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DEZEMBER 2011

ZUKUNFTS – & WachSTUmSmÄRKTE im Fokus

OstEuROpa Potenziale in Polen Seite 6

asiEn Chancen in indien und China Seite 8

DEutscHlanD Land der innovationen Seite 10

»Zukunfts- & Wachstumsmärkte im Fokus« ist eine unabhängige publikation des in|pact media Verlags und liegt der Gesamtauflage des Handelsblatts bei.


GRussWORt

in|pact media Verlag

liebe leserinnen, liebe leser,

DEZEMBER 2011

Wir erleben seit mindestens zwei Jahrzehnten eine völlige Neuordnung globaler Gewichtungen in der Weltwirtschaft. Einstige »Emerging markets« sind längst zu Global Players geworden – allen voran der neue Exportweltmeister China. Neue Aufsteiger stehen bereits in den startlöchern und werden eine Transformation zu einer zunehmend multipolaren Weltwirtschaft vorantreiben. Beschränkt man den Fokus bei dieser Entwicklung jedoch auf die heute schon gehandelten und bekannten BRiCs-staaten oder die Next-Eleven, blendet man zahlreiche Länder mit Dirk Bormann, Vorstandsvorsitzender großem Potenzial aus. so können Länder als investitionsstandort deutlich interessanter sein, des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung als die Rolle, die sie für die Weltwirtschaft heute noch spielen – drei kandidaten hierfür in und Außenwirtschaft (BWA) aller kürze: Namibia: umfangreiche Rohstoffreserven und eine interessante logistische situation – verbunden mit einem stabilen demokratischen und rechtsstaatlichen system, sind zuverlässige Rahmenbedingungen für investitionen in aussichtsreiche Projekte. Panama: Der Aus- und Erweiterungsbau des Panamakanals wird über die Logistikbranche hinaus motor für die gesamte Entwicklung des Landes und der Region sein und damit auch ein interessanter standort für ein zukunftsorientiertes unternehmertum. Georgien: schon jetzt nimmt Georgien eine wichtige Rolle als Transitland von Gas und Öl ein. Diese wird sich voraussichtlich ausweiten und weitere Geschäftsfelder positiv beeinflussen. Eine Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass das Verhältnis zu den Nachbarstaaten friedlich gestaltet werden kann. Es wird sich also lohnen, neben BRiCs und Next Eleven auch die Entwicklungen anderer interessanter Länder genau zu verfolgen. Deutschland hat auf dieser neuen Bühne viel zu gewinnen. Bereits jetzt profitiert unser Land von einer Vorreiterrolle in grüner Technologie: Ressourcenschonend und nachhaltig zu wirtschaften wird heute kaum mehr als visionär-ideologisch betrachtet, sondern steht für innovative und ökonomisch-effiziente Lösungen und ist damit zukunftsweisend. Für die Exportnation Deutschland bedeuten die vielen Emerging markets vor allem eines: Chancen. Es gilt in diesen Zeiten aufmerksam zu sein und den exzellenten Ruf von »made in Germany« weiter aufrecht zu erhalten.

seite 3 investieren in Wachstumsmärkten Deutsche Unternehmen geben wieder Geld aus. Wohin fließt es?

Seite 6 Fokus: Osteuropa Russland, die Ukraine und Polen locken mit hohen Gewinnaussichten

seite 4 Forum der akteure

seite 8 Enorme potenziale

Prof Rainer Lindner, Ost-ausschuss der Deutschen Wirtschaft Peter Löscher, asien-Pazifik-ausschuss der Deutschen Wirtschaft Michael Pfeiffer, Germany Trade and Invest

asien wächst und wächst. Vor allem im hinterland chinas bieten sich chancen

seite 9 Vermittler gesucht!

ZUKUNFTS – & WachSTUmSmÄRKTE im Fokus

asiEn Chancen in indien und China Seite 8

OstEuROpa Potenziale in Polen Seite 6

DEutscHlanD Land der innovationen Seite 10

»Zukunfts- & Wachstumsmärkte im Fokus« ist eine unabhängige publikation des in|pact media Verlags und liegt der Gesamtauflage des Handelsblatts bei.

seite 10 Willkommen im innovationsland! Deutschland setzt auf Ideen

HinWEis: alle nicht mit dem Zusatz »Redaktion« gekennzeichneten Beiträge sind auftragspublikationen und damit anzeigen.

Sicher im ausland investieren

ImPRESSUm

in|pact media GmbH Torstr. 227 D-10115 Berlin T +49 (0) 30 250 40 -830 F +49 (0) 30 250 40 -839 E redaktion@inpactmedia.com www.inpactmedia.com

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autoRen mirko Heinemann, Axel Novak, Dr. Nikolaus siemaszko, Tatjana kimmel-Fichtner

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LektoRat Jürgen W. Heidtmann

iLLustRationen sandra Haselsteiner www.sandra-haselsteiner.de dRuCk Axel springer Druckhaus Essen-kettwig

HeRausGeBeR Edi karayusuf GesCHäftsfüHRunG sara Habibi isfahani, Edi karayusuf PRoJektLeitunG Dr. Nikolaus siemaszko


ZUKUNFTS-

& WachSTUmSmÄRKTE Im FOKUS

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investieren in Wachstumsmärkten Deutsche unternehmen nehmen wieder Geld in die Hand, um ihre Wachstumsperspektiven zu konsolidieren und sich gegen Risiken in Teilmärkten abzusichern. Der Fokus hierbei liegt auf den schwellenländern – und auf Deutschland.

mirko Heinemann / Redaktion

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on einer Krise ist bei dem deutschen Softwareunternehmen SaP nichts zu spüren. Prognosen, die einen nahenden Einbruch der deutschen Konjunktur vorhersagen, sorgen bei den Weltmarktführern aus Walldorf allenfalls für Schulterzucken. »Die Unternehmen investieren weiterhin strategisch in Innovationen«, erklärte SaP-co-cEO Jim hagemann Snabe in der Wirtschaftszeitung »Euro am Sonntag«. Zunehmende Vorsicht der Kunden bei Investitionen in neue Software-Produkte könne er nicht erkennen. allen Unkenrufen zum Trotz: Deutsche Unternehmen investieren. Gerade jetzt. Der Fokus richtet sich dabei einerseits auf innovative Produkte und Dienstleistungen im Inland; andererseits immer stärker aber auch auf die schnell wachsenden märkte etwa in Osteuropa und asien. Der aufschwung hat bei vielen Unternehmen für eine volle Kriegskasse gesorgt. Jetzt geht es darum, sich gut aufzustellen und zu expandieren, neue Wachstumsmärkte zu erschließen, um sich gegen mögliche Einbrüche in Teilmärkten abzusichern. Eine aktuelle Studie, erstellt vom Bundesverband der deutschen Industrie BDI gemeinsam mit Pricewaterhousecoopers (Pwc) und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), konstatiert eine wachsende Investitionsbereitschaft bei deutschen Unternehmen: Nach Einbrüchen aufgrund der Weltwirtschaftskrise nahmen 2010 die ausrüstungsinvestitionen um 10,9 und die Bauinvestitionen um 2,8 Prozent gegenüber 2009 zu. Für 2011 rechnet man mit einem Plus von 10,5 bei ausrüstungen und um 2,2 Prozent bei den Bauten. Der anstieg der Investitionsintensität soll sich auch in den nächsten zwei Jahren fortsetzen. unteRneHMen woLLen inVestieRen

Doch wohin wird das Geld fließen? 80 Prozent davon wollen die Unternehmen in Sachinvestitionen, etwa den ausbau von Produktionskapazitäten stecken. 20 Prozent sollen in die Forschung und Entwicklung (F+E), in Innovationen und in die Personalentwicklung fließen. Etwa die hälfte der Gelder ist für Investitionen in Deutschland vorgesehen. mit der anderen hälfte wird das Engagement im ausland ausgebaut:

