignet sich Vacherin fribourgeois sehr gut, weil er gut schmilzt und sich mit der Sauce vermischt, aber nicht zu viel Eigengeschmack hat, damit der Geschmack des Fisches noch zur Geltung kommt. Anstatt Lachs ist auch jeder Fisch geeignet, der etwas fest im Fleisch ist. Aufgezeichnet von Annemarie Glaser

Zutaten (Für 4 Personen) 600 g Lachsfilet 1 Zitrone Zitronenpfeffer Frischer Dill 1 Becher Rahm 50 g Vacherin fribourgeois Salz Zubereitung Das Lachsfilet in Tranchen schneiden und in eine ofenfeste Form legen, die Zitronenscheiben dachziegelartig dazwischen einschichten. Zitronenpfeffer, Salz und frischen Dill dazugeben. Rahm in die Casserole ­giessen, Käse in Würfel schneiden und darauf verteilen. Bei 200 Grad im heissen Ofen 7 bis­ 10 Minuten backen. Wenn die Ober­ fläche hellbraun ist, ist es bereit. Dazu passen Reis oder Kartoffeln.


2/2013 "Gemeinsam"  

Zeitschrift für die Mitarbeitenden des Inselspitals

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