Innsbrucker Stadtnachrichten

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an der Mauer neben dem Durchgang zum Marktgraben befindet. Übrigens wird überlegt, unter diesem Wappenstein nach Ab schluß der Pflasterung ein weitehaupt zu einem Zentrum des res kleines Denkmal in neuer GeInnsbrucker Kunsthandwerks stalt wiedererstehen zu lassen — etc. So besaßen damals u. a. die nämlich das Sarnlheinbrünnl — Zinngießerfamilie Jenpacher, der in Erinnerung an die Graten \on Buchdrucker Hans Paur, der Sarnthein, die von 1764 bis 1X47 Goldschmied Witz, der Maler Se- in der Karlsburg saßen. Die Anrebastian Scheel und der gung dazu — wie auch die /in Steinmetz- und Maurermeister Pflanzung eines Solitat bauincs Gregor Turing Häuser in der vordem Mundinghaus— kommt vom städtischen Bauamt. Schlossergasse. Bevor sie im Jahre 1873 ihren heuEbenfalls kurz erwähnt sei nodi tigen Namen erhielt, begegnet diesudlicheKiebachgas.se: liis ins uns die Schlossergasse nachweis18. Jahrhundert wurde sie nach bar 1856 — noch nicht jedoch dem früher dort abgehaltenen 1775 — auch als Judengasse, ofViehmarkt Rindergasse genannt. fenbar da mehrere jüdische MitDer Tollingerdurchgang ist ein bürger dort wohnten. neuzeitlich durchgefuhi ter Den frequentiertesten Teil der Durchschlag zum Markh'iabcn Schlossergasse bildet wohl die und hat kein ni it telali ci IK lies platzartige Erweiterung an der Stadttor zum Vorgänger, wir dies Kreuzung mit der Kiebachgasse. Franz-Heinz I lye eindeutig nachHier wird sie überragt vom sogeweisen konnte. nannten Kolbenturm bzw. dem Ansitz Karlsburg (Nr. 3). An Möge nun auch dieser ncu.rcsialeinen seiner Besitzer, Ritter Karl tete Teil unserer Alt.siacli den BeSchurff, erinnert sowohl die 1585 wohnern und Gästen mandi beerstmals angebrachte und 1959 schaulichen Spaziergan;', mul ei erneuerte, dekorative Fassaden- holsames Verweilen zwischen den malerei, als auch sein in Stein ge- geschichtsträchtigen Mauei n biehauenes Wappen, das sich rechts ten.

Zur Geschichte der Schlossergasse liis inde .limi wird die l'or/'hvrplaiten- Pflasterung der Schlosser und eines Teiles der Kiebachgasse beendet sein und sieh sot nil ein weiteres Stück unserer Altstadt in neuer Schönheit präsentieren. Daß es sich hiebei historisch gesehen um ein „sehr altes Pflaster" handelt, möchten die folgenden Zeilen erläutern. Von Josefine Justic Die Außen-Fassaden der Häuser an der Südseite der Schlossergasse beherbergen heute noch — soweit sie im Alt-Bestand erhalten sind — die Innsbrucker Stadtmauer. Diese wurde erst ab dem Jahre 1500 mit Fenstern „durchlöchert" — eine Maßnahme, die nur unter der Bedingung gestattet wurde, daß die Hausbesitzer dieselben bei Kriegsgefahr auf eigene Kosten wieder vermauern würden. Die Schlosscrgas.se, die sich

/.wischen dem ehemaligen Vorstadttor am Ausgang der HerzogFriedrich-Straße (abgetragen 1765) und dem ehemaligen Pickentor am westlichen Ende der Seilergasse (abgetragen 1779) erstreckt und wie oben verdeutlicht, innenseitig entlang der Stadtmauer verläuft, trug ursprünglich den Namen Peyrergasse, eine Bezeichnung, die sie nach einem im Haus Nr. 11 befindlich gewesenen Weinkeller des Klosters Benediktbeuren erhielt. Als solche ist sie nach Hans Hörtnagl bereits im Jahre 1348 genannt und behielt diesen Namen vereinzelt noch bis ins 18. Jahrhundert. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Gasse — nach einem oder mehreren derartigen Gewerbebetrieben — auch als Plattnergasse bezeichnet. In diesem Zeitabschnitt entwickelte sie sich über-

1887 VOR HUNDERT JAHREN 20. Juni: Im Boten für Tirol wird angekündigt, daß demnächst der große „Circus Lorch" eintreffen und in Innsbruck gastieren wird. „Der Circus, dem ein ausgezeichneter Ruf vorausgeht, besteht aus 100 Pferden edelster Racethiere aus den renommiertesten Gestüten; ferner aus 80 Personen, Künstlerspecialitäten allerersten Ranges in allen Genres. Die Vorstellungen bieten auf den Gebielen: Der l\questrik, der Hyppologie, der Gymnastik, der Equilibrist ik, der Pantomimik, der Thierdressur, der Burleskeu. a. nur das Gediegenste. Der Circus besitzt auch 2 Hcphaniei] und 2 Kameele(!) in hoher Dressur und bietet 2000 bequeme Sitzplätze". 27. .Inni: Im Geineinderat wird beschlossen, daß die bisher fünfklassige Maddienvolksschule in St. Nikolaus wegen Überfüllung der 4. Klasse in eine sechsklassige Sdmle umgestaltet wird. — WeiSchlossergusse gegen Westen auj einer alten Postkarte. Rechts ragt der lers w irci der Bau eines ReservekaTürm des St. Johannes-Kirchleins bei der ehem. Maria-Theresianischen nals in geschlossenen Rohren Normalschule, Kiebachgasse 10, heraus. (Original im Stadtarchiv) vom Sillfall über den Margare -

thenplatz(= Bozner Plat/) in die Stadt für das nächste Jahr in Aussicht gestellt. Diese Wasserleitung hat den Zweck, im I alle des „Abkehrens" (= Reinigung) des damals noch bestehenden Sillkanals die Ritschen der Stadt mit Wasser zu versorgen. 1. Juli: Im Friihsommer vor 100 Jahren wurde den Innsbruckern ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm angeboten: Neben dem vorerwähnten Zirkus gastiert am Stadttheater (= Landestheater) auch das „Grosse mechanische Theater Morieux" mit „3 brillanten Vorstellungen". 5. Juli: Das I laus Schlossergasse 7/Marktgraben 23, das sogenannte Christlwirtshaus mit 2 Verkaufsläden am Marktgraben, wird zum Verkauf angeboten. (».Juli: Die bisher 2-klassige I landelssehule wird zu einer I laiulels akademic erweitert. Sie hat die gleiche Organisation und wiul dieselben Rechte gewähren wie die übrigen Handelsakademien Österreichs. J..