Von heute etwa zehn Prozent auf 18 Prozent sollen in 500 Firmen mit deutscher Beteiligung in der Türkei den nächsten fünf Jahren die auslandsanteile steigen. vertreten, sind es heute fast 4.000. Laut DIhK sind vor Vor allem für die Industrie sind Schwellenländer, die allem junge deutsche Existenzgründer sehr erfolgreich so genannten BRIcS-Staaten, wichtigste Zielregion. in der Türkei. marktchancen sieht der Verband in Investitionen in die BRIcS-Staaten zahlen sich aus: praktisch allen klassischen Exportbranchen des deut2010 wuchs china um 10,3 Prozent, die Türkei um 9,0 schen mittelstands: von der Infrastrukturentwicklung Prozent, Indien um 8,8 Prozent. Rund ein Drittel des über die Bauzulieferung, die Energietechnik, die KfZdeutschen Exportwachstums der letzten Jahre ging auf Zulieferung, den maschinenbau, den absatz hochwerdas Konto von Schwellenländern. Deutsche Produkte, tiger Konsumgüter bis hin zu unternehmensnahen deutsche Technik und deutsches Dienstleistungen. Know-how sind hier gefragt aber auch in Deutschland wie nie. Vergangene Woche lohnen sich Investitionen: in Die Expansion der wurde ein denkwürdiger Redie Forschung, in Innovatikord vermeldet: Die deutschen onen, in grüne Technologien. globalen WachstumsExporte überschritten erstmals Das zeigt beispielhaft das den Umfang von einer Billion Engagement des US-ameriregionen trägt viel zum Euro. Der Exportmeister wird kanischen Internet-Konzerns deutschen Wirtschaftszum Großmeister: Laut BunGoogle. Google hatte angedesverband Groß- und außenkündigt, im Laufe des Jahres wachstum bei. handel (BGa) machen deutsche 2011 rund 6.000 neue mitarbeiausfuhren derzeit 9,5 Prozent ter einzustellen. allein 1.000 des Welthandels aus. neue Stellen sollen in Europa Im Gegenzug trägt die Expansion der globalen entstehen, mehrere hundert davon in Deutschland. Wachstumsregionen viel zum deutschen WirtschaftsDas Innovationsland steht bei den Google-managern wachstum bei. Die Emerging markets sind wichtiger hoch im Kurs. Deutschland steht hier für Qualität Partner beim Near- oder Offshoring. So will etwa der und hat einen guten Ruf in der akademischen auschemiekonzern BaSF in den nächsten Jahren rund bildung. man verspricht sich neue Impulse: »Deutschzwei milliarden Euro in asien investieren. »als Vorteil land hat eine Debattenkultur, die fundamental dafür erweist sich für diese Länder, dass sie nicht der ausist, dass die Gesellschaft so gut funktioniert«, sagte der gangspunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise geweehemalige Google-cEO Eric Schmidt im Februar in sen sind - vielmehr hat die Krise ihre Reputation als Berlin. So will Google etwa ein Institut für Internet Wachstumsmärkte gesteigert«, so der Deutsche Indusund Gesellschaft gründen und setzt auf Kooperatitrie- und handelskammertag DIhK. Vor allem die onen mit führenden akademischen Institutionen wie Bereiche nachhaltiges Bauen, energetische Gebäudeder humboldt-Universität zu Berlin. außerdem hat sanierung, Umwelttechnik und erneuerbare Energien Google 3,5 millionen Euro in ein Solarkraftwerk in bieten Wachstumspotenzial. In diese Bereiche wollen Brandenburg an der havel investiert - als Beitrag zur laut BDI-Studie rund die hälfte der deutschen UnterFörderung klimafreundlicher Energie. nehmen ihre Neuinvestitionen stecken. Zwei Fünftel Was immer im nächsten Jahr geschehen wird. der Firmen werden in den ausbau von unternehmensFür die deutsche Softwareschmiede SaP stehen alle nahen Dienstleistungen investieren. Dazu zählt als viel Zeichen auf Wachstum. Für 2012 geht Vize-cEO versprechende Branche die Informations- und KomSnabe von weiteren Zuwächsen aus. Um das für 2015 munikationstechnik (ITK): Die ITK-märkte Russangepeilte Ziel von 20 milliarden Euro Umsatz zu land und china werden 2011 voraussichtlich um zehn erreichen, benötige der Weltmarktführer für UnterProzent wachsen, Indien sogar um 17 Prozent. nehmens-Software ein durchschnittliches Umsatzplus Die Türkei bietet als Land mit Wachstumsraten von zehn Prozent pro Jahr. Das Ziel wolle man auf zwischen fünf und zehn Prozent in den letzten Jahren jeden Fall erreichen, und zwar mit kontinuierlichem ein interessantes Investitionsziel. Waren 1995 erst rund Wachstum.


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EXPERTENFoRum

chancen auf Wachstum osteuropa, Asien oder Deutschland? Die Redaktion fragt Akteure, wo derzeit gute Bedingungen herrschen.

Prof. Dr. rainer Lindner

Peter Löscher

michael Pfeiffer

Geschäftsführer Ost-ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Vorsitzender asien-Pazifik-ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Geschäftsführer Germany Trade and Invest

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m Jahr 2011 wird der Warenaustausch zwischen Deutschland und Russland auf ein Rekordergebnis von über 70 milliarden Euro ansteigen. Über 6.000 deutsche Unternehmen haben bereits in Russland investiert, obwohl die Bedingungen dort nicht immer optimal sind. Ein hoher bürokratischer aufwand, Protektionismus zugunsten heimischer Konzerne, Korruption, rechtliche Unsicherheiten, eine schwierige Infrastruktur – dies sind Probleme, auf die sich Investoren einstellen müssen. Doch Russland verändert sich. Die Gesellschaft fordert eine modernisierung und mehr politischen und wirtschaftlichen Wettbewerb ein. Gleichzeitig verbessern sich durch den für 2012 anstehenden Beitritt Russlands zur WTO die Geschäftsbedingungen. Die Rechtssicherheit steigt. mit dem Russian Direct Investment Fund (RDIF) hat die russische Regierung zudem einen Zehn-milliarden-Dollar großen Topf geschaffen, der ausländische Investitionen flankiert. Russland will bis 2020 zu den fünf größten Volkswirtschaften der Welt gehören. Dazu ist es notwendig, die vom Rohstoffexport abhängige Wirtschaft zu diversifizieren. In der amtszeit Präsident Dmitri medwedews wurden zahlreiche Großprojekte angedacht. Dazu gehört der aufbau von fünf Industrieclustern, darunter die Innovationsstadt Skolkowo bei moskau und ein automobilcluster in Samara, an dessen Entwicklung auch die deutsche Fraunhofer Gesellschaft mitwirkt. mit hohen milliarden-Beträgen sollen das russische Gesundheitswesen modernisiert und energieeffiziente Technologien gefördert werden. Einen Schub für die modernisierung wird es zudem durch sportliche Großveranstaltungen geben. Der Investitionsbedarf beträgt allein für die Fußball-Wm 2018 mindestens 35 milliarden Euro. Es werden moderne Sportstät-

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ie Bedeutung der asiatischen märkte für die deutsche Industrie ist hoch und wird in der Zukunft weiter zunehmen. Die Verschiebung der weltwirtschaftlichen Gewichte und die damit einhergehende Verschiebung der Wachstumsdynamik des außenhandels der deutschen Wirtschaft zugunsten des asien-Pazifik-Raums wird sich fortsetzen. angeführt wird diese Bewegung durch Länder wie china und Indien.

»Für die deutsche industrie in Asien überwiegen die Chancen.«

ten, hotels, Flugplätze und hochgeschwindigkeitszüge benötigt. Die chancen für die deutsche Wirtschaft zu partizipieren sind gut. Rückenwind gibt uns das Deutschlandjahr in Russland, das im Sommer 2012 startet. Der Ost-ausschuss und seine mitgliedsunternehmen werden sich finanziell und inhaltlich engagieren, denn gerade die Wirtschaft ist ein enges Bindeglied zwischen unseren beiden Ländern.

