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EDITORIAL

Liebe_Leser, das Ruhrgebiet steht für eine wechselhafte Geschichte – von der seit 2.000 Jahren umkämpften Grenzregion zwischen Römern und Germanen zur Industrieregion. Dem Wirtschaftswunder folgten der Niedergang der klassischen Industrien und nun der Strukturwandel hin zu einer Kulturregion mit Freizeitwert. Man packt sich am eigenen Schopf. Ziel ist, qualitativ die Metropole zu werden, die man quantitativ schon ist. Hier, an einer der bedeutendsten Schnittstellen Europas, am Hellweg, liegt echtes Skater-Land – mit „Machern“, Vereinen, Events und Treffs sowie den meisten deutschen Teilnehmern beim größten deutschen Skate-Event, dem Berlin-Marathon. Die Menschen sind zusammengewachsen wie die Städte zum Ruhrgebiet. Auch seine wechselhafte Geschichte verbindet das Ruhrgebiet mit dem Inline-Sport, wenn man das gewaltige Ab und nun Auf in den letzten 20 Jahren betrachtet. Mit der „StehaufMentalität“ des Ruhrgebiets wollen wir die kommende Saison angehen. Das Herz des Inline-Skatings schlägt für uns immer noch vor allem bei den Events. Mit dem Event-Check 2010 bieten wir Euch in diesem Frühjahr wieder einen echten Saisonbegleiter

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und -planer. Schnell lässt sich feststellen, welche Highlights man sich nicht entgehen lassen sollte und wo auch mal etwas „gleich um die Ecke“ stattfindet. Darüber hinaus informieren wir Euch umfangreich über die aktuellen Skates 2010, bringen News aus der ProfiSzene und geben Tipps zu Training, Technik und Material. Wir wünschen Euch einen erlebnisreichen Sommer, nicht ohne noch einmal auf die Grundwerte unseres Sportes hinzuweisen: Inline-Skating bedeutet Vielfalt, Unabhängigkeit und die Freiheit zu tun, wozu man Lust hat. Es gibt viele Inline-Varianten und Disziplinen, beschränkt Euch nicht, probiert aus und genießt es. Viel Spaß mit diesem Magazin und „Glück auf“, wie man im Ruhrgebiet sagt, wünschen Euch

Alexander Uphues und Sebastian Baumgartner

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NEWS KOLUMNE

Mit „Glück auf“ fing alles an Während ich einen Monat meines Lebens mehr als 1.000 Meter unter der Erde des Ruhrgebietes malochte, wusste ich noch nicht, dass ich eines Tages mit Inline-Skates durch eine Zeche heizen würde … allerdings „auf“ Zeche, wie es im Kumpeldeutsch heißt, also überirdisch und im übertragenen Sinne „überirdisch abgefahren“. Der Plan für diese Ausgabe stand bereits seit einigen Wochen fest, als mir durch einen Bericht über meine alte Heimatstadt Essen klar wurde: Das Ruhrgebiet hat sich in den letzen Jahren stark verändert, ja gewandelt!

Kultur unter und über Tage Zeche Zollverein als Weltkulturerbe und die Wahl zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 haben dem Ruhrgebiet neuen Glanz verliehen. Es war unausweichlich, wir müssen unbedingt über das Ruhrgebiet berichten, ja sogar den gesamten Inline-Skate Test dort durchführen – kannte ich doch schon so viele spannende Orte. Die Crew von INLINEnews konnte ich schnell für diesen Kurswechsel gewinnen, und so reiste ich mit riesiger Vorfreude dahin, wo vor knapp 20 Jahren alles begann. Damals zog den jungen Schulabgänger die Geschwindigkeit der ersten InlineSkates (Macroblade von Rollerblade, gebraucht für 400,– DM) in ihren Bann. Sie wurden zum großen Konkurrenten meiner heiß geliebten Fahrräder, die nun begannen, verwaist im Keller zu verstaubten. Alle Strecken legte ich nur noch mit den Skates zurück und lernte meine Stadt Essen auf wunderbare Art und Weise neu kennen. Ich fühlte mich allein auf Feld und Flur – stolz und doch in der Hoffnung, dass da draußen noch andere sein müssten. Auf rollenden Schuhen entdeckte ich das Ruhrgebiet, den gesamten Ruhrtalweg, die Stauseen oder glitt einfach nur von einer Stadt in die andere.

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Inline-Pott heute Inzwischen hat sich viel getan. Die Skater haben die See- und Ruhrufer erobert, viele ehemalige Gleisanlagen sind zu Radwegenetzen erschlossen und etliche einst nur den Arbeitern offene Industrieanlagen laden uns heute ein – auch mit skatebaren Wegen. Das Ruhrgebiet hat noch immer keine Alpen und keinen Meeresstrand, aber ein Mehr an Höhepunkten (wie die Kunsthalden) und spannenden Orten. Das Duisburger Stahlwerk ist hier zu nennen, dessen Kletterwände selbst Alpinisten herausfordern, oder der Seaside Beach Baldeney, dessen Sandareal und Liegewiese es an Schönheit und Panorama mit den tollsten Stränden der Welt aufnehmen können. Für mich schließt sich heute ein Kreis oder noch besser gesagt ein Lebensabschnitt. Ich konnte ganz neu das Interesse am bewussten Umgang mit Ressourcen entwickeln, ob Energie, Mobilität oder Materie. Ausbildung zum Energieelektroniker, Umgang mit Energie, Sportler, Trainer und Veranstalter, Journalist im Netz und hier, Mobilität im Alltag … es war eine lange Skate-Strecke, mit großen Hoffnungen und auch Ernüchterungen. Geblieben ist der Glaube, dass der Mensch mit Rollen unter den Füßen ein anderer werden kann, nah an der Natur und doch nach vorn auf dem Asphalt der Zivilisation. Auf diesem Weg habe ich viele Freunde gefunden. Mein Dank für die Hilfe auf dem Weg und die Zusammenarbeit bei dieser INLINEnews-Ausgabe an: Alexander Uphues, Bettina Ittner, Georg Sagurna, Gerte Buchheit, Gereon Buchholz, Ingo Monse, Isaak Papadopoulos, Thomas Wallaschkowski, Stephanie Pipke … Freunde und Bekannte! Ein herzliches „Glück auf“ Sebastian Baumgartner 01 10


