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Der starke Mittelstand

Chancen aus der Wolke Wie kleine und mittelständische Unternehmen vom Cloud Computing profitieren.

Christine Schonschek / Redaktion

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-Mails unterwegs mit einem Smartphone abzurufen, ist für Geschäftsleute eine Selbstverständlichkeit. Dabei kann es sich bereits um eine Form von „Cloud Computing“ handeln, auch wenn sich viele Nutzer dessen nicht bewusst sind. Die Cloud stellt hier den Anwendern eine E-Mail-Lösung über das Internet zur Verfügung, ohne eine eigene Mail-Infrastruktur bei dem Nutzer vorauszusetzen. Doch die virtuelle Wolke bietet viele weitere Vorteile. Im Mittelstand etablieren sich Cloud Computing Angebote zunehmend, haben techconsult und HP Deutschland in ihrer Langzeituntersuchung, dem IT Cloud Index, herausgefunden. So setzen sich mehr als 40 Prozent der Mittelständler intensiv mit der Cloud auseinander. Dies liegt wohl nicht zuletzt daran, dass die Virtualisierung den Unternehmen enorme Chancen bietet. Sie liegen in einer Verringerung der Kosten für die Infrastruktur, der Implementierung und Anpassung. Denn beim Cloud Computing werden keine kostspieligen und aufwändig einzurichtenden Server oder Software im Unternehmen selbst betrieben, sondern es kommen externe Services zum Einsatz. Im Regelfall sind Cloud Lösungen browserbasiert, so dass die Aufwände für die Implementierung sehr gering sind. Gleichzeitig lässt sich auch der Aufwand für Wartungen reduzieren. Synchronisierungen zwischen verschiedenen Endgeräten können weitestgehend entfallen, weil auf Daten, Software oder Services über unterschiedliche Systeme via Internet zugegriffen werden kann. Der Anwender muss nur die laufenden Kosten für die Benutzung der Cloud-Dienste einkalkulieren, die sonst üblichen Anfangsinvestitionen entfallen. Positiv sind auch die Skalierungseffekte, da sich die Bereitstellung der Cloud-Angebote flexibel an den jeweiligen Bedarf anpassen lässt. Die Abrechnung orientiert sich dann an der tatsächlichen Nutzung. Vielfältig sind jedoch nicht nur die Vorteile, die sich durch die Cloud-Praxis für KMUs ergeben, sondern auch die Einsatzszenarien. Üblicherweise werden Cloud-Services nach einem Schichtenmodell unterteilt in Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software-as-aService (SaaS). IT-Ressourcen wie etwa Netzwerkkapazitäten, Rechenleistung oder Storage werden bei dem Modell IaaS vom Anbieter der Cloud zur Verfügung gestellt. Bei einem PaaS hat der Anwender die Möglichkeit, mit den bereit gestellten Entwicklerwerkzeugen und einem Programmiermodell Cloud-basierte Anwendungen zu erstellen und auszuführen. Beim SaaS stellt der Provider eigene Anwendungen für den Nutzer bereit. Damit wird deutlich, dass sich mit der „richtigen“ Wolke individuelle Geschäftsprozesse komplett abbilden lassen. Für den Mittelstand eignet sich eine CloudLösung deshalb in besonderem Maße. Denn selten gehört die Bereitstellung, Wartung und der Betrieb der IT zu den Kernkompetenzen der KMUs, so dass ein Outsourcing dieser kosten- und ressourcenintensiven Bereiche oftmals sinnvoll ist.

Dazu müssen jedoch noch Vorbehalte gegenüber Cloud Computing ausgeräumt werden. Sicherheitsanforderungen, die zum Beispiel die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz definiert haben, müssen streng eingehalten werden. Zur Akzeptanz tragen aber auch Best Practice Auszeichnungen bei, wie der EuroCloud Deutschland Award. Er wird vergeben vom eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. (www.cloudpractice.de).

Der starke Mittelstand: Strategien & Lösungen  

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