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STADTPI.ANUNC

Maria-Theresien-Straße mit Gold: Ortsgebunden u n d weltoffen D i e M a r i a - T h e r e s i e n - S t r a ß e soll d u r c h die N e u g e s t a l t u n g ihrer Bedeutung für Innsbruck gerecht werden: Ein a t m o s p h ä r i s c h r e i c h e r s t ä d t i s c h e r P l a t z soll e n t s t e h e n , der einlädt z u m Flanieren,Verweilen, Begegnen und nicht zuletzt zu e i n e m qualitätvollen Einkaufen. Verkehrsmäßig soll der künftige Platz eine Fußgängerzone werden mit Ladetätigkeit bis 10.30 Uhr, Radfahrer sollen im Schritttempo den Platz befahren dürfen. Die „neue" Maria-Theresien-Straße - künftig als Fußgängerzone ohne Straßenbahn und störende Oberleitungen - umfasst den Bereich vom Burg-/Marktgraben bis zur Anichstraße. Der Entwurf des Wiener Architektenteams „AllesWirdGut",der einstimmig von der hochkarätig besetzten Jury des geladenen Gestaltungswettbewerbes zum Sieger gekürt wurde, definiert die Maria-Theresien-Straße in Analogie zur historischen Fassung als einheitlich gestalteten platzartigen Straßenraum. Die Qualität der Maria-TheresienStraße besticht - so „AHesWirdGut"-

Das P r o j e k t v o n „ A l l e s W i r d G u t " : Von jedem Haus ausgehend ziehen sich Pflastersteinfelder wie steinerne Teppiche in leicht unterschiedlichen Farben und Verlegearten bis zur Platzmitte und schaffen so einen einheitlichen Stadtraum. Im Überlagerungsbereich in der Straßenmitte, in der Verlängerung der aus der Altstadt kommenden Fußgängerzone, verweben sich die beiden Seiten miteinander und es entsteht flankiert von den Bewegungszonen an den Straßenrändern ein zentraler Platz. Hier befinden sich die Gastgärten, die Sitzmöglichkeiten, hier können Feste abgehalten werden, hier wird Stadtleben deutlich. Der zentrale Platz wird mit goldfarbenen Möblierungselementen

„Nun liegt es am Innsbrucker Gemeinderat, den Grundsatzbeschluss zu fassen, damit 2007 - begleitet durch eine laufende Information der Bevölkerung - mit der Weiterbearbeitung und Detailplanung sowie der Einreichung aller notwendigen Genehmigungen begonnen

Architekt DI Christian Waldner durch Gegensätze, die aber auch ihre (Forsetzung auf Seite 14) Qualität ausmachen: Straße und zugleich Platz, Eigenständigkeit und doch eine gewisse Verstrickung mit der Umgebung, die starke Präsenz des Historischen und gleichzeitig das pulsierende Innenstadtleben. „AllesWirdGut" ist bemüht, die Maria-Theresien-Straße als ortsspezifischen Platz zeitgemäß, aber nicht modisch zu gestalten. Als einen Platz, der Planungs-RessortchefVizebgm. Dr. Christoph Platzgumder Bedeutung der Stadt Inns- mer stellte am 16. November gemeinsam mit (v.l.) Arch. brück gerecht wird Und hat so Cristian Waldner vom Wiener Architektenteam „Allesnicht nur die Jury, sondern Y^ff'>^teenden Prof Gre^r EfcWnger und i Stadtplanenn Dipl.-Arch. Erika Schmeissner-Schmid im auch das Denkmalamt und Rahmen einer Pressekonferenz im Arkadenhof den Proden Repräsentanten der In- jektentwurffür die Neugestaltung der Maria-Theresiennenstadt überzeugt. Straße der Öffentlichkeit vor. (Foto: w. Weger) bestückt. Neun Meter hohe Leuchtstelen sind in unregelmäßiger A n o r d nung im Platzraum verteilt. Sie beleuchten durch ihre präzise Ausrichtung den Bereich vor den Gebäudefassaden und verleihen diesem einen adäquaten Charakter. Durch die im Mittelbereich niedrig gehaltene Beleuchtung wird der nächtliche Blick auf die imposante Bergkulisse freigehalten. Alle Platzmöblierungen wie Bänke, Beleuchtung, Radständer und die goldenen Pflanzentröge, die die Gastgärten mit Grün auffrischen sollen, entwickeln sich aus diesen Intarsien heraus zu einer goldenen Objektfamilie, die die neu entstandene Platzmitte der Maria-Theresien-Straße bevölkert und ihr einen eigenen Charakter verleiht.

INNSBRUCK INFORMIERT - DEZEMBER 2006

Nachts werden die Bewegungszonen entlang der Häuser hell erleuchtet, während in der Platzmitte niedriges Licht den Blick auf Sterne und Bergsilhouette freilässt. Edelweißförmige Ornamentfräsungen in den Möbeln setzen stimmungsvolle Lichtakzente. A m südlichen Ende steigt der Platz in drei breiten Stufen leicht an: Die Stufen können als Bühne dienen für verschiedene Veranstaltungen oder bieten aus dem Straßenraum herausgehobene Sitzplätze mit Blick auf A n nasäule und N o r d k e t t e im Hintergrund. Ein goldenes Wasserbecken stärkt die Aufenthaltsqualität am Höhepunkt des Platzes und schafft einen zusätzlichen Anziehungspunkt auf halbem Wege von G o l d e n e m Dachl zur Triumphpforte.

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Innsbruck informiert  

Ausgabe Dezember 2006

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