NEWS

Sportlerherz, was willst du mehr ispo 2010 von Isaak Papadopoulos Die weltweit größte Fachmesse für Sportartikel und Sportmode öffnete Anfang Februar in München ihre Pforten. Das „Who is Who“ der Branche aus mehr als 45 Ländern versammelte sich zum Stelldichein und präsentierte ihre Innovationen für die Saison 2010. Auf keiner anderen Bühne trifft man sich so zahlreich wie hier. An keinem anderen Ort entstehen und verbreiten sich News, Trends und Gerüchte schneller als auf dem Münchener Ausstellungsparkett. Grund genug, um einen Rundgang zu starten und zu sehen, was das Trendbarometer der ispo für das Inline-Jahr 2010 orakelt. Eines vorweg, der Blick durch die „höher, schneller, weiter“-Brille lohnte nicht wirklich, obwohl man mit allerhand fragwürdigen Produktinnovationen konfrontiert wurde. Wenn es auf der diesjähri-

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gen ispo so etwas wie ein Leitmotiv gegeben hat, so könnte man es mit „ispo goes green“ bezeichnen. Viele Aussteller warben mit grünen Labels und Zertifikaten, sprachen lang und breit über Nachhaltigkeit. Doch nicht überall, wo Grün draufsteht, ist auch Öko drin, und viele Konzepte wirken noch unausgegoren. Dabeisein ist eben nicht immer alles.

Inline-Trends 2010 Dieses Inline-Jahr – das kann man jetzt schon erkennen – wird nicht als ein Jahr der großen Produktinnovation in die Skate-Historie eingehen. Vielmehr stehen die Zeichen auf Konsolidierung. Die Hersteller haben ihre Produktpalette ausgedünnt und neu sortiert. Im Fokus der Marktführer steht unübersehbar der Freizeit- beziehungsweise Fitnesssektor. In diesem Segment gibt es das mit Abstand breiteste Angebot. Ansonsten setzten die Macher eher auf Kontinuität

und verbesserte Details bestehender Produktlinien. Neuentwürfe sind bis auf eine Ausnahme nicht zu sehen. Beim Thema Rollen zeichnet sich nach wie vor kein Trend zu einer einheitlichen Größe ab. Die verschiedenen Rollentypen lassen sich stattdessen den einzelnen Zielgruppen zuordnen. Die 80-Millimeter-Rollen behaupten sich weiterhin am Markt und werden fleißig in Skates für Neueinsteiger verbaut. Ambitionierte Sportler wählen bevorzugt Skates mit 90-Millimeter- oder 100-Millimeter-Setup. Wer dagegen alles aus sich und dem Material herausholen möchte, greift zu 110-Millimeter-Rollen. Beim Thema Speed erlebt der Markt eine deutliche Konzentration. Powerslide ist mit seinem breit aufgestellten Angebot an Speedskates fast allein auf weiter Flur. Allenfalls die SpeedskatingSpezialisten aus dem Hause Bont können daneben mit einem attraktiven Angebot am Markt punkten. 01 10


Die Hersteller Analog zur Straffung des Produktsortiments stand die jeweilige Markenstrategie auf dem Prüfstand. Die deutlichste Kurskorrektur nahmen die Verantwortlichen von Rollerblade vor. Mit der kompletten Abkehr vom Thema Speed räumte Rollerblade auch gleichzeitig Fehler in der Kommunikationsstrategie der letzten Jahre ein: „Unsere Message mit Speed war zu kompliziert.“ Daher lautet die Rollerblade-Losung für das Jahr 2010 einfach: „Skaten soll wieder mehr Spaß machen.“ Im Fokus stehen fortan die Bereiche Fitness, Urban, Street und Kids. Dafür gilt es, entsprechenden Content zu schaffen und über das Web respektive dessen soziale Netzwerke (Facebook, Twitter, Flickr etc.) zu transportieren. Der Branchenprimus K2 wandelt im Prinzip auf den gleichen Pfaden, nimmt sich aber anderer Schwerpunkte an. So widmet sich K2 mit seinem ehrgeizigen Projekt „skate@school“ bereits jetzt den Konsumenten von morgen. Ferner soll die Verbindung Inline-Skates und Ökologie mehr Aufmerksamkeit erhalten. Obwohl einzelne Ökomodelle bereits am Markt aufgetaucht sind, führt das Thema eher ein Schattendasein. Ferner lädt K2 mit Partner Etihad zum Erkunden ferner Metropolen auf Inline-Skates ein und empfiehlt gleich passendes Rollwerk für den Trip. Im Gegensatz zu den beiden Branchenführern bleibt Powerslide dem Bereich Speed treu – man bietet Speedskatern weiterhin ein breites und vor allem auf dem letzten Stand der Technik basierendes Produktsortiment. Zudem ist Powerslide die auffälligste Neuerscheinung der Saison mit ihrem „Dreiroller“ Phuzion8 im Freizeitsektor gelungen. Der Australische Speedskating-Spezialist Bont möchte seiner Vorreiterrolle im Speedsektor weiterhin gerecht werden und erklärt für 2010 „der Suche nach immer leichteren Materialien und Gewicht sparenden Setups eine 01 09

klare Absage“. Für Firmenchef Alexander Bont verheißt der Bereich Aerodynamik ein deutliches Optimierungspotenzial für die Jagd nach Spitzenzeiten. Getestet wird bereits im Windkanal, und wer den Bont Crono aus der Cycling-Sparte bereits zu Gesicht bekommen hat, weiß, dass man sich auf mehr als spannende Schuhformen einstellen kann. Obgleich sich die ispo traditionell auf den Wintersport fokussiert zeigt, lassen sich zahlreiche Produkte mit hohem „crossusing“ Potenzial für InlineSkater finden. Angefangen von neuartiger Funktionswäsche, praktischen GPS-Accessoires bis hin zu intelligenten senso-motorischen Einlagen, die auf der Suche nach der optimalen Abdrucktechnik wertvolle Hilfestellung leisten können. Die ispo ist und bleibt – nicht nur für Inline-Skater – eine interessante Messe und einen Besuch wert! l

Zahlen Daten Fakten Die Internationale Messe für Sportartikel und Sportmode (ispo) versteht sich als „weltweit führend“ in diesem Bereich. Sie feiert ihr 40-jähriges Bestehen – insgesamt war das die siebzigste ispo seit 1970. Die 2.045 Aussteller aus 45 Ländern sind eine Rekordbeteiligung. Die gesamte Nutzfläche beträgt 170.000 Quadratmeter und die effektiv genutzt Schaufläche wird mit 89.000 Quadratmetern angegeben. Die Zahl der Fachbesucher betrug 64.000. Der deutsche Sportfachhandel hat 2009 mit 7,3 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 3,5 Prozent erzielt. Ein umfangreiches Video zur ispo 2010 findet Ihr auf www.skate-tv.de im Internet.