Zur Erinnerung: als die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/09 die Weltwirtschaft erschütterte, wurde ein beachtlicher Teil der Umsatzrückgänge deutscher Unternehmen durch die Nachfrage in asien aufgefangen. Einige große Volkswirtschaften asiens waren deutlich weniger vom abschwung betroffen. china legte beispielsweise in kürzester Zeit ein Konjunkturprogramm von rund 460 milliarden Euro auf. auch davon profitierten deutsche Unternehmen direkt und indirekt. Seither ist der deutsche handel mit asien wieder auf ein hohes Niveau gestiegen. Die ausfuhren nach china stiegen 2010 zum Vorjahr um rund 44 Prozent, die Exporte etwa nach Südkorea um knapp 30 Prozent. Große chancen in asien bieten sich insbesondere für die automobilindustrie, die chemische Industrie, die Elektrotechnik und im maschinen- und anlagenbau, auf dem Feld der Ressourcen schonenden Technologien. auch der Infrastrukturausbau, die schnelle Urbanisierung sowie die Kaufkraft wachsender mittelschichten sorgen dafür, dass asien attraktiv bleibt für deutsche Firmen. Nach wie vor bestehen für deutsche Unternehmen herausforderungen, beispielsweise im beschränkten Zugang zu öffentlichen aufträgen. hohe bürokratische auflagen machen deutschen Unternehmen mancherorts zu schaffen. Geistiges Eigentum wird zum Teil noch nicht zufriedenstellend geschützt. als aPa stehen wir zu diesen Themen mit unseren asiatischen Partnern in ständigem Dialog. häufig stellen wir dabei fest, dass die angesprochenen Themen durchaus im gemeinsamen Interesse sind. Für die deutsche Industrie in asien überwiegen die chancen bei weitem die Risiken.

www.ost-ausschuss.de

www.asien-pazifik-ausschuss.de

»Russland will bis 2020 zu den fünf größten Volkswirtschaften gehören.«

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eutschland ist Weltspitze, wenn es um Patentanmeldungen geht; Deutschland hat hervorragend ausgebildete Fachkräfte; Deutschland ist ein großer markt: das sind allein drei argumente dafür, dass ausländische Unternehmen in Deutschland investieren sollten. Selbstverständlich ist Deutschland nicht gerade der geeignete Ort für die herstellung eher günstiger massenprodukte. Vielmehr finden hierzulande in anbetracht der hervorragenden Infrastruktur, der Zusammenarbeit von hochschulen und Forschungsinstituten mit der Wirtschaft und dem hohen Schutz geistigen Eigentums vor allem innovative Unternehmen ein sehr gutes Umfeld. auch der breit aufgestellte mittelstand, die sogenannten »hidden champions«, bietet die möglichkeit gewinnbringender Partnerschaften.

»in Deutschland finden innovative unternehmen ein gutes umfeld.« Neben den seit Jahren sehr erfolgreichen Branchen wie maschinenbau, Kfz- und medizintechnik ist sicherlich der gesamte Bereich erneuerbare Energien eine der Zukunftsbranchen schlechthin. Durch den von allen Parteien und einer breiten mehrheit der Gesellschaft getragenen atomausstieg wird Deutschland in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlich zu dem Trendsetter in diesem Bereich. hohe Investitionen in die Stromgewinnung, die Speicherung und in das Stromnetz sind bereits Realität und auch weiter absehbar. Dazu gehören natürlich auch die Forschung und Entwicklung neuer Technologien. auch für Unternehmen aus dem ausland bedeutet das: interessante aufträge und die möglichkeit der Partizipation an der Entwicklung wegweisender Zukunftstechnologien. Von der Zukunft zurück in die Gegenwart. Trotz der Krise im Euroraum ist und bleibt Europa ein immens wichtiger und reicher markt. Deutschland liegt mitten in diesem Wirtschaftsraum, von hier aus erreicht man potenzielle abnehmer schnell und zuverlässig. Und nicht nur in der EU, weltweit ist »made in Germany« hoch angesehen und ein wichtiges Kaufargument. Und dieses Siegel bekommt nur, wer hier produziert. www.gtai.com


ZUKUNFTS-

& WachSTUmSmÄRKTE Im FOKUS

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— unternehmensbeitrag DEuTsCHE BANk —

Von der Werkbank in Schule und Forschung Die Länder osteuropas sollten noch stärker in die Bildung ihrer Bürger investieren

Was im tschechischen mladá Boleslav vom Band rollt, verkauft sich glänzend. Der autobauer Skoda lieferte im Jahr 2009 fast 700.000 Fahrzeuge in die ganze Peter tiLs, CEO Mittel- und Osteuropa Welt. Sie punkten der Deutsche Bank AG mit guter Qualität und ausstattung bei günstigen Preisen. Bekanntlich machen die tschechischen Ingenieure und arbeiter selbst den VWSchwestermarken harte Konkurrenz. Skoda ist exemplarisch für den Erfolg Osteuropas seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren. Die Wirtschaft Tschechiens, Polens, Ungarns oder Rumäniens wurde eng mit Westeuropa verflochten. als verlängerte Werkbank bieten diese Länder ihren menschen zunehmend gute Berufschancen. Die Kehrseite: Steigende Lohnstückkosten; längst wird woanders günstiger produziert. Es ist absehbar, dass die verlängerte Werkbank ergänzt werden muss.

Osteuropa profitiert von den Investitionen deutscher Unternehmen und deren Suche nach qualifizierten arbeitskräften. »Wenn es Deutschland gut geht, geht es auch uns gut« lautet ein geflügeltes Wort in der Region. Bis 2009 investierten deutsche Firmen 22 mrd. Euro in Tschechien, fast 20 mrd. in Polen, 17 mrd. in Ungarn und 5,5 mrd. in Rumänien. Zum Vergleich: allein die höhe der deutschen Investitionen in Tschechien und Rumänien entspricht denen in china und Indien zusammen. Ein Unternehmen wie der mittelständische autozulieferer Dräxlmeier hat in den vergangenen Jahren fünf Standorte in Rumänien aufgebaut und 12.000 qualifizierte arbeitsplätze geschaffen. Das Unternehmen hat vor, seine Präsenz im Land weiter zu stärken. Von den mehr als 900 mitgliedsunternehmen der deutsch-polnischen handelskammer in Warschau planen fast 80 Prozent in den kommenden Jahren Erweiterungsinvestitionen. Die deutschen Unternehmer begeistert vor allem die hohe motivation

und Qualifikation der arbeitnehmer: Problemlösungsfähigkeiten, Fremdsprachenkenntnisse und Qualitätsdenken. In diese Stärken sollten weitere mittel gelenkt werden. Denn die Länder Osteuropas werden bei steigenden Lohnstückkosten für Investoren nur attraktiv bleiben, wenn sie noch stärker in die Qualifikation ihrer menschen investieren. Bildung und ausbildung sind langfristig der Schlüssel für künftiges Wachstum. Schon fehlen etwa in Polen Ingenieure und gewerbliche Fachkräfte. Das Land reagiert und reformiert seine Universitätsausbildung; es gibt austauschprogramme mit Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Bei der gewerblichen ausbildung ist das duale System Deutschlands das Vorbild. Es gibt eine engere Zusammenarbeit der Berufsschulen und Unternehmen in Polen mit den IhKs etwa bei der ausbildung zum mechanotroniker. Laut Eurostat haben Polen, Tschechien und Ungarn im vergangenen

Jahrzehnt ihre ausgaben für Forschung und Entwicklung fast verdoppelt und Tschechien nähert sich hier inzwischen dem EU-Durchschnitt. Entsprechend nimmt auch die Innovationskraft dieser Länder zu. auch die Unternehmen tun einiges. Dräxlmeier etwa produziert nicht nur in Rumänien, der mittelständler hat auch Teile seiner Forschung und Verwaltung ins Land verlegt. Viele deutsche Investoren schaffen heute neben ihren Fertigungsstätten auch Weiterbildungseinrichtungen. Skoda hat in Tschechien bereits im Jahr 2000 eine hochschule für Betriebswirtschaft gegründet, an der heute rund 650 junge menschen studieren. Das sind gute ansätze, die zügig erweitert werden müssen. Für künftigen Wohlstand braucht Osteuropa eine Bildungs- und ausbildungsoffensive. Denn gut geschulte Köpfe und hände sind die Keimzelle der Skodas von morgen. www.db.com

— unternehmensbeitrag DAGmAR LoRENZ —

— unternehmensbeitrag FREsHFiELDs BRuCkHAus DERiNGER —

Erfolg im Russlandgeschäft

Profiler für rechtliche Risiken

sachkundige Beratung und Vertretung, die sich für unternehmen bei geschäftlichen Aktivitäten ergeben, als Garant für Erfolg