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T E S T _ &_ E Q U I P M E N T

Vom Windkanal bis ins Bergwerk 2010 +++ st e -T te a k S e ß ro g r e D + ++ Jedes Jahr erwarten wir mit Spannung die neuen Skates für die anstehende Saison. In diesem Jahr haben wir uns etwas Besonderes überlegt und die Skates gleich mit auf unsere Tour durch das Ruhgebiet genommen. Es gilt für uns, 33 Modelle in verschiedenen Situationen zu testen – unter den individuellen Anforderungen unterschiedlichster Inline-Skater-Typen. So führen wir erstmalig einen Skate-Test im Windkanal durch und kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Fliegen mit Inline-Skates ist selbst bei einer Windgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h möglich! Ein Besuch der Anlage in Bottrop lohnt sich in jedem Fall (www.indoor-skydiving.com). Der zweite Teil des Tests findet aufgrund der win-

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terlichen Verhältnisse in der Disco des Alpincenters Bottrop statt (www.alpincenter.com), die 1.000 Quadratmeter Discofläche bieten ausreichend Platz … sogar um Speed-Skates zu testen. In der Rollsporthalle Bochum hilft uns das Team der Kölner Rollmöpse bei der Bewertung der Skates tatkräftig. In der ältesten Roller-Disco Deutschlands in Marl, dem Roller Skating Ring, können wir noch einmal so richtig das Feuer der alten Tage auflodern lassen (www.rollerskatingrink.de) – jene Zeit, in der die Flächen mit Discorollern gefüllt waren. Diese Anlage sollte man unbedingt gesehen haben und wenn möglich auch mit Discorollern befahren. Die Abschlussbewertung haben wir nach drei Tagen Dauertest im Bergwerk Westerholt durchgeführt (www.ragmontan-immobilien.de). Es ist ein unbe-

schreibliches Gefühl, durch die Schwarz- und Weißkaue zu skaten, in denen sich noch vor einem Jahr 3.500 Kumpel gegenseitig den Kohlestaub vom Rücken schrubbten.

So wurde getestet 1. Einteilung der Skates nach Zielgruppen und Preisklassen, um innerhalb sinnvoller Kategorie zu vergleichen. 2. Die Passform wurde nach allgemeinen Kriterien bewertet, hier zählt das Gefühl, die Passform und der Halt im Schuh. 3. Die Handhabung beinhaltet das Anund Ausziehen der Skates sowie das Anpassen von Schnürung oder Schnallen. 4. Die Fahreigenschaften setzen sich aus der Bewertung für „Skaten auf der Gerade“, „Skaten in der Kurve“ und „Gleiten auf einem Bein“ zusammen. 01 10


5. Sicherheit und Bremsen spiegelt Schaftstabilität und Reaktionsfreudigkeit der Fersenbremse wider. Bei SpeedSkates wurde berücksichtigt, dass eine Fersenbremse hier weniger effektiv ist als die der Fitness-Skates. 6. Das Fazit ist eine kurze Zusammenfassung der Charakteristika respektive vom Gesamteindruck.

Fazit Noch nie zuvor wurde ein INLINENEWS Skate-Test an so vielen verschiedenen Orten durchgeführt – eine absolute Bereicherung, um jedem einzelnen Modell auf den Zahn zu fühlen. Die unterschiedlichen Bodenbeläge, die vielen verschiedenen Füße und auch die Pausen aufgrund der Ortswechsel halfen, den verschiedenen Skates ein ehrliches, konstruktives Urteil zu geben. Vom Einsteiger Skate für 109,– Euro bis hin zum Race-Skate für 550,– Euro gab es viele positive Eindrücke. So verbesserten die Hersteller insbesondere Passform und Abstimmung des Fahrwerks ihrer Produkte auffallend. Carbon-Skates (Standard-Variante) mit der Möglichkeit einer individuellen Anpassung sind eine preisgünstige Alternative zu Carbon-Maßschuhen. Ein Carbon-Skate sollte im Knöchel- wie auch im Fersenbereich perfekt passen und eng anliegen. Die aktuellen Modelle für 2010 haben eine verbesserte Innenschuh-Technologie, was eine passgenaue Aufnahme des Fußes im Schuh gewährleistet. Grundsätzlich ist die individuelle Fußform für die Beurteilung eines Carbon-Skates maßgeblich.

Quick-Tipps für den Skate-Kauf Immer wieder plagt uns die Frage nach dem passenden Schuh. Empfehlungen von Freunden oder Bekannten verführen uns zum Kauf – oder einfach die Lust nach ein paar neuen Inline-Skates. So findet Ihr zum passenden rollenden Untersatz: 1. Bestimme den Einsatzzweck des Skates. 2. Gehe zum Fachhändler und lass‘ Dich individuell beraten (nicht über das Internet). 3. Überprüfe die Passform, der Fuß sollte vorn und hinten Kontakt haben – 01 10

Platz im Schuh sorgt nur für quälende Blasen. Teste und vergleiche nach Möglichkeit mehrere Modelle. 4. Wichtig sind ein überzeugendes und unkompliziertes Schnür- beziehungsweise Schnallensystem, eine AluminiumSchiene sowie Kugellager und Rollen eines Markenherstellers. l

Details der Skate-Hersteller Rollerblade Die Passform hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Das neue Schnürsystem beim Crossfire 360 Pro ist noch entwicklungsbedürftig. Der Fusion X7 ist besonders gut geeignet für schnelle CruisingTouren in der Stadt. K2 Unverändert gute Passform in allen Modellen, hervorzuheben sind die Einstiegshilfen an Zunge und Schaft. Das High-Low Fahrwerk sorgt für ein verbessertes Skate-Gefühl. Die Radical Modelle sind eher für schlanke Füße geeignet. Powerslide/Phuzion Mit einem ansprechenden und auffälligen Design sorgen die Phuzion-Skates für frischen Wind. Der Phuzion 3 überzeugt mit seiner Passform und dem fein abgestimmten Fahrwerk. Die Innovation Phuzion 8 mit seinen drei 110-Millimeter-Rollen sorgt noch nicht für den Fahrspaß, den man sich davon erhofft. Carbon-Skates Bont besticht mit seinem Semi Race, einem gelungenen Kompromiss aus Carbon/Speed-Skate und einem höherschaftigen Skate. Der Cadomotus Comp 110 HiLo bietet neben einem sehr gut passenden Carbonschuh ein fein abgestimmtes Fahrwerk. Powerslide überzeugt mit dem Double X, dieser Skate ist nicht nur für Profis, sondern auch für diejenigen, die sich gern mit ihnen messen. Rollerblade hält an dem bewährten System fest, leichte Modifizierungen am Oberschuh deuten auf das veränderte Design hin.

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TRAINING_&_

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_TECHNIK

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T R A I N I N G_ &_ T E C H N I K

Mehr Körpergefühl Dehnung & Stabilisierung als Grundlage

Übung 1

Der ganze Körper ist das Kapital, auch beim Inline-Skating, wo Gleichgewichtsgefühl und die Balance beim Rollen auf einem Bein das Wichtigste sind. Ganzheitliches Training, beispielsweise beim Yoga, ist populärer denn je. Wir waren nicht alleine zum Testen von Skates im Ruhrgebiet, sondern haben gemein-

Übung 2

Ischiocurale Muskulatur (Oberschenkelrückseite)

Wadenmuskulatur Beide Fußspitzen zeigen in die gleiche Richtung. Das hintere Bein ist gestreckt und die Ferse auf dem Boden. Nun die Hüfte nach vorne schieben und damit die Wadenmuskulatur dehnen. Variante: Knie des hinteren Beines beugen und den eingelenkigen Anteil dehnen.

Beide Fußspitzen zeigen in die gleiche Richtung. Einen Fuß auf die Ferse stellen, das Bein ist durchgestreckt. Jetzt mit geradem Rücken den Oberkörper nach vorne neigen.

Übung 3

Hüftbeugemuskulatur Ausfallschritt nach vorne, dabei bleiben die Füße parallel. Die Beine sind gebeugt, das Knie des hinteren Beines zeigt zum Boden. Nun bei aufgerichtetem Oberkörper die Hüfte nach vorne unten schieben.

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Übung 4

Brustmuskulatur Schulterbreiten Stand einnehmen und Bauchmuskulatur anspannen. Die Arme werden wie ein „U“ gehalten und die Schulterblätter hinten zusammen gezogen. Neben der Dehnung wird gleichzeitig die häufig geschwächte Muskulatur des oberen Rückens gekräftigt.

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...für die Rollen sam mit Fitnesstrainerin Hamida Najmi einige Übungen erarbeitet, die Euch als Anregung für ein sinnvolles Dehn- und Stabilisierungstraining dienen. Die Übungen umfassen klassisches Dehnen, für mehr Beweglichkeit und eine schnellere Regeneration, sowie Training mit dem Flexi-Bar für gezielte Kräftigung.

Übung 1

Übung 2

Rücken Mitte und Latissimus

Gesäß und Oberschenkel Ausgangsposition Schulterbreiter Stand Ein Bein nach hinten abspreizen. Den entgegengesetzten Arm mit Flexi-Bar diagonal nach vorn oben strecken. Bewegungsausführung Flexi-Bar schwingt hoch und runter. Seitenwechsel

Übung 3

Ausgangsposition Breiter Stand Flexi-Bar beidhändig waagerecht über dem Kopf halten. Schultern nach unten ziehen. Bewegungsausführung Flexi-Bar schwingt hoch und runter.

Übung 4

Bein, Gesäß und Hüfte

Bauch

Ausgangsposition Vierfüßlerstand; ein Bein nach hinten strecken. Der entgegengesetzte Arm hält den Flexi-Bar waagerecht nach vorn. Blick Richtung Boden. Bewegungsausführung Flexi-Bar schwingt vor und zurück.

Ausgangsposition Beine anwinkeln, Fersen in den Boden stemmen. Oberkörper gerade zurücklehnen. Bewegungsausführung Flexi-Bar schwingt parallel zu den Oberschenkeln.

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TITELSTORY

Der Pott rollt Von Duisburg bis Dortmund Von Sebastian Baumgartner

Der Pott rollt, am 18.07.2010 ganz besonders. „Still-Leben“ heißt der Tag, an dem sich das Ruhrgebiet trifft – und zwar auf der Straße, die diese zusammenwachsende Stadt seit Jahrhunderten verbindet. Und wir rollen mit: Inline-Skater folgen den großen europäischen Völkern auf der Strecke des alten Hellweges oder amtlich der Bundesautobahn A 40 – an diesem Sonntag auf dem gesperrten Asphaltband vom Duisburger Innenhafen bis zum Dortmunder Westfalenpark, die ganzen 60 Kilometer oder je nach Lust und Laune auch nur einen Teil.

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Genaueres zum Start, zu den Treffs und der Zielparty findet Ihr stets aktuell unter www.inlinenews.de im Internet. Aber der Pott rollt schon länger. Die ersten Testrennen verloren 1988 die Skischuhe mit 70er-Rollen gegen die aufgemotzten Discoroller! Doch heute haben sie längst sogar den Radfahrern die Mehrheit abgeskatet, auf allerbesten Inline-Strecken. Das weltweit einzige Theater, das für Rollschuhe gebaut wurde, steht seit demselben Jahr hier: Starlight-Express. Unsere Titelstory folgt der 2.000 Jahre alten Route, rollt aber auch mal an der Ruhr entlang, wo der inzwischen prämierte Ruhrtalradweg nahezu durchgehend asphaltiert zum flachen Fluss-Skaten einlädt. > l www.ruhr-tourismus.de