Welche Risiken in Wachstumsmärkten lauern und wie man sich schützen kann

Seit 1990 ist Dagmar Lorenz, Vorsitzende des Komitees für Recht, Steuern und Finanzen der DeutschRussischen ahK, Filiale Nordwest, VertrauensanwälDagmar Lorenz, tin des deutschen Vertrauensanwältin des Generalkonsulates der und Schweizer BRD und des GeneralGeneralkonsulakonsulates der Schweiz in Sankt Petersburg tes, in Russland (honoris causa) tätig. mit der wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Kanzlei »Dagmar Lorenz Legal & Tax« vertritt sie mit Büros in moskau und Sankt Petersburg bereits seit Jahrzehnten von Kaliningrad bis Wladiwostok deutsche Unternehmen. Dabei sind Schwerpunkte der Beratung und Betreuung m&a, Gesellschafts-, handels-, Wettbewerbs- und Kartellrecht, die juristische Begleitung von Unternehmenskooperationen und Direktinvestitionen sowie die Steuerberatung, fiskalische Vertretung, russisches arbeits-, ausländerarbeitsrecht, Immobilienrecht und die Vertretung vor Ge-

richten sowie Schiedsgerichten. Im Rahmen der Globalen Partnerschaft der G8 erfolgt durch die Kanzlei seit 2003 die juristische Begleitung und Umsetzung des deutsch-russischen abkommens zur Entsorgung von russischen atom-U-Booten und zum Bau eines Langzeitzwischenlagers in der Nähe von murmansk. Die vertragliche Gestaltung der Beziehungen aller am Projekt Beteiligten und die Kontrolle der Verwendung der verauslagten mittel liegt ebenso in den händen der Kanzlei wie auch die Einholung der für den Bau erforderlichen Genehmigungen. Innerhalb des Projektes hat die Kanzlei mehr als 700 Verträge gestaltet, zur Unterzeichnung und Erfüllung gebracht. Die Kanzlei ist seit ihrer Gründung auf den russischen markt spezialisiert. Dies erklärt den Erfolg der von ihr in Russland begleiteten und betreuten Projekte. Zahlreiche Projekte deutscher Unternehmen sprechen für sich.

Ihre Kanzlei begleitet weltweit Unternehmen bei Investitionen in Wachstumsmärkten. Welche Gefahren lauern dort?

mit den Wachstumschancen steigen auch die Risiken. Länderübergreifend begegnen uns dabei immer wieder: Diskriminierung und andere staatliche Eingriffe bis hin zu Enteignung, überraschende Steuern, willkürliche maßnahmen von aufsichtsbehörden, Korruption oder mangelnder Schutz geistigen Eigentums. Was interessiert Unternehmen derzeit besonders?

Infrastruktur, Rohstoffe und Energie sind Schwerpunkte von Investitionen in Wachstumsmärkten. In diesen Branchen sind Staat und Behörden allgegenwärtig und das Risiko entsprechender Einflussnahme hoch. auch das Thema Krisensteuern, die klamme Staatskassen füllen sollen, ist aktuell – hier stehen oft hohe millionenbeträge im Risiko. Wie können sich Investoren schützen?

www.dagmarlorenz.com

mit hilfe von Investitionsschutz- und Doppelbesteuerungsabkommen kann

ein Sicherheitsnetz geknüpft werden. Wer hier global denkt und auch über Drittländer strukturiert, kann ein hohes Schutzniveau erreichen. auch ein lokaler Partner kann Schutz vor staatlichen Eingriffen bieten. Also kein Engagement ohne rechtliche Risikoprüfung?

Ja, denn eine fehlgeschlagene Investition, die nicht sorgfältig abgesichert ist, bedeutet nicht nur Verluste vor Ort, sondern kann sich über die managerhaftung auch noch in der heimat rächen. auch deshalb brauchen Investoren Profiler für rechtliche Risiken. www.freshfields.com

Dr. markus PauL, Partner, Freshfields Bruckhaus Deringer, Frankfurt


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Fokus: Osteuropa Russland verspricht dynamisches Wachstum, die ukraine erholt sich, das Land der Gelegenheiten im osten Europas aber ist Polen.

Dr. nikolaus siemaszko / Redaktion

D

senjahr 2009, in dem die Wirtschaft fast aller europäischen Länder schrumpfte, konnte Polen ein positives Wachstum verzeichnen. Begünstigt wird diese Entwicklung durch Inflationsraten von um die drei Prozent. Polen ist EU-mitglied und weist Standards auf, die denen Westeuropas zunehmend nahekommen: Korruption etwa ist laut Transparency Deutschland in Polen kein Problem: Das Land liegt im Ranking der Nichtregierungsorganisation im ersten Viertel, weit vor Russland und der Ukraine.

as deutsche Bauunternehmen hochtief ist in Polen extrem erfolgreich. Neben dem Bau von mehreren Gebäudekomplexen in der hauptstadt Warschau ist hochtief Polska in die Erweiterungen der Flughäfen Warschau, Posen und Lodz eingebunden. Damit sind die Essener in einem der größten Wachstumsmärkte Europas mit dabei. Polen baut derzeit seine Verkehrsinfrastruktur masVeRkeHRsweGe weRden ausGeBaut siv aus, dazu kommen die mittel, die im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft EURO 2012 vergeben Vorangetrieben wird das polnische Wirtschaftswerden. Polen biete ein »positives marktumfeld«, wachstum durch staatlich geförderte, auch durch die dazu komme ein »partnerschaftliches, verlässliches EU kofinanzierte Infrastrukturprojekte, vor allem auftreten«, lobt Ulrich Trottnow, Projektmanager im Umfeld der EURO 2012. Neubau oder moderKommunikation bei hochtief Solutions, das östliche nisierung von Flughäfen, Straßen, Stadien, hotels Nachbarland. und Gastronomiebetrieben prägen das WirtschaftsRichten deutsche Investoren ihren Blick gen Osgeschehen. Insbesondere Verkehrsinfrastrukturten, dann schweift er gewöhnlich in die Ferne. Zuprojekte werden deutschen Unternehmen auch in meist fällt er auf Russland, manchmal auch auf die Zukunft noch weitere aufträge einbringen, da die Ukraine. Kein Wunder: Beide Länder haben enormodernisierung etwa des polmes Potenzial. Der Gas- und nischen Straßennetzes noch Ölgigant Russland hat mit lange nicht abgeschlossen ist. seinen 143 millionen EinwohNeubau und die moderauf dem Weg der Bessenern auch als absatzmarkt Gewicht. Ebenso die Ukraine, nisierung von Flughäfen, rung befindet sich Russland. Nach heftigen Einbrüchen der nach Russland zweitgrößte straßen, stadien, Hotels aufgrund der WeltwirtschaftsFlächenstaat Europas mit rund krise hat das Wirtschafts46 millionen. Polen ist mit seiund Gastronomiebetriewachstum wieder angezonen 38 millionen Einwohnern gen und erreicht jetzt wieder ein kleinerer markt und doch ben prägen das Geschestabile Raten von über vier ein Land der Gelegenheiten. hen in der Wirtschaft. Prozent. Laut Jörg Bongartz, Unter den großen Drei im OscEO Russland der Deutschen ten Europas bietet es die besten Bank aG, haben vor allem Investitionsmöglichkeiten. Werte der Ölförderung, der ausrüstungsindustrie Dies bestätigt der Doing-Business-Report 2012 sowie der metallherstellung- und verarbeitung gute der Weltbank, der die Investitionsattraktivität misst: aussichten. »Impulse erwarten wir auch vom priPolen liegt in diesem Ranking auf Platz 62, weit vor vaten Konsum etwa bei autos und Zulieferern sowie Russland und der Ukraine. Die Bedeutung Polens von Investitionen in Schienen-, Straßen- und Luftfür die deutsche Wirtschaft ist enorm gewachsen: In verkehr. Die Baubranche und Ingenieursleistungen der Rangfolge der deutschen handelspartner belegte werden gefragt sein, denn Fußball-Wm und Windas Land im Jahr 2010 den zehnten Platz und liegt terolympiade werfen ihre Schatten voraus.« Schließdamit vor Russland und Tschechien. lich sei ein Privatisierungsprogramm angelaufen, Die Wirtschaft Polens läuft auf hochtouren. Sie in dessen Rahmen Großunternehmen an die Börse wuchs in den letzten Jahren zuverlässig in Größengebracht wurden, deren anteile attraktive Renditen ordnungen von nahezu vier Prozent, selbst im Kri-