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TITELSTORY

Duisburg Duisburg, ganz im Westen, Schimanskis Duisburg ist Sportstadt. In Wedau zwischen Wasserski, Wald, Wegen und Wiesen sitzt neben dem Stadion des MSV Duisburg nicht nur der Rollsport- und Inline-Verband NRW e.V. (Landesverband im Deutschen Rollsport und Inline-Verband e.V.), hier entstand zudem für die Worldgames ein Skateoval. Jens Schönbrod von „Essen auf Rollen“: „Richtig schön hierfür ist natürlich die in Duisburg gelegene und immer offene Speedskating-Bahn, auf der unterschiedliche Vereine regelmäßig trainieren. Nach fleißigem Training nutzt man noch die Gelegenheit zur Ausfahrt am zwei Kilometer langen Ruderkanal, geht in den Klettergarten oder einfach auch nur in den neu gebauten Biergarten. Kostenlose Parkplätze gibt’s zuhauf. Nur bei Großveranstaltungen wird die Bahn häufiger als Parkplatz ‚missbraucht‘.“

Duisburg Skate-Revier Der Duisburg-Marathon startet hier – einer der klassischen und sehr sympathischen Marathons, das nächste Mal am 30.05.2010. Inline- und Revier-Kenner Schönbrod: „Die einzige Revier-Skate-Night findet in Duisburg statt. StadtSportbund Duisburg beziehungsweise DuisburgSport haben ein wahres Herz für Inliner. Treffpunkt ist normalerweise jeden dritten SommerSonntag um 18 Uhr an der Speedskate-Bahn – die erste Runde familiengerecht, die zweite etwas schneller. Besonders toll ist einmal im Jahr die Tour durch das Thyssen-Krupp Stahlwerk. Infos unter www.duskatet.de“ Wer die Skates auch mal abschnallen will, sollte sich das stillgelegte Stahlwerk nicht entgehen lassen (mit riesigem Kletterpark). Abends ist der Innenhafen der Szene-Tipp (unser Still-Leben-Startpunkt) Wenn alles gut geht, steigt hier 2010 die Loveparade am 24. Juli. Wer also eine Woche bleiben will … erst Still-Leben und dann Loveparade. Das Ruhrgebiet lädt ein.

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Strecken, Ziele, Abzweige Das Rheinufer lässt sich gut skaten, auch den Rhein hinauf nach Düsseldorf. Claus von Dusfor hat den Tipp dazu: „Die offizielle Inlineskatenacht in Düsseldorf, namens Rollnacht. 25.000 Teilnehmer pro Saison, mit Musik-Bus vorweg, mit neun verschiedenen Routen zwischen 20 und 25 Kilometern Länge, jeweils donnerstags um 20 Uhr. Details unter www.rollnacht.de im Internet.“ Claus ist es wichtig, noch ein Wort zu Dusfor zu verlieren: „Die größte Stärke ist, dass Dusfor kein Verein ist. Mit rund 800 Usern haben wir eines der aktivsten Foren im Web und vertreten mit unseren UN-Blauhemden die Landeshauptstadt auf sämtlichen Skateevents im In- und Ausland. Jeder ist willkommen, an unseren wöchentlichen privaten Skatenächten teilzunehmen und auf Skates Düsseldorf und Umgebung kennenzulernen (www.dusfor.de).“ Abschließend liefert Claus einen Highlight-Termin: „Der Höhepunkt des diesjährigen DusforKalenders ist die neue, dreitägige NRW-Inlinetour vom 20. bis 22.08.2010 für (rund 200 Kilometer von Düsseldorf über Duisburg und Neuss zurück nach Düsseldorf) – die längste Party auf Skates (www.nrwinlinetour.de).“ Uns aber zieht es nach Osten die Ruhr entlang. Hier an der Rheinmündung endet der Ruhrtalradweg. Er lässt sich 230 Kilometer rollen, bis zur Quelle in Winterberg auf 657 Meter über Meereshöhe. Doch innerhalb des Ruhrgebietes merkt der Skater davon noch nichts, hier ist alles flach. Und in Dortmund kann man auf den Radrundwanderweg abbiegen – zu den Nordstrecken vorbei an Halden und Industriezentren. Das Still-Leben rollt ab durch die Mitte, den Ruhrschnellweg („Ruhrschleichweg“ A 40).

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Inline-Pott im Internet Internationale Messe für Allgemeine, aktuelle Infos www.inlinenews.de Rollnacht Düsseldorf www.rollnacht.de Dusfor www.dusfor.de NRW-Inlinetour www.nrw-inlinetour.de Skate-Treff in Essen-Kupferdreh www.tvk-essen.de REV Gruga Essen www.revgruga.de Speedskating in Essen www.essenaufrollen.de

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T I T EL E L STO STORY Still-Leben Ja, es ist wahr, am 18.07.2010 wird die gesamte A 40 zwischen DuisburgInnenhafen und Dortmund sechs Stunden lang für Autos gesperrt. Aber es ist nicht das erste Mal, dass unmotorisierten Menschen derartig freie Bahn gewährt wird. Bei den autofreien Sonntagen während der Ölkrise 1973 eroberten vor allem Rollschuhläufer ihre Pisten. Wie der Name schon sagt, soll das Still-Leben das Revier an einen Tisch bringen, mit 60 Kilometern den längsten der Welt. Es soll Satelliten-Fotos geben – womöglich mit einer Skater-Schlange? Eine Fahrbahn mit ihren beiden Spuren (Dortmund bis Duisburg) wird also „einem“ Tisch Platz bieten, an dem sich alle zwei Meter eine neue Gruppe, Nachbarschaft oder ein Verein präsentiert. Die andere Fahrbahn von Duisburg nach Dortmund wird Rollspur. Das kann sich doch keiner entgehen lassen! Wir rollen vom Innenhafen mitten durch den Spaghetti-Knoten, eines der verrücktesten Autobahnkreuze Europas. LA grüßt! Bald kreuzen wir die Ruhr mit Blick auf die Auen und ihre Kuhweiden. Vorbei an Grün und Einkaufszentren. Die A 40 nähert sich Essen, das aber genau in der Mitte durchschnitten wird. Zwischen den Fahrbahnen erscheint eine Straßenbahn aus der Erde. Oben die Stadt, unten wir. Dann der Tunnel, danach lohnt noch ein Blick zurück auf die Skyline. Es ist die zweitgrößte Deutschlands – nach Frankfurt. Gerade hier wird es am wenigsten offensichtlich, aber Essen ist bundesweit die Großstadt mit den meisten Grünflächen. Doch da sind wir auf der A 40 falsch. Allerdings gilt auch: Nach jeder Kurve eine neue Landschaft, Wälder, darunter auch alte Industriehallen und Brücken. Für Abbieger bietet jede Ausfahrt etwas, rockende Zechen und Museen zu fast jedem Thema, kleine und große Parks. So langsam kommen wir nach Westfalen. Dortmund beginnt, aber das Ziel ist noch weit. Die Landschaft öffnet sich. Rechts liegt die Uni Dortmund mit ihrer Pionier-Hochbahn. Dortmund kommt im wahren Sinne in Sicht. Das kühle Bier zum Abschluss

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ZU_G U T E R_L E T Z T

Roller Derby Retro, punkig und jede Menge Spaß Football unter Punk-Barbies, Rasende Anti-Barbies oder BlitzkriegBarbies, die Umschreibungen für den schrillen Frauensport Roller Derby sind vielfältig und wild. Mit lautem Punkrock geht es mächtig zur Sache. Rempeln, Schubsen und halsbrecherische Massenkarambolagen sind erwünscht, blaue Flekken und Schürfungen sind normal. Das Outfit ist entsprechend eindeutig: pinkfarbene Leggins, zerrissene Netzstrümpfe, Protektoren inklusive Zahnschutz sind ein klare Botschaft. Es ist immer wieder erstaunlich, was man auf Rollen alles anstellen kann. Rollsport ist vielseitig, wenn auch die Szenen oftmals nichts miteinander zu tun haben. Beim „Coolheitsfaktor“ scheint Roller Derby auf jeden Fall schon mal vorne zu liegen. Der Sport kommt aus den USA, wo in etlichen Ligen gespielt wird. Auch in Deutschland wächst die Szene – beispielsweise mit Mannschaften in Hamburg, Berlin und Stuttgart.

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Weiblich, wild und aggressiv Rollergirl zu sein heißt für Mädchen, auch Rollenklischees abzulehnen. Aussehen wie ein Pin-up-Girl aber derb wie Bäuerinnen agieren. Emanzen und Sexsymbole in einem. Der Ruf, feierfreudig und trinkfest zu sein, eilt den wilden Girlies ebenfalls voraus. Die Teams heißen Stuttgart Valley Rollergirlz, Barockcity Rollerderby Girls oder Berlin Bombshells. Die Spielerinnen geben sich Kampfnamen wie Lady Rampage, Dolly BustHer und Stuntgirl Eva. Die Motivation liegt darin, andere Seiten auszuleben und so zu sein, wie man sonst nicht ist.

Regeln für die aufstrebende Sportart Der Sport hat in den USA eine wechselhafte Geschichte, beginnend um 1935. Es folgte eine Krise im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts. Seit rund 10 Jahren gibt es ein erstaunliches Comeback für das Vollkontaktrollen, und es gründeten sich etliche Teams auch in Europa. Roller

Derby wird heutzutage hauptsächlich in zwei Varianten gespielt. Zum einen gibt es das dem klassischen Roller Derby angelehnte „Banked Track Roller Derby“ auf einer Steilbahn (eher etwas für Profis) und das deutlich stärker verbreitete „Flat Track“, das auf einer flachen, circa 30x18 Meter großen Bahn gespielt wird. Gespielt wird in zwei Halbzeiten á 30 Minuten. Bei all den verwegenen Worten stellt sich nun nur noch die Frage, wie mutig frau ist, sich diesem Sport zuzuwenden. Bei den Stuttgart Valley Rollergirlz klingt es doch wieder recht versöhnlich: „Frauen, die Lust auf eine rasante Sportart auf Rollschuhen haben, die Motivation, Begeisterung, Spaß an der Sache und Biss mitbringen, sind bei uns willkommen!“ Gefragt sind „Ausdauer, Tempo und Reaktionsvermögen“, und zunächst lernt man „richtiges Hinfallen“. Das sind doch Vokabeln und Umschreibungen, die auch „normalen“ Inline-Skatern vertraut sein sollten. l www.rollergirlz.de l www.derbyroster.com 01 10


E V E N T S _ &_ T O U R I S T I K

German Inline Cup 2010 Treffpunkt für die ganze Familie und die besten Skater der Welt

Die sechs Events des German Inline Cup (GIC) zählen zu den interessantesten Rennen in ganz Deutschland und bieten allesamt weit mehr als nur einen Wettkampf auf Rollen. Der Saisonauftakt beim Vattenfall Berliner Halbmarathon gilt als der schönste Start in den Frühling, der Mittelrhein-Marathon ist eine echte Perle unter den Landschaftsmarathons. „Summer in the city“ ist das Motto des XRace in Berlin – mitten in der Innenstadt, zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Mit den Rennen in der Hansestadt Bremen und im neuen Skate-Mekka Geisingen wurde der GIC in diesem Jahr um zwei Events erweitert, auf die man sehr gespannt sein darf. Mit köl-

scher Herzlichkeit werden die Teilnehmer des GIC-Finales traditionell in der Rheinmetropole Köln empfangen. Jedes Rennen für sich ist eine Reise wert. Als Serie lässt sich die sportliche Attraktivität zusätzlich steigern, und zwar besonders für Freizeit- und Fitness-Skater. Denn diese Sportler können sich beim German Inline Cup innerhalb ihrer eigenen Kategorie messen und Punkte sammeln. Dafür ist es längst nicht nötig, an allen Events teilzunehmen. Gezählt werden die Punkte jedes einzelnen Starts – ob als kurz entschlossener Teilnehmer oder nach Anmeldung im Gesamtpaket, abgerechnet wird am Saisonende.

So einfach geht’s 2010 Events 28. März:

30. Vattenfall Berliner Halbmarathon 29. Mai: MittelrheinMarathon 18. Juli: BremenChallenge 22. August: XRace’10 Berlin 11. September: Arena Geisingen Marathon 3. Oktober: Inlinemarathon präsentiert von K2 Sports in Köln (Details zu einzelnen Veranstaltungen findet Ihr auch in unserem Eventcheck auf den Seiten 66-73 dieser Ausgabe von INLINEnews)

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Anmeldung Wer sich nicht bis zum 05.03.2010 das Gesamtpaket des German Inline Cup gesichert hat, kann alle Rennen einzeln über die jeweiligen Veranstalter buchen.