abwerfen könnten. »Bald könnten hier mittelgroße Staatsunternehmen in den Blick genommen werden.« Dennoch müssten Unternehmer bei Geschäftsaktivitäten in Russland nach wie vor die eine oder andere hürde nehmen. Bongartz: »auch wenn sich vieles gebessert hat, muss die Regierung weiter bürokratische hemmnisse abbauen. Verkürzte Bearbeitungszeiten für bestimmte anträge sind gut, reichen aber bei weitem nicht. Das gleiche gilt für die Korruption, die entschlossen bekämpft werden muss.« Ein anderes Problem sei der sich abzeichnende Fachkräftemangel in manchen Branchen. »In Russland gibt es einen enorm wettbewerbsintensiven arbeitsmarkt«, so Bongartz. Die arbeitslosenquote betrug im Jahr 2010 rund 7,5 Prozent und ist damit nur wenig höher als in Deutschland. Die Lage in der Ukraine ist durchwachsen. anlass zur hoffnung gibt das Wirtschaftswachstum, das noch schwungvoller ist als in Russland und bald die Fünf-Prozent-hürde nehmen wird. Die Raten für Inflation wie für die arbeitslosigkeit sind allerdings nach wie vor hoch: 2011 sind beide Werte erstmals auf unter zehn Prozent gefallen. Das eigentliche Problem der Ukraine ist aber die Korruption: Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency Deutschland liegt das Land auf einem der hintersten Plätze, gleichauf mit der Republik Kongo. Regierungsvertreter sitzen oftmals auch in den Vorständen der Unternehmen, die Vetternwirtschaft blüht. Viele Projekte im Umfeld der EURO 2012 haben in der Ukraine deswegen nicht den gewünschten Effekt. Weder Wirtschaft noch Infrastruktur kommen in ausreichendem maße voran. hotels in Kiew etwa sind nach wie vor mangelware. Vor kurzem wurde das nächste Großprojekt angekündigt, das die ukrainische Wirtschaft weiterbringen soll: anfang Dezember kündigte der ukrainische Infrastruktur-minister Borys Kolesnikow im Rahmen einer Konferenz in London den Bau einer neuen Touristenstadt auf der Krim-halbinsel an. außerdem sollen zwei neue Flughäfen und zahlreiche hotels errichtet werden. Könnte man damit rechnen, dass bei den ausschreibungen alles mit rechten Dingen zugeht, würden sich hier höchst attraktive Investitionsmöglichkeiten für deutsche Bauunternehmer bieten.


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— unternehmensbeitrag RÖDL & PARTNER —

Deutscher Mittelstand auf weltweitem Expansionskurs Von Jens Jungmann, Rödl & Partner

Viele deutsche Unternehmen sind bestens gerüstet, um weltweit strategisch zu investieren. Sie haben in den letzten Jahren große Liquiditätsreserven gebildet, ihre Kostenstruktur verbessert sowie Ballast und Fettpolster abgelegt. Jetzt schlägt das Wachstum voll in den Gewinn durch. man kann sich nur immer wieder die augen reiben. Wir haben die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem II. Weltkrieg kaum hinter uns. aber in der deutschen Wirtschaft herrscht eine ungeheuere Dynamik. Vor kurzer Zeit haben wir noch über dramatische Nachfrageeinbrüche, über Bestellrückgänge von 40 Prozent und über Kurzarbeit diskutiert. Jetzt reden wir über volle auftragsbücher, über Fachkräftemangel und über eine fast ungebremste internationale Expansion. Zeichen für einen weiteren aufschwung sind vor allem die zahlreichen Unternehmenskäufe und die anhaltend steigenden deutschen Direktinvestitionen im ausland. Viele Unternehmen bereiten strategische Übernahmen vor, um in märkte vorzudringen, in denen sie noch nicht ver-

treten sind, oder um ihre marktanteile auszubauen. aber warum sind Familienunternehmen und mittelständler heute in der Lage, international zu expandieren? Im Wesentlichen lassen sich drei Gründe dafür benennen: 1. Die Unternehmen haben ihre haus-

aufgaben gemacht: Viele sind strukturell gestärkt aus der Krise gekommen. Die Produkte deutscher Unternehmen genießen einen hervorragenden Ruf und werden weltweit gekauft, weil sie Innovationsgeist und höchste Qualität verbinden. Dies sichert den internationalen Wettbewerbsvorteil.

2.

3. Die

Rahmenbedingungen in Deutschland – bei aller berechtigter Kritik im Einzelfall – sind gut. Deutsche Unternehmen bauen auf einer soliden Basis auf. Die Internationalisierung wird heute vor allem durch die Entwicklung in den Schwellenländern in asien, Ost-

europa und Lateinamerika getrieben. asien bildet dabei die Lokomotive des weltweiten Wirtschaftswachstums, unterstützt von Ländern wie dem seit Jahren boomenden Brasilien. Wenn deutsche Unternehmen heute wachsen und profitabel sind, dann hat dies häufig damit zu tun, dass es ihnen gelungen ist, die Wachstumsmärkte im ausland erfolgreich zu erschließen. Jedes Unternehmen sollte daher prüfen, ob ein internationales Engagement sinnvoll ist. Dies betrifft nicht nur Konzerne. Selbst für kleine Unternehmen kann der Gang nach mittel- und Osteuropa oder asien der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung sein. Dabei geht es heute nicht oder kaum mehr um eine reine Produktionsverlagerung. Das Wirtschaftswachstum wird vielmehr von den riesigen absatzmärkten in den Schwellenländern bestimmt, die bisher allenfalls in ansätzen bedient werden. Es ist wichtig, vor Ort vertreten zu sein, und diese märkte für das Unternehmen zu erschließen. Für die deutschen Unternehmen sind dabei die Rahmenbedingungen

für Investitionen von zentraler Bedeutung. In vielen Ländern klaffen zwischen den geltenden rechtlichen Normen und der Rechtswirklichkeit noch große Lücken. auch die Komplexität der steuerlichen Regeln ist vielerorts noch zu hoch. Und nicht zuletzt stößt die Infrastruktur immer wieder an ihre Grenzen. Trotzdem: Es kommt darauf an, die chancen der internationalen Expansion zu erkennen und zu nutzen. Dabei sollten die möglichkeiten in allen auslandsmärkten sorgfältig abgewogen werden.

Jens Jungmann, CFE, CPA, CFI, CICA, Wirtschaftsprüfer (PL, RO, UA), Geschäftsführender Partner, Rödl & Partner Posen

Beste Investitionschancen in Mittel- und Osteuropa Jens Jungmann leitet die Beratung von Rödl & Partner in mittel- und osteuropa und den Gus-staaten. Er geht davon aus, dass die Talsohle der Wirtschaftskrise durchschritten ist. Über der weltweiten Konjunktur stehen dunkle Gewitterwolken. Wie sehen Sie die Chancen einer Besserung?

Die deutschen Unternehmen trotzen erfolgreich der Krise. Die deutschen Exporte werden die Schallmauer von 1 Billion Euro durchbrechen. aber viel wichtiger ist, dass die Unternehmen neue absatzmärkte im ausland erschlossen haben. Wir sind nicht »nur« Export-, sondern Internationalisierungsweltmeister. Daher bin ich für 2012 optimistisch. In Osteuropa ist der Konsum eingebrochen. Viele Unternehmen fahren Verluste ein. Wie können Investitionen sich lohnen?

Gerade in den mOE-Staaten und Russland haben die Firmen die Krise genutzt und sich neu aufgestellt. Bestehende Engagements wurden überprüft und größtenteils restrukturiert. Zum anderen kaufen aber viele Unternehmen jetzt zu. Dabei profitieren sie von niedrigen Preisen. aktuell bestehen hervorragende möglichkeiten, beispielsweise durch die Übernahme eines niedrig bewerteten Wettbewerbers oder eines insolventen Unternehmens strategisch zu wachsen, den marktanteil zu erhöhen und Know how zu erwerben. Was machte Osteuropa attraktiv?

Viele mOE-Staaten bieten hervorragende Investitionsbedingungen. Zwar steigen die Unternehmenssteuern und auch die Löhne. Doch es geht heute nicht mehr um verlängerte Werkbänke. Die absatzchancen in märkten wie Polen oder Russland sind gigantisch. Wer hier erfolgreich sein will, muss vor Ort präsent sein.

Was versprechen Sie sich von der Fußballeuropameisterschaft in Polen und der Ukraine und den Olympischen Winterspielen in Sotschi?

Diese Ereignisse ziehen große private und öffentliche Investitionen an. Davon profitieren gerade auch deutsche Unternehmen, die z.B. viele Infrastrukturprojekte begleiten. Wichtiger ist aber auch, dass die Welt sehen wird, wie leistungsfähig die menschen dort sind. Kann dies auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken?

auf jeden Fall, gerade mit Staaten außerhalb der EU wie Russland und der Ukraine. Wir setzten darauf, dass Russland endlich der WTO beitreten und die Türe für Investoren weiter öffnen wird. Denn hier schlummert wie in den meisten GUS-Staaten noch ein riesiges Potenzial. aktuell ist aber noch einiges an Geduld erforderlich. Für Pioniere sind das beste Voraussetzungen.

Rödl & partner – unternehmer beraten unternehmer Als Botschafter der deutschen Wirtschaft ist Rödl & Partner an 88 eigenen Standorten in ganz Westund Osteuropa, Amerika, Asien und Afrika aktiv. Die integrierte Beratungs- und Prüfungsgesellschaft für Recht, Steuern, Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung verdankt ihren dynamischen Erfolg über dreitausend unternehmerisch denkenden Mitarbeitern. Zusammen mit ihren Mandanten erarbeiten sie Informationen für fundierte – häufig grenzüberschreitende – Entscheidungen aus den Bereichen Wirtschaft, Steuern, Recht und IT und setzen sie mit ihnen um. www.roedl.de


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Enorme potenziale Die aufstrebenden staaten indien und China bieten viele Chancen für die deutsche Wirtschaft. Vor allem im Hinterland Chinas liegt Potenzial.

axel novak / Redaktion

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olkswagen geht in asien in die Vollen. In Indien setzt der Konzern seine Expansionsstrategie fort und plant in china gleich eine neue Fabrik. mehr als zwei millionen Fahrzeuge will der Konzern 2012 auf seinem größten markt verkaufen. 14 milliarden Euro wollen die Wolfsburger mit ihren chinesischen Partnern in den kommenden Jahren im Land investieren – und sich damit ihren anteil am markt der Zukunft sichern. In 40 Jahren wird china die weltweit größte Wirtschaftsmacht sein, mit großem abstand folgen die USa und Indien. Der Einfluss der heute starken Industriestaaten wie Deutschland und Frankreich dagegen wird dann geschwunden sein. »Die motoren zum antrieb des weltweiten Wachstums liegen in Zukunft vor allem in asien und Lateinamerika«, so alfred höhn, Partner von Pricewaterhousecoopers. »Das Wachstum der Schwellenländer schafft aber auch mehr Wohlstand in den alten Industrienationen.« Zum Beispiel in Deutschland. Denn während die Wachstumsaussichten auf dem deutschen markt als gering eingeschätzt werden, sorgen die aufstrebenden Industriestaaten asiens für Optimismus. »Während der turbulenten Zeiten auf den Finanzmärkten und der Wirtschaftskrise ist china ein verlässlicher und starker Partner gewesen, der zur schnellen Erholung und zum internationalen Erfolg deutscher Unternehmen ganz erheblich beigetragen hat,« erklärt Dr. Jürgen heraeus von der heraeus holding Gmbh, der als china-Sprecher im asien-Pazifik-ausschuss der Deutschen Wirtschaft fungiert. »Für viele international aktive Firmen des deutschen mittelstands hat sich der Umsatz seit 2009 von Europa nach asien – und

dort insbesondere china – verlagert.« 20,7 milliarden Euro haben deutsche Konzerne in china bislang investiert – und das Land bleibt attraktiv. BaSF baut dort eine Fabrik, um vom wachsenden Bedarf an medikamenten zu profitieren. Bayer verstärkt seinen Vertrieb vor Ort. merck & co., Inc. gründet eine asiatische Forschungszentrale in Peking. Der chemiekonzern BaSF verlegt eine ganze Spartenzentrale von Ludwigshafen nach hongkong. Schon heute sind mehr als 5.000 deutsche Unternehmen mit gut 200.000 mitarbeitern in china tätig. »Die Stärkung der Binnennachfrage, der Umgang mit der rasant voranschreitenden Urbanisierung, ambitionierte Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz und Senkung des Ressourcenverbrauchs sowie der ausbau einer grünen Wirtschaftsstruktur« – all diese Ziele machten das Land für deutsche Unternehmen sehr interessant, sagt Jürgen heraeus. Dabei werden auch die chinesischen millionenstädte im hinterland abseits der metropolen interessanter. »Vor allem Städte wie changsha, hangzhou oder Zhengzhou bieten günstige Bedingungen«, so Thorsten amann, Leiter International markets Practice bei den Wirtschaftsprüfern von KPmG. Die rund zwei Dutzend chinesischen millionenmetropolen der »zweiten Reihe« zeichnen sich durch überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, steigende Einkommen und hohe Direktinvestitionen aus. Unternehmen reagieren bereits und bauen Fabriken vermehrt im chinesischen Binnenland. ITZulieferer Foxconn will in Zhengzhou eine neue Fabrik für 200.000 arbeiter bauen. auch VW will in der Nordwestprovinz Xinjiang sein achtes Werk eröffnen. Doch statt Werkbank der Welt für Billigprodukte mit einem heer von ungelernten arbeitern zu bleiben, will china zur hightech- und Dienstleistungsnation aufsteigen. Das verändert die regionalen Kräf-

teverhältnisse: Billigproduktionen wandern in andere Staaten ab. manche japanische Investoren ziehen Indien als Fertigungsstandort vor, weil dort die Löhne billiger sind, hat amann festgestellt. »Indien ist ein sehr viel versprechender markt, mit einem vergleichbarem Wachstumspotenzial wie china.« Tatsächlich ist auch der handel zwischen Indien und Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zur Erfolgsstory geworden. auch hier gilt, dass das Potenzial in den vielen Kleinstädten mit rasch wachsender mittelschicht steckt. »Städtewachstum ausgelöst durch eine anhaltende Landflucht und Industrialisierung der Länder ist ein normaler Prozess. Was die Entwicklungen der Städte in den Emerging markets auszeichnet, ist ihr ausmaß und ihre Geschwindigkeit«, sagt christoph Nettesheim von der Unternehmensberatung Boston consulting. allein in Indien werde sich die mittelschicht in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. Das bedeutet steigende Einkommen und mehr Konsum. Das hat schon heute konkrete auswirkungen, zum Beispiel in der autobranche: Indien ist einer der wichtigsten märkte der Zukunft für die Branche. Volkswagen hat einen marktanteil von knapp fünf Prozent erreicht, will aber bis 2018 mindestens 20 Prozent erobern. auch in anderen Branchen sind enorme Wachstumschancen zu finden: Indiens Pharmamarkt zum Beispiel. Er soll bis 2020 zu den zehn größten Pharmamärkten der Welt zählen. Derzeit ist der markt fest in indischer hand und stark fragmentiert. Doch das Wachstumspotenzial ist enorm, sagt Pwc-Berater Volker Booten. »Die Global Player in der Pharmabranche sind zwar schon seit einigen Jahren in Indien präsent, haben aber nur geringe marktanteile. Um vom Wachstum profitieren zu können, müssen sie stärker mit einheimischen Partnern kooperieren.«

Recht und Wirtschaft der Türkei Arbeit und Aufenthalt Baurecht Forderungsbeitreibung Gesellschaftsgründung Handelsvertreter Immobilien Marken und Patente Schiedsgerichtsbarkeit Vergaberecht Vertrieb Qualität, Phantasie und Durchsetzungskraft sind keine Frage der Größe. Wir schlagen Brücken zwischen unterschiedlichen Mentalitäten und Rechtssystemen. Herdweg 24 š 70174 Stuttgart/Deutschland š Fon +49 711 997 977-0 š Fax +49 711 997 977-20 š info@rumpf-legal.com

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ZUKUNFTS-

& WachSTUmSmÄRKTE Im FOKUS

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— unternehmensbeitrag LuTHER RECHTsANWALTsGEsELLsCHAFT mBH —

Chinesen lassen sich viele Hintertürchen offen Am 11. Dezember jährte sich der Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation zum 10. mal. Was hat der Beitritt für ausländische unternehmen gebracht?