Kategorien 1. Startblock – Kategorie „Speed/Teams“ Frauen: Einzelstarterinnen und Teams (Lizenz und Bestzeit der letzten drei Jahre unter 45:00 Minuten beim Halbmarathon beziehungsweise 1:30:00 Stunden beim Marathon). 2. Startblock – Kategorie „Speed/Teams“ Männer: Einzelstarter und Teams (Lizenz und Bestzeit der letzten drei Jahre unter 40:00 Minuten beim Halbmarathon beziehungsweise 1:20:00 Stunden beim Marathon). 3. Startblock – Kategorie „Fitness“: Einzelstarter und Teams (mit/ohne Lizenz, mit/ohne Bestzeit über oben genannte Distanzen), gegebenenfalls in mehreren Startblöcken.

Punktewertung Jeder bekommt Punkte in der Gesamtwertung, egal ob er den GIC als Gesamtpaket gebucht hat oder einzeln über die jeweiligen Veranstalter. Jeweils die ersten 849 Skaterinnen und Skater beider Kategorien erhalten Punkte gemäß Rulebook. Es gibt ein Streichresultat. Eine Teamwertung gibt es nur in der Kategorie „Speed/Team“ nach vorheriger Team-Anmeldung.

Zeitmessung Die Zeitmessung bei den Rennen in Berlin, Koblenz und Köln erfolgt mittels Champion-Chip von Mika Timing. In Bremen wird der Easy-Chip von Davengo verwendet. Weitere Infos findet Ihr in den „Quick Rules“ auf der GICHomepage. l www.german-inline-cup.de

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ZU_G U T E R_L E T Z T

Sabine Spitz Die AusnahmeMountainbikerin im Gespräch Olympiasiegerin 2008 in Peking, Weltmeisterin 2009 in Graz, Weltmeisterin 2003 in Lugano Radsport und Inline-Skating haben viele Gemeinsamkeiten. Windschatteneffekte, knappe Zielsprints und Überschneidungen bei den Trainingsbereichen. Für die meisten ambitionierten Inline-Skater ist das Rad im Trainingsalltag kaum wegzudenken. Andersherum ist es nicht automatisch ebenso. Wir haben eine Frau gefragt, die es wissen muss: Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz spricht mit INLINEnewsRedakteurin Gerte Buchheit über andere Sportarten und ihre Leidenschaft für schnelles Rollen.

INLINENEWS: Bist Du schon mal mit Inline-Skates unterwegs gewesen? Sabine Spitz: Eigentlich gehöre ich ja fast schon zu den Pionieren ;-). Nein, im Ernst, schon als die „Rollerblades“ auf den Markt kamen, habe ich diese für mich entdeckt. Das hatte erstmal gar nichts mit dem Mountainbike-Sport zu tun, sondern mehr damit, dass ich früher gerne und viel Schlittschuh gelaufen bin und dies im Grunde genommen mit den Inlines dann auch im Sommer möglich war. Zugegebener Maßen wurde Inline-Skating dann aber mehr und mehr durch den MTB-Sport verdrängt, obwohl es gewiss auch ein gutes Alternativtraining wäre. INLINENEWS: Wie nimmst Du als „Außenstehende“ das Inline-Skating als Leistungssport wahr? Sabine: In Deutschland habe ich den Inline-Sport im Leistungsbereich bisher kaum oder gar nicht wahrgenommen. Ich wohne allerdings direkt an der Schweizer Grenze und bin recht oft im

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Engadin zum trainieren, wo es ja einen Weltcup gibt. Die Rennszene scheint in der Schweiz besser vertreten zu sein oder wird zumindest von den Medien mehr berücksichtigt. Auf jeden Fall eine interessante Geschichte, die spannenden und spektakulären Sport bietet. INLINENEWS: Gibt es andere Sportarten, die Du betreibst oder die Dich faszinieren? Sabine: Ich probiere immer sehr gerne auch andere Trainingsformen. Sei es Laufen, Skilanglauf und auch InlineSkaten. Das macht Spaß, und es gelingt dadurch, neue Reize zu setzen. Der Schwerpunkt für alternative Trainingsformen liegt allerdings im Winter, zur Saison-Vorbereitung. Das hat mit der Witterung zu tun, aber auch damit, dass in der frühen TrainingsPhase die Einheiten nicht unbedingt radspezifisch sein müssen. Gerade wenn Schnee liegt, gehe ich sehr gerne zum Langlaufen.

INLINENEWS: Umschreibe bitte Deine Leidenschaft für den Radsport? Sabine: Für mich ist es die lautlose Fortbewegung in der Natur aus eigener Kraft. Dabei habe ich einen sehr großen Aktionsradius, sehe viel und bin unabhängig. Gerade mit dem Mountainbike komme ich fast überall hin und in den Downhills gibt es dann auch noch Action und Adrenalin. Eine geniale Kombination. INLINENEWS: Gibt es manchmal Motivationsprobleme bei stundenlangen Ausfahrten? Sabine: Für mich nicht. Ich liebe die langen Einheiten. Da kann man so herrlich abschalten und die Umwelt genießen. So bin ich überhaupt erst zum Radsport gekommen. Am Anfang standen nicht die Wettkämpfe oder sportliche Ziele, sondern der Spaß am Rad fahren. Natürlich gibt es immer auch Tage – gerade wenn das Wetter nicht mitspielt – da hat das dann nur noch wenig mit 01 10


Spaß und Genuss zu tun. Aber das gehört eben dazu, wenn man sich gewisse Ziele setzt. INLINENEWS: Im Gegensatz zum InlineSkating ist Mountainbiken olympisch, trotzdem hat es nicht dieselbe Popularität wie der Straßenradsport. Wie schwer ist der Kampf um Sponsoren und Öffentlichkeit? Sabine: Wenn man Popularität an TVPräsenz festmachen will, trifft das zu. Geht man zu den Events, wo bei Weltcups bis zu 25.000 Zuschauer an der Strecke stehen oder schaut sich die zunehmend größeren Starterfelder bei immer mehr MTB-Breitensport-Veranstaltungen an, sieht es dann schon wieder ein wenig anders aus.

Trotzdem ist es natürlich aufgrund der wenigen TV-Zeiten nicht einfach, Sponsoren zu finden. Der Olympiasieg hilft dabei aber schon, auch was die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit angeht. Olympia ist eine unheimlich starke Marke, die jeder kennt. Deshalb ist die Zugehörigkeit zum olympischen Programm schon sehr wichtig für den MTBSport. Aber Sport hat viel auch mit Tradition zu tun. Und die ist im Straßenradsport eine ganz andere. Die erste MTB-WM gab es erst 1990. Wenn das Image des neuen, des noch nie da gewesen nach ein paar Jahren weg ist, wird es schwierig, sich den Platz neben den etablierten Disziplinen zu erobern. Da helfen dann nur Erfolge, am besten bei den Spielen. Was Sponsoren angeht, bietet der MTB01 10

Sport – ähnlich wie beim Inline-Skaten – einen großen Markt mit einer äußerst interessanten Zielgruppe für alle Unternehmen. So konnten wir auch die Central Krankenversicherung als Gesundheitsspezialisten für unseren Sport gewinnen und mit ihr ein eigenes Profi-Team aufbauen. INLINENEWS: Deine Karriere verlief eher ungewöhnlich, und Deine größten Erfolge hattest Du jenseits der 30. Was ist Dein Erfolgsrezept? Sabine: Das Geheimnis ist vielleicht, dass ich im Alter von 22 Jahren überhaupt erst begonnen habe, Leistungssport zu betreiben. Man braucht sicher zehn Jahre, bis man sein optimales Leistungsniveau erstmal erreicht hat. Mit dem WM-Titel 2003

hat das bei mir – neun Jahre nachdem ich mein erstes Rennen bestritten habe – perfekt funktioniert. Das absolute Alter ist bis zu einem gewissen Grad vielleicht gar nicht so entscheidend. Ich habe zum Beispiel die eine oder andere junge Kollegin im Nationalteam, die fast schon genau so lange Wettkämpfe bestreitet wie ich. Deshalb habe ich noch genügend Motivation, mich weiter zu verbessern. Natürlich wird es mit zunehmendem Alter nicht einfacher. Aber man sagt ja, die Leidensfähigkeit steigt im höheren Alter. Und die ist im MTB-Sport besonders wichtig. INLINENEWS: Was hast Du für sportliche Ziele und was kommt danach? Sabine: Ein großes Ziel werden für mich nochmals die Olympischen Spiele in

London sein. Dort will ich einmal mehr um die Medaillen mitfahren. Ansonsten haben wir jedes Jahr Weltmeisterschaften über die Olympische CrossCountry Distanz und die lange Marathonstrecke. Dort gilt es für mich, aktuell den WM-Titel zu verteidigen. Ich hatte allerdings eine Operation im Winter und werde deshalb erst sehr spät und mit deutlichem Trainingsrückstand in die Saison einsteigen können. Mal sehen wie es wird. Über das danach mache ich mir im Moment keine allzu großen Gedanken. Aber trainieren werde ich wohl immer, auch nach der Renn-Karriere. Dann bestimmt auch wieder mehr auf den Inline-Skates. Aber nur wenn die Sonne scheint.

INLINENEWS: Was für Interessen treiben Dich außerhalb von Job und InlineSkating? Sabine: Musik und Konzerte sind die Nummer eins. Ich liebe die Emotionen bei der Musik und den Shows. So oft, wie ich kann, schaue ich mir große Shows im Stadion an. Reisen und die Welt anschauen ist eine meiner anderen Leidenschaften. Weit weg von den Touristenorten etwas von der lokalen Kultur entdecken, Leute treffen und sehen, wie sie leben. Auf anderen Kontinenten Erfahrungen zu sammeln ist großartig. Man bringt immer etwas nach Hause mit, das besser ist als Fotos. INLINENEWS: Vielen Dank für Deine Zeit und die spannenden Einblicke.

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ist schon kaltgestellt. Dortmund die alte Bierstadt lädt ein, ganz still oder laut gemeinsam zurückzuschauen auf einen besonderen Roll. Da mussten sich die Römer ins Land der Germanen vorkämpfen, die Franken ins Land der Sachsen, Krupp musste den nahtlosen Eisenbahnreifen schmieden, Benz die Benzinkutschen erfinden, Werner von Braun die Rakete, bis der Mensch endlich auf vernünftigen Rollen mit 90 und 100 Millimetern die Plattfüße hinter sich lässt. l

Das müsst Ihr sehen Deutsches Bergbaumuseum (Bochum) www.bergbaumuseum.de 450 Jahre Bergbaugeschichte Muttental (Witten) www.muttental.de Handwerksgeschichte und Traditionen live erleben (Hagen) www.lwl.org Schiffshebewerk Henrichenburg (Waltrop) www.hebewerk-henrichenburg.de Berkwerk Westerholt Ab 2010 Aufbereitung des Standortes für Bildung, Gewerbe, Dienstleistung und Kultur. www.rag-montan-immobilien.de oder www.rag.de Perlenkette der Sehenswürdigkeiten Die wichtigsten Orte auf der Route der Industriekultur kann man „trocken“ im Internet abfahren. Hier gibt es einen ausgereiften Detailplan für Radtouristen, der sich in Teilen auch für Inline-Skater eignet. www.route-industriekultur.de

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098_Vorschau_Impressum 17.03.10 16:02 Seite 98

„Last man out” im Breisgau Samstagabend, 25.09.2010 18.30 Uhr, und bei der 3. Trea Breisgau Energy Night heißt es wieder: „Start frei zum Badenova Speedskating Last-Man-Out!“ Die Premiere 2009 war eine Werbung für den Sport. Die ausdauerbegeisterte Region – im Schwarzwald ist praktisch jeder am Radeln/Joggen/Skaten – wird die Vorgabe vom Speedteam der FT 1844 e.V. sicher wieder begeistert mitverfolgen. Auf einer gut ausgebauten und abgesperrten 1.100-Meter-Strecke geht es bis zum Finalsprint der besten fünf mit Hochgeschwindigkeit zur Sache. INLINENEWS wird vor Ort sein und Euch berichten. l www.breisgauenergynight.de l www.speedteam-freiburg.de

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pert Oberhäuser, Sebastian Baumgartner, Soulstyle GmbH, Speedlager.de, Stephan Repke, Thomas Wallaschkowski, Uli Becker-Wiedemann, Venice Beach, Victor Sailer, World Inline Cup.

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