PHiLiP Lazare, Partner der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

2001 verpflichtete sich China, seinen Markt für ausländische Unternehmen zu öffnen. Hält sich die Volksrepublik an die damals gemachten Zusagen?

Formal kann man sagen: ja. Da sind zunächst die Zölle, die china jedes Jahr wie vereinbart gesenkt hat und die mittlerweile bei vielen Produkten auf sehr niedrigem Niveau sind. Die handelsüberschüsse sinken rapide. Etwas anders sieht es bei den Zusagen zur Öffnung der märkte aus. Im

Beitrittsvertrag hat china versprochen, fast alle wichtigen Branchen für ausländische Dienstleister zu öffnen. hier muss man sagen, dass china zwar in den meisten Bereichen die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen hat. Doch im Kleingedruckten oder in der Praxis werden die vermeintlichen möglichkeiten oft wieder gestutzt. Davon kann die kleine Bremer Spedition mit einem Büro in Shanghai genauso betroffen sein wie ein europäischer Versicherungskonzern, der in der Nachbarprovinz eine Filiale eröffnen möchte. Offene Beschwerden gibt es aber wenige. Die meisten ausländischen Unternehmen können sich trotz allem behaupten und wollen nicht zu fordernd auftreten.

Was hat das mit Rechtsstaat zu tun?

Ich bin ja kein Staatsrechtsprofessor. aber als Staatsrechtler wäre ich von der chinesischen aufbauleistung auf diesem Gebiet fasziniert. Richtig, die rechtsstaatliche Software ist noch nicht vollständig in die Köpfe programmiert, doch der ganze apparat aus scheinbar mustergültigen Gesetzen ist schon da. Die vielen hintertürchen, durch die sich Staat und Partei großzügige Ermessensräume erhalten wollen, sind aus meiner Sicht ein Übergangsphänomen. Die amerikanische und auch die europäische Handelskammer sprechen von einem »roll back« und eindeutig

Vermittler gesucht! Wer sicher im Ausland investieren will, braucht mitarbeiter, die sich vor ort auskennen tatjana kimmel-Fichtner / Redaktion

D

ie Verlagerung einer Produktionsstätte ins ausland gleicht einem Puzzle mit vielen Teilen. Standardlösungen gibt es nicht«, sagt Ilja Nothnagel. Er leitet das Referat Grundsatzfragen der außenwirtschaft des Deutschen Industrie- und handelskammertages DIhK in Berlin. Der DIhK betreut und koordiniert das Netz der deutschen außenhandelskammern (ahKs), die in 80 Ländern vertreten

sind. Sie stehen Firmen zur Seite, die märkte oder einen Standort im ausland suchen. Die ahKs geben Rechtsauskünfte, helfen bei Geschäftspartner- und Standortsuche, erstellen markt- und Wirtschaftsanalysen, geben Tipps zu einem breiten Spektrum wichtiger Themen wie Technologietransfer oder ausbildung und stellen Kontakte zu nationalen Investitionsagenturen her. Wer mit fremden Ländern handeln oder dort investieren will, braucht Kenntnisse über Sitten und Gebräuche. Oder Leute wie Peter Lazar. als Deutscher mit tschechoslowakischen Wurzeln kennt er beide Kul-

protektionistischen Praktiken zur Förderung der heimischen Industrie.

Das ist die Realität. aber wer sich EaDS leistet, der kann den chinesen cOmac oder aVIc – die künftigen national champions im chinesischen Flugzeugbau – nicht verwehren. Tatsächlich ist in solchen Konstellationen ein Verstoß gegen Welthandelsregeln oft nur schwer greifbar. Philip Lazare ist Partner der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und seit mehr als zehn Jahren als Anwalt in shanghai tätig. Er berät überwiegend deutsche und europäische unternehmen bei ihren investitionen in China. www.luther-lawfirm.com

turen. Seit vier Jahren ist er Geschäftsführer der slowakischen Tochtergesellschaft des Elektronik-herstellers Scheidt & Bachmann. Seit 1995 streckt Scheidt & Bachmann die Füller in die Slowakei aus, zunächst mit einer abteilung für Softwareentwicklung und seit 2006 mit einer Produktionsstätte in Zilina. Für 2012 ist eine weitere halle geplant. »Zilina ist für uns ein vorteilhafter Standort, weil es hier gut ausgebildete Fachkräfte gibt«, sagt Peter Lazar. Von anfang an bestehe ein enger Kontakt zur Universität. Bei der betrieblichen ausbildung gibt es jedoch Nachholbedarf: Die Praxis kommt zu kurz. Lazar setzt sich deshalb gemeinsam mit der deutschen außenhandelskammer dafür ein, das deutsche, duale ausbildungssystem einzuführen. »Die Umwandlung ist zäh«, so Lazar. Gleich, ob die Produktion im ausland Kosten sparen oder neue märkte erschließen soll: Stimmen Qualität und Vertriebslogistik nicht, ist der Nutzen begrenzt. Unternehmen wie der Stofftierfabrikant Steiff und der Kofferhersteller Titan haben ihre Zelte in china wegen derartiger Probleme wieder abgebrochen. Sie setzen jetzt wieder ganz auf »made in Germany«.


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Willkommen im innovationsland! Rechtssicherheit, eine prosperierende Wirtschaft, gut ausgebildete Fachkräfte, starke innovationsfähigkeit und eine gute infrastruktur – investitionen in Deutschland zahlen sich aus.

und 2009 auf 613 millionen Euro. Oftmals handelt es sich um Joint Ventures. chinesen nutzen die niedrigen Fertigungskosten in ihrer heimat und ergänzen ls die Forscher vom heinrich-hertz-Institut die Produkte mit hochtechnologie aus Deutschland. ihre Erfindung präsentierten, traute so manSo etwa der Baumschinenhersteller Sany, in dessen cher seinen augen nicht: In einem Raum von kürzlich neu eröffnetem Werk in Bedburg bei Köln zehn Quadratmetern Größe wurden an vier verschieBetonpumpen hergestellt werden. Der Stahl wird kodenen Stellen Testpersonen mit Laptops positioniert. stengünstig in china gefertigt, hydraulik, antrieb auf den Laptops lief zeitgleich ein drahtlos gestreamund Elektrik kommen aus Deutschland. Zur Eröffung ter Spielfilm in hD-Qualität. Die Daten wurden mit prangte unter dem Fimenlogo der werbewirksame Zu100 megabit pro Sekunde übertragen - aber nicht von satz: »Sany – made in Germany«. einem Funknetzwerk, sondern vom LED-Deckenlicht, Deutsche Unternehmen wissen natürlich um die das gleichzeitig den Raum ausleuchtete. Visible Light Stärken ihres Standortes. Laut Bundesverband der communication, kurz VLc, deutschen Industrie BDI steikönnte ganz neue Formen der gert sich derzeit die InvesDatenübertragung ermöglichen titionsintensität deutscher Chinesen nutzen die – und gute Geschäfte für die Unternehmen in Deutschland Industriepartner Siemens und nachhaltig. Die Gesamtinveniedrigen FertigungsFranceTelecom Orange Labs. stitionen teilen sich zu 80 ProEs ist nur ein Beispiel von zent in Sachinvestitionen und kosten in ihrer Heimat vielen, das zeigt, wie verheizu 20 Prozent in ausgaben für und ergänzen die Proßungsvoll Investitionen in deutF&E, Innovationen und Persosche Forschung sein können. nalentwicklung, so eine Studie dukte mit HochtechnoDer Standort Deutschland ist vom BDI gemeinsam mit Prigefragt, nicht nur, weil er Quacewaterhousecoopers (Pwc) logie aus Deutschland. lität bietet, sondern: Innovation. und dem Institut der deutschen Die Bedingungen sind naheWirtschaft Köln (IW). Gut die zu ideal: Die deutsche Wirtschaft ist stark – und sie hälfte dieser verstärkten Inves-titionsaktivitäten in wächst: im dritten Quartal 2011 bereinigt um 0,5 Proden Zukunftsfeldern soll auf Deutschland entfallen. zent. Deutsche hersteller produzieren höchste Qualität »Verstärkte Investitionen in Produktionsanlagen, Infrabei einem moderaten Lohnniveau. Deutschland bietet strukturen, neue Produkte und Verfahren sowie in die einen gesunden mittelstand, soziale Gerechtigkeit, Köpfe der menschen sind die zentrale Stellschraube für Rechtssicherheit und ein konkurrenzfähiges Bildungsein dauerhaft höheres und nachhaltigeres Wachstum in system. Deutschland«, heißt es dort. Das herz des Innovationsstandortes bilden die ProInvestitionen in Forschung zahlen sich aus – so lauduzenten von hochtechnologie. Dazu zählen etwa die tet auch die Bilanz über die erste Phase des »Paktes für Elektroindustrie, der maschinenbau, die chemische InForschung und Innovation«. Für 2006 bis 2010 waren dustrie und die automobilhersteller. Seit Jahren stemBund und Länder die Verpflichtung eingegangen, men diese Branchen einen Großteil der privaten Etats ihre Zuwendungen an die großen Wissenschaftsorgafür Forschung und Entwicklung (F&E) hierzulande nisationen wie Fraunhofer-Gesellschaft, helmholtz– und das Engagement zahlt sich aus: Rund um den Gemeinschaft, max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-GeGlobus gilt hochtechnologie »made in Germany« als meinschaft sowie Deutsche Forschungsgemeinschaft Synonym für innovative, erstklassige Lösungen. jährlich um mindestens drei Prozent zu erhöhen. mit Dies machen sich zunehmend auch Investoren aus Erfolg, so das Fazit: Die deutsche Wissenschaft belegt Fernost zu nutze. Nach angaben der Deutschen Bunim weltweiten Vergleich einen Spitzenplatz. Dass auch desbank verdoppelten sich chinesische Investitionen in während der Finanzkrise Staat und Wirtschaft verden Wirtschaftsstandort Deutschland zwischen 2007 mehrt in Forschung und Entwicklung investiert haben,

mirko Heinemannn / Redaktion

a

unterscheidet Deutschland von vielen anderen Industriestaaten – mit absehbar langfristigen Vorteilen. mit der Globalisierung wird auch der Leistungsund Innovationsdruck für Deutschland größer. Innovationen, Ideen, Erfindungen – beim baden-württembergischen Unternehmen ifm electronic etwa bilden sie die Essenz des Unternehmenserfolges. In Tettnang am Bodensee entwickeln rund 250 Ingenieure neue Sensoren und anderen elektronische Bauteilen, wie sie für automatische Prozesse in maschinen verwendet werden – etwa für Windkrafträder. 80 Prozent der Produkte werden exportiert. inteRdisZiPLinäRes denken

Die Ingenieure müssen über das Fachwissen hinaus zahlreiche Fähigkeiten erwerben: »Soft Skills wie kommunikative und soziale Kompetenzen, kaufmännische Fähigkeiten und unternehmerisches Denken und handeln werden neben der Technik immer wichtiger und entscheidender«, erklärt Steffen Fischer, Unternehmensbereichsleiter Personal des Unternehmens. arbeitgeber erwarten mannigfaltige Fähigkeiten und zusätzliche Qualifikationen. Vor allem Kompetenzen in Kommunikation und Personalführung sind gefragt, um im globalen Wettbewerb die Nase vorn zu behalten. In den Konzernen ist das Thema längst angekommen. Volkswagen etwa bietet hierzu ein eigenes ELearning-Portal an, ein Selbstlernzentrum in Wolfsburg und zahlreiche Förderungen für Studierende im Betrieb. Um den Bedarf an absolventen der naturwissenschaftlichen Fächer zu unterstreichen, hat VW in Wolfsburg auf eigene Kosten eine Schule gebaut. Sie soll ein Vorbild sein, eine Bildungsstätte der Zukunft, erklärt Gerhard Prätorius, cSR-Beauftragter des VWKonzerns. »Wir wollen anregungen geben und Überstrahleffekte für andere Schulen erreichen.« Die Schule soll schon früh eine klare ausrichtung auf technische Disziplinen haben und gleichzeitig zusätzliche Kompetenzen vermitteln. Denn auch bei dem autobauer zeigen sich die veränderten anforderungen an die Ingenieure. Neben der Kernkompetenz, nämlich ein auto konstruieren und zu bauen zu können, werden interdisziplinäre Themen wie Umweltschutz, nachhaltige Produkte, ressourcenschonende Produktion, integrierte mobilität wichtiger. Die Stoßrichtung ist klar: Deutschland soll weiter denken.


ZUKUNFTS-

& WachSTUmSmÄRKTE Im FOKUS

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— unternehmensbeitrag —

— unternehmensbeitrag AHC oBERFLäCHENTECHNik —

AsiA-PACiFiC mANAGEmENT CoNsuLTiNG GmBH

Investitionsstandort Asien

Oberflächentechnik – natürlich von AHC

China und indien im Vergleich

kurzporträt eines führenden spezialisten auf dem Gebiet der funktionellen oberflächentechnik in Europa

Dr. Lin, Sie begleiten seit über 20 Jahren deutsche Unternehmen bei ihrer Investition in Asien und sind der führende Asienberater in Deutschland. Gibt es neue Trends bei der Investition in Asien heute?

In beiden Ländern rechnet sich eine lokale Produktion nur, wenn man einen Großteil der Produktion auch vor Ort absetzen kann. Denn als billige Werkbank taugen weder china noch Indien: china wegen der rasant steigenden Kosten; Indien wegen der fehlenden Zulieferindustrie, der schlechten Infrastruktur und Warenlogistik.

Ja. Früher wurde fast ausschließlich in china investiert, heute zunehmend auch in Indien und Südostasien. Früher waren die Investitionen reine »Greenfield«-Projekte (d.h. die Fabriken in asien werden von Null an aufgebaut), heute überwiegen m&a-Projekte (d.h. Beteiligung oder Übernahme bestehender Unternehmen und Fabriken), auch beim deutschen mittelstand.

Das ist eindeutig, qualifizierte mitarbeiter zu gewinnen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Die hohe Fluktuation in china und Indien verursacht nicht nur Kosten, sondern auch Know-how-Verlust. Denn die mitarbeiter wechseln zu Wettbewerbern und nehmen Know-how und Betriebsgeheimnisse mit. Ich sehe die Rekrutierung und mitarbeiterbindungsmaßnahmen als unseren wichtigsten Beitrag zu dem Erfolg unserer Klienten in asien.

Dr. rer. PoL. kuang-Hua Lin, CEO & President

Welches Land empfehlen Sie Ihren Kunden, die in Asien investieren wollen – China oder Indien?

Was ist die größte Herausforderung für deutsche Unternehmen in Asien?

www.asia-pacific.de

Aluminium-Bauteile auf einem Beschichtungsgestell

ahc Oberflächentechnik Gmbh mit Stammsitz in Kerpen bei Köln umfasst 15 Werke mit rund 700 mitarbeitern. Schwerpunkt des Geschäftsfeldes ist die funktionelle Veredelung technischer Oberflächen als Dienstleistung. Bauteile für die automobilindustrie, den maschinenbau, die Elektrik und Elektronik sowie zahlreiche andere Branchen werden mittels patentierter und eigenentwickelter Verfahren vor Korrosion und Verschleiß geschützt oder mit speziellen Eigenschaften versehen. ahc-Berater unterstützen die

Kunden von der Planungs- und Konstruktionsphase an und helfen bei der Definition des exakten anforderungsprofils ebenso wie bei der Wahl der optimalen materialien und Verfahren. Für patentierte Beschichtungen vergibt ahc Lizenzen in alle Welt. Über die Tochter RIaG Oberflächentechnik aG in der Schweiz wird weltweit der Bedarf an Prozesschemikalien für Verfahren zur (elektro)chemischen Behandlung von metallen und Kunststoffen abgedeckt. Forschung und Entwicklung und damit Innovationen und Verfahrensoptimierungen sind für ahc von großer Bedeutung. Um jederzeit bedarfsorientiert zu produzieren, wird eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden gepflegt. Durch die anwendungs- und kundenspezifische Entwicklung in eigenen F&E-abteilungen für Oberflächentechnik und chemikalien trägt ahc nachhaltig zum Erfolg ihrer Kunden bei. www.ahc-surface.com

— unternehmensbeitrag FRANkFuRTER sPARkAssE